Landwehr-Wiki db508590123 http://www.landwehren.de/index.php?title=Hauptseite MediaWiki 1.36.0 first-letter Medium Spezial Diskussion Benutzer Benutzer Diskussion Name wiki Name wiki Diskussion Datei Datei Diskussion MediaWiki MediaWiki Diskussion Vorlage Vorlage Diskussion Hilfe Hilfe Diskussion Kategorie Kategorie Diskussion Main Page 0 1 1 2013-05-31T09:17:06Z MediaWiki default 0 wikitext text/x-wiki '''MediaWiki has been successfully installed.''' Consult the [//meta.wikimedia.org/wiki/Help:Contents User's Guide] for information on using the wiki software. == Getting started == * [//www.mediawiki.org/wiki/Manual:Configuration_settings Configuration settings list] * [//www.mediawiki.org/wiki/Manual:FAQ MediaWiki FAQ] * [https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/mediawiki-announce MediaWiki release mailing list] * [//www.mediawiki.org/wiki/Localisation#Translation_resources Localise MediaWiki for your language] 678d21d1a2ff9fd446dcad01da0b30b375eb7a4d Datei:Blombachtal 06.jpg 6 2 2 2013-12-30T11:02:16Z Jm 1 Rest des Walls der Elberfelder Landwehr bei der Blombachtalbrücke in Wuppertal wikitext text/x-wiki Rest des Walls der Elberfelder Landwehr bei der Blombachtalbrücke in Wuppertal 11e9f14a072625bf92ad61481f12ad01652a2c97 Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg 6 3 3 2013-12-30T11:07:42Z Jm 1 Buchenrain auf der Elberfelder Landwehr bei Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg. wikitext text/x-wiki Buchenrain auf der Elberfelder Landwehr bei Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg. e4ffcc2ee568e70531c417f95260a48905c94846 Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 01.jpg 6 4 4 2013-12-30T11:13:01Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr im Grenzgebiet von Radevormwald und Ennepetal als gut ausgeprägter Dreifachwall wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr im Grenzgebiet von Radevormwald und Ennepetal als gut ausgeprägter Dreifachwall 9f49341ccc77c6c5abc2518bd84590fd9b2ed3a8 Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 04.jpg 6 5 5 2013-12-30T11:13:42Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr im Grenzgebiet von Radevormwald und Ennepetal. Der vermutlich um das Jahr 1300 aufgeschüttete Wall erreicht noch heute trotz Erosion eine Höhe von über einen Meter wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr im Grenzgebiet von Radevormwald und Ennepetal. Der vermutlich um das Jahr 1300 aufgeschüttete Wall erreicht noch heute trotz Erosion eine Höhe von über einen Meter 1db73de910d972180f6a96bcfaee8f2ccba9de2b Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 11.jpg 6 6 6 2013-12-30T11:22:19Z Jm 1 Dreifachwall am Freebach in Radevormwald. So stark befestigt waren die Landwehren nur bei den Durchgängen von bedeutenden Altstraßen. In diesem Fall die heutige B483 zwischen den Orten Ennepetal-Schlagbaum (sic!) und Radevormwald-Landwehr (sic!). wikitext text/x-wiki Dreifachwall am Freebach in Radevormwald. So stark befestigt waren die Landwehren nur bei den Durchgängen von bedeutenden Altstraßen. In diesem Fall die heutige B483 zwischen den Orten Ennepetal-Schlagbaum (sic!) und Radevormwald-Landwehr (sic!). 3ee51d5d76accb83d70488b3baa1591c99627d96 Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg 6 7 7 2013-12-30T11:23:04Z Jm 1 Steile Hänge waren kein Hindernis beim Landwehrbau. Hier die Elberfelder Linie in Wuppertal vom Marscheider Bach den Steilhang auf den Gipfel des Steinbergs hinauf. wikitext text/x-wiki Steile Hänge waren kein Hindernis beim Landwehrbau. Hier die Elberfelder Linie in Wuppertal vom Marscheider Bach den Steilhang auf den Gipfel des Steinbergs hinauf. 4719a52c03da47b9372cc5395fc89bda238f8ad1 Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg 6 8 8 2013-12-30T11:23:52Z Jm 1 Oben auf dem Steinberg setzt sie sich als Doppelwall gut sichtbar im Wald Richtung Wuppertal-Herbringhausen fort. wikitext text/x-wiki Oben auf dem Steinberg setzt sie sich als Doppelwall gut sichtbar im Wald Richtung Wuppertal-Herbringhausen fort. 9e4c8d73c6aaacd3b5532f161891d40b3e568674 Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg 6 9 9 2013-12-30T11:24:46Z Jm 1 Auch auf dem Paulsberg bei Wuppertal-Herbringhausen befindet sich ein Doppelwall. Der Graben zwischen den Wällen ist schon fast vollständig verfüllt. Auf beiden Wällen wachsen wie fast immer Bäume. Werden diese durch die moderne Waldwirtschaft gef… wikitext text/x-wiki Auch auf dem Paulsberg bei Wuppertal-Herbringhausen befindet sich ein Doppelwall. Der Graben zwischen den Wällen ist schon fast vollständig verfüllt. Auf beiden Wällen wachsen wie fast immer Bäume. Werden diese durch die moderne Waldwirtschaft gefällt, erleiden die Erdwerke oft große Schäden. 76795909cd86d73a38cc52495b46ca46cf6449b5 Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg 6 10 10 2013-12-30T11:25:57Z Jm 1 Auch hier ging es den Steilhang hoch. Diesmal die Elberfelder Landwehrlinie zwischen Hengsten und Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg. wikitext text/x-wiki Auch hier ging es den Steilhang hoch. Diesmal die Elberfelder Landwehrlinie zwischen Hengsten und Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg. 6ba65e01fc60b4a77c212ec7330e061df1f3159d Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 04.jpg 6 11 11 2013-12-30T11:26:29Z Jm 1 Dreifachwall der Elberfelder Landwehr nahe dem Schießstand auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken in Wuppertal wikitext text/x-wiki Dreifachwall der Elberfelder Landwehr nahe dem Schießstand auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken in Wuppertal 900eac8c87a58ae4a257c1b8dae7d0305f222aee Datei:Siefen - Neye 02.jpg 6 12 12 2013-12-30T11:27:01Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr setzt sich bis tief in das Oberbergische Land fort, hier im Neyetal auf dem Abschnitt Kottmannshausen - Krommenohl. wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr setzt sich bis tief in das Oberbergische Land fort, hier im Neyetal auf dem Abschnitt Kottmannshausen - Krommenohl. 0e1c2dad7300e716c1427194e3f343cbfd444640 Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg 6 13 13 2013-12-30T11:28:09Z Jm 1 (Vermutliche) Reste eines Gebücks bei Wuppertal-Herbringhausen. Gut erkennbar die knorrige Gehölzform, die auf den manipulierten Wuchs hinweist. wikitext text/x-wiki (Vermutliche) Reste eines Gebücks bei Wuppertal-Herbringhausen. Gut erkennbar die knorrige Gehölzform, die auf den manipulierten Wuchs hinweist. d2150f38cbba2492209571ff3b5549fec0946a35 Hauptseite 0 14 14 2013-12-30T11:36:02Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „==Landwehren, was ist das?== Landwehren gehören erstaunlicherweise zu den eher unbekannten Einrichtungen aus dem Mittelalter. Während jedes Kind Ritterburge…“ wikitext text/x-wiki ==Landwehren, was ist das?== Landwehren gehören erstaunlicherweise zu den eher unbekannten Einrichtungen aus dem Mittelalter. Während jedes Kind Ritterburgen kennt und der Interessierte wohl auch die eine oder andere, weniger romantisierte früh- oder hochmittelalterliche Ringwallanlage zu benennen vermag, so ist die Existenz der großräumig angelegten Landwehren nur sehr wenigen bewusst. Dabei waren diese (Grenz-) Sicherungsbauwerke im ganzen Bereich des heutigen Deutschlands seit dem Hochmittelalter eine alltägliche Einrichtung und noch heute finden sich mehr oder weniger gut sichtbare Spuren. Ein einfaches Indiz sind die Orts-, Flur- und Straßennamen wie ''(Am) Schlagbaum'', ''(An, Auf, Hinter, Vor der) Landwehr'', ''Dorn, Dörner, Dörnen'', ''Landfer'' ''Landwehrbusch'', ''Landwehrfeld'', ''Landwehrwiese'', ''Vor dem Baum'', ''Vorm Baum'', ''Lante'', ''Lanfert'', ''Laak'', ''Lachbaum'', ''Hölzerne Klinke'', ''(Am) Knick'', ''(Am) Grengel'' usw., die fast immer auf eines der alten Bauwerke hindeuten. Zahlreiche weitere Toponyme, die im einzelnen noch zu erläutern sind, weisen auch nach hunderten von Jahren als Flur- oder Ortsnamen auf eine nahe Landwehr oder eines ihrer integralen Bestandteile hin. Zur Verwirrung führt vielleicht die Tatsache, dass es hauptsächlich im 19. Jahrhundert auch militärische Verbände namens Landwehr gegeben hat. Wir beschäftigen uns hier aber ausschließlich mit den als Landwehr, Landgraben, Landhege, Landhecke, Landhagen, Lantert, Stadtgraben, Stadthege oder auch Stadthagen bezeichneten Bauwerken und dies zunächst speziell in dem Bereich des historischen Herzogtums Berg, dem heutigen Bergischen Land, das für den Landwehrforscher recht ergiebig ist. Der Schutzzweck ergab sich aus der mittelalterlichen Form der Kriegsführung, der Fehde. Konflikte zwischen Territorialherrscher wurden seltener mit massiven Truppeneinsatz in offenen Feldschlachten ausgetragen, üblich waren eher schnelle Vorstöße kleinerer berittener Gruppen, die in das Nachbarterrritorien einfielen und dort soviele Bauernhöfe wie möglich brandschatzten, die Ernte raubten oder vernichteten und das Vieh stahlen. Durch solche Aktionen wurde versucht dem Gegner die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen. Die Ernte fehlte, der Landesherr musste den Wiederaufbau leisten und die überlebenden Hörigen anschließend bis zu deren wirtschaftlichen Erholung versorgen, denn dies war seine Verpflichtung gegenüber den Leibeigenen als Gegenleistung für deren Fron-, Hand- und Spanndienste. Formal reichte die zeitnahe Überbringung des sogenannten Fehdebriefs, um diese Raubzüge zu legalisieren. Die mittelalterlichen Städte besaßen daher zum Schutz ihrer Bewohner meist eine Stadtmauer, die verläßlich die sich auf Fehde befindlichen Adeligen mit ihren Hilfstruppen, sowie sonstige vagabundierende, brandschatzende Räuber- und Mörderbanden (der Übergang zwischen beiden Gruppen war fließend und sie besaßen den gleichen verheerenden Effekt auf die Bevölkerung) auf Abstand hielt. Die Landbevölkerung dagegen, deren einzelne Gehöfte, wenn auch in Bauern- oder Honschaften organisiert, weit in der Landschaft verteilt waren, besaßen solch einen starken passiven Schutz zunächst nicht. Mit dem Aufkommen von Territorien im Hochmittelalter und des Fehdewesens sorgten aber die Territorialherrscher, meist Grafen, Herzöge oder Kirchenfürsten, systematisch für die Absicherung ihrer ländlichen Gebiete und Rechtsbezirke gegenüber dem häufig nicht wohlgesonnenen Nachbarn: Sie legten ''Lantweeren'' an. [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|links|Rest des Walls der Elberfelder Landwehr bei der Blombachtalbrücke in Wuppertal]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|Buchenrain auf der Elberfelder Landwehr bei Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg. Die Geländestufe ist der Rest des Landwehrwalls. Ob der heutige Bewuchs ein über Jahrhunderte gepflegter Rest des Gebücks ist, ist aber fraglich]] Landwehren waren meist langläufige, im Einzelfall mehr als hundert Kilometer lange Befestigungslinien entlang den Grenzen mittelalterlicher Rechtsbezirke, Kirchspiele, Ämtern, Bauernschaften, Gehöften und/oder Territorien. Sie bestanden in der Regel aus einem oder mehreren mehrere Meter hohen Wällen. Davor, dahinter und dazwischen befanden sich tiefe Gräben, aus deren Aushub die Wälle aufgeschüttet wurden. Im flachen Land waren die Gräben auch mit Wasser gefüllt, teilweise wurden auch natürliche Fließgewässer verwendet oder umgestaltet. Wo es ging, wurden natürliche Bachläufe oder sonstige Geländemerkmale wie Hänge, Siepen oder Felsen als sogenanntes Annäherungshindernis an die Landwehr ausgenutzt. So wurde sie z.B. im oberen Bereichen eines Hangs angelegt, damit eine Annäherung aus dem Tal durch den Aufstieg erschwert wurde. Gleiches gilt auch für Wasserläufe, die zuerst überwunden werden mussten, bevor die dahinter stehende Landwehr erreicht werden konnte. Der Verlauf einer Landwehr richtete sich so meist nicht nach einer auf dem Reissbrett definierten Linie, sondern nach den vorteilhaften natürlichen Gegebenheiten. Diese für Pferde und gestohlenes Vieh nur sehr unwillig überwindbare Wall-Graben-Systeme waren aber nicht das Haupthindernis einer Landwehr. Dieses bestand in einer Einrichtung, die auch Gartenbesitzer als Einfriedung ihre Grundstückes noch heute gerne verwenden: Eine Hecke. Der Kern dieser Hecke bestand meist aus Buchen, die ein Stück wachsen gelassen wurden und dann mit der Spitze zur Erde gebogen und eingegraben wurden - das sogenannte Gebück. Die Spitzen bildeten Wurzeln und es entstand ein "Skelett" aus knorrigen Buchenholz. Zwischen diesem Skelett wurde Dornengestrüpp gesetzt, meist Schwarz- oder Weißdorn, Heckenrosen, Brombeeren oder auch Ilex - das sogenannte Gedörn. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 01.jpg|mini|400px|links|Die Fortsetzung der Elberfelder Landwehr im Grenzgebiet von Radevormwald und Ennepetal als gut ausgeprägter Dreifachwall]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 04.jpg|mini|400px|Der vermutlich um das Jahr 1300 aufgeschüttete Wall erreicht noch heute trotz Erosion eine Höhe von über einen Meter]] Diese Hecke aus "Verbundmaterial" (festes Holzskelett und dichtes Dornengestrüpp) konnte bis zu 20 Meter breit werden und wurde neben oder auf den Wällen gepflanzt. Die Hecke war bei guter Pflege nahezu undurchdringlich und bot so den Schutz, den eine Mauer einer Stadt bot. Wie man sich leicht vorstellen kann, war die Anlage einer Landwehr eine sorgfältig geplante, langfristige Angelegenheit: Erst nach ca. 10 Jahren intensiver Pflege (Hege) war die Landwehr so dicht und hoch bewachsen, wie es für den Schutzzweck notwendig war. War ihre Anlage beschlossen, so mussten die ortsansässigen Bauern die Anlage und Pflege im Rahmen ihrer Dienstpflicht (Hand- und Spanndienste) gegenüber ihrem Landesherrn übernehmen. Wer sich die teils Kilometer langen heute noch erhaltenen Wall-Graben-Systeme betrachtet, kann sich leicht die Mühe vorstellen, die es gekostet haben wird, diese Erdbewegungen mit hölzernen Hacken, Spaten und Schaufeln vorzunehmen. Dennoch wird der Bau von der bäuerlichen Bevölkerung wohl nicht nur als Belastung gesehen worden sein, denn die Landwehr war gerade in unsicheren Grenzbereichen ein effizienter Schutz für ihr Leib, Leben und Eigentum. Eine Landwehr war, wie oben schon erwähnt, häufig eine Grenzsicherung - der Begriff ist allerdings keinesfalls streng auszulegen. Landwehren markierten oft (aber nicht ausschließlich) Grenzen, dienten aber immer der Sicherung eines Objekts (z.B. Straßen, Siedlungen) oder Gebietes auch ohne dass es eine dazugehörige Grenze gab. Sie folgten oft einer Grenze, waren aber nicht eine solche, sondern verliefen unter Ausnutzung von Geländevorteilen nach hinten zurückgenommen parallel zu ihr. Wenn heute ein historischer Landwehrverlauf mit einer konkreten kommunalen Grenze identisch ist, dann liegt das meist daran, dass für die Definition dieser "modernen" Verwaltungsgrenzen in der späten Neuzeit der Landwehrverlauf als sich anbietend einfach übernommen wurde. Dennoch gilt: Erst durch die Kenntnis historischer Grenzen erschließt sich der Verlauf einer gebietsschützenden Landwehr. Man ist oft erstaunt, wie gut sich mittelalterliche Grenzen bis in die heutige Zeit erhalten haben. Vor tausend Jahren beispielsweise Kirchspielgrenze, heute eine deckungsgleiche Stadt- oder Stadtteilgrenze. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 11.jpg|mini|400px|links|Dreifachwall am Freebach in Radevormwald. So stark befestigt waren die Landwehren nur bei den Durchgängen von bedeutenden Altstraßen. In diesem Fall die heutige B483 zwischen den Orten Ennepetal-Schlagbaum (sic!) und Radevormwald-Landwehr (sic!)]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|Auch auf dem Paulsberg bei Wuppertal-Herbringhausen befindet sich ein Doppelwall. Der Graben zwischen den Wällen ist schon fast vollständig verfüllt. Auf beiden Wällen wachsen wie fast immer Bäume. Werden diese durch die moderne Waldwirtschaft gefällt, erleiden die Erdwerke oft große Schäden.]] Landwehren dienten auch dem fiskalischen Interessen der Territorialherrscher, denn sie verhinderten das unkontrollierte Betreten des Landes auch derjenigen Leute, die nichts Böses im Schilde führten. Die Durchgänge durch eine Landwehr an den alten Handels-, Pilger- und/oder Heerwegen waren mit Schlagbäumen gesichert, an denen Personen und Waren kontrolliert und Zoll erhoben wurde. Daneben dienten sie auch der Kontrolle des Weideviehs, das so nicht zur Freude des Nachbarn den Rechtsbezirk verlassen konnte. Eine weitere, später wohl dankbar angenommene Nutzungsmöglichkeit bestand z.B. in der Wolfs- oder Bärenjad, wo die Landwehr die Fluchtmöglichkeit des gejagten Tieres beschränkte und zu einer vorbereiteten Falle leitete. Man beachte in diesem Zusammenhang die Einrichtung von sogenannten Bären- oder Wolfskuhlen, die häufig an Landwehren angelegt wurden. Vermutlich trat der Nutzen bei der "normalen" Jagd auf Wild ebenfalls zu Tage. Weitere Formen waren wegbegegleitende Landwehren, Höhensperren oder Städte und Gehöfte umgebende Landwehren. Wegbegleitende Landwehren erfüllten je nach Ort einen mehrfachen Zweck. Zum einen schützten sie Reisenden vor Wegelagerern, die sich in den Wäldern links und rechts der Straße verbergen konnten. Hauptsächlich schützte sie aber umgekehrt Siedlungsplätze vor Reisenden, die keine friedliche Dinge im Sinn hatten oder eine gute Gelegenheit zum beiläufigen Plündern, Rauben und Brandschatzen zu nutzen wussten. Auch neigten Altstraßen dazu sich im mehreren parallelen Trassen durch das Gelände zu ziehen, meist an Steigungen, wo sich rasch Hohlwegbündel ausbildeten, deren einzelne Äste je nach Passierbarkeit abwechselnd genutzt wurden. Die Landwehr sorgte hier dafür, dass die Straße von den Siedlungsplätzen fern blieb. Deren bester Schutz lag ja darin, gar nicht erst von durchreisenden Banden oder militärischen Verbänden wahrgenommen zu werden. Ein Stück weit vor Landwehrdurchgängen (Schlagbäumen) begleiteten Landwehren ebenfalls Straßen, kanalisierten so den Verkehr zu der Kontrollstelle und verhinderten das Umgehen einer solchen zumindest für Fuhrwerke. Häufige Formen sind Höhensperren, die in bestimmten Regionen auch Grengel genannt wurden. Eine Altstraße verlief meistens auf Höhenzügen, da die Täler mit ihren Wasserläufen und Auen oft morastig und somit unpassierbar waren. So verliefen die meisten Altstraßen auf den Höhen und stiegen nur dann in ein Tal ab, um es zur gegenüberliegenden Höhe hin schnell zu queren. Zur Kontrolle des Verkehrs auf einer derartigen Höhenstraße, wurde häufig von dem links des Höhenzugs gelegenen Seitental eine Landwehr hinauf zur Straße angelegt, die dort nur den Durchlass frei ließ und dann wieder auf der anderen Straßenseite in das rechte Seitental hinabführte. Auch hier gab es keine Möglichkeit für Fuhrwerke die Kontrollstelle zu umgehen, ein Ausweichen in die Täler war wegen den morastigen Bodenverhältnissen so gut wie ausgeschlossen. Der umgekehrte Fall, eine Landwehr als Talsperre, ist als Letzi besonders im Schweizer Raum bekannt. Auch hier wurde der Durchgang zwischen zwei Bergen (Pass) verhindert oder auf einen zentralen Durchlass kanalisiert. Auch Städte besaßen vor der Stadtmauer eine Landwehr, der Stadthagen, der sie und die zur Stadt gehörigen Gemarkungen großräumig umschloss - auch dazu später mehr. Wann der systematische Landwehrbau begonnen wurde, ist unklar. Es existieren dafür, dass eine Landwehr im Bewusstsein des mittelalterlichen Lebens allgegenwärtig war, erstaunlicherweise nur wenige mittelalterliche Quellen über den Bau und die Erhaltungsmaßnahmen. Es ist aber anzunehmen, dass schon in der Antike eine solche Einrichtung in Germanien bekannt war. Tacitus beschreibt z.B. im Jahre 16 n.Chr. den Angrivarierwall der die Gebiete der germanischen Volksstämme der Angrivarier von denen der Cheruskern trennte. Als bekannteste Landwehr auf deutschen Boden dürften die unterschiedlichen Linien des römischen Limes gelten, der in seiner Bauausführung und Elementen mit einer mitelalterlichen Landwehr eine große Übereinstimmung besitzt. Auch der Zweck als eine Grenzsicherung gegenüber den benachbarten Gebiet und als Möglichkeit die unkontrollierte Einreise zu verhindern ist vergleichbar. [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|links|(Vermutliche) Reste eines Gebücks bei Wuppertal-Herbringhausen. Gut erkennbar die knorrige Gehölzform, die auf den manipulierten Wuchs hinweist]] [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|Die Elberfelder Landwehr setzt sich bis tief in das Oberbergische Land fort, hier im Neyetal auf dem Abschnitt Kottmannshausen - Krommenohl]] Es mag diese Ähnlichkeit - gepaart mit einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus - gewesen sein, die die ersten Landwehrforscher im 19. Jahrhundert häufig zu der Annahme verführten, eine in ihrem Ort gefundene Landwehr sei römischen Ursprung. Dementsprechend waren die ersten hobbywissenschaftlichen Beiträge in den lokalhistorischen Reihenwerken gespickt mit Vermutungen, Fehlinterpretationen und Übertreibungen. Dennoch sind auch diese Beiträge eine gewisse Hilfe bei der heutigen Landwehrforschung, denn diese Forscher hatten einen Vorteil: Sie konnten noch Anlagen in Augenschein nehmen und beschreiben, die durch den stetigen Flächenverbrauch seit Mitte des 19. Jahrhundert schon längst überbaut oder in Agrarflächen verwandelt worden sind. Die ernsthafte Geschichtswissenschaft behandelt das Thema auch eher stiefmütterlich, auch wenn im einzelnen archäologische Grabungen und vor allen Untersuchungen bei der Unterschutzstellung einzelner Relikte als Bodendenkmal vorgenommen wurden. Es erfolgt dankenswerterweise zur Zeit eine systematische Erforschung der Landwehren im Münsterland durch Dr. Cornelia Kneppe (Westfälisches Amt für Bodendenkmalpflege), die das Thema unter anderem in einer Broschüre und einem Buch auch einen allgemeineren Interessentenkreis nahebringt. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steile Hänge waren kein Hindernis beim Landwehrbau. Hier die Elberfelder Linie in Wuppertal vom Marscheider Bach den Steilhang auf den Gipfel des Steinbergs hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Oben auf dem Berg setzt sie sich als Doppelwall gut sichtbar im Wald Richtung Wuppertal-Herbringhausen fort]] Für einzelne Landwehren im Nordwestdeutschland gibt es Hinweise auf einen Bau im 13. bis 16. Jahrhundert, ein Zeitraum, der wohl generell der Hochzeit des Landwehrbaus entspricht. Erst im 12. Jahrhundert festigte sich im Grenzgebiet vom heutigem Rheinland und Westfalen die Territorialbildung - auch wenn sich schon ab dem 7. Jahrhundert fränkische Gaue oder sächsische, später fränkisch beherrschte Verwaltungsbezirke ausbildeten, die aber häufig durch kirchliche Grenzziehungen (Dekanate) festgelegt waren. Das Gebiet der Kirchspiele eines Dekanats wurde oft für deckungsgleiche weltliche Gerichtsbezirke genutzt, in denen der Gograf (Gaugraf) das Richteramt innehatte. Daraus entwickelten sich sowohl die westfälischen Freigrafschaften, als auch der umfangreiche Besitz der Kölner Erzbischöfe als Kurfürsten. Ab dem 12. Jahrhundert erhob der sich emanzipierende Dienstadel vermehrt eigene Ansprüche, sicherte sich mehr und mehr Besitz und etablierte sich schließlich als gleichrangig - Grafschaften und Herzogtümer entstanden und damit wachsende Ansprüche auf geschlossene Territorien. Hier wären insbesondere die späteren Herzöge von Berg und die Grafen von der Mark zu nennen. Das Ende des systematischen Landwehrbaus kann man gegen Ende 15. Jahrhunderts datieren, als in Folge des brutalen, wie überbordenden Fehdewesens 1495 der "Ewige Landfrieden" ausgerufen wurde. Nun war es den Adeligen bei harter Strafandrohung nicht mehr erlaubt zur Durchsetzung vermeintlicher und realer Ansprüche nach formloser Ansage durch den Fehdebrief die Gehöfte und Städte des Nachbarn zu plündern und die Landwehren als Grenzsicherungen wurden dadurch nicht mehr essentiell benötigt. Auch machte die Militärtechnik in dieser Zeit, was sowohl Bewaffnung, als auch Strategie/Taktik angingt, rasante Fortschritte. Für ernst gemeinte massive Angriffe mit bewaffneten Truppen waren die Landwehren kein ernsthaftes Hindernis. Dennoch sind die Pflege und der Nutzen einer solchen Landwehr bis in das 18. Jahrhundert hinein beurkundet. [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|links|Auch hier ging es den Steilhang hoch. Diesmal die Elberfelder Landwehrlinie zwischen Hengsten und Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 04.jpg|mini|300px|Dieser Dreifachwall der Elberfelder Landwehr nahe dem Schießstand auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken in Wuppertal war zeitweise von dem Neubau einer JVA bedroht]] Die Denkmalbehörden und die Landespfleger zeigen sich zunehmend sensiblisiert für diese alten Erdwerke und die Zahl der Bodendenkmaleintragungen steigt. Die Landwehrforschung ist aber nach wie vor ein Wettlauf gegen die Zeit. Bei Verkehrswegebauprojekten, Erschließung neuer Gewerbe- und Siedlungsgebieten oder sonstigen flächenverbrauchenden Vorhaben schwinden Tat für Tag ein weitere Stücke dieser Anlagen. Meist sind die Reste dieser Erdwerke sowieso nur noch in Wäldern vorhanden. Hier ist die moderne Waldbewirtschaftung mit Abstand der größte Feind. In Unkenntnis oder Ignoranz werden selbst unter Schutz gestellte Teile bei Waldarbeiten zerstört, sowohl von Privatwaldbesitzern als auch von der öffenlichen Hand. Wenn ein Fichtenwald mit den sogenannten Harvestern und anderen schweren Waldmaschinen abgerntet wird und zum Abtransport des Holzes durch Sattelschlepper breite Wege in den Wald geschlagen werden, dann haben die verbleibenden Erdwerke in diesem Wald kaum noch eine Überlebenschance. Der Orkan Kyrill hat im Januar 2007 nicht nur Wälder zerstört, sondern bei den Aufräumarbeiten wurde so mancher Landwehrgraben verfüllt und Wall mit den Waldmaschinen zerstört. Hier wäre eine Sensibilisierung der Ausführenden wünschenswert, damit uns die wenigen Spuren mittelalterlichen Lebens erhalten bleiben. Es würde ja heutzutage - um den Bogen zum Anfang dieser Einführung wieder zu spannen - ohne Proteste ja auch keiner hinnehmen, dass einfach eine mittelalterliche Ritterburg abgerissen würde ... ad59df90aee7eea328c7c448235437197d6968dd 16 14 2013-12-30T17:17:25Z 130.180.104.103 0 Der Seiteninhalt wurde durch einen anderen Text ersetzt: „Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergische Land. *…“ wikitext text/x-wiki Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergische Land. *[[Einführung]] *[[Bergisches Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Ispingrade-Horpetal]] **[[Hückeswagen-Wiehagen]] **[[Wuppertal-Nord]] 2e7a10641cd7cc133410607d955a6142891a8a7a 17 16 2013-12-30T17:20:52Z Jm 1 wikitext text/x-wiki Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergische Land. === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land === *[[Bergisches Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Ispingrade-Horpetal]] **[[Hückeswagen-Wiehagen]] **[[Wuppertal-Nord]] 8e8c17eed7fdeb3a2eb0536fd3afd564fecb6f39 18 17 2013-12-30T18:36:48Z Jm 1 /* Bergisches Land */ wikitext text/x-wiki Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergische Land. === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land === *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Ispingrade-Horpetal]] **[[Hückeswagen-Wiehagen]] **[[Wuppertal-Nord]] 19345c3e9b61dcbdd73e19eb34fa2185dc5d615f 23 18 2013-12-30T21:44:00Z Jm 1 /* Bergisches Land */ wikitext text/x-wiki Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergische Land. === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land === *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] **[[Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen]] **[[Wallgraben bei Wuppertal-Nord]] efb852b5d33ab083bb432480406700220a7037a5 24 23 2013-12-31T00:02:20Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini]] <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big> Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergische Land. </big></span> === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land === *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] **[[Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen]] **[[Wallgraben bei Wuppertal-Nord]] </div> 3972c553a10eb6e2ad5c2905ea0f8b029749e859 Einführung 0 15 15 2013-12-30T17:12:43Z 130.180.104.103 0 Die Seite wurde neu angelegt: „==Landwehren, was ist das?== Landwehren gehören erstaunlicherweise zu den eher unbekannten Einrichtungen aus dem Mittelalter. Während jedes Kind Ritterburge…“ wikitext text/x-wiki ==Landwehren, was ist das?== Landwehren gehören erstaunlicherweise zu den eher unbekannten Einrichtungen aus dem Mittelalter. Während jedes Kind Ritterburgen kennt und der Interessierte wohl auch die eine oder andere, weniger romantisierte früh- oder hochmittelalterliche Ringwallanlage zu benennen vermag, so ist die Existenz der großräumig angelegten Landwehren nur sehr wenigen bewusst. Dabei waren diese (Grenz-) Sicherungsbauwerke im ganzen Bereich des heutigen Deutschlands seit dem Hochmittelalter eine alltägliche Einrichtung und noch heute finden sich mehr oder weniger gut sichtbare Spuren. Ein einfaches Indiz sind die Orts-, Flur- und Straßennamen wie ''(Am) Schlagbaum'', ''(An, Auf, Hinter, Vor der) Landwehr'', ''Dorn, Dörner, Dörnen'', ''Landfer'' ''Landwehrbusch'', ''Landwehrfeld'', ''Landwehrwiese'', ''Vor dem Baum'', ''Vorm Baum'', ''Lante'', ''Lanfert'', ''Laak'', ''Lachbaum'', ''Hölzerne Klinke'', ''(Am) Knick'', ''(Am) Grengel'' usw., die fast immer auf eines der alten Bauwerke hindeuten. Zahlreiche weitere Toponyme, die im einzelnen noch zu erläutern sind, weisen auch nach hunderten von Jahren als Flur- oder Ortsnamen auf eine nahe Landwehr oder eines ihrer integralen Bestandteile hin. Zur Verwirrung führt vielleicht die Tatsache, dass es hauptsächlich im 19. Jahrhundert auch militärische Verbände namens Landwehr gegeben hat. Wir beschäftigen uns hier aber ausschließlich mit den als Landwehr, Landgraben, Landhege, Landhecke, Landhagen, Lantert, Stadtgraben, Stadthege oder auch Stadthagen bezeichneten Bauwerken und dies zunächst speziell in dem Bereich des historischen Herzogtums Berg, dem heutigen Bergischen Land, das für den Landwehrforscher recht ergiebig ist. Der Schutzzweck ergab sich aus der mittelalterlichen Form der Kriegsführung, der Fehde. Konflikte zwischen Territorialherrscher wurden seltener mit massiven Truppeneinsatz in offenen Feldschlachten ausgetragen, üblich waren eher schnelle Vorstöße kleinerer berittener Gruppen, die in das Nachbarterrritorien einfielen und dort soviele Bauernhöfe wie möglich brandschatzten, die Ernte raubten oder vernichteten und das Vieh stahlen. Durch solche Aktionen wurde versucht dem Gegner die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen. Die Ernte fehlte, der Landesherr musste den Wiederaufbau leisten und die überlebenden Hörigen anschließend bis zu deren wirtschaftlichen Erholung versorgen, denn dies war seine Verpflichtung gegenüber den Leibeigenen als Gegenleistung für deren Fron-, Hand- und Spanndienste. Formal reichte die zeitnahe Überbringung des sogenannten Fehdebriefs, um diese Raubzüge zu legalisieren. Die mittelalterlichen Städte besaßen daher zum Schutz ihrer Bewohner meist eine Stadtmauer, die verläßlich die sich auf Fehde befindlichen Adeligen mit ihren Hilfstruppen, sowie sonstige vagabundierende, brandschatzende Räuber- und Mörderbanden (der Übergang zwischen beiden Gruppen war fließend und sie besaßen den gleichen verheerenden Effekt auf die Bevölkerung) auf Abstand hielt. Die Landbevölkerung dagegen, deren einzelne Gehöfte, wenn auch in Bauern- oder Honschaften organisiert, weit in der Landschaft verteilt waren, besaßen solch einen starken passiven Schutz zunächst nicht. Mit dem Aufkommen von Territorien im Hochmittelalter und des Fehdewesens sorgten aber die Territorialherrscher, meist Grafen, Herzöge oder Kirchenfürsten, systematisch für die Absicherung ihrer ländlichen Gebiete und Rechtsbezirke gegenüber dem häufig nicht wohlgesonnenen Nachbarn: Sie legten ''Lantweeren'' an. [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|links|Rest des Walls der Elberfelder Landwehr bei der Blombachtalbrücke in Wuppertal]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|Buchenrain auf der Elberfelder Landwehr bei Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg. Die Geländestufe ist der Rest des Landwehrwalls. Ob der heutige Bewuchs ein über Jahrhunderte gepflegter Rest des Gebücks ist, ist aber fraglich]] Landwehren waren meist langläufige, im Einzelfall mehr als hundert Kilometer lange Befestigungslinien entlang den Grenzen mittelalterlicher Rechtsbezirke, Kirchspiele, Ämtern, Bauernschaften, Gehöften und/oder Territorien. Sie bestanden in der Regel aus einem oder mehreren mehrere Meter hohen Wällen. Davor, dahinter und dazwischen befanden sich tiefe Gräben, aus deren Aushub die Wälle aufgeschüttet wurden. Im flachen Land waren die Gräben auch mit Wasser gefüllt, teilweise wurden auch natürliche Fließgewässer verwendet oder umgestaltet. Wo es ging, wurden natürliche Bachläufe oder sonstige Geländemerkmale wie Hänge, Siepen oder Felsen als sogenanntes Annäherungshindernis an die Landwehr ausgenutzt. So wurde sie z.B. im oberen Bereichen eines Hangs angelegt, damit eine Annäherung aus dem Tal durch den Aufstieg erschwert wurde. Gleiches gilt auch für Wasserläufe, die zuerst überwunden werden mussten, bevor die dahinter stehende Landwehr erreicht werden konnte. Der Verlauf einer Landwehr richtete sich so meist nicht nach einer auf dem Reissbrett definierten Linie, sondern nach den vorteilhaften natürlichen Gegebenheiten. Diese für Pferde und gestohlenes Vieh nur sehr unwillig überwindbare Wall-Graben-Systeme waren aber nicht das Haupthindernis einer Landwehr. Dieses bestand in einer Einrichtung, die auch Gartenbesitzer als Einfriedung ihre Grundstückes noch heute gerne verwenden: Eine Hecke. Der Kern dieser Hecke bestand meist aus Buchen, die ein Stück wachsen gelassen wurden und dann mit der Spitze zur Erde gebogen und eingegraben wurden - das sogenannte Gebück. Die Spitzen bildeten Wurzeln und es entstand ein "Skelett" aus knorrigen Buchenholz. Zwischen diesem Skelett wurde Dornengestrüpp gesetzt, meist Schwarz- oder Weißdorn, Heckenrosen, Brombeeren oder auch Ilex - das sogenannte Gedörn. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 01.jpg|mini|400px|links|Die Fortsetzung der Elberfelder Landwehr im Grenzgebiet von Radevormwald und Ennepetal als gut ausgeprägter Dreifachwall]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 04.jpg|mini|400px|Der vermutlich um das Jahr 1300 aufgeschüttete Wall erreicht noch heute trotz Erosion eine Höhe von über einen Meter]] Diese Hecke aus "Verbundmaterial" (festes Holzskelett und dichtes Dornengestrüpp) konnte bis zu 20 Meter breit werden und wurde neben oder auf den Wällen gepflanzt. Die Hecke war bei guter Pflege nahezu undurchdringlich und bot so den Schutz, den eine Mauer einer Stadt bot. Wie man sich leicht vorstellen kann, war die Anlage einer Landwehr eine sorgfältig geplante, langfristige Angelegenheit: Erst nach ca. 10 Jahren intensiver Pflege (Hege) war die Landwehr so dicht und hoch bewachsen, wie es für den Schutzzweck notwendig war. War ihre Anlage beschlossen, so mussten die ortsansässigen Bauern die Anlage und Pflege im Rahmen ihrer Dienstpflicht (Hand- und Spanndienste) gegenüber ihrem Landesherrn übernehmen. Wer sich die teils Kilometer langen heute noch erhaltenen Wall-Graben-Systeme betrachtet, kann sich leicht die Mühe vorstellen, die es gekostet haben wird, diese Erdbewegungen mit hölzernen Hacken, Spaten und Schaufeln vorzunehmen. Dennoch wird der Bau von der bäuerlichen Bevölkerung wohl nicht nur als Belastung gesehen worden sein, denn die Landwehr war gerade in unsicheren Grenzbereichen ein effizienter Schutz für ihr Leib, Leben und Eigentum. Eine Landwehr war, wie oben schon erwähnt, häufig eine Grenzsicherung - der Begriff ist allerdings keinesfalls streng auszulegen. Landwehren markierten oft (aber nicht ausschließlich) Grenzen, dienten aber immer der Sicherung eines Objekts (z.B. Straßen, Siedlungen) oder Gebietes auch ohne dass es eine dazugehörige Grenze gab. Sie folgten oft einer Grenze, waren aber nicht eine solche, sondern verliefen unter Ausnutzung von Geländevorteilen nach hinten zurückgenommen parallel zu ihr. Wenn heute ein historischer Landwehrverlauf mit einer konkreten kommunalen Grenze identisch ist, dann liegt das meist daran, dass für die Definition dieser "modernen" Verwaltungsgrenzen in der späten Neuzeit der Landwehrverlauf als sich anbietend einfach übernommen wurde. Dennoch gilt: Erst durch die Kenntnis historischer Grenzen erschließt sich der Verlauf einer gebietsschützenden Landwehr. Man ist oft erstaunt, wie gut sich mittelalterliche Grenzen bis in die heutige Zeit erhalten haben. Vor tausend Jahren beispielsweise Kirchspielgrenze, heute eine deckungsgleiche Stadt- oder Stadtteilgrenze. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 11.jpg|mini|400px|links|Dreifachwall am Freebach in Radevormwald. So stark befestigt waren die Landwehren nur bei den Durchgängen von bedeutenden Altstraßen. In diesem Fall die heutige B483 zwischen den Orten Ennepetal-Schlagbaum (sic!) und Radevormwald-Landwehr (sic!)]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|Auch auf dem Paulsberg bei Wuppertal-Herbringhausen befindet sich ein Doppelwall. Der Graben zwischen den Wällen ist schon fast vollständig verfüllt. Auf beiden Wällen wachsen wie fast immer Bäume. Werden diese durch die moderne Waldwirtschaft gefällt, erleiden die Erdwerke oft große Schäden.]] Landwehren dienten auch dem fiskalischen Interessen der Territorialherrscher, denn sie verhinderten das unkontrollierte Betreten des Landes auch derjenigen Leute, die nichts Böses im Schilde führten. Die Durchgänge durch eine Landwehr an den alten Handels-, Pilger- und/oder Heerwegen waren mit Schlagbäumen gesichert, an denen Personen und Waren kontrolliert und Zoll erhoben wurde. Daneben dienten sie auch der Kontrolle des Weideviehs, das so nicht zur Freude des Nachbarn den Rechtsbezirk verlassen konnte. Eine weitere, später wohl dankbar angenommene Nutzungsmöglichkeit bestand z.B. in der Wolfs- oder Bärenjad, wo die Landwehr die Fluchtmöglichkeit des gejagten Tieres beschränkte und zu einer vorbereiteten Falle leitete. Man beachte in diesem Zusammenhang die Einrichtung von sogenannten Bären- oder Wolfskuhlen, die häufig an Landwehren angelegt wurden. Vermutlich trat der Nutzen bei der "normalen" Jagd auf Wild ebenfalls zu Tage. Weitere Formen waren wegbegegleitende Landwehren, Höhensperren oder Städte und Gehöfte umgebende Landwehren. Wegbegleitende Landwehren erfüllten je nach Ort einen mehrfachen Zweck. Zum einen schützten sie Reisenden vor Wegelagerern, die sich in den Wäldern links und rechts der Straße verbergen konnten. Hauptsächlich schützte sie aber umgekehrt Siedlungsplätze vor Reisenden, die keine friedliche Dinge im Sinn hatten oder eine gute Gelegenheit zum beiläufigen Plündern, Rauben und Brandschatzen zu nutzen wussten. Auch neigten Altstraßen dazu sich im mehreren parallelen Trassen durch das Gelände zu ziehen, meist an Steigungen, wo sich rasch Hohlwegbündel ausbildeten, deren einzelne Äste je nach Passierbarkeit abwechselnd genutzt wurden. Die Landwehr sorgte hier dafür, dass die Straße von den Siedlungsplätzen fern blieb. Deren bester Schutz lag ja darin, gar nicht erst von durchreisenden Banden oder militärischen Verbänden wahrgenommen zu werden. Ein Stück weit vor Landwehrdurchgängen (Schlagbäumen) begleiteten Landwehren ebenfalls Straßen, kanalisierten so den Verkehr zu der Kontrollstelle und verhinderten das Umgehen einer solchen zumindest für Fuhrwerke. Häufige Formen sind Höhensperren, die in bestimmten Regionen auch Grengel genannt wurden. Eine Altstraße verlief meistens auf Höhenzügen, da die Täler mit ihren Wasserläufen und Auen oft morastig und somit unpassierbar waren. So verliefen die meisten Altstraßen auf den Höhen und stiegen nur dann in ein Tal ab, um es zur gegenüberliegenden Höhe hin schnell zu queren. Zur Kontrolle des Verkehrs auf einer derartigen Höhenstraße, wurde häufig von dem links des Höhenzugs gelegenen Seitental eine Landwehr hinauf zur Straße angelegt, die dort nur den Durchlass frei ließ und dann wieder auf der anderen Straßenseite in das rechte Seitental hinabführte. Auch hier gab es keine Möglichkeit für Fuhrwerke die Kontrollstelle zu umgehen, ein Ausweichen in die Täler war wegen den morastigen Bodenverhältnissen so gut wie ausgeschlossen. Der umgekehrte Fall, eine Landwehr als Talsperre, ist als Letzi besonders im Schweizer Raum bekannt. Auch hier wurde der Durchgang zwischen zwei Bergen (Pass) verhindert oder auf einen zentralen Durchlass kanalisiert. Auch Städte besaßen vor der Stadtmauer eine Landwehr, der Stadthagen, der sie und die zur Stadt gehörigen Gemarkungen großräumig umschloss - auch dazu später mehr. Wann der systematische Landwehrbau begonnen wurde, ist unklar. Es existieren dafür, dass eine Landwehr im Bewusstsein des mittelalterlichen Lebens allgegenwärtig war, erstaunlicherweise nur wenige mittelalterliche Quellen über den Bau und die Erhaltungsmaßnahmen. Es ist aber anzunehmen, dass schon in der Antike eine solche Einrichtung in Germanien bekannt war. Tacitus beschreibt z.B. im Jahre 16 n.Chr. den Angrivarierwall der die Gebiete der germanischen Volksstämme der Angrivarier von denen der Cheruskern trennte. Als bekannteste Landwehr auf deutschen Boden dürften die unterschiedlichen Linien des römischen Limes gelten, der in seiner Bauausführung und Elementen mit einer mitelalterlichen Landwehr eine große Übereinstimmung besitzt. Auch der Zweck als eine Grenzsicherung gegenüber den benachbarten Gebiet und als Möglichkeit die unkontrollierte Einreise zu verhindern ist vergleichbar. [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|links|(Vermutliche) Reste eines Gebücks bei Wuppertal-Herbringhausen. Gut erkennbar die knorrige Gehölzform, die auf den manipulierten Wuchs hinweist]] [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|Die Elberfelder Landwehr setzt sich bis tief in das Oberbergische Land fort, hier im Neyetal auf dem Abschnitt Kottmannshausen - Krommenohl]] Es mag diese Ähnlichkeit - gepaart mit einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus - gewesen sein, die die ersten Landwehrforscher im 19. Jahrhundert häufig zu der Annahme verführten, eine in ihrem Ort gefundene Landwehr sei römischen Ursprung. Dementsprechend waren die ersten hobbywissenschaftlichen Beiträge in den lokalhistorischen Reihenwerken gespickt mit Vermutungen, Fehlinterpretationen und Übertreibungen. Dennoch sind auch diese Beiträge eine gewisse Hilfe bei der heutigen Landwehrforschung, denn diese Forscher hatten einen Vorteil: Sie konnten noch Anlagen in Augenschein nehmen und beschreiben, die durch den stetigen Flächenverbrauch seit Mitte des 19. Jahrhundert schon längst überbaut oder in Agrarflächen verwandelt worden sind. Die ernsthafte Geschichtswissenschaft behandelt das Thema auch eher stiefmütterlich, auch wenn im einzelnen archäologische Grabungen und vor allen Untersuchungen bei der Unterschutzstellung einzelner Relikte als Bodendenkmal vorgenommen wurden. Es erfolgt dankenswerterweise zur Zeit eine systematische Erforschung der Landwehren im Münsterland durch Dr. Cornelia Kneppe (Westfälisches Amt für Bodendenkmalpflege), die das Thema unter anderem in einer Broschüre und einem Buch auch einen allgemeineren Interessentenkreis nahebringt. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steile Hänge waren kein Hindernis beim Landwehrbau. Hier die Elberfelder Linie in Wuppertal vom Marscheider Bach den Steilhang auf den Gipfel des Steinbergs hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Oben auf dem Berg setzt sie sich als Doppelwall gut sichtbar im Wald Richtung Wuppertal-Herbringhausen fort]] Für einzelne Landwehren im Nordwestdeutschland gibt es Hinweise auf einen Bau im 13. bis 16. Jahrhundert, ein Zeitraum, der wohl generell der Hochzeit des Landwehrbaus entspricht. Erst im 12. Jahrhundert festigte sich im Grenzgebiet vom heutigem Rheinland und Westfalen die Territorialbildung - auch wenn sich schon ab dem 7. Jahrhundert fränkische Gaue oder sächsische, später fränkisch beherrschte Verwaltungsbezirke ausbildeten, die aber häufig durch kirchliche Grenzziehungen (Dekanate) festgelegt waren. Das Gebiet der Kirchspiele eines Dekanats wurde oft für deckungsgleiche weltliche Gerichtsbezirke genutzt, in denen der Gograf (Gaugraf) das Richteramt innehatte. Daraus entwickelten sich sowohl die westfälischen Freigrafschaften, als auch der umfangreiche Besitz der Kölner Erzbischöfe als Kurfürsten. Ab dem 12. Jahrhundert erhob der sich emanzipierende Dienstadel vermehrt eigene Ansprüche, sicherte sich mehr und mehr Besitz und etablierte sich schließlich als gleichrangig - Grafschaften und Herzogtümer entstanden und damit wachsende Ansprüche auf geschlossene Territorien. Hier wären insbesondere die späteren Herzöge von Berg und die Grafen von der Mark zu nennen. Das Ende des systematischen Landwehrbaus kann man gegen Ende 15. Jahrhunderts datieren, als in Folge des brutalen, wie überbordenden Fehdewesens 1495 der "Ewige Landfrieden" ausgerufen wurde. Nun war es den Adeligen bei harter Strafandrohung nicht mehr erlaubt zur Durchsetzung vermeintlicher und realer Ansprüche nach formloser Ansage durch den Fehdebrief die Gehöfte und Städte des Nachbarn zu plündern und die Landwehren als Grenzsicherungen wurden dadurch nicht mehr essentiell benötigt. Auch machte die Militärtechnik in dieser Zeit, was sowohl Bewaffnung, als auch Strategie/Taktik angingt, rasante Fortschritte. Für ernst gemeinte massive Angriffe mit bewaffneten Truppen waren die Landwehren kein ernsthaftes Hindernis. Dennoch sind die Pflege und der Nutzen einer solchen Landwehr bis in das 18. Jahrhundert hinein beurkundet. [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|links|Auch hier ging es den Steilhang hoch. Diesmal die Elberfelder Landwehrlinie zwischen Hengsten und Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 04.jpg|mini|300px|Dieser Dreifachwall der Elberfelder Landwehr nahe dem Schießstand auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken in Wuppertal war zeitweise von dem Neubau einer JVA bedroht]] Die Denkmalbehörden und die Landespfleger zeigen sich zunehmend sensiblisiert für diese alten Erdwerke und die Zahl der Bodendenkmaleintragungen steigt. Die Landwehrforschung ist aber nach wie vor ein Wettlauf gegen die Zeit. Bei Verkehrswegebauprojekten, Erschließung neuer Gewerbe- und Siedlungsgebieten oder sonstigen flächenverbrauchenden Vorhaben schwinden Tat für Tag ein weitere Stücke dieser Anlagen. Meist sind die Reste dieser Erdwerke sowieso nur noch in Wäldern vorhanden. Hier ist die moderne Waldbewirtschaftung mit Abstand der größte Feind. In Unkenntnis oder Ignoranz werden selbst unter Schutz gestellte Teile bei Waldarbeiten zerstört, sowohl von Privatwaldbesitzern als auch von der öffenlichen Hand. Wenn ein Fichtenwald mit den sogenannten Harvestern und anderen schweren Waldmaschinen abgerntet wird und zum Abtransport des Holzes durch Sattelschlepper breite Wege in den Wald geschlagen werden, dann haben die verbleibenden Erdwerke in diesem Wald kaum noch eine Überlebenschance. Der Orkan Kyrill hat im Januar 2007 nicht nur Wälder zerstört, sondern bei den Aufräumarbeiten wurde so mancher Landwehrgraben verfüllt und Wall mit den Waldmaschinen zerstört. Hier wäre eine Sensibilisierung der Ausführenden wünschenswert, damit uns die wenigen Spuren mittelalterlichen Lebens erhalten bleiben. Es würde ja heutzutage - um den Bogen zum Anfang dieser Einführung wieder zu spannen - ohne Proteste ja auch keiner hinnehmen, dass einfach eine mittelalterliche Ritterburg abgerissen würde ... ad59df90aee7eea328c7c448235437197d6968dd 25 15 2013-12-31T00:07:05Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini]] <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Landwehren, was ist das? </big></span> Landwehren gehören erstaunlicherweise zu den eher unbekannten Einrichtungen aus dem Mittelalter. Während jedes Kind Ritterburgen kennt und der Interessierte wohl auch die eine oder andere, weniger romantisierte früh- oder hochmittelalterliche Ringwallanlage zu benennen vermag, so ist die Existenz der großräumig angelegten Landwehren nur sehr wenigen bewusst. Dabei waren diese (Grenz-) Sicherungsbauwerke im ganzen Bereich des heutigen Deutschlands seit dem Hochmittelalter eine alltägliche Einrichtung und noch heute finden sich mehr oder weniger gut sichtbare Spuren. Ein einfaches Indiz sind die Orts-, Flur- und Straßennamen wie ''(Am) Schlagbaum'', ''(An, Auf, Hinter, Vor der) Landwehr'', ''Dorn, Dörner, Dörnen'', ''Landfer'' ''Landwehrbusch'', ''Landwehrfeld'', ''Landwehrwiese'', ''Vor dem Baum'', ''Vorm Baum'', ''Lante'', ''Lanfert'', ''Laak'', ''Lachbaum'', ''Hölzerne Klinke'', ''(Am) Knick'', ''(Am) Grengel'' usw., die fast immer auf eines der alten Bauwerke hindeuten. Zahlreiche weitere Toponyme, die im einzelnen noch zu erläutern sind, weisen auch nach hunderten von Jahren als Flur- oder Ortsnamen auf eine nahe Landwehr oder eines ihrer integralen Bestandteile hin. Zur Verwirrung führt vielleicht die Tatsache, dass es hauptsächlich im 19. Jahrhundert auch militärische Verbände namens Landwehr gegeben hat. Wir beschäftigen uns hier aber ausschließlich mit den als Landwehr, Landgraben, Landhege, Landhecke, Landhagen, Lantert, Stadtgraben, Stadthege oder auch Stadthagen bezeichneten Bauwerken und dies zunächst speziell in dem Bereich des historischen Herzogtums Berg, dem heutigen Bergischen Land, das für den Landwehrforscher recht ergiebig ist. Der Schutzzweck ergab sich aus der mittelalterlichen Form der Kriegsführung, der Fehde. Konflikte zwischen Territorialherrscher wurden seltener mit massiven Truppeneinsatz in offenen Feldschlachten ausgetragen, üblich waren eher schnelle Vorstöße kleinerer berittener Gruppen, die in das Nachbarterrritorien einfielen und dort soviele Bauernhöfe wie möglich brandschatzten, die Ernte raubten oder vernichteten und das Vieh stahlen. Durch solche Aktionen wurde versucht dem Gegner die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen. Die Ernte fehlte, der Landesherr musste den Wiederaufbau leisten und die überlebenden Hörigen anschließend bis zu deren wirtschaftlichen Erholung versorgen, denn dies war seine Verpflichtung gegenüber den Leibeigenen als Gegenleistung für deren Fron-, Hand- und Spanndienste. Formal reichte die zeitnahe Überbringung des sogenannten Fehdebriefs, um diese Raubzüge zu legalisieren. Die mittelalterlichen Städte besaßen daher zum Schutz ihrer Bewohner meist eine Stadtmauer, die verläßlich die sich auf Fehde befindlichen Adeligen mit ihren Hilfstruppen, sowie sonstige vagabundierende, brandschatzende Räuber- und Mörderbanden (der Übergang zwischen beiden Gruppen war fließend und sie besaßen den gleichen verheerenden Effekt auf die Bevölkerung) auf Abstand hielt. Die Landbevölkerung dagegen, deren einzelne Gehöfte, wenn auch in Bauern- oder Honschaften organisiert, weit in der Landschaft verteilt waren, besaßen solch einen starken passiven Schutz zunächst nicht. Mit dem Aufkommen von Territorien im Hochmittelalter und des Fehdewesens sorgten aber die Territorialherrscher, meist Grafen, Herzöge oder Kirchenfürsten, systematisch für die Absicherung ihrer ländlichen Gebiete und Rechtsbezirke gegenüber dem häufig nicht wohlgesonnenen Nachbarn: Sie legten ''Lantweeren'' an. [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|links|Rest des Walls der Elberfelder Landwehr bei der Blombachtalbrücke in Wuppertal]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|Buchenrain auf der Elberfelder Landwehr bei Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg. Die Geländestufe ist der Rest des Landwehrwalls. Ob der heutige Bewuchs ein über Jahrhunderte gepflegter Rest des Gebücks ist, ist aber fraglich]] Landwehren waren meist langläufige, im Einzelfall mehr als hundert Kilometer lange Befestigungslinien entlang den Grenzen mittelalterlicher Rechtsbezirke, Kirchspiele, Ämtern, Bauernschaften, Gehöften und/oder Territorien. Sie bestanden in der Regel aus einem oder mehreren mehrere Meter hohen Wällen. Davor, dahinter und dazwischen befanden sich tiefe Gräben, aus deren Aushub die Wälle aufgeschüttet wurden. Im flachen Land waren die Gräben auch mit Wasser gefüllt, teilweise wurden auch natürliche Fließgewässer verwendet oder umgestaltet. Wo es ging, wurden natürliche Bachläufe oder sonstige Geländemerkmale wie Hänge, Siepen oder Felsen als sogenanntes Annäherungshindernis an die Landwehr ausgenutzt. So wurde sie z.B. im oberen Bereichen eines Hangs angelegt, damit eine Annäherung aus dem Tal durch den Aufstieg erschwert wurde. Gleiches gilt auch für Wasserläufe, die zuerst überwunden werden mussten, bevor die dahinter stehende Landwehr erreicht werden konnte. Der Verlauf einer Landwehr richtete sich so meist nicht nach einer auf dem Reissbrett definierten Linie, sondern nach den vorteilhaften natürlichen Gegebenheiten. Diese für Pferde und gestohlenes Vieh nur sehr unwillig überwindbare Wall-Graben-Systeme waren aber nicht das Haupthindernis einer Landwehr. Dieses bestand in einer Einrichtung, die auch Gartenbesitzer als Einfriedung ihre Grundstückes noch heute gerne verwenden: Eine Hecke. Der Kern dieser Hecke bestand meist aus Buchen, die ein Stück wachsen gelassen wurden und dann mit der Spitze zur Erde gebogen und eingegraben wurden - das sogenannte Gebück. Die Spitzen bildeten Wurzeln und es entstand ein "Skelett" aus knorrigen Buchenholz. Zwischen diesem Skelett wurde Dornengestrüpp gesetzt, meist Schwarz- oder Weißdorn, Heckenrosen, Brombeeren oder auch Ilex - das sogenannte Gedörn. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 01.jpg|mini|400px|links|Die Fortsetzung der Elberfelder Landwehr im Grenzgebiet von Radevormwald und Ennepetal als gut ausgeprägter Dreifachwall]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 04.jpg|mini|400px|Der vermutlich um das Jahr 1300 aufgeschüttete Wall erreicht noch heute trotz Erosion eine Höhe von über einen Meter]] Diese Hecke aus "Verbundmaterial" (festes Holzskelett und dichtes Dornengestrüpp) konnte bis zu 20 Meter breit werden und wurde neben oder auf den Wällen gepflanzt. Die Hecke war bei guter Pflege nahezu undurchdringlich und bot so den Schutz, den eine Mauer einer Stadt bot. Wie man sich leicht vorstellen kann, war die Anlage einer Landwehr eine sorgfältig geplante, langfristige Angelegenheit: Erst nach ca. 10 Jahren intensiver Pflege (Hege) war die Landwehr so dicht und hoch bewachsen, wie es für den Schutzzweck notwendig war. War ihre Anlage beschlossen, so mussten die ortsansässigen Bauern die Anlage und Pflege im Rahmen ihrer Dienstpflicht (Hand- und Spanndienste) gegenüber ihrem Landesherrn übernehmen. Wer sich die teils Kilometer langen heute noch erhaltenen Wall-Graben-Systeme betrachtet, kann sich leicht die Mühe vorstellen, die es gekostet haben wird, diese Erdbewegungen mit hölzernen Hacken, Spaten und Schaufeln vorzunehmen. Dennoch wird der Bau von der bäuerlichen Bevölkerung wohl nicht nur als Belastung gesehen worden sein, denn die Landwehr war gerade in unsicheren Grenzbereichen ein effizienter Schutz für ihr Leib, Leben und Eigentum. Eine Landwehr war, wie oben schon erwähnt, häufig eine Grenzsicherung - der Begriff ist allerdings keinesfalls streng auszulegen. Landwehren markierten oft (aber nicht ausschließlich) Grenzen, dienten aber immer der Sicherung eines Objekts (z.B. Straßen, Siedlungen) oder Gebietes auch ohne dass es eine dazugehörige Grenze gab. Sie folgten oft einer Grenze, waren aber nicht eine solche, sondern verliefen unter Ausnutzung von Geländevorteilen nach hinten zurückgenommen parallel zu ihr. Wenn heute ein historischer Landwehrverlauf mit einer konkreten kommunalen Grenze identisch ist, dann liegt das meist daran, dass für die Definition dieser "modernen" Verwaltungsgrenzen in der späten Neuzeit der Landwehrverlauf als sich anbietend einfach übernommen wurde. Dennoch gilt: Erst durch die Kenntnis historischer Grenzen erschließt sich der Verlauf einer gebietsschützenden Landwehr. Man ist oft erstaunt, wie gut sich mittelalterliche Grenzen bis in die heutige Zeit erhalten haben. Vor tausend Jahren beispielsweise Kirchspielgrenze, heute eine deckungsgleiche Stadt- oder Stadtteilgrenze. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 11.jpg|mini|400px|links|Dreifachwall am Freebach in Radevormwald. So stark befestigt waren die Landwehren nur bei den Durchgängen von bedeutenden Altstraßen. In diesem Fall die heutige B483 zwischen den Orten Ennepetal-Schlagbaum (sic!) und Radevormwald-Landwehr (sic!)]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|Auch auf dem Paulsberg bei Wuppertal-Herbringhausen befindet sich ein Doppelwall. Der Graben zwischen den Wällen ist schon fast vollständig verfüllt. Auf beiden Wällen wachsen wie fast immer Bäume. Werden diese durch die moderne Waldwirtschaft gefällt, erleiden die Erdwerke oft große Schäden.]] Landwehren dienten auch dem fiskalischen Interessen der Territorialherrscher, denn sie verhinderten das unkontrollierte Betreten des Landes auch derjenigen Leute, die nichts Böses im Schilde führten. Die Durchgänge durch eine Landwehr an den alten Handels-, Pilger- und/oder Heerwegen waren mit Schlagbäumen gesichert, an denen Personen und Waren kontrolliert und Zoll erhoben wurde. Daneben dienten sie auch der Kontrolle des Weideviehs, das so nicht zur Freude des Nachbarn den Rechtsbezirk verlassen konnte. Eine weitere, später wohl dankbar angenommene Nutzungsmöglichkeit bestand z.B. in der Wolfs- oder Bärenjad, wo die Landwehr die Fluchtmöglichkeit des gejagten Tieres beschränkte und zu einer vorbereiteten Falle leitete. Man beachte in diesem Zusammenhang die Einrichtung von sogenannten Bären- oder Wolfskuhlen, die häufig an Landwehren angelegt wurden. Vermutlich trat der Nutzen bei der "normalen" Jagd auf Wild ebenfalls zu Tage. Weitere Formen waren wegbegegleitende Landwehren, Höhensperren oder Städte und Gehöfte umgebende Landwehren. Wegbegleitende Landwehren erfüllten je nach Ort einen mehrfachen Zweck. Zum einen schützten sie Reisenden vor Wegelagerern, die sich in den Wäldern links und rechts der Straße verbergen konnten. Hauptsächlich schützte sie aber umgekehrt Siedlungsplätze vor Reisenden, die keine friedliche Dinge im Sinn hatten oder eine gute Gelegenheit zum beiläufigen Plündern, Rauben und Brandschatzen zu nutzen wussten. Auch neigten Altstraßen dazu sich im mehreren parallelen Trassen durch das Gelände zu ziehen, meist an Steigungen, wo sich rasch Hohlwegbündel ausbildeten, deren einzelne Äste je nach Passierbarkeit abwechselnd genutzt wurden. Die Landwehr sorgte hier dafür, dass die Straße von den Siedlungsplätzen fern blieb. Deren bester Schutz lag ja darin, gar nicht erst von durchreisenden Banden oder militärischen Verbänden wahrgenommen zu werden. Ein Stück weit vor Landwehrdurchgängen (Schlagbäumen) begleiteten Landwehren ebenfalls Straßen, kanalisierten so den Verkehr zu der Kontrollstelle und verhinderten das Umgehen einer solchen zumindest für Fuhrwerke. Häufige Formen sind Höhensperren, die in bestimmten Regionen auch Grengel genannt wurden. Eine Altstraße verlief meistens auf Höhenzügen, da die Täler mit ihren Wasserläufen und Auen oft morastig und somit unpassierbar waren. So verliefen die meisten Altstraßen auf den Höhen und stiegen nur dann in ein Tal ab, um es zur gegenüberliegenden Höhe hin schnell zu queren. Zur Kontrolle des Verkehrs auf einer derartigen Höhenstraße, wurde häufig von dem links des Höhenzugs gelegenen Seitental eine Landwehr hinauf zur Straße angelegt, die dort nur den Durchlass frei ließ und dann wieder auf der anderen Straßenseite in das rechte Seitental hinabführte. Auch hier gab es keine Möglichkeit für Fuhrwerke die Kontrollstelle zu umgehen, ein Ausweichen in die Täler war wegen den morastigen Bodenverhältnissen so gut wie ausgeschlossen. Der umgekehrte Fall, eine Landwehr als Talsperre, ist als Letzi besonders im Schweizer Raum bekannt. Auch hier wurde der Durchgang zwischen zwei Bergen (Pass) verhindert oder auf einen zentralen Durchlass kanalisiert. Auch Städte besaßen vor der Stadtmauer eine Landwehr, der Stadthagen, der sie und die zur Stadt gehörigen Gemarkungen großräumig umschloss - auch dazu später mehr. Wann der systematische Landwehrbau begonnen wurde, ist unklar. Es existieren dafür, dass eine Landwehr im Bewusstsein des mittelalterlichen Lebens allgegenwärtig war, erstaunlicherweise nur wenige mittelalterliche Quellen über den Bau und die Erhaltungsmaßnahmen. Es ist aber anzunehmen, dass schon in der Antike eine solche Einrichtung in Germanien bekannt war. Tacitus beschreibt z.B. im Jahre 16 n.Chr. den Angrivarierwall der die Gebiete der germanischen Volksstämme der Angrivarier von denen der Cheruskern trennte. Als bekannteste Landwehr auf deutschen Boden dürften die unterschiedlichen Linien des römischen Limes gelten, der in seiner Bauausführung und Elementen mit einer mitelalterlichen Landwehr eine große Übereinstimmung besitzt. Auch der Zweck als eine Grenzsicherung gegenüber den benachbarten Gebiet und als Möglichkeit die unkontrollierte Einreise zu verhindern ist vergleichbar. [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|links|(Vermutliche) Reste eines Gebücks bei Wuppertal-Herbringhausen. Gut erkennbar die knorrige Gehölzform, die auf den manipulierten Wuchs hinweist]] [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|Die Elberfelder Landwehr setzt sich bis tief in das Oberbergische Land fort, hier im Neyetal auf dem Abschnitt Kottmannshausen - Krommenohl]] Es mag diese Ähnlichkeit - gepaart mit einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus - gewesen sein, die die ersten Landwehrforscher im 19. Jahrhundert häufig zu der Annahme verführten, eine in ihrem Ort gefundene Landwehr sei römischen Ursprung. Dementsprechend waren die ersten hobbywissenschaftlichen Beiträge in den lokalhistorischen Reihenwerken gespickt mit Vermutungen, Fehlinterpretationen und Übertreibungen. Dennoch sind auch diese Beiträge eine gewisse Hilfe bei der heutigen Landwehrforschung, denn diese Forscher hatten einen Vorteil: Sie konnten noch Anlagen in Augenschein nehmen und beschreiben, die durch den stetigen Flächenverbrauch seit Mitte des 19. Jahrhundert schon längst überbaut oder in Agrarflächen verwandelt worden sind. Die ernsthafte Geschichtswissenschaft behandelt das Thema auch eher stiefmütterlich, auch wenn im einzelnen archäologische Grabungen und vor allen Untersuchungen bei der Unterschutzstellung einzelner Relikte als Bodendenkmal vorgenommen wurden. Es erfolgt dankenswerterweise zur Zeit eine systematische Erforschung der Landwehren im Münsterland durch Dr. Cornelia Kneppe (Westfälisches Amt für Bodendenkmalpflege), die das Thema unter anderem in einer Broschüre und einem Buch auch einen allgemeineren Interessentenkreis nahebringt. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steile Hänge waren kein Hindernis beim Landwehrbau. Hier die Elberfelder Linie in Wuppertal vom Marscheider Bach den Steilhang auf den Gipfel des Steinbergs hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Oben auf dem Berg setzt sie sich als Doppelwall gut sichtbar im Wald Richtung Wuppertal-Herbringhausen fort]] Für einzelne Landwehren im Nordwestdeutschland gibt es Hinweise auf einen Bau im 13. bis 16. Jahrhundert, ein Zeitraum, der wohl generell der Hochzeit des Landwehrbaus entspricht. Erst im 12. Jahrhundert festigte sich im Grenzgebiet vom heutigem Rheinland und Westfalen die Territorialbildung - auch wenn sich schon ab dem 7. Jahrhundert fränkische Gaue oder sächsische, später fränkisch beherrschte Verwaltungsbezirke ausbildeten, die aber häufig durch kirchliche Grenzziehungen (Dekanate) festgelegt waren. Das Gebiet der Kirchspiele eines Dekanats wurde oft für deckungsgleiche weltliche Gerichtsbezirke genutzt, in denen der Gograf (Gaugraf) das Richteramt innehatte. Daraus entwickelten sich sowohl die westfälischen Freigrafschaften, als auch der umfangreiche Besitz der Kölner Erzbischöfe als Kurfürsten. Ab dem 12. Jahrhundert erhob der sich emanzipierende Dienstadel vermehrt eigene Ansprüche, sicherte sich mehr und mehr Besitz und etablierte sich schließlich als gleichrangig - Grafschaften und Herzogtümer entstanden und damit wachsende Ansprüche auf geschlossene Territorien. Hier wären insbesondere die späteren Herzöge von Berg und die Grafen von der Mark zu nennen. Das Ende des systematischen Landwehrbaus kann man gegen Ende 15. Jahrhunderts datieren, als in Folge des brutalen, wie überbordenden Fehdewesens 1495 der "Ewige Landfrieden" ausgerufen wurde. Nun war es den Adeligen bei harter Strafandrohung nicht mehr erlaubt zur Durchsetzung vermeintlicher und realer Ansprüche nach formloser Ansage durch den Fehdebrief die Gehöfte und Städte des Nachbarn zu plündern und die Landwehren als Grenzsicherungen wurden dadurch nicht mehr essentiell benötigt. Auch machte die Militärtechnik in dieser Zeit, was sowohl Bewaffnung, als auch Strategie/Taktik angingt, rasante Fortschritte. Für ernst gemeinte massive Angriffe mit bewaffneten Truppen waren die Landwehren kein ernsthaftes Hindernis. Dennoch sind die Pflege und der Nutzen einer solchen Landwehr bis in das 18. Jahrhundert hinein beurkundet. [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|links|Auch hier ging es den Steilhang hoch. Diesmal die Elberfelder Landwehrlinie zwischen Hengsten und Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 04.jpg|mini|300px|Dieser Dreifachwall der Elberfelder Landwehr nahe dem Schießstand auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken in Wuppertal war zeitweise von dem Neubau einer JVA bedroht]] Die Denkmalbehörden und die Landespfleger zeigen sich zunehmend sensiblisiert für diese alten Erdwerke und die Zahl der Bodendenkmaleintragungen steigt. Die Landwehrforschung ist aber nach wie vor ein Wettlauf gegen die Zeit. Bei Verkehrswegebauprojekten, Erschließung neuer Gewerbe- und Siedlungsgebieten oder sonstigen flächenverbrauchenden Vorhaben schwinden Tat für Tag ein weitere Stücke dieser Anlagen. Meist sind die Reste dieser Erdwerke sowieso nur noch in Wäldern vorhanden. Hier ist die moderne Waldbewirtschaftung mit Abstand der größte Feind. In Unkenntnis oder Ignoranz werden selbst unter Schutz gestellte Teile bei Waldarbeiten zerstört, sowohl von Privatwaldbesitzern als auch von der öffenlichen Hand. Wenn ein Fichtenwald mit den sogenannten Harvestern und anderen schweren Waldmaschinen abgerntet wird und zum Abtransport des Holzes durch Sattelschlepper breite Wege in den Wald geschlagen werden, dann haben die verbleibenden Erdwerke in diesem Wald kaum noch eine Überlebenschance. Der Orkan Kyrill hat im Januar 2007 nicht nur Wälder zerstört, sondern bei den Aufräumarbeiten wurde so mancher Landwehrgraben verfüllt und Wall mit den Waldmaschinen zerstört. Hier wäre eine Sensibilisierung der Ausführenden wünschenswert, damit uns die wenigen Spuren mittelalterlichen Lebens erhalten bleiben. Es würde ja heutzutage - um den Bogen zum Anfang dieser Einführung wieder zu spannen - ohne Proteste ja auch keiner hinnehmen, dass einfach eine mittelalterliche Ritterburg abgerissen würde ... </div> 73fcc24e9a63a9f4cb5b03981725795f967f5fd8 26 25 2013-12-31T00:08:19Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Landwehren, was ist das? </big></span> Landwehren gehören erstaunlicherweise zu den eher unbekannten Einrichtungen aus dem Mittelalter. Während jedes Kind Ritterburgen kennt und der Interessierte wohl auch die eine oder andere, weniger romantisierte früh- oder hochmittelalterliche Ringwallanlage zu benennen vermag, so ist die Existenz der großräumig angelegten Landwehren nur sehr wenigen bewusst. Dabei waren diese (Grenz-) Sicherungsbauwerke im ganzen Bereich des heutigen Deutschlands seit dem Hochmittelalter eine alltägliche Einrichtung und noch heute finden sich mehr oder weniger gut sichtbare Spuren. Ein einfaches Indiz sind die Orts-, Flur- und Straßennamen wie ''(Am) Schlagbaum'', ''(An, Auf, Hinter, Vor der) Landwehr'', ''Dorn, Dörner, Dörnen'', ''Landfer'' ''Landwehrbusch'', ''Landwehrfeld'', ''Landwehrwiese'', ''Vor dem Baum'', ''Vorm Baum'', ''Lante'', ''Lanfert'', ''Laak'', ''Lachbaum'', ''Hölzerne Klinke'', ''(Am) Knick'', ''(Am) Grengel'' usw., die fast immer auf eines der alten Bauwerke hindeuten. Zahlreiche weitere Toponyme, die im einzelnen noch zu erläutern sind, weisen auch nach hunderten von Jahren als Flur- oder Ortsnamen auf eine nahe Landwehr oder eines ihrer integralen Bestandteile hin. Zur Verwirrung führt vielleicht die Tatsache, dass es hauptsächlich im 19. Jahrhundert auch militärische Verbände namens Landwehr gegeben hat. Wir beschäftigen uns hier aber ausschließlich mit den als Landwehr, Landgraben, Landhege, Landhecke, Landhagen, Lantert, Stadtgraben, Stadthege oder auch Stadthagen bezeichneten Bauwerken und dies zunächst speziell in dem Bereich des historischen Herzogtums Berg, dem heutigen Bergischen Land, das für den Landwehrforscher recht ergiebig ist. Der Schutzzweck ergab sich aus der mittelalterlichen Form der Kriegsführung, der Fehde. Konflikte zwischen Territorialherrscher wurden seltener mit massiven Truppeneinsatz in offenen Feldschlachten ausgetragen, üblich waren eher schnelle Vorstöße kleinerer berittener Gruppen, die in das Nachbarterrritorien einfielen und dort soviele Bauernhöfe wie möglich brandschatzten, die Ernte raubten oder vernichteten und das Vieh stahlen. Durch solche Aktionen wurde versucht dem Gegner die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen. Die Ernte fehlte, der Landesherr musste den Wiederaufbau leisten und die überlebenden Hörigen anschließend bis zu deren wirtschaftlichen Erholung versorgen, denn dies war seine Verpflichtung gegenüber den Leibeigenen als Gegenleistung für deren Fron-, Hand- und Spanndienste. Formal reichte die zeitnahe Überbringung des sogenannten Fehdebriefs, um diese Raubzüge zu legalisieren. Die mittelalterlichen Städte besaßen daher zum Schutz ihrer Bewohner meist eine Stadtmauer, die verläßlich die sich auf Fehde befindlichen Adeligen mit ihren Hilfstruppen, sowie sonstige vagabundierende, brandschatzende Räuber- und Mörderbanden (der Übergang zwischen beiden Gruppen war fließend und sie besaßen den gleichen verheerenden Effekt auf die Bevölkerung) auf Abstand hielt. Die Landbevölkerung dagegen, deren einzelne Gehöfte, wenn auch in Bauern- oder Honschaften organisiert, weit in der Landschaft verteilt waren, besaßen solch einen starken passiven Schutz zunächst nicht. Mit dem Aufkommen von Territorien im Hochmittelalter und des Fehdewesens sorgten aber die Territorialherrscher, meist Grafen, Herzöge oder Kirchenfürsten, systematisch für die Absicherung ihrer ländlichen Gebiete und Rechtsbezirke gegenüber dem häufig nicht wohlgesonnenen Nachbarn: Sie legten ''Lantweeren'' an. [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|links|Rest des Walls der Elberfelder Landwehr bei der Blombachtalbrücke in Wuppertal]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|Buchenrain auf der Elberfelder Landwehr bei Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg. Die Geländestufe ist der Rest des Landwehrwalls. Ob der heutige Bewuchs ein über Jahrhunderte gepflegter Rest des Gebücks ist, ist aber fraglich]] Landwehren waren meist langläufige, im Einzelfall mehr als hundert Kilometer lange Befestigungslinien entlang den Grenzen mittelalterlicher Rechtsbezirke, Kirchspiele, Ämtern, Bauernschaften, Gehöften und/oder Territorien. Sie bestanden in der Regel aus einem oder mehreren mehrere Meter hohen Wällen. Davor, dahinter und dazwischen befanden sich tiefe Gräben, aus deren Aushub die Wälle aufgeschüttet wurden. Im flachen Land waren die Gräben auch mit Wasser gefüllt, teilweise wurden auch natürliche Fließgewässer verwendet oder umgestaltet. Wo es ging, wurden natürliche Bachläufe oder sonstige Geländemerkmale wie Hänge, Siepen oder Felsen als sogenanntes Annäherungshindernis an die Landwehr ausgenutzt. So wurde sie z.B. im oberen Bereichen eines Hangs angelegt, damit eine Annäherung aus dem Tal durch den Aufstieg erschwert wurde. Gleiches gilt auch für Wasserläufe, die zuerst überwunden werden mussten, bevor die dahinter stehende Landwehr erreicht werden konnte. Der Verlauf einer Landwehr richtete sich so meist nicht nach einer auf dem Reissbrett definierten Linie, sondern nach den vorteilhaften natürlichen Gegebenheiten. Diese für Pferde und gestohlenes Vieh nur sehr unwillig überwindbare Wall-Graben-Systeme waren aber nicht das Haupthindernis einer Landwehr. Dieses bestand in einer Einrichtung, die auch Gartenbesitzer als Einfriedung ihre Grundstückes noch heute gerne verwenden: Eine Hecke. Der Kern dieser Hecke bestand meist aus Buchen, die ein Stück wachsen gelassen wurden und dann mit der Spitze zur Erde gebogen und eingegraben wurden - das sogenannte Gebück. Die Spitzen bildeten Wurzeln und es entstand ein "Skelett" aus knorrigen Buchenholz. Zwischen diesem Skelett wurde Dornengestrüpp gesetzt, meist Schwarz- oder Weißdorn, Heckenrosen, Brombeeren oder auch Ilex - das sogenannte Gedörn. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 01.jpg|mini|400px|links|Die Fortsetzung der Elberfelder Landwehr im Grenzgebiet von Radevormwald und Ennepetal als gut ausgeprägter Dreifachwall]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 04.jpg|mini|400px|Der vermutlich um das Jahr 1300 aufgeschüttete Wall erreicht noch heute trotz Erosion eine Höhe von über einen Meter]] Diese Hecke aus "Verbundmaterial" (festes Holzskelett und dichtes Dornengestrüpp) konnte bis zu 20 Meter breit werden und wurde neben oder auf den Wällen gepflanzt. Die Hecke war bei guter Pflege nahezu undurchdringlich und bot so den Schutz, den eine Mauer einer Stadt bot. Wie man sich leicht vorstellen kann, war die Anlage einer Landwehr eine sorgfältig geplante, langfristige Angelegenheit: Erst nach ca. 10 Jahren intensiver Pflege (Hege) war die Landwehr so dicht und hoch bewachsen, wie es für den Schutzzweck notwendig war. War ihre Anlage beschlossen, so mussten die ortsansässigen Bauern die Anlage und Pflege im Rahmen ihrer Dienstpflicht (Hand- und Spanndienste) gegenüber ihrem Landesherrn übernehmen. Wer sich die teils Kilometer langen heute noch erhaltenen Wall-Graben-Systeme betrachtet, kann sich leicht die Mühe vorstellen, die es gekostet haben wird, diese Erdbewegungen mit hölzernen Hacken, Spaten und Schaufeln vorzunehmen. Dennoch wird der Bau von der bäuerlichen Bevölkerung wohl nicht nur als Belastung gesehen worden sein, denn die Landwehr war gerade in unsicheren Grenzbereichen ein effizienter Schutz für ihr Leib, Leben und Eigentum. Eine Landwehr war, wie oben schon erwähnt, häufig eine Grenzsicherung - der Begriff ist allerdings keinesfalls streng auszulegen. Landwehren markierten oft (aber nicht ausschließlich) Grenzen, dienten aber immer der Sicherung eines Objekts (z.B. Straßen, Siedlungen) oder Gebietes auch ohne dass es eine dazugehörige Grenze gab. Sie folgten oft einer Grenze, waren aber nicht eine solche, sondern verliefen unter Ausnutzung von Geländevorteilen nach hinten zurückgenommen parallel zu ihr. Wenn heute ein historischer Landwehrverlauf mit einer konkreten kommunalen Grenze identisch ist, dann liegt das meist daran, dass für die Definition dieser "modernen" Verwaltungsgrenzen in der späten Neuzeit der Landwehrverlauf als sich anbietend einfach übernommen wurde. Dennoch gilt: Erst durch die Kenntnis historischer Grenzen erschließt sich der Verlauf einer gebietsschützenden Landwehr. Man ist oft erstaunt, wie gut sich mittelalterliche Grenzen bis in die heutige Zeit erhalten haben. Vor tausend Jahren beispielsweise Kirchspielgrenze, heute eine deckungsgleiche Stadt- oder Stadtteilgrenze. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 11.jpg|mini|400px|links|Dreifachwall am Freebach in Radevormwald. So stark befestigt waren die Landwehren nur bei den Durchgängen von bedeutenden Altstraßen. In diesem Fall die heutige B483 zwischen den Orten Ennepetal-Schlagbaum (sic!) und Radevormwald-Landwehr (sic!)]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|Auch auf dem Paulsberg bei Wuppertal-Herbringhausen befindet sich ein Doppelwall. Der Graben zwischen den Wällen ist schon fast vollständig verfüllt. Auf beiden Wällen wachsen wie fast immer Bäume. Werden diese durch die moderne Waldwirtschaft gefällt, erleiden die Erdwerke oft große Schäden.]] Landwehren dienten auch dem fiskalischen Interessen der Territorialherrscher, denn sie verhinderten das unkontrollierte Betreten des Landes auch derjenigen Leute, die nichts Böses im Schilde führten. Die Durchgänge durch eine Landwehr an den alten Handels-, Pilger- und/oder Heerwegen waren mit Schlagbäumen gesichert, an denen Personen und Waren kontrolliert und Zoll erhoben wurde. Daneben dienten sie auch der Kontrolle des Weideviehs, das so nicht zur Freude des Nachbarn den Rechtsbezirk verlassen konnte. Eine weitere, später wohl dankbar angenommene Nutzungsmöglichkeit bestand z.B. in der Wolfs- oder Bärenjad, wo die Landwehr die Fluchtmöglichkeit des gejagten Tieres beschränkte und zu einer vorbereiteten Falle leitete. Man beachte in diesem Zusammenhang die Einrichtung von sogenannten Bären- oder Wolfskuhlen, die häufig an Landwehren angelegt wurden. Vermutlich trat der Nutzen bei der "normalen" Jagd auf Wild ebenfalls zu Tage. Weitere Formen waren wegbegegleitende Landwehren, Höhensperren oder Städte und Gehöfte umgebende Landwehren. Wegbegleitende Landwehren erfüllten je nach Ort einen mehrfachen Zweck. Zum einen schützten sie Reisenden vor Wegelagerern, die sich in den Wäldern links und rechts der Straße verbergen konnten. Hauptsächlich schützte sie aber umgekehrt Siedlungsplätze vor Reisenden, die keine friedliche Dinge im Sinn hatten oder eine gute Gelegenheit zum beiläufigen Plündern, Rauben und Brandschatzen zu nutzen wussten. Auch neigten Altstraßen dazu sich im mehreren parallelen Trassen durch das Gelände zu ziehen, meist an Steigungen, wo sich rasch Hohlwegbündel ausbildeten, deren einzelne Äste je nach Passierbarkeit abwechselnd genutzt wurden. Die Landwehr sorgte hier dafür, dass die Straße von den Siedlungsplätzen fern blieb. Deren bester Schutz lag ja darin, gar nicht erst von durchreisenden Banden oder militärischen Verbänden wahrgenommen zu werden. Ein Stück weit vor Landwehrdurchgängen (Schlagbäumen) begleiteten Landwehren ebenfalls Straßen, kanalisierten so den Verkehr zu der Kontrollstelle und verhinderten das Umgehen einer solchen zumindest für Fuhrwerke. Häufige Formen sind Höhensperren, die in bestimmten Regionen auch Grengel genannt wurden. Eine Altstraße verlief meistens auf Höhenzügen, da die Täler mit ihren Wasserläufen und Auen oft morastig und somit unpassierbar waren. So verliefen die meisten Altstraßen auf den Höhen und stiegen nur dann in ein Tal ab, um es zur gegenüberliegenden Höhe hin schnell zu queren. Zur Kontrolle des Verkehrs auf einer derartigen Höhenstraße, wurde häufig von dem links des Höhenzugs gelegenen Seitental eine Landwehr hinauf zur Straße angelegt, die dort nur den Durchlass frei ließ und dann wieder auf der anderen Straßenseite in das rechte Seitental hinabführte. Auch hier gab es keine Möglichkeit für Fuhrwerke die Kontrollstelle zu umgehen, ein Ausweichen in die Täler war wegen den morastigen Bodenverhältnissen so gut wie ausgeschlossen. Der umgekehrte Fall, eine Landwehr als Talsperre, ist als Letzi besonders im Schweizer Raum bekannt. Auch hier wurde der Durchgang zwischen zwei Bergen (Pass) verhindert oder auf einen zentralen Durchlass kanalisiert. Auch Städte besaßen vor der Stadtmauer eine Landwehr, der Stadthagen, der sie und die zur Stadt gehörigen Gemarkungen großräumig umschloss - auch dazu später mehr. Wann der systematische Landwehrbau begonnen wurde, ist unklar. Es existieren dafür, dass eine Landwehr im Bewusstsein des mittelalterlichen Lebens allgegenwärtig war, erstaunlicherweise nur wenige mittelalterliche Quellen über den Bau und die Erhaltungsmaßnahmen. Es ist aber anzunehmen, dass schon in der Antike eine solche Einrichtung in Germanien bekannt war. Tacitus beschreibt z.B. im Jahre 16 n.Chr. den Angrivarierwall der die Gebiete der germanischen Volksstämme der Angrivarier von denen der Cheruskern trennte. Als bekannteste Landwehr auf deutschen Boden dürften die unterschiedlichen Linien des römischen Limes gelten, der in seiner Bauausführung und Elementen mit einer mitelalterlichen Landwehr eine große Übereinstimmung besitzt. Auch der Zweck als eine Grenzsicherung gegenüber den benachbarten Gebiet und als Möglichkeit die unkontrollierte Einreise zu verhindern ist vergleichbar. [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|links|(Vermutliche) Reste eines Gebücks bei Wuppertal-Herbringhausen. Gut erkennbar die knorrige Gehölzform, die auf den manipulierten Wuchs hinweist]] [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|Die Elberfelder Landwehr setzt sich bis tief in das Oberbergische Land fort, hier im Neyetal auf dem Abschnitt Kottmannshausen - Krommenohl]] Es mag diese Ähnlichkeit - gepaart mit einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus - gewesen sein, die die ersten Landwehrforscher im 19. Jahrhundert häufig zu der Annahme verführten, eine in ihrem Ort gefundene Landwehr sei römischen Ursprung. Dementsprechend waren die ersten hobbywissenschaftlichen Beiträge in den lokalhistorischen Reihenwerken gespickt mit Vermutungen, Fehlinterpretationen und Übertreibungen. Dennoch sind auch diese Beiträge eine gewisse Hilfe bei der heutigen Landwehrforschung, denn diese Forscher hatten einen Vorteil: Sie konnten noch Anlagen in Augenschein nehmen und beschreiben, die durch den stetigen Flächenverbrauch seit Mitte des 19. Jahrhundert schon längst überbaut oder in Agrarflächen verwandelt worden sind. Die ernsthafte Geschichtswissenschaft behandelt das Thema auch eher stiefmütterlich, auch wenn im einzelnen archäologische Grabungen und vor allen Untersuchungen bei der Unterschutzstellung einzelner Relikte als Bodendenkmal vorgenommen wurden. Es erfolgt dankenswerterweise zur Zeit eine systematische Erforschung der Landwehren im Münsterland durch Dr. Cornelia Kneppe (Westfälisches Amt für Bodendenkmalpflege), die das Thema unter anderem in einer Broschüre und einem Buch auch einen allgemeineren Interessentenkreis nahebringt. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steile Hänge waren kein Hindernis beim Landwehrbau. Hier die Elberfelder Linie in Wuppertal vom Marscheider Bach den Steilhang auf den Gipfel des Steinbergs hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Oben auf dem Berg setzt sie sich als Doppelwall gut sichtbar im Wald Richtung Wuppertal-Herbringhausen fort]] Für einzelne Landwehren im Nordwestdeutschland gibt es Hinweise auf einen Bau im 13. bis 16. Jahrhundert, ein Zeitraum, der wohl generell der Hochzeit des Landwehrbaus entspricht. Erst im 12. Jahrhundert festigte sich im Grenzgebiet vom heutigem Rheinland und Westfalen die Territorialbildung - auch wenn sich schon ab dem 7. Jahrhundert fränkische Gaue oder sächsische, später fränkisch beherrschte Verwaltungsbezirke ausbildeten, die aber häufig durch kirchliche Grenzziehungen (Dekanate) festgelegt waren. Das Gebiet der Kirchspiele eines Dekanats wurde oft für deckungsgleiche weltliche Gerichtsbezirke genutzt, in denen der Gograf (Gaugraf) das Richteramt innehatte. Daraus entwickelten sich sowohl die westfälischen Freigrafschaften, als auch der umfangreiche Besitz der Kölner Erzbischöfe als Kurfürsten. Ab dem 12. Jahrhundert erhob der sich emanzipierende Dienstadel vermehrt eigene Ansprüche, sicherte sich mehr und mehr Besitz und etablierte sich schließlich als gleichrangig - Grafschaften und Herzogtümer entstanden und damit wachsende Ansprüche auf geschlossene Territorien. Hier wären insbesondere die späteren Herzöge von Berg und die Grafen von der Mark zu nennen. Das Ende des systematischen Landwehrbaus kann man gegen Ende 15. Jahrhunderts datieren, als in Folge des brutalen, wie überbordenden Fehdewesens 1495 der "Ewige Landfrieden" ausgerufen wurde. Nun war es den Adeligen bei harter Strafandrohung nicht mehr erlaubt zur Durchsetzung vermeintlicher und realer Ansprüche nach formloser Ansage durch den Fehdebrief die Gehöfte und Städte des Nachbarn zu plündern und die Landwehren als Grenzsicherungen wurden dadurch nicht mehr essentiell benötigt. Auch machte die Militärtechnik in dieser Zeit, was sowohl Bewaffnung, als auch Strategie/Taktik angingt, rasante Fortschritte. Für ernst gemeinte massive Angriffe mit bewaffneten Truppen waren die Landwehren kein ernsthaftes Hindernis. Dennoch sind die Pflege und der Nutzen einer solchen Landwehr bis in das 18. Jahrhundert hinein beurkundet. [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|links|Auch hier ging es den Steilhang hoch. Diesmal die Elberfelder Landwehrlinie zwischen Hengsten und Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 04.jpg|mini|300px|Dieser Dreifachwall der Elberfelder Landwehr nahe dem Schießstand auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken in Wuppertal war zeitweise von dem Neubau einer JVA bedroht]] Die Denkmalbehörden und die Landespfleger zeigen sich zunehmend sensiblisiert für diese alten Erdwerke und die Zahl der Bodendenkmaleintragungen steigt. Die Landwehrforschung ist aber nach wie vor ein Wettlauf gegen die Zeit. Bei Verkehrswegebauprojekten, Erschließung neuer Gewerbe- und Siedlungsgebieten oder sonstigen flächenverbrauchenden Vorhaben schwinden Tat für Tag ein weitere Stücke dieser Anlagen. Meist sind die Reste dieser Erdwerke sowieso nur noch in Wäldern vorhanden. Hier ist die moderne Waldbewirtschaftung mit Abstand der größte Feind. In Unkenntnis oder Ignoranz werden selbst unter Schutz gestellte Teile bei Waldarbeiten zerstört, sowohl von Privatwaldbesitzern als auch von der öffenlichen Hand. Wenn ein Fichtenwald mit den sogenannten Harvestern und anderen schweren Waldmaschinen abgerntet wird und zum Abtransport des Holzes durch Sattelschlepper breite Wege in den Wald geschlagen werden, dann haben die verbleibenden Erdwerke in diesem Wald kaum noch eine Überlebenschance. Der Orkan Kyrill hat im Januar 2007 nicht nur Wälder zerstört, sondern bei den Aufräumarbeiten wurde so mancher Landwehrgraben verfüllt und Wall mit den Waldmaschinen zerstört. Hier wäre eine Sensibilisierung der Ausführenden wünschenswert, damit uns die wenigen Spuren mittelalterlichen Lebens erhalten bleiben. Es würde ja heutzutage - um den Bogen zum Anfang dieser Einführung wieder zu spannen - ohne Proteste ja auch keiner hinnehmen, dass einfach eine mittelalterliche Ritterburg abgerissen würde ... </div> f607d54332ab615d488a37c30165221ce1e10a8a Landwehren im Bergischen Land 0 16 19 2013-12-30T18:48:17Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „=== Landwehren im Bergischen Land === Die heutige Region Bergisches Land geht auf den mittelalterlichen Herrschaftsbereich der Grafen und ab 1380 Herzöge von …“ wikitext text/x-wiki === Landwehren im Bergischen Land === Die heutige Region Bergisches Land geht auf den mittelalterlichen Herrschaftsbereich der Grafen und ab 1380 Herzöge von Berg hervor. Die bergischen Grafen, die zunächst von der Burg Altenberg in Odenthal (Burg Berge), dann von der Burg Neuenburg (das heutige Schloß Burg in Solingen) und danach von ihrer Residenz in Düsseldorf ihr Territorium regierten, gingen ab dem 11. Jahrhundert aus dem kirchlichen Dienstadel hervor. Sie stellten zunächst Vögte für kirchlichen und klösterlichen Besitz und verwalteten die spärlich besiedelten rechtsrheinischen Gebiete der Erzbischöfe von Köln (aufgrund des Kurfürstentums der Kölner Erzbischöfe auch kurkölnische Gebiete genannt) und der Werdener Abtei. Mit der Zeit nahmen sowohl ihr eigenes Herrschaftsgebiet, als auch ihre Machtstellung zu. Schon vor der Abspaltung der Seitenlinie der Grafen von der Mark im 12. Jahrhundert beherrschten sie den Kernbereich des heutigen Bergischen Landes selbst und streckten ihre Fühler in Richtung Ruhr, Sieg und Lenne aus. Zu dieser Zeit gab es in den Randbereichen ihres Machtgebietes noch keinen geschlossenen Besitz. Durch Erbe, Belehnung, Pfandnahme, Heirat oder Kauf wurden einzelne Landstriche oder auch nur Einzelhöfe oder Rechte sukzessive in bergischen bzw. märkischen Besitz genommen und es entstand ein Flickenteppich von einzelnen Besitz-, Nutzungs und Eigentumsrechten (Allod), der durchsetzt war von den Rechten anderer Herrscher wie den Kölner Erzbischöfen. 1288 fühlten sich die bergischen Grafen und ihre märkischen Vettern stark genug, um sich in den Limburgischen Erbfolgestreit gegen ihren Lehnsherrn, dem Erzbischof von Köln, einzumischen. In der Schlacht von Worringen besiegte ein Bündnis von Berg, Mark, den Kölner Bürgern und anderen, unmittelbar an den Erbinteressen beteiligte Adeligen den Erzbischof, der in der Folge u.a. die bergischen und märkischen Grafen als gleichberechtigte Territorialherrscher akzeptieren musste. In der Folgezeit nutzten beide Häuser die neuen Herschaftsverhältnisse leidlich aus und vergrößerten ihre Gebiete auf Kosten Kurkölns mit der einen oder anderen Eroberung. Aber auch zwischen Berg und Mark entwickelten sich Konflikte zu einer veritablen Feindschaft, die natürlich auch militärisch mit entsprechenden Gebietsveränderungen in Folge ausgetragen wurde. In diese Zeit fällt die Territorialbildung in bergisch-märkischen Gebietsraum, aus dem Einflussgebiet wurde ein geschlossenes Territorium. In diese Zeit fällt auch der Landwehrbau, der diese Gebiete nach außen sichern sollte. Zur effizienteren Verwaltung wurde das Herrschaftsgebiet in Berg und Mark ab der Mitte des 14. Jahrhunderts in einzeln Ämter unterteilt, die von einem Amtmann in Stellvertretung des Landesherrn verwaltet wurde. Die Ämter wurden gerne auch als Ganzes an finanzkräftige Adelige verpfändet, um die chronisch leeren Staatskasse auffüllen zu können. Viele bergischen Landwehren verlaufen entlang der Außengrenze dieser Ämter und grenzten das Herzogtum Berg gegen die Grafschaft Mark oder Kurköln ab. Aber auch eigenständige kleinere Herrschaften, wie Gimborn oder Homburg im heutigen Oberbergischen Land wurden durch eine bergische Landwehr umschlossen. Betrachtet man sich den Verlauf dieser Außengebietslandwehren auf einer Landkarte, so kommt man leicht zu der These, es hätte eine geschlossene Linie von dem Rhein bei Duisburg bis zur Sieg gegeben. Tatsächlich sind sehr lange nachgewiesene Landwehrlinien vorhanden und die Lücken zwischen ihnen nicht allzu groß. So kam dann auch der umstrittene Heimatforscher Anton Fahne zu dem Schluß, die bergische Landwehr sei eine durchgehende Nord-Süd Linie des römischen Limes gewesen. Er übersah aber, dass es über weite Strecken aber parallele Landwehrlinien gab, sowie Verbindungen zwischen ihnen. Eine einzelne, durchgehende Landwehr anzunehmen ist sicherlich falsch, auch wenn viele weitere Autoren versucht haben, die bestehenden Lücken durch angebliche Funde unter zum Teil abenteuerlichen Theorien zu schließen. Die Limesthese war daher ebenso wenig haltbar, wie die Annahmen späterer Forscher, die in dem Erdwerk eher ein Grenzbollwerk zwischen den fränkischen und sächsischen Volksstämmen aus dem 7. und 8. Jahrhundert sahen, die sich tatsächlich in dem späteren Grenzraum zwischen Berg und Mark jahrhundertelang gegenüber standen bzw. ihn von ihrer jeweiligen Seite her besiedelten. Erst der Remscheider Schulrektor Wilhelm Engels räumte mit seinen Forschungen diese Thesen auf und veröffentlichte 1938 das Standardwerk "''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''", in dem er die einzelnen bekannten Landwehrverläufe beschrieb, Skizzen der Bauformen anfertigte, Quellenstudien betrieb und den hoch- und spätmittelalterlichen Ursprung für ausgewählte Stücke nachwies. Danach wurde es in der Landwehrforschung abgesehn von vereinzelten Beiträgen in den regionalgeschichtlichen Reihenwerken wieder etwas stiller, bis Gerd Helbeck sich im dritten Jahrtausend dem Thema in verschiedenen Beiträgen wieder annahm und weitere Erkenntnisse hinzufügte. Neben den Landwehren in den Randgebieten finden sich weniger gut erforschte Landwehren in inneren des Herzogtums, darunter auch wegbegleitende Landwehren, Höhensperren und Wehren, deren Zweck im Dunkel der Geschichte verloren gegangen ist. Vereinzelt sind auch märkische Bauwerke zu vermelden, die der bergischen Landwehr gegenüber liegen. Geschlossene märkische Landwehrlinien sind aber nur in anderen Landesteilen vorhanden, nicht aber an der Grenze zu Berg. === Landewehrlinien === Folgende Landwehrlinien sind im Bergischen Land und den Grenzgebieten nachgewiesen (unvollständige Auswahl) ==== Bezeichnung nach Engels) ==== *[[Barmer Landwehr|Barmer Landwehrlinie]] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Wuppertal-Hatzfeld] zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Beyenburg] *[[Elberfelder Landwehr|Elberfelder Landwerlinie]] vom Ostersbaum in Wuppertal nach Marienheide-Krommenohl. In der Literatur wird diese Linie oft unterteilt in die Elberfelder Linie, die Radevormwalder Linie und die Linie [https://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] - [https://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. Die Landwehrlinie ist aber auf ganzer Länge durchgängig und weist die gleichen baulichen Eigenschaften auf, so dass eine künstliche Teilung nur bei der Betrachtung der einzelnen Abschnitte, auch im historischen Kontext, hilfreich ist, nicht jedoch als Definition eines unabhängigen Bauwerks gelten kann. *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie im Disseltaler Busch in Wuppertal Ronsdorf *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie vom Ibachtal zum Leppetal *Landwehr am Lämmerbusch in Burscheid Hilgen *Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal. Diese Linie wird ebenfalls künstlich in die Linien Ispingrade - Stoote und Stoote - Horpetal aufgeteilt. *Abzweig von der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal bei Hönderbruch *Verbindung zwischen der Elberfelder Linie und der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal *Looper Landwehr *Huckinger Landwehr in Duisburg bis Großenbaum *Landwehrlinie zwischem dem Hohenstein und dem Löhberg bei Frielingsdorf *Landwehrlinie Altensturmberger Busch zur Berger Wiese *Landwehrlinie an der Lorkenhöhen und bei Oderscheid *Die Landwehr bei Herweg und Bechen *Landwehrlinie Marienheide - Oberwipper - Ballenbrügge *Landwehrlinie an der Ostgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie an der Südwestgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie Ahesiepen - Oberderschlag - Balkenberg - Hecke *Landwehrlinie Hespert - Erdingen - Schalenbach *Landwehr bei Denklingen *Landwehr im Westen des Eckenhagener Gebiets *Landewehren im Osten des Kirchspiels Much *Landgraben zwischen dem Stranzenbach und dem Limbachsseifen *Landwehren zwischen Eitorf und Kircheid *Landwehren bei Uckerath *Landgraben bei Ittenbach *Sperre an der Zeithstraße *Holenfelder Grengel *Sperren zwischen Weyerbusch und Leuscheid *Stockener Landgraben *Landwehr bei Küdinghoven *Landgraben bei Honnef *Wildenburger Gebück bei Rittershagen *Kölsches Heck *Landwehrlinie Velau (in Velbert) - Heiligenhaus - Haus Landsberg (Ruhr) *Hardenberger Landwehren *Landwehr in den Honschaften Flandersbach und Rützkausen *Landwehren im Gebiet von Mülheim an der Ruhr *Lintorfer Landwehr *Werdener Landwehr *Märkische Höhensperre bei Beyenburg *Märkische Höhensperre bei Beyenburg (Hölzerne Klinke) ==== Landwehrlinien nach anderen Forschern==== *Höhensperre bei Ente (Wipperfürth) ==== Erdwerke, die Landwehren sind/sein könnten, aber nicht in der Literatur genannt werden ==== *Landwehrstück bei Hückeshagen-Wiehagen *Wegsperre Schmiedestraße-Eichenhofer Weg (Wuppertal-Nord) *Wallanlage an der Herbringhauser Talsperre 58904f09ce77d7159a99619a21f217a3e6c6d9d9 20 19 2013-12-30T18:51:21Z Jm 1 /* Landwehren im Bergischen Land */ wikitext text/x-wiki === Landwehren im Bergischen Land === Die heutige Region Bergisches Land geht auf den mittelalterlichen Herrschaftsbereich der Grafen und ab 1380 [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Berg Herzöge von Berg] hervor. Die bergischen Grafen, die zunächst von der Burg Altenberg in Odenthal (Burg Berge), dann von der Burg Neuenburg (das heutige Schloß Burg in Solingen) und danach von ihrer Residenz in Düsseldorf ihr Territorium regierten, gingen ab dem 11. Jahrhundert aus dem kirchlichen Dienstadel hervor. Sie stellten zunächst Vögte für kirchlichen und klösterlichen Besitz und verwalteten die spärlich besiedelten rechtsrheinischen Gebiete der Erzbischöfe von Köln (aufgrund des Kurfürstentums der Kölner Erzbischöfe auch kurkölnische Gebiete genannt) und der Werdener Abtei. Mit der Zeit nahmen sowohl ihr eigenes Herrschaftsgebiet, als auch ihre Machtstellung zu. Schon vor der Abspaltung der Seitenlinie der Grafen von der Mark im 12. Jahrhundert beherrschten sie den Kernbereich des heutigen Bergischen Landes selbst und streckten ihre Fühler in Richtung Ruhr, Sieg und Lenne aus. Zu dieser Zeit gab es in den Randbereichen ihres Machtgebietes noch keinen geschlossenen Besitz. Durch Erbe, Belehnung, Pfandnahme, Heirat oder Kauf wurden einzelne Landstriche oder auch nur Einzelhöfe oder Rechte sukzessive in bergischen bzw. märkischen Besitz genommen und es entstand ein Flickenteppich von einzelnen Besitz-, Nutzungs und Eigentumsrechten (Allod), der durchsetzt war von den Rechten anderer Herrscher wie den Kölner Erzbischöfen. 1288 fühlten sich die bergischen Grafen und ihre märkischen Vettern stark genug, um sich in den Limburgischen Erbfolgestreit gegen ihren Lehnsherrn, dem Erzbischof von Köln, einzumischen. In der Schlacht von Worringen besiegte ein Bündnis von Berg, Mark, den Kölner Bürgern und anderen, unmittelbar an den Erbinteressen beteiligte Adeligen den Erzbischof, der in der Folge u.a. die bergischen und märkischen Grafen als gleichberechtigte Territorialherrscher akzeptieren musste. In der Folgezeit nutzten beide Häuser die neuen Herschaftsverhältnisse leidlich aus und vergrößerten ihre Gebiete auf Kosten Kurkölns mit der einen oder anderen Eroberung. Aber auch zwischen Berg und Mark entwickelten sich Konflikte zu einer veritablen Feindschaft, die natürlich auch militärisch mit entsprechenden Gebietsveränderungen in Folge ausgetragen wurde. In diese Zeit fällt die Territorialbildung in bergisch-märkischen Gebietsraum, aus dem Einflussgebiet wurde ein geschlossenes Territorium. In diese Zeit fällt auch der Landwehrbau, der diese Gebiete nach außen sichern sollte. Zur effizienteren Verwaltung wurde das Herrschaftsgebiet in Berg und Mark ab der Mitte des 14. Jahrhunderts in einzeln Ämter unterteilt, die von einem Amtmann in Stellvertretung des Landesherrn verwaltet wurde. Die Ämter wurden gerne auch als Ganzes an finanzkräftige Adelige verpfändet, um die chronisch leeren Staatskasse auffüllen zu können. Viele bergischen Landwehren verlaufen entlang der Außengrenze dieser Ämter und grenzten das Herzogtum Berg gegen die Grafschaft Mark oder Kurköln ab. Aber auch eigenständige kleinere Herrschaften, wie Gimborn oder Homburg im heutigen Oberbergischen Land wurden durch eine bergische Landwehr umschlossen. Betrachtet man sich den Verlauf dieser Außengebietslandwehren auf einer Landkarte, so kommt man leicht zu der These, es hätte eine geschlossene Linie von dem Rhein bei Duisburg bis zur Sieg gegeben. Tatsächlich sind sehr lange nachgewiesene Landwehrlinien vorhanden und die Lücken zwischen ihnen nicht allzu groß. So kam dann auch der umstrittene Heimatforscher Anton Fahne zu dem Schluß, die bergische Landwehr sei eine durchgehende Nord-Süd Linie des römischen Limes gewesen. Er übersah aber, dass es über weite Strecken aber parallele Landwehrlinien gab, sowie Verbindungen zwischen ihnen. Eine einzelne, durchgehende Landwehr anzunehmen ist sicherlich falsch, auch wenn viele weitere Autoren versucht haben, die bestehenden Lücken durch angebliche Funde unter zum Teil abenteuerlichen Theorien zu schließen. Die Limesthese war daher ebenso wenig haltbar, wie die Annahmen späterer Forscher, die in dem Erdwerk eher ein Grenzbollwerk zwischen den fränkischen und sächsischen Volksstämmen aus dem 7. und 8. Jahrhundert sahen, die sich tatsächlich in dem späteren Grenzraum zwischen Berg und Mark jahrhundertelang gegenüber standen bzw. ihn von ihrer jeweiligen Seite her besiedelten. Erst der Remscheider Schulrektor Wilhelm Engels räumte mit seinen Forschungen diese Thesen auf und veröffentlichte 1938 das Standardwerk "''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''", in dem er die einzelnen bekannten Landwehrverläufe beschrieb, Skizzen der Bauformen anfertigte, Quellenstudien betrieb und den hoch- und spätmittelalterlichen Ursprung für ausgewählte Stücke nachwies. Danach wurde es in der Landwehrforschung abgesehn von vereinzelten Beiträgen in den regionalgeschichtlichen Reihenwerken wieder etwas stiller, bis Gerd Helbeck sich im dritten Jahrtausend dem Thema in verschiedenen Beiträgen wieder annahm und weitere Erkenntnisse hinzufügte. Neben den Landwehren in den Randgebieten finden sich weniger gut erforschte Landwehren in inneren des Herzogtums, darunter auch wegbegleitende Landwehren, Höhensperren und Wehren, deren Zweck im Dunkel der Geschichte verloren gegangen ist. Vereinzelt sind auch märkische Bauwerke zu vermelden, die der bergischen Landwehr gegenüber liegen. Geschlossene märkische Landwehrlinien sind aber nur in anderen Landesteilen vorhanden, nicht aber an der Grenze zu Berg. === Landewehrlinien === Folgende Landwehrlinien sind im Bergischen Land und den Grenzgebieten nachgewiesen (unvollständige Auswahl) ==== Bezeichnung nach Engels) ==== *[[Barmer Landwehr|Barmer Landwehrlinie]] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Wuppertal-Hatzfeld] zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Beyenburg] *[[Elberfelder Landwehr|Elberfelder Landwerlinie]] vom Ostersbaum in Wuppertal nach Marienheide-Krommenohl. In der Literatur wird diese Linie oft unterteilt in die Elberfelder Linie, die Radevormwalder Linie und die Linie [https://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] - [https://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. Die Landwehrlinie ist aber auf ganzer Länge durchgängig und weist die gleichen baulichen Eigenschaften auf, so dass eine künstliche Teilung nur bei der Betrachtung der einzelnen Abschnitte, auch im historischen Kontext, hilfreich ist, nicht jedoch als Definition eines unabhängigen Bauwerks gelten kann. *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie im Disseltaler Busch in Wuppertal Ronsdorf *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie vom Ibachtal zum Leppetal *Landwehr am Lämmerbusch in Burscheid Hilgen *Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal. Diese Linie wird ebenfalls künstlich in die Linien Ispingrade - Stoote und Stoote - Horpetal aufgeteilt. *Abzweig von der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal bei Hönderbruch *Verbindung zwischen der Elberfelder Linie und der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal *Looper Landwehr *Huckinger Landwehr in Duisburg bis Großenbaum *Landwehrlinie zwischem dem Hohenstein und dem Löhberg bei Frielingsdorf *Landwehrlinie Altensturmberger Busch zur Berger Wiese *Landwehrlinie an der Lorkenhöhen und bei Oderscheid *Die Landwehr bei Herweg und Bechen *Landwehrlinie Marienheide - Oberwipper - Ballenbrügge *Landwehrlinie an der Ostgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie an der Südwestgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie Ahesiepen - Oberderschlag - Balkenberg - Hecke *Landwehrlinie Hespert - Erdingen - Schalenbach *Landwehr bei Denklingen *Landwehr im Westen des Eckenhagener Gebiets *Landewehren im Osten des Kirchspiels Much *Landgraben zwischen dem Stranzenbach und dem Limbachsseifen *Landwehren zwischen Eitorf und Kircheid *Landwehren bei Uckerath *Landgraben bei Ittenbach *Sperre an der Zeithstraße *Holenfelder Grengel *Sperren zwischen Weyerbusch und Leuscheid *Stockener Landgraben *Landwehr bei Küdinghoven *Landgraben bei Honnef *Wildenburger Gebück bei Rittershagen *Kölsches Heck *Landwehrlinie Velau (in Velbert) - Heiligenhaus - Haus Landsberg (Ruhr) *Hardenberger Landwehren *Landwehr in den Honschaften Flandersbach und Rützkausen *Landwehren im Gebiet von Mülheim an der Ruhr *Lintorfer Landwehr *Werdener Landwehr *Märkische Höhensperre bei Beyenburg *Märkische Höhensperre bei Beyenburg (Hölzerne Klinke) ==== Landwehrlinien nach anderen Forschern==== *Höhensperre bei Ente (Wipperfürth) ==== Erdwerke, die Landwehren sind/sein könnten, aber nicht in der Literatur genannt werden ==== *Landwehrstück bei Hückeshagen-Wiehagen *Wegsperre Schmiedestraße-Eichenhofer Weg (Wuppertal-Nord) *Wallanlage an der Herbringhauser Talsperre 3e451711b14ea16a86d11f08fb15a5b367ce2503 21 20 2013-12-30T18:51:51Z Jm 1 /* Bezeichnung nach Engels) */ wikitext text/x-wiki === Landwehren im Bergischen Land === Die heutige Region Bergisches Land geht auf den mittelalterlichen Herrschaftsbereich der Grafen und ab 1380 [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Berg Herzöge von Berg] hervor. Die bergischen Grafen, die zunächst von der Burg Altenberg in Odenthal (Burg Berge), dann von der Burg Neuenburg (das heutige Schloß Burg in Solingen) und danach von ihrer Residenz in Düsseldorf ihr Territorium regierten, gingen ab dem 11. Jahrhundert aus dem kirchlichen Dienstadel hervor. Sie stellten zunächst Vögte für kirchlichen und klösterlichen Besitz und verwalteten die spärlich besiedelten rechtsrheinischen Gebiete der Erzbischöfe von Köln (aufgrund des Kurfürstentums der Kölner Erzbischöfe auch kurkölnische Gebiete genannt) und der Werdener Abtei. Mit der Zeit nahmen sowohl ihr eigenes Herrschaftsgebiet, als auch ihre Machtstellung zu. Schon vor der Abspaltung der Seitenlinie der Grafen von der Mark im 12. Jahrhundert beherrschten sie den Kernbereich des heutigen Bergischen Landes selbst und streckten ihre Fühler in Richtung Ruhr, Sieg und Lenne aus. Zu dieser Zeit gab es in den Randbereichen ihres Machtgebietes noch keinen geschlossenen Besitz. Durch Erbe, Belehnung, Pfandnahme, Heirat oder Kauf wurden einzelne Landstriche oder auch nur Einzelhöfe oder Rechte sukzessive in bergischen bzw. märkischen Besitz genommen und es entstand ein Flickenteppich von einzelnen Besitz-, Nutzungs und Eigentumsrechten (Allod), der durchsetzt war von den Rechten anderer Herrscher wie den Kölner Erzbischöfen. 1288 fühlten sich die bergischen Grafen und ihre märkischen Vettern stark genug, um sich in den Limburgischen Erbfolgestreit gegen ihren Lehnsherrn, dem Erzbischof von Köln, einzumischen. In der Schlacht von Worringen besiegte ein Bündnis von Berg, Mark, den Kölner Bürgern und anderen, unmittelbar an den Erbinteressen beteiligte Adeligen den Erzbischof, der in der Folge u.a. die bergischen und märkischen Grafen als gleichberechtigte Territorialherrscher akzeptieren musste. In der Folgezeit nutzten beide Häuser die neuen Herschaftsverhältnisse leidlich aus und vergrößerten ihre Gebiete auf Kosten Kurkölns mit der einen oder anderen Eroberung. Aber auch zwischen Berg und Mark entwickelten sich Konflikte zu einer veritablen Feindschaft, die natürlich auch militärisch mit entsprechenden Gebietsveränderungen in Folge ausgetragen wurde. In diese Zeit fällt die Territorialbildung in bergisch-märkischen Gebietsraum, aus dem Einflussgebiet wurde ein geschlossenes Territorium. In diese Zeit fällt auch der Landwehrbau, der diese Gebiete nach außen sichern sollte. Zur effizienteren Verwaltung wurde das Herrschaftsgebiet in Berg und Mark ab der Mitte des 14. Jahrhunderts in einzeln Ämter unterteilt, die von einem Amtmann in Stellvertretung des Landesherrn verwaltet wurde. Die Ämter wurden gerne auch als Ganzes an finanzkräftige Adelige verpfändet, um die chronisch leeren Staatskasse auffüllen zu können. Viele bergischen Landwehren verlaufen entlang der Außengrenze dieser Ämter und grenzten das Herzogtum Berg gegen die Grafschaft Mark oder Kurköln ab. Aber auch eigenständige kleinere Herrschaften, wie Gimborn oder Homburg im heutigen Oberbergischen Land wurden durch eine bergische Landwehr umschlossen. Betrachtet man sich den Verlauf dieser Außengebietslandwehren auf einer Landkarte, so kommt man leicht zu der These, es hätte eine geschlossene Linie von dem Rhein bei Duisburg bis zur Sieg gegeben. Tatsächlich sind sehr lange nachgewiesene Landwehrlinien vorhanden und die Lücken zwischen ihnen nicht allzu groß. So kam dann auch der umstrittene Heimatforscher Anton Fahne zu dem Schluß, die bergische Landwehr sei eine durchgehende Nord-Süd Linie des römischen Limes gewesen. Er übersah aber, dass es über weite Strecken aber parallele Landwehrlinien gab, sowie Verbindungen zwischen ihnen. Eine einzelne, durchgehende Landwehr anzunehmen ist sicherlich falsch, auch wenn viele weitere Autoren versucht haben, die bestehenden Lücken durch angebliche Funde unter zum Teil abenteuerlichen Theorien zu schließen. Die Limesthese war daher ebenso wenig haltbar, wie die Annahmen späterer Forscher, die in dem Erdwerk eher ein Grenzbollwerk zwischen den fränkischen und sächsischen Volksstämmen aus dem 7. und 8. Jahrhundert sahen, die sich tatsächlich in dem späteren Grenzraum zwischen Berg und Mark jahrhundertelang gegenüber standen bzw. ihn von ihrer jeweiligen Seite her besiedelten. Erst der Remscheider Schulrektor Wilhelm Engels räumte mit seinen Forschungen diese Thesen auf und veröffentlichte 1938 das Standardwerk "''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''", in dem er die einzelnen bekannten Landwehrverläufe beschrieb, Skizzen der Bauformen anfertigte, Quellenstudien betrieb und den hoch- und spätmittelalterlichen Ursprung für ausgewählte Stücke nachwies. Danach wurde es in der Landwehrforschung abgesehn von vereinzelten Beiträgen in den regionalgeschichtlichen Reihenwerken wieder etwas stiller, bis Gerd Helbeck sich im dritten Jahrtausend dem Thema in verschiedenen Beiträgen wieder annahm und weitere Erkenntnisse hinzufügte. Neben den Landwehren in den Randgebieten finden sich weniger gut erforschte Landwehren in inneren des Herzogtums, darunter auch wegbegleitende Landwehren, Höhensperren und Wehren, deren Zweck im Dunkel der Geschichte verloren gegangen ist. Vereinzelt sind auch märkische Bauwerke zu vermelden, die der bergischen Landwehr gegenüber liegen. Geschlossene märkische Landwehrlinien sind aber nur in anderen Landesteilen vorhanden, nicht aber an der Grenze zu Berg. === Landewehrlinien === Folgende Landwehrlinien sind im Bergischen Land und den Grenzgebieten nachgewiesen (unvollständige Auswahl) ==== Bezeichnung nach Engels) ==== *[[Barmer Landwehr|Barmer Landwehrlinie]] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Wuppertal-Hatzfeld] zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Beyenburg] *[[Elberfelder Landwehr|Elberfelder Landwehrlinie]] vom Ostersbaum in Wuppertal nach Marienheide-Krommenohl. In der Literatur wird diese Linie oft unterteilt in die Elberfelder Linie, die Radevormwalder Linie und die Linie [https://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] - [https://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. Die Landwehrlinie ist aber auf ganzer Länge durchgängig und weist die gleichen baulichen Eigenschaften auf, so dass eine künstliche Teilung nur bei der Betrachtung der einzelnen Abschnitte, auch im historischen Kontext, hilfreich ist, nicht jedoch als Definition eines unabhängigen Bauwerks gelten kann. *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie im Disseltaler Busch in Wuppertal Ronsdorf *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie vom Ibachtal zum Leppetal *Landwehr am Lämmerbusch in Burscheid Hilgen *Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal. Diese Linie wird ebenfalls künstlich in die Linien Ispingrade - Stoote und Stoote - Horpetal aufgeteilt. *Abzweig von der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal bei Hönderbruch *Verbindung zwischen der Elberfelder Linie und der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal *Looper Landwehr *Huckinger Landwehr in Duisburg bis Großenbaum *Landwehrlinie zwischem dem Hohenstein und dem Löhberg bei Frielingsdorf *Landwehrlinie Altensturmberger Busch zur Berger Wiese *Landwehrlinie an der Lorkenhöhen und bei Oderscheid *Die Landwehr bei Herweg und Bechen *Landwehrlinie Marienheide - Oberwipper - Ballenbrügge *Landwehrlinie an der Ostgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie an der Südwestgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie Ahesiepen - Oberderschlag - Balkenberg - Hecke *Landwehrlinie Hespert - Erdingen - Schalenbach *Landwehr bei Denklingen *Landwehr im Westen des Eckenhagener Gebiets *Landewehren im Osten des Kirchspiels Much *Landgraben zwischen dem Stranzenbach und dem Limbachsseifen *Landwehren zwischen Eitorf und Kircheid *Landwehren bei Uckerath *Landgraben bei Ittenbach *Sperre an der Zeithstraße *Holenfelder Grengel *Sperren zwischen Weyerbusch und Leuscheid *Stockener Landgraben *Landwehr bei Küdinghoven *Landgraben bei Honnef *Wildenburger Gebück bei Rittershagen *Kölsches Heck *Landwehrlinie Velau (in Velbert) - Heiligenhaus - Haus Landsberg (Ruhr) *Hardenberger Landwehren *Landwehr in den Honschaften Flandersbach und Rützkausen *Landwehren im Gebiet von Mülheim an der Ruhr *Lintorfer Landwehr *Werdener Landwehr *Märkische Höhensperre bei Beyenburg *Märkische Höhensperre bei Beyenburg (Hölzerne Klinke) ==== Landwehrlinien nach anderen Forschern==== *Höhensperre bei Ente (Wipperfürth) ==== Erdwerke, die Landwehren sind/sein könnten, aber nicht in der Literatur genannt werden ==== *Landwehrstück bei Hückeshagen-Wiehagen *Wegsperre Schmiedestraße-Eichenhofer Weg (Wuppertal-Nord) *Wallanlage an der Herbringhauser Talsperre 3e273740934dbf2deb825495f31e93ba361ea3ce 22 21 2013-12-30T19:17:07Z Jm 1 /* Landewehrlinien */ wikitext text/x-wiki === Landwehren im Bergischen Land === Die heutige Region Bergisches Land geht auf den mittelalterlichen Herrschaftsbereich der Grafen und ab 1380 [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Berg Herzöge von Berg] hervor. Die bergischen Grafen, die zunächst von der Burg Altenberg in Odenthal (Burg Berge), dann von der Burg Neuenburg (das heutige Schloß Burg in Solingen) und danach von ihrer Residenz in Düsseldorf ihr Territorium regierten, gingen ab dem 11. Jahrhundert aus dem kirchlichen Dienstadel hervor. Sie stellten zunächst Vögte für kirchlichen und klösterlichen Besitz und verwalteten die spärlich besiedelten rechtsrheinischen Gebiete der Erzbischöfe von Köln (aufgrund des Kurfürstentums der Kölner Erzbischöfe auch kurkölnische Gebiete genannt) und der Werdener Abtei. Mit der Zeit nahmen sowohl ihr eigenes Herrschaftsgebiet, als auch ihre Machtstellung zu. Schon vor der Abspaltung der Seitenlinie der Grafen von der Mark im 12. Jahrhundert beherrschten sie den Kernbereich des heutigen Bergischen Landes selbst und streckten ihre Fühler in Richtung Ruhr, Sieg und Lenne aus. Zu dieser Zeit gab es in den Randbereichen ihres Machtgebietes noch keinen geschlossenen Besitz. Durch Erbe, Belehnung, Pfandnahme, Heirat oder Kauf wurden einzelne Landstriche oder auch nur Einzelhöfe oder Rechte sukzessive in bergischen bzw. märkischen Besitz genommen und es entstand ein Flickenteppich von einzelnen Besitz-, Nutzungs und Eigentumsrechten (Allod), der durchsetzt war von den Rechten anderer Herrscher wie den Kölner Erzbischöfen. 1288 fühlten sich die bergischen Grafen und ihre märkischen Vettern stark genug, um sich in den Limburgischen Erbfolgestreit gegen ihren Lehnsherrn, dem Erzbischof von Köln, einzumischen. In der Schlacht von Worringen besiegte ein Bündnis von Berg, Mark, den Kölner Bürgern und anderen, unmittelbar an den Erbinteressen beteiligte Adeligen den Erzbischof, der in der Folge u.a. die bergischen und märkischen Grafen als gleichberechtigte Territorialherrscher akzeptieren musste. In der Folgezeit nutzten beide Häuser die neuen Herschaftsverhältnisse leidlich aus und vergrößerten ihre Gebiete auf Kosten Kurkölns mit der einen oder anderen Eroberung. Aber auch zwischen Berg und Mark entwickelten sich Konflikte zu einer veritablen Feindschaft, die natürlich auch militärisch mit entsprechenden Gebietsveränderungen in Folge ausgetragen wurde. In diese Zeit fällt die Territorialbildung in bergisch-märkischen Gebietsraum, aus dem Einflussgebiet wurde ein geschlossenes Territorium. In diese Zeit fällt auch der Landwehrbau, der diese Gebiete nach außen sichern sollte. Zur effizienteren Verwaltung wurde das Herrschaftsgebiet in Berg und Mark ab der Mitte des 14. Jahrhunderts in einzeln Ämter unterteilt, die von einem Amtmann in Stellvertretung des Landesherrn verwaltet wurde. Die Ämter wurden gerne auch als Ganzes an finanzkräftige Adelige verpfändet, um die chronisch leeren Staatskasse auffüllen zu können. Viele bergischen Landwehren verlaufen entlang der Außengrenze dieser Ämter und grenzten das Herzogtum Berg gegen die Grafschaft Mark oder Kurköln ab. Aber auch eigenständige kleinere Herrschaften, wie Gimborn oder Homburg im heutigen Oberbergischen Land wurden durch eine bergische Landwehr umschlossen. Betrachtet man sich den Verlauf dieser Außengebietslandwehren auf einer Landkarte, so kommt man leicht zu der These, es hätte eine geschlossene Linie von dem Rhein bei Duisburg bis zur Sieg gegeben. Tatsächlich sind sehr lange nachgewiesene Landwehrlinien vorhanden und die Lücken zwischen ihnen nicht allzu groß. So kam dann auch der umstrittene Heimatforscher Anton Fahne zu dem Schluß, die bergische Landwehr sei eine durchgehende Nord-Süd Linie des römischen Limes gewesen. Er übersah aber, dass es über weite Strecken aber parallele Landwehrlinien gab, sowie Verbindungen zwischen ihnen. Eine einzelne, durchgehende Landwehr anzunehmen ist sicherlich falsch, auch wenn viele weitere Autoren versucht haben, die bestehenden Lücken durch angebliche Funde unter zum Teil abenteuerlichen Theorien zu schließen. Die Limesthese war daher ebenso wenig haltbar, wie die Annahmen späterer Forscher, die in dem Erdwerk eher ein Grenzbollwerk zwischen den fränkischen und sächsischen Volksstämmen aus dem 7. und 8. Jahrhundert sahen, die sich tatsächlich in dem späteren Grenzraum zwischen Berg und Mark jahrhundertelang gegenüber standen bzw. ihn von ihrer jeweiligen Seite her besiedelten. Erst der Remscheider Schulrektor Wilhelm Engels räumte mit seinen Forschungen diese Thesen auf und veröffentlichte 1938 das Standardwerk "''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''", in dem er die einzelnen bekannten Landwehrverläufe beschrieb, Skizzen der Bauformen anfertigte, Quellenstudien betrieb und den hoch- und spätmittelalterlichen Ursprung für ausgewählte Stücke nachwies. Danach wurde es in der Landwehrforschung abgesehn von vereinzelten Beiträgen in den regionalgeschichtlichen Reihenwerken wieder etwas stiller, bis Gerd Helbeck sich im dritten Jahrtausend dem Thema in verschiedenen Beiträgen wieder annahm und weitere Erkenntnisse hinzufügte. Neben den Landwehren in den Randgebieten finden sich weniger gut erforschte Landwehren in inneren des Herzogtums, darunter auch wegbegleitende Landwehren, Höhensperren und Wehren, deren Zweck im Dunkel der Geschichte verloren gegangen ist. Vereinzelt sind auch märkische Bauwerke zu vermelden, die der bergischen Landwehr gegenüber liegen. Geschlossene märkische Landwehrlinien sind aber nur in anderen Landesteilen vorhanden, nicht aber an der Grenze zu Berg. === Landewehrlinien === Folgende Landwehrlinien sind im Bergischen Land und den Grenzgebieten nachgewiesen (unvollständige Auswahl): ==== Bezeichnung nach Engels ==== *[[Barmer Landwehr|Barmer Landwehrlinie]] von [https://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Wuppertal-Hatzfeld] zur [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Beyenburg] *[[Elberfelder Landwehr|Elberfelder Landwehrlinie]] vom Ostersbaum in Wuppertal nach Marienheide-Krommenohl. In der Literatur wird diese Linie oft unterteilt in die Elberfelder Linie, die Radevormwalder Linie und die Linie [https://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] - [https://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. Die Landwehrlinie ist aber auf ganzer Länge durchgängig und weist die gleichen baulichen Eigenschaften auf, so dass eine künstliche Teilung nur bei der Betrachtung der einzelnen Abschnitte, auch im historischen Kontext, hilfreich ist, nicht jedoch als Definition eines unabhängigen Bauwerks gelten kann. *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie im Disseltaler Busch in Wuppertal Ronsdorf *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie vom Ibachtal zum Leppetal *Landwehr am Lämmerbusch in Burscheid Hilgen *Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal. Diese Linie wird ebenfalls künstlich in die Linien Ispingrade - Stoote und Stoote - Horpetal aufgeteilt. *Abzweig von der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal bei Hönderbruch *Verbindung zwischen der Elberfelder Linie und der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal *Looper Landwehr *Huckinger Landwehr in Duisburg bis Großenbaum *Landwehrlinie zwischem dem Hohenstein und dem Löhberg bei Frielingsdorf *Landwehrlinie Altensturmberger Busch zur Berger Wiese *Landwehrlinie an der Lorkenhöhen und bei Oderscheid *Die Landwehr bei Herweg und Bechen *Landwehrlinie Marienheide - Oberwipper - Ballenbrügge *Landwehrlinie an der Ostgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie an der Südwestgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie Ahesiepen - Oberderschlag - Balkenberg - Hecke *Landwehrlinie Hespert - Erdingen - Schalenbach *Landwehr bei Denklingen *Landwehr im Westen des Eckenhagener Gebiets *Landewehren im Osten des Kirchspiels Much *Landgraben zwischen dem Stranzenbach und dem Limbachsseifen *Landwehren zwischen Eitorf und Kircheid *Landwehren bei Uckerath *Landgraben bei Ittenbach *Sperre an der Zeithstraße *Holenfelder Grengel *Sperren zwischen Weyerbusch und Leuscheid *Stockener Landgraben *Landwehr bei Küdinghoven *Landgraben bei Honnef *Wildenburger Gebück bei Rittershagen *Kölsches Heck *Landwehrlinie Velau (in Velbert) - Heiligenhaus - Haus Landsberg (Ruhr) *Hardenberger Landwehren *Landwehr in den Honschaften Flandersbach und Rützkausen *Landwehren im Gebiet von Mülheim an der Ruhr *Lintorfer Landwehr *Werdener Landwehr *Märkische Höhensperre bei Beyenburg *Märkische Höhensperre bei Beyenburg (Hölzerne Klinke) ==== Landwehrlinien nach anderen Forschern==== *Höhensperre bei Ente (Wipperfürth) ==== Erdwerke, die Landwehren sind/sein könnten, aber nicht in der Literatur genannt werden ==== *Landwehrstück bei Hückeshagen-Wiehagen *Wegsperre Schmiedestraße-Eichenhofer Weg (Wuppertal-Nord) *Wallanlage an der Herbringhauser Talsperre 181a08aefc534978255ab30ea2ada00ebd7f49ae 27 22 2013-12-31T00:11:05Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Landwehren im Bergischen Land </big></span> === Historischer Hintergrund === Die heutige Region Bergisches Land geht auf den mittelalterlichen Herrschaftsbereich der Grafen und ab 1380 [http://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Berg Herzöge von Berg] hervor. Die bergischen Grafen, die zunächst von der Burg Altenberg in Odenthal (Burg Berge), dann von der Burg Neuenburg (das heutige Schloß Burg in Solingen) und danach von ihrer Residenz in Düsseldorf ihr Territorium regierten, gingen ab dem 11. Jahrhundert aus dem kirchlichen Dienstadel hervor. Sie stellten zunächst Vögte für kirchlichen und klösterlichen Besitz und verwalteten die spärlich besiedelten rechtsrheinischen Gebiete der Erzbischöfe von Köln (aufgrund des Kurfürstentums der Kölner Erzbischöfe auch kurkölnische Gebiete genannt) und der Werdener Abtei. Mit der Zeit nahmen sowohl ihr eigenes Herrschaftsgebiet, als auch ihre Machtstellung zu. Schon vor der Abspaltung der Seitenlinie der Grafen von der Mark im 12. Jahrhundert beherrschten sie den Kernbereich des heutigen Bergischen Landes selbst und streckten ihre Fühler in Richtung Ruhr, Sieg und Lenne aus. Zu dieser Zeit gab es in den Randbereichen ihres Machtgebietes noch keinen geschlossenen Besitz. Durch Erbe, Belehnung, Pfandnahme, Heirat oder Kauf wurden einzelne Landstriche oder auch nur Einzelhöfe oder Rechte sukzessive in bergischen bzw. märkischen Besitz genommen und es entstand ein Flickenteppich von einzelnen Besitz-, Nutzungs und Eigentumsrechten (Allod), der durchsetzt war von den Rechten anderer Herrscher wie den Kölner Erzbischöfen. 1288 fühlten sich die bergischen Grafen und ihre märkischen Vettern stark genug, um sich in den Limburgischen Erbfolgestreit gegen ihren Lehnsherrn, dem Erzbischof von Köln, einzumischen. In der Schlacht von Worringen besiegte ein Bündnis von Berg, Mark, den Kölner Bürgern und anderen, unmittelbar an den Erbinteressen beteiligte Adeligen den Erzbischof, der in der Folge u.a. die bergischen und märkischen Grafen als gleichberechtigte Territorialherrscher akzeptieren musste. In der Folgezeit nutzten beide Häuser die neuen Herschaftsverhältnisse leidlich aus und vergrößerten ihre Gebiete auf Kosten Kurkölns mit der einen oder anderen Eroberung. Aber auch zwischen Berg und Mark entwickelten sich Konflikte zu einer veritablen Feindschaft, die natürlich auch militärisch mit entsprechenden Gebietsveränderungen in Folge ausgetragen wurde. In diese Zeit fällt die Territorialbildung in bergisch-märkischen Gebietsraum, aus dem Einflussgebiet wurde ein geschlossenes Territorium. In diese Zeit fällt auch der Landwehrbau, der diese Gebiete nach außen sichern sollte. Zur effizienteren Verwaltung wurde das Herrschaftsgebiet in Berg und Mark ab der Mitte des 14. Jahrhunderts in einzeln Ämter unterteilt, die von einem Amtmann in Stellvertretung des Landesherrn verwaltet wurde. Die Ämter wurden gerne auch als Ganzes an finanzkräftige Adelige verpfändet, um die chronisch leeren Staatskasse auffüllen zu können. Viele bergischen Landwehren verlaufen entlang der Außengrenze dieser Ämter und grenzten das Herzogtum Berg gegen die Grafschaft Mark oder Kurköln ab. Aber auch eigenständige kleinere Herrschaften, wie Gimborn oder Homburg im heutigen Oberbergischen Land wurden durch eine bergische Landwehr umschlossen. Betrachtet man sich den Verlauf dieser Außengebietslandwehren auf einer Landkarte, so kommt man leicht zu der These, es hätte eine geschlossene Linie von dem Rhein bei Duisburg bis zur Sieg gegeben. Tatsächlich sind sehr lange nachgewiesene Landwehrlinien vorhanden und die Lücken zwischen ihnen nicht allzu groß. So kam dann auch der umstrittene Heimatforscher Anton Fahne zu dem Schluß, die bergische Landwehr sei eine durchgehende Nord-Süd Linie des römischen Limes gewesen. Er übersah aber, dass es über weite Strecken aber parallele Landwehrlinien gab, sowie Verbindungen zwischen ihnen. Eine einzelne, durchgehende Landwehr anzunehmen ist sicherlich falsch, auch wenn viele weitere Autoren versucht haben, die bestehenden Lücken durch angebliche Funde unter zum Teil abenteuerlichen Theorien zu schließen. Die Limesthese war daher ebenso wenig haltbar, wie die Annahmen späterer Forscher, die in dem Erdwerk eher ein Grenzbollwerk zwischen den fränkischen und sächsischen Volksstämmen aus dem 7. und 8. Jahrhundert sahen, die sich tatsächlich in dem späteren Grenzraum zwischen Berg und Mark jahrhundertelang gegenüber standen bzw. ihn von ihrer jeweiligen Seite her besiedelten. Erst der Remscheider Schulrektor Wilhelm Engels räumte mit seinen Forschungen diese Thesen auf und veröffentlichte 1938 das Standardwerk "''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''", in dem er die einzelnen bekannten Landwehrverläufe beschrieb, Skizzen der Bauformen anfertigte, Quellenstudien betrieb und den hoch- und spätmittelalterlichen Ursprung für ausgewählte Stücke nachwies. Danach wurde es in der Landwehrforschung abgesehn von vereinzelten Beiträgen in den regionalgeschichtlichen Reihenwerken wieder etwas stiller, bis Gerd Helbeck sich im dritten Jahrtausend dem Thema in verschiedenen Beiträgen wieder annahm und weitere Erkenntnisse hinzufügte. Neben den Landwehren in den Randgebieten finden sich weniger gut erforschte Landwehren in inneren des Herzogtums, darunter auch wegbegleitende Landwehren, Höhensperren und Wehren, deren Zweck im Dunkel der Geschichte verloren gegangen ist. Vereinzelt sind auch märkische Bauwerke zu vermelden, die der bergischen Landwehr gegenüber liegen. Geschlossene märkische Landwehrlinien sind aber nur in anderen Landesteilen vorhanden, nicht aber an der Grenze zu Berg. === Bergische Landwehren === Folgende Landwehrlinien sind im Bergischen Land und den Grenzgebieten nachgewiesen (unvollständige Auswahl): ==== Bezeichnung nach Engels ==== *[[Barmer Landwehr|Barmer Landwehrlinie]] von [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Wuppertal-Hatzfeld] zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Beyenburg] *[[Elberfelder Landwehr|Elberfelder Landwehrlinie]] vom Ostersbaum in Wuppertal nach Marienheide-Krommenohl. In der Literatur wird diese Linie oft unterteilt in die Elberfelder Linie, die Radevormwalder Linie und die Linie [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. Die Landwehrlinie ist aber auf ganzer Länge durchgängig und weist die gleichen baulichen Eigenschaften auf, so dass eine künstliche Teilung nur bei der Betrachtung der einzelnen Abschnitte, auch im historischen Kontext, hilfreich ist, nicht jedoch als Definition eines unabhängigen Bauwerks gelten kann. *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie im Disseltaler Busch in Wuppertal Ronsdorf *Abzweig von der Elberfelder Landwehrlinie vom Ibachtal zum Leppetal *Landwehr am Lämmerbusch in Burscheid Hilgen *Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal. Diese Linie wird ebenfalls künstlich in die Linien Ispingrade - Stoote und Stoote - Horpetal aufgeteilt. *Abzweig von der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal bei Hönderbruch *Verbindung zwischen der Elberfelder Linie und der Landwehrlinie Radevormwald-Ispingrade zum Horpetal *Looper Landwehr *Huckinger Landwehr in Duisburg bis Großenbaum *Landwehrlinie zwischem dem Hohenstein und dem Löhberg bei Frielingsdorf *Landwehrlinie Altensturmberger Busch zur Berger Wiese *Landwehrlinie an der Lorkenhöhen und bei Oderscheid *Die Landwehr bei Herweg und Bechen *Landwehrlinie Marienheide - Oberwipper - Ballenbrügge *Landwehrlinie an der Ostgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie an der Südwestgrenze des Amtes Gimborn - Neutstadt *Landwehrlinie Ahesiepen - Oberderschlag - Balkenberg - Hecke *Landwehrlinie Hespert - Erdingen - Schalenbach *Landwehr bei Denklingen *Landwehr im Westen des Eckenhagener Gebiets *Landewehren im Osten des Kirchspiels Much *Landgraben zwischen dem Stranzenbach und dem Limbachsseifen *Landwehren zwischen Eitorf und Kircheid *Landwehren bei Uckerath *Landgraben bei Ittenbach *Sperre an der Zeithstraße *Holenfelder Grengel *Sperren zwischen Weyerbusch und Leuscheid *Stockener Landgraben *Landwehr bei Küdinghoven *Landgraben bei Honnef *Wildenburger Gebück bei Rittershagen *Kölsches Heck *Landwehrlinie Velau (in Velbert) - Heiligenhaus - Haus Landsberg (Ruhr) *Hardenberger Landwehren *Landwehr in den Honschaften Flandersbach und Rützkausen *Landwehren im Gebiet von Mülheim an der Ruhr *Lintorfer Landwehr *Werdener Landwehr *Märkische Höhensperre bei Beyenburg *Märkische Höhensperre bei Beyenburg (Hölzerne Klinke) ==== Landwehrlinien nach anderen Forschern==== *Höhensperre bei Ente (Wipperfürth) ==== Erdwerke, die Landwehren sind/sein könnten, aber nicht in der Literatur genannt werden ==== *Landwehrstück bei Hückeshagen-Wiehagen *Wegsperre Schmiedestraße-Eichenhofer Weg (Wuppertal-Nord) *Wallanlage an der Herbringhauser Talsperre </div> b95885ef534167f650264565978c170a362ce7b0 Elberfelder Landwehr 0 17 28 2013-12-31T00:48:00Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „<div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em…“ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl_(Wipperfürth) Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. </div> 9b3613c3b162c732ea0bd81367c173b918f13d58 29 28 2013-12-31T00:50:51Z Jm 1 /* Einführung */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. </div> ac72db1452a3780a9bb55e9ccc153299deb3ef68 30 29 2013-12-31T00:58:15Z Jm 1 /* Einführung */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze Auf'm Hagen, In der Hagerbeck und Hohenhagen. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der Burg Volmarstein seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von Kapellen auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur Hohrather Schanze, möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: :<span style="background-color:white">"''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein'' (Bredt) ''tho Elverfelde'' (Elberfeld) ''achter'' (=hinter, vgl. achtern)'' Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode'' (Horath)"</span> </div> 1e6bc43eddb1d54d9d5bd29f0e5bdd1589b231a8 31 30 2013-12-31T00:58:42Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze Auf'm Hagen, In der Hagerbeck und Hohenhagen. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der Burg Volmarstein seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von Kapellen auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur Hohrather Schanze, möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: :<span style="color:white">"''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein'' (Bredt) ''tho Elverfelde'' (Elberfeld) ''achter'' (=hinter, vgl. achtern)'' Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode'' (Horath)"</span> </div> 96beeebc885f6c7627d4839dd22ebe4dc934caca 32 31 2013-12-31T00:59:13Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze Auf'm Hagen, In der Hagerbeck und Hohenhagen. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der Burg Volmarstein seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von Kapellen auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur Hohrather Schanze, möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: :<span style="color:666666; font-weight:bold;">"''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein'' (Bredt) ''tho Elverfelde'' (Elberfeld) ''achter'' (=hinter, vgl. achtern)'' Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode'' (Horath)"</span> </div> ea0de223ab3ce2f4943101c63137b70c920c4abf 33 32 2013-12-31T00:59:27Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze Auf'm Hagen, In der Hagerbeck und Hohenhagen. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der Burg Volmarstein seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von Kapellen auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur Hohrather Schanze, möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: :<span style="color:#666666; font-weight:bold;">"''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein'' (Bredt) ''tho Elverfelde'' (Elberfeld) ''achter'' (=hinter, vgl. achtern)'' Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode'' (Horath)"</span> </div> 9d029d85b0845cb76a21506d7b8a1381053e5e46 34 33 2013-12-31T01:08:03Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze Auf'm Hagen, In der Hagerbeck und Hohenhagen. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der Burg Volmarstein seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von Kapellen auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur Hohrather Schanze, möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: :<div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein'' (Bredt) ''tho Elverfelde'' (Elberfeld) ''achter'' (=hinter, vgl. achtern)'' Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode'' (Horath)</big></span> </div> In heutiger Sprache und Topographie: "''... hoch zu Kapellen'' (bei Lichtscheid)''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend Bendahler Bach) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht Bönings Hof)'', nach der Hardt'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. Hammerkloth ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". </div> </div> d2737237e6c77a804d96b9cb09cede990d6359f6 35 34 2013-12-31T09:46:44Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: :<div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein'' (Bredt) ''tho Elverfelde'' (Elberfeld) ''achter'' (=hinter, vgl. achtern)'' Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode'' (Horath)</big></span> </div> In heutiger Sprache und Topographie: "''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Flurnamen Schneis nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. </div> </div> c42a8f69a7375f402dfb1468cd7dd33e583117e3 36 35 2013-12-31T09:51:00Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: :<div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein'' (Bredt) ''tho Elverfelde'' (Elberfeld) ''achter'' (=hinter, vgl. achtern)'' Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode'' (Horath)</big></span> </div> In heutiger Sprache und Topographie: "''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Flurnamen Schneis nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. </div> </div> b386872107b80a1a5f02ff6fb1d07a7bbb51242a 37 36 2013-12-31T09:51:23Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein'' (Bredt) ''tho Elverfelde'' (Elberfeld) ''achter'' (=hinter, vgl. achtern)'' Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode'' (Horath)</big></span> </div> In heutiger Sprache und Topographie: "''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Flurnamen Schneis nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. </div> </div> 0b1a72dccb8933ad94eb6ad622f2dbdb4b39b5d7 38 37 2013-12-31T09:51:39Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein'' (Bredt) ''tho Elverfelde'' (Elberfeld) ''achter'' (=hinter, vgl. achtern)'' Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode'' (Horath)</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: "''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Flurnamen Schneis nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. </div> </div> b9718e4ca126364099a501edaabfba65123a2075 39 38 2013-12-31T09:55:59Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Flurnamen Schneis nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. </div> </div> 4cbc36455265f5917555a8c9d6f9112157f576da 40 39 2013-12-31T09:57:14Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. </div> </div> dd07d6497283e7556cb540c684165c1156d1287d 41 40 2013-12-31T10:12:22Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. </div> </div> e5523ce0dd8feaeb6f2ce7b1ce0bb5a6aa26892e 42 41 2013-12-31T10:15:01Z Jm 1 /* Verlauf südlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. </div> </div> 1c2aac49f20cc7449aa2253bb07a98fc4f6347b5 43 42 2013-12-31T10:15:40Z Jm 1 /* Verlauf südlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. </div> </div> 81f82429686894edae4f8374bc9bd3b5910121e0 44 43 2013-12-31T10:16:43Z Jm 1 /* Verlauf südlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. </div> </div> 5cb82757c56ba388e742fabc1fe78d3b96f6189e 45 44 2013-12-31T10:18:11Z Jm 1 /* Verlauf südlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. </div> </div> 6d0bf1becfe0348e56207b8424fe4afd7b988a26 Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg 6 18 46 2013-12-31T10:23:55Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Wall am Reitstall Dorner Weg, Wuppertal wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Wall am Reitstall Dorner Weg, Wuppertal 5fb6f566a5c2f97076b60a64b99905cb9de1cd55 Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg 6 19 47 2013-12-31T10:24:23Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Wall am Reitstall Dorner Weg, Wuppertal wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Wall am Reitstall Dorner Weg, Wuppertal 5fb6f566a5c2f97076b60a64b99905cb9de1cd55 Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg 6 20 48 2013-12-31T10:24:45Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Wall am Reitstall Dorner Weg, Wuppertal wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Wall am Reitstall Dorner Weg, Wuppertal 5fb6f566a5c2f97076b60a64b99905cb9de1cd55 Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg 6 21 49 2013-12-31T10:25:15Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Wall am Reitstall Dorner Weg, Wuppertal wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Wall am Reitstall Dorner Weg, Wuppertal 5fb6f566a5c2f97076b60a64b99905cb9de1cd55 Datei:Dorn12.jpg 6 22 50 2013-12-31T10:26:05Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Dorn am Dorner Weg, Wuppertal wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Dorn am Dorner Weg, Wuppertal bfda8eb882242f94873182cbf6130a1883826e8b Datei:Dorn16.jpg 6 23 51 2013-12-31T10:26:31Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Dorn am Dorner Weg, Wuppertal wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Dorn am Dorner Weg, Wuppertal bfda8eb882242f94873182cbf6130a1883826e8b Elberfelder Landwehr 0 17 52 45 2013-12-31T10:36:59Z Jm 1 /* Verlauf südlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). 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Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. </div> </div> ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] 72358dd04e192862def6b50541ca791c8396200b 53 52 2013-12-31T10:38:14Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] </div> </div> c9b822543449cb87cec57d4b4796b3327eab2faa 54 53 2013-12-31T10:41:34Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== </div> </div> 3a05d7dcd8b03b3a021be08d1168b063da840ee1 55 54 2013-12-31T10:42:17Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== </div> </div> 754ad0b61580a9ef197f4c5002e04987ac570342 56 55 2013-12-31T10:48:02Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== </div> </div> b4d6df5f03869875323873e03f0e694f027bf90b 58 56 2013-12-31T11:13:40Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: </div> </div> 3c151901c533e615f54d0ffd54a678446b999668 59 58 2013-12-31T11:16:49Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: </div> </div> 0cbfc47c13b90713bc82e1a8678578b45edf2715 62 59 2013-12-31T11:43:47Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: [[Datei:Disteltal.png|mini|400px|center|Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunden)<br /> <br /> 1: Marscheider Fuderplatz<br /> 2: Der Blombach<br /> 3: Landwehr<br /> 4: Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> 5: Der Kastenberg und Disteltal<br /> 6: Schmalenhofer Erbbüsche<br /> 7: Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> 8: Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> 9: Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> 10: Die Erbbüsche der Bauergüter]] <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[:Datei:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] zusammengefasst: </div> </div> 1179e84fd33bc5e7f1e10c124383eaa62c8e1416 63 62 2013-12-31T12:49:50Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[:Datei:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde oder Kartierung nachgewiesener Verlauf |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch Quellen und Urkunden belegter, wahrscheinlicher Verlauf |- | style="color: green;"|'''Grüne Linie''' | Mögliche Spuren eines Gebücks |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Aus dem Luftbild erkennbare Boden- oder Vegetationsveränderungen aufgrund von Bodenverdichtungen |- | style="color: purple;"|'''Lila Linie''' | Vermuteter, bislang nicht belegter Verlauf |} </div> </div> 6003e2b9cf9e97c8751fa93372828bcfd80f5cf2 66 63 2013-12-31T12:59:40Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[:Datei:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} '''Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. </div> </div> eab49b008271287f03a1f42a3737887c7cdee000 73 66 2013-12-31T13:15:11Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[:Datei:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} '''Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419)''': Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 50c33c3a8e5bfc25d84d4b07169aa09cc666c6d0 91 73 2013-12-31T13:57:30Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} '''Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419)''': Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419)''': Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] '''Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen)''': Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut)''': Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht ]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei ]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> </div> </div> f1c162bf0bc18b1547eae71e06b2e6939efc9582 Einführung 0 15 57 26 2013-12-31T10:49:09Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Landwehren, was ist das? </big></span> Landwehren gehören erstaunlicherweise zu den eher unbekannten Einrichtungen aus dem Mittelalter. Während jedes Kind Ritterburgen kennt und der Interessierte wohl auch die eine oder andere, weniger romantisierte früh- oder hochmittelalterliche Ringwallanlage zu benennen vermag, so ist die Existenz der großräumig angelegten Landwehren nur sehr wenigen bewusst. Dabei waren diese (Grenz-) Sicherungsbauwerke im ganzen Bereich des heutigen Deutschlands seit dem Hochmittelalter eine alltägliche Einrichtung und noch heute finden sich mehr oder weniger gut sichtbare Spuren. Ein einfaches Indiz sind die Orts-, Flur- und Straßennamen wie ''(Am) Schlagbaum'', ''(An, Auf, Hinter, Vor der) Landwehr'', ''Dorn, Dörner, Dörnen'', ''Landfer'' ''Landwehrbusch'', ''Landwehrfeld'', ''Landwehrwiese'', ''Vor dem Baum'', ''Vorm Baum'', ''Lante'', ''Lanfert'', ''Laak'', ''Lachbaum'', ''Hölzerne Klinke'', ''(Am) Knick'', ''(Am) Grengel'' usw., die fast immer auf eines der alten Bauwerke hindeuten. Zahlreiche weitere Toponyme, die im einzelnen noch zu erläutern sind, weisen auch nach hunderten von Jahren als Flur- oder Ortsnamen auf eine nahe Landwehr oder eines ihrer integralen Bestandteile hin. Zur Verwirrung führt vielleicht die Tatsache, dass es hauptsächlich im 19. Jahrhundert auch militärische Verbände namens Landwehr gegeben hat. Wir beschäftigen uns hier aber ausschließlich mit den als Landwehr, Landgraben, Landhege, Landhecke, Landhagen, Lantert, Stadtgraben, Stadthege oder auch Stadthagen bezeichneten Bauwerken und dies zunächst speziell in dem Bereich des historischen Herzogtums Berg, dem heutigen Bergischen Land, das für den Landwehrforscher recht ergiebig ist. Der Schutzzweck ergab sich aus der mittelalterlichen Form der Kriegsführung, der Fehde. Konflikte zwischen Territorialherrscher wurden seltener mit massiven Truppeneinsatz in offenen Feldschlachten ausgetragen, üblich waren eher schnelle Vorstöße kleinerer berittener Gruppen, die in das Nachbarterrritorien einfielen und dort soviele Bauernhöfe wie möglich brandschatzten, die Ernte raubten oder vernichteten und das Vieh stahlen. Durch solche Aktionen wurde versucht dem Gegner die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen. Die Ernte fehlte, der Landesherr musste den Wiederaufbau leisten und die überlebenden Hörigen anschließend bis zu deren wirtschaftlichen Erholung versorgen, denn dies war seine Verpflichtung gegenüber den Leibeigenen als Gegenleistung für deren Fron-, Hand- und Spanndienste. Formal reichte die zeitnahe Überbringung des sogenannten Fehdebriefs, um diese Raubzüge zu legalisieren. Die mittelalterlichen Städte besaßen daher zum Schutz ihrer Bewohner meist eine Stadtmauer, die verläßlich die sich auf Fehde befindlichen Adeligen mit ihren Hilfstruppen, sowie sonstige vagabundierende, brandschatzende Räuber- und Mörderbanden (der Übergang zwischen beiden Gruppen war fließend und sie besaßen den gleichen verheerenden Effekt auf die Bevölkerung) auf Abstand hielt. Die Landbevölkerung dagegen, deren einzelne Gehöfte, wenn auch in Bauern- oder Honschaften organisiert, weit in der Landschaft verteilt waren, besaßen solch einen starken passiven Schutz zunächst nicht. Mit dem Aufkommen von Territorien im Hochmittelalter und des Fehdewesens sorgten aber die Territorialherrscher, meist Grafen, Herzöge oder Kirchenfürsten, systematisch für die Absicherung ihrer ländlichen Gebiete und Rechtsbezirke gegenüber dem häufig nicht wohlgesonnenen Nachbarn: Sie legten ''Lantweeren'' an. [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|links|Rest des Walls der Elberfelder Landwehr bei der Blombachtalbrücke in Wuppertal]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|Buchenrain auf der Elberfelder Landwehr bei Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg. Die Geländestufe ist der Rest des Landwehrwalls. Ob der heutige Bewuchs ein über Jahrhunderte gepflegter Rest des Gebücks ist, ist aber fraglich]] <br style="clear:both" /> Landwehren waren meist langläufige, im Einzelfall mehr als hundert Kilometer lange Befestigungslinien entlang den Grenzen mittelalterlicher Rechtsbezirke, Kirchspiele, Ämtern, Bauernschaften, Gehöften und/oder Territorien. Sie bestanden in der Regel aus einem oder mehreren mehrere Meter hohen Wällen. Davor, dahinter und dazwischen befanden sich tiefe Gräben, aus deren Aushub die Wälle aufgeschüttet wurden. Im flachen Land waren die Gräben auch mit Wasser gefüllt, teilweise wurden auch natürliche Fließgewässer verwendet oder umgestaltet. Wo es ging, wurden natürliche Bachläufe oder sonstige Geländemerkmale wie Hänge, Siepen oder Felsen als sogenanntes Annäherungshindernis an die Landwehr ausgenutzt. So wurde sie z.B. im oberen Bereichen eines Hangs angelegt, damit eine Annäherung aus dem Tal durch den Aufstieg erschwert wurde. Gleiches gilt auch für Wasserläufe, die zuerst überwunden werden mussten, bevor die dahinter stehende Landwehr erreicht werden konnte. Der Verlauf einer Landwehr richtete sich so meist nicht nach einer auf dem Reissbrett definierten Linie, sondern nach den vorteilhaften natürlichen Gegebenheiten. Diese für Pferde und gestohlenes Vieh nur sehr unwillig überwindbare Wall-Graben-Systeme waren aber nicht das Haupthindernis einer Landwehr. Dieses bestand in einer Einrichtung, die auch Gartenbesitzer als Einfriedung ihre Grundstückes noch heute gerne verwenden: Eine Hecke. Der Kern dieser Hecke bestand meist aus Buchen, die ein Stück wachsen gelassen wurden und dann mit der Spitze zur Erde gebogen und eingegraben wurden - das sogenannte Gebück. Die Spitzen bildeten Wurzeln und es entstand ein "Skelett" aus knorrigen Buchenholz. Zwischen diesem Skelett wurde Dornengestrüpp gesetzt, meist Schwarz- oder Weißdorn, Heckenrosen, Brombeeren oder auch Ilex - das sogenannte Gedörn. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 01.jpg|mini|400px|links|Die Fortsetzung der Elberfelder Landwehr im Grenzgebiet von Radevormwald und Ennepetal als gut ausgeprägter Dreifachwall]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 04.jpg|mini|400px|Der vermutlich um das Jahr 1300 aufgeschüttete Wall erreicht noch heute trotz Erosion eine Höhe von über einen Meter]] <br style="clear:both" /> Diese Hecke aus "Verbundmaterial" (festes Holzskelett und dichtes Dornengestrüpp) konnte bis zu 20 Meter breit werden und wurde neben oder auf den Wällen gepflanzt. Die Hecke war bei guter Pflege nahezu undurchdringlich und bot so den Schutz, den eine Mauer einer Stadt bot. Wie man sich leicht vorstellen kann, war die Anlage einer Landwehr eine sorgfältig geplante, langfristige Angelegenheit: Erst nach ca. 10 Jahren intensiver Pflege (Hege) war die Landwehr so dicht und hoch bewachsen, wie es für den Schutzzweck notwendig war. War ihre Anlage beschlossen, so mussten die ortsansässigen Bauern die Anlage und Pflege im Rahmen ihrer Dienstpflicht (Hand- und Spanndienste) gegenüber ihrem Landesherrn übernehmen. Wer sich die teils Kilometer langen heute noch erhaltenen Wall-Graben-Systeme betrachtet, kann sich leicht die Mühe vorstellen, die es gekostet haben wird, diese Erdbewegungen mit hölzernen Hacken, Spaten und Schaufeln vorzunehmen. Dennoch wird der Bau von der bäuerlichen Bevölkerung wohl nicht nur als Belastung gesehen worden sein, denn die Landwehr war gerade in unsicheren Grenzbereichen ein effizienter Schutz für ihr Leib, Leben und Eigentum. Eine Landwehr war, wie oben schon erwähnt, häufig eine Grenzsicherung - der Begriff ist allerdings keinesfalls streng auszulegen. Landwehren markierten oft (aber nicht ausschließlich) Grenzen, dienten aber immer der Sicherung eines Objekts (z.B. Straßen, Siedlungen) oder Gebietes auch ohne dass es eine dazugehörige Grenze gab. Sie folgten oft einer Grenze, waren aber nicht eine solche, sondern verliefen unter Ausnutzung von Geländevorteilen nach hinten zurückgenommen parallel zu ihr. Wenn heute ein historischer Landwehrverlauf mit einer konkreten kommunalen Grenze identisch ist, dann liegt das meist daran, dass für die Definition dieser "modernen" Verwaltungsgrenzen in der späten Neuzeit der Landwehrverlauf als sich anbietend einfach übernommen wurde. Dennoch gilt: Erst durch die Kenntnis historischer Grenzen erschließt sich der Verlauf einer gebietsschützenden Landwehr. Man ist oft erstaunt, wie gut sich mittelalterliche Grenzen bis in die heutige Zeit erhalten haben. Vor tausend Jahren beispielsweise Kirchspielgrenze, heute eine deckungsgleiche Stadt- oder Stadtteilgrenze. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 2007 11.jpg|mini|400px|links|Dreifachwall am Freebach in Radevormwald. So stark befestigt waren die Landwehren nur bei den Durchgängen von bedeutenden Altstraßen. In diesem Fall die heutige B483 zwischen den Orten Ennepetal-Schlagbaum (sic!) und Radevormwald-Landwehr (sic!)]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|Auch auf dem Paulsberg bei Wuppertal-Herbringhausen befindet sich ein Doppelwall. Der Graben zwischen den Wällen ist schon fast vollständig verfüllt. Auf beiden Wällen wachsen wie fast immer Bäume. Werden diese durch die moderne Waldwirtschaft gefällt, erleiden die Erdwerke oft große Schäden.]] <br style="clear:both" /> Landwehren dienten auch dem fiskalischen Interessen der Territorialherrscher, denn sie verhinderten das unkontrollierte Betreten des Landes auch derjenigen Leute, die nichts Böses im Schilde führten. Die Durchgänge durch eine Landwehr an den alten Handels-, Pilger- und/oder Heerwegen waren mit Schlagbäumen gesichert, an denen Personen und Waren kontrolliert und Zoll erhoben wurde. Daneben dienten sie auch der Kontrolle des Weideviehs, das so nicht zur Freude des Nachbarn den Rechtsbezirk verlassen konnte. Eine weitere, später wohl dankbar angenommene Nutzungsmöglichkeit bestand z.B. in der Wolfs- oder Bärenjad, wo die Landwehr die Fluchtmöglichkeit des gejagten Tieres beschränkte und zu einer vorbereiteten Falle leitete. Man beachte in diesem Zusammenhang die Einrichtung von sogenannten Bären- oder Wolfskuhlen, die häufig an Landwehren angelegt wurden. Vermutlich trat der Nutzen bei der "normalen" Jagd auf Wild ebenfalls zu Tage. Weitere Formen waren wegbegegleitende Landwehren, Höhensperren oder Städte und Gehöfte umgebende Landwehren. Wegbegleitende Landwehren erfüllten je nach Ort einen mehrfachen Zweck. Zum einen schützten sie Reisenden vor Wegelagerern, die sich in den Wäldern links und rechts der Straße verbergen konnten. Hauptsächlich schützte sie aber umgekehrt Siedlungsplätze vor Reisenden, die keine friedliche Dinge im Sinn hatten oder eine gute Gelegenheit zum beiläufigen Plündern, Rauben und Brandschatzen zu nutzen wussten. Auch neigten Altstraßen dazu sich im mehreren parallelen Trassen durch das Gelände zu ziehen, meist an Steigungen, wo sich rasch Hohlwegbündel ausbildeten, deren einzelne Äste je nach Passierbarkeit abwechselnd genutzt wurden. Die Landwehr sorgte hier dafür, dass die Straße von den Siedlungsplätzen fern blieb. Deren bester Schutz lag ja darin, gar nicht erst von durchreisenden Banden oder militärischen Verbänden wahrgenommen zu werden. Ein Stück weit vor Landwehrdurchgängen (Schlagbäumen) begleiteten Landwehren ebenfalls Straßen, kanalisierten so den Verkehr zu der Kontrollstelle und verhinderten das Umgehen einer solchen zumindest für Fuhrwerke. Häufige Formen sind Höhensperren, die in bestimmten Regionen auch Grengel genannt wurden. Eine Altstraße verlief meistens auf Höhenzügen, da die Täler mit ihren Wasserläufen und Auen oft morastig und somit unpassierbar waren. So verliefen die meisten Altstraßen auf den Höhen und stiegen nur dann in ein Tal ab, um es zur gegenüberliegenden Höhe hin schnell zu queren. Zur Kontrolle des Verkehrs auf einer derartigen Höhenstraße, wurde häufig von dem links des Höhenzugs gelegenen Seitental eine Landwehr hinauf zur Straße angelegt, die dort nur den Durchlass frei ließ und dann wieder auf der anderen Straßenseite in das rechte Seitental hinabführte. Auch hier gab es keine Möglichkeit für Fuhrwerke die Kontrollstelle zu umgehen, ein Ausweichen in die Täler war wegen den morastigen Bodenverhältnissen so gut wie ausgeschlossen. Der umgekehrte Fall, eine Landwehr als Talsperre, ist als Letzi besonders im Schweizer Raum bekannt. Auch hier wurde der Durchgang zwischen zwei Bergen (Pass) verhindert oder auf einen zentralen Durchlass kanalisiert. Auch Städte besaßen vor der Stadtmauer eine Landwehr, der Stadthagen, der sie und die zur Stadt gehörigen Gemarkungen großräumig umschloss - auch dazu später mehr. Wann der systematische Landwehrbau begonnen wurde, ist unklar. Es existieren dafür, dass eine Landwehr im Bewusstsein des mittelalterlichen Lebens allgegenwärtig war, erstaunlicherweise nur wenige mittelalterliche Quellen über den Bau und die Erhaltungsmaßnahmen. Es ist aber anzunehmen, dass schon in der Antike eine solche Einrichtung in Germanien bekannt war. Tacitus beschreibt z.B. im Jahre 16 n.Chr. den Angrivarierwall der die Gebiete der germanischen Volksstämme der Angrivarier von denen der Cheruskern trennte. Als bekannteste Landwehr auf deutschen Boden dürften die unterschiedlichen Linien des römischen Limes gelten, der in seiner Bauausführung und Elementen mit einer mitelalterlichen Landwehr eine große Übereinstimmung besitzt. Auch der Zweck als eine Grenzsicherung gegenüber den benachbarten Gebiet und als Möglichkeit die unkontrollierte Einreise zu verhindern ist vergleichbar. [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|links|(Vermutliche) Reste eines Gebücks bei Wuppertal-Herbringhausen. Gut erkennbar die knorrige Gehölzform, die auf den manipulierten Wuchs hinweist]] [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|Die Elberfelder Landwehr setzt sich bis tief in das Oberbergische Land fort, hier im Neyetal auf dem Abschnitt Kottmannshausen - Krommenohl]] <br style="clear:both" /> Es mag diese Ähnlichkeit - gepaart mit einer gehörigen Portion Lokalpatriotismus - gewesen sein, die die ersten Landwehrforscher im 19. Jahrhundert häufig zu der Annahme verführten, eine in ihrem Ort gefundene Landwehr sei römischen Ursprung. Dementsprechend waren die ersten hobbywissenschaftlichen Beiträge in den lokalhistorischen Reihenwerken gespickt mit Vermutungen, Fehlinterpretationen und Übertreibungen. Dennoch sind auch diese Beiträge eine gewisse Hilfe bei der heutigen Landwehrforschung, denn diese Forscher hatten einen Vorteil: Sie konnten noch Anlagen in Augenschein nehmen und beschreiben, die durch den stetigen Flächenverbrauch seit Mitte des 19. Jahrhundert schon längst überbaut oder in Agrarflächen verwandelt worden sind. Die ernsthafte Geschichtswissenschaft behandelt das Thema auch eher stiefmütterlich, auch wenn im einzelnen archäologische Grabungen und vor allen Untersuchungen bei der Unterschutzstellung einzelner Relikte als Bodendenkmal vorgenommen wurden. Es erfolgt dankenswerterweise zur Zeit eine systematische Erforschung der Landwehren im Münsterland durch Dr. Cornelia Kneppe (Westfälisches Amt für Bodendenkmalpflege), die das Thema unter anderem in einer Broschüre und einem Buch auch einen allgemeineren Interessentenkreis nahebringt. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steile Hänge waren kein Hindernis beim Landwehrbau. Hier die Elberfelder Linie in Wuppertal vom Marscheider Bach den Steilhang auf den Gipfel des Steinbergs hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Oben auf dem Berg setzt sie sich als Doppelwall gut sichtbar im Wald Richtung Wuppertal-Herbringhausen fort]] <br style="clear:both" /> Für einzelne Landwehren im Nordwestdeutschland gibt es Hinweise auf einen Bau im 13. bis 16. Jahrhundert, ein Zeitraum, der wohl generell der Hochzeit des Landwehrbaus entspricht. Erst im 12. Jahrhundert festigte sich im Grenzgebiet vom heutigem Rheinland und Westfalen die Territorialbildung - auch wenn sich schon ab dem 7. Jahrhundert fränkische Gaue oder sächsische, später fränkisch beherrschte Verwaltungsbezirke ausbildeten, die aber häufig durch kirchliche Grenzziehungen (Dekanate) festgelegt waren. Das Gebiet der Kirchspiele eines Dekanats wurde oft für deckungsgleiche weltliche Gerichtsbezirke genutzt, in denen der Gograf (Gaugraf) das Richteramt innehatte. Daraus entwickelten sich sowohl die westfälischen Freigrafschaften, als auch der umfangreiche Besitz der Kölner Erzbischöfe als Kurfürsten. Ab dem 12. Jahrhundert erhob der sich emanzipierende Dienstadel vermehrt eigene Ansprüche, sicherte sich mehr und mehr Besitz und etablierte sich schließlich als gleichrangig - Grafschaften und Herzogtümer entstanden und damit wachsende Ansprüche auf geschlossene Territorien. Hier wären insbesondere die späteren Herzöge von Berg und die Grafen von der Mark zu nennen. Das Ende des systematischen Landwehrbaus kann man gegen Ende 15. Jahrhunderts datieren, als in Folge des brutalen, wie überbordenden Fehdewesens 1495 der "Ewige Landfrieden" ausgerufen wurde. Nun war es den Adeligen bei harter Strafandrohung nicht mehr erlaubt zur Durchsetzung vermeintlicher und realer Ansprüche nach formloser Ansage durch den Fehdebrief die Gehöfte und Städte des Nachbarn zu plündern und die Landwehren als Grenzsicherungen wurden dadurch nicht mehr essentiell benötigt. Auch machte die Militärtechnik in dieser Zeit, was sowohl Bewaffnung, als auch Strategie/Taktik angingt, rasante Fortschritte. Für ernst gemeinte massive Angriffe mit bewaffneten Truppen waren die Landwehren kein ernsthaftes Hindernis. Dennoch sind die Pflege und der Nutzen einer solchen Landwehr bis in das 18. Jahrhundert hinein beurkundet. [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|links|Auch hier ging es den Steilhang hoch. Diesmal die Elberfelder Landwehrlinie zwischen Hengsten und Gangolfsberg bei Wuppertal-Beyenburg]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 04.jpg|mini|300px|Dieser Dreifachwall der Elberfelder Landwehr nahe dem Schießstand auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken in Wuppertal war zeitweise von dem Neubau einer JVA bedroht]] <br style="clear:both" /> Die Denkmalbehörden und die Landespfleger zeigen sich zunehmend sensiblisiert für diese alten Erdwerke und die Zahl der Bodendenkmaleintragungen steigt. Die Landwehrforschung ist aber nach wie vor ein Wettlauf gegen die Zeit. Bei Verkehrswegebauprojekten, Erschließung neuer Gewerbe- und Siedlungsgebieten oder sonstigen flächenverbrauchenden Vorhaben schwinden Tat für Tag ein weitere Stücke dieser Anlagen. Meist sind die Reste dieser Erdwerke sowieso nur noch in Wäldern vorhanden. Hier ist die moderne Waldbewirtschaftung mit Abstand der größte Feind. In Unkenntnis oder Ignoranz werden selbst unter Schutz gestellte Teile bei Waldarbeiten zerstört, sowohl von Privatwaldbesitzern als auch von der öffenlichen Hand. Wenn ein Fichtenwald mit den sogenannten Harvestern und anderen schweren Waldmaschinen abgerntet wird und zum Abtransport des Holzes durch Sattelschlepper breite Wege in den Wald geschlagen werden, dann haben die verbleibenden Erdwerke in diesem Wald kaum noch eine Überlebenschance. Der Orkan Kyrill hat im Januar 2007 nicht nur Wälder zerstört, sondern bei den Aufräumarbeiten wurde so mancher Landwehrgraben verfüllt und Wall mit den Waldmaschinen zerstört. Hier wäre eine Sensibilisierung der Ausführenden wünschenswert, damit uns die wenigen Spuren mittelalterlichen Lebens erhalten bleiben. Es würde ja heutzutage - um den Bogen zum Anfang dieser Einführung wieder zu spannen - ohne Proteste ja auch keiner hinnehmen, dass einfach eine mittelalterliche Ritterburg abgerissen würde ... </div> </div> 918e598a588c2112f7d8053fc149cf57d96e6859 Datei:Disteltal.png 6 24 60 2013-12-31T11:17:56Z Jm 1 Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Impe… wikitext text/x-wiki Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunden) 381328586325d5e204b77d6a8f6f9bcfe74c5c95 Datei:LwDisteltal.kmz 6 25 61 2013-12-31T11:42:35Z Jm 1 Wallgräben, Flurverläufe im Bereich Disteltal, Wuppertal-Ronsdorf Google Earth KMZ Datei wikitext text/x-wiki Wallgräben, Flurverläufe im Bereich Disteltal, Wuppertal-Ronsdorf Google Earth KMZ Datei 0ea56f0ea8dc917cbc7f7a0fb32e7e6af7fa97db Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg 6 26 64 2013-12-31T12:58:41Z Jm 1 Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße) wikitext text/x-wiki Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße) a3cd9e97c8f2bee703db77fd64a6238433468d03 Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg 6 27 65 2013-12-31T12:59:20Z Jm 1 Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße) wikitext text/x-wiki Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße) a3cd9e97c8f2bee703db77fd64a6238433468d03 Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg 6 28 67 2013-12-31T13:03:07Z Jm 1 Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße) wikitext text/x-wiki Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße) a3b11af1fa6e56830a167bcbd9480e8f5229b9ec Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg 6 29 68 2013-12-31T13:03:36Z Jm 1 Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße) wikitext text/x-wiki Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße) a3b11af1fa6e56830a167bcbd9480e8f5229b9ec Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg 6 30 69 2013-12-31T13:09:44Z Jm 1 Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße) wikitext text/x-wiki Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße) bacdcb412d707b00ce862a9db16f2a42ed8c3931 Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg 6 31 70 2013-12-31T13:10:07Z Jm 1 Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße) wikitext text/x-wiki Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße) bacdcb412d707b00ce862a9db16f2a42ed8c3931 Datei:Standortverwaltung 04.jpg 6 32 71 2013-12-31T13:13:19Z Jm 1 Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße) wikitext text/x-wiki Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße) caf031495f2bbde5dfc0b310786ffe4735e29f06 Datei:Standortverwaltung 06.jpg 6 33 72 2013-12-31T13:13:48Z Jm 1 Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße) wikitext text/x-wiki Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße) caf031495f2bbde5dfc0b310786ffe4735e29f06 Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg 6 34 74 2013-12-31T13:32:54Z Jm 1 Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße wikitext text/x-wiki Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße cc01c79059029b8bd48c85aedd3d908b46574720 Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg 6 35 75 2013-12-31T13:33:37Z Jm 1 Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße wikitext text/x-wiki Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße cc01c79059029b8bd48c85aedd3d908b46574720 Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg 6 36 76 2013-12-31T13:33:56Z Jm 1 Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße wikitext text/x-wiki Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße cc01c79059029b8bd48c85aedd3d908b46574720 Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg 6 37 77 2013-12-31T13:34:20Z Jm 1 Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße wikitext text/x-wiki Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße cc01c79059029b8bd48c85aedd3d908b46574720 Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg 6 38 78 2013-12-31T13:38:15Z Jm 1 Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen wikitext text/x-wiki Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen 91b24d43b6f35ea35bf230c127ceb836a71ee010 Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg 6 39 79 2013-12-31T13:42:18Z Jm 1 Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich wikitext text/x-wiki Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich b7082055cf0199230fa4b011a7071af7c99ecf8a Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg 6 40 80 2013-12-31T13:42:37Z Jm 1 Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich wikitext text/x-wiki Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich b7082055cf0199230fa4b011a7071af7c99ecf8a Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg 6 41 81 2013-12-31T13:43:01Z Jm 1 Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich wikitext text/x-wiki Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich b7082055cf0199230fa4b011a7071af7c99ecf8a Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg 6 42 82 2013-12-31T13:43:27Z Jm 1 Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich wikitext text/x-wiki Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich b7082055cf0199230fa4b011a7071af7c99ecf8a Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg 6 43 83 2013-12-31T13:43:59Z Jm 1 Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich wikitext text/x-wiki Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich b7082055cf0199230fa4b011a7071af7c99ecf8a Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg 6 44 84 2013-12-31T13:44:17Z Jm 1 Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich wikitext text/x-wiki Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich b7082055cf0199230fa4b011a7071af7c99ecf8a Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg 6 45 85 2013-12-31T13:52:11Z Jm 1 Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö wikitext text/x-wiki Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö 3599e04cb4b047ce2ec6729bbdd805ab4af33f8c Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg 6 46 86 2013-12-31T13:52:27Z Jm 1 Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö wikitext text/x-wiki Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö 3599e04cb4b047ce2ec6729bbdd805ab4af33f8c Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg 6 47 87 2013-12-31T13:52:41Z Jm 1 Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö wikitext text/x-wiki Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö 3599e04cb4b047ce2ec6729bbdd805ab4af33f8c Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg 6 48 88 2013-12-31T13:53:07Z Jm 1 Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö wikitext text/x-wiki Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö 3599e04cb4b047ce2ec6729bbdd805ab4af33f8c Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg 6 49 89 2013-12-31T13:53:32Z Jm 1 Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö wikitext text/x-wiki Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö 3599e04cb4b047ce2ec6729bbdd805ab4af33f8c Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg 6 50 90 2013-12-31T13:53:57Z Jm 1 Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö wikitext text/x-wiki Die 15 wegebaggerten parallele Wälle nördlich von Erbschlö 3599e04cb4b047ce2ec6729bbdd805ab4af33f8c Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg 6 51 92 2013-12-31T13:59:13Z Jm 1 Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö wikitext text/x-wiki Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö be0105d5d3e50fb5734d7ca0d22c75fc959e071c Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg 6 52 93 2013-12-31T13:59:36Z Jm 1 Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö wikitext text/x-wiki Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö be0105d5d3e50fb5734d7ca0d22c75fc959e071c Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg 6 53 94 2013-12-31T13:59:55Z Jm 1 Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö wikitext text/x-wiki Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö be0105d5d3e50fb5734d7ca0d22c75fc959e071c Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg 6 54 95 2013-12-31T14:00:18Z Jm 1 Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö wikitext text/x-wiki Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö be0105d5d3e50fb5734d7ca0d22c75fc959e071c Datei:Blombachtal 02.jpg 6 55 96 2013-12-31T14:06:46Z Jm 1 Elberfelder Landwehr an der Blombachtalbrücke wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr an der Blombachtalbrücke 5e1c058a59d67438a42bf0702dda68d92b3c0959 Datei:Karte-blombach-1811.jpg 6 56 97 2013-12-31T14:07:53Z Jm 1 Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf) wikitext text/x-wiki Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf) 637ce42a2f2c57ad8c113bddf6f835da57a0c0d7 Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg 6 57 98 2013-12-31T14:13:28Z Jm 1 Wall an einer Waldflurgrenze zwischen dem Erbschlöer Bachtal und der auf der Höhe verlaufenden L419 wikitext text/x-wiki Wall an einer Waldflurgrenze zwischen dem Erbschlöer Bachtal und der auf der Höhe verlaufenden L419 6ca5cbdfdaf8f2f0e9ba749f01e331747f5658dc Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg 6 58 99 2013-12-31T14:14:15Z Jm 1 Wall an einer Waldflurgrenze zwischen dem Erbschlöer Bachtal und der auf der Höhe verlaufenden L419 wikitext text/x-wiki Wall an einer Waldflurgrenze zwischen dem Erbschlöer Bachtal und der auf der Höhe verlaufenden L419 6ca5cbdfdaf8f2f0e9ba749f01e331747f5658dc Datei:Im Eichelskamp 01.jpg 6 59 100 2013-12-31T14:19:26Z Jm 1 Wallgraben-Struktur im Wald Im Eichelskamp, Wupertal-Ronsdorf wikitext text/x-wiki Wallgraben-Struktur im Wald Im Eichelskamp, Wupertal-Ronsdorf 343b9f0053ed421eca4066ce98dc2e9dc75207e4 Datei:Im Eichelskamp 03.jpg 6 60 101 2013-12-31T14:19:54Z Jm 1 Wallgraben-Struktur im Wald Im Eichelskamp, Wupertal-Ronsdorf wikitext text/x-wiki Wallgraben-Struktur im Wald Im Eichelskamp, Wupertal-Ronsdorf 343b9f0053ed421eca4066ce98dc2e9dc75207e4 Elberfelder Landwehr 0 17 102 91 2013-12-31T14:33:58Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} '''Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419)''': Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419)''': Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] '''Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen)''': Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut)''': Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes):''' Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke):''' Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] '''Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA):''' Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp):''' In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 9111a5166401fada4bbbfa7cc7710ee0fdcfa580 103 102 2013-12-31T15:21:09Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: :"''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''". Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} '''Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419)''': Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419)''': Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] '''Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen)''': Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut)''': Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes):''' Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke):''' Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] '''Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA):''' Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp):''' In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 5a6503c7bca3990a851712e9eda70e255f9faaaa 104 103 2014-01-01T17:13:13Z Jm 1 /* Theorien über den Verlauf nördlich von Westen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} '''Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419)''': Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419)''': Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] '''Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen)''': Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut)''': Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes):''' Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke):''' Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] '''Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA):''' Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp):''' In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 390cdc2936388cd34f7046ec4b01293fd7c333be 105 104 2014-01-01T18:04:18Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. === Einführung === Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. === Verlauf === Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. ==== Theorien über den Verlauf nördlich von Westen ==== '''Theorie 1:''' Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. '''Theorie 2:''' Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. '''Theorie 3''': Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. ==== Verlauf südlich von Westen ==== Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. ==== Von der Wupper nach Dorn ==== Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. ==== Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch ==== Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} '''Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419)''': Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419)''': Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419)''': Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] '''Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen)''': Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut)''': Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes):''' Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke):''' Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] '''Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA):''' Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> '''Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp):''' In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> '''Flurstück am nördlichen Kastenberg:''' In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. '''Fazit und Schlussfolgerungen:''' Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. </div> </div> 4c8b7b7188937002dd624f835873f332ab7cf1f5 106 105 2014-01-01T18:12:24Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ===== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. </div> </div> 5ae3c69624eea8297ae952f637948f2653f228fe 107 106 2014-01-01T18:12:38Z Jm 1 /* = Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. </div> </div> 18e348591ea27a68ab0575a19df604b5d94df9af 108 107 2014-01-01T18:23:41Z Jm 1 /* Fazit und Schlussfolgerungen */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. == Vom Blombach zum Marscheider Bach == Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. </div> </div> b15fa31e88f37a471d368896110a4874c89da401 111 108 2014-01-01T18:32:10Z Jm 1 /* Vom Blombach zum Marscheider Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. == Vom Blombach zum Marscheider Bach == Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> == Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach == Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers Herbringhausen, nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: </div> </div> 4ae9eff3288113cd9f3656e6003a7b45b2cde1bc 112 111 2014-01-01T18:33:14Z Jm 1 /* Vom Blombach zum Marscheider Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. == Vom Blombach zum Marscheider Bach == Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> == Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach == Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers Herbringhausen, nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: </div> </div> b88779096a9a0d6ceed66aacdc3e15b895bc7998 113 112 2014-01-01T18:54:21Z Jm 1 /* Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. == Vom Blombach zum Marscheider Bach == Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> == Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach == Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute ''Herbringhauser'' oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem ''Paulsberg'' ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. </div> </div> 54d9d3e3b98cc3350aeb7d68bdca62f4735e4e1c 114 113 2014-01-01T18:57:13Z Jm 1 /* Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. == Vom Blombach zum Marscheider Bach == Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> == Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach == Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. </div> </div> 7122f522ccf608f243889266e57785dfbd5799fe 115 114 2014-01-01T18:59:30Z Jm 1 /* Vom Blombach zum Marscheider Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> == Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach == Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. </div> </div> c53f855645d08ba3f8ae795ea52ee1ba338e7bc7 116 115 2014-01-01T18:59:48Z Jm 1 /* Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum ''[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. </div> </div> 35c98d7b303c42cfe234eb656544211beb16ec19 117 116 2014-01-01T19:00:47Z Jm 1 /* Flurstück am nördlichen Kastenberg */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. </div> </div> 220310fe903dcbfc462b3bd48a46ad2ed93790db 123 117 2014-01-01T19:22:30Z Jm 1 /* Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|center|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 664883165095a8b590c0ade1db6e400ef9ffaed2 124 123 2014-01-01T19:23:20Z Jm 1 /* Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|center|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 3f65112b92bb221a3cd14a5b5e2f25ab38a02f85 125 124 2014-01-01T19:23:59Z Jm 1 /* Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 9960fc043368fb5a2c58543d7d56df345ea44fc9 128 125 2014-01-01T19:30:16Z Jm 1 /* Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbrinnghauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. </div> </div> 87546fa6cb7ed6d82f50e4edabf3654fb5bb8d55 131 128 2014-01-01T20:07:41Z Jm 1 /* Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. == Vom Herbringhauser Bach zur Wupper == In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilgien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. </div> </div> ad6f2536bad319fd7b361e07c677c86c24350bbc 132 131 2014-01-01T20:30:23Z Jm 1 /* Vom Herbringhauser Bach zur Wupper */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilgien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. </div> </div> 06867bc05a403b31960aa9ab71e6d967bc622c14 140 132 2014-01-02T15:59:22Z Jm 1 /* Vom Herbringhauser Bach zur Wupper */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|300px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. </div> </div> f3dc7014f30089e78cef15943436f3ec5a961a50 Datei:Fleischsiefen 03.jpg 6 61 109 2014-01-01T18:27:21Z Jm 1 Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal wikitext text/x-wiki Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal 8e37bb6a45964485556b085c7dc4e9580586ebad Datei:Fleischsiefen 06.jpg 6 62 110 2014-01-01T18:27:46Z Jm 1 Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal wikitext text/x-wiki Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal 8e37bb6a45964485556b085c7dc4e9580586ebad Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg 6 63 118 2014-01-01T19:05:16Z Jm 1 Elberfelder Landwehr im Marscheider Wald wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr im Marscheider Wald ec9375d23763c57ca3566910c0e9d4b180b22663 Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg 6 64 119 2014-01-01T19:05:37Z Jm 1 Elberfelder Landwehr im Marscheider Wald wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr im Marscheider Wald ec9375d23763c57ca3566910c0e9d4b180b22663 Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg 6 65 120 2014-01-01T19:06:06Z Jm 1 Elberfelder Landwehr im Marscheider Wald wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr im Marscheider Wald ec9375d23763c57ca3566910c0e9d4b180b22663 Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg 6 66 121 2014-01-01T19:08:03Z Jm 1 Elberfelder Landwehr im Marscheider Wald wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr im Marscheider Wald ec9375d23763c57ca3566910c0e9d4b180b22663 Datei:GE Herbringhausen.jpg 6 67 122 2014-01-01T19:20:40Z Jm 1 Elberfelder Landwehr im Luftbild von Google Earth Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr im Luftbild von Google Earth Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte 55e289876e08e4a93923363ffe77c4f64288209b Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg 6 68 126 2014-01-01T19:29:00Z Jm 1 Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach wikitext text/x-wiki Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach 2351c0a665a6cbb57a17fce63e02d7b9bccb1159 Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg 6 69 127 2014-01-01T19:29:21Z Jm 1 Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach wikitext text/x-wiki Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach 2351c0a665a6cbb57a17fce63e02d7b9bccb1159 Datei:Sonderbusch 03.jpg 6 70 129 2014-01-01T19:56:12Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern 5d3f27328c6cec78e6b2cfcc8a3193c0bd91ff4c Datei:Sonderbusch 04.jpg 6 71 130 2014-01-01T19:56:33Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern 5d3f27328c6cec78e6b2cfcc8a3193c0bd91ff4c Hauptseite 0 14 133 24 2014-01-02T15:35:41Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|frameless|right]] <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big> Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergische Land. </big></span> === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land === *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] **[[Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen]] **[[Wallgraben bei Wuppertal-Nord]] </div> 1f96bd59cb4d43bacbbd99874cbe60a6ad50f361 Datei:Gangolfsberg 04.jpg 6 72 134 2014-01-02T15:37:30Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg 6ab9424f6c05d79a4357306e403afd8b346f37da Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg 6 73 135 2014-01-02T15:38:35Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg 6ab9424f6c05d79a4357306e403afd8b346f37da Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg 6 74 136 2014-01-02T15:38:54Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg 6ab9424f6c05d79a4357306e403afd8b346f37da Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg 6 75 137 2014-01-02T15:42:42Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Buchenrain bei Gangolfsberg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Buchenrain bei Gangolfsberg 8b292cfc725ef032606d4806bc621bdee1f649d9 Datei:Stoffelsberg 06.jpg 6 76 138 2014-01-02T15:44:44Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Verschliffener Wall bei Stoffelsberg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Verschliffener Wall bei Stoffelsberg 863debd81829536525c1bcd726fb10fbb4df971c Datei:Stoffelsberg 07.jpg 6 77 139 2014-01-02T15:45:02Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Verschliffener Wall bei Stoffelsberg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Verschliffener Wall bei Stoffelsberg 863debd81829536525c1bcd726fb10fbb4df971c Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg 6 78 141 2014-01-02T16:01:10Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum 7d02e3a392a2866115d6caa902a3206c44aaab1b Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg 6 79 142 2014-01-02T16:01:28Z Jm 1 Elberfelder Landwehr: Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr: Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum 7d02e3a392a2866115d6caa902a3206c44aaab1b Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg 6 80 143 2014-01-02T16:05:05Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall 096d784d96284aa9355620a016005945ccd19f14 Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg 6 81 144 2014-01-02T16:05:44Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Vorm Baum wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Vorm Baum 7f30f1b431a4129cdf9259d19dc67069ca53f15a Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg 6 82 145 2014-01-02T16:06:02Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Vorm Baum wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Vorm Baum 7f30f1b431a4129cdf9259d19dc67069ca53f15a Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg 6 83 146 2014-01-02T16:06:20Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Vorm Baum wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Vorm Baum 7f30f1b431a4129cdf9259d19dc67069ca53f15a Datei:Bei Brebach 01.jpg 6 84 147 2014-01-02T16:08:44Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Brebach wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Brebach aef72c09189d499ab65dcd0a5fe458806adf1d7f Datei:Bei Brebach 03.jpg 6 85 148 2014-01-02T16:09:01Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Brebach wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Brebach aef72c09189d499ab65dcd0a5fe458806adf1d7f Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg 6 86 149 2014-01-02T16:11:26Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Brebach und Singerhof wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Brebach und Singerhof e1b90bf198c98d5e71c1aeea358b8f91fb6646fe Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg 6 87 150 2014-01-02T16:11:45Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Brebach und Singerhof wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Brebach und Singerhof e1b90bf198c98d5e71c1aeea358b8f91fb6646fe Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg 6 88 151 2014-01-02T16:12:08Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Brebach und Singerhof wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Brebach und Singerhof e1b90bf198c98d5e71c1aeea358b8f91fb6646fe 152 151 2014-01-02T16:12:25Z Jm 1 wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Singerhof 54cfbc68315557b6ee5c6349dba73d963cdbb3b8 Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg 6 89 153 2014-01-02T16:12:45Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Singerhof wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Singerhof 54cfbc68315557b6ee5c6349dba73d963cdbb3b8 Elberfelder Landwehr 0 17 154 140 2014-01-02T16:14:49Z Jm 1 /* Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|300px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|300px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|300px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|300px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|300px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|300px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|300px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|300px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|300px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|300px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|300px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|300px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 10e471e91551ec74ae864548182a948164c474e4 155 154 2014-01-02T21:00:55Z Jm 1 /* Vom Herbringhauser Bach zur Wupper */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|300px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|300px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|300px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|300px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|300px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|300px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|300px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|300px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|300px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|300px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|300px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> </div> </div> c4eab9599f37a3e6f4df439755beb397691b5d59 156 155 2014-01-02T21:01:57Z Jm 1 /* Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen . So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 6feb1b9cd655376d4b9d15a8edea7c3dce1d9c94 157 156 2014-01-06T17:43:14Z Jm 1 /* Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> </div> </div> d12340072eb477a6bcfd5db38b9cb87375ef1cd2 159 157 2014-01-06T17:55:11Z Jm 1 /* Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. </div> </div> 2bfd8fbcda914e7af47203e8ac44a747f4d5b7a5 165 159 2014-01-06T18:11:17Z Jm 1 /* Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. </div> </div> cc0807115086a58f031a5ec9553b007e83d03c03 169 165 2014-01-06T18:31:59Z Jm 1 /* Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. </div> </div> 4440bcb697d055ad30356594ec477de43ececd0f 170 169 2014-01-06T18:32:49Z Jm 1 /* Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. </div> </div> 2cd804c7f2be96738f6441d943da1d81313d58f6 171 170 2014-01-06T18:33:39Z Jm 1 /* Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04a.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. </div> </div> b8425b4356038bac6d013df2617bffc38f3bb327 173 171 2014-01-06T18:38:22Z Jm 1 /* Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. </div> </div> 2cd804c7f2be96738f6441d943da1d81313d58f6 175 173 2014-01-06T18:43:15Z Jm 1 /* Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. </div> </div> 5d569f50763a8ca21da16426f1415ab8a22e13fe 182 175 2014-01-06T18:51:28Z Jm 1 /* Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. </div> </div> c9c8d2debae7a8cf9ad0d7ee6491042a3eb722e1 193 182 2014-01-06T20:53:27Z Jm 1 /* Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|In Höhe Richlingen verläßt die Landwehr den Richlinger Bach und damit der Kante zu dem Gewässer und führt ähnlich wie bei Vorm Baum nun schräg den Hang hinauf. Am Bach setzt dem entsprechend auch wieder ein deutlich erkennbarer Doppelwall ein]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. </div> </div> 513c98502fcf3533ed36bcea6acde43e44cc6efe 204 193 2014-01-06T21:08:04Z Jm 1 /* Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. </div> </div> 1dce11cf22fbc742a73b436e0491f73be3710052 Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15 16.jpg 6 90 158 2014-01-06T17:51:50Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Singerhof wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Singerhof 54cfbc68315557b6ee5c6349dba73d963cdbb3b8 Datei:1370Bl031.jpg 6 95 164 2014-01-06T17:59:32Z Jm 1 Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle: Landesarchiv Düsseldorf, Sig. 1370 Blatt 31 wikitext text/x-wiki Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle: Landesarchiv Düsseldorf, Sig. 1370 Blatt 31 6217bc32b7f6a0c749c4f0f704c582d488505408 Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg 6 96 166 2014-01-06T18:29:32Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg 6 97 167 2014-01-06T18:29:59Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg 6 98 168 2014-01-06T18:31:30Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg 6 100 174 2014-01-06T18:42:48Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg 6 101 176 2014-01-06T18:46:01Z Jm 1 Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen wikitext text/x-wiki Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen 408da2ee941bc8afc2402a9fe9d9ab11eae6f84f Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg 6 102 177 2014-01-06T18:46:20Z Jm 1 Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen wikitext text/x-wiki Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen 408da2ee941bc8afc2402a9fe9d9ab11eae6f84f Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg 6 103 178 2014-01-06T18:46:46Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Feckinghausen wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Feckinghausen 97ed0a5d06fe5fc430ba5d84d26d9eecda1e0876 Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg 6 104 179 2014-01-06T18:47:14Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Feckinghausen wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Feckinghausen 97ed0a5d06fe5fc430ba5d84d26d9eecda1e0876 Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg 6 105 180 2014-01-06T18:47:38Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Feckinghausen wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Feckinghausen 97ed0a5d06fe5fc430ba5d84d26d9eecda1e0876 Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg 6 106 181 2014-01-06T18:47:54Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Feckinghausen wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Feckinghausen 97ed0a5d06fe5fc430ba5d84d26d9eecda1e0876 Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg 6 107 183 2014-01-06T20:40:15Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg 6 108 184 2014-01-06T20:40:38Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg 6 109 185 2014-01-06T20:40:59Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg 6 110 186 2014-01-06T20:41:24Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg 6 111 187 2014-01-06T20:46:07Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg 6 112 188 2014-01-06T20:46:22Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg 6 113 189 2014-01-06T20:49:52Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg 6 114 190 2014-01-06T20:50:10Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg 6 115 191 2014-01-06T20:50:27Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg 6 116 192 2014-01-06T20:50:44Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Schiffarth und Filde db1c42812299f6b73b7048259aff96dc40c9d14f Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg 6 117 194 2014-01-06T20:58:30Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg 6 118 195 2014-01-06T20:58:45Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg 6 119 196 2014-01-06T20:59:03Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg 6 120 197 2014-01-06T20:59:21Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg 6 121 198 2014-01-06T20:59:47Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg 6 122 199 2014-01-06T21:00:00Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg 6 123 200 2014-01-06T21:03:38Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg 6 124 201 2014-01-06T21:03:57Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg 6 125 202 2014-01-06T21:04:13Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg 6 126 203 2014-01-06T21:04:32Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen Filde und der Ennepetalsperre 7a7bd59d21022781b0a4a97baf59488c607621bd Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg 6 127 205 2014-01-15T18:26:29Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre c8e2dc38772f10a58ee7d41f2df57217cd346192 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg 6 128 206 2014-01-15T18:26:45Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre c8e2dc38772f10a58ee7d41f2df57217cd346192 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg 6 129 207 2014-01-15T18:27:02Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre c8e2dc38772f10a58ee7d41f2df57217cd346192 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg 6 130 208 2014-01-15T18:27:18Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre c8e2dc38772f10a58ee7d41f2df57217cd346192 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg 6 131 209 2014-01-15T18:27:36Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre c8e2dc38772f10a58ee7d41f2df57217cd346192 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg 6 132 210 2014-01-15T18:27:52Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei der Ennepetalsperre c8e2dc38772f10a58ee7d41f2df57217cd346192 Elberfelder Landwehr 0 17 211 204 2014-01-15T18:27:58Z Jm 1 /* Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. </div> </div> f0769d4b2f2a0631352d2cdefb78b4fb8a02e85f 224 211 2014-01-15T18:50:37Z Jm 1 /* Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergeflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. </div> </div> 3ec4eb9840755cc7e34508fd1644d39931d75d4a 225 224 2014-01-15T18:52:12Z Jm 1 /* Einschub Wallanlage bei Bökel */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. </div> </div> ab87790c520624ce32fb4f96f0805316a0ebf32e 226 225 2014-01-15T18:53:01Z Jm 1 /* Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. </div> </div> e59d30064f747914d4a58c44c78bf34985689dc8 243 226 2014-01-15T19:30:54Z Jm 1 /* Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 285a805308dc699c8ba8b921dd67ded177c2dbde 251 243 2014-01-15T20:12:41Z Jm 1 /* Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark:: von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. </div> </div> a82be2299af8de3d41461c5366c326e45f03a44b 252 251 2014-01-15T20:15:50Z Jm 1 /* Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. </div> </div> 73f6d6d8bc8b8447f00ff6e032dcc14e4950faad Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg 6 133 212 2014-01-15T18:34:52Z Jm 1 Wälle bei Bökel wikitext text/x-wiki Wälle bei Bökel 46494c2b543c853e17985479c841dc7591894242 Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg 6 134 213 2014-01-15T18:35:07Z Jm 1 Wälle bei Bökel wikitext text/x-wiki Wälle bei Bökel 46494c2b543c853e17985479c841dc7591894242 Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg 6 135 214 2014-01-15T18:35:30Z Jm 1 Wälle bei Bökel wikitext text/x-wiki Wälle bei Bökel 46494c2b543c853e17985479c841dc7591894242 Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg 6 136 215 2014-01-15T18:35:45Z Jm 1 Wälle bei Bökel wikitext text/x-wiki Wälle bei Bökel 46494c2b543c853e17985479c841dc7591894242 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg 6 137 216 2014-01-15T18:42:14Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck ff22fa25527f84602a06cdf9f7459b34fabdc484 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg 6 138 217 2014-01-15T18:42:32Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck ff22fa25527f84602a06cdf9f7459b34fabdc484 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg 6 139 218 2014-01-15T18:42:47Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck ff22fa25527f84602a06cdf9f7459b34fabdc484 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg 6 140 219 2014-01-15T18:43:03Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck ff22fa25527f84602a06cdf9f7459b34fabdc484 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg 6 141 220 2014-01-15T18:43:21Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck ff22fa25527f84602a06cdf9f7459b34fabdc484 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg 6 142 221 2014-01-15T18:43:43Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck ff22fa25527f84602a06cdf9f7459b34fabdc484 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg 6 143 222 2014-01-15T18:44:07Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck ff22fa25527f84602a06cdf9f7459b34fabdc484 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg 6 144 223 2014-01-15T18:44:23Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wellershausen und Schlechtenbeck ff22fa25527f84602a06cdf9f7459b34fabdc484 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg 6 145 227 2014-01-15T19:00:46Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Schlechtenbeck und Borbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Schlechtenbeck und Borbeck 9a44acb54f96d5dc85c590ce6c8fce4b1a7cca64 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg 6 146 228 2014-01-15T19:01:01Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Schlechtenbeck und Borbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Schlechtenbeck und Borbeck 9a44acb54f96d5dc85c590ce6c8fce4b1a7cca64 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg 6 147 229 2014-01-15T19:01:22Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Schlechtenbeck und Borbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Schlechtenbeck und Borbeck 9a44acb54f96d5dc85c590ce6c8fce4b1a7cca64 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg 6 148 230 2014-01-15T19:01:39Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Schlechtenbeck und Borbeck wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Schlechtenbeck und Borbeck 9a44acb54f96d5dc85c590ce6c8fce4b1a7cca64 Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg 6 149 231 2014-01-15T19:04:45Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Oberschmittensiepen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Oberschmittensiepen 6014f59bf4bd6a71901702ed4038f776a803672d Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg 6 150 232 2014-01-15T19:04:59Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Oberschmittensiepen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Oberschmittensiepen 6014f59bf4bd6a71901702ed4038f776a803672d Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg 6 151 233 2014-01-15T19:19:14Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen b321d742608dea4207f015d12149b2c33a66e857 Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg 6 152 234 2014-01-15T19:20:26Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen b321d742608dea4207f015d12149b2c33a66e857 Datei:Deponie01.jpg 6 153 235 2014-01-15T19:21:08Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen b321d742608dea4207f015d12149b2c33a66e857 Datei:Deponie02.jpg 6 154 236 2014-01-15T19:21:24Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen b321d742608dea4207f015d12149b2c33a66e857 Datei:Buschsiepen01.jpg 6 155 237 2014-01-15T19:22:17Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen b321d742608dea4207f015d12149b2c33a66e857 Datei:Buschsiepen03.jpg 6 156 238 2014-01-15T19:22:34Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Kettlershaus und Buschhausen b321d742608dea4207f015d12149b2c33a66e857 Datei:Wolfssiepen01.jpg 6 157 239 2014-01-15T19:25:31Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Kottmannshausen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Kottmannshausen 5bed35eaa2d2b3a29815074879aabccaa0c139e1 Datei:Wolfssiepen05.jpg 6 158 240 2014-01-15T19:25:48Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Kottmannshausen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Kottmannshausen 5bed35eaa2d2b3a29815074879aabccaa0c139e1 Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg 6 159 241 2014-01-15T19:29:40Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Birkenbaum und Egen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Birkenbaum und Egen 60ae82a9943f643c56a7c69c9defc8d4414b9edd Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg 6 160 242 2014-01-15T19:29:56Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Birkenbaum und Egen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Birkenbaum und Egen 60ae82a9943f643c56a7c69c9defc8d4414b9edd Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg 6 161 244 2014-01-15T20:01:52Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg d0e63d64acc298723f86dd1e5192b2840f85287e Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg 6 162 245 2014-01-15T20:02:41Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg d0e63d64acc298723f86dd1e5192b2840f85287e Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg 6 163 246 2014-01-15T20:03:06Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg d0e63d64acc298723f86dd1e5192b2840f85287e Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg 6 164 247 2014-01-15T20:03:32Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg d0e63d64acc298723f86dd1e5192b2840f85287e Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg 6 165 248 2014-01-15T20:03:53Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg d0e63d64acc298723f86dd1e5192b2840f85287e Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg 6 166 249 2014-01-15T20:04:08Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Egen und Gardeweg d0e63d64acc298723f86dd1e5192b2840f85287e Datei:Grenzkarte.jpg 6 167 250 2014-01-15T20:08:51Z Jm 1 ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' des Landvermessers I.P. Stamm, 1783 Quelle: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a wikitext text/x-wiki ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' des Landvermessers I.P. Stamm, 1783 Quelle: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a ea1553066b2edc4769e522138f4c78e91e7207e6 Datei:Kreuzberg 01.jpg 6 168 253 2014-01-15T20:22:18Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Kreuzberg wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Kreuzberg d0f7718922bac383e083f26b342bfe0e88c747e6 Datei:Kupferberg 02.jpg 6 169 254 2014-01-15T20:26:41Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Kupferberg wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Kupferberg 55c3e93bb805445e7f0262c12b0769c7839bb8b0 Datei:Kupferberg 08.jpg 6 170 255 2014-01-15T20:26:55Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Kupferberg wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Kupferberg 55c3e93bb805445e7f0262c12b0769c7839bb8b0 Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg 6 171 256 2014-01-15T20:28:46Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnigeund Kattenbusch wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnigeund Kattenbusch 10aa9e57ee931b27d7f1ea7ba48e3ce3b0894e3b 257 256 2014-01-15T20:29:04Z Jm 1 Jm lud eine neue Version von „[[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg]]“ hoch: Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnigeund Kattenbusch wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnigeund Kattenbusch 10aa9e57ee931b27d7f1ea7ba48e3ce3b0894e3b Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg 6 172 258 2014-01-15T20:29:26Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnigeund Kattenbusch wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnigeund Kattenbusch 10aa9e57ee931b27d7f1ea7ba48e3ce3b0894e3b Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg 6 173 259 2014-01-15T20:29:44Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnigeund Kattenbusch wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnigeund Kattenbusch 10aa9e57ee931b27d7f1ea7ba48e3ce3b0894e3b Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg 6 174 260 2014-01-15T20:35:04Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei der Höhe 395,4 bei Wiegen wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei der Höhe 395,4 bei Wiegen 1a50bfbb41c585d3b50967636c862e1901624155 Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg 6 175 261 2014-01-15T20:35:20Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei der Höhe 395,4 bei Wiegen wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei der Höhe 395,4 bei Wiegen 1a50bfbb41c585d3b50967636c862e1901624155 Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg 6 176 262 2014-01-15T20:35:47Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei der Höhe 395,4 bei Wiegen wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei der Höhe 395,4 bei Wiegen 1a50bfbb41c585d3b50967636c862e1901624155 Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg 6 177 263 2014-01-15T20:36:02Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei der Höhe 395,4 bei Wiegen wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei der Höhe 395,4 bei Wiegen 1a50bfbb41c585d3b50967636c862e1901624155 Elberfelder Landwehr 0 17 264 252 2014-01-15T20:38:07Z Jm 1 /* Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [https://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 01.jpg|mini|300px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|300px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|300px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|300px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|300px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|300px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|300px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|300px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|300px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> </div> </div> d73c723a40f19260361fece1d8b22bd3c1fcd9e8 265 264 2014-01-15T20:38:58Z Jm 1 /* Von Kettlershaus zur Bever */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 01.jpg|mini|300px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|300px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|300px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|300px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|300px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|300px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|300px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|300px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|300px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> </div> </div> ba0c7e6ff3ce3b5a35d4a9683e81e7bd17841d7b 270 265 2014-01-15T20:46:55Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> </div> </div> db97360acd367b26cbb4cd4b151845ba6da6594e 271 270 2014-01-15T20:51:52Z Jm 1 /* Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> </div> </div> e8185485fa9631a2905af197a9547f0c2cf3b1f5 272 271 2014-01-15T21:05:29Z Jm 1 /* Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 994799ff8d3faf756ea7f5fd88a3e2c18edb330b 275 272 2014-01-15T21:13:18Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanalge zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. </div> </div> fb3601ee161f0f55b4f20b546ee99833b3bda73b 276 275 2014-01-15T21:14:25Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanalge zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === </div> </div> 14852b9a5a91c5f91d21d1ce8d2d0745715f6502 277 276 2014-01-15T21:16:16Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort , sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanalge zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === </div> </div> 704b42a12e705eb85315093ab493bd0c435a40d8 278 277 2014-01-16T20:40:02Z Jm 1 /* Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanalge zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === </div> </div> 43f54026871584eb5afd034f6fbe32a94be5c7b6 286 278 2014-01-16T21:19:20Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanalge zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === </div> </div> a9c42215c2091656cb3909b14fb13ceab2e5d76d 287 286 2014-01-16T21:19:53Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanalge zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. ===Zwischenüberschrift=== Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === </div> </div> e7e8745c5626dec4e3bdd48045872b7bbb59b35c 288 287 2014-01-16T21:20:31Z Jm 1 /* Zwischenüberschrift */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanalge zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. ===Zwischenüberschrift=== [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen]. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === </div> </div> a8e3af07fc861cb2809c6316e2b9c92724efc6f4 289 288 2014-01-16T21:20:59Z Jm 1 /* Zwischenüberschrift */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanalge zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen]. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === </div> </div> bdecb84c67a4f50648a2a697e174d051ac55fb1e 290 289 2014-01-16T21:22:24Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === </div> </div> fbfeaf672a108948cb991905e4aed7b2ab564199 291 290 2014-01-16T21:28:18Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe Speckenbach. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. </div> </div> 73637e161f65ba186e2f7c53a6537d1fd1cd2931 296 291 2014-01-16T21:54:21Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untrsuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 </div> </div> 34c7bb7f3ebeb8455a4ec5cf9f60b015a525eaf3 297 296 2014-01-16T21:58:06Z Jm 1 /* Literatur */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[https://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn} *[https://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> abef51b66db33e94d8443afa5dfee81a0ffea9b9 299 297 2014-01-16T22:00:49Z Jm 1 /* Einführung */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[https://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn} *[https://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 81e568c2b874022aaaae25e3755fd119c3fb7769 300 299 2014-01-16T22:01:46Z Jm 1 /* Weblinks */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 8689918a6b828beb1918e24707cca147ed18e287 301 300 2014-01-17T06:21:31Z Jm 1 /* Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 217d3a1602e0c9ed80ad7b1fd88de9dae4915893 302 301 2014-01-17T06:22:20Z Jm 1 /* Einschub Wallanlage bei Bökel */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Landwehrstücke bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 3f42884306c32819ca9db7802d422ca7b0b93e13 303 302 2014-01-17T06:23:50Z Jm 1 /* Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag === <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> bf36f56d5ced637f9f6b07045951f734bf1dfd89 304 303 2014-01-17T06:24:08Z Jm 1 /* = Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 96f7ec6f01ad4b2bee80b95495c687ec5739ff09 305 304 2014-01-17T06:24:50Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 43afc8c3a8e829eeb0248115007da1d94030c675 Datei:Siefen - Neye 07.jpg 6 178 266 2014-01-15T20:42:46Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Forste wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Forste 35e0c7a04875a1396847e3b51a28655096963e11 Datei:Siefen - Neye 09.jpg 6 179 267 2014-01-15T20:45:19Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Forste wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Forste 35e0c7a04875a1396847e3b51a28655096963e11 Datei:Siefen - Neye 10.jpg 6 180 268 2014-01-15T20:45:35Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr bei Forste wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr bei Forste 35e0c7a04875a1396847e3b51a28655096963e11 Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg 6 181 269 2014-01-15T20:46:24Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnige und Kattenbusch wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen der Hönnige und Kattenbusch 6491daa73a53ed1524f6ffe34c33eb675ab1cb04 Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg 6 182 273 2014-01-15T21:10:03Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen der Wiegen und Dahl wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen der Wiegen und Dahl c29cc7212747b0cfb13389dc5e2592c9b6d31336 Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg 6 183 274 2014-01-15T21:10:24Z Jm 1 Die Elberfelder Landwehr zwischen der Wiegen und Dahl wikitext text/x-wiki Die Elberfelder Landwehr zwischen der Wiegen und Dahl c29cc7212747b0cfb13389dc5e2592c9b6d31336 Datei:Wiegen-Voswinkel.kmz 6 184 279 2014-01-16T20:41:07Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Bei Wiegen 02.jpg 6 185 280 2014-01-16T20:56:03Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wiegen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wiegen 77dca63d54a09d7e31bc34106dfc7a6a2a51c315 Datei:Bei Wiegen 05.jpg 6 186 281 2014-01-16T20:56:28Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wiegen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wiegen 77dca63d54a09d7e31bc34106dfc7a6a2a51c315 Datei:Bei Wiegen 12.jpg 6 187 282 2014-01-16T20:56:59Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wiegen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wiegen 77dca63d54a09d7e31bc34106dfc7a6a2a51c315 Datei:Bei Wiegen 22.jpg 6 188 283 2014-01-16T20:57:31Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wiegen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wiegen 77dca63d54a09d7e31bc34106dfc7a6a2a51c315 Datei:Bei Wiegen 26.jpg 6 189 284 2014-01-16T20:57:56Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wiegen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wiegen 77dca63d54a09d7e31bc34106dfc7a6a2a51c315 Datei:Bei Wiegen 34.jpg 6 190 285 2014-01-16T21:02:39Z Jm 1 Elberfelder Landwehr bei Wiegen wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr bei Wiegen 77dca63d54a09d7e31bc34106dfc7a6a2a51c315 Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg 6 191 292 2014-01-16T21:29:19Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Dahl und Großfastenrath wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Dahl und Großfastenrath 1ee37c97dc7d74cc58950743ed71813ba28cdd18 Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg 6 192 293 2014-01-16T21:29:35Z Jm 1 Elberfelder Landwehr zwischen Dahl und Großfastenrath wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr zwischen Dahl und Großfastenrath 1ee37c97dc7d74cc58950743ed71813ba28cdd18 Datei:Kerspetal 08.jpg 6 193 294 2014-01-16T21:29:59Z Jm 1 Elberfelder Landwehr im Kerspetal wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr im Kerspetal 26f125db1bd50ea2c1603634df69d3a4ac53620b Datei:Kerspetal 11.jpg 6 194 295 2014-01-16T21:30:23Z Jm 1 Elberfelder Landwehr im Kerspetal wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehr im Kerspetal 26f125db1bd50ea2c1603634df69d3a4ac53620b Datei:Elberfelder Landwehrlinie.kmz 6 195 298 2014-01-16T21:59:48Z Jm 1 Elberfelder Landwehrlinie wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehrlinie 041c9f55574d412c8bf9a2153403c7251307d2eb Elberfelder Landwehr 0 17 306 305 2014-01-17T06:25:39Z Jm 1 /* Geodaten */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 752d4789188c86d0e04613b2e71d02004f6d921d 307 306 2014-01-22T19:31:54Z Jm 1 /* Von der Bever nach Wipperfürth-Kreuzberg */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> === Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> a30a1ecfae6b5d7943c3cbb1fa7c51ded408a3e4 308 307 2014-01-22T19:32:28Z Jm 1 /* Von Wipperfürth-Kreuzberg nach Wipperfürth-Dahl (Mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 0c0353923f29785d009e5f0de5dc81ffef9c97a1 309 308 2014-01-22T19:33:11Z Jm 1 /* Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 48cf60f36467f6a020a8d03e303dbfeb35b35d1e 310 309 2014-01-22T19:34:14Z Jm 1 /* Von der Bever bis zur Neye */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> a5dda104ada74222936956fcdc8dce85f656bec2 311 310 2014-01-22T19:40:03Z Jm 1 /* Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser ineinem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkrition Norbert Bangert) Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskicrhen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> b89d510bea1612c5cf3d136a4a8a7cc6ecf2f216 312 311 2014-01-22T19:55:46Z Jm 1 /* Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser ineinem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Arenzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Arenzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Arenzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Arenzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Arenz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch- weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div><small>Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert)</small> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> e3efc1e0f645095e61e13eb14beaeeca7ec483b6 313 312 2014-01-22T19:56:29Z Jm 1 /* Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser ineinem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Arenzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Arenzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Arenzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Arenzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Arenz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div><small>Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert)</small> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 55dd6379742253aa416a3cd6d2e694a07f7e2976 314 313 2014-01-22T19:57:30Z Jm 1 /* Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser ineinem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Arenzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Arenzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Arenzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Arenzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Arenz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 412813fc83d08fc762fdb3a57cd3416dfbbee864 315 314 2014-01-22T19:58:16Z Jm 1 /* Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Arenzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Arenzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Arenzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Arenzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Arenz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> b63644e8a5dae65c8fbfe60e46dcec9bd85f3a5a 316 315 2014-01-22T20:25:24Z Jm 1 /* Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Arenzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 87cce8985631cf61d3c19976bc30aafdcfe09b80 317 316 2014-01-22T20:27:08Z Jm 1 /* Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenricthung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> c9c491f571d9c6eda48e317a27b6396a6cf90c93 330 317 2014-01-30T17:26:37Z Mh 2 /* Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl */ Rechtschreibung Bildunterschrift wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon treent der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 006ef10d946e3355259d7fae2f937c56f45d1d88 331 330 2014-01-30T17:31:55Z Mh 2 /* Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen */ Rechtschreibung Bildunterschrift wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Drenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 0483ba6c116d3bbaf58914136623d529e28051a6 332 331 2014-01-30T17:35:53Z Mh 2 /* Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen */ Rechtschreibung wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 90f94f13c37295b4d6f034598acdf46b1487209d 352 332 2014-03-30T15:43:18Z Jm 1 /* Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Markenberg = Grenzberg)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> e1c51fb4cd61de35562df73d0195684d955eed6f Name wiki:Impressum 4 196 318 2014-01-22T20:44:06Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „== Impressum == Diese Webseiten sind ein privates Projekt. Mitarbeiter: Michael Huser (michael.huser [at] huserland.de) Jörg Mortsiefer [jm [at] art-line.de…“ wikitext text/x-wiki == Impressum == Diese Webseiten sind ein privates Projekt. Mitarbeiter: Michael Huser (michael.huser [at] huserland.de) Jörg Mortsiefer [jm [at] art-line.de Verantwortlich gemäß Telemediengesetz: Jörg Mortsiefer, Bergfrieden 7, 42285 Wuppertal, 0202 / 2546014 == Haftungsauschluss == === 1. Inhalt des Onlineangebotes === Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. 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Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Gästebüchern, Diskussionsforen, Linkverzeichnissen, Mailinglisten und in allen anderen Formen von Datenbanken, auf deren Inhalt externe Schreibzugriffe möglich sind. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. === 3. Urheber- und Kennzeichenrecht === Der Autor ist bestrebt, in allen Publikationen die Urheberrechte der verwendeten Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu beachten, von ihm selbst erstellte Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu nutzen oder auf lizenzfreie Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zurückzugreifen. Alle innerhalb des Internetangebotes genannten und ggf. durch Dritte geschützten Marken- und Warenzeichen unterliegen uneingeschränkt den Bestimmungen des jeweils gültigen Kennzeichenrechts und den Besitzrechten der jeweiligen eingetragenen Eigentümer. Allein aufgrund der bloßen Nennung ist nicht der Schluss zu ziehen, dass Markenzeichen nicht durch Rechte Dritter geschützt sind! Das Copyright für veröffentlichte, vom Autor selbst erstellte Objekte bleibt allein beim Autor der Seiten. 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In der mir bekannten Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. Das es sich um eine Landwehr handelt belegt der in unmittelbarer Nähe vorhandene Straßenname ''Zur Landwehr''. == Verlauf == Der Wall beginnt am östlichen Waldrand zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Erlensterz Erlensterz] und Wiehagen und verläuft durch den Wald absteigend in Richtung West-Süd-West. Kurz vor der Straße ''Erlensterz'' (Kreisstraße 1) endet der Wall und setzt sich stark verschliffen auf der anderen, nördlichen Straßenseite fort. Dort endet er am westlichen Waldrand. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Hinweise auf eine Fortführung habe ich noch nicht ermitteln können. == Entstehungszeit und -zweck == Eine Landwehr an dieser Stelle läßt zwei Deutungsmöglichkeiten zu. Entweder handelte es sich um einen Abschnitt einer Hückeswagener Stadtlandwehr, die den Ort und Burg (später Schloss) umgab. An anderen Stellen um Hückeswagen könnten dann weitere Bodenfunde vorhanden sein, die mir aber nicht bekannt sind. Daher handelt es sich vermutlich eher um eine Wegsperre für die sogenannte [http://de.wikipedia.org/wiki/Bergische_Eisenstra%C3%9Fe Bergische Eisenstraße], über die seit dem Spätmittelalter aus dem Siegerland Roheisen zu dem Schmieden und Eisenhämmern des Wupperaums transportiert wurde. Die Eisenstraße verlief hier zwischen Erlensterz und [http://de.wikipedia.org/wiki/Pixwaag Pixwaag]. Auffallend sind die zahlreichen Orte der Gegend mit einem -hagen im Namen: Wiehagen, [http://de.wikipedia.org/wiki/Winterhagen Winterhagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Bra%C3%9Fhagen Braßhagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelshagen Engelshagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Steffenshagen_%28H%C3%BCckeswagen%29 Steffenshagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrhagen Dürhagen] etc. ''Hagen'' bedeutet ''von einer Hecke eingefriedeter Ort'' und liegt etymologisch in der Nähe von Landhagen oder Stadthagen, weitere Bezeichnungen für eine Landwehr. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wiehagen.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Datei:Wiehagen 01.jpg |mini|300px|links|Der gut ausgeprägte Wall im Wald fällt zur Straße Erlensterz (Kreisstraße 1) ab]] [[Datei:Wiehagen 02.jpg |mini|300px|Das Ende am östlichen Waldrand. Die Wiehagener Wohnsiedlung im Hintergrund liegt an der Straße ''Zur Landwehr'']] [[Datei:Wiehagen 03.jpg |mini|300px|links|Der Wall im Wäldhen zwischen Wiehagen und der Kreisstraße]] [[Datei:Wiehagen 04.jpg |mini|300px|Vor dem erhöhten Damm der Kreisstraße (oberes Bilddrittel) endet der Wall. Dahinter gibt es eine Fortführung]] [[Datei:Wiehagen 05.jpg |mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung]] [[Datei:Wiehagen 06.jpg |mini|300px|dito]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 59a40eede3491e1f72e7998c779e7d11a5a81c9e 327 326 2014-01-22T21:26:02Z Jm 1 /* Bilder */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen </big></span> == Lage == Zu beiden Seiten (hautpsächlich südlich) der Straße ''Erlensterz'' (Kreisstraße 1) nordöstlich des Hückeswagener Stadtteils [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiehagen_%28H%C3%BCckeswagen%29 Wiehagen]. == Einführung == In einen kleinen Wald nördlich des Wohngebiets am ''Falkenweg'' in Hückeswagen-Wiehagen befindet sich ein ca. 150 m langer, geradliniger Wall. In der mir bekannten Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. Das es sich um eine Landwehr handelt belegt der in unmittelbarer Nähe vorhandene Straßenname ''Zur Landwehr''. == Verlauf == Der Wall beginnt am östlichen Waldrand zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Erlensterz Erlensterz] und Wiehagen und verläuft durch den Wald absteigend in Richtung West-Süd-West. Kurz vor der Straße ''Erlensterz'' (Kreisstraße 1) endet der Wall und setzt sich stark verschliffen auf der anderen, nördlichen Straßenseite fort. Dort endet er am westlichen Waldrand. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Hinweise auf eine Fortführung habe ich noch nicht ermitteln können. == Entstehungszeit und -zweck == Eine Landwehr an dieser Stelle läßt zwei Deutungsmöglichkeiten zu. Entweder handelte es sich um einen Abschnitt einer Hückeswagener Stadtlandwehr, die den Ort und Burg (später Schloss) umgab. An anderen Stellen um Hückeswagen könnten dann weitere Bodenfunde vorhanden sein, die mir aber nicht bekannt sind. Daher handelt es sich vermutlich eher um eine Wegsperre für die sogenannte [http://de.wikipedia.org/wiki/Bergische_Eisenstra%C3%9Fe Bergische Eisenstraße], über die seit dem Spätmittelalter aus dem Siegerland Roheisen zu dem Schmieden und Eisenhämmern des Wupperaums transportiert wurde. Die Eisenstraße verlief hier zwischen Erlensterz und [http://de.wikipedia.org/wiki/Pixwaag Pixwaag]. Auffallend sind die zahlreichen Orte der Gegend mit einem -hagen im Namen: Wiehagen, [http://de.wikipedia.org/wiki/Winterhagen Winterhagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Bra%C3%9Fhagen Braßhagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelshagen Engelshagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Steffenshagen_%28H%C3%BCckeswagen%29 Steffenshagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrhagen Dürhagen] etc. ''Hagen'' bedeutet ''von einer Hecke eingefriedeter Ort'' und liegt etymologisch in der Nähe von Landhagen oder Stadthagen, weitere Bezeichnungen für eine Landwehr. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wiehagen.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Datei:Wiehagen 01.jpg |mini|300px|links|Der gut ausgeprägte Wall im Wald fällt zur Straße Erlensterz (Kreisstraße 1) ab]] [[Datei:Wiehagen 02.jpg |mini|300px|Das Ende am östlichen Waldrand. Die Wiehagener Wohnsiedlung im Hintergrund liegt an der Straße ''Zur Landwehr'']] [[Datei:Wiehagen 03.jpg |mini|300px|links|Der Wall im Wäldchen zwischen Wiehagen und der Kreisstraße]] [[Datei:Wiehagen 04.jpg |mini|300px|Vor dem erhöhten Damm der Kreisstraße (oberes Bilddrittel) endet der Wall. Dahinter gibt es eine Fortführung]] [[Datei:Wiehagen 05.jpg |mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung]] [[Datei:Wiehagen 06.jpg |mini|300px|dito]] <br style="clear:both" /> </div> </div> fe2226d00e47e7f91a4452e90e4f6e9da245390d 328 327 2014-01-22T21:26:32Z Jm 1 /* Bilder */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen </big></span> == Lage == Zu beiden Seiten (hautpsächlich südlich) der Straße ''Erlensterz'' (Kreisstraße 1) nordöstlich des Hückeswagener Stadtteils [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiehagen_%28H%C3%BCckeswagen%29 Wiehagen]. == Einführung == In einen kleinen Wald nördlich des Wohngebiets am ''Falkenweg'' in Hückeswagen-Wiehagen befindet sich ein ca. 150 m langer, geradliniger Wall. In der mir bekannten Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. Das es sich um eine Landwehr handelt belegt der in unmittelbarer Nähe vorhandene Straßenname ''Zur Landwehr''. == Verlauf == Der Wall beginnt am östlichen Waldrand zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Erlensterz Erlensterz] und Wiehagen und verläuft durch den Wald absteigend in Richtung West-Süd-West. Kurz vor der Straße ''Erlensterz'' (Kreisstraße 1) endet der Wall und setzt sich stark verschliffen auf der anderen, nördlichen Straßenseite fort. Dort endet er am westlichen Waldrand. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Hinweise auf eine Fortführung habe ich noch nicht ermitteln können. == Entstehungszeit und -zweck == Eine Landwehr an dieser Stelle läßt zwei Deutungsmöglichkeiten zu. Entweder handelte es sich um einen Abschnitt einer Hückeswagener Stadtlandwehr, die den Ort und Burg (später Schloss) umgab. An anderen Stellen um Hückeswagen könnten dann weitere Bodenfunde vorhanden sein, die mir aber nicht bekannt sind. Daher handelt es sich vermutlich eher um eine Wegsperre für die sogenannte [http://de.wikipedia.org/wiki/Bergische_Eisenstra%C3%9Fe Bergische Eisenstraße], über die seit dem Spätmittelalter aus dem Siegerland Roheisen zu dem Schmieden und Eisenhämmern des Wupperaums transportiert wurde. Die Eisenstraße verlief hier zwischen Erlensterz und [http://de.wikipedia.org/wiki/Pixwaag Pixwaag]. Auffallend sind die zahlreichen Orte der Gegend mit einem -hagen im Namen: Wiehagen, [http://de.wikipedia.org/wiki/Winterhagen Winterhagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Bra%C3%9Fhagen Braßhagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelshagen Engelshagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/Steffenshagen_%28H%C3%BCckeswagen%29 Steffenshagen], [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCrhagen Dürhagen] etc. ''Hagen'' bedeutet ''von einer Hecke eingefriedeter Ort'' und liegt etymologisch in der Nähe von Landhagen oder Stadthagen, weitere Bezeichnungen für eine Landwehr. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wiehagen.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Datei:Wiehagen 01.jpg |mini|300px|links|Der gut ausgeprägte Wall im Wald fällt zur Straße Erlensterz (Kreisstraße 1) ab]] [[Datei:Wiehagen 02.jpg |mini|300px|Das Ende am östlichen Waldrand. Die Wiehagener Wohnsiedlung im Hintergrund liegt an der Straße ''Zur Landwehr'']] <br style="clear:both" /> [[Datei:Wiehagen 03.jpg |mini|300px|links|Der Wall im Wäldchen zwischen Wiehagen und der Kreisstraße]] [[Datei:Wiehagen 04.jpg |mini|300px|Vor dem erhöhten Damm der Kreisstraße (oberes Bilddrittel) endet der Wall. Dahinter gibt es eine Fortführung]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Wiehagen 05.jpg |mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung]] [[Datei:Wiehagen 06.jpg |mini|300px|dito]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 2a27279db2ad4caddb3e9c18b43ca01081981ea4 Benutzer Diskussion:Jm 3 205 329 2014-01-30T17:09:14Z Mh 2 Die Seite wurde neu angelegt: „== Lob für die Umstellung == Hallo Jörg, da hast Du ja schon viel Fleißarbeit geleistet. Danke Dir dafür. Ich nehme mal an, dass Du noch Zugriff auf die al…“ wikitext text/x-wiki == Lob für die Umstellung == Hallo Jörg, da hast Du ja schon viel Fleißarbeit geleistet. Danke Dir dafür. Ich nehme mal an, dass Du noch Zugriff auf die alten Seiten hast. Ich sehe deshalb im Moment keine Möglichkeit Dir bei Dieser Arbeit zur Hand zu gehen. Falls es doch etwas gibt was ich beitragen könnte, lass es mich wissen. --[[Benutzer:Mh|Mh]] ([[Benutzer Diskussion:Mh|Diskussion]]) 18:09, 30. Jan. 2014 (CET) ab6271861edf539ff4ef88b106e577d1d564be9a Barmer Landwehr 0 206 333 2014-03-07T18:55:53Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „<div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em…“ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Innerhalb des Stadtgebiets im Osten und Südosten von Wuppertal. === Einführung === Die Barmer Linie trennte das Gebiet des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen in zwei Teile, Niederbarmen (Unterbarmen) und Oberbarmen. Im Spätmittelalter bestand Barmen nur aus einem lockeren Verband von Einzelhöfen hauptsächlich im Besitz der Grafen von Berg und von der Mark, die zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze Elberfeld zu Schwelm lagen. Die Grenze zwischen Berg und Mark verschob sich aber im 14. Jahrhundert mehrfach, mehr dazu im Abschnitt Enstehungszeit und -Zweck. Der spätere zentrale Siedlungskern, Barmen-Gemarke, entstand erst in der späteren Neuzeit und wurde zuvor von der Landwehr zerschnitten. Dieser mittelalterlichen Kirchspielgrenze, die auch Dekanatsgrenze zwischen den Dekanaten Lüdenscheid und Neuss war, folgte die Landwehr von den Wuppertaler Nordhöhen durch das Tal der Wupper bis zu den Wuppertaler Südhöhen. Dort endete auch das als Barmen bezeichnete Gebiet am Murmelbach. Die Landwehr aber verlief entlang der Wupper weiter durch das Waldgebiet Olscheid bis zur im dreissigjährigen Krieg zerstörten Beyenburg im gleichnamigen Wuppertaler Ortsteil. Die Beyenburg war herzogliche Residenz und Verwaltungssitz des Amts Beyenburg, zu dessen Gebiet auch überwiegende Teile des heutige Barmens, sowie das Gebiet des Olscheids (heute Bereich Herbringhausen/Marscheid) gehörte. === Verlauf === Der nachweisliche Beginn liegt im Wuppertaler Ortsteil [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Hatzfeld] in der Nähe der Kreuzung Hatzfelder Straße / Uellendahler Straße. Hier wird laut Engels auch eine Durchgangstelle mit Schlagbaum als Straßensperre angenommen. Aufgrund der Beyenburger Amtsrechnung von 1806/07 ist bekannt, dass die Landwehr sich nach Norden bis zur märkischen Grenze bei Horath oder der [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Horather Schanze] fortgesetzt hat, aber es gibt keinerlei Bodenfunde, Flurgrenzen oder Toponyme, die den exakten Verlauf belegen. Aus Pachtunterlagen von 1807 geht aber hervor, dass zwei Höfe nördlich der Hatzfelder Straße 42 bzw. 14 Ruten der Landwehr gepachtet hatten. Bei Horath könnte sie nach weiteren Spekulationen mit der Elberfelder Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen und/oder einer Linie entlang dem Deilbach zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. Über den Verlauf der [[Elberfelder Landwehr]] im Bereich des nördlichen Wuppertals gibt es drei nachvollziehbaren Theorien, von denen zumindest eine ein Zusammentreffen ermöglichen würde. Der Verlauf nach Süden ist dagegen gesichert. Im Abstand von 40-80 Metern verlief die Barmer Linie westlich der Hatzfelder Straße nach Süden. Dabei wird die Ortslage Lante durchschnitten. Der Name Lante selbst ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung von Lantert, das als mittelalterliche Bezeichnung für den Begriff Landwehr bekannt ist. In Höhe der alten Hatzfelder Schule bei Lante waren im 19. Jahrhundert noch Wall/Grabenreste zu erkennen. Richtung Südosten verlief sie laut dem ''Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen'' von 1642 zwischen den Höfen der Rotte Carnap und der Rotte Leimbach. Oberhalb der Gutes Beesen bei dem Hof Carnap sollen aber im 19. Jahrhundert ebenfalls noch Reste eines Walls zu erkennen gewesen sein. Ist dem so tatsächlich gewesen und waren diese auf alten Karten auch eingezeichneten Strukturen kein Hohlweg, dann blieb die Landwehr bis dahin westlich der heutigen Hatzfelder Straße und bog in Höhe der heutigen A46 nach Osten zum Unterlauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Leimbach_%28Wupper%29 Leimbach] ab. Dort folgte sie dem Westufer des Leimbachs bis zu dessen Mündung in dem Seitenarm der Wupper, der später als Mühlengraben genutzt wurde. Von dort führte die Landwehr weiter bis zur Wupper. Dieser gesamte Bereich ist sehr stark bebaut und als einziges Indiz der Landwehr am heute verdohlt verlaufenden Leimbach kann nur die Landwehrstraße, eine Seitenstraße des Steinwegs, und der Landwehrplatz dienen. Nahe der Wupper stand der Oberhof Barmens, der das lokale Verwaltungszentrum der bergischen Landesherrn für die umliegenden Hofschaften bildete. Dieser 1902 abgerissene Hof trug den Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rnen_%28Wuppertal%29 Dörner Hof], von dessen Standort nur noch die Straßennamen Oberdörnen und Unterdörnen zeugen. Der Name Dörner Hof ist ein deutlicher Hinweis auf die Lage an der Landwehr und nimmt Bezug auf deren Gedörn. Ein weiterer Hof an der Leimbachmündung, der Schlippenhof, markiert die Stelle, wo sich ein Durchgang befand, da ein kleiner Personendurchgang durch eine Landwehr nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Engels] auch als Schlippe bezeichnet wurde. Bis hierhin ist durch die dichte Bebauung im Zentrum Barmens und die Umgestaltung des Geländes in den Barmer Anlagen kein erkennbarer Rest der Landwehr erhalten geblieben. Nur aus Quellen wie dem herzoglicher Kommissionbericht zur Vermessung und Verpachtung der Landwehrfluren aus 1696 und anderen Verwaltungsakten (Beyenburger Rentmeistereirechnungen) geht der Verlauf grob hervor. Als die herzogliche Kommission, ausgesandt von Herzog Johann Wilhelm von Berg (Jan Wellem), die Landwehr vermessen sollte (die Trasse war seit alters her ja herzoglicher Besitz), um sie zum Füllen der stets knappen Staatskasse an die ansässigen Bauern zu verpachten (bzw. nun Pacht von den Bauern zu fordern, die sie schon längst selbst nutzten), stieß sie schon Ende des 17. Jahrhunderts bei der Ermittlung des genauen Verlaufs auf Probleme. Es wurden von der Kommission über 70 Jahre alte Zeitzeugen befragt, die den Verlauf noch aus ihrer Jugend in der Zeit des dreißigjährigen Krieges kannten. Bereits um 1500 war von der Landwehr im Bereich der Wupperquerung, wie aus den Aussagen von Anliegern in der Beyenburger Rentmeistereirechnung von 1559/60 hervorgeht, bis auf Reste (Grabenstück und Baumstümpfe des Gebücks) nichts mehr vorhanden. Die Landwehr endete in der sumpfigen Wupperaue und setzte sich südlich des Flusses fort. Hier folgte sie auf westlicher Seite dem Lauf des Fischertaler Bachs, der früher nach der im Tal an der Mündung gelegenen Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Clef_%28Wuppertal%29 Clef] Clefbach oder Clever Bach genannt wurde, hinauf zu den Wuppertaler Südhöhen. Aus Wegerechtsakten von 1803/04 geht hervor, dass der Fischertaler (Clever) Bach teilweise selbst den Graben der Landwehr als Bachbett nutzte. Bereits im 16. Jahrhundert ist laut einem Bericht vom 18. Februar 1566 Wasser aus der Landwehr entnommen worden - die Landwehr muss also sehr nahe am Bachlauf gelegen haben, damit der Bach sein Bett in sie verlegen konnte. Auch im Fischertal war laut [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Werth Adolf Werth] im 19. Jahrhundert noch ein Wallrest an der Einmündung der Amalienstraße in die Fischertaler Straße zu finden. 1846 sollte, wie aus einer Eingabe hervorgeht, ein Teil der Landwehr mit der heutigen Fischertaler Straße überbaut werden. Durch die heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Anlagen Barmer Anlagen] führte sie weiter hinauf zu der heutigen Lönsstraße zwischen dem Ehrenfriedhof und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Toelleturm Toelleturm]. Die Unkenntnis über den exakten Verlauf endet knapp südlich der Lönsstraße, wo tatsächlich ein ca. 250 Meter langes Stück des Landwehrwalls im Barmer Wald erhalten blieb. Dieses heute als Bodendenkmal geschütze Stück setzt sich nach Süden fort und wendet sich in Kurven dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Murmelbach_%28Wupper%29 Murmelbach] (früher auch Marper Bach, Marpebach oder schlicht Marpe genannt) zu, wobei der erhaltene Wall immer bruchstückhafter und verschliffener wird, je weiter man sich dem Bach nähert. Der Bach war die Grenze zwischen Barmen und dem Gerichtsbezirk Lüttringhausen, beide ab 1407 dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amt Beyenburg] angehörend. Ca. 50 Meter vor dem Bachlauf endet dann jede Spur des Walls. Unmittelbar hinter dem Adolf-Werth-Gedenkstein ist sie mit am ausgeprägtesten. 1704 maß der Landvermesser Schophopf die "mit Sträuchern und Blumen" bestandene Landwehrflur zwischen der Wupper und dem Murmelbach auf vier Morgen und zehn kölnische Ruten. Zum Ausgleich der Nutzung vergüteten die Barmer Markgenossen dem Landesherrn diese Fläche mit drei Morgen Wald im Dickter Busch. </div> </div> 641f6e5ebfcdccc38616d45ba138a16aba85d5de 347 333 2014-03-07T19:20:35Z Jm 1 /* Verlauf */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Innerhalb des Stadtgebiets im Osten und Südosten von Wuppertal. === Einführung === Die Barmer Linie trennte das Gebiet des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen in zwei Teile, Niederbarmen (Unterbarmen) und Oberbarmen. Im Spätmittelalter bestand Barmen nur aus einem lockeren Verband von Einzelhöfen hauptsächlich im Besitz der Grafen von Berg und von der Mark, die zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze Elberfeld zu Schwelm lagen. Die Grenze zwischen Berg und Mark verschob sich aber im 14. Jahrhundert mehrfach, mehr dazu im Abschnitt Enstehungszeit und -Zweck. Der spätere zentrale Siedlungskern, Barmen-Gemarke, entstand erst in der späteren Neuzeit und wurde zuvor von der Landwehr zerschnitten. Dieser mittelalterlichen Kirchspielgrenze, die auch Dekanatsgrenze zwischen den Dekanaten Lüdenscheid und Neuss war, folgte die Landwehr von den Wuppertaler Nordhöhen durch das Tal der Wupper bis zu den Wuppertaler Südhöhen. Dort endete auch das als Barmen bezeichnete Gebiet am Murmelbach. Die Landwehr aber verlief entlang der Wupper weiter durch das Waldgebiet Olscheid bis zur im dreissigjährigen Krieg zerstörten Beyenburg im gleichnamigen Wuppertaler Ortsteil. Die Beyenburg war herzogliche Residenz und Verwaltungssitz des Amts Beyenburg, zu dessen Gebiet auch überwiegende Teile des heutige Barmens, sowie das Gebiet des Olscheids (heute Bereich Herbringhausen/Marscheid) gehörte. === Verlauf === Der nachweisliche Beginn liegt im Wuppertaler Ortsteil [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Hatzfeld] in der Nähe der Kreuzung Hatzfelder Straße / Uellendahler Straße. Hier wird laut Engels auch eine Durchgangstelle mit Schlagbaum als Straßensperre angenommen. Aufgrund der Beyenburger Amtsrechnung von 1806/07 ist bekannt, dass die Landwehr sich nach Norden bis zur märkischen Grenze bei Horath oder der [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Horather Schanze] fortgesetzt hat, aber es gibt keinerlei Bodenfunde, Flurgrenzen oder Toponyme, die den exakten Verlauf belegen. Aus Pachtunterlagen von 1807 geht aber hervor, dass zwei Höfe nördlich der Hatzfelder Straße 42 bzw. 14 Ruten der Landwehr gepachtet hatten. Bei Horath könnte sie nach weiteren Spekulationen mit der Elberfelder Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen und/oder einer Linie entlang dem Deilbach zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. Über den Verlauf der [[Elberfelder Landwehr]] im Bereich des nördlichen Wuppertals gibt es drei nachvollziehbaren Theorien, von denen zumindest eine ein Zusammentreffen ermöglichen würde. Der Verlauf nach Süden ist dagegen gesichert. Im Abstand von 40-80 Metern verlief die Barmer Linie westlich der Hatzfelder Straße nach Süden. Dabei wird die Ortslage Lante durchschnitten. Der Name Lante selbst ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung von Lantert, das als mittelalterliche Bezeichnung für den Begriff Landwehr bekannt ist. In Höhe der alten Hatzfelder Schule bei Lante waren im 19. Jahrhundert noch Wall/Grabenreste zu erkennen. Richtung Südosten verlief sie laut dem ''Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen'' von 1642 zwischen den Höfen der Rotte Carnap und der Rotte Leimbach. Oberhalb der Gutes Beesen bei dem Hof Carnap sollen aber im 19. Jahrhundert ebenfalls noch Reste eines Walls zu erkennen gewesen sein. Ist dem so tatsächlich gewesen und waren diese auf alten Karten auch eingezeichneten Strukturen kein Hohlweg, dann blieb die Landwehr bis dahin westlich der heutigen Hatzfelder Straße und bog in Höhe der heutigen A46 nach Osten zum Unterlauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Leimbach_%28Wupper%29 Leimbach] ab. Dort folgte sie dem Westufer des Leimbachs bis zu dessen Mündung in dem Seitenarm der Wupper, der später als Mühlengraben genutzt wurde. Von dort führte die Landwehr weiter bis zur Wupper. Dieser gesamte Bereich ist sehr stark bebaut und als einziges Indiz der Landwehr am heute verdohlt verlaufenden Leimbach kann nur die Landwehrstraße, eine Seitenstraße des Steinwegs, und der Landwehrplatz dienen. Nahe der Wupper stand der Oberhof Barmens, der das lokale Verwaltungszentrum der bergischen Landesherrn für die umliegenden Hofschaften bildete. Dieser 1902 abgerissene Hof trug den Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rnen_%28Wuppertal%29 Dörner Hof], von dessen Standort nur noch die Straßennamen Oberdörnen und Unterdörnen zeugen. Der Name Dörner Hof ist ein deutlicher Hinweis auf die Lage an der Landwehr und nimmt Bezug auf deren Gedörn. Ein weiterer Hof an der Leimbachmündung, der Schlippenhof, markiert die Stelle, wo sich ein Durchgang befand, da ein kleiner Personendurchgang durch eine Landwehr nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Engels] auch als Schlippe bezeichnet wurde. Bis hierhin ist durch die dichte Bebauung im Zentrum Barmens und die Umgestaltung des Geländes in den Barmer Anlagen kein erkennbarer Rest der Landwehr erhalten geblieben. Nur aus Quellen wie dem herzoglicher Kommissionbericht zur Vermessung und Verpachtung der Landwehrfluren aus 1696 und anderen Verwaltungsakten (Beyenburger Rentmeistereirechnungen) geht der Verlauf grob hervor. Als die herzogliche Kommission, ausgesandt von Herzog Johann Wilhelm von Berg (Jan Wellem), die Landwehr vermessen sollte (die Trasse war seit alters her ja herzoglicher Besitz), um sie zum Füllen der stets knappen Staatskasse an die ansässigen Bauern zu verpachten (bzw. nun Pacht von den Bauern zu fordern, die sie schon längst selbst nutzten), stieß sie schon Ende des 17. Jahrhunderts bei der Ermittlung des genauen Verlaufs auf Probleme. Es wurden von der Kommission über 70 Jahre alte Zeitzeugen befragt, die den Verlauf noch aus ihrer Jugend in der Zeit des dreißigjährigen Krieges kannten. Bereits um 1500 war von der Landwehr im Bereich der Wupperquerung, wie aus den Aussagen von Anliegern in der Beyenburger Rentmeistereirechnung von 1559/60 hervorgeht, bis auf Reste (Grabenstück und Baumstümpfe des Gebücks) nichts mehr vorhanden. Die Landwehr endete in der sumpfigen Wupperaue und setzte sich südlich des Flusses fort. Hier folgte sie auf westlicher Seite dem Lauf des Fischertaler Bachs, der früher nach der im Tal an der Mündung gelegenen Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Clef_%28Wuppertal%29 Clef] Clefbach oder Clever Bach genannt wurde, hinauf zu den Wuppertaler Südhöhen. Aus Wegerechtsakten von 1803/04 geht hervor, dass der Fischertaler (Clever) Bach teilweise selbst den Graben der Landwehr als Bachbett nutzte. Bereits im 16. Jahrhundert ist laut einem Bericht vom 18. Februar 1566 Wasser aus der Landwehr entnommen worden - die Landwehr muss also sehr nahe am Bachlauf gelegen haben, damit der Bach sein Bett in sie verlegen konnte. Auch im Fischertal war laut [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Werth Adolf Werth] im 19. Jahrhundert noch ein Wallrest an der Einmündung der Amalienstraße in die Fischertaler Straße zu finden. 1846 sollte, wie aus einer Eingabe hervorgeht, ein Teil der Landwehr mit der heutigen Fischertaler Straße überbaut werden. Durch die heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Anlagen Barmer Anlagen] führte sie weiter hinauf zu der heutigen Lönsstraße zwischen dem Ehrenfriedhof und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Toelleturm Toelleturm]. Die Unkenntnis über den exakten Verlauf endet knapp südlich der Lönsstraße, wo tatsächlich ein ca. 250 Meter langes Stück des Landwehrwalls im Barmer Wald erhalten blieb. Dieses heute als Bodendenkmal geschütze Stück setzt sich nach Süden fort und wendet sich in Kurven dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Murmelbach_%28Wupper%29 Murmelbach] (früher auch Marper Bach, Marpebach oder schlicht Marpe genannt) zu, wobei der erhaltene Wall immer bruchstückhafter und verschliffener wird, je weiter man sich dem Bach nähert. Der Bach war die Grenze zwischen Barmen und dem Gerichtsbezirk Lüttringhausen, beide ab 1407 dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amt Beyenburg] angehörend. Ca. 50 Meter vor dem Bachlauf endet dann jede Spur des Walls. Unmittelbar hinter dem Adolf-Werth-Gedenkstein ist sie mit am ausgeprägtesten. 1704 maß der Landvermesser Schophopf die "mit Sträuchern und Blumen" bestandene Landwehrflur zwischen der Wupper und dem Murmelbach auf vier Morgen und zehn kölnische Ruten. Zum Ausgleich der Nutzung vergüteten die Barmer Markgenossen dem Landesherrn diese Fläche mit drei Morgen Wald im Dickter Busch. [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg|mini|300px|links|Der als Bodendenkmal geschütze Wall an der Lönsstraße beim Toelleturm]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg|mini|300px|Der Wall ist im weiteren Verlaut von Brombeeren und anderen bodendeckenden Pflanzen überdeckt und kaum zu erkennen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg|mini|400px|links|Blickrichtung Lönsstraße]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg|mini|400px|Blickrichtung Lönsstraße. Der in Kurven verlaufende Wall setzt sich in unterbrochener Form auf der anderen Seite bis ca. 50 Meter vor den Murmelbach fort]] <br style="clear:both" /> Nach Überquerung des Murmelbach wendet sich die Landwehr der Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/Konradsw%C3%BCste Konradswüste] zu. Der genaue Verlauf ist nicht bekannt, es existiert aber die Annahme, dass die Geländestufe oberhalb der Pilgerheim Murmelbachtals Teil der Landwehr war. Ein andere Theorie geht von einem geraden Verlauf die Flanke der [http://de.wikipedia.org/wiki/Scharpenacker_Berg Scharpenacker Berge] hinauf bis zur Siedlung. Dort durchlief die Landwehr das Zentrum des heutigen Siedlungsbereiches und wendete sich dem Blombachtal zu. Sie tritt heute ca. 30 Meter oberhalb der Bahnstrecke Wuppertal-Remscheid (rund 200 Meter südlich der Eisenbahnbrücke Hammesberger Weg) als schmales Flurstück in Erscheinung, dass in südwestliche Richtung in das Tal führt und sich hinter dem Bahndamm fortsetzt. Die noch 1938 von Engels gesichteten Wallreste sind teilweise dem Bau der Autobahn A1 und des Gewerbegebiets Kupferhammer westlich davon zum Opfer gefallen, aber auf einer Länge von ca. 30 Meter vor der Autobahn erhalten. Auf der anderen Talseite verließ sie in Höhe des ehemaligen Schulhauses (1938: Blombacherbach 2) das Blombachtal und stieg den steilen Hang in den heutigen Marscheider Wald hoch. Ab hier bis kurz vor dem Herbringhauser Bach ist der Landwehrverlauf eindeutig, da er sich in kompletter Länge als schlauchförmiges, sich im Schnitt ca. 250 Meter südlich der Wupper befindendes Flurstück durch das Waldgebiet zieht. Auf mehreren historischen Karten, aber auch auf einer älteren DGK5 ist er gut erkennbar eingezeichnet. Auf der Höhe wendete sie sich in einem geschwungenen Doppelbogen über den Geländesporn oberhalb der Erbhöfe erst nach Norden, dann nach Osten und verlief nun parallel zur Wupper auf halbes Höhe des zur Wupper abfallenden Hangs bis zum Tief eingeschnittenen Tal des Eschensiepens, das in gerader Linie zur gegenüberliegenden Seite hin überschritten wurde. Beim Lauf in östlicher Richtung überquerte sie zuvor einen alten, heute stark verschliffenen Hohlweg von den Erbhöfen den Marscheider Berg hinauf , der laut Karten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Benutzung war. Vom Verlauf handelt es sich möglicherweise um einen typischen alten Höhenweg, der unter Umständen auch einen Landwehrdurchgang besessen haben könnte. Auf Karten des frühen 19. Jahrhunderts ist der Weg bereits verzeichnet. Am Beginn des Gefälles zu Eschensiepen, sowie an einer Stelle hundert Meter davor sind noch stark verschliffene Reste des Walls zu erahnen. Im rechten Winkel zu der Landwehr finden sich entlang dem Lauf des Eschensiepen bis zum Gipfel des Marscheider Bergs folgend deutliche, mehrfache Wall-/Grabenstrukturen, die genauer zu untersuchen sich als lohnend erweisen könnte. Für einen reinen Hohlweg sind diese Strukturen im Vergleich zu dem Hohlweg Erbhöfe-Marscheider Berg im Profil erheblich deutlicher ausgeprägt und weisen mehrere parallele Wälle auf, die bei dieser Struktur nicht auszumachen sind. Auch ließen sich die am Fleischsiepen gefundenen, zum Marscheider Bach hinführenden Wall-/Grabenstrukuren, die Gerd Hellbeck wohl fälschlicherweise als Teil der Elberfelder Landwehrlinie deutet, in gerader Linie den Strukturen auf der Höhe des Marscheider Bergs verlängern. Aber zurück zur Barmer Landwehr. Die Landwehr verläuft nun im Abstand von ca. 20-30 Meter südlich des Siedlungsrandes von Laaken zum katholischen Friedhof. [http://de.wikipedia.org/wiki/Laaken Laaken] wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak Grenzbaum, Schanze, besonders befestigter Ort, vgl. auch Lackbaum (= Schlagbaum). So gesehen ist der dortige Straßenname Laaker Landwehr, der auch auf das Bauwerk hindeutet, eine Tautologie. Ihr Verlauf ab dem Friedhof entspricht im Großen und Ganzen dem des dortigen Waldwegs, wobei sie an einem Siepen geradlinig verläuft, während der Weg der Geländeform auf gleicher Höhenebene folgt. Vorhandene Landwehrtrassen sind häufig als Weg genutzt und ausgebaut worden, da mit ihnen bereits eine Trassierung durch das Gelände vorlag und auch die Eigentumsrechte der anliegenden Grundstücksbesitzer durch die neue Weganlage nicht berührt wurden. Die Trasse der Landwehr selbst blieb bis in das 19. Jahrhundert zumeist im Staatseigentum. </div> </div> 47997d05c3a356d22b1ac7e67d6e6078158af237 348 347 2014-03-23T13:49:11Z Jm 1 /* Verlauf */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Innerhalb des Stadtgebiets im Osten und Südosten von Wuppertal. === Einführung === Die Barmer Linie trennte das Gebiet des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen in zwei Teile, Niederbarmen (Unterbarmen) und Oberbarmen. Im Spätmittelalter bestand Barmen nur aus einem lockeren Verband von Einzelhöfen hauptsächlich im Besitz der Grafen von Berg und von der Mark, die zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze Elberfeld zu Schwelm lagen. Die Grenze zwischen Berg und Mark verschob sich aber im 14. Jahrhundert mehrfach, mehr dazu im Abschnitt Enstehungszeit und -Zweck. Der spätere zentrale Siedlungskern, Barmen-Gemarke, entstand erst in der späteren Neuzeit und wurde zuvor von der Landwehr zerschnitten. Dieser mittelalterlichen Kirchspielgrenze, die auch Dekanatsgrenze zwischen den Dekanaten Lüdenscheid und Neuss war, folgte die Landwehr von den Wuppertaler Nordhöhen durch das Tal der Wupper bis zu den Wuppertaler Südhöhen. Dort endete auch das als Barmen bezeichnete Gebiet am Murmelbach. Die Landwehr aber verlief entlang der Wupper weiter durch das Waldgebiet Olscheid bis zur im dreissigjährigen Krieg zerstörten Beyenburg im gleichnamigen Wuppertaler Ortsteil. Die Beyenburg war herzogliche Residenz und Verwaltungssitz des Amts Beyenburg, zu dessen Gebiet auch überwiegende Teile des heutige Barmens, sowie das Gebiet des Olscheids (heute Bereich Herbringhausen/Marscheid) gehörte. === Verlauf === Der nachweisliche Beginn liegt im Wuppertaler Ortsteil [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Hatzfeld] in der Nähe der Kreuzung Hatzfelder Straße / Uellendahler Straße. Hier wird laut Engels auch eine Durchgangstelle mit Schlagbaum als Straßensperre angenommen. Aufgrund der Beyenburger Amtsrechnung von 1806/07 ist bekannt, dass die Landwehr sich nach Norden bis zur märkischen Grenze bei Horath oder der [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Horather Schanze] fortgesetzt hat, aber es gibt keinerlei Bodenfunde, Flurgrenzen oder Toponyme, die den exakten Verlauf belegen. Aus Pachtunterlagen von 1807 geht aber hervor, dass zwei Höfe nördlich der Hatzfelder Straße 42 bzw. 14 Ruten der Landwehr gepachtet hatten. Bei Horath könnte sie nach weiteren Spekulationen mit der Elberfelder Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen und/oder einer Linie entlang dem Deilbach zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. Über den Verlauf der [[Elberfelder Landwehr]] im Bereich des nördlichen Wuppertals gibt es drei nachvollziehbaren Theorien, von denen zumindest eine ein Zusammentreffen ermöglichen würde. Der Verlauf nach Süden ist dagegen gesichert. Im Abstand von 40-80 Metern verlief die Barmer Linie westlich der Hatzfelder Straße nach Süden. Dabei wird die Ortslage Lante durchschnitten. Der Name Lante selbst ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung von Lantert, das als mittelalterliche Bezeichnung für den Begriff Landwehr bekannt ist. In Höhe der alten Hatzfelder Schule bei Lante waren im 19. Jahrhundert noch Wall/Grabenreste zu erkennen. Richtung Südosten verlief sie laut dem ''Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen'' von 1642 zwischen den Höfen der Rotte Carnap und der Rotte Leimbach. Oberhalb der Gutes Beesen bei dem Hof Carnap sollen aber im 19. Jahrhundert ebenfalls noch Reste eines Walls zu erkennen gewesen sein. Ist dem so tatsächlich gewesen und waren diese auf alten Karten auch eingezeichneten Strukturen kein Hohlweg, dann blieb die Landwehr bis dahin westlich der heutigen Hatzfelder Straße und bog in Höhe der heutigen A46 nach Osten zum Unterlauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Leimbach_%28Wupper%29 Leimbach] ab. Dort folgte sie dem Westufer des Leimbachs bis zu dessen Mündung in dem Seitenarm der Wupper, der später als Mühlengraben genutzt wurde. Von dort führte die Landwehr weiter bis zur Wupper. Dieser gesamte Bereich ist sehr stark bebaut und als einziges Indiz der Landwehr am heute verdohlt verlaufenden Leimbach kann nur die Landwehrstraße, eine Seitenstraße des Steinwegs, und der Landwehrplatz dienen. Nahe der Wupper stand der Oberhof Barmens, der das lokale Verwaltungszentrum der bergischen Landesherrn für die umliegenden Hofschaften bildete. Dieser 1902 abgerissene Hof trug den Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rnen_%28Wuppertal%29 Dörner Hof], von dessen Standort nur noch die Straßennamen Oberdörnen und Unterdörnen zeugen. Der Name Dörner Hof ist ein deutlicher Hinweis auf die Lage an der Landwehr und nimmt Bezug auf deren Gedörn. Ein weiterer Hof an der Leimbachmündung, der Schlippenhof, markiert die Stelle, wo sich ein Durchgang befand, da ein kleiner Personendurchgang durch eine Landwehr nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Engels] auch als Schlippe bezeichnet wurde. Bis hierhin ist durch die dichte Bebauung im Zentrum Barmens und die Umgestaltung des Geländes in den Barmer Anlagen kein erkennbarer Rest der Landwehr erhalten geblieben. Nur aus Quellen wie dem herzoglicher Kommissionbericht zur Vermessung und Verpachtung der Landwehrfluren aus 1696 und anderen Verwaltungsakten (Beyenburger Rentmeistereirechnungen) geht der Verlauf grob hervor. Als die herzogliche Kommission, ausgesandt von Herzog Johann Wilhelm von Berg (Jan Wellem), die Landwehr vermessen sollte (die Trasse war seit alters her ja herzoglicher Besitz), um sie zum Füllen der stets knappen Staatskasse an die ansässigen Bauern zu verpachten (bzw. nun Pacht von den Bauern zu fordern, die sie schon längst selbst nutzten), stieß sie schon Ende des 17. Jahrhunderts bei der Ermittlung des genauen Verlaufs auf Probleme. Es wurden von der Kommission über 70 Jahre alte Zeitzeugen befragt, die den Verlauf noch aus ihrer Jugend in der Zeit des dreißigjährigen Krieges kannten. Bereits um 1500 war von der Landwehr im Bereich der Wupperquerung, wie aus den Aussagen von Anliegern in der Beyenburger Rentmeistereirechnung von 1559/60 hervorgeht, bis auf Reste (Grabenstück und Baumstümpfe des Gebücks) nichts mehr vorhanden. Die Landwehr endete in der sumpfigen Wupperaue und setzte sich südlich des Flusses fort. Hier folgte sie auf westlicher Seite dem Lauf des Fischertaler Bachs, der früher nach der im Tal an der Mündung gelegenen Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Clef_%28Wuppertal%29 Clef] Clefbach oder Clever Bach genannt wurde, hinauf zu den Wuppertaler Südhöhen. Aus Wegerechtsakten von 1803/04 geht hervor, dass der Fischertaler (Clever) Bach teilweise selbst den Graben der Landwehr als Bachbett nutzte. Bereits im 16. Jahrhundert ist laut einem Bericht vom 18. Februar 1566 Wasser aus der Landwehr entnommen worden - die Landwehr muss also sehr nahe am Bachlauf gelegen haben, damit der Bach sein Bett in sie verlegen konnte. Auch im Fischertal war laut [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Werth Adolf Werth] im 19. Jahrhundert noch ein Wallrest an der Einmündung der Amalienstraße in die Fischertaler Straße zu finden. 1846 sollte, wie aus einer Eingabe hervorgeht, ein Teil der Landwehr mit der heutigen Fischertaler Straße überbaut werden. Durch die heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Anlagen Barmer Anlagen] führte sie weiter hinauf zu der heutigen Lönsstraße zwischen dem Ehrenfriedhof und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Toelleturm Toelleturm]. Die Unkenntnis über den exakten Verlauf endet knapp südlich der Lönsstraße, wo tatsächlich ein ca. 250 Meter langes Stück des Landwehrwalls im Barmer Wald erhalten blieb. Dieses heute als Bodendenkmal geschütze Stück setzt sich nach Süden fort und wendet sich in Kurven dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Murmelbach_%28Wupper%29 Murmelbach] (früher auch Marper Bach, Marpebach oder schlicht Marpe genannt) zu, wobei der erhaltene Wall immer bruchstückhafter und verschliffener wird, je weiter man sich dem Bach nähert. Der Bach war die Grenze zwischen Barmen und dem Gerichtsbezirk Lüttringhausen, beide ab 1407 dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amt Beyenburg] angehörend. Ca. 50 Meter vor dem Bachlauf endet dann jede Spur des Walls. Unmittelbar hinter dem Adolf-Werth-Gedenkstein ist sie mit am ausgeprägtesten. 1704 maß der Landvermesser Schophopf die "mit Sträuchern und Blumen" bestandene Landwehrflur zwischen der Wupper und dem Murmelbach auf vier Morgen und zehn kölnische Ruten. Zum Ausgleich der Nutzung vergüteten die Barmer Markgenossen dem Landesherrn diese Fläche mit drei Morgen Wald im Dickter Busch. [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg|mini|300px|links|Der als Bodendenkmal geschütze Wall an der Lönsstraße beim Toelleturm]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg|mini|300px|Der Wall ist im weiteren Verlaut von Brombeeren und anderen bodendeckenden Pflanzen überdeckt und kaum zu erkennen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg|mini|400px|links|Blickrichtung Lönsstraße]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg|mini|400px|Blickrichtung Lönsstraße. Der in Kurven verlaufende Wall setzt sich in unterbrochener Form auf der anderen Seite bis ca. 50 Meter vor den Murmelbach fort]] <br style="clear:both" /> Nach Überquerung des Murmelbach wendet sich die Landwehr der Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/Konradsw%C3%BCste Konradswüste] zu. Der genaue Verlauf ist nicht bekannt, es existiert aber die Annahme, dass die Geländestufe oberhalb der Pilgerheim Murmelbachtals Teil der Landwehr war. Ein andere Theorie geht von einem geraden Verlauf die Flanke der [http://de.wikipedia.org/wiki/Scharpenacker_Berg Scharpenacker Berge] hinauf bis zur Siedlung. Dort durchlief die Landwehr das Zentrum des heutigen Siedlungsbereiches und wendete sich dem Blombachtal zu. Sie tritt heute ca. 30 Meter oberhalb der Bahnstrecke Wuppertal-Remscheid (rund 200 Meter südlich der Eisenbahnbrücke Hammesberger Weg) als schmales Flurstück in Erscheinung, dass in südwestliche Richtung in das Tal führt und sich hinter dem Bahndamm fortsetzt. Die noch 1938 von Engels gesichteten Wallreste sind teilweise dem Bau der Autobahn A1 und des Gewerbegebiets Kupferhammer westlich davon zum Opfer gefallen, aber auf einer Länge von ca. 30 Meter vor der Autobahn erhalten. Auf der anderen Talseite verließ sie in Höhe des ehemaligen Schulhauses (1938: Blombacherbach 2) das Blombachtal und stieg den steilen Hang in den heutigen Marscheider Wald hoch. Ab hier bis kurz vor dem Herbringhauser Bach ist der Landwehrverlauf eindeutig, da er sich in kompletter Länge als schlauchförmiges, sich im Schnitt ca. 250 Meter südlich der Wupper befindendes Flurstück durch das Waldgebiet zieht. Auf mehreren historischen Karten, aber auch auf einer älteren DGK5 ist er gut erkennbar eingezeichnet. Auf der Höhe wendete sie sich in einem geschwungenen Doppelbogen über den Geländesporn oberhalb der Erbhöfe erst nach Norden, dann nach Osten und verlief nun parallel zur Wupper auf halbes Höhe des zur Wupper abfallenden Hangs bis zum Tief eingeschnittenen Tal des Eschensiepens, das in gerader Linie zur gegenüberliegenden Seite hin überschritten wurde. Beim Lauf in östlicher Richtung überquerte sie zuvor einen alten, heute stark verschliffenen Hohlweg von den Erbhöfen den Marscheider Berg hinauf , der laut Karten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Benutzung war. Vom Verlauf handelt es sich möglicherweise um einen typischen alten Höhenweg, der unter Umständen auch einen Landwehrdurchgang besessen haben könnte. Auf Karten des frühen 19. Jahrhunderts ist der Weg bereits verzeichnet. Am Beginn des Gefälles zu Eschensiepen, sowie an einer Stelle hundert Meter davor sind noch stark verschliffene Reste des Walls zu erahnen. Im rechten Winkel zu der Landwehr finden sich entlang dem Lauf des Eschensiepen bis zum Gipfel des Marscheider Bergs folgend deutliche, mehrfache Wall-/Grabenstrukturen, die genauer zu untersuchen sich als lohnend erweisen könnte. Für einen reinen Hohlweg sind diese Strukturen im Vergleich zu dem Hohlweg Erbhöfe-Marscheider Berg im Profil erheblich deutlicher ausgeprägt und weisen mehrere parallele Wälle auf, die bei dieser Struktur nicht auszumachen sind. Auch ließen sich die am Fleischsiepen gefundenen, zum Marscheider Bach hinführenden Wall-/Grabenstrukuren, die Gerd Hellbeck wohl fälschlicherweise als Teil der Elberfelder Landwehrlinie deutet, in gerader Linie den Strukturen auf der Höhe des Marscheider Bergs verlängern. Aber zurück zur Barmer Landwehr. Die Landwehr verläuft nun im Abstand von ca. 20-30 Meter südlich des Siedlungsrandes von Laaken zum katholischen Friedhof. [http://de.wikipedia.org/wiki/Laaken Laaken] wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak Grenzbaum, Schanze, besonders befestigter Ort, vgl. auch Lackbaum (= Schlagbaum). So gesehen ist der dortige Straßenname Laaker Landwehr, der auch auf das Bauwerk hindeutet, eine Tautologie. Ihr Verlauf ab dem Friedhof entspricht im Großen und Ganzen dem des dortigen Waldwegs, wobei sie an einem Siepen geradlinig verläuft, während der Weg der Geländeform auf gleicher Höhenebene folgt. Vorhandene Landwehrtrassen sind häufig als Weg genutzt und ausgebaut worden, da mit ihnen bereits eine Trassierung durch das Gelände vorlag und auch die Eigentumsrechte der anliegenden Grundstücksbesitzer durch die neue Weganlage nicht berührt wurden. Die Trasse der Landwehr selbst blieb bis in das 19. Jahrhundert zumeist im Staatseigentum. (Bilder und Links zum nachfolgenden Text kommen noch) Hinter dem Siepen sind an dem talwärts gelegenen Rand des Weges auf kurzer Länge ausgeprägte Wallstrukturen auszumachen, die unter Umständen auch der Landwehr zugeordnet werden können. Während sich der Weg in einem Bogen nach Süden in das Herbinghauser Bachtal wendet, kürzte die Landwehr über den Bergsporn ab. Dieser Sporn wird von Nordosten kommend von einem Waldweg durchschnitten, dessen Kreuzungspunkt mit der Landwehr laut der Urkatasterkarte von 1815-25 Frankenbaum genannt wurde. Dieses würde auf eine Altstraße mit einen Landwehrdurchgang mit Schlagbaum hindeuten. Die Landwehr überquert denselben Waldweg, der bei Laaken eine zeitlang auf der Trasse verlief, und fiel südlich des Laaker Hammers steil zum Herbringhauser Bach ab . Der Herbringhauser Bach hieß früher Olpebach und gab auch dem großen Waldgebiet, das er durchfließt, den Namen Olscheid. Hier soll sich auch an der Landwehr eine Wolfskuhle befunden haben. Auf der anderen Talseite stieg die Landwehr ebenso steil wieder den Hang des Paulsberg hinauf. Das Fehlen von Wallresten kann darauf hindeuten, dass hier die Sicherung nur aus dem Gebück/Gedörn bestand, da die steilen Hänge sowieso keine einfache Begehung zuließen. In einem weiteren Doppelbogen wendete sich die Landwehr nach Norden und wieder nach Osten. In der Nähe mehr oder weniger parallel laufend, aber nicht genau auf dem Landwehrflurstück liegend, findet sich auf mehreren hundert Metern eine deutlich ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur. Es ist unklar, ob diese sehr deutlich im Gelände sichtbaren Strukturen mit der Landwehr in Zusammenhang stehen, denn es könnte sich auch um ein von Oberste Laaken den Paulsberg hinaufführenden Hohlweg handeln, dessen nördlicher Serpentinenteil noch heute von Waldwegen genutzt wird. Allerdings führt der heutige Waldweg als Hohlweg direkt zu dem Gipfel des Paulsbergs, während sich die Wall-/Grabenstruktur wieder in Richtung des Herbringhauser Bachtals wendet und zu diesem wieder abfällt, was als Wegführung nur begrenzten Sinn macht. Diese Struktur verliert sich in einem dichten Jungwald und ist nicht ganz deckungsgleich mit dem Flurstück der Landwehr. Die Struktur trifft an deren nördlichen Ende im spitzen Winkel auf die Landwehrtrasse und mündet dort in den heute als Waldweg genutzten Hohlweg zum Gipfel des Paulsbergs. Kurz vor der Einmündung der Struktur in den heutigen Waldweg findet sich auf der Ostseite des Waldweges im rechten Winkel dazu ein verschliffener, aber noch auf einer Länge von wenigen Metern erhaltener Einzelwall, der exakt auf der Landwehrtrasse liegend, vermutlich zu der Landwehr gehören dürfte. Ist dieses der Fall, so kann die ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur nicht zu der Landwehr gehören, es sei denn, die Landwehr hätte dort einen deutlicheren Richtungswechsel nach Südwesten durchgeführt, als das Landwehrflurstück andeutet. Auch ist es nicht einleuchtend, warum sich ein verschliffener, kaum erkennbarer Wall nach einem abrupten Richtungswechsel unvermittelt als gut erkennbarer Doppelwall fortsetzen sollte. Diese Situation muss also noch erforscht werden. In östlicher Richtung setzte sich das Landwehrflurstück von dem Zusammengang von Doppelwall-/Grabenstruktur und Hohlweg noch ca. 200 Meter fort, und endet dort. Der weitere Verlauf bis zur Beyenburg ist zur Zeit vollkommen unklar. Es ist bislang nicht gelungen, weitere Bodenspuren zu finden, auch die bislang hilfreiche Urkatasterkarte aus dem beginnenden 19. Jahrhundert versagt hier ihre Dienste. Erschwert wird die Suche auch dadurch, dass hier umfangreiche Erdbewegungen vorgenommen wurden: Einmal im Tal durch der Anlage der ehemaligen Unteren Herbringhauser Talsperre und anschließend auf der Höhe des der Wupperschleife bei Dahlhausen zugewandten Bergsporns namens Zur guten Hoffnung. Der Bergsporn wurde durch die Anlage eines Steinbruchs stark abgetragen und später durch die Nutzung als große kommunale Mülldeponie Kemna wieder verfüllt. Heute ist das umgestaltete Gelände mit Wald bepflanzt. Auch eine Karte des Waldgebiets aus dem 17. Jahrhundert, das nach seinen herzoglichen, also besonderen Eigentümer Sondernbusch genannt wurde, gibt keinen Aufschluss über den Verlauf. Erst in schriftlichen Quellen (Lagerbuch des Amts Beyenburg, dort Eintrag vom 19. Juli 1566) wird die Landwehr als zur der Burg Beyenburg führend auf den letzten Metern zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg wieder erwähnt, als ein Anlieger zum Hochwasserschutz der Wupper eine Mauer vervollständigen wollte, die von der Landwehr unterbrochen war. Der Streit über die Nutzung der Landwehrparzelle, die sich unter Verwaltung des Beyenburger Pfandherren Graf Franz II. von Waldeck befand, fand seine Niederschrift in dem besagten Lagerbuch. Im Gegenzug zur Genehmigung des Lückenschlusses wurde dem Antragsteller Kasper von den Bruggen (= Beyenburger Brücke) auferlegt, diese Mauer als Ersatz für die Landwehr in Richtung der Beyenburg bis zu dem dortigen Schlagbaum fortzuführen. Die Landwehr verlief also nahe der Wupper in östlicher Richtung auf den Wuppermäander in Beyenburg zu, auf dem sich die Beyenburg und die dazugehörende Freiheit befand. In der Rentmeisterrechung Beyenburg 1749/50 wird ebenfalls eine seit 1720 verpachtete Landwehr zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg erwähnt und der Eintrag von 1566 damit bestätigt. Engels und auch zuvor Fahne deuten an, dass die Landwehr eventuell bis Hengsten weiterführte, wo sie auf die Elberfelder Linie traf. Gesichert ist diese Annahme aber bislang nicht. Helbeck hält diese Annahme ebenfalls für möglich und deutet passende Bodenstrukturen an. === Durchgänge === Landwehrdurchgänge sind überliefert auf Hatzfeld und beim Schlippenhof beim heutigen Alten Markt. Mit Sicherheit wird es einen Durchgang bei Beyenburger Brücke gegeben haben, wo die bedeutende mittelalterliche Heer-, Handels- und Pilgerstraße zwischen Dortmund und Köln die Wupper überquerte. Ein in der Urkatasterkarte namens Frankenbaum eingezeichnete örtlichkeit auf dem Marscheider Berg könnte auf einen Schlagbaum (also Landwehrdurchgang) hinweisen. Bei Wuppertal-Herbringhausen existiert eine Flur Vor dem Baum an der parallel laufenden Elberfelder Landwehr, die auch auf einem Schlagbaum hinweist. Vermutlich gab es ein Pendant zu diesem Durchgang in der nur wenige hundert Meter weiter nördlich verlaufenden Barmer Landwehr am gleichen Weg. An der Beyenburg selber ist ein Schlagbaum durch im dem Lagerbuch von 1566 niedergeschriebenen Streit über den Hochwasserschutz belegt. === Bodenfunde === Erkennbar erhaltene, denkmalgeschützte Wallreste mit Unterbrechungen befinden sich im Barmer Wald zwischen der Lönsstraße und dem Murmelbach. Im Marscheider und Herbringhauser Wald sind ebenfalls noch vereinzelt stark verschliffene Wallreste vorhanden. === Entstehungszeit und -zweck === Die sich im Laufe der Zeit verändernden spätmittlelalterlichen Besitzverhältnisse Bergs, Marks und Kurkölns innerhalb des Barmer Hofesverbandes lassen vielfältige Deutungen über Entstehungszeit und -Zweck zu. Aber auch eine Entstehung vor der bergisch-märkischen Territorialbildung im Früh- oder Hochmittelalter wurde diskutiert. Da sie am Westufer von Leimbach und Fischertaler Bach bzw. am Südufer der Wupper verlief, war sie den gegen Osten bzw. Norden gerichtet, die Bedrohung wurde dort her kommend gesehen. Das führt zu der Annahme, dass der territoriale Besitzer Unterbarmens sie zum Schutz des Gebietes westlich/südlich davon erbaute. Innerhalb Barmens liegt sie an der alten Kirchspielgrenze, die schon vor dem Bergisch-Märkischen Einflussnahme vorhanden war und es liegt weiterhin die Vermutung nahe, dass eben diese Grenze mit der Landwehr gesichert wurde. In Folge der fränkischen Landnahme der rechtsrheinischen Hochflächen ab den 8./9. Jahrhundert gehörte die Wuppertaler Region zu den Randgebieten der fränkischen Gaugrafschafen (auch Gografschaften, kurz Gaue) Ruhr-, Deutz- und Keldachgau, die im Herrschaftsbereich der Ezzonen lagen. Ab dem 10. Jahrhundert war die Region kirchenrechtlich in die Dekanate Neuss und Lüdenscheid unterteilt, deren Untereinheiten, die Kirchspiele Elberfeld und Schwelm, hier aneinander grenzten. Die Dekanate unterstanden den Kölner Erzbischöfen, die bis in das 11. Jahrhundert als kaiserliche Beamte für die Verwaltung des Gebietes zuständig waren, während die Gografen (Gaugrafen) das oberste Richteramt inne hatten. Der Erzbischof von Köln bzw. seine Pfarreien waren darüber hinaus auch Grundbesitzer einiger der in Barmen befindlichen Höfe (Allodialbesitz) - andere Höfe waren Freigüter und gehörten den dortigen Bauern, denn teilweise bestanden schon Besiedlungen durch sächsische oder den Sachsen untergeordnete bzw. sich ihnen angeschlossene Volkstämme aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Die Ravensberger Grafen besaßen als Nachfahren der Ezzonen Barmer Höfe zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze. 1244 erwarben die Bergischen Grafen, die als Vögte dem Dienstadel der Kölner Erzbischöfe entstammten, die Barmer Villikation mit diesen Höfen und waren nun neben dem Erzbischof von Köln dort ebenfalls Grundbesitzer. Nach der Schlacht von Worringen 1288 und der militärischen Auseinandersetzung auf der Seite des Königs Albrecht I. gegen den Kölner Erzbischof Wigbold von Holte verlor Kurköln sukzessive Gebiete und Allode an Berg und Mark; so das gesamte Kirchspiel Schwelm an Mark in der Zeit zwischen 1301 und 1324. Die bergischen Grafen sahen sich nun folgender Situation ausgesetzt: Das Kirchspiel Elberfeld gehörte noch dem Erzbischof, war aber an dessen Ministeriale verpfändet. Das Kirchspiel Schwelm war bis spätestens 1324 kurkölnisch, ab dann aber märkisch. Mitten drin lag der eigene bergische Allodialbesitz, der sich auf Elberfelder und Schwelmer Kirchspielgebiet verteilte und rechtlich zur ebenfalls 1324 von Mark eroberten Freigrafschaft Volmarstein gehörte. Die zweite große Barmer Villikation unter dem Oberhof Wichlinghausen wurde erst 1384 von Mark erworben, so dass es ab diesem Zeitpunkt auch Allodialbesitzer in diesem Bereich war, auch mit einzelnen Höfen im hauptsächlich zu Berg gehörenden Bereich Unterbarmens. Mit dem Allodialbesitz war aber noch kein Territorialbesitz verbunden und erst irgendwann ab 1301 wurde Berg im Bereich zwischen Elberfeld und der Kirchspielgrenze, also Unterbarmen, vermutlich auch der Territorialbesitzer. Unter der Annahme, die Ober- und Unterbarmen teilende Landwehr wäre bergischen Ursprungs, so könnte sie frühestens ab 1300 gebaut worden sein, als Berg den Grund hatte sich territorial von dem kurkölnischen oder märkischen Schwelm abzugrenzen. Dafür spricht auch, dass die Elberfelder Landwehr, die Unterbarmen von Elberfeld schied, dem Anschein nach gegen das kurkölnische Elberfeld gerichtet gewesen war; da sie an der Ostgrenze der Freigrafschaft Volmarstein verläuft, kann sie aber auch eine Grenzsicherung der Freigrafschaft gewesen sein. Der Landwehrbau könnte das ab 1301 bergisch beherrschte Unterbarmen also nach beiden Seiten abgesichert haben. Spätestens ein paar Jahre nach der bergisch-märkischen Auseinandersetzung in Folge der Schlacht von Kleverhamm 1397 wurde die Landwehr zumindest als bergisch-märkische Grenzlinie obsolet - die Territorialgrenze verschob sich aufgrund von militärischen Erfolgen oder aufgrund einer Einigung dauerhaft ab 1400 nach Osten an die Bäche Schellenbeck und Schwarzbach. Das könnte der Zeitraum gewesen sein, wo die Landwehr innerhalb von Barmen aufgegeben sein könnte. Eine neue Landwehr entlang der neuen Grenze ist nicht gesichert, daher ist eine weitere Nutzung als zurückgenommene Grenzsicherung bis in das 16. Jahrhundert nicht unwahrscheinlich, wobei sie laut der Urkundenlage aber bereits zu dieser Zeit lückenhaft war und nicht mehr allzu gut Instand gehalten wurde. Gerd Helbeck ist allerdings der Auffassung, das an der Schellenbeck auch ein Landgraben bestanden hat. Im Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg müssen wir andere Verhältnisse betrachten. Das Gebiet südlich der Landwehr ist schon seit dem 12. Jahrhundert als bergischer Besitz beurkundet und gehörte zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum vermutlich zwischen 1355 und 1399 gegründeten Amt Beyenburg, zu dem auch Barmen gehörte. Mit ihr konnte das bergische Kernland entlang der Wupper gegenüber dem kurkölnischen, später märkischen Schwelm jenseits der Wupper geschützt werden. Allerdings ist der Wall im Gegensatz zu der nur wenige hundert Meter dahinter parallel verlaufenden Elberfelder Landwehr weitaus schlechter erhalten, so dass man geneigt ist, eine frühe Anlage und auch Aufgabe der Linie anzunehmen. Der Theorie, dass die Landwehr ein bergisches Bauwerk ist, wird vor allen von früheren Forschern nicht geteilt, aber auch Justus Bockemühl meldete Ende des 20. Jahrhunderts Zweifel an. Die Landwehr als fränkisch-sächsische Grenzlinie anzunehmen geht aber von der Vorraussetzung aus, deren Gebiete wären durch eine wohldefinierte Grenze getrennt gewesen. Tatsächlich handelte es sich im Frühmittelalter um einen Grenzsaum innerhalb größtenteils unbesiedelten Raumes, in den vereinzelte Angehörige sächsischer und fränkischer Volksstämme als Pioniere Siedlungsplätze gegründet hatten. Der notwendige Organisations- und Besiedlungsgrad für den Landwehrbau bildete sich erst im 10. Jahrhundert aus. Hier springt Bockemühl in die Kerbe und regt eine Entstehung im 10. oder 11. Jahrhundert an, und zwar in Form als Grenzsicherung der Landdekanate. Diese Absicherung soll gegenseitig erfolgt sein, zwei parallele, sich gegenüber stehende Landwehren mit einem breiten Niemandsland dazwischen an den Dekanatsgrenzsäumen verhinderten den Angriff sowohl von der einen, als auch von der anderen Seite. Mit dieser Annahme erklärt er das Vorhandensein der parallelen Landwehrlinien am Ostrand des Bergischen Landes wie z.B. hier die Barmer Landwehr und die Elberfelder Landwehr. oder weiter südlich der Elberfelder Landwehr und der Linie Ispingrade-Horpetal. Mit seiner Theorie ließen sich die bislang zu unbekannten Zweck errichtete Landwehr östlich von Solingen-Ohligs als Dekanatsgrenze zwischen Deutz und Neuss, aber auch zahlreiche andere Landwehren im westfälischen Raum erklären. Laut Bockemühl lief die Barmer Landwehr auch nicht nach Beyenburg, sondern übersprang beim Herbringhauser Bach die Wupper und verlief dann auf der rechten Flussseite weiter parallel zur Elberfelder Landwehr. Die kurze Landwehr bei der Hölzernen Klinke oberhalb der Beyenburg deutet er als mögliches Teilstück dieser Linie an. Ein starkes Argument für einen vor-bergischen Bau liefert der Name Barmen selbst. Das erstmals 1070 als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden erwähnte Barmen wird von einigen etymologisch als Wall, Erdhaufen gedeutet. Der altsächsische Wortstamm Berm, Barm findet sich auch im Begriff Heubarme (Hauhaufen) wieder, so das hier von den Höfen am Erdwall die Rede sein könnte. Als Berg 1244 die Bona de Barme erwarb könnte die Übersetzung ebenfalls statt Güter in Barmen auch Güter am Erdwall lauten. Bockemühl deutet die Etymologie anders: Ahd. brama; mhd. brame = Dornstrauch (vgl. Brombeere; engl. broom) wurde nach einer Lautumstellung (vgl. auch Bronnen (Brunnen) zu Born) zu Barme. Auch bei dieser Herleitung steht die Landwehr als namensgebendes Element (Gedörn) im Mittelpunkt. Hermann Hinz gibt weiterhin zu bedenken, dass die Barmer Höfe offenbar bereits vor 1244 zu beiden Seiten der Landwehr lagen, so dass eine spätere Grenzziehung, die dann die östlichen Höfe außerhalb des Schutzes gelassen hätte, nicht so recht vorstellbar sei. Die Markgenossenschaft des Hofesverbands war 1244 längstens durchorganisiert und wäre so künstlich geteilt worden. Die Landwehr ist seiner Meinung nach vor der Bildung des Hofesverbands somit um 750 in die Zeit der fränkisch-sächsichen Grenzziehung zu sehen und schützte somit den fränkischen Tafelhof Elberfeld. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass der urkundlich nachweisbare Landwehrbau sämtlich zur Zeit der Territorialwerdung im Spätmittelalter stattfand und auch andere, benachbarte Bauwerke nur in diesem Kontext Sinn machten. Fazit: Wenn man die unbelegbare Theorien außen vor läßt, die Barmer Landwehr könnte bereits ein Grenzbollwerk zwischen den Franken und den Sachsen aus dem 7. bis 10. Jahrhundert oder ab dem frühen Hochmittelalter eine Trennlinie der beiden kurkölnisch beherrschten Dekanaten gewesen sein und annimmt, die Landwehr sei wie andere mit nachweisbarer Bauzeit in Deutschland in der Zeit der Territorialbildung ab dem 13. Jahrhundert entstanden, so kann sie nur von den bergischen Herzögen angelegt worden sein, die sich entweder gegen Kurköln oder Mark absichern wollten. Ein bergischer Territorialschutz war aber erst kurz nach der Wende zum 14. Jahrhundert nötig, da bis dahin die bergischen Grafen keine Territorialherrschaft über Barmen ausübten, sondern nur im Besitz einzelner Höfe waren. Etwas differenzierter ist das Bild im sich anschließenden Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg. Zwar war das Gebiet der angrenzenden Honschaft Erbschlö seit 1189 nachgewiesenermaßen Teil des bergischen Kerngebiets und lag im Amt Bornefeld, aber ob dieser Landwehrabschnitt früher als oder zeitgleich mit dem in Barmen errichtet worden ist, ist damit noch nicht geklärt. Eine Besiedlung des Gebietes fand vermutlich erst ab dem 16. Jahrhundert statt, da es keine früheren Belege der dortigen Höfe gibt. Da die Beyenburg (1304, bzw. 1336 erstmals erwähnt), der Endpunkt der Linie, erst relativ spät errichtet worden ist und es auch keine Hinweise auf eine Landwehr am Murmelbach entlang der Grenze zu Barmen in Richtung Elberfeld bekannt sind, wird sie vermutlich nicht vor dem Abschnitt durch Barmen enstanden sein. Denn wenn es sich um eine ältere Außenlandwehr des Amtes Bornefeld gehandelt hätte, dann wäre auch ein Abschnitt entlang der gesamten Grenze zu den nordöstlichen Nachbargebieten zu erwarten gewesen, der mit der Einverleibung Barmens in das bergische Herschaftsgebiet dann aufgegeben wurde. Von einem solchen Abschnitt entlang der Grenze zu Barmen ist aber nichts bekannt, so dass die gesamte Barmer Landwehrlinie in einem Zeitraum erbaut worden sein dürfte. Auch war der Schutz entlang der Wupper erst notwendig, als nicht mehr der kurkölnische Dienst- und Lehnsherr der bergischen Grafen im gegenüberliegenden Schwelmer Kirchspiel Territorialherrscher war (bis 1324), sondern als ihre befeindete Seitenlinie, die Grafen von der Mark, dort herrschten. === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 * Wilhelm Engels: Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 66, 1938 * Justus Bockemühl: Adelsüberlieferung und Herrschaftsstrukturen, Bergischer Geschichtsverein, Abt. Remscheid e.V., 1987, ISBN 3-924224-07-2, S. 64ff * Walter Dietz: Barmen vor 500 Jahren - Eine Untersuchung der Beyenburger Amtsrechnung von 1466 und anderer Quellen zur frühen Entwicklung des Ortes Barmen, In: Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals, Born-Verlag, 1966, S. 23ff * Gerd Helbeck, Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes, Band I (Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff * Emil Wahl: Die Barmer Landwehr, Wuppertal, 1959 * Gottfried Dütschke: Barmen. An der Landwehr * Gustav Löns: Landwehren in Wuppertal, 1968 * Anton Fahne: Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 4, 1867, S. 30-32 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1825 * Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) * Stadtplan Wuppertal 1:10.000, Stand Oktober 1963 (Verlauf im Herbringhauser Wald fälschlicherweise als existierende Landwehr eingezeichnet) * DGK5 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) === Quellen === * Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1559/60, 1771/72 und 1806/07 * Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1696 * Barmer-Beyenburger Lagerbuch 1597-1743 * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen von 1642 === Weblinks === [http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b002.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück am Toelleturm] </div> </div> 9d30736efd2a653911cce37b2a660692795fcde6 349 348 2014-03-23T13:51:55Z Jm 1 /* Weblinks */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Innerhalb des Stadtgebiets im Osten und Südosten von Wuppertal. === Einführung === Die Barmer Linie trennte das Gebiet des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen in zwei Teile, Niederbarmen (Unterbarmen) und Oberbarmen. Im Spätmittelalter bestand Barmen nur aus einem lockeren Verband von Einzelhöfen hauptsächlich im Besitz der Grafen von Berg und von der Mark, die zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze Elberfeld zu Schwelm lagen. Die Grenze zwischen Berg und Mark verschob sich aber im 14. Jahrhundert mehrfach, mehr dazu im Abschnitt Enstehungszeit und -Zweck. Der spätere zentrale Siedlungskern, Barmen-Gemarke, entstand erst in der späteren Neuzeit und wurde zuvor von der Landwehr zerschnitten. Dieser mittelalterlichen Kirchspielgrenze, die auch Dekanatsgrenze zwischen den Dekanaten Lüdenscheid und Neuss war, folgte die Landwehr von den Wuppertaler Nordhöhen durch das Tal der Wupper bis zu den Wuppertaler Südhöhen. Dort endete auch das als Barmen bezeichnete Gebiet am Murmelbach. Die Landwehr aber verlief entlang der Wupper weiter durch das Waldgebiet Olscheid bis zur im dreissigjährigen Krieg zerstörten Beyenburg im gleichnamigen Wuppertaler Ortsteil. Die Beyenburg war herzogliche Residenz und Verwaltungssitz des Amts Beyenburg, zu dessen Gebiet auch überwiegende Teile des heutige Barmens, sowie das Gebiet des Olscheids (heute Bereich Herbringhausen/Marscheid) gehörte. === Verlauf === Der nachweisliche Beginn liegt im Wuppertaler Ortsteil [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Hatzfeld] in der Nähe der Kreuzung Hatzfelder Straße / Uellendahler Straße. Hier wird laut Engels auch eine Durchgangstelle mit Schlagbaum als Straßensperre angenommen. Aufgrund der Beyenburger Amtsrechnung von 1806/07 ist bekannt, dass die Landwehr sich nach Norden bis zur märkischen Grenze bei Horath oder der [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Horather Schanze] fortgesetzt hat, aber es gibt keinerlei Bodenfunde, Flurgrenzen oder Toponyme, die den exakten Verlauf belegen. Aus Pachtunterlagen von 1807 geht aber hervor, dass zwei Höfe nördlich der Hatzfelder Straße 42 bzw. 14 Ruten der Landwehr gepachtet hatten. Bei Horath könnte sie nach weiteren Spekulationen mit der Elberfelder Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen und/oder einer Linie entlang dem Deilbach zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. Über den Verlauf der [[Elberfelder Landwehr]] im Bereich des nördlichen Wuppertals gibt es drei nachvollziehbaren Theorien, von denen zumindest eine ein Zusammentreffen ermöglichen würde. Der Verlauf nach Süden ist dagegen gesichert. Im Abstand von 40-80 Metern verlief die Barmer Linie westlich der Hatzfelder Straße nach Süden. Dabei wird die Ortslage Lante durchschnitten. Der Name Lante selbst ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung von Lantert, das als mittelalterliche Bezeichnung für den Begriff Landwehr bekannt ist. In Höhe der alten Hatzfelder Schule bei Lante waren im 19. Jahrhundert noch Wall/Grabenreste zu erkennen. Richtung Südosten verlief sie laut dem ''Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen'' von 1642 zwischen den Höfen der Rotte Carnap und der Rotte Leimbach. Oberhalb der Gutes Beesen bei dem Hof Carnap sollen aber im 19. Jahrhundert ebenfalls noch Reste eines Walls zu erkennen gewesen sein. Ist dem so tatsächlich gewesen und waren diese auf alten Karten auch eingezeichneten Strukturen kein Hohlweg, dann blieb die Landwehr bis dahin westlich der heutigen Hatzfelder Straße und bog in Höhe der heutigen A46 nach Osten zum Unterlauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Leimbach_%28Wupper%29 Leimbach] ab. Dort folgte sie dem Westufer des Leimbachs bis zu dessen Mündung in dem Seitenarm der Wupper, der später als Mühlengraben genutzt wurde. Von dort führte die Landwehr weiter bis zur Wupper. Dieser gesamte Bereich ist sehr stark bebaut und als einziges Indiz der Landwehr am heute verdohlt verlaufenden Leimbach kann nur die Landwehrstraße, eine Seitenstraße des Steinwegs, und der Landwehrplatz dienen. Nahe der Wupper stand der Oberhof Barmens, der das lokale Verwaltungszentrum der bergischen Landesherrn für die umliegenden Hofschaften bildete. Dieser 1902 abgerissene Hof trug den Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rnen_%28Wuppertal%29 Dörner Hof], von dessen Standort nur noch die Straßennamen Oberdörnen und Unterdörnen zeugen. Der Name Dörner Hof ist ein deutlicher Hinweis auf die Lage an der Landwehr und nimmt Bezug auf deren Gedörn. Ein weiterer Hof an der Leimbachmündung, der Schlippenhof, markiert die Stelle, wo sich ein Durchgang befand, da ein kleiner Personendurchgang durch eine Landwehr nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Engels] auch als Schlippe bezeichnet wurde. Bis hierhin ist durch die dichte Bebauung im Zentrum Barmens und die Umgestaltung des Geländes in den Barmer Anlagen kein erkennbarer Rest der Landwehr erhalten geblieben. Nur aus Quellen wie dem herzoglicher Kommissionbericht zur Vermessung und Verpachtung der Landwehrfluren aus 1696 und anderen Verwaltungsakten (Beyenburger Rentmeistereirechnungen) geht der Verlauf grob hervor. Als die herzogliche Kommission, ausgesandt von Herzog Johann Wilhelm von Berg (Jan Wellem), die Landwehr vermessen sollte (die Trasse war seit alters her ja herzoglicher Besitz), um sie zum Füllen der stets knappen Staatskasse an die ansässigen Bauern zu verpachten (bzw. nun Pacht von den Bauern zu fordern, die sie schon längst selbst nutzten), stieß sie schon Ende des 17. Jahrhunderts bei der Ermittlung des genauen Verlaufs auf Probleme. Es wurden von der Kommission über 70 Jahre alte Zeitzeugen befragt, die den Verlauf noch aus ihrer Jugend in der Zeit des dreißigjährigen Krieges kannten. Bereits um 1500 war von der Landwehr im Bereich der Wupperquerung, wie aus den Aussagen von Anliegern in der Beyenburger Rentmeistereirechnung von 1559/60 hervorgeht, bis auf Reste (Grabenstück und Baumstümpfe des Gebücks) nichts mehr vorhanden. Die Landwehr endete in der sumpfigen Wupperaue und setzte sich südlich des Flusses fort. Hier folgte sie auf westlicher Seite dem Lauf des Fischertaler Bachs, der früher nach der im Tal an der Mündung gelegenen Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Clef_%28Wuppertal%29 Clef] Clefbach oder Clever Bach genannt wurde, hinauf zu den Wuppertaler Südhöhen. Aus Wegerechtsakten von 1803/04 geht hervor, dass der Fischertaler (Clever) Bach teilweise selbst den Graben der Landwehr als Bachbett nutzte. Bereits im 16. Jahrhundert ist laut einem Bericht vom 18. Februar 1566 Wasser aus der Landwehr entnommen worden - die Landwehr muss also sehr nahe am Bachlauf gelegen haben, damit der Bach sein Bett in sie verlegen konnte. Auch im Fischertal war laut [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Werth Adolf Werth] im 19. Jahrhundert noch ein Wallrest an der Einmündung der Amalienstraße in die Fischertaler Straße zu finden. 1846 sollte, wie aus einer Eingabe hervorgeht, ein Teil der Landwehr mit der heutigen Fischertaler Straße überbaut werden. Durch die heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Anlagen Barmer Anlagen] führte sie weiter hinauf zu der heutigen Lönsstraße zwischen dem Ehrenfriedhof und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Toelleturm Toelleturm]. Die Unkenntnis über den exakten Verlauf endet knapp südlich der Lönsstraße, wo tatsächlich ein ca. 250 Meter langes Stück des Landwehrwalls im Barmer Wald erhalten blieb. Dieses heute als Bodendenkmal geschütze Stück setzt sich nach Süden fort und wendet sich in Kurven dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Murmelbach_%28Wupper%29 Murmelbach] (früher auch Marper Bach, Marpebach oder schlicht Marpe genannt) zu, wobei der erhaltene Wall immer bruchstückhafter und verschliffener wird, je weiter man sich dem Bach nähert. Der Bach war die Grenze zwischen Barmen und dem Gerichtsbezirk Lüttringhausen, beide ab 1407 dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amt Beyenburg] angehörend. Ca. 50 Meter vor dem Bachlauf endet dann jede Spur des Walls. Unmittelbar hinter dem Adolf-Werth-Gedenkstein ist sie mit am ausgeprägtesten. 1704 maß der Landvermesser Schophopf die "mit Sträuchern und Blumen" bestandene Landwehrflur zwischen der Wupper und dem Murmelbach auf vier Morgen und zehn kölnische Ruten. Zum Ausgleich der Nutzung vergüteten die Barmer Markgenossen dem Landesherrn diese Fläche mit drei Morgen Wald im Dickter Busch. [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg|mini|300px|links|Der als Bodendenkmal geschütze Wall an der Lönsstraße beim Toelleturm]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg|mini|300px|Der Wall ist im weiteren Verlaut von Brombeeren und anderen bodendeckenden Pflanzen überdeckt und kaum zu erkennen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg|mini|400px|links|Blickrichtung Lönsstraße]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg|mini|400px|Blickrichtung Lönsstraße. Der in Kurven verlaufende Wall setzt sich in unterbrochener Form auf der anderen Seite bis ca. 50 Meter vor den Murmelbach fort]] <br style="clear:both" /> Nach Überquerung des Murmelbach wendet sich die Landwehr der Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/Konradsw%C3%BCste Konradswüste] zu. Der genaue Verlauf ist nicht bekannt, es existiert aber die Annahme, dass die Geländestufe oberhalb der Pilgerheim Murmelbachtals Teil der Landwehr war. Ein andere Theorie geht von einem geraden Verlauf die Flanke der [http://de.wikipedia.org/wiki/Scharpenacker_Berg Scharpenacker Berge] hinauf bis zur Siedlung. Dort durchlief die Landwehr das Zentrum des heutigen Siedlungsbereiches und wendete sich dem Blombachtal zu. Sie tritt heute ca. 30 Meter oberhalb der Bahnstrecke Wuppertal-Remscheid (rund 200 Meter südlich der Eisenbahnbrücke Hammesberger Weg) als schmales Flurstück in Erscheinung, dass in südwestliche Richtung in das Tal führt und sich hinter dem Bahndamm fortsetzt. Die noch 1938 von Engels gesichteten Wallreste sind teilweise dem Bau der Autobahn A1 und des Gewerbegebiets Kupferhammer westlich davon zum Opfer gefallen, aber auf einer Länge von ca. 30 Meter vor der Autobahn erhalten. Auf der anderen Talseite verließ sie in Höhe des ehemaligen Schulhauses (1938: Blombacherbach 2) das Blombachtal und stieg den steilen Hang in den heutigen Marscheider Wald hoch. Ab hier bis kurz vor dem Herbringhauser Bach ist der Landwehrverlauf eindeutig, da er sich in kompletter Länge als schlauchförmiges, sich im Schnitt ca. 250 Meter südlich der Wupper befindendes Flurstück durch das Waldgebiet zieht. Auf mehreren historischen Karten, aber auch auf einer älteren DGK5 ist er gut erkennbar eingezeichnet. Auf der Höhe wendete sie sich in einem geschwungenen Doppelbogen über den Geländesporn oberhalb der Erbhöfe erst nach Norden, dann nach Osten und verlief nun parallel zur Wupper auf halbes Höhe des zur Wupper abfallenden Hangs bis zum Tief eingeschnittenen Tal des Eschensiepens, das in gerader Linie zur gegenüberliegenden Seite hin überschritten wurde. Beim Lauf in östlicher Richtung überquerte sie zuvor einen alten, heute stark verschliffenen Hohlweg von den Erbhöfen den Marscheider Berg hinauf , der laut Karten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Benutzung war. Vom Verlauf handelt es sich möglicherweise um einen typischen alten Höhenweg, der unter Umständen auch einen Landwehrdurchgang besessen haben könnte. Auf Karten des frühen 19. Jahrhunderts ist der Weg bereits verzeichnet. Am Beginn des Gefälles zu Eschensiepen, sowie an einer Stelle hundert Meter davor sind noch stark verschliffene Reste des Walls zu erahnen. Im rechten Winkel zu der Landwehr finden sich entlang dem Lauf des Eschensiepen bis zum Gipfel des Marscheider Bergs folgend deutliche, mehrfache Wall-/Grabenstrukturen, die genauer zu untersuchen sich als lohnend erweisen könnte. Für einen reinen Hohlweg sind diese Strukturen im Vergleich zu dem Hohlweg Erbhöfe-Marscheider Berg im Profil erheblich deutlicher ausgeprägt und weisen mehrere parallele Wälle auf, die bei dieser Struktur nicht auszumachen sind. Auch ließen sich die am Fleischsiepen gefundenen, zum Marscheider Bach hinführenden Wall-/Grabenstrukuren, die Gerd Hellbeck wohl fälschlicherweise als Teil der Elberfelder Landwehrlinie deutet, in gerader Linie den Strukturen auf der Höhe des Marscheider Bergs verlängern. Aber zurück zur Barmer Landwehr. Die Landwehr verläuft nun im Abstand von ca. 20-30 Meter südlich des Siedlungsrandes von Laaken zum katholischen Friedhof. [http://de.wikipedia.org/wiki/Laaken Laaken] wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak Grenzbaum, Schanze, besonders befestigter Ort, vgl. auch Lackbaum (= Schlagbaum). So gesehen ist der dortige Straßenname Laaker Landwehr, der auch auf das Bauwerk hindeutet, eine Tautologie. Ihr Verlauf ab dem Friedhof entspricht im Großen und Ganzen dem des dortigen Waldwegs, wobei sie an einem Siepen geradlinig verläuft, während der Weg der Geländeform auf gleicher Höhenebene folgt. Vorhandene Landwehrtrassen sind häufig als Weg genutzt und ausgebaut worden, da mit ihnen bereits eine Trassierung durch das Gelände vorlag und auch die Eigentumsrechte der anliegenden Grundstücksbesitzer durch die neue Weganlage nicht berührt wurden. Die Trasse der Landwehr selbst blieb bis in das 19. Jahrhundert zumeist im Staatseigentum. (Bilder und Links zum nachfolgenden Text kommen noch) Hinter dem Siepen sind an dem talwärts gelegenen Rand des Weges auf kurzer Länge ausgeprägte Wallstrukturen auszumachen, die unter Umständen auch der Landwehr zugeordnet werden können. Während sich der Weg in einem Bogen nach Süden in das Herbinghauser Bachtal wendet, kürzte die Landwehr über den Bergsporn ab. Dieser Sporn wird von Nordosten kommend von einem Waldweg durchschnitten, dessen Kreuzungspunkt mit der Landwehr laut der Urkatasterkarte von 1815-25 Frankenbaum genannt wurde. Dieses würde auf eine Altstraße mit einen Landwehrdurchgang mit Schlagbaum hindeuten. Die Landwehr überquert denselben Waldweg, der bei Laaken eine zeitlang auf der Trasse verlief, und fiel südlich des Laaker Hammers steil zum Herbringhauser Bach ab . Der Herbringhauser Bach hieß früher Olpebach und gab auch dem großen Waldgebiet, das er durchfließt, den Namen Olscheid. Hier soll sich auch an der Landwehr eine Wolfskuhle befunden haben. Auf der anderen Talseite stieg die Landwehr ebenso steil wieder den Hang des Paulsberg hinauf. Das Fehlen von Wallresten kann darauf hindeuten, dass hier die Sicherung nur aus dem Gebück/Gedörn bestand, da die steilen Hänge sowieso keine einfache Begehung zuließen. In einem weiteren Doppelbogen wendete sich die Landwehr nach Norden und wieder nach Osten. In der Nähe mehr oder weniger parallel laufend, aber nicht genau auf dem Landwehrflurstück liegend, findet sich auf mehreren hundert Metern eine deutlich ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur. Es ist unklar, ob diese sehr deutlich im Gelände sichtbaren Strukturen mit der Landwehr in Zusammenhang stehen, denn es könnte sich auch um ein von Oberste Laaken den Paulsberg hinaufführenden Hohlweg handeln, dessen nördlicher Serpentinenteil noch heute von Waldwegen genutzt wird. Allerdings führt der heutige Waldweg als Hohlweg direkt zu dem Gipfel des Paulsbergs, während sich die Wall-/Grabenstruktur wieder in Richtung des Herbringhauser Bachtals wendet und zu diesem wieder abfällt, was als Wegführung nur begrenzten Sinn macht. Diese Struktur verliert sich in einem dichten Jungwald und ist nicht ganz deckungsgleich mit dem Flurstück der Landwehr. Die Struktur trifft an deren nördlichen Ende im spitzen Winkel auf die Landwehrtrasse und mündet dort in den heute als Waldweg genutzten Hohlweg zum Gipfel des Paulsbergs. Kurz vor der Einmündung der Struktur in den heutigen Waldweg findet sich auf der Ostseite des Waldweges im rechten Winkel dazu ein verschliffener, aber noch auf einer Länge von wenigen Metern erhaltener Einzelwall, der exakt auf der Landwehrtrasse liegend, vermutlich zu der Landwehr gehören dürfte. Ist dieses der Fall, so kann die ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur nicht zu der Landwehr gehören, es sei denn, die Landwehr hätte dort einen deutlicheren Richtungswechsel nach Südwesten durchgeführt, als das Landwehrflurstück andeutet. Auch ist es nicht einleuchtend, warum sich ein verschliffener, kaum erkennbarer Wall nach einem abrupten Richtungswechsel unvermittelt als gut erkennbarer Doppelwall fortsetzen sollte. Diese Situation muss also noch erforscht werden. In östlicher Richtung setzte sich das Landwehrflurstück von dem Zusammengang von Doppelwall-/Grabenstruktur und Hohlweg noch ca. 200 Meter fort, und endet dort. Der weitere Verlauf bis zur Beyenburg ist zur Zeit vollkommen unklar. Es ist bislang nicht gelungen, weitere Bodenspuren zu finden, auch die bislang hilfreiche Urkatasterkarte aus dem beginnenden 19. Jahrhundert versagt hier ihre Dienste. Erschwert wird die Suche auch dadurch, dass hier umfangreiche Erdbewegungen vorgenommen wurden: Einmal im Tal durch der Anlage der ehemaligen Unteren Herbringhauser Talsperre und anschließend auf der Höhe des der Wupperschleife bei Dahlhausen zugewandten Bergsporns namens Zur guten Hoffnung. Der Bergsporn wurde durch die Anlage eines Steinbruchs stark abgetragen und später durch die Nutzung als große kommunale Mülldeponie Kemna wieder verfüllt. Heute ist das umgestaltete Gelände mit Wald bepflanzt. Auch eine Karte des Waldgebiets aus dem 17. Jahrhundert, das nach seinen herzoglichen, also besonderen Eigentümer Sondernbusch genannt wurde, gibt keinen Aufschluss über den Verlauf. Erst in schriftlichen Quellen (Lagerbuch des Amts Beyenburg, dort Eintrag vom 19. Juli 1566) wird die Landwehr als zur der Burg Beyenburg führend auf den letzten Metern zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg wieder erwähnt, als ein Anlieger zum Hochwasserschutz der Wupper eine Mauer vervollständigen wollte, die von der Landwehr unterbrochen war. Der Streit über die Nutzung der Landwehrparzelle, die sich unter Verwaltung des Beyenburger Pfandherren Graf Franz II. von Waldeck befand, fand seine Niederschrift in dem besagten Lagerbuch. Im Gegenzug zur Genehmigung des Lückenschlusses wurde dem Antragsteller Kasper von den Bruggen (= Beyenburger Brücke) auferlegt, diese Mauer als Ersatz für die Landwehr in Richtung der Beyenburg bis zu dem dortigen Schlagbaum fortzuführen. Die Landwehr verlief also nahe der Wupper in östlicher Richtung auf den Wuppermäander in Beyenburg zu, auf dem sich die Beyenburg und die dazugehörende Freiheit befand. In der Rentmeisterrechung Beyenburg 1749/50 wird ebenfalls eine seit 1720 verpachtete Landwehr zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg erwähnt und der Eintrag von 1566 damit bestätigt. Engels und auch zuvor Fahne deuten an, dass die Landwehr eventuell bis Hengsten weiterführte, wo sie auf die Elberfelder Linie traf. Gesichert ist diese Annahme aber bislang nicht. Helbeck hält diese Annahme ebenfalls für möglich und deutet passende Bodenstrukturen an. === Durchgänge === Landwehrdurchgänge sind überliefert auf Hatzfeld und beim Schlippenhof beim heutigen Alten Markt. Mit Sicherheit wird es einen Durchgang bei Beyenburger Brücke gegeben haben, wo die bedeutende mittelalterliche Heer-, Handels- und Pilgerstraße zwischen Dortmund und Köln die Wupper überquerte. Ein in der Urkatasterkarte namens Frankenbaum eingezeichnete örtlichkeit auf dem Marscheider Berg könnte auf einen Schlagbaum (also Landwehrdurchgang) hinweisen. Bei Wuppertal-Herbringhausen existiert eine Flur Vor dem Baum an der parallel laufenden Elberfelder Landwehr, die auch auf einem Schlagbaum hinweist. Vermutlich gab es ein Pendant zu diesem Durchgang in der nur wenige hundert Meter weiter nördlich verlaufenden Barmer Landwehr am gleichen Weg. An der Beyenburg selber ist ein Schlagbaum durch im dem Lagerbuch von 1566 niedergeschriebenen Streit über den Hochwasserschutz belegt. === Bodenfunde === Erkennbar erhaltene, denkmalgeschützte Wallreste mit Unterbrechungen befinden sich im Barmer Wald zwischen der Lönsstraße und dem Murmelbach. Im Marscheider und Herbringhauser Wald sind ebenfalls noch vereinzelt stark verschliffene Wallreste vorhanden. === Entstehungszeit und -zweck === Die sich im Laufe der Zeit verändernden spätmittlelalterlichen Besitzverhältnisse Bergs, Marks und Kurkölns innerhalb des Barmer Hofesverbandes lassen vielfältige Deutungen über Entstehungszeit und -Zweck zu. Aber auch eine Entstehung vor der bergisch-märkischen Territorialbildung im Früh- oder Hochmittelalter wurde diskutiert. Da sie am Westufer von Leimbach und Fischertaler Bach bzw. am Südufer der Wupper verlief, war sie den gegen Osten bzw. Norden gerichtet, die Bedrohung wurde dort her kommend gesehen. Das führt zu der Annahme, dass der territoriale Besitzer Unterbarmens sie zum Schutz des Gebietes westlich/südlich davon erbaute. Innerhalb Barmens liegt sie an der alten Kirchspielgrenze, die schon vor dem Bergisch-Märkischen Einflussnahme vorhanden war und es liegt weiterhin die Vermutung nahe, dass eben diese Grenze mit der Landwehr gesichert wurde. In Folge der fränkischen Landnahme der rechtsrheinischen Hochflächen ab den 8./9. Jahrhundert gehörte die Wuppertaler Region zu den Randgebieten der fränkischen Gaugrafschafen (auch Gografschaften, kurz Gaue) Ruhr-, Deutz- und Keldachgau, die im Herrschaftsbereich der Ezzonen lagen. Ab dem 10. Jahrhundert war die Region kirchenrechtlich in die Dekanate Neuss und Lüdenscheid unterteilt, deren Untereinheiten, die Kirchspiele Elberfeld und Schwelm, hier aneinander grenzten. Die Dekanate unterstanden den Kölner Erzbischöfen, die bis in das 11. Jahrhundert als kaiserliche Beamte für die Verwaltung des Gebietes zuständig waren, während die Gografen (Gaugrafen) das oberste Richteramt inne hatten. Der Erzbischof von Köln bzw. seine Pfarreien waren darüber hinaus auch Grundbesitzer einiger der in Barmen befindlichen Höfe (Allodialbesitz) - andere Höfe waren Freigüter und gehörten den dortigen Bauern, denn teilweise bestanden schon Besiedlungen durch sächsische oder den Sachsen untergeordnete bzw. sich ihnen angeschlossene Volkstämme aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Die Ravensberger Grafen besaßen als Nachfahren der Ezzonen Barmer Höfe zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze. 1244 erwarben die Bergischen Grafen, die als Vögte dem Dienstadel der Kölner Erzbischöfe entstammten, die Barmer Villikation mit diesen Höfen und waren nun neben dem Erzbischof von Köln dort ebenfalls Grundbesitzer. Nach der Schlacht von Worringen 1288 und der militärischen Auseinandersetzung auf der Seite des Königs Albrecht I. gegen den Kölner Erzbischof Wigbold von Holte verlor Kurköln sukzessive Gebiete und Allode an Berg und Mark; so das gesamte Kirchspiel Schwelm an Mark in der Zeit zwischen 1301 und 1324. Die bergischen Grafen sahen sich nun folgender Situation ausgesetzt: Das Kirchspiel Elberfeld gehörte noch dem Erzbischof, war aber an dessen Ministeriale verpfändet. Das Kirchspiel Schwelm war bis spätestens 1324 kurkölnisch, ab dann aber märkisch. Mitten drin lag der eigene bergische Allodialbesitz, der sich auf Elberfelder und Schwelmer Kirchspielgebiet verteilte und rechtlich zur ebenfalls 1324 von Mark eroberten Freigrafschaft Volmarstein gehörte. Die zweite große Barmer Villikation unter dem Oberhof Wichlinghausen wurde erst 1384 von Mark erworben, so dass es ab diesem Zeitpunkt auch Allodialbesitzer in diesem Bereich war, auch mit einzelnen Höfen im hauptsächlich zu Berg gehörenden Bereich Unterbarmens. Mit dem Allodialbesitz war aber noch kein Territorialbesitz verbunden und erst irgendwann ab 1301 wurde Berg im Bereich zwischen Elberfeld und der Kirchspielgrenze, also Unterbarmen, vermutlich auch der Territorialbesitzer. Unter der Annahme, die Ober- und Unterbarmen teilende Landwehr wäre bergischen Ursprungs, so könnte sie frühestens ab 1300 gebaut worden sein, als Berg den Grund hatte sich territorial von dem kurkölnischen oder märkischen Schwelm abzugrenzen. Dafür spricht auch, dass die Elberfelder Landwehr, die Unterbarmen von Elberfeld schied, dem Anschein nach gegen das kurkölnische Elberfeld gerichtet gewesen war; da sie an der Ostgrenze der Freigrafschaft Volmarstein verläuft, kann sie aber auch eine Grenzsicherung der Freigrafschaft gewesen sein. Der Landwehrbau könnte das ab 1301 bergisch beherrschte Unterbarmen also nach beiden Seiten abgesichert haben. Spätestens ein paar Jahre nach der bergisch-märkischen Auseinandersetzung in Folge der Schlacht von Kleverhamm 1397 wurde die Landwehr zumindest als bergisch-märkische Grenzlinie obsolet - die Territorialgrenze verschob sich aufgrund von militärischen Erfolgen oder aufgrund einer Einigung dauerhaft ab 1400 nach Osten an die Bäche Schellenbeck und Schwarzbach. Das könnte der Zeitraum gewesen sein, wo die Landwehr innerhalb von Barmen aufgegeben sein könnte. Eine neue Landwehr entlang der neuen Grenze ist nicht gesichert, daher ist eine weitere Nutzung als zurückgenommene Grenzsicherung bis in das 16. Jahrhundert nicht unwahrscheinlich, wobei sie laut der Urkundenlage aber bereits zu dieser Zeit lückenhaft war und nicht mehr allzu gut Instand gehalten wurde. Gerd Helbeck ist allerdings der Auffassung, das an der Schellenbeck auch ein Landgraben bestanden hat. Im Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg müssen wir andere Verhältnisse betrachten. Das Gebiet südlich der Landwehr ist schon seit dem 12. Jahrhundert als bergischer Besitz beurkundet und gehörte zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum vermutlich zwischen 1355 und 1399 gegründeten Amt Beyenburg, zu dem auch Barmen gehörte. Mit ihr konnte das bergische Kernland entlang der Wupper gegenüber dem kurkölnischen, später märkischen Schwelm jenseits der Wupper geschützt werden. Allerdings ist der Wall im Gegensatz zu der nur wenige hundert Meter dahinter parallel verlaufenden Elberfelder Landwehr weitaus schlechter erhalten, so dass man geneigt ist, eine frühe Anlage und auch Aufgabe der Linie anzunehmen. Der Theorie, dass die Landwehr ein bergisches Bauwerk ist, wird vor allen von früheren Forschern nicht geteilt, aber auch Justus Bockemühl meldete Ende des 20. Jahrhunderts Zweifel an. Die Landwehr als fränkisch-sächsische Grenzlinie anzunehmen geht aber von der Vorraussetzung aus, deren Gebiete wären durch eine wohldefinierte Grenze getrennt gewesen. Tatsächlich handelte es sich im Frühmittelalter um einen Grenzsaum innerhalb größtenteils unbesiedelten Raumes, in den vereinzelte Angehörige sächsischer und fränkischer Volksstämme als Pioniere Siedlungsplätze gegründet hatten. Der notwendige Organisations- und Besiedlungsgrad für den Landwehrbau bildete sich erst im 10. Jahrhundert aus. Hier springt Bockemühl in die Kerbe und regt eine Entstehung im 10. oder 11. Jahrhundert an, und zwar in Form als Grenzsicherung der Landdekanate. Diese Absicherung soll gegenseitig erfolgt sein, zwei parallele, sich gegenüber stehende Landwehren mit einem breiten Niemandsland dazwischen an den Dekanatsgrenzsäumen verhinderten den Angriff sowohl von der einen, als auch von der anderen Seite. Mit dieser Annahme erklärt er das Vorhandensein der parallelen Landwehrlinien am Ostrand des Bergischen Landes wie z.B. hier die Barmer Landwehr und die Elberfelder Landwehr. oder weiter südlich der Elberfelder Landwehr und der Linie Ispingrade-Horpetal. Mit seiner Theorie ließen sich die bislang zu unbekannten Zweck errichtete Landwehr östlich von Solingen-Ohligs als Dekanatsgrenze zwischen Deutz und Neuss, aber auch zahlreiche andere Landwehren im westfälischen Raum erklären. Laut Bockemühl lief die Barmer Landwehr auch nicht nach Beyenburg, sondern übersprang beim Herbringhauser Bach die Wupper und verlief dann auf der rechten Flussseite weiter parallel zur Elberfelder Landwehr. Die kurze Landwehr bei der Hölzernen Klinke oberhalb der Beyenburg deutet er als mögliches Teilstück dieser Linie an. Ein starkes Argument für einen vor-bergischen Bau liefert der Name Barmen selbst. Das erstmals 1070 als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden erwähnte Barmen wird von einigen etymologisch als Wall, Erdhaufen gedeutet. Der altsächsische Wortstamm Berm, Barm findet sich auch im Begriff Heubarme (Hauhaufen) wieder, so das hier von den Höfen am Erdwall die Rede sein könnte. Als Berg 1244 die Bona de Barme erwarb könnte die Übersetzung ebenfalls statt Güter in Barmen auch Güter am Erdwall lauten. Bockemühl deutet die Etymologie anders: Ahd. brama; mhd. brame = Dornstrauch (vgl. Brombeere; engl. broom) wurde nach einer Lautumstellung (vgl. auch Bronnen (Brunnen) zu Born) zu Barme. Auch bei dieser Herleitung steht die Landwehr als namensgebendes Element (Gedörn) im Mittelpunkt. Hermann Hinz gibt weiterhin zu bedenken, dass die Barmer Höfe offenbar bereits vor 1244 zu beiden Seiten der Landwehr lagen, so dass eine spätere Grenzziehung, die dann die östlichen Höfe außerhalb des Schutzes gelassen hätte, nicht so recht vorstellbar sei. Die Markgenossenschaft des Hofesverbands war 1244 längstens durchorganisiert und wäre so künstlich geteilt worden. Die Landwehr ist seiner Meinung nach vor der Bildung des Hofesverbands somit um 750 in die Zeit der fränkisch-sächsichen Grenzziehung zu sehen und schützte somit den fränkischen Tafelhof Elberfeld. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass der urkundlich nachweisbare Landwehrbau sämtlich zur Zeit der Territorialwerdung im Spätmittelalter stattfand und auch andere, benachbarte Bauwerke nur in diesem Kontext Sinn machten. Fazit: Wenn man die unbelegbare Theorien außen vor läßt, die Barmer Landwehr könnte bereits ein Grenzbollwerk zwischen den Franken und den Sachsen aus dem 7. bis 10. Jahrhundert oder ab dem frühen Hochmittelalter eine Trennlinie der beiden kurkölnisch beherrschten Dekanaten gewesen sein und annimmt, die Landwehr sei wie andere mit nachweisbarer Bauzeit in Deutschland in der Zeit der Territorialbildung ab dem 13. Jahrhundert entstanden, so kann sie nur von den bergischen Herzögen angelegt worden sein, die sich entweder gegen Kurköln oder Mark absichern wollten. Ein bergischer Territorialschutz war aber erst kurz nach der Wende zum 14. Jahrhundert nötig, da bis dahin die bergischen Grafen keine Territorialherrschaft über Barmen ausübten, sondern nur im Besitz einzelner Höfe waren. Etwas differenzierter ist das Bild im sich anschließenden Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg. Zwar war das Gebiet der angrenzenden Honschaft Erbschlö seit 1189 nachgewiesenermaßen Teil des bergischen Kerngebiets und lag im Amt Bornefeld, aber ob dieser Landwehrabschnitt früher als oder zeitgleich mit dem in Barmen errichtet worden ist, ist damit noch nicht geklärt. Eine Besiedlung des Gebietes fand vermutlich erst ab dem 16. Jahrhundert statt, da es keine früheren Belege der dortigen Höfe gibt. Da die Beyenburg (1304, bzw. 1336 erstmals erwähnt), der Endpunkt der Linie, erst relativ spät errichtet worden ist und es auch keine Hinweise auf eine Landwehr am Murmelbach entlang der Grenze zu Barmen in Richtung Elberfeld bekannt sind, wird sie vermutlich nicht vor dem Abschnitt durch Barmen enstanden sein. Denn wenn es sich um eine ältere Außenlandwehr des Amtes Bornefeld gehandelt hätte, dann wäre auch ein Abschnitt entlang der gesamten Grenze zu den nordöstlichen Nachbargebieten zu erwarten gewesen, der mit der Einverleibung Barmens in das bergische Herschaftsgebiet dann aufgegeben wurde. Von einem solchen Abschnitt entlang der Grenze zu Barmen ist aber nichts bekannt, so dass die gesamte Barmer Landwehrlinie in einem Zeitraum erbaut worden sein dürfte. Auch war der Schutz entlang der Wupper erst notwendig, als nicht mehr der kurkölnische Dienst- und Lehnsherr der bergischen Grafen im gegenüberliegenden Schwelmer Kirchspiel Territorialherrscher war (bis 1324), sondern als ihre befeindete Seitenlinie, die Grafen von der Mark, dort herrschten. === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 * Wilhelm Engels: Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 66, 1938 * Justus Bockemühl: Adelsüberlieferung und Herrschaftsstrukturen, Bergischer Geschichtsverein, Abt. Remscheid e.V., 1987, ISBN 3-924224-07-2, S. 64ff * Walter Dietz: Barmen vor 500 Jahren - Eine Untersuchung der Beyenburger Amtsrechnung von 1466 und anderer Quellen zur frühen Entwicklung des Ortes Barmen, In: Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals, Born-Verlag, 1966, S. 23ff * Gerd Helbeck, Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes, Band I (Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff * Emil Wahl: Die Barmer Landwehr, Wuppertal, 1959 * Gottfried Dütschke: Barmen. An der Landwehr * Gustav Löns: Landwehren in Wuppertal, 1968 * Anton Fahne: Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 4, 1867, S. 30-32 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1825 * Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) * Stadtplan Wuppertal 1:10.000, Stand Oktober 1963 (Verlauf im Herbringhauser Wald fälschlicherweise als existierende Landwehr eingezeichnet) * DGK5 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) === Quellen === * Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1559/60, 1771/72 und 1806/07 * Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1696 * Barmer-Beyenburger Lagerbuch 1597-1743 * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen von 1642 === Weblinks === *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b002.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück am Toelleturm] </div> </div> 16a115a1163987d358561b9d3909a4134d76eb35 350 349 2014-03-23T13:52:23Z Jm 1 /* Entstehungszeit und -zweck */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Innerhalb des Stadtgebiets im Osten und Südosten von Wuppertal. === Einführung === Die Barmer Linie trennte das Gebiet des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen in zwei Teile, Niederbarmen (Unterbarmen) und Oberbarmen. Im Spätmittelalter bestand Barmen nur aus einem lockeren Verband von Einzelhöfen hauptsächlich im Besitz der Grafen von Berg und von der Mark, die zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze Elberfeld zu Schwelm lagen. Die Grenze zwischen Berg und Mark verschob sich aber im 14. Jahrhundert mehrfach, mehr dazu im Abschnitt Enstehungszeit und -Zweck. Der spätere zentrale Siedlungskern, Barmen-Gemarke, entstand erst in der späteren Neuzeit und wurde zuvor von der Landwehr zerschnitten. Dieser mittelalterlichen Kirchspielgrenze, die auch Dekanatsgrenze zwischen den Dekanaten Lüdenscheid und Neuss war, folgte die Landwehr von den Wuppertaler Nordhöhen durch das Tal der Wupper bis zu den Wuppertaler Südhöhen. Dort endete auch das als Barmen bezeichnete Gebiet am Murmelbach. Die Landwehr aber verlief entlang der Wupper weiter durch das Waldgebiet Olscheid bis zur im dreissigjährigen Krieg zerstörten Beyenburg im gleichnamigen Wuppertaler Ortsteil. Die Beyenburg war herzogliche Residenz und Verwaltungssitz des Amts Beyenburg, zu dessen Gebiet auch überwiegende Teile des heutige Barmens, sowie das Gebiet des Olscheids (heute Bereich Herbringhausen/Marscheid) gehörte. === Verlauf === Der nachweisliche Beginn liegt im Wuppertaler Ortsteil [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Hatzfeld] in der Nähe der Kreuzung Hatzfelder Straße / Uellendahler Straße. Hier wird laut Engels auch eine Durchgangstelle mit Schlagbaum als Straßensperre angenommen. Aufgrund der Beyenburger Amtsrechnung von 1806/07 ist bekannt, dass die Landwehr sich nach Norden bis zur märkischen Grenze bei Horath oder der [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Horather Schanze] fortgesetzt hat, aber es gibt keinerlei Bodenfunde, Flurgrenzen oder Toponyme, die den exakten Verlauf belegen. Aus Pachtunterlagen von 1807 geht aber hervor, dass zwei Höfe nördlich der Hatzfelder Straße 42 bzw. 14 Ruten der Landwehr gepachtet hatten. Bei Horath könnte sie nach weiteren Spekulationen mit der Elberfelder Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen und/oder einer Linie entlang dem Deilbach zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. Über den Verlauf der [[Elberfelder Landwehr]] im Bereich des nördlichen Wuppertals gibt es drei nachvollziehbaren Theorien, von denen zumindest eine ein Zusammentreffen ermöglichen würde. Der Verlauf nach Süden ist dagegen gesichert. Im Abstand von 40-80 Metern verlief die Barmer Linie westlich der Hatzfelder Straße nach Süden. Dabei wird die Ortslage Lante durchschnitten. Der Name Lante selbst ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung von Lantert, das als mittelalterliche Bezeichnung für den Begriff Landwehr bekannt ist. In Höhe der alten Hatzfelder Schule bei Lante waren im 19. Jahrhundert noch Wall/Grabenreste zu erkennen. Richtung Südosten verlief sie laut dem ''Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen'' von 1642 zwischen den Höfen der Rotte Carnap und der Rotte Leimbach. Oberhalb der Gutes Beesen bei dem Hof Carnap sollen aber im 19. Jahrhundert ebenfalls noch Reste eines Walls zu erkennen gewesen sein. Ist dem so tatsächlich gewesen und waren diese auf alten Karten auch eingezeichneten Strukturen kein Hohlweg, dann blieb die Landwehr bis dahin westlich der heutigen Hatzfelder Straße und bog in Höhe der heutigen A46 nach Osten zum Unterlauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Leimbach_%28Wupper%29 Leimbach] ab. Dort folgte sie dem Westufer des Leimbachs bis zu dessen Mündung in dem Seitenarm der Wupper, der später als Mühlengraben genutzt wurde. Von dort führte die Landwehr weiter bis zur Wupper. Dieser gesamte Bereich ist sehr stark bebaut und als einziges Indiz der Landwehr am heute verdohlt verlaufenden Leimbach kann nur die Landwehrstraße, eine Seitenstraße des Steinwegs, und der Landwehrplatz dienen. Nahe der Wupper stand der Oberhof Barmens, der das lokale Verwaltungszentrum der bergischen Landesherrn für die umliegenden Hofschaften bildete. Dieser 1902 abgerissene Hof trug den Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rnen_%28Wuppertal%29 Dörner Hof], von dessen Standort nur noch die Straßennamen Oberdörnen und Unterdörnen zeugen. Der Name Dörner Hof ist ein deutlicher Hinweis auf die Lage an der Landwehr und nimmt Bezug auf deren Gedörn. Ein weiterer Hof an der Leimbachmündung, der Schlippenhof, markiert die Stelle, wo sich ein Durchgang befand, da ein kleiner Personendurchgang durch eine Landwehr nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Engels] auch als Schlippe bezeichnet wurde. Bis hierhin ist durch die dichte Bebauung im Zentrum Barmens und die Umgestaltung des Geländes in den Barmer Anlagen kein erkennbarer Rest der Landwehr erhalten geblieben. Nur aus Quellen wie dem herzoglicher Kommissionbericht zur Vermessung und Verpachtung der Landwehrfluren aus 1696 und anderen Verwaltungsakten (Beyenburger Rentmeistereirechnungen) geht der Verlauf grob hervor. Als die herzogliche Kommission, ausgesandt von Herzog Johann Wilhelm von Berg (Jan Wellem), die Landwehr vermessen sollte (die Trasse war seit alters her ja herzoglicher Besitz), um sie zum Füllen der stets knappen Staatskasse an die ansässigen Bauern zu verpachten (bzw. nun Pacht von den Bauern zu fordern, die sie schon längst selbst nutzten), stieß sie schon Ende des 17. Jahrhunderts bei der Ermittlung des genauen Verlaufs auf Probleme. Es wurden von der Kommission über 70 Jahre alte Zeitzeugen befragt, die den Verlauf noch aus ihrer Jugend in der Zeit des dreißigjährigen Krieges kannten. Bereits um 1500 war von der Landwehr im Bereich der Wupperquerung, wie aus den Aussagen von Anliegern in der Beyenburger Rentmeistereirechnung von 1559/60 hervorgeht, bis auf Reste (Grabenstück und Baumstümpfe des Gebücks) nichts mehr vorhanden. Die Landwehr endete in der sumpfigen Wupperaue und setzte sich südlich des Flusses fort. Hier folgte sie auf westlicher Seite dem Lauf des Fischertaler Bachs, der früher nach der im Tal an der Mündung gelegenen Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Clef_%28Wuppertal%29 Clef] Clefbach oder Clever Bach genannt wurde, hinauf zu den Wuppertaler Südhöhen. Aus Wegerechtsakten von 1803/04 geht hervor, dass der Fischertaler (Clever) Bach teilweise selbst den Graben der Landwehr als Bachbett nutzte. Bereits im 16. Jahrhundert ist laut einem Bericht vom 18. Februar 1566 Wasser aus der Landwehr entnommen worden - die Landwehr muss also sehr nahe am Bachlauf gelegen haben, damit der Bach sein Bett in sie verlegen konnte. Auch im Fischertal war laut [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Werth Adolf Werth] im 19. Jahrhundert noch ein Wallrest an der Einmündung der Amalienstraße in die Fischertaler Straße zu finden. 1846 sollte, wie aus einer Eingabe hervorgeht, ein Teil der Landwehr mit der heutigen Fischertaler Straße überbaut werden. Durch die heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Anlagen Barmer Anlagen] führte sie weiter hinauf zu der heutigen Lönsstraße zwischen dem Ehrenfriedhof und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Toelleturm Toelleturm]. Die Unkenntnis über den exakten Verlauf endet knapp südlich der Lönsstraße, wo tatsächlich ein ca. 250 Meter langes Stück des Landwehrwalls im Barmer Wald erhalten blieb. Dieses heute als Bodendenkmal geschütze Stück setzt sich nach Süden fort und wendet sich in Kurven dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Murmelbach_%28Wupper%29 Murmelbach] (früher auch Marper Bach, Marpebach oder schlicht Marpe genannt) zu, wobei der erhaltene Wall immer bruchstückhafter und verschliffener wird, je weiter man sich dem Bach nähert. Der Bach war die Grenze zwischen Barmen und dem Gerichtsbezirk Lüttringhausen, beide ab 1407 dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amt Beyenburg] angehörend. Ca. 50 Meter vor dem Bachlauf endet dann jede Spur des Walls. Unmittelbar hinter dem Adolf-Werth-Gedenkstein ist sie mit am ausgeprägtesten. 1704 maß der Landvermesser Schophopf die "mit Sträuchern und Blumen" bestandene Landwehrflur zwischen der Wupper und dem Murmelbach auf vier Morgen und zehn kölnische Ruten. Zum Ausgleich der Nutzung vergüteten die Barmer Markgenossen dem Landesherrn diese Fläche mit drei Morgen Wald im Dickter Busch. [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg|mini|300px|links|Der als Bodendenkmal geschütze Wall an der Lönsstraße beim Toelleturm]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg|mini|300px|Der Wall ist im weiteren Verlaut von Brombeeren und anderen bodendeckenden Pflanzen überdeckt und kaum zu erkennen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg|mini|400px|links|Blickrichtung Lönsstraße]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg|mini|400px|Blickrichtung Lönsstraße. Der in Kurven verlaufende Wall setzt sich in unterbrochener Form auf der anderen Seite bis ca. 50 Meter vor den Murmelbach fort]] <br style="clear:both" /> Nach Überquerung des Murmelbach wendet sich die Landwehr der Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/Konradsw%C3%BCste Konradswüste] zu. Der genaue Verlauf ist nicht bekannt, es existiert aber die Annahme, dass die Geländestufe oberhalb der Pilgerheim Murmelbachtals Teil der Landwehr war. Ein andere Theorie geht von einem geraden Verlauf die Flanke der [http://de.wikipedia.org/wiki/Scharpenacker_Berg Scharpenacker Berge] hinauf bis zur Siedlung. Dort durchlief die Landwehr das Zentrum des heutigen Siedlungsbereiches und wendete sich dem Blombachtal zu. Sie tritt heute ca. 30 Meter oberhalb der Bahnstrecke Wuppertal-Remscheid (rund 200 Meter südlich der Eisenbahnbrücke Hammesberger Weg) als schmales Flurstück in Erscheinung, dass in südwestliche Richtung in das Tal führt und sich hinter dem Bahndamm fortsetzt. Die noch 1938 von Engels gesichteten Wallreste sind teilweise dem Bau der Autobahn A1 und des Gewerbegebiets Kupferhammer westlich davon zum Opfer gefallen, aber auf einer Länge von ca. 30 Meter vor der Autobahn erhalten. Auf der anderen Talseite verließ sie in Höhe des ehemaligen Schulhauses (1938: Blombacherbach 2) das Blombachtal und stieg den steilen Hang in den heutigen Marscheider Wald hoch. Ab hier bis kurz vor dem Herbringhauser Bach ist der Landwehrverlauf eindeutig, da er sich in kompletter Länge als schlauchförmiges, sich im Schnitt ca. 250 Meter südlich der Wupper befindendes Flurstück durch das Waldgebiet zieht. Auf mehreren historischen Karten, aber auch auf einer älteren DGK5 ist er gut erkennbar eingezeichnet. Auf der Höhe wendete sie sich in einem geschwungenen Doppelbogen über den Geländesporn oberhalb der Erbhöfe erst nach Norden, dann nach Osten und verlief nun parallel zur Wupper auf halbes Höhe des zur Wupper abfallenden Hangs bis zum Tief eingeschnittenen Tal des Eschensiepens, das in gerader Linie zur gegenüberliegenden Seite hin überschritten wurde. Beim Lauf in östlicher Richtung überquerte sie zuvor einen alten, heute stark verschliffenen Hohlweg von den Erbhöfen den Marscheider Berg hinauf , der laut Karten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Benutzung war. Vom Verlauf handelt es sich möglicherweise um einen typischen alten Höhenweg, der unter Umständen auch einen Landwehrdurchgang besessen haben könnte. Auf Karten des frühen 19. Jahrhunderts ist der Weg bereits verzeichnet. Am Beginn des Gefälles zu Eschensiepen, sowie an einer Stelle hundert Meter davor sind noch stark verschliffene Reste des Walls zu erahnen. Im rechten Winkel zu der Landwehr finden sich entlang dem Lauf des Eschensiepen bis zum Gipfel des Marscheider Bergs folgend deutliche, mehrfache Wall-/Grabenstrukturen, die genauer zu untersuchen sich als lohnend erweisen könnte. Für einen reinen Hohlweg sind diese Strukturen im Vergleich zu dem Hohlweg Erbhöfe-Marscheider Berg im Profil erheblich deutlicher ausgeprägt und weisen mehrere parallele Wälle auf, die bei dieser Struktur nicht auszumachen sind. Auch ließen sich die am Fleischsiepen gefundenen, zum Marscheider Bach hinführenden Wall-/Grabenstrukuren, die Gerd Hellbeck wohl fälschlicherweise als Teil der Elberfelder Landwehrlinie deutet, in gerader Linie den Strukturen auf der Höhe des Marscheider Bergs verlängern. Aber zurück zur Barmer Landwehr. Die Landwehr verläuft nun im Abstand von ca. 20-30 Meter südlich des Siedlungsrandes von Laaken zum katholischen Friedhof. [http://de.wikipedia.org/wiki/Laaken Laaken] wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak Grenzbaum, Schanze, besonders befestigter Ort, vgl. auch Lackbaum (= Schlagbaum). So gesehen ist der dortige Straßenname Laaker Landwehr, der auch auf das Bauwerk hindeutet, eine Tautologie. Ihr Verlauf ab dem Friedhof entspricht im Großen und Ganzen dem des dortigen Waldwegs, wobei sie an einem Siepen geradlinig verläuft, während der Weg der Geländeform auf gleicher Höhenebene folgt. Vorhandene Landwehrtrassen sind häufig als Weg genutzt und ausgebaut worden, da mit ihnen bereits eine Trassierung durch das Gelände vorlag und auch die Eigentumsrechte der anliegenden Grundstücksbesitzer durch die neue Weganlage nicht berührt wurden. Die Trasse der Landwehr selbst blieb bis in das 19. Jahrhundert zumeist im Staatseigentum. (Bilder und Links zum nachfolgenden Text kommen noch) Hinter dem Siepen sind an dem talwärts gelegenen Rand des Weges auf kurzer Länge ausgeprägte Wallstrukturen auszumachen, die unter Umständen auch der Landwehr zugeordnet werden können. Während sich der Weg in einem Bogen nach Süden in das Herbinghauser Bachtal wendet, kürzte die Landwehr über den Bergsporn ab. Dieser Sporn wird von Nordosten kommend von einem Waldweg durchschnitten, dessen Kreuzungspunkt mit der Landwehr laut der Urkatasterkarte von 1815-25 Frankenbaum genannt wurde. Dieses würde auf eine Altstraße mit einen Landwehrdurchgang mit Schlagbaum hindeuten. Die Landwehr überquert denselben Waldweg, der bei Laaken eine zeitlang auf der Trasse verlief, und fiel südlich des Laaker Hammers steil zum Herbringhauser Bach ab . Der Herbringhauser Bach hieß früher Olpebach und gab auch dem großen Waldgebiet, das er durchfließt, den Namen Olscheid. Hier soll sich auch an der Landwehr eine Wolfskuhle befunden haben. Auf der anderen Talseite stieg die Landwehr ebenso steil wieder den Hang des Paulsberg hinauf. Das Fehlen von Wallresten kann darauf hindeuten, dass hier die Sicherung nur aus dem Gebück/Gedörn bestand, da die steilen Hänge sowieso keine einfache Begehung zuließen. In einem weiteren Doppelbogen wendete sich die Landwehr nach Norden und wieder nach Osten. In der Nähe mehr oder weniger parallel laufend, aber nicht genau auf dem Landwehrflurstück liegend, findet sich auf mehreren hundert Metern eine deutlich ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur. Es ist unklar, ob diese sehr deutlich im Gelände sichtbaren Strukturen mit der Landwehr in Zusammenhang stehen, denn es könnte sich auch um ein von Oberste Laaken den Paulsberg hinaufführenden Hohlweg handeln, dessen nördlicher Serpentinenteil noch heute von Waldwegen genutzt wird. Allerdings führt der heutige Waldweg als Hohlweg direkt zu dem Gipfel des Paulsbergs, während sich die Wall-/Grabenstruktur wieder in Richtung des Herbringhauser Bachtals wendet und zu diesem wieder abfällt, was als Wegführung nur begrenzten Sinn macht. Diese Struktur verliert sich in einem dichten Jungwald und ist nicht ganz deckungsgleich mit dem Flurstück der Landwehr. Die Struktur trifft an deren nördlichen Ende im spitzen Winkel auf die Landwehrtrasse und mündet dort in den heute als Waldweg genutzten Hohlweg zum Gipfel des Paulsbergs. Kurz vor der Einmündung der Struktur in den heutigen Waldweg findet sich auf der Ostseite des Waldweges im rechten Winkel dazu ein verschliffener, aber noch auf einer Länge von wenigen Metern erhaltener Einzelwall, der exakt auf der Landwehrtrasse liegend, vermutlich zu der Landwehr gehören dürfte. Ist dieses der Fall, so kann die ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur nicht zu der Landwehr gehören, es sei denn, die Landwehr hätte dort einen deutlicheren Richtungswechsel nach Südwesten durchgeführt, als das Landwehrflurstück andeutet. Auch ist es nicht einleuchtend, warum sich ein verschliffener, kaum erkennbarer Wall nach einem abrupten Richtungswechsel unvermittelt als gut erkennbarer Doppelwall fortsetzen sollte. Diese Situation muss also noch erforscht werden. In östlicher Richtung setzte sich das Landwehrflurstück von dem Zusammengang von Doppelwall-/Grabenstruktur und Hohlweg noch ca. 200 Meter fort, und endet dort. Der weitere Verlauf bis zur Beyenburg ist zur Zeit vollkommen unklar. Es ist bislang nicht gelungen, weitere Bodenspuren zu finden, auch die bislang hilfreiche Urkatasterkarte aus dem beginnenden 19. Jahrhundert versagt hier ihre Dienste. Erschwert wird die Suche auch dadurch, dass hier umfangreiche Erdbewegungen vorgenommen wurden: Einmal im Tal durch der Anlage der ehemaligen Unteren Herbringhauser Talsperre und anschließend auf der Höhe des der Wupperschleife bei Dahlhausen zugewandten Bergsporns namens Zur guten Hoffnung. Der Bergsporn wurde durch die Anlage eines Steinbruchs stark abgetragen und später durch die Nutzung als große kommunale Mülldeponie Kemna wieder verfüllt. Heute ist das umgestaltete Gelände mit Wald bepflanzt. Auch eine Karte des Waldgebiets aus dem 17. Jahrhundert, das nach seinen herzoglichen, also besonderen Eigentümer Sondernbusch genannt wurde, gibt keinen Aufschluss über den Verlauf. Erst in schriftlichen Quellen (Lagerbuch des Amts Beyenburg, dort Eintrag vom 19. Juli 1566) wird die Landwehr als zur der Burg Beyenburg führend auf den letzten Metern zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg wieder erwähnt, als ein Anlieger zum Hochwasserschutz der Wupper eine Mauer vervollständigen wollte, die von der Landwehr unterbrochen war. Der Streit über die Nutzung der Landwehrparzelle, die sich unter Verwaltung des Beyenburger Pfandherren Graf Franz II. von Waldeck befand, fand seine Niederschrift in dem besagten Lagerbuch. Im Gegenzug zur Genehmigung des Lückenschlusses wurde dem Antragsteller Kasper von den Bruggen (= Beyenburger Brücke) auferlegt, diese Mauer als Ersatz für die Landwehr in Richtung der Beyenburg bis zu dem dortigen Schlagbaum fortzuführen. Die Landwehr verlief also nahe der Wupper in östlicher Richtung auf den Wuppermäander in Beyenburg zu, auf dem sich die Beyenburg und die dazugehörende Freiheit befand. In der Rentmeisterrechung Beyenburg 1749/50 wird ebenfalls eine seit 1720 verpachtete Landwehr zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg erwähnt und der Eintrag von 1566 damit bestätigt. Engels und auch zuvor Fahne deuten an, dass die Landwehr eventuell bis Hengsten weiterführte, wo sie auf die Elberfelder Linie traf. Gesichert ist diese Annahme aber bislang nicht. Helbeck hält diese Annahme ebenfalls für möglich und deutet passende Bodenstrukturen an. === Durchgänge === Landwehrdurchgänge sind überliefert auf Hatzfeld und beim Schlippenhof beim heutigen Alten Markt. Mit Sicherheit wird es einen Durchgang bei Beyenburger Brücke gegeben haben, wo die bedeutende mittelalterliche Heer-, Handels- und Pilgerstraße zwischen Dortmund und Köln die Wupper überquerte. Ein in der Urkatasterkarte namens Frankenbaum eingezeichnete örtlichkeit auf dem Marscheider Berg könnte auf einen Schlagbaum (also Landwehrdurchgang) hinweisen. Bei Wuppertal-Herbringhausen existiert eine Flur Vor dem Baum an der parallel laufenden Elberfelder Landwehr, die auch auf einem Schlagbaum hinweist. Vermutlich gab es ein Pendant zu diesem Durchgang in der nur wenige hundert Meter weiter nördlich verlaufenden Barmer Landwehr am gleichen Weg. An der Beyenburg selber ist ein Schlagbaum durch im dem Lagerbuch von 1566 niedergeschriebenen Streit über den Hochwasserschutz belegt. === Bodenfunde === Erkennbar erhaltene, denkmalgeschützte Wallreste mit Unterbrechungen befinden sich im Barmer Wald zwischen der Lönsstraße und dem Murmelbach. Im Marscheider und Herbringhauser Wald sind ebenfalls noch vereinzelt stark verschliffene Wallreste vorhanden. === Entstehungszeit und -zweck === Die sich im Laufe der Zeit verändernden spätmittlelalterlichen Besitzverhältnisse Bergs, Marks und Kurkölns innerhalb des Barmer Hofesverbandes lassen vielfältige Deutungen über Entstehungszeit und -Zweck zu. Aber auch eine Entstehung vor der bergisch-märkischen Territorialbildung im Früh- oder Hochmittelalter wurde diskutiert. Da sie am Westufer von Leimbach und Fischertaler Bach bzw. am Südufer der Wupper verlief, war sie den gegen Osten bzw. Norden gerichtet, die Bedrohung wurde dort her kommend gesehen. Das führt zu der Annahme, dass der territoriale Besitzer Unterbarmens sie zum Schutz des Gebietes westlich/südlich davon erbaute. Innerhalb Barmens liegt sie an der alten Kirchspielgrenze, die schon vor dem Bergisch-Märkischen Einflussnahme vorhanden war und es liegt weiterhin die Vermutung nahe, dass eben diese Grenze mit der Landwehr gesichert wurde. In Folge der fränkischen Landnahme der rechtsrheinischen Hochflächen ab den 8./9. Jahrhundert gehörte die Wuppertaler Region zu den Randgebieten der fränkischen Gaugrafschafen (auch Gografschaften, kurz Gaue) Ruhr-, Deutz- und Keldachgau, die im Herrschaftsbereich der Ezzonen lagen. Ab dem 10. Jahrhundert war die Region kirchenrechtlich in die Dekanate Neuss und Lüdenscheid unterteilt, deren Untereinheiten, die Kirchspiele Elberfeld und Schwelm, hier aneinander grenzten. Die Dekanate unterstanden den Kölner Erzbischöfen, die bis in das 11. Jahrhundert als kaiserliche Beamte für die Verwaltung des Gebietes zuständig waren, während die Gografen (Gaugrafen) das oberste Richteramt inne hatten. Der Erzbischof von Köln bzw. seine Pfarreien waren darüber hinaus auch Grundbesitzer einiger der in Barmen befindlichen Höfe (Allodialbesitz) - andere Höfe waren Freigüter und gehörten den dortigen Bauern, denn teilweise bestanden schon Besiedlungen durch sächsische oder den Sachsen untergeordnete bzw. sich ihnen angeschlossene Volkstämme aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Die Ravensberger Grafen besaßen als Nachfahren der Ezzonen Barmer Höfe zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze. 1244 erwarben die Bergischen Grafen, die als Vögte dem Dienstadel der Kölner Erzbischöfe entstammten, die Barmer Villikation mit diesen Höfen und waren nun neben dem Erzbischof von Köln dort ebenfalls Grundbesitzer. Nach der Schlacht von Worringen 1288 und der militärischen Auseinandersetzung auf der Seite des Königs Albrecht I. gegen den Kölner Erzbischof Wigbold von Holte verlor Kurköln sukzessive Gebiete und Allode an Berg und Mark; so das gesamte Kirchspiel Schwelm an Mark in der Zeit zwischen 1301 und 1324. Die bergischen Grafen sahen sich nun folgender Situation ausgesetzt: Das Kirchspiel Elberfeld gehörte noch dem Erzbischof, war aber an dessen Ministeriale verpfändet. Das Kirchspiel Schwelm war bis spätestens 1324 kurkölnisch, ab dann aber märkisch. Mitten drin lag der eigene bergische Allodialbesitz, der sich auf Elberfelder und Schwelmer Kirchspielgebiet verteilte und rechtlich zur ebenfalls 1324 von Mark eroberten Freigrafschaft Volmarstein gehörte. Die zweite große Barmer Villikation unter dem Oberhof Wichlinghausen wurde erst 1384 von Mark erworben, so dass es ab diesem Zeitpunkt auch Allodialbesitzer in diesem Bereich war, auch mit einzelnen Höfen im hauptsächlich zu Berg gehörenden Bereich Unterbarmens. Mit dem Allodialbesitz war aber noch kein Territorialbesitz verbunden und erst irgendwann ab 1301 wurde Berg im Bereich zwischen Elberfeld und der Kirchspielgrenze, also Unterbarmen, vermutlich auch der Territorialbesitzer. Unter der Annahme, die Ober- und Unterbarmen teilende Landwehr wäre bergischen Ursprungs, so könnte sie frühestens ab 1300 gebaut worden sein, als Berg den Grund hatte sich territorial von dem kurkölnischen oder märkischen Schwelm abzugrenzen. Dafür spricht auch, dass die Elberfelder Landwehr, die Unterbarmen von Elberfeld schied, dem Anschein nach gegen das kurkölnische Elberfeld gerichtet gewesen war; da sie an der Ostgrenze der Freigrafschaft Volmarstein verläuft, kann sie aber auch eine Grenzsicherung der Freigrafschaft gewesen sein. Der Landwehrbau könnte das ab 1301 bergisch beherrschte Unterbarmen also nach beiden Seiten abgesichert haben. Spätestens ein paar Jahre nach der bergisch-märkischen Auseinandersetzung in Folge der Schlacht von Kleverhamm 1397 wurde die Landwehr zumindest als bergisch-märkische Grenzlinie obsolet - die Territorialgrenze verschob sich aufgrund von militärischen Erfolgen oder aufgrund einer Einigung dauerhaft ab 1400 nach Osten an die Bäche Schellenbeck und Schwarzbach. Das könnte der Zeitraum gewesen sein, wo die Landwehr innerhalb von Barmen aufgegeben sein könnte. Eine neue Landwehr entlang der neuen Grenze ist nicht gesichert, daher ist eine weitere Nutzung als zurückgenommene Grenzsicherung bis in das 16. Jahrhundert nicht unwahrscheinlich, wobei sie laut der Urkundenlage aber bereits zu dieser Zeit lückenhaft war und nicht mehr allzu gut Instand gehalten wurde. Gerd Helbeck ist allerdings der Auffassung, das an der Schellenbeck auch ein Landgraben bestanden hat. Im Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg müssen wir andere Verhältnisse betrachten. Das Gebiet südlich der Landwehr ist schon seit dem 12. Jahrhundert als bergischer Besitz beurkundet und gehörte zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum vermutlich zwischen 1355 und 1399 gegründeten Amt Beyenburg, zu dem auch Barmen gehörte. Mit ihr konnte das bergische Kernland entlang der Wupper gegenüber dem kurkölnischen, später märkischen Schwelm jenseits der Wupper geschützt werden. Allerdings ist der Wall im Gegensatz zu der nur wenige hundert Meter dahinter parallel verlaufenden Elberfelder Landwehr weitaus schlechter erhalten, so dass man geneigt ist, eine frühe Anlage und auch Aufgabe der Linie anzunehmen. Der Theorie, dass die Landwehr ein bergisches Bauwerk ist, wird vor allen von früheren Forschern nicht geteilt, aber auch Justus Bockemühl meldete Ende des 20. Jahrhunderts Zweifel an. Die Landwehr als fränkisch-sächsische Grenzlinie anzunehmen geht aber von der Vorraussetzung aus, deren Gebiete wären durch eine wohldefinierte Grenze getrennt gewesen. Tatsächlich handelte es sich im Frühmittelalter um einen Grenzsaum innerhalb größtenteils unbesiedelten Raumes, in den vereinzelte Angehörige sächsischer und fränkischer Volksstämme als Pioniere Siedlungsplätze gegründet hatten. Der notwendige Organisations- und Besiedlungsgrad für den Landwehrbau bildete sich erst im 10. Jahrhundert aus. Hier springt Bockemühl in die Kerbe und regt eine Entstehung im 10. oder 11. Jahrhundert an, und zwar in Form als Grenzsicherung der Landdekanate. Diese Absicherung soll gegenseitig erfolgt sein, zwei parallele, sich gegenüber stehende Landwehren mit einem breiten Niemandsland dazwischen an den Dekanatsgrenzsäumen verhinderten den Angriff sowohl von der einen, als auch von der anderen Seite. Mit dieser Annahme erklärt er das Vorhandensein der parallelen Landwehrlinien am Ostrand des Bergischen Landes wie z.B. hier die Barmer Landwehr und die Elberfelder Landwehr. oder weiter südlich der Elberfelder Landwehr und der Linie Ispingrade-Horpetal. Mit seiner Theorie ließen sich die bislang zu unbekannten Zweck errichtete Landwehr östlich von Solingen-Ohligs als Dekanatsgrenze zwischen Deutz und Neuss, aber auch zahlreiche andere Landwehren im westfälischen Raum erklären. Laut Bockemühl lief die Barmer Landwehr auch nicht nach Beyenburg, sondern übersprang beim Herbringhauser Bach die Wupper und verlief dann auf der rechten Flussseite weiter parallel zur Elberfelder Landwehr. Die kurze Landwehr bei der Hölzernen Klinke oberhalb der Beyenburg deutet er als mögliches Teilstück dieser Linie an. Ein starkes Argument für einen vor-bergischen Bau liefert der Name Barmen selbst. Das erstmals 1070 als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden erwähnte Barmen wird von einigen etymologisch als Wall, Erdhaufen gedeutet. Der altsächsische Wortstamm Berm, Barm findet sich auch im Begriff Heubarme (Hauhaufen) wieder, so das hier von den Höfen am Erdwall die Rede sein könnte. Als Berg 1244 die Bona de Barme erwarb könnte die Übersetzung ebenfalls statt Güter in Barmen auch Güter am Erdwall lauten. Bockemühl deutet die Etymologie anders: Ahd. brama; mhd. brame = Dornstrauch (vgl. Brombeere; engl. broom) wurde nach einer Lautumstellung (vgl. auch Bronnen (Brunnen) zu Born) zu Barme. Auch bei dieser Herleitung steht die Landwehr als namensgebendes Element (Gedörn) im Mittelpunkt. Hermann Hinz gibt weiterhin zu bedenken, dass die Barmer Höfe offenbar bereits vor 1244 zu beiden Seiten der Landwehr lagen, so dass eine spätere Grenzziehung, die dann die östlichen Höfe außerhalb des Schutzes gelassen hätte, nicht so recht vorstellbar sei. Die Markgenossenschaft des Hofesverbands war 1244 längstens durchorganisiert und wäre so künstlich geteilt worden. Die Landwehr ist seiner Meinung nach vor der Bildung des Hofesverbands somit um 750 in die Zeit der fränkisch-sächsichen Grenzziehung zu sehen und schützte somit den fränkischen Tafelhof Elberfeld. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass der urkundlich nachweisbare Landwehrbau sämtlich zur Zeit der Territorialwerdung im Spätmittelalter stattfand und auch andere, benachbarte Bauwerke nur in diesem Kontext Sinn machten. Fazit: Wenn man die unbelegbare Theorien außen vor läßt, die Barmer Landwehr könnte bereits ein Grenzbollwerk zwischen den Franken und den Sachsen aus dem 7. bis 10. Jahrhundert oder ab dem frühen Hochmittelalter eine Trennlinie der beiden kurkölnisch beherrschten Dekanaten gewesen sein und annimmt, die Landwehr sei wie andere mit nachweisbarer Bauzeit in Deutschland in der Zeit der Territorialbildung ab dem 13. Jahrhundert entstanden, so kann sie nur von den bergischen Herzögen angelegt worden sein, die sich entweder gegen Kurköln oder Mark absichern wollten. Ein bergischer Territorialschutz war aber erst kurz nach der Wende zum 14. Jahrhundert nötig, da bis dahin die bergischen Grafen keine Territorialherrschaft über Barmen ausübten, sondern nur im Besitz einzelner Höfe waren. Etwas differenzierter ist das Bild im sich anschließenden Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg. Zwar war das Gebiet der angrenzenden Honschaft Erbschlö seit 1189 nachgewiesenermaßen Teil des bergischen Kerngebiets und lag im Amt Bornefeld, aber ob dieser Landwehrabschnitt früher als oder zeitgleich mit dem in Barmen errichtet worden ist, ist damit noch nicht geklärt. Eine Besiedlung des Gebietes fand vermutlich erst ab dem 16. Jahrhundert statt, da es keine früheren Belege der dortigen Höfe gibt. Da die Beyenburg (1304, bzw. 1336 erstmals erwähnt), der Endpunkt der Linie, erst relativ spät errichtet worden ist und es auch keine Hinweise auf eine Landwehr am Murmelbach entlang der Grenze zu Barmen in Richtung Elberfeld bekannt sind, wird sie vermutlich nicht vor dem Abschnitt durch Barmen enstanden sein. Denn wenn es sich um eine ältere Außenlandwehr des Amtes Bornefeld gehandelt hätte, dann wäre auch ein Abschnitt entlang der gesamten Grenze zu den nordöstlichen Nachbargebieten zu erwarten gewesen, der mit der Einverleibung Barmens in das bergische Herschaftsgebiet dann aufgegeben wurde. Von einem solchen Abschnitt entlang der Grenze zu Barmen ist aber nichts bekannt, so dass die gesamte Barmer Landwehrlinie in einem Zeitraum erbaut worden sein dürfte. Auch war der Schutz entlang der Wupper erst notwendig, als nicht mehr der kurkölnische Dienst- und Lehnsherr der bergischen Grafen im gegenüberliegenden Schwelmer Kirchspiel Territorialherrscher war (bis 1324), sondern als ihre befeindete Seitenlinie, die Grafen von der Mark, dort herrschten. === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 * Wilhelm Engels: Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 66, 1938 * Justus Bockemühl: Adelsüberlieferung und Herrschaftsstrukturen, Bergischer Geschichtsverein, Abt. Remscheid e.V., 1987, ISBN 3-924224-07-2, S. 64ff * Walter Dietz: Barmen vor 500 Jahren - Eine Untersuchung der Beyenburger Amtsrechnung von 1466 und anderer Quellen zur frühen Entwicklung des Ortes Barmen, In: Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals, Born-Verlag, 1966, S. 23ff * Gerd Helbeck, Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes, Band I (Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff * Emil Wahl: Die Barmer Landwehr, Wuppertal, 1959 * Gottfried Dütschke: Barmen. An der Landwehr * Gustav Löns: Landwehren in Wuppertal, 1968 * Anton Fahne: Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 4, 1867, S. 30-32 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1825 * Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) * Stadtplan Wuppertal 1:10.000, Stand Oktober 1963 (Verlauf im Herbringhauser Wald fälschlicherweise als existierende Landwehr eingezeichnet) * DGK5 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) === Quellen === * Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1559/60, 1771/72 und 1806/07 * Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1696 * Barmer-Beyenburger Lagerbuch 1597-1743 * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen von 1642 === Weblinks === *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b002.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück am Toelleturm] </div> </div> 2eb5cb446029fcb25456e349b11a4549aaa2f0d7 Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg 6 207 334 2014-03-07T19:03:47Z Jm 1 Barmer Landwehr beim Toelleturm wikitext text/x-wiki Barmer Landwehr beim Toelleturm 803bae2445e39a391fc8823a9151e935c8dff1ac 335 334 2014-03-07T19:04:03Z Jm 1 Jm lud eine neue Version von „[[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03..jpg]]“ hoch: Barmer Landwehr beim Toelleturm wikitext text/x-wiki Barmer Landwehr beim Toelleturm 803bae2445e39a391fc8823a9151e935c8dff1ac 345 335 2014-03-07T19:08:15Z Jm 1 Jm verschob Seite [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03..jpg]] nach [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg]] wikitext text/x-wiki Barmer Landwehr beim Toelleturm 803bae2445e39a391fc8823a9151e935c8dff1ac Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg 6 208 336 2014-03-07T19:04:21Z Jm 1 Barmer Landwehr beim Toelleturm wikitext text/x-wiki Barmer Landwehr beim Toelleturm 803bae2445e39a391fc8823a9151e935c8dff1ac 343 336 2014-03-07T19:08:06Z Jm 1 Jm verschob Seite [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05..jpg]] nach [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg]] wikitext text/x-wiki Barmer Landwehr beim Toelleturm 803bae2445e39a391fc8823a9151e935c8dff1ac Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg 6 209 337 2014-03-07T19:04:38Z Jm 1 Barmer Landwehr beim Toelleturm wikitext text/x-wiki Barmer Landwehr beim Toelleturm 803bae2445e39a391fc8823a9151e935c8dff1ac 341 337 2014-03-07T19:07:42Z Jm 1 Jm verschob Seite [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06..jpg]] nach [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg]] wikitext text/x-wiki Barmer Landwehr beim Toelleturm 803bae2445e39a391fc8823a9151e935c8dff1ac Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg 6 210 338 2014-03-07T19:04:58Z Jm 1 Barmer Landwehr beim Toelleturm wikitext text/x-wiki Barmer Landwehr beim Toelleturm 803bae2445e39a391fc8823a9151e935c8dff1ac 339 338 2014-03-07T19:07:19Z Jm 1 Jm verschob Seite [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07..jpg]] nach [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg]] wikitext text/x-wiki Barmer Landwehr beim Toelleturm 803bae2445e39a391fc8823a9151e935c8dff1ac Datei:Elberfelder Landwehrlinie.kmz 6 195 351 298 2014-03-30T15:37:56Z Jm 1 Jm lud eine neue Version von „[[Datei:Elberfelder Landwehrlinie.kmz]]“ hoch wikitext text/x-wiki Elberfelder Landwehrlinie 041c9f55574d412c8bf9a2153403c7251307d2eb Hauptseite 0 14 353 133 2014-04-25T21:35:02Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|frameless|right]] <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big> Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergischen Land. </big></span> === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land === *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] **[[Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen]] **[[Wallgraben bei Wuppertal-Nord]] </div> ef75f6a6f5e3e39da464e6c98a360b3395d6b7f1 Datei:Ispingrade-Horpetal.kmz 6 211 354 2015-01-04T20:27:29Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal 0 212 355 2015-01-04T20:31:14Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „<div style="margin:0px; 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Sie ist bislang nur abschnittsweise einer eigenen direkten Grenzziehung zuzuordnen und könnte nach Meinung einiger Forscher eine zurückgenommene, zweite Schutzlinie für das bergische Kernland gewesen sein. Abschnitte der Landwehrlinie sind aber nachweislich nach Gebietserweiterungen von einer Außengrenze des bergischen Territoriums zu einer Binnenlandwehr geworden. === Geodaten === Der Verlauf der Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Ispingrade-Horpetal.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. === Beschreibung === Diese Landwehr ist im Abschnitt Ispingrade-Stoote in einer Akte der bergischen Hofkammer von 1801/02 erwähnt und wird mit einem Ausmaß von 9,5 Morgen und 23,75 Ruthen angegeben. Dieses schmale Flurstück, das nach Angaben seines Pächters nur zur Gewinnung von Einstreu taugen würde, war in dieser Zeit an einen Philip Bockhacker zu Herweg verpachtet. Als 1809 das Stück an Bockhacker neu verpachtet werden sollte, bekam dieser die Auflage, es auf eigene Kosten vermessen zu lassen. So entstand eine detailierte Verlaufskarte des Herweger Landvermessers Johann Arnold Buchholz, die sich heute im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf befindet. Der erste physische Nachweis der Landwehrlinie gelingt im Wiebachtal östlich des Radevormwalder Weilers Ispingrade. Ein erkennbarer Einzelwall endet dort abrupt an der südlichen Steilkante des Bachlaufs, der erkennbar Material des Erdwerks abgetragen und fortgepült hat. Genau an diesem Punkt mündet ein Rinnsal mit dem bezeichnenden Namen Landwehrsiepen in den Wiebach. Dieser Siepen war Grenzgewässer zwischen der bis 1260 unabhängigen Grafschaft Hückeswagen und dem kurkölnischen Radevormwalder Gebiet und nach Erwerb der Hückeswagener Grafschaft durch Berg die Grenze zwischen dem bergischen Amt Bornefeld-Hückeswagen und dem 1301 ebenfalls von Berg annektierten Radevormwald. Radevormwald wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts schließlich Bestandteil des neu gegründeten Amtes Beyenburg. So verwundert es nicht, dass der erkennbare Landwehrwall am Siepen entlang dieser alten Territorialgrenze folgte, die aber später unter bergischer Herrschaft zu einer inneren Amtsgrenze herabgestuft wurde. Da in Gegenrichtung diese Grenze ab der Einmündung des Siepens dem Wiebach in Richtung Wupper folgte, liegt die Spekulation nahe, auch die Landwehr sei dem Bach am südlichen Ufer bis zur Wupper gefolgt. Es gibt aber bislang weder urkundliche noch archäologische Belege, die diese Vermutung stützen können. Der als Bodendenkmal geschützte Wall überquert wenige Meter nach dessen Beginn einen Waldweg, verläuft ca. 200 Meter unmittelbar am Landwehrsiepen entlang durch den Wald und mündet in einer Weide oberhalb des Hofes Kirschsiepen, auf der der Wall naturgemäß eingeebnet wurde. Im gedachten weiteren Verlauf oberhalb der Weide kreuzt er eine kleine Anliegerstraße zwischen Radevormwald und Hückeswagen, auf die wir gleich noch näher eingehen werden. Engels berichtet noch von einer Wallhecke, die vom Waldrand über die Weide auf die Straße zugestrebt ist. Auch der Landwehrsiepen entspringt auf dieser Weide. Auffallend ist beim Übergang vom Wald in die Weide das Vorhandensein eines weiteren kurzen, aber hohen Walls, der im spitzen Winkel auf die Landwehr zuläuft und diese auf der Weide theoretisch schneiden würde. Auch erscheinen südlich davon die Geländeformen mit drei absolut parallel verlaufenden Quellsiefen und den gleichmäßigen Erhebungen dazwischen als unnatürlich. Der zweite Wall und womöglich die Geländeformen sind wohl Teil eines besonders gesicherten Landwehrdurchgangs, auf dem heute die kleine Anliegerstraße verläuft. Im Mittelalter war der kleine Weg die Hauptverbindung zwischen den beiden Orten Radevormwald und Hückeswagen und, wie der Name des nahen Weilers Herweg auf Hückeswagener Seite belegt, ein Handels- und Heerweg. Die heutige Bundesstraße 483, die im südlichen Bereich teilweise auf dem alten Heerweg verläuft, umgeht heute diesen Abschnitt der Altstraße aber in östlicher Richtung, so dass der Landwehrdurchgang im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Durchgängen nicht durch eine breite moderne Straßenführung überbaut wurde. So hat sich hier abseits der modernen Verkehrströme noch gut die umfangreiche Sicherung des Landwehrdurchgangs mit seinen zahlreichen, sternförmig in alle Richtungen abgehenden oder die Wege begleitenden Wällen erhalten. Das dieser Durchgang einen Schlagbaum besaß, belegt die Flur Am Schlagbaum, die östlich an den Durchgang angrenzt. Östlich der Straße setzt sich der Wall der Landwehr zunächst mehr als Geländestufe, dann aber nach wenigen Dutzend Metern gut erkennbar durch den Wald fort und verläuft am Waldrand entlang eines Feldes. Mit dem Ende des Walds geht die Landwehr eingeebnet in das Feld über und läuft im spitzen Winkel auf die heute Bundesstraße 483 bei dem Flecken Marke zu, wo sie unkenntlich die Straße überquert. Das der Ortsname Marke, der von dem mhd. Wort marc, march (= Grenze) abstammt und auch in Form des Begriffs Grenzmark geläufig ist, auf die Landwehr oder die durch sie geschützte Grenze zurückzuführen ist, darf man wohl getrost annehmen. Da auch jenseits der Bundestraße Felder sind, ist der Verlauf auf der südlichen Seite nicht direkt erkennbar. Ein Blick auf eine Karte gibt schnell den entscheidenden Hinweis: Ein Siepen namens Rothlingsbeek, der in einem schmalen bewachsenen Geländestreifen in östliche Richtung verläuft, ist als Landwehrtrasse leicht zu identifizieren. Zum Beweis finden sich im angrenzenden Wäldchen (und dort an dessen östlichen Rand) im Bereich des Siepens oberhalb der Quelle auf ca. 15-20 Meter Länge gut erkennbare Reste des kurvigen Walls. Im sumpfigen Siepen selbst ist ein Wall nur ansatzweise oder gar nicht erkennbar, wozu auch die Anlage eines Fischteiches und einer Hütte beigetragen hat. Der Siepen mündet im Scheuerbach, die Landwehr überwand das Gewässer und setzte sich in Ost-Nord-Ost Richtung den Hang des Röthlingsbergs hinauf fort. Im Hang ist der Wall schon wenige Meter hinter dem Scheuerbach sehr gut zu erkennen und bald mehr als einen Meter hoch. Es hat auch den Anschein, als ob es sich an dieser Stelle um einen Doppelwall gehandelt haben könnte, wobei der zweite Wall heute - falls dem tatsächlich so war - bis beinahe zur Unkenntlichkeit verschliffen ist. Gut erkennbar jedenfalls ist nur ein einzelner Wall, der sich durch den Wald zieht und abrupt von einem breiten Waldweg durchbrochen wird. Diese Waldweg ist für die Belange der modernen Forstwirtschaft unlängst verbreitert worden, wobei ausgerechnet in Höhe des Walls wohl mittels schweren Maschinen die vom Weg weggeschobene Erde seitlich aufgehäuft wurde. Hinter dem Waldweg macht die Landwehr einen Richtungswechsel nach Südosten, setzt sich aber auch hier als deutlicher Wall fort. Von dieser Stelle an ist die Landwehr auch Stadtgrenze zwischen Radevormwald und Hückeswagen, die anliegende östliche Flur trägt den bezeichnenden Namen An der Landwehr. Auffallend ist, dass der Wall auch hier nicht geradlinig verläuft, sondern sich in kleinsten Kurven durch den Wald windet, obwohl das Gelände einen solchen Verlauf nicht erzwingt. Nach ca. 250 Metern wendet sich der Landwehrwall nach Süden, verläuft dort weitere 250 Meter durch den Wald und wendet sich scharf nach Westen um dem kleinen Bruchfelder Siefen zu überqueren, der den Wall kurz unterbricht. Hinter dem Siefen wendet sie sich wieder nach Süden, überquert einen schmalen Waldweg und verläuft an der östlichen Flanke des Scheuerbergs in Richtung Lichteneichen bzw. Stoote. Wenige Metern hinter dem Waldweg zweigt ein zweiter Wall in westlicher Richtung ab, wendet sich anschließend ebenfalls nach Süden und endet nach 200-300 Metern an einer Weide. Dieser Abzweig wird in der Literatur bislang noch nicht erwähnt und verdient daher später eine gesonderte Betrachtung. Die Hauptlinie veräuft derweil parallel westlich des Waldwegs auf die selbe Weide zu, wo der Wall am Waldrand in Höhe von Hönderbruch endet. Von Hönderbruch bis Stoote an der Bevertalsperre fällt das Gelände ab. Die nun folgenden Weideflächen und Felder werden nur von zwei kleinen Wäldchen unterbrochen, aber weder in diesen noch auf den agrarisch genutzten Flächen sind mir Landwehrreste bekannt. Auf Luftaufnahmen aus den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts lässt sich vermutlich der Verlauf über die kurze Weide ab dem Waldrand als Geländemerkmal noch nachvollziehen. Ob die Landwehr nun in direkter Line auf Stoote zulief oder der heutigen Stadtgrenze, die zunächst einen kleinen Bogen nach Westen schlägt und sich dann Richtung Stoote wendet, folgte, bleibt zunächst unklar. Bei der Stooter Mühle überquerte die Landwehr jedenfalls die Bever und zog sich den gegenüberliegenden Hang hinauf. Die Bever war hier die Grenze zu dem bergischen Amt Steinbach, so dass aufgrund der anderen Quellenlage nun häufig von einer eigenen Landwehrlinie Stoote-Horpetal die Rede ist. Nach Engels ist sie aber zweifelsfrei die Fortführung der Landwehrlinie Ispingrade-Stoote. Der Grund des Bevertals ist nun von der Bevertalsperre überflutet, aber zwischen einen Waldweg am Südufer und der darauf folgenden Höhe ist die Landwehr als deutlich ausgepägter, nach Süden verlaufender und am Waldrand endender Doppelwall sehr gut zu erkennen. Auf der Höhe ist ein Weg zwischen den beiden Wällen angelegt worden, der den westlichen Wall kurz darauf druchbricht. Im anschließenden Feld westlich von Müllensiepen verschwindet der Doppelwall in einem Feld, wobei Engels zumindest einen Wall 1938 noch ca. 110 Meter links eines Wegs weiter folgen konnte. Später wurde der Wall wie auch der Weg im Feld spurlos untergeflügt. Der exakte weitere Verlauf ist mir aus eigener Anschauung zum Großteil noch unbekannt. Das amtliche Verzeichnis der Landwehren im Amt Steinbach von 1772 gibt über den groben Verlauf Aufschluss. Demnach verlief sie folgendermaßen: Stooter Busch, Müllensieper Busch, Breitenweg, Piefershaus-Siepen, Lütgenauerer Bach, Hasenburger Büsche, Stepgenshoffs Busch, Weyerhoffs Busch, Neyer und Löher Vikarienbüsche, Fuschsiepen, Wilhlem Kausemann Heidenbickenbusch, Birkensche Wiesen (Kausemannsbirken), Lütgenauer Fußsteg am Neyefluß, Kleinblumberger Büsche, Landstraße (heute Wanderweg), Hambüchener Kirchweg, Krautwiese, Hallesbicker Feld (heute Hassebick), Voßkuhler Hof, Hönnigebach, Wupper, Weiher des Gerichtsschreibers Fuhr, Stillinghauser Grund, Rönsahler Landstraße (heute die Stillinghauser Straße in Wipperfürth), Stillinghauser Büsche, Nagelsbücheler Felder, Vosbach, Scherkenbacher Grund, Voshofer Feld, Fasenbachs Wiese, Oelchens Weiher, Oehlchens Wiese, Sonnenberger Wiese, Alter Weiher bei Sommerhaus, Voshofer Busch, Bommerhauser Feld, Stüttener Büsche, Grassser Hof (heute Graben), Wald "in der breiten Heid", Oberkemmerischer Feld, Dörrenbacher Wiese, Bühlstal, Sülztal, Hammer des Wilh. Frielingsdorf (1769), Brochhagener Büsche, Felder Wiese, Felser Busch, Müllerhofer Busch, Sülz, Hammachers Scheune, Wendelin Brochhagens Feld, Brochhagener Mühlenschlacht, Holler Busch, Holler Wiese, Holler Feld, Rübiger Büsche, Büsche von Weyer, Labicker Gründe, Schlagbaum an der Fuhrstraße (Lindlar-Horpe-Remshagen), Horper Wiese, Horper Siefen. Text wird fortgesetzt ... === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1835 * Vermessungskarte des Johann Arnold Buchholz === Quellen === * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Marken, usr. Nr.14: Amtliches Verzeichnis der Landwehren im Amt Steinbach von 1772 === Weblinks === </div> </div> 0f40422b0b618e48db69c9b6159117d2c07e7a88 Datei:Kirchsiepen-Wiebach 18.jpg 6 213 356 2015-01-04T20:39:18Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Kirchsiepen-Wiebach 13.jpg 6 214 357 2015-01-04T20:39:52Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Kirchsiepen-Wiebach 08.jpg 6 215 358 2015-01-04T20:42:24Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Kirchsiepen-Wiebach 09.jpg 6 216 359 2015-01-04T20:42:51Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Kirchsiepen-Wiebach 09.jpg 6 216 360 359 2015-01-04T20:45:10Z Jm 1 Jm lud eine neue Version von „[[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 09.jpg]]“ hoch wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Kirchsiepen.jpg 6 218 362 2015-01-04T20:48:50Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Zwischen Landwehr und Schlagbaum 01.jpg 6 219 363 2015-01-04T20:49:11Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Befestigungen Schlagbaum Kirchsiepen 01.jpg 6 220 364 2015-01-04T20:52:51Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Befestigungen Schlagbaum Kirchsiepen 02.jpg 6 221 365 2015-01-04T20:53:07Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Marke-Kirchsiepen 12.jpg 6 222 366 2015-01-04T20:55:38Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Marke-Kirchsiepen 04.jpg 6 223 367 2015-01-04T20:55:57Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Marke-Kirchsiepen 06.jpg 6 224 368 2015-01-04T20:57:53Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Marke-Kirchsiepen 02.jpg 6 225 369 2015-01-04T20:58:22Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Hönderbruch-Marke 48.jpg 6 226 370 2015-01-04T21:00:28Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Hönderbruch-Marke 55.jpg 6 227 371 2015-01-04T21:01:00Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Hönderbruch-Marke 40.jpg 6 228 372 2015-01-04T21:02:51Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Hönderbruch-Marke 34.jpg 6 229 373 2015-01-04T21:03:12Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Hönderbruch-Marke 16.jpg 6 230 374 2015-01-04T21:04:24Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Hönderbruch-Marke 13.jpg 6 231 375 2015-01-04T21:04:40Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Hönderbruch-Marke 08.jpg 6 232 376 2015-01-04T21:05:50Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Hönderbruch-Marke 06.jpg 6 233 377 2015-01-04T21:06:07Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Bei Müllensiepen 09.JPG 6 234 378 2015-01-04T21:08:02Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:Bei Müllensiepen 02.JPG 6 235 379 2015-01-04T21:08:24Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:K13 (Löher Heide) 06.JPG 6 236 380 2015-01-04T21:10:26Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Datei:K13 (Löher Heide) 07.JPG 6 237 381 2015-01-04T21:10:47Z Jm 1 wikitext text/x-wiki da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709 Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal 0 212 382 355 2015-01-04T21:12:22Z Jm 1 /* Literatur */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom südlichen Radevormwald bei Ispingrade nach Süden über Wipperfürth und Lindlar bis in das Horpetal kurz vor Engelskirchen verlaufend. === Einführung === Die Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal, die in der Literatur aufgrund der Überschreitung von altbergischem Amtsgrenzen auch oft in die Landwehrlinien Ispingrade-Stoote und Stoote-Horpetal künstlich aufgeteilt wird, bildet eine Landwehr, die zwar mehr oder weniger parallel zu der bergischen-märkischen Grenze (bzw. der Grenze zwischen Berg und der Herschaft Gimborn) angelegt wurde, aber bis zu zehn Kilometer im Landesinneren hinter der Territorialgrenze und den dortigen Landwehrlinien verläuft. Sie ist bislang nur abschnittsweise einer eigenen direkten Grenzziehung zuzuordnen und könnte nach Meinung einiger Forscher eine zurückgenommene, zweite Schutzlinie für das bergische Kernland gewesen sein. Abschnitte der Landwehrlinie sind aber nachweislich nach Gebietserweiterungen von einer Außengrenze des bergischen Territoriums zu einer Binnenlandwehr geworden. === Geodaten === Der Verlauf der Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Ispingrade-Horpetal.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. === Beschreibung === Diese Landwehr ist im Abschnitt Ispingrade-Stoote in einer Akte der bergischen Hofkammer von 1801/02 erwähnt und wird mit einem Ausmaß von 9,5 Morgen und 23,75 Ruthen angegeben. Dieses schmale Flurstück, das nach Angaben seines Pächters nur zur Gewinnung von Einstreu taugen würde, war in dieser Zeit an einen Philip Bockhacker zu Herweg verpachtet. Als 1809 das Stück an Bockhacker neu verpachtet werden sollte, bekam dieser die Auflage, es auf eigene Kosten vermessen zu lassen. So entstand eine detailierte Verlaufskarte des Herweger Landvermessers Johann Arnold Buchholz, die sich heute im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf befindet. Der erste physische Nachweis der Landwehrlinie gelingt im Wiebachtal östlich des Radevormwalder Weilers Ispingrade. Ein erkennbarer Einzelwall endet dort abrupt an der südlichen Steilkante des Bachlaufs, der erkennbar Material des Erdwerks abgetragen und fortgepült hat. Genau an diesem Punkt mündet ein Rinnsal mit dem bezeichnenden Namen Landwehrsiepen in den Wiebach. Dieser Siepen war Grenzgewässer zwischen der bis 1260 unabhängigen Grafschaft Hückeswagen und dem kurkölnischen Radevormwalder Gebiet und nach Erwerb der Hückeswagener Grafschaft durch Berg die Grenze zwischen dem bergischen Amt Bornefeld-Hückeswagen und dem 1301 ebenfalls von Berg annektierten Radevormwald. Radevormwald wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts schließlich Bestandteil des neu gegründeten Amtes Beyenburg. So verwundert es nicht, dass der erkennbare Landwehrwall am Siepen entlang dieser alten Territorialgrenze folgte, die aber später unter bergischer Herrschaft zu einer inneren Amtsgrenze herabgestuft wurde. Da in Gegenrichtung diese Grenze ab der Einmündung des Siepens dem Wiebach in Richtung Wupper folgte, liegt die Spekulation nahe, auch die Landwehr sei dem Bach am südlichen Ufer bis zur Wupper gefolgt. Es gibt aber bislang weder urkundliche noch archäologische Belege, die diese Vermutung stützen können. Der als Bodendenkmal geschützte Wall überquert wenige Meter nach dessen Beginn einen Waldweg, verläuft ca. 200 Meter unmittelbar am Landwehrsiepen entlang durch den Wald und mündet in einer Weide oberhalb des Hofes Kirschsiepen, auf der der Wall naturgemäß eingeebnet wurde. Im gedachten weiteren Verlauf oberhalb der Weide kreuzt er eine kleine Anliegerstraße zwischen Radevormwald und Hückeswagen, auf die wir gleich noch näher eingehen werden. Engels berichtet noch von einer Wallhecke, die vom Waldrand über die Weide auf die Straße zugestrebt ist. Auch der Landwehrsiepen entspringt auf dieser Weide. Auffallend ist beim Übergang vom Wald in die Weide das Vorhandensein eines weiteren kurzen, aber hohen Walls, der im spitzen Winkel auf die Landwehr zuläuft und diese auf der Weide theoretisch schneiden würde. Auch erscheinen südlich davon die Geländeformen mit drei absolut parallel verlaufenden Quellsiefen und den gleichmäßigen Erhebungen dazwischen als unnatürlich. Der zweite Wall und womöglich die Geländeformen sind wohl Teil eines besonders gesicherten Landwehrdurchgangs, auf dem heute die kleine Anliegerstraße verläuft. Im Mittelalter war der kleine Weg die Hauptverbindung zwischen den beiden Orten Radevormwald und Hückeswagen und, wie der Name des nahen Weilers Herweg auf Hückeswagener Seite belegt, ein Handels- und Heerweg. Die heutige Bundesstraße 483, die im südlichen Bereich teilweise auf dem alten Heerweg verläuft, umgeht heute diesen Abschnitt der Altstraße aber in östlicher Richtung, so dass der Landwehrdurchgang im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Durchgängen nicht durch eine breite moderne Straßenführung überbaut wurde. So hat sich hier abseits der modernen Verkehrströme noch gut die umfangreiche Sicherung des Landwehrdurchgangs mit seinen zahlreichen, sternförmig in alle Richtungen abgehenden oder die Wege begleitenden Wällen erhalten. Das dieser Durchgang einen Schlagbaum besaß, belegt die Flur Am Schlagbaum, die östlich an den Durchgang angrenzt. Östlich der Straße setzt sich der Wall der Landwehr zunächst mehr als Geländestufe, dann aber nach wenigen Dutzend Metern gut erkennbar durch den Wald fort und verläuft am Waldrand entlang eines Feldes. Mit dem Ende des Walds geht die Landwehr eingeebnet in das Feld über und läuft im spitzen Winkel auf die heute Bundesstraße 483 bei dem Flecken Marke zu, wo sie unkenntlich die Straße überquert. Das der Ortsname Marke, der von dem mhd. Wort marc, march (= Grenze) abstammt und auch in Form des Begriffs Grenzmark geläufig ist, auf die Landwehr oder die durch sie geschützte Grenze zurückzuführen ist, darf man wohl getrost annehmen. Da auch jenseits der Bundestraße Felder sind, ist der Verlauf auf der südlichen Seite nicht direkt erkennbar. Ein Blick auf eine Karte gibt schnell den entscheidenden Hinweis: Ein Siepen namens Rothlingsbeek, der in einem schmalen bewachsenen Geländestreifen in östliche Richtung verläuft, ist als Landwehrtrasse leicht zu identifizieren. Zum Beweis finden sich im angrenzenden Wäldchen (und dort an dessen östlichen Rand) im Bereich des Siepens oberhalb der Quelle auf ca. 15-20 Meter Länge gut erkennbare Reste des kurvigen Walls. Im sumpfigen Siepen selbst ist ein Wall nur ansatzweise oder gar nicht erkennbar, wozu auch die Anlage eines Fischteiches und einer Hütte beigetragen hat. Der Siepen mündet im Scheuerbach, die Landwehr überwand das Gewässer und setzte sich in Ost-Nord-Ost Richtung den Hang des Röthlingsbergs hinauf fort. Im Hang ist der Wall schon wenige Meter hinter dem Scheuerbach sehr gut zu erkennen und bald mehr als einen Meter hoch. Es hat auch den Anschein, als ob es sich an dieser Stelle um einen Doppelwall gehandelt haben könnte, wobei der zweite Wall heute - falls dem tatsächlich so war - bis beinahe zur Unkenntlichkeit verschliffen ist. Gut erkennbar jedenfalls ist nur ein einzelner Wall, der sich durch den Wald zieht und abrupt von einem breiten Waldweg durchbrochen wird. Diese Waldweg ist für die Belange der modernen Forstwirtschaft unlängst verbreitert worden, wobei ausgerechnet in Höhe des Walls wohl mittels schweren Maschinen die vom Weg weggeschobene Erde seitlich aufgehäuft wurde. Hinter dem Waldweg macht die Landwehr einen Richtungswechsel nach Südosten, setzt sich aber auch hier als deutlicher Wall fort. Von dieser Stelle an ist die Landwehr auch Stadtgrenze zwischen Radevormwald und Hückeswagen, die anliegende östliche Flur trägt den bezeichnenden Namen An der Landwehr. Auffallend ist, dass der Wall auch hier nicht geradlinig verläuft, sondern sich in kleinsten Kurven durch den Wald windet, obwohl das Gelände einen solchen Verlauf nicht erzwingt. Nach ca. 250 Metern wendet sich der Landwehrwall nach Süden, verläuft dort weitere 250 Meter durch den Wald und wendet sich scharf nach Westen um dem kleinen Bruchfelder Siefen zu überqueren, der den Wall kurz unterbricht. Hinter dem Siefen wendet sie sich wieder nach Süden, überquert einen schmalen Waldweg und verläuft an der östlichen Flanke des Scheuerbergs in Richtung Lichteneichen bzw. Stoote. Wenige Metern hinter dem Waldweg zweigt ein zweiter Wall in westlicher Richtung ab, wendet sich anschließend ebenfalls nach Süden und endet nach 200-300 Metern an einer Weide. Dieser Abzweig wird in der Literatur bislang noch nicht erwähnt und verdient daher später eine gesonderte Betrachtung. Die Hauptlinie veräuft derweil parallel westlich des Waldwegs auf die selbe Weide zu, wo der Wall am Waldrand in Höhe von Hönderbruch endet. Von Hönderbruch bis Stoote an der Bevertalsperre fällt das Gelände ab. Die nun folgenden Weideflächen und Felder werden nur von zwei kleinen Wäldchen unterbrochen, aber weder in diesen noch auf den agrarisch genutzten Flächen sind mir Landwehrreste bekannt. Auf Luftaufnahmen aus den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts lässt sich vermutlich der Verlauf über die kurze Weide ab dem Waldrand als Geländemerkmal noch nachvollziehen. Ob die Landwehr nun in direkter Line auf Stoote zulief oder der heutigen Stadtgrenze, die zunächst einen kleinen Bogen nach Westen schlägt und sich dann Richtung Stoote wendet, folgte, bleibt zunächst unklar. Bei der Stooter Mühle überquerte die Landwehr jedenfalls die Bever und zog sich den gegenüberliegenden Hang hinauf. Die Bever war hier die Grenze zu dem bergischen Amt Steinbach, so dass aufgrund der anderen Quellenlage nun häufig von einer eigenen Landwehrlinie Stoote-Horpetal die Rede ist. Nach Engels ist sie aber zweifelsfrei die Fortführung der Landwehrlinie Ispingrade-Stoote. Der Grund des Bevertals ist nun von der Bevertalsperre überflutet, aber zwischen einen Waldweg am Südufer und der darauf folgenden Höhe ist die Landwehr als deutlich ausgepägter, nach Süden verlaufender und am Waldrand endender Doppelwall sehr gut zu erkennen. Auf der Höhe ist ein Weg zwischen den beiden Wällen angelegt worden, der den westlichen Wall kurz darauf druchbricht. Im anschließenden Feld westlich von Müllensiepen verschwindet der Doppelwall in einem Feld, wobei Engels zumindest einen Wall 1938 noch ca. 110 Meter links eines Wegs weiter folgen konnte. Später wurde der Wall wie auch der Weg im Feld spurlos untergeflügt. Der exakte weitere Verlauf ist mir aus eigener Anschauung zum Großteil noch unbekannt. Das amtliche Verzeichnis der Landwehren im Amt Steinbach von 1772 gibt über den groben Verlauf Aufschluss. Demnach verlief sie folgendermaßen: Stooter Busch, Müllensieper Busch, Breitenweg, Piefershaus-Siepen, Lütgenauerer Bach, Hasenburger Büsche, Stepgenshoffs Busch, Weyerhoffs Busch, Neyer und Löher Vikarienbüsche, Fuschsiepen, Wilhlem Kausemann Heidenbickenbusch, Birkensche Wiesen (Kausemannsbirken), Lütgenauer Fußsteg am Neyefluß, Kleinblumberger Büsche, Landstraße (heute Wanderweg), Hambüchener Kirchweg, Krautwiese, Hallesbicker Feld (heute Hassebick), Voßkuhler Hof, Hönnigebach, Wupper, Weiher des Gerichtsschreibers Fuhr, Stillinghauser Grund, Rönsahler Landstraße (heute die Stillinghauser Straße in Wipperfürth), Stillinghauser Büsche, Nagelsbücheler Felder, Vosbach, Scherkenbacher Grund, Voshofer Feld, Fasenbachs Wiese, Oelchens Weiher, Oehlchens Wiese, Sonnenberger Wiese, Alter Weiher bei Sommerhaus, Voshofer Busch, Bommerhauser Feld, Stüttener Büsche, Grassser Hof (heute Graben), Wald "in der breiten Heid", Oberkemmerischer Feld, Dörrenbacher Wiese, Bühlstal, Sülztal, Hammer des Wilh. Frielingsdorf (1769), Brochhagener Büsche, Felder Wiese, Felser Busch, Müllerhofer Busch, Sülz, Hammachers Scheune, Wendelin Brochhagens Feld, Brochhagener Mühlenschlacht, Holler Busch, Holler Wiese, Holler Feld, Rübiger Büsche, Büsche von Weyer, Labicker Gründe, Schlagbaum an der Fuhrstraße (Lindlar-Horpe-Remshagen), Horper Wiese, Horper Siefen. Text wird fortgesetzt ... === Bilder === [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 18.jpg|mini|400px|links|Der Wall im Wiebachtal vor Ispingrade. Am Bach brichte er abrupt ab. Die Fotografie wurde von dem Waldweg gemacht, der den Wall unterbricht]] [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 13.jpg|mini|400px|Am Landwehrsiepen hat der Waldbesitzer bei den Aufräumarbeiten nach dem Sturm Kyrill das Bruchholz einfach in den Graben und gegen den Wall schieben lassen. Durch solcherart gedankenlosen Vandalismus gehen die Spuren unserer Kulturgeschichte mehr und mehr verloren]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 09.jpg|mini|400px|links|Hier waren es Naturgewalten in Form des Sturms Kyrill, die den Schaden am Landwehrsiepen anrichteten]] [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 08.jpg|mini|400px|Fallen die Bäume um, reißen die Wurzelballen große Stücke aus dem Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 09.jpg|mini|400px|links|Hier waren es Naturgewalten in Form des Sturms Kyrill, die den Schaden am Landwehrsiepen anrichteten]] [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 08.jpg|mini|400px|Fallen die Bäume um, reißen die Wurzelballen große Stücke aus dem Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Kirchsiepen.jpg|mini|400px|links|(c) Bezirksregierung Köln Abteilung GEObasis.nrw<br /><br />Die DGK5 zeigt die Situation am Kirschsiepener Landwehrdurchgang. Die Landwehr ist östlich der Straße als Wall deutlich eingezeichnet, aber nicht westlich davon am Landwehrsiepen, obwohl er genau so ausgeprägt am Waldrand wieder einsetzt. Wälle begleiten am Durchgang die Altstraße und sicherten sie zu beiden Seiten. Der Zweck des eingezeichneten Walls in südwestliche Richtung muss noch geklärt werden. Vermutlich begleitete er eine von dort kommende Straße. Nicht eingezeichnet sind die parallelen, in Nord-Süd führenden Strukturen westlich des Durchgangs (wohl aber die Wasserläufe in den Gräben dazwischen) und der auf die Landwehr spitz zulaufende Wall quer dazu]] [[Datei:Zwischen Landwehr und Schlagbaum 01.jpg|mini|400px|Nahaufnahme der parallelen, in Nord-Süd Richtung auf die Landwehr zuführenden Strukturen westlich des Durchgangs. Zwischen den breiten Erhebungen die Rinnsale]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Befestigungen Schlagbaum Kirchsiepen 01.jpg|mini|300px|links|Der die Straße begleitende Wall Richtung Norden]] [[Datei:Befestigungen Schlagbaum Kirchsiepen 02.jpg|mini|300px|Und der die Straße begleitende Doppelwall in Gegenrichtung]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marke-Kirchsiepen 12.jpg|mini|300px|links|Vom Durchgang führt die Landwehr nach Osten durch die Flur Am Schlagbaum erst als Geländestufe...]] [[Datei:Marke-Kirchsiepen 04.jpg|mini|300px|... dann als ausgeprägter Wall am Waldrand weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marke-Kirchsiepen 06.jpg|mini|400px|links|Hier waren es Naturgewalten in Form des Sturms Kyrill, die den Schaden am Landwehrsiepen anrichteten]] [[Datei:Marke-Kirchsiepen 02.jpg|mini|400px|Hier läuft der Wall vor dem Feld allmählich aus. In gedachter Richtung des Walls liegt der "Grenzort" Marke]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönderbruch-Marke 55.jpg|mini|300px|links|Etwas verschliffen wendet sich der Wall östlich von Marke dem Siefen Rothlingsbeek zu ...]] [[Datei:Hönderbruch-Marke 48.jpg|mini|300px|... und steigt jenseits des Scheuerbachs wieder an]] <br style="clear:both" /> <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönderbruch-Marke 40.jpg|mini|300px|links|Gut erkennbarer Wall an der Flur ''An der Landwehr'']] [[Datei:Hönderbruch-Marke 34.jpg|mini|300px|Die Landwehr ist an dieser Stelle heute Grenze zwischen Radevormwald und Hückeswagen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönderbruch-Marke 16.jpg|mini|400px|links|Vor ...]] [[Datei:Hönderbruch-Marke 13.jpg|mini|400px|... und nach dem Bruchfelder Siefen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönderbruch-Marke 08.jpg|mini|300px|links|In der rechten Bildmitte zweigt der bislang undokumentierte Wall nach Westen ab]] [[Datei:Hönderbruch-Marke 08.jpg|mini|300px|Bald darauf endet der Wall in Höhe Hönderbruch an einer Weide. Der genaue Verlauf bis zur Bever ist mir bislang nicht bekannt]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Müllensiepen 09.JPG|mini|300px|links|Südlich der Bever nahe Müllersiepen setzt sich die Landwehr als Doppelwall fort]] [[Datei:Bei Müllensiepen 02.JPG|mini|300px|Auf der Höhenlagen ist sie hervorragend erhalten. Das Bild zeigt einen der beiden Wälle, links davon ein Wirtschaftsweg und links von dem Weg der zweite Wall (nicht im Bild). Kurz darauf enden beide Wälle an einem Feld, das während dieser Aufnahmen samt Weg gerade vollständig gepflügt wurde (ein Wall war aber bereits zuvor nicht mehr dort vorthanden)]] <br style="clear:both" /> [[Datei:K13 (Löher Heide) 06.JPG|mini|400px|links|Mir sind weitere Wälle erst wieder zu beiden Seiten der Kreisstraße 13 in der Löher Heide zwischen Schneppenstock und Schäferslöh bekannt]] [[Datei:K13 (Löher Heide) 07.JPG|mini|400px|Der Wall erreicht eine stattliche Höhe von über einem Meter]] <br style="clear:both" /> === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1835 * Vermessungskarte des Johann Arnold Buchholz === Quellen === * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Marken, usr. Nr.14: Amtliches Verzeichnis der Landwehren im Amt Steinbach von 1772 === Weblinks === </div> </div> 17553dc54316680d54721d7f719f0b932238d0db 383 382 2015-01-04T21:21:53Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom südlichen Radevormwald bei Ispingrade nach Süden über Wipperfürth und Lindlar bis in das Horpetal kurz vor Engelskirchen verlaufend. === Einführung === Die Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal, die in der Literatur aufgrund der Überschreitung von altbergischem Amtsgrenzen auch oft in die Landwehrlinien Ispingrade-Stoote und Stoote-Horpetal künstlich aufgeteilt wird, bildet eine Landwehr, die zwar mehr oder weniger parallel zu der bergischen-märkischen Grenze (bzw. der Grenze zwischen Berg und der Herschaft Gimborn) angelegt wurde, aber bis zu zehn Kilometer im Landesinneren hinter der Territorialgrenze und den dortigen Landwehrlinien verläuft. Sie ist bislang nur abschnittsweise einer eigenen direkten Grenzziehung zuzuordnen und könnte nach Meinung einiger Forscher eine zurückgenommene, zweite Schutzlinie für das bergische Kernland gewesen sein. Abschnitte der Landwehrlinie sind aber nachweislich nach Gebietserweiterungen von einer Außengrenze des bergischen Territoriums zu einer Binnenlandwehr geworden. === Geodaten === Der Verlauf der Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Ispingrade-Horpetal.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. === Beschreibung === Diese Landwehr ist im Abschnitt Ispingrade-Stoote in einer Akte der bergischen Hofkammer von 1801/02 erwähnt und wird mit einem Ausmaß von 9,5 Morgen und 23,75 Ruthen angegeben. Dieses schmale Flurstück, das nach Angaben seines Pächters nur zur Gewinnung von Einstreu taugen würde, war in dieser Zeit an einen Philip Bockhacker zu Herweg verpachtet. Als 1809 das Stück an Bockhacker neu verpachtet werden sollte, bekam dieser die Auflage, es auf eigene Kosten vermessen zu lassen. So entstand eine detailierte Verlaufskarte des Herweger Landvermessers Johann Arnold Buchholz, die sich heute im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf befindet. Der erste physische Nachweis der Landwehrlinie gelingt im Wiebachtal östlich des Radevormwalder Weilers Ispingrade. Ein erkennbarer Einzelwall endet dort abrupt an der südlichen Steilkante des Bachlaufs, der erkennbar Material des Erdwerks abgetragen und fortgepült hat. Genau an diesem Punkt mündet ein Rinnsal mit dem bezeichnenden Namen Landwehrsiepen in den Wiebach. Dieser Siepen war Grenzgewässer zwischen der bis 1260 unabhängigen Grafschaft Hückeswagen und dem kurkölnischen Radevormwalder Gebiet und nach Erwerb der Hückeswagener Grafschaft durch Berg die Grenze zwischen dem bergischen Amt Bornefeld-Hückeswagen und dem 1301 ebenfalls von Berg annektierten Radevormwald. Radevormwald wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts schließlich Bestandteil des neu gegründeten Amtes Beyenburg. So verwundert es nicht, dass der erkennbare Landwehrwall am Siepen entlang dieser alten Territorialgrenze folgte, die aber später unter bergischer Herrschaft zu einer inneren Amtsgrenze herabgestuft wurde. Da in Gegenrichtung diese Grenze ab der Einmündung des Siepens dem Wiebach in Richtung Wupper folgte, liegt die Spekulation nahe, auch die Landwehr sei dem Bach am südlichen Ufer bis zur Wupper gefolgt. Es gibt aber bislang weder urkundliche noch archäologische Belege, die diese Vermutung stützen können. Der als Bodendenkmal geschützte Wall überquert wenige Meter nach dessen Beginn einen Waldweg, verläuft ca. 200 Meter unmittelbar am Landwehrsiepen entlang durch den Wald und mündet in einer Weide oberhalb des Hofes Kirschsiepen, auf der der Wall naturgemäß eingeebnet wurde. Im gedachten weiteren Verlauf oberhalb der Weide kreuzt er eine kleine Anliegerstraße zwischen Radevormwald und Hückeswagen, auf die wir gleich noch näher eingehen werden. Engels berichtet noch von einer Wallhecke, die vom Waldrand über die Weide auf die Straße zugestrebt ist. Auch der Landwehrsiepen entspringt auf dieser Weide. [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 18.jpg|mini|400px|links|Der Wall im Wiebachtal vor Ispingrade. Am Bach brichte er abrupt ab. Die Fotografie wurde von dem Waldweg gemacht, der den Wall unterbricht]] [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 13.jpg|mini|400px|Am Landwehrsiepen hat der Waldbesitzer bei den Aufräumarbeiten nach dem Sturm Kyrill das Bruchholz einfach in den Graben und gegen den Wall schieben lassen. Durch solcherart gedankenlosen Vandalismus gehen die Spuren unserer Kulturgeschichte mehr und mehr verloren]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 09.jpg|mini|400px|links|Hier waren es Naturgewalten in Form des Sturms Kyrill, die den Schaden am Landwehrsiepen anrichteten]] [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 08.jpg|mini|400px|Fallen die Bäume um, reißen die Wurzelballen große Stücke aus dem Wall]] <br style="clear:both" /> Auffallend ist beim Übergang vom Wald in die Weide das Vorhandensein eines weiteren kurzen, aber hohen Walls, der im spitzen Winkel auf die Landwehr zuläuft und diese auf der Weide theoretisch schneiden würde. Auch erscheinen südlich davon die Geländeformen mit drei absolut parallel verlaufenden Quellsiefen und den gleichmäßigen Erhebungen dazwischen als unnatürlich. Der zweite Wall und womöglich die Geländeformen sind wohl Teil eines besonders gesicherten Landwehrdurchgangs, auf dem heute die kleine Anliegerstraße verläuft. Im Mittelalter war der kleine Weg die Hauptverbindung zwischen den beiden Orten Radevormwald und Hückeswagen und, wie der Name des nahen Weilers Herweg auf Hückeswagener Seite belegt, ein Handels- und Heerweg. [[Datei:Kirchsiepen.jpg|mini|400px|links|(c) Bezirksregierung Köln Abteilung GEObasis.nrw<br /><br />Die DGK5 zeigt die Situation am Kirschsiepener Landwehrdurchgang. Die Landwehr ist östlich der Straße als Wall deutlich eingezeichnet, aber nicht westlich davon am Landwehrsiepen, obwohl er genau so ausgeprägt am Waldrand wieder einsetzt. Wälle begleiten am Durchgang die Altstraße und sicherten sie zu beiden Seiten. Der Zweck des eingezeichneten Walls in südwestliche Richtung muss noch geklärt werden. Vermutlich begleitete er eine von dort kommende Straße. Nicht eingezeichnet sind die parallelen, in Nord-Süd führenden Strukturen westlich des Durchgangs (wohl aber die Wasserläufe in den Gräben dazwischen) und der auf die Landwehr spitz zulaufende Wall quer dazu]] [[Datei:Zwischen Landwehr und Schlagbaum 01.jpg|mini|400px|Nahaufnahme der parallelen, in Nord-Süd Richtung auf die Landwehr zuführenden Strukturen westlich des Durchgangs. Zwischen den breiten Erhebungen die Rinnsale]] <br style="clear:both" /> Die heutige Bundesstraße 483, die im südlichen Bereich teilweise auf dem alten Heerweg verläuft, umgeht heute diesen Abschnitt der Altstraße aber in östlicher Richtung, so dass der Landwehrdurchgang im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Durchgängen nicht durch eine breite moderne Straßenführung überbaut wurde. So hat sich hier abseits der modernen Verkehrströme noch gut die umfangreiche Sicherung des Landwehrdurchgangs mit seinen zahlreichen, sternförmig in alle Richtungen abgehenden oder die Wege begleitenden Wällen erhalten. Das dieser Durchgang einen Schlagbaum besaß, belegt die Flur Am Schlagbaum, die östlich an den Durchgang angrenzt. [[Datei:Befestigungen Schlagbaum Kirchsiepen 01.jpg|mini|300px|links|Der die Straße begleitende Wall Richtung Norden]] [[Datei:Befestigungen Schlagbaum Kirchsiepen 02.jpg|mini|300px|Und der die Straße begleitende Doppelwall in Gegenrichtung]] <br style="clear:both" /> Östlich der Straße setzt sich der Wall der Landwehr zunächst mehr als Geländestufe, dann aber nach wenigen Dutzend Metern gut erkennbar durch den Wald fort und verläuft am Waldrand entlang eines Feldes. Mit dem Ende des Walds geht die Landwehr eingeebnet in das Feld über und läuft im spitzen Winkel auf die heute Bundesstraße 483 bei dem Flecken Marke zu, wo sie unkenntlich die Straße überquert. Das der Ortsname Marke, der von dem mhd. Wort marc, march (= Grenze) abstammt und auch in Form des Begriffs Grenzmark geläufig ist, auf die Landwehr oder die durch sie geschützte Grenze zurückzuführen ist, darf man wohl getrost annehmen. Da auch jenseits der Bundestraße Felder sind, ist der Verlauf auf der südlichen Seite nicht direkt erkennbar. Ein Blick auf eine Karte gibt schnell den entscheidenden Hinweis: Ein Siepen namens Rothlingsbeek, der in einem schmalen bewachsenen Geländestreifen in östliche Richtung verläuft, ist als Landwehrtrasse leicht zu identifizieren. Zum Beweis finden sich im angrenzenden Wäldchen (und dort an dessen östlichen Rand) im Bereich des Siepens oberhalb der Quelle auf ca. 15-20 Meter Länge gut erkennbare Reste des kurvigen Walls. Im sumpfigen Siepen selbst ist ein Wall nur ansatzweise oder gar nicht erkennbar, wozu auch die Anlage eines Fischteiches und einer Hütte beigetragen hat. [[Datei:Marke-Kirchsiepen 12.jpg|mini|300px|links|Vom Durchgang führt die Landwehr nach Osten durch die Flur Am Schlagbaum erst als Geländestufe...]] [[Datei:Marke-Kirchsiepen 04.jpg|mini|300px|... dann als ausgeprägter Wall am Waldrand weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marke-Kirchsiepen 06.jpg|mini|400px|links|Hier waren es Naturgewalten in Form des Sturms Kyrill, die den Schaden am Landwehrsiepen anrichteten]] [[Datei:Marke-Kirchsiepen 02.jpg|mini|400px|Hier läuft der Wall vor dem Feld allmählich aus. In gedachter Richtung des Walls liegt der "Grenzort" Marke]] <br style="clear:both" /> Der Siepen mündet im Scheuerbach, die Landwehr überwand das Gewässer und setzte sich in Ost-Nord-Ost Richtung den Hang des Röthlingsbergs hinauf fort. Im Hang ist der Wall schon wenige Meter hinter dem Scheuerbach sehr gut zu erkennen und bald mehr als einen Meter hoch. Es hat auch den Anschein, als ob es sich an dieser Stelle um einen Doppelwall gehandelt haben könnte, wobei der zweite Wall heute - falls dem tatsächlich so war - bis beinahe zur Unkenntlichkeit verschliffen ist. Gut erkennbar jedenfalls ist nur ein einzelner Wall, der sich durch den Wald zieht und abrupt von einem breiten Waldweg durchbrochen wird. Diese Waldweg ist für die Belange der modernen Forstwirtschaft unlängst verbreitert worden, wobei ausgerechnet in Höhe des Walls wohl mittels schweren Maschinen die vom Weg weggeschobene Erde seitlich aufgehäuft wurde. [[Datei:Hönderbruch-Marke 55.jpg|mini|300px|links|Etwas verschliffen wendet sich der Wall östlich von Marke dem Siefen Rothlingsbeek zu ...]] [[Datei:Hönderbruch-Marke 48.jpg|mini|300px|... und steigt jenseits des Scheuerbachs wieder an]] <br style="clear:both" /> Hinter dem Waldweg macht die Landwehr einen Richtungswechsel nach Südosten, setzt sich aber auch hier als deutlicher Wall fort. Von dieser Stelle an ist die Landwehr auch Stadtgrenze zwischen Radevormwald und Hückeswagen, die anliegende östliche Flur trägt den bezeichnenden Namen An der Landwehr. Auffallend ist, dass der Wall auch hier nicht geradlinig verläuft, sondern sich in kleinsten Kurven durch den Wald windet, obwohl das Gelände einen solchen Verlauf nicht erzwingt. Nach ca. 250 Metern wendet sich der Landwehrwall nach Süden, verläuft dort weitere 250 Meter durch den Wald und wendet sich scharf nach Westen um dem kleinen Bruchfelder Siefen zu überqueren, der den Wall kurz unterbricht. Hinter dem Siefen wendet sie sich wieder nach Süden, überquert einen schmalen Waldweg und verläuft an der östlichen Flanke des Scheuerbergs in Richtung Lichteneichen bzw. Stoote. Wenige Metern hinter dem Waldweg zweigt ein zweiter Wall in westlicher Richtung ab, wendet sich anschließend ebenfalls nach Süden und endet nach 200-300 Metern an einer Weide. Dieser Abzweig wird in der Literatur bislang noch nicht erwähnt und verdient daher später eine gesonderte Betrachtung. Die Hauptlinie veräuft derweil parallel westlich des Waldwegs auf die selbe Weide zu, wo der Wall am Waldrand in Höhe von Hönderbruch endet. [[Datei:Hönderbruch-Marke 40.jpg|mini|300px|links|Gut erkennbarer Wall an der Flur ''An der Landwehr'']] [[Datei:Hönderbruch-Marke 34.jpg|mini|300px|Die Landwehr ist an dieser Stelle heute Grenze zwischen Radevormwald und Hückeswagen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönderbruch-Marke 16.jpg|mini|400px|links|Vor ...]] [[Datei:Hönderbruch-Marke 13.jpg|mini|400px|... und nach dem Bruchfelder Siefen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönderbruch-Marke 08.jpg|mini|300px|links|In der rechten Bildmitte zweigt der bislang undokumentierte Wall nach Westen ab]] [[Datei:Hönderbruch-Marke 06.jpg|mini|300px|Bald darauf endet der Wall in Höhe Hönderbruch an einer Weide. Der genaue Verlauf bis zur Bever ist mir bislang nicht bekannt]] <br style="clear:both" /> Von Hönderbruch bis Stoote an der Bevertalsperre fällt das Gelände ab. Die nun folgenden Weideflächen und Felder werden nur von zwei kleinen Wäldchen unterbrochen, aber weder in diesen noch auf den agrarisch genutzten Flächen sind mir Landwehrreste bekannt. Auf Luftaufnahmen aus den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts lässt sich vermutlich der Verlauf über die kurze Weide ab dem Waldrand als Geländemerkmal noch nachvollziehen. Ob die Landwehr nun in direkter Line auf Stoote zulief oder der heutigen Stadtgrenze, die zunächst einen kleinen Bogen nach Westen schlägt und sich dann Richtung Stoote wendet, folgte, bleibt zunächst unklar. Bei der Stooter Mühle überquerte die Landwehr jedenfalls die Bever und zog sich den gegenüberliegenden Hang hinauf. Die Bever war hier die Grenze zu dem bergischen Amt Steinbach, so dass aufgrund der anderen Quellenlage nun häufig von einer eigenen Landwehrlinie Stoote-Horpetal die Rede ist. Nach Engels ist sie aber zweifelsfrei die Fortführung der Landwehrlinie Ispingrade-Stoote. Der Grund des Bevertals ist nun von der Bevertalsperre überflutet, aber zwischen einen Waldweg am Südufer und der darauf folgenden Höhe ist die Landwehr als deutlich ausgepägter, nach Süden verlaufender und am Waldrand endender Doppelwall sehr gut zu erkennen. Auf der Höhe ist ein Weg zwischen den beiden Wällen angelegt worden, der den westlichen Wall kurz darauf druchbricht. Im anschließenden Feld westlich von Müllensiepen verschwindet der Doppelwall in einem Feld, wobei Engels zumindest einen Wall 1938 noch ca. 110 Meter links eines Wegs weiter folgen konnte. Später wurde der Wall wie auch der Weg im Feld spurlos untergeflügt. [[Datei:Bei Müllensiepen 09.JPG|mini|300px|links|Südlich der Bever nahe Müllersiepen setzt sich die Landwehr als Doppelwall fort]] [[Datei:Bei Müllensiepen 02.JPG|mini|300px|Auf der Höhenlagen ist sie hervorragend erhalten. Das Bild zeigt einen der beiden Wälle, links davon ein Wirtschaftsweg und links von dem Weg der zweite Wall (nicht im Bild). Kurz darauf enden beide Wälle an einem Feld, das während dieser Aufnahmen samt Weg gerade vollständig gepflügt wurde (ein Wall war aber bereits zuvor nicht mehr dort vorthanden)]] <br style="clear:both" /> Der exakte weitere Verlauf ist mir aus eigener Anschauung zum Großteil noch unbekannt. Das amtliche Verzeichnis der Landwehren im Amt Steinbach von 1772 gibt über den groben Verlauf Aufschluss. Demnach verlief sie folgendermaßen: Stooter Busch, Müllensieper Busch, Breitenweg, Piefershaus-Siepen, Lütgenauerer Bach, Hasenburger Büsche, Stepgenshoffs Busch, Weyerhoffs Busch, Neyer und Löher Vikarienbüsche, Fuschsiepen, Wilhlem Kausemann Heidenbickenbusch, Birkensche Wiesen (Kausemannsbirken), Lütgenauer Fußsteg am Neyefluß, Kleinblumberger Büsche, Landstraße (heute Wanderweg), Hambüchener Kirchweg, Krautwiese, Hallesbicker Feld (heute Hassebick), Voßkuhler Hof, Hönnigebach, Wupper, Weiher des Gerichtsschreibers Fuhr, Stillinghauser Grund, Rönsahler Landstraße (heute die Stillinghauser Straße in Wipperfürth), Stillinghauser Büsche, Nagelsbücheler Felder, Vosbach, Scherkenbacher Grund, Voshofer Feld, Fasenbachs Wiese, Oelchens Weiher, Oehlchens Wiese, Sonnenberger Wiese, Alter Weiher bei Sommerhaus, Voshofer Busch, Bommerhauser Feld, Stüttener Büsche, Grassser Hof (heute Graben), Wald "in der breiten Heid", Oberkemmerischer Feld, Dörrenbacher Wiese, Bühlstal, Sülztal, Hammer des Wilh. Frielingsdorf (1769), Brochhagener Büsche, Felder Wiese, Felser Busch, Müllerhofer Busch, Sülz, Hammachers Scheune, Wendelin Brochhagens Feld, Brochhagener Mühlenschlacht, Holler Busch, Holler Wiese, Holler Feld, Rübiger Büsche, Büsche von Weyer, Labicker Gründe, Schlagbaum an der Fuhrstraße (Lindlar-Horpe-Remshagen), Horper Wiese, Horper Siefen. Text wird fortgesetzt ... [[Datei:K13 (Löher Heide) 06.JPG|mini|400px|links|Mir sind weitere Wälle erst wieder zu beiden Seiten der Kreisstraße 13 in der Löher Heide zwischen Schneppenstock und Schäferslöh bekannt]] [[Datei:K13 (Löher Heide) 07.JPG|mini|400px|Der Wall erreicht eine stattliche Höhe von über einem Meter]] <br style="clear:both" /> === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1835 * Vermessungskarte des Johann Arnold Buchholz === Quellen === * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Marken, usr. Nr.14: Amtliches Verzeichnis der Landwehren im Amt Steinbach von 1772 === Weblinks === </div> </div> d7e8e4a4c9e6ed34af63c7a4ef56bd1210a53316 384 383 2015-01-05T21:43:48Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Vom südlichen [https://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Ispingrade Ispingrade] nach Süden über [https://de.wikipedia.org/wiki/Wipperf%C3%BCrth Wipperfürth] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Lindlar Lindlar] bis in das Horpetal kurz vor [https://de.wikipedia.org/wiki/Engelskirchen Engelskirchen] verlaufend. === Einführung === Die Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal, die in der Literatur aufgrund der Überschreitung von altbergischem Amtsgrenzen auch oft in die Landwehrlinien Ispingrade-Stoote und Stoote-Horpetal künstlich aufgeteilt wird, bildet eine Landwehr, die zwar mehr oder weniger parallel zu der bergischen-märkischen Grenze (bzw. der Grenze zwischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Berg Berg] und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Gimborn Grafschaft Gimborn]) angelegt wurde, aber bis zu zehn Kilometer im Landesinneren hinter der Territorialgrenze und den dortigen Landwehrlinien verläuft. Sie ist bislang nur abschnittsweise einer eigenen direkten Grenzziehung zuzuordnen und könnte nach Meinung einiger Forscher eine zurückgenommene, zweite Schutzlinie für das bergische Kernland gewesen sein. Abschnitte der Landwehrlinie sind aber nachweislich nach Gebietserweiterungen von einer Außengrenze des bergischen Territoriums zu einer Binnenlandwehr geworden. === Geodaten === Der Verlauf der Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Ispingrade-Horpetal.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. === Beschreibung === Diese Landwehr ist im Abschnitt Ispingrade-Stoote in einer Akte der bergischen Hofkammer von 1801/02 erwähnt und wird mit einem Ausmaß von 9,5 Morgen und 23,75 Ruthen angegeben. Dieses schmale Flurstück, das nach Angaben seines Pächters nur zur Gewinnung von Einstreu taugen würde, war in dieser Zeit an einen Philip Bockhacker zu [https://de.wikipedia.org/wiki/Herweg_%28H%C3%BCckeswagen%29 Herweg] verpachtet. Als 1809 das Stück an Bockhacker neu verpachtet werden sollte, bekam dieser die Auflage, es auf eigene Kosten vermessen zu lassen. So entstand eine detailierte Verlaufskarte des Herweger Landvermessers Johann Arnold Buchholz, die sich heute im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf befindet. Der erste physische Nachweis der Landwehrlinie gelingt im [https://de.wikipedia.org/wiki/Wiebach Wiebachtal] östlich des Radevormwalder Weilers Ispingrade. Ein erkennbarer Einzelwall endet dort abrupt an der südlichen Steilkante des Bachlaufs, der erkennbar Material des Erdwerks abgetragen und fortgepült hat. Genau an diesem Punkt mündet ein Rinnsal mit dem bezeichnenden Namen Landwehrsiepen in den Wiebach. Dieser Siepen war Grenzgewässer zwischen der bis 1260 unabhängigen Grafschaft Hückeswagen und dem kurkölnischen Radevormwalder Gebiet und nach Erwerb der Hückeswagener Grafschaft durch Berg die Grenze zwischen dem bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_H%C3%BCckeswagen Amt Hückeswagen] und dem 1301 ebenfalls von Berg annektierten Radevormwald. Radevormwald wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts schließlich Bestandteil des neu gegründeten Amtes Beyenburg. So verwundert es nicht, dass der erkennbare Landwehrwall am Siepen entlang dieser alten Territorialgrenze folgte, die aber später unter bergischer Herrschaft zu einer inneren Amtsgrenze herabgestuft wurde. Da in Gegenrichtung diese Grenze ab der Einmündung des Siepens dem Wiebach in Richtung Wupper folgte, liegt die Spekulation nahe, auch die Landwehr sei dem Bach am südlichen Ufer bis zur Wupper gefolgt. Es gibt aber bislang weder urkundliche noch archäologische Belege, die diese Vermutung stützen können. Der als Bodendenkmal geschützte Wall überquert wenige Meter nach dessen Beginn einen Waldweg, verläuft ca. 200 Meter unmittelbar am Landwehrsiepen entlang durch den Wald und mündet in einer Weide oberhalb des Hofes [https://de.wikipedia.org/wiki/Kirschsiepen_%28H%C3%BCckeswagen%29 Kirschsiepen], auf der der Wall naturgemäß eingeebnet wurde. Im gedachten weiteren Verlauf oberhalb der Weide kreuzt er eine kleine Anliegerstraße zwischen Radevormwald und Hückeswagen, auf die wir gleich noch näher eingehen werden. Engels berichtet noch von einer Wallhecke, die vom Waldrand über die Weide auf die Straße zugestrebt ist. Auch der Landwehrsiepen entspringt auf dieser Weide. [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 18.jpg|mini|400px|links|Der Wall im Wiebachtal vor Ispingrade. Am Bach brichte er abrupt ab. Die Fotografie wurde von dem Waldweg gemacht, der den Wall unterbricht]] [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 13.jpg|mini|400px|Am Landwehrsiepen hat der Waldbesitzer bei den Aufräumarbeiten nach dem Sturm Kyrill das Bruchholz einfach in den Graben und gegen den Wall schieben lassen. Durch solcherart gedankenlosen Vandalismus gehen die Spuren unserer Kulturgeschichte mehr und mehr verloren]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 09.jpg|mini|400px|links|Hier waren es Naturgewalten in Form des Sturms Kyrill, die den Schaden am Landwehrsiepen anrichteten]] [[Datei:Kirchsiepen-Wiebach 08.jpg|mini|400px|Fallen die Bäume um, reißen die Wurzelballen große Stücke aus dem Wall]] <br style="clear:both" /> Auffallend ist beim Übergang vom Wald in die Weide das Vorhandensein eines weiteren kurzen, aber hohen Walls, der im spitzen Winkel auf die Landwehr zuläuft und diese auf der Weide theoretisch schneiden würde. Auch erscheinen südlich davon die Geländeformen mit drei absolut parallel verlaufenden Quellsiefen und den gleichmäßigen Erhebungen dazwischen als unnatürlich. Der zweite Wall und womöglich die Geländeformen sind wohl Teil eines besonders gesicherten Landwehrdurchgangs, auf dem heute die kleine Anliegerstraße verläuft. Im Mittelalter war der kleine Weg die Hauptverbindung zwischen den beiden Orten Radevormwald und [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%BCckeswagen Hückeswagen] und, wie der Name des nahen Weilers Herweg auf Hückeswagener Seite belegt, ein Handels- und Heerweg. [[Datei:Kirchsiepen.jpg|mini|400px|links|(c) Bezirksregierung Köln Abteilung GEObasis.nrw<br /><br />Die DGK5 zeigt die Situation am Kirschsiepener Landwehrdurchgang. Die Landwehr ist östlich der Straße als Wall deutlich eingezeichnet, aber nicht westlich davon am Landwehrsiepen, obwohl er genau so ausgeprägt am Waldrand wieder einsetzt. Wälle begleiten am Durchgang die Altstraße und sicherten sie zu beiden Seiten. Der Zweck des eingezeichneten Walls in südwestliche Richtung muss noch geklärt werden. Vermutlich begleitete er eine von dort kommende Straße. Nicht eingezeichnet sind die parallelen, in Nord-Süd führenden Strukturen westlich des Durchgangs (wohl aber die Wasserläufe in den Gräben dazwischen) und der auf die Landwehr spitz zulaufende Wall quer dazu]] [[Datei:Zwischen Landwehr und Schlagbaum 01.jpg|mini|400px|Nahaufnahme der parallelen, in Nord-Süd Richtung auf die Landwehr zuführenden Strukturen westlich des Durchgangs. Zwischen den breiten Erhebungen die Rinnsale]] <br style="clear:both" /> Die heutige [https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesstra%C3%9Fe_483 Bundesstraße 483], die im südlichen Bereich teilweise auf dem alten Heerweg verläuft, umgeht heute diesen Abschnitt der Altstraße aber in östlicher Richtung, so dass der Landwehrdurchgang im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Durchgängen nicht durch eine breite moderne Straßenführung überbaut wurde. So hat sich hier abseits der modernen Verkehrströme noch gut die umfangreiche Sicherung des Landwehrdurchgangs mit seinen zahlreichen, sternförmig in alle Richtungen abgehenden oder die Wege begleitenden Wällen erhalten. Das dieser Durchgang einen Schlagbaum besaß, belegt die Flur ''Am Schlagbaum'', die östlich an den Durchgang angrenzt. [[Datei:Befestigungen Schlagbaum Kirchsiepen 01.jpg|mini|300px|links|Der die Straße begleitende Wall Richtung Norden]] [[Datei:Befestigungen Schlagbaum Kirchsiepen 02.jpg|mini|300px|Und der die Straße begleitende Doppelwall in Gegenrichtung]] <br style="clear:both" /> Östlich der Straße setzt sich der Wall der Landwehr zunächst mehr als Geländestufe, dann aber nach wenigen Dutzend Metern gut erkennbar durch den Wald fort und verläuft am Waldrand entlang eines Feldes. Mit dem Ende des Walds geht die Landwehr eingeebnet in das Feld über und läuft im spitzen Winkel auf die heute Bundesstraße 483 bei dem Flecken Marke zu, wo sie unkenntlich die Straße überquert. Das der Ortsname [https://de.wikipedia.org/wiki/Marke_%28H%C3%BCckeswagen%29 Marke], der von dem mhd. Wort marc, march (= Grenze) abstammt und auch in Form des Begriffs Grenzmark geläufig ist, auf die Landwehr oder die durch sie geschützte Grenze zurückzuführen ist, darf man wohl getrost annehmen. Da auch jenseits der Bundestraße Felder sind, ist der Verlauf auf der südlichen Seite nicht direkt erkennbar. Ein Blick auf eine Karte gibt schnell den entscheidenden Hinweis: Ein Siepen namens ''Rothlingsbeek'', der in einem schmalen bewachsenen Geländestreifen in östliche Richtung verläuft, ist als Landwehrtrasse leicht zu identifizieren. Zum Beweis finden sich im angrenzenden Wäldchen (und dort an dessen östlichen Rand) im Bereich des Siepens oberhalb der Quelle auf ca. 15-20 Meter Länge gut erkennbare Reste des kurvigen Walls. Im sumpfigen Siepen selbst ist ein Wall nur ansatzweise oder gar nicht erkennbar, wozu auch die Anlage eines Fischteiches und einer Hütte beigetragen hat. [[Datei:Marke-Kirchsiepen 12.jpg|mini|300px|links|Vom Durchgang führt die Landwehr nach Osten durch die Flur Am Schlagbaum erst als Geländestufe...]] [[Datei:Marke-Kirchsiepen 04.jpg|mini|300px|... dann als ausgeprägter Wall am Waldrand weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marke-Kirchsiepen 06.jpg|mini|400px|links|Hier waren es Naturgewalten in Form des Sturms Kyrill, die den Schaden am Landwehrsiepen anrichteten]] [[Datei:Marke-Kirchsiepen 02.jpg|mini|400px|Hier läuft der Wall vor dem Feld allmählich aus. In gedachter Richtung des Walls liegt der "Grenzort" Marke]] <br style="clear:both" /> Der Siepen mündet im [https://de.wikipedia.org/wiki/Scheuerbach Scheuerbach], die Landwehr überwand das Gewässer und setzte sich in Ost-Nord-Ost Richtung den Hang des ''Röthlingsbergs'' hinauf fort. Im Hang ist der Wall schon wenige Meter hinter dem Scheuerbach sehr gut zu erkennen und bald mehr als einen Meter hoch. Es hat auch den Anschein, als ob es sich an dieser Stelle um einen Doppelwall gehandelt haben könnte, wobei der zweite Wall heute - falls dem tatsächlich so war - bis beinahe zur Unkenntlichkeit verschliffen ist. Gut erkennbar jedenfalls ist nur ein einzelner Wall, der sich durch den Wald zieht und abrupt von einem breiten Waldweg durchbrochen wird. Diese Waldweg ist für die Belange der modernen Forstwirtschaft unlängst verbreitert worden, wobei ausgerechnet in Höhe des Walls wohl mittels schweren Maschinen die vom Weg weggeschobene Erde seitlich aufgehäuft wurde. [[Datei:Hönderbruch-Marke 55.jpg|mini|300px|links|Etwas verschliffen wendet sich der Wall östlich von Marke dem Siefen Rothlingsbeek zu ...]] [[Datei:Hönderbruch-Marke 48.jpg|mini|300px|... und steigt jenseits des Scheuerbachs wieder an]] <br style="clear:both" /> Hinter dem Waldweg macht die Landwehr einen Richtungswechsel nach Südosten, setzt sich aber auch hier als deutlicher Wall fort. Von dieser Stelle an ist die Landwehr auch Stadtgrenze zwischen Radevormwald und Hückeswagen, die anliegende östliche Flur trägt den bezeichnenden Namen ''An der Landwehr''. Auffallend ist, dass der Wall auch hier nicht geradlinig verläuft, sondern sich in kleinsten Kurven durch den Wald windet, obwohl das Gelände einen solchen Verlauf nicht erzwingt. Nach ca. 250 Metern wendet sich der Landwehrwall nach Süden, verläuft dort weitere 250 Meter durch den Wald und wendet sich scharf nach Westen um dem kleinen Bruchfelder Siefen zu überqueren, der den Wall kurz unterbricht. Hinter dem Siefen wendet sie sich wieder nach Süden, überquert einen schmalen Waldweg und verläuft an der östlichen Flanke des Scheuerbergs in Richtung [https://de.wikipedia.org/wiki/Lichteneichen Lichteneichen] bzw. [https://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_%28Radevormwald%29 Stoote]. Wenige Metern hinter dem Waldweg zweigt ein zweiter Wall in westlicher Richtung ab, wendet sich anschließend ebenfalls nach Süden und endet nach 200-300 Metern an einer Weide. Dieser Abzweig wird in der Literatur bislang noch nicht erwähnt und verdient daher später eine gesonderte Betrachtung. Die Hauptlinie veräuft derweil parallel westlich des Waldwegs auf die selbe Weide zu, wo der Wall am Waldrand in Höhe von [https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nderbruch Hönderbruch] endet. [[Datei:Hönderbruch-Marke 40.jpg|mini|300px|links|Gut erkennbarer Wall an der Flur ''An der Landwehr'']] [[Datei:Hönderbruch-Marke 34.jpg|mini|300px|Die Landwehr ist an dieser Stelle heute Grenze zwischen Radevormwald und Hückeswagen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönderbruch-Marke 16.jpg|mini|400px|links|Vor ...]] [[Datei:Hönderbruch-Marke 13.jpg|mini|400px|... und nach dem Bruchfelder Siefen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönderbruch-Marke 08.jpg|mini|300px|links|In der rechten Bildmitte zweigt der bislang undokumentierte Wall nach Westen ab]] [[Datei:Hönderbruch-Marke 06.jpg|mini|300px|Bald darauf endet der Wall in Höhe Hönderbruch an einer Weide. Der genaue Verlauf bis zur Bever ist mir bislang nicht bekannt]] <br style="clear:both" /> Von Hönderbruch bis Stoote an der [https://de.wikipedia.org/wiki/Bevertalsperre Bevertalsperre] fällt das Gelände ab. Die nun folgenden Weideflächen und Felder werden nur von zwei kleinen Wäldchen unterbrochen, aber weder in diesen noch auf den agrarisch genutzten Flächen sind mir Landwehrreste bekannt. Auf Luftaufnahmen aus den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts lässt sich vermutlich der Verlauf über die kurze Weide ab dem Waldrand als Geländemerkmal noch nachvollziehen. Ob die Landwehr nun in direkter Line auf Stoote zulief oder der heutigen Stadtgrenze, die zunächst einen kleinen Bogen nach Westen schlägt und sich dann Richtung Stoote wendet, folgte, bleibt zunächst unklar. Bei der [https://de.wikipedia.org/wiki/Stooter_M%C3%BChle Stooter Mühle] überquerte die Landwehr jedenfalls die [https://de.wikipedia.org/wiki/Bever_%28Wupper%29 Bever] und zog sich den gegenüberliegenden Hang hinauf. Die Bever war hier die Grenze zu dem bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Steinbach Amt Steinbach], so dass aufgrund der anderen Quellenlage nun häufig von einer eigenen Landwehrlinie Stoote-Horpetal die Rede ist. Nach Engels ist sie aber zweifelsfrei die Fortführung der Landwehrlinie Ispingrade-Stoote. Der Grund des Bevertals ist nun von der Bevertalsperre überflutet, aber zwischen einen Waldweg am Südufer und der darauf folgenden Höhe ist die Landwehr als deutlich ausgepägter, nach Süden verlaufender und am Waldrand endender Doppelwall sehr gut zu erkennen. Auf der Höhe ist ein Weg zwischen den beiden Wällen angelegt worden, der den westlichen Wall kurz darauf druchbricht. Im anschließenden Feld westlich von [https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCllensiepen Müllensiepen] verschwindet der Doppelwall in einem Feld, wobei Engels zumindest einen Wall 1938 noch ca. 110 Meter links eines Wegs weiter folgen konnte. Später wurde der Wall wie auch der Weg im Feld spurlos untergeflügt. [[Datei:Bei Müllensiepen 09.JPG|mini|300px|links|Südlich der Bever nahe Müllersiepen setzt sich die Landwehr als Doppelwall fort]] [[Datei:Bei Müllensiepen 02.JPG|mini|300px|Auf der Höhenlagen ist sie hervorragend erhalten. Das Bild zeigt einen der beiden Wälle, links davon ein Wirtschaftsweg und links von dem Weg der zweite Wall (nicht im Bild). Kurz darauf enden beide Wälle an einem Feld, das während dieser Aufnahmen samt Weg gerade vollständig gepflügt wurde (ein Wall war aber bereits zuvor nicht mehr dort vorthanden)]] <br style="clear:both" /> Der exakte weitere Verlauf ist mir aus eigener Anschauung zum Großteil noch unbekannt. Das amtliche Verzeichnis der Landwehren im Amt Steinbach von 1772 gibt über den groben Verlauf Aufschluss. Demnach verlief sie folgendermaßen: Stooter Busch, Müllensieper Busch, Breitenweg, Piefershaus-Siepen, Lütgenauerer Bach, Hasenburger Büsche, Stepgenshoffs Busch, Weyerhoffs Busch, Neyer und Löher Vikarienbüsche, Fuschsiepen, Wilhlem Kausemann Heidenbickenbusch, Birkensche Wiesen (Kausemannsbirken), Lütgenauer Fußsteg am Neyefluß, Kleinblumberger Büsche, Landstraße (heute Wanderweg), Hambüchener Kirchweg, Krautwiese, Hallesbicker Feld (heute Hassebick), Voßkuhler Hof, Hönnigebach, Wupper, Weiher des Gerichtsschreibers Fuhr, Stillinghauser Grund, Rönsahler Landstraße (heute die Stillinghauser Straße in Wipperfürth), Stillinghauser Büsche, Nagelsbücheler Felder, Vosbach, Scherkenbacher Grund, Voshofer Feld, Fasenbachs Wiese, Oelchens Weiher, Oehlchens Wiese, Sonnenberger Wiese, Alter Weiher bei Sommerhaus, Voshofer Busch, Bommerhauser Feld, Stüttener Büsche, Grassser Hof (heute Graben), Wald "in der breiten Heid", Oberkemmerischer Feld, Dörrenbacher Wiese, Bühlstal, Sülztal, Hammer des Wilh. Frielingsdorf (1769), Brochhagener Büsche, Felder Wiese, Felser Busch, Müllerhofer Busch, Sülz, Hammachers Scheune, Wendelin Brochhagens Feld, Brochhagener Mühlenschlacht, Holler Busch, Holler Wiese, Holler Feld, Rübiger Büsche, Büsche von Weyer, Labicker Gründe, Schlagbaum an der Fuhrstraße (Lindlar-Horpe-Remshagen), Horper Wiese, Horper Siefen. Text wird fortgesetzt ... [[Datei:K13 (Löher Heide) 06.JPG|mini|400px|links|Mir sind weitere Wälle erst wieder zu beiden Seiten der Kreisstraße 13 in der Löher Heide zwischen Schneppenstock und Schäferslöh bekannt]] [[Datei:K13 (Löher Heide) 07.JPG|mini|400px|Der Wall erreicht eine stattliche Höhe von über einem Meter]] <br style="clear:both" /> === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1835 * Vermessungskarte des Johann Arnold Buchholz === Quellen === * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Marken, usr. Nr.14: Amtliches Verzeichnis der Landwehren im Amt Steinbach von 1772 === Weblinks === </div> </div> 2d20f17bad2274559039a43be2494ac0360e35d9 Elberfelder Landwehr 0 17 385 352 2015-10-31T06:41:23Z Jm 1 /* Theorie 1 */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (bewalderter Bergriegel)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 7cd271be0b1385a70b1f40dde9441cb6f1490ebc 386 385 2015-10-31T06:42:18Z Jm 1 /* Theorie 1 */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlih auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 7830b5beb23ac2a5b7d672d69bce5b3be9aed985 387 386 2015-10-31T06:43:50Z Jm 1 /* Theorie 1 */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewsen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 5d1c9ac6a2d7eccc76dbc854749d55010e3c41cb 388 387 2015-10-31T06:45:00Z Jm 1 /* Theorie 2 */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1603 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> d8281dc2c7cb15e57ad5aec74fc0d0bf680f3682 389 388 2015-10-31T06:52:33Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelene Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> ff3ebcbe4a117fc9edbfe04b771c22e2d6830229 394 389 2015-10-31T15:07:12Z Jm 1 /* Einschub Wallanlage bei Bökel */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man weiß, was man sieht. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, er würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist auswesilich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> d9fcaac9fb1d11b8b70c667972a7d78e297ee13a 395 394 2015-10-31T15:11:54Z Jm 1 /* Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind hzwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> a07916487d33b92cb0532704710aed479c84f288 396 395 2015-10-31T15:12:59Z Jm 1 /* Einschub Radische Landwehr */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> b4103453369b5d4a762bfb289bd2e425683a6f40 397 396 2015-10-31T15:14:44Z Jm 1 /* Einschub Radische Landwehr */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 5659d0fae82d5496a9595ce8c0551ec8740465a5 401 397 2015-10-31T15:32:19Z Jm 1 /* Ennepetalsperre */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> cdab03705873a341d5bd5a4e43e1455bd0605775 402 401 2015-10-31T15:37:03Z Jm 1 /* Einschub Wallanlage bei Bökel */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 11495aea624f7b4d4137c5f04c1414ced3767204 Barmer Landwehr 0 206 390 350 2015-10-31T14:48:22Z Jm 1 /* Entstehungszeit und -zweck */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Innerhalb des Stadtgebiets im Osten und Südosten von Wuppertal. === Einführung === Die Barmer Linie trennte das Gebiet des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen in zwei Teile, Niederbarmen (Unterbarmen) und Oberbarmen. Im Spätmittelalter bestand Barmen nur aus einem lockeren Verband von Einzelhöfen hauptsächlich im Besitz der Grafen von Berg und von der Mark, die zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze Elberfeld zu Schwelm lagen. Die Grenze zwischen Berg und Mark verschob sich aber im 14. Jahrhundert mehrfach, mehr dazu im Abschnitt Enstehungszeit und -Zweck. Der spätere zentrale Siedlungskern, Barmen-Gemarke, entstand erst in der späteren Neuzeit und wurde zuvor von der Landwehr zerschnitten. Dieser mittelalterlichen Kirchspielgrenze, die auch Dekanatsgrenze zwischen den Dekanaten Lüdenscheid und Neuss war, folgte die Landwehr von den Wuppertaler Nordhöhen durch das Tal der Wupper bis zu den Wuppertaler Südhöhen. Dort endete auch das als Barmen bezeichnete Gebiet am Murmelbach. Die Landwehr aber verlief entlang der Wupper weiter durch das Waldgebiet Olscheid bis zur im dreissigjährigen Krieg zerstörten Beyenburg im gleichnamigen Wuppertaler Ortsteil. Die Beyenburg war herzogliche Residenz und Verwaltungssitz des Amts Beyenburg, zu dessen Gebiet auch überwiegende Teile des heutige Barmens, sowie das Gebiet des Olscheids (heute Bereich Herbringhausen/Marscheid) gehörte. === Verlauf === Der nachweisliche Beginn liegt im Wuppertaler Ortsteil [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Hatzfeld] in der Nähe der Kreuzung Hatzfelder Straße / Uellendahler Straße. Hier wird laut Engels auch eine Durchgangstelle mit Schlagbaum als Straßensperre angenommen. Aufgrund der Beyenburger Amtsrechnung von 1806/07 ist bekannt, dass die Landwehr sich nach Norden bis zur märkischen Grenze bei Horath oder der [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Horather Schanze] fortgesetzt hat, aber es gibt keinerlei Bodenfunde, Flurgrenzen oder Toponyme, die den exakten Verlauf belegen. Aus Pachtunterlagen von 1807 geht aber hervor, dass zwei Höfe nördlich der Hatzfelder Straße 42 bzw. 14 Ruten der Landwehr gepachtet hatten. Bei Horath könnte sie nach weiteren Spekulationen mit der Elberfelder Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen und/oder einer Linie entlang dem Deilbach zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. Über den Verlauf der [[Elberfelder Landwehr]] im Bereich des nördlichen Wuppertals gibt es drei nachvollziehbaren Theorien, von denen zumindest eine ein Zusammentreffen ermöglichen würde. Der Verlauf nach Süden ist dagegen gesichert. Im Abstand von 40-80 Metern verlief die Barmer Linie westlich der Hatzfelder Straße nach Süden. Dabei wird die Ortslage Lante durchschnitten. Der Name Lante selbst ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung von Lantert, das als mittelalterliche Bezeichnung für den Begriff Landwehr bekannt ist. In Höhe der alten Hatzfelder Schule bei Lante waren im 19. Jahrhundert noch Wall/Grabenreste zu erkennen. Richtung Südosten verlief sie laut dem ''Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen'' von 1642 zwischen den Höfen der Rotte Carnap und der Rotte Leimbach. Oberhalb der Gutes Beesen bei dem Hof Carnap sollen aber im 19. Jahrhundert ebenfalls noch Reste eines Walls zu erkennen gewesen sein. Ist dem so tatsächlich gewesen und waren diese auf alten Karten auch eingezeichneten Strukturen kein Hohlweg, dann blieb die Landwehr bis dahin westlich der heutigen Hatzfelder Straße und bog in Höhe der heutigen A46 nach Osten zum Unterlauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Leimbach_%28Wupper%29 Leimbach] ab. Dort folgte sie dem Westufer des Leimbachs bis zu dessen Mündung in dem Seitenarm der Wupper, der später als Mühlengraben genutzt wurde. Von dort führte die Landwehr weiter bis zur Wupper. Dieser gesamte Bereich ist sehr stark bebaut und als einziges Indiz der Landwehr am heute verdohlt verlaufenden Leimbach kann nur die Landwehrstraße, eine Seitenstraße des Steinwegs, und der Landwehrplatz dienen. Nahe der Wupper stand der Oberhof Barmens, der das lokale Verwaltungszentrum der bergischen Landesherrn für die umliegenden Hofschaften bildete. Dieser 1902 abgerissene Hof trug den Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rnen_%28Wuppertal%29 Dörner Hof], von dessen Standort nur noch die Straßennamen Oberdörnen und Unterdörnen zeugen. Der Name Dörner Hof ist ein deutlicher Hinweis auf die Lage an der Landwehr und nimmt Bezug auf deren Gedörn. Ein weiterer Hof an der Leimbachmündung, der Schlippenhof, markiert die Stelle, wo sich ein Durchgang befand, da ein kleiner Personendurchgang durch eine Landwehr nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Engels] auch als Schlippe bezeichnet wurde. Bis hierhin ist durch die dichte Bebauung im Zentrum Barmens und die Umgestaltung des Geländes in den Barmer Anlagen kein erkennbarer Rest der Landwehr erhalten geblieben. Nur aus Quellen wie dem herzoglicher Kommissionbericht zur Vermessung und Verpachtung der Landwehrfluren aus 1696 und anderen Verwaltungsakten (Beyenburger Rentmeistereirechnungen) geht der Verlauf grob hervor. Als die herzogliche Kommission, ausgesandt von Herzog Johann Wilhelm von Berg (Jan Wellem), die Landwehr vermessen sollte (die Trasse war seit alters her ja herzoglicher Besitz), um sie zum Füllen der stets knappen Staatskasse an die ansässigen Bauern zu verpachten (bzw. nun Pacht von den Bauern zu fordern, die sie schon längst selbst nutzten), stieß sie schon Ende des 17. Jahrhunderts bei der Ermittlung des genauen Verlaufs auf Probleme. Es wurden von der Kommission über 70 Jahre alte Zeitzeugen befragt, die den Verlauf noch aus ihrer Jugend in der Zeit des dreißigjährigen Krieges kannten. Bereits um 1500 war von der Landwehr im Bereich der Wupperquerung, wie aus den Aussagen von Anliegern in der Beyenburger Rentmeistereirechnung von 1559/60 hervorgeht, bis auf Reste (Grabenstück und Baumstümpfe des Gebücks) nichts mehr vorhanden. Die Landwehr endete in der sumpfigen Wupperaue und setzte sich südlich des Flusses fort. Hier folgte sie auf westlicher Seite dem Lauf des Fischertaler Bachs, der früher nach der im Tal an der Mündung gelegenen Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Clef_%28Wuppertal%29 Clef] Clefbach oder Clever Bach genannt wurde, hinauf zu den Wuppertaler Südhöhen. Aus Wegerechtsakten von 1803/04 geht hervor, dass der Fischertaler (Clever) Bach teilweise selbst den Graben der Landwehr als Bachbett nutzte. Bereits im 16. Jahrhundert ist laut einem Bericht vom 18. Februar 1566 Wasser aus der Landwehr entnommen worden - die Landwehr muss also sehr nahe am Bachlauf gelegen haben, damit der Bach sein Bett in sie verlegen konnte. Auch im Fischertal war laut [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Werth Adolf Werth] im 19. Jahrhundert noch ein Wallrest an der Einmündung der Amalienstraße in die Fischertaler Straße zu finden. 1846 sollte, wie aus einer Eingabe hervorgeht, ein Teil der Landwehr mit der heutigen Fischertaler Straße überbaut werden. Durch die heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Anlagen Barmer Anlagen] führte sie weiter hinauf zu der heutigen Lönsstraße zwischen dem Ehrenfriedhof und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Toelleturm Toelleturm]. Die Unkenntnis über den exakten Verlauf endet knapp südlich der Lönsstraße, wo tatsächlich ein ca. 250 Meter langes Stück des Landwehrwalls im Barmer Wald erhalten blieb. Dieses heute als Bodendenkmal geschütze Stück setzt sich nach Süden fort und wendet sich in Kurven dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Murmelbach_%28Wupper%29 Murmelbach] (früher auch Marper Bach, Marpebach oder schlicht Marpe genannt) zu, wobei der erhaltene Wall immer bruchstückhafter und verschliffener wird, je weiter man sich dem Bach nähert. Der Bach war die Grenze zwischen Barmen und dem Gerichtsbezirk Lüttringhausen, beide ab 1407 dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amt Beyenburg] angehörend. Ca. 50 Meter vor dem Bachlauf endet dann jede Spur des Walls. Unmittelbar hinter dem Adolf-Werth-Gedenkstein ist sie mit am ausgeprägtesten. 1704 maß der Landvermesser Schophopf die "mit Sträuchern und Blumen" bestandene Landwehrflur zwischen der Wupper und dem Murmelbach auf vier Morgen und zehn kölnische Ruten. Zum Ausgleich der Nutzung vergüteten die Barmer Markgenossen dem Landesherrn diese Fläche mit drei Morgen Wald im Dickter Busch. [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg|mini|300px|links|Der als Bodendenkmal geschütze Wall an der Lönsstraße beim Toelleturm]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg|mini|300px|Der Wall ist im weiteren Verlaut von Brombeeren und anderen bodendeckenden Pflanzen überdeckt und kaum zu erkennen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg|mini|400px|links|Blickrichtung Lönsstraße]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg|mini|400px|Blickrichtung Lönsstraße. Der in Kurven verlaufende Wall setzt sich in unterbrochener Form auf der anderen Seite bis ca. 50 Meter vor den Murmelbach fort]] <br style="clear:both" /> Nach Überquerung des Murmelbach wendet sich die Landwehr der Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/Konradsw%C3%BCste Konradswüste] zu. Der genaue Verlauf ist nicht bekannt, es existiert aber die Annahme, dass die Geländestufe oberhalb der Pilgerheim Murmelbachtals Teil der Landwehr war. Ein andere Theorie geht von einem geraden Verlauf die Flanke der [http://de.wikipedia.org/wiki/Scharpenacker_Berg Scharpenacker Berge] hinauf bis zur Siedlung. Dort durchlief die Landwehr das Zentrum des heutigen Siedlungsbereiches und wendete sich dem Blombachtal zu. Sie tritt heute ca. 30 Meter oberhalb der Bahnstrecke Wuppertal-Remscheid (rund 200 Meter südlich der Eisenbahnbrücke Hammesberger Weg) als schmales Flurstück in Erscheinung, dass in südwestliche Richtung in das Tal führt und sich hinter dem Bahndamm fortsetzt. Die noch 1938 von Engels gesichteten Wallreste sind teilweise dem Bau der Autobahn A1 und des Gewerbegebiets Kupferhammer westlich davon zum Opfer gefallen, aber auf einer Länge von ca. 30 Meter vor der Autobahn erhalten. Auf der anderen Talseite verließ sie in Höhe des ehemaligen Schulhauses (1938: Blombacherbach 2) das Blombachtal und stieg den steilen Hang in den heutigen Marscheider Wald hoch. Ab hier bis kurz vor dem Herbringhauser Bach ist der Landwehrverlauf eindeutig, da er sich in kompletter Länge als schlauchförmiges, sich im Schnitt ca. 250 Meter südlich der Wupper befindendes Flurstück durch das Waldgebiet zieht. Auf mehreren historischen Karten, aber auch auf einer älteren DGK5 ist er gut erkennbar eingezeichnet. Auf der Höhe wendete sie sich in einem geschwungenen Doppelbogen über den Geländesporn oberhalb der Erbhöfe erst nach Norden, dann nach Osten und verlief nun parallel zur Wupper auf halbes Höhe des zur Wupper abfallenden Hangs bis zum Tief eingeschnittenen Tal des Eschensiepens, das in gerader Linie zur gegenüberliegenden Seite hin überschritten wurde. Beim Lauf in östlicher Richtung überquerte sie zuvor einen alten, heute stark verschliffenen Hohlweg von den Erbhöfen den Marscheider Berg hinauf , der laut Karten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Benutzung war. Vom Verlauf handelt es sich möglicherweise um einen typischen alten Höhenweg, der unter Umständen auch einen Landwehrdurchgang besessen haben könnte. Auf Karten des frühen 19. Jahrhunderts ist der Weg bereits verzeichnet. Am Beginn des Gefälles zu Eschensiepen, sowie an einer Stelle hundert Meter davor sind noch stark verschliffene Reste des Walls zu erahnen. Im rechten Winkel zu der Landwehr finden sich entlang dem Lauf des Eschensiepen bis zum Gipfel des Marscheider Bergs folgend deutliche, mehrfache Wall-/Grabenstrukturen, die genauer zu untersuchen sich als lohnend erweisen könnte. Für einen reinen Hohlweg sind diese Strukturen im Vergleich zu dem Hohlweg Erbhöfe-Marscheider Berg im Profil erheblich deutlicher ausgeprägt und weisen mehrere parallele Wälle auf, die bei dieser Struktur nicht auszumachen sind. Auch ließen sich die am Fleischsiepen gefundenen, zum Marscheider Bach hinführenden Wall-/Grabenstrukuren, die Gerd Hellbeck wohl fälschlicherweise als Teil der Elberfelder Landwehrlinie deutet, in gerader Linie den Strukturen auf der Höhe des Marscheider Bergs verlängern. Aber zurück zur Barmer Landwehr. Die Landwehr verläuft nun im Abstand von ca. 20-30 Meter südlich des Siedlungsrandes von Laaken zum katholischen Friedhof. [http://de.wikipedia.org/wiki/Laaken Laaken] wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak Grenzbaum, Schanze, besonders befestigter Ort, vgl. auch Lackbaum (= Schlagbaum). So gesehen ist der dortige Straßenname Laaker Landwehr, der auch auf das Bauwerk hindeutet, eine Tautologie. Ihr Verlauf ab dem Friedhof entspricht im Großen und Ganzen dem des dortigen Waldwegs, wobei sie an einem Siepen geradlinig verläuft, während der Weg der Geländeform auf gleicher Höhenebene folgt. Vorhandene Landwehrtrassen sind häufig als Weg genutzt und ausgebaut worden, da mit ihnen bereits eine Trassierung durch das Gelände vorlag und auch die Eigentumsrechte der anliegenden Grundstücksbesitzer durch die neue Weganlage nicht berührt wurden. Die Trasse der Landwehr selbst blieb bis in das 19. Jahrhundert zumeist im Staatseigentum. (Bilder und Links zum nachfolgenden Text kommen noch) Hinter dem Siepen sind an dem talwärts gelegenen Rand des Weges auf kurzer Länge ausgeprägte Wallstrukturen auszumachen, die unter Umständen auch der Landwehr zugeordnet werden können. Während sich der Weg in einem Bogen nach Süden in das Herbinghauser Bachtal wendet, kürzte die Landwehr über den Bergsporn ab. Dieser Sporn wird von Nordosten kommend von einem Waldweg durchschnitten, dessen Kreuzungspunkt mit der Landwehr laut der Urkatasterkarte von 1815-25 Frankenbaum genannt wurde. Dieses würde auf eine Altstraße mit einen Landwehrdurchgang mit Schlagbaum hindeuten. Die Landwehr überquert denselben Waldweg, der bei Laaken eine zeitlang auf der Trasse verlief, und fiel südlich des Laaker Hammers steil zum Herbringhauser Bach ab . Der Herbringhauser Bach hieß früher Olpebach und gab auch dem großen Waldgebiet, das er durchfließt, den Namen Olscheid. Hier soll sich auch an der Landwehr eine Wolfskuhle befunden haben. Auf der anderen Talseite stieg die Landwehr ebenso steil wieder den Hang des Paulsberg hinauf. Das Fehlen von Wallresten kann darauf hindeuten, dass hier die Sicherung nur aus dem Gebück/Gedörn bestand, da die steilen Hänge sowieso keine einfache Begehung zuließen. In einem weiteren Doppelbogen wendete sich die Landwehr nach Norden und wieder nach Osten. In der Nähe mehr oder weniger parallel laufend, aber nicht genau auf dem Landwehrflurstück liegend, findet sich auf mehreren hundert Metern eine deutlich ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur. Es ist unklar, ob diese sehr deutlich im Gelände sichtbaren Strukturen mit der Landwehr in Zusammenhang stehen, denn es könnte sich auch um ein von Oberste Laaken den Paulsberg hinaufführenden Hohlweg handeln, dessen nördlicher Serpentinenteil noch heute von Waldwegen genutzt wird. Allerdings führt der heutige Waldweg als Hohlweg direkt zu dem Gipfel des Paulsbergs, während sich die Wall-/Grabenstruktur wieder in Richtung des Herbringhauser Bachtals wendet und zu diesem wieder abfällt, was als Wegführung nur begrenzten Sinn macht. Diese Struktur verliert sich in einem dichten Jungwald und ist nicht ganz deckungsgleich mit dem Flurstück der Landwehr. Die Struktur trifft an deren nördlichen Ende im spitzen Winkel auf die Landwehrtrasse und mündet dort in den heute als Waldweg genutzten Hohlweg zum Gipfel des Paulsbergs. Kurz vor der Einmündung der Struktur in den heutigen Waldweg findet sich auf der Ostseite des Waldweges im rechten Winkel dazu ein verschliffener, aber noch auf einer Länge von wenigen Metern erhaltener Einzelwall, der exakt auf der Landwehrtrasse liegend, vermutlich zu der Landwehr gehören dürfte. Ist dieses der Fall, so kann die ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur nicht zu der Landwehr gehören, es sei denn, die Landwehr hätte dort einen deutlicheren Richtungswechsel nach Südwesten durchgeführt, als das Landwehrflurstück andeutet. Auch ist es nicht einleuchtend, warum sich ein verschliffener, kaum erkennbarer Wall nach einem abrupten Richtungswechsel unvermittelt als gut erkennbarer Doppelwall fortsetzen sollte. Diese Situation muss also noch erforscht werden. In östlicher Richtung setzte sich das Landwehrflurstück von dem Zusammengang von Doppelwall-/Grabenstruktur und Hohlweg noch ca. 200 Meter fort, und endet dort. Der weitere Verlauf bis zur Beyenburg ist zur Zeit vollkommen unklar. Es ist bislang nicht gelungen, weitere Bodenspuren zu finden, auch die bislang hilfreiche Urkatasterkarte aus dem beginnenden 19. Jahrhundert versagt hier ihre Dienste. Erschwert wird die Suche auch dadurch, dass hier umfangreiche Erdbewegungen vorgenommen wurden: Einmal im Tal durch der Anlage der ehemaligen Unteren Herbringhauser Talsperre und anschließend auf der Höhe des der Wupperschleife bei Dahlhausen zugewandten Bergsporns namens Zur guten Hoffnung. Der Bergsporn wurde durch die Anlage eines Steinbruchs stark abgetragen und später durch die Nutzung als große kommunale Mülldeponie Kemna wieder verfüllt. Heute ist das umgestaltete Gelände mit Wald bepflanzt. Auch eine Karte des Waldgebiets aus dem 17. Jahrhundert, das nach seinen herzoglichen, also besonderen Eigentümer Sondernbusch genannt wurde, gibt keinen Aufschluss über den Verlauf. Erst in schriftlichen Quellen (Lagerbuch des Amts Beyenburg, dort Eintrag vom 19. Juli 1566) wird die Landwehr als zur der Burg Beyenburg führend auf den letzten Metern zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg wieder erwähnt, als ein Anlieger zum Hochwasserschutz der Wupper eine Mauer vervollständigen wollte, die von der Landwehr unterbrochen war. Der Streit über die Nutzung der Landwehrparzelle, die sich unter Verwaltung des Beyenburger Pfandherren Graf Franz II. von Waldeck befand, fand seine Niederschrift in dem besagten Lagerbuch. Im Gegenzug zur Genehmigung des Lückenschlusses wurde dem Antragsteller Kasper von den Bruggen (= Beyenburger Brücke) auferlegt, diese Mauer als Ersatz für die Landwehr in Richtung der Beyenburg bis zu dem dortigen Schlagbaum fortzuführen. Die Landwehr verlief also nahe der Wupper in östlicher Richtung auf den Wuppermäander in Beyenburg zu, auf dem sich die Beyenburg und die dazugehörende Freiheit befand. In der Rentmeisterrechung Beyenburg 1749/50 wird ebenfalls eine seit 1720 verpachtete Landwehr zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg erwähnt und der Eintrag von 1566 damit bestätigt. Engels und auch zuvor Fahne deuten an, dass die Landwehr eventuell bis Hengsten weiterführte, wo sie auf die Elberfelder Linie traf. Gesichert ist diese Annahme aber bislang nicht. Helbeck hält diese Annahme ebenfalls für möglich und deutet passende Bodenstrukturen an. === Durchgänge === Landwehrdurchgänge sind überliefert auf Hatzfeld und beim Schlippenhof beim heutigen Alten Markt. Mit Sicherheit wird es einen Durchgang bei Beyenburger Brücke gegeben haben, wo die bedeutende mittelalterliche Heer-, Handels- und Pilgerstraße zwischen Dortmund und Köln die Wupper überquerte. Ein in der Urkatasterkarte namens Frankenbaum eingezeichnete örtlichkeit auf dem Marscheider Berg könnte auf einen Schlagbaum (also Landwehrdurchgang) hinweisen. Bei Wuppertal-Herbringhausen existiert eine Flur Vor dem Baum an der parallel laufenden Elberfelder Landwehr, die auch auf einem Schlagbaum hinweist. Vermutlich gab es ein Pendant zu diesem Durchgang in der nur wenige hundert Meter weiter nördlich verlaufenden Barmer Landwehr am gleichen Weg. An der Beyenburg selber ist ein Schlagbaum durch im dem Lagerbuch von 1566 niedergeschriebenen Streit über den Hochwasserschutz belegt. === Bodenfunde === Erkennbar erhaltene, denkmalgeschützte Wallreste mit Unterbrechungen befinden sich im Barmer Wald zwischen der Lönsstraße und dem Murmelbach. Im Marscheider und Herbringhauser Wald sind ebenfalls noch vereinzelt stark verschliffene Wallreste vorhanden. === Entstehungszeit und -zweck === Die sich im Laufe der Zeit verändernden spätmittlelalterlichen Besitzverhältnisse Bergs, Marks und Kurkölns innerhalb des Barmer Hofesverbandes lassen vielfältige Deutungen über Entstehungszeit und -Zweck zu. Aber auch eine Entstehung vor der bergisch-märkischen Territorialbildung im Früh- oder Hochmittelalter wurde diskutiert. Da sie am Westufer von Leimbach und Fischertaler Bach bzw. am Südufer der Wupper verlief, war sie den gegen Osten bzw. Norden gerichtet, die Bedrohung wurde dort her kommend gesehen. Das führt zu der Annahme, dass der territoriale Besitzer Unterbarmens sie zum Schutz des Gebietes westlich/südlich davon erbaute. Innerhalb Barmens liegt sie an der alten Kirchspielgrenze, die schon vor dem Bergisch-Märkischen Einflussnahme vorhanden war und es liegt weiterhin die Vermutung nahe, dass eben diese Grenze mit der Landwehr gesichert wurde. In Folge der fränkischen Landnahme der rechtsrheinischen Hochflächen ab den 8./9. Jahrhundert gehörte die Wuppertaler Region zu den Randgebieten der fränkischen Gaugrafschafen (auch Gografschaften, kurz Gaue) Ruhr-, Deutz- und Keldachgau, die im Herrschaftsbereich der Ezzonen lagen. Ab dem 10. Jahrhundert war die Region kirchenrechtlich in die Dekanate Neuss und Lüdenscheid unterteilt, deren Untereinheiten, die Kirchspiele Hilden (ab 1300 dann das neu gegründete Kirchspiel Elberfeld) und Schwelm, hier aneinander grenzten. Die Dekanate unterstanden den Kölner Erzbischöfen, die bis in das 11. Jahrhundert als kaiserliche Beamte für die Verwaltung des Gebietes zuständig waren, während die Gografen (Gaugrafen) das oberste Richteramt inne hatten. Der Erzbischof von Köln bzw. seine Pfarreien waren darüber hinaus auch Grundbesitzer einiger der in Barmen befindlichen Höfe (Allodialbesitz) - andere Höfe waren Freigüter und gehörten den dortigen Bauern, denn teilweise bestanden schon Besiedlungen durch sächsische oder den Sachsen untergeordnete bzw. sich ihnen angeschlossene Volkstämme aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Die Ravensberger Grafen besaßen als Nachfahren der Ezzonen Barmer Höfe zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze. 1244 erwarben die Bergischen Grafen, die als Vögte dem Dienstadel der Kölner Erzbischöfe entstammten, die Barmer Villikation mit diesen Höfen und waren nun neben dem Erzbischof von Köln dort ebenfalls Grundbesitzer. Nach der Schlacht von Worringen 1288 und der militärischen Auseinandersetzung auf der Seite des Königs Albrecht I. gegen den Kölner Erzbischof Wigbold von Holte verlor Kurköln sukzessive Gebiete und Allode an Berg und Mark; so das gesamte Kirchspiel Schwelm an Mark in der Zeit zwischen 1301 und 1324. Die bergischen Grafen sahen sich nun folgender Situation ausgesetzt: Das Kirchspiel Elberfeld gehörte noch dem Erzbischof, war aber an dessen Ministeriale verpfändet. Das Kirchspiel Schwelm war bis spätestens 1324 kurkölnisch, ab dann aber märkisch. Mitten drin lag der eigene bergische Allodialbesitz, der sich auf Elberfelder und Schwelmer Kirchspielgebiet verteilte und rechtlich zur ebenfalls 1324 von Mark eroberten Freigrafschaft Volmarstein gehörte. Die zweite große Barmer Villikation unter dem Oberhof Wichlinghausen wurde erst 1384 von Mark erworben, so dass es ab diesem Zeitpunkt auch Allodialbesitzer in diesem Bereich war, auch mit einzelnen Höfen im hauptsächlich zu Berg gehörenden Bereich Unterbarmens. Mit dem Allodialbesitz war aber noch kein Territorialbesitz verbunden und erst irgendwann ab 1301 wurde Berg im Bereich zwischen Elberfeld und der Kirchspielgrenze, also Unterbarmen, vermutlich auch der Territorialbesitzer. Unter der Annahme, die Ober- und Unterbarmen teilende Landwehr wäre bergischen Ursprungs, so könnte sie frühestens ab 1300 gebaut worden sein, als Berg den Grund hatte sich territorial von dem kurkölnischen oder märkischen Schwelm abzugrenzen. Dafür spricht auch, dass die Elberfelder Landwehr, die Unterbarmen von Elberfeld schied, dem Anschein nach gegen das kurkölnische Elberfeld gerichtet gewesen war; da sie an der Ostgrenze der Freigrafschaft Volmarstein verläuft, kann sie aber auch eine Grenzsicherung der Freigrafschaft gewesen sein. Der Landwehrbau könnte das ab 1301 bergisch beherrschte Unterbarmen also nach beiden Seiten abgesichert haben. Spätestens ein paar Jahre nach der bergisch-märkischen Auseinandersetzung in Folge der Schlacht von Kleverhamm 1397 wurde die Landwehr zumindest als bergisch-märkische Grenzlinie obsolet - die Territorialgrenze verschob sich aufgrund von militärischen Erfolgen oder aufgrund einer Einigung dauerhaft ab 1400 nach Osten an die Bäche Schellenbeck und Schwarzbach. Das könnte der Zeitraum gewesen sein, wo die Landwehr innerhalb von Barmen aufgegeben sein könnte. Eine neue Landwehr entlang der neuen Grenze ist nicht gesichert, daher ist eine weitere Nutzung als zurückgenommene Grenzsicherung bis in das 16. Jahrhundert nicht unwahrscheinlich, wobei sie laut der Urkundenlage aber bereits zu dieser Zeit lückenhaft war und nicht mehr allzu gut Instand gehalten wurde. Gerd Helbeck ist allerdings der Auffassung, das an der Schellenbeck auch ein Landgraben bestanden hat. Im Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg müssen wir andere Verhältnisse betrachten. Das Gebiet südlich der Landwehr ist schon seit dem 12. Jahrhundert als bergischer Besitz beurkundet und gehörte zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum vermutlich zwischen 1355 und 1399 gegründeten Amt Beyenburg, zu dem auch Barmen gehörte. Mit ihr konnte das bergische Kernland entlang der Wupper gegenüber dem kurkölnischen, später märkischen Schwelm jenseits der Wupper geschützt werden. Allerdings ist der Wall im Gegensatz zu der nur wenige hundert Meter dahinter parallel verlaufenden Elberfelder Landwehr weitaus schlechter erhalten, so dass man geneigt ist, eine frühe Anlage und auch Aufgabe der Linie anzunehmen. Der Theorie, dass die Landwehr ein bergisches Bauwerk ist, wird vor allen von früheren Forschern nicht geteilt, aber auch Justus Bockemühl meldete Ende des 20. Jahrhunderts Zweifel an. Die Landwehr als fränkisch-sächsische Grenzlinie anzunehmen geht aber von der Vorraussetzung aus, deren Gebiete wären durch eine wohldefinierte Grenze getrennt gewesen. Tatsächlich handelte es sich im Frühmittelalter um einen Grenzsaum innerhalb größtenteils unbesiedelten Raumes, in den vereinzelte Angehörige sächsischer und fränkischer Volksstämme als Pioniere Siedlungsplätze gegründet hatten. Der notwendige Organisations- und Besiedlungsgrad für den Landwehrbau bildete sich erst im 10. Jahrhundert aus. Hier springt Bockemühl in die Kerbe und regt eine Entstehung im 10. oder 11. Jahrhundert an, und zwar in Form als Grenzsicherung der Landdekanate. Diese Absicherung soll gegenseitig erfolgt sein, zwei parallele, sich gegenüber stehende Landwehren mit einem breiten Niemandsland dazwischen an den Dekanatsgrenzsäumen verhinderten den Angriff sowohl von der einen, als auch von der anderen Seite. Mit dieser Annahme erklärt er das Vorhandensein der parallelen Landwehrlinien am Ostrand des Bergischen Landes wie z.B. hier die Barmer Landwehr und die Elberfelder Landwehr. oder weiter südlich der Elberfelder Landwehr und der Linie Ispingrade-Horpetal. Mit seiner Theorie ließen sich die bislang zu unbekannten Zweck errichtete Landwehr östlich von Solingen-Ohligs als Dekanatsgrenze zwischen Deutz und Neuss, aber auch zahlreiche andere Landwehren im westfälischen Raum erklären. Laut Bockemühl lief die Barmer Landwehr auch nicht nach Beyenburg, sondern übersprang beim Herbringhauser Bach die Wupper und verlief dann auf der rechten Flussseite weiter parallel zur Elberfelder Landwehr. Die kurze Landwehr bei der Hölzernen Klinke oberhalb der Beyenburg deutet er als mögliches Teilstück dieser Linie an. Ein starkes Argument für einen vor-bergischen Bau liefert der Name Barmen selbst. Das erstmals 1070 als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden erwähnte Barmen wird von einigen etymologisch als Wall, Erdhaufen gedeutet. Der altsächsische Wortstamm Berm, Barm findet sich auch im Begriff Heubarme (Hauhaufen) wieder, so das hier von den Höfen am Erdwall die Rede sein könnte. Als Berg 1244 die Bona de Barme erwarb könnte die Übersetzung ebenfalls statt Güter in Barmen auch Güter am Erdwall lauten. Bockemühl deutet die Etymologie anders: Ahd. brama; mhd. brame = Dornstrauch (vgl. Brombeere; engl. broom) wurde nach einer Lautumstellung (vgl. auch Bronnen (Brunnen) zu Born) zu Barme. Auch bei dieser Herleitung steht die Landwehr als namensgebendes Element (Gedörn) im Mittelpunkt. Hermann Hinz gibt weiterhin zu bedenken, dass die Barmer Höfe offenbar bereits vor 1244 zu beiden Seiten der Landwehr lagen, so dass eine spätere Grenzziehung, die dann die östlichen Höfe außerhalb des Schutzes gelassen hätte, nicht so recht vorstellbar sei. Die Markgenossenschaft des Hofesverbands war 1244 längstens durchorganisiert und wäre so künstlich geteilt worden. Die Landwehr ist seiner Meinung nach vor der Bildung des Hofesverbands somit um 750 in die Zeit der fränkisch-sächsichen Grenzziehung zu sehen und schützte somit den fränkischen Tafelhof Elberfeld. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass der urkundlich nachweisbare Landwehrbau sämtlich zur Zeit der Territorialwerdung im Spätmittelalter stattfand und auch andere, benachbarte Bauwerke nur in diesem Kontext Sinn machten. Fazit: Wenn man die unbelegbare Theorien außen vor läßt, die Barmer Landwehr könnte bereits ein Grenzbollwerk zwischen den Franken und den Sachsen aus dem 7. bis 10. Jahrhundert oder ab dem frühen Hochmittelalter eine Trennlinie der beiden kurkölnisch beherrschten Dekanaten gewesen sein und annimmt, die Landwehr sei wie andere mit nachweisbarer Bauzeit in Deutschland in der Zeit der Territorialbildung ab dem 13. Jahrhundert entstanden, so kann sie nur von den bergischen Herzögen angelegt worden sein, die sich entweder gegen Kurköln oder Mark absichern wollten. Ein bergischer Territorialschutz war aber erst kurz nach der Wende zum 14. Jahrhundert nötig, da bis dahin die bergischen Grafen keine Territorialherrschaft über Barmen ausübten, sondern nur im Besitz einzelner Höfe waren. Etwas differenzierter ist das Bild im sich anschließenden Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg. Zwar war das Gebiet der angrenzenden Honschaft Erbschlö seit 1189 nachgewiesenermaßen Teil des bergischen Kerngebiets und lag im Amt Bornefeld, aber ob dieser Landwehrabschnitt früher als oder zeitgleich mit dem in Barmen errichtet worden ist, ist damit noch nicht geklärt. Eine Besiedlung des Gebietes fand vermutlich erst ab dem 16. Jahrhundert statt, da es keine früheren Belege der dortigen Höfe gibt. Da die Beyenburg (1304, bzw. 1336 erstmals erwähnt), der Endpunkt der Linie, erst relativ spät errichtet worden ist und es auch keine Hinweise auf eine Landwehr am Murmelbach entlang der Grenze zu Barmen in Richtung Elberfeld bekannt sind, wird sie vermutlich nicht vor dem Abschnitt durch Barmen enstanden sein. Denn wenn es sich um eine ältere Außenlandwehr des Amtes Bornefeld gehandelt hätte, dann wäre auch ein Abschnitt entlang der gesamten Grenze zu den nordöstlichen Nachbargebieten zu erwarten gewesen, der mit der Einverleibung Barmens in das bergische Herschaftsgebiet dann aufgegeben wurde. Von einem solchen Abschnitt entlang der Grenze zu Barmen ist aber nichts bekannt, so dass die gesamte Barmer Landwehrlinie in einem Zeitraum erbaut worden sein dürfte. Auch war der Schutz entlang der Wupper erst notwendig, als nicht mehr der kurkölnische Dienst- und Lehnsherr der bergischen Grafen im gegenüberliegenden Schwelmer Kirchspiel Territorialherrscher war (bis 1324), sondern als ihre befeindete Seitenlinie, die Grafen von der Mark, dort herrschten. === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 * Wilhelm Engels: Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 66, 1938 * Justus Bockemühl: Adelsüberlieferung und Herrschaftsstrukturen, Bergischer Geschichtsverein, Abt. Remscheid e.V., 1987, ISBN 3-924224-07-2, S. 64ff * Walter Dietz: Barmen vor 500 Jahren - Eine Untersuchung der Beyenburger Amtsrechnung von 1466 und anderer Quellen zur frühen Entwicklung des Ortes Barmen, In: Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals, Born-Verlag, 1966, S. 23ff * Gerd Helbeck, Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes, Band I (Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff * Emil Wahl: Die Barmer Landwehr, Wuppertal, 1959 * Gottfried Dütschke: Barmen. An der Landwehr * Gustav Löns: Landwehren in Wuppertal, 1968 * Anton Fahne: Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 4, 1867, S. 30-32 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1825 * Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) * Stadtplan Wuppertal 1:10.000, Stand Oktober 1963 (Verlauf im Herbringhauser Wald fälschlicherweise als existierende Landwehr eingezeichnet) * DGK5 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) === Quellen === * Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1559/60, 1771/72 und 1806/07 * Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1696 * Barmer-Beyenburger Lagerbuch 1597-1743 * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen von 1642 === Weblinks === *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b002.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück am Toelleturm] </div> </div> 4c122d20d8697f5fcb34a0a6ecdf9e7c0f04856c 391 390 2015-10-31T14:51:08Z Jm 1 /* Entstehungszeit und -zweck */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Innerhalb des Stadtgebiets im Osten und Südosten von Wuppertal. === Einführung === Die Barmer Linie trennte das Gebiet des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen in zwei Teile, Niederbarmen (Unterbarmen) und Oberbarmen. Im Spätmittelalter bestand Barmen nur aus einem lockeren Verband von Einzelhöfen hauptsächlich im Besitz der Grafen von Berg und von der Mark, die zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze Elberfeld zu Schwelm lagen. Die Grenze zwischen Berg und Mark verschob sich aber im 14. Jahrhundert mehrfach, mehr dazu im Abschnitt Enstehungszeit und -Zweck. Der spätere zentrale Siedlungskern, Barmen-Gemarke, entstand erst in der späteren Neuzeit und wurde zuvor von der Landwehr zerschnitten. Dieser mittelalterlichen Kirchspielgrenze, die auch Dekanatsgrenze zwischen den Dekanaten Lüdenscheid und Neuss war, folgte die Landwehr von den Wuppertaler Nordhöhen durch das Tal der Wupper bis zu den Wuppertaler Südhöhen. Dort endete auch das als Barmen bezeichnete Gebiet am Murmelbach. Die Landwehr aber verlief entlang der Wupper weiter durch das Waldgebiet Olscheid bis zur im dreissigjährigen Krieg zerstörten Beyenburg im gleichnamigen Wuppertaler Ortsteil. Die Beyenburg war herzogliche Residenz und Verwaltungssitz des Amts Beyenburg, zu dessen Gebiet auch überwiegende Teile des heutige Barmens, sowie das Gebiet des Olscheids (heute Bereich Herbringhausen/Marscheid) gehörte. === Verlauf === Der nachweisliche Beginn liegt im Wuppertaler Ortsteil [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Hatzfeld] in der Nähe der Kreuzung Hatzfelder Straße / Uellendahler Straße. Hier wird laut Engels auch eine Durchgangstelle mit Schlagbaum als Straßensperre angenommen. Aufgrund der Beyenburger Amtsrechnung von 1806/07 ist bekannt, dass die Landwehr sich nach Norden bis zur märkischen Grenze bei Horath oder der [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Horather Schanze] fortgesetzt hat, aber es gibt keinerlei Bodenfunde, Flurgrenzen oder Toponyme, die den exakten Verlauf belegen. Aus Pachtunterlagen von 1807 geht aber hervor, dass zwei Höfe nördlich der Hatzfelder Straße 42 bzw. 14 Ruten der Landwehr gepachtet hatten. Bei Horath könnte sie nach weiteren Spekulationen mit der Elberfelder Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen und/oder einer Linie entlang dem Deilbach zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. Über den Verlauf der [[Elberfelder Landwehr]] im Bereich des nördlichen Wuppertals gibt es drei nachvollziehbaren Theorien, von denen zumindest eine ein Zusammentreffen ermöglichen würde. Der Verlauf nach Süden ist dagegen gesichert. Im Abstand von 40-80 Metern verlief die Barmer Linie westlich der Hatzfelder Straße nach Süden. Dabei wird die Ortslage Lante durchschnitten. Der Name Lante selbst ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung von Lantert, das als mittelalterliche Bezeichnung für den Begriff Landwehr bekannt ist. In Höhe der alten Hatzfelder Schule bei Lante waren im 19. Jahrhundert noch Wall/Grabenreste zu erkennen. Richtung Südosten verlief sie laut dem ''Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen'' von 1642 zwischen den Höfen der Rotte Carnap und der Rotte Leimbach. Oberhalb der Gutes Beesen bei dem Hof Carnap sollen aber im 19. Jahrhundert ebenfalls noch Reste eines Walls zu erkennen gewesen sein. Ist dem so tatsächlich gewesen und waren diese auf alten Karten auch eingezeichneten Strukturen kein Hohlweg, dann blieb die Landwehr bis dahin westlich der heutigen Hatzfelder Straße und bog in Höhe der heutigen A46 nach Osten zum Unterlauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Leimbach_%28Wupper%29 Leimbach] ab. Dort folgte sie dem Westufer des Leimbachs bis zu dessen Mündung in dem Seitenarm der Wupper, der später als Mühlengraben genutzt wurde. Von dort führte die Landwehr weiter bis zur Wupper. Dieser gesamte Bereich ist sehr stark bebaut und als einziges Indiz der Landwehr am heute verdohlt verlaufenden Leimbach kann nur die Landwehrstraße, eine Seitenstraße des Steinwegs, und der Landwehrplatz dienen. Nahe der Wupper stand der Oberhof Barmens, der das lokale Verwaltungszentrum der bergischen Landesherrn für die umliegenden Hofschaften bildete. Dieser 1902 abgerissene Hof trug den Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rnen_%28Wuppertal%29 Dörner Hof], von dessen Standort nur noch die Straßennamen Oberdörnen und Unterdörnen zeugen. Der Name Dörner Hof ist ein deutlicher Hinweis auf die Lage an der Landwehr und nimmt Bezug auf deren Gedörn. Ein weiterer Hof an der Leimbachmündung, der Schlippenhof, markiert die Stelle, wo sich ein Durchgang befand, da ein kleiner Personendurchgang durch eine Landwehr nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Engels] auch als Schlippe bezeichnet wurde. Bis hierhin ist durch die dichte Bebauung im Zentrum Barmens und die Umgestaltung des Geländes in den Barmer Anlagen kein erkennbarer Rest der Landwehr erhalten geblieben. Nur aus Quellen wie dem herzoglicher Kommissionbericht zur Vermessung und Verpachtung der Landwehrfluren aus 1696 und anderen Verwaltungsakten (Beyenburger Rentmeistereirechnungen) geht der Verlauf grob hervor. Als die herzogliche Kommission, ausgesandt von Herzog Johann Wilhelm von Berg (Jan Wellem), die Landwehr vermessen sollte (die Trasse war seit alters her ja herzoglicher Besitz), um sie zum Füllen der stets knappen Staatskasse an die ansässigen Bauern zu verpachten (bzw. nun Pacht von den Bauern zu fordern, die sie schon längst selbst nutzten), stieß sie schon Ende des 17. Jahrhunderts bei der Ermittlung des genauen Verlaufs auf Probleme. Es wurden von der Kommission über 70 Jahre alte Zeitzeugen befragt, die den Verlauf noch aus ihrer Jugend in der Zeit des dreißigjährigen Krieges kannten. Bereits um 1500 war von der Landwehr im Bereich der Wupperquerung, wie aus den Aussagen von Anliegern in der Beyenburger Rentmeistereirechnung von 1559/60 hervorgeht, bis auf Reste (Grabenstück und Baumstümpfe des Gebücks) nichts mehr vorhanden. Die Landwehr endete in der sumpfigen Wupperaue und setzte sich südlich des Flusses fort. Hier folgte sie auf westlicher Seite dem Lauf des Fischertaler Bachs, der früher nach der im Tal an der Mündung gelegenen Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Clef_%28Wuppertal%29 Clef] Clefbach oder Clever Bach genannt wurde, hinauf zu den Wuppertaler Südhöhen. Aus Wegerechtsakten von 1803/04 geht hervor, dass der Fischertaler (Clever) Bach teilweise selbst den Graben der Landwehr als Bachbett nutzte. Bereits im 16. Jahrhundert ist laut einem Bericht vom 18. Februar 1566 Wasser aus der Landwehr entnommen worden - die Landwehr muss also sehr nahe am Bachlauf gelegen haben, damit der Bach sein Bett in sie verlegen konnte. Auch im Fischertal war laut [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Werth Adolf Werth] im 19. Jahrhundert noch ein Wallrest an der Einmündung der Amalienstraße in die Fischertaler Straße zu finden. 1846 sollte, wie aus einer Eingabe hervorgeht, ein Teil der Landwehr mit der heutigen Fischertaler Straße überbaut werden. Durch die heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Anlagen Barmer Anlagen] führte sie weiter hinauf zu der heutigen Lönsstraße zwischen dem Ehrenfriedhof und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Toelleturm Toelleturm]. Die Unkenntnis über den exakten Verlauf endet knapp südlich der Lönsstraße, wo tatsächlich ein ca. 250 Meter langes Stück des Landwehrwalls im Barmer Wald erhalten blieb. Dieses heute als Bodendenkmal geschütze Stück setzt sich nach Süden fort und wendet sich in Kurven dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Murmelbach_%28Wupper%29 Murmelbach] (früher auch Marper Bach, Marpebach oder schlicht Marpe genannt) zu, wobei der erhaltene Wall immer bruchstückhafter und verschliffener wird, je weiter man sich dem Bach nähert. Der Bach war die Grenze zwischen Barmen und dem Gerichtsbezirk Lüttringhausen, beide ab 1407 dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amt Beyenburg] angehörend. Ca. 50 Meter vor dem Bachlauf endet dann jede Spur des Walls. Unmittelbar hinter dem Adolf-Werth-Gedenkstein ist sie mit am ausgeprägtesten. 1704 maß der Landvermesser Schophopf die "mit Sträuchern und Blumen" bestandene Landwehrflur zwischen der Wupper und dem Murmelbach auf vier Morgen und zehn kölnische Ruten. Zum Ausgleich der Nutzung vergüteten die Barmer Markgenossen dem Landesherrn diese Fläche mit drei Morgen Wald im Dickter Busch. [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg|mini|300px|links|Der als Bodendenkmal geschütze Wall an der Lönsstraße beim Toelleturm]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg|mini|300px|Der Wall ist im weiteren Verlaut von Brombeeren und anderen bodendeckenden Pflanzen überdeckt und kaum zu erkennen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg|mini|400px|links|Blickrichtung Lönsstraße]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg|mini|400px|Blickrichtung Lönsstraße. Der in Kurven verlaufende Wall setzt sich in unterbrochener Form auf der anderen Seite bis ca. 50 Meter vor den Murmelbach fort]] <br style="clear:both" /> Nach Überquerung des Murmelbach wendet sich die Landwehr der Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/Konradsw%C3%BCste Konradswüste] zu. Der genaue Verlauf ist nicht bekannt, es existiert aber die Annahme, dass die Geländestufe oberhalb der Pilgerheim Murmelbachtals Teil der Landwehr war. Ein andere Theorie geht von einem geraden Verlauf die Flanke der [http://de.wikipedia.org/wiki/Scharpenacker_Berg Scharpenacker Berge] hinauf bis zur Siedlung. Dort durchlief die Landwehr das Zentrum des heutigen Siedlungsbereiches und wendete sich dem Blombachtal zu. Sie tritt heute ca. 30 Meter oberhalb der Bahnstrecke Wuppertal-Remscheid (rund 200 Meter südlich der Eisenbahnbrücke Hammesberger Weg) als schmales Flurstück in Erscheinung, dass in südwestliche Richtung in das Tal führt und sich hinter dem Bahndamm fortsetzt. Die noch 1938 von Engels gesichteten Wallreste sind teilweise dem Bau der Autobahn A1 und des Gewerbegebiets Kupferhammer westlich davon zum Opfer gefallen, aber auf einer Länge von ca. 30 Meter vor der Autobahn erhalten. Auf der anderen Talseite verließ sie in Höhe des ehemaligen Schulhauses (1938: Blombacherbach 2) das Blombachtal und stieg den steilen Hang in den heutigen Marscheider Wald hoch. Ab hier bis kurz vor dem Herbringhauser Bach ist der Landwehrverlauf eindeutig, da er sich in kompletter Länge als schlauchförmiges, sich im Schnitt ca. 250 Meter südlich der Wupper befindendes Flurstück durch das Waldgebiet zieht. Auf mehreren historischen Karten, aber auch auf einer älteren DGK5 ist er gut erkennbar eingezeichnet. Auf der Höhe wendete sie sich in einem geschwungenen Doppelbogen über den Geländesporn oberhalb der Erbhöfe erst nach Norden, dann nach Osten und verlief nun parallel zur Wupper auf halbes Höhe des zur Wupper abfallenden Hangs bis zum Tief eingeschnittenen Tal des Eschensiepens, das in gerader Linie zur gegenüberliegenden Seite hin überschritten wurde. Beim Lauf in östlicher Richtung überquerte sie zuvor einen alten, heute stark verschliffenen Hohlweg von den Erbhöfen den Marscheider Berg hinauf , der laut Karten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Benutzung war. Vom Verlauf handelt es sich möglicherweise um einen typischen alten Höhenweg, der unter Umständen auch einen Landwehrdurchgang besessen haben könnte. Auf Karten des frühen 19. Jahrhunderts ist der Weg bereits verzeichnet. Am Beginn des Gefälles zu Eschensiepen, sowie an einer Stelle hundert Meter davor sind noch stark verschliffene Reste des Walls zu erahnen. Im rechten Winkel zu der Landwehr finden sich entlang dem Lauf des Eschensiepen bis zum Gipfel des Marscheider Bergs folgend deutliche, mehrfache Wall-/Grabenstrukturen, die genauer zu untersuchen sich als lohnend erweisen könnte. Für einen reinen Hohlweg sind diese Strukturen im Vergleich zu dem Hohlweg Erbhöfe-Marscheider Berg im Profil erheblich deutlicher ausgeprägt und weisen mehrere parallele Wälle auf, die bei dieser Struktur nicht auszumachen sind. Auch ließen sich die am Fleischsiepen gefundenen, zum Marscheider Bach hinführenden Wall-/Grabenstrukuren, die Gerd Hellbeck wohl fälschlicherweise als Teil der Elberfelder Landwehrlinie deutet, in gerader Linie den Strukturen auf der Höhe des Marscheider Bergs verlängern. Aber zurück zur Barmer Landwehr. Die Landwehr verläuft nun im Abstand von ca. 20-30 Meter südlich des Siedlungsrandes von Laaken zum katholischen Friedhof. [http://de.wikipedia.org/wiki/Laaken Laaken] wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak Grenzbaum, Schanze, besonders befestigter Ort, vgl. auch Lackbaum (= Schlagbaum). So gesehen ist der dortige Straßenname Laaker Landwehr, der auch auf das Bauwerk hindeutet, eine Tautologie. Ihr Verlauf ab dem Friedhof entspricht im Großen und Ganzen dem des dortigen Waldwegs, wobei sie an einem Siepen geradlinig verläuft, während der Weg der Geländeform auf gleicher Höhenebene folgt. Vorhandene Landwehrtrassen sind häufig als Weg genutzt und ausgebaut worden, da mit ihnen bereits eine Trassierung durch das Gelände vorlag und auch die Eigentumsrechte der anliegenden Grundstücksbesitzer durch die neue Weganlage nicht berührt wurden. Die Trasse der Landwehr selbst blieb bis in das 19. Jahrhundert zumeist im Staatseigentum. (Bilder und Links zum nachfolgenden Text kommen noch) Hinter dem Siepen sind an dem talwärts gelegenen Rand des Weges auf kurzer Länge ausgeprägte Wallstrukturen auszumachen, die unter Umständen auch der Landwehr zugeordnet werden können. Während sich der Weg in einem Bogen nach Süden in das Herbinghauser Bachtal wendet, kürzte die Landwehr über den Bergsporn ab. Dieser Sporn wird von Nordosten kommend von einem Waldweg durchschnitten, dessen Kreuzungspunkt mit der Landwehr laut der Urkatasterkarte von 1815-25 Frankenbaum genannt wurde. Dieses würde auf eine Altstraße mit einen Landwehrdurchgang mit Schlagbaum hindeuten. Die Landwehr überquert denselben Waldweg, der bei Laaken eine zeitlang auf der Trasse verlief, und fiel südlich des Laaker Hammers steil zum Herbringhauser Bach ab . Der Herbringhauser Bach hieß früher Olpebach und gab auch dem großen Waldgebiet, das er durchfließt, den Namen Olscheid. Hier soll sich auch an der Landwehr eine Wolfskuhle befunden haben. Auf der anderen Talseite stieg die Landwehr ebenso steil wieder den Hang des Paulsberg hinauf. Das Fehlen von Wallresten kann darauf hindeuten, dass hier die Sicherung nur aus dem Gebück/Gedörn bestand, da die steilen Hänge sowieso keine einfache Begehung zuließen. In einem weiteren Doppelbogen wendete sich die Landwehr nach Norden und wieder nach Osten. In der Nähe mehr oder weniger parallel laufend, aber nicht genau auf dem Landwehrflurstück liegend, findet sich auf mehreren hundert Metern eine deutlich ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur. Es ist unklar, ob diese sehr deutlich im Gelände sichtbaren Strukturen mit der Landwehr in Zusammenhang stehen, denn es könnte sich auch um ein von Oberste Laaken den Paulsberg hinaufführenden Hohlweg handeln, dessen nördlicher Serpentinenteil noch heute von Waldwegen genutzt wird. Allerdings führt der heutige Waldweg als Hohlweg direkt zu dem Gipfel des Paulsbergs, während sich die Wall-/Grabenstruktur wieder in Richtung des Herbringhauser Bachtals wendet und zu diesem wieder abfällt, was als Wegführung nur begrenzten Sinn macht. Diese Struktur verliert sich in einem dichten Jungwald und ist nicht ganz deckungsgleich mit dem Flurstück der Landwehr. Die Struktur trifft an deren nördlichen Ende im spitzen Winkel auf die Landwehrtrasse und mündet dort in den heute als Waldweg genutzten Hohlweg zum Gipfel des Paulsbergs. Kurz vor der Einmündung der Struktur in den heutigen Waldweg findet sich auf der Ostseite des Waldweges im rechten Winkel dazu ein verschliffener, aber noch auf einer Länge von wenigen Metern erhaltener Einzelwall, der exakt auf der Landwehrtrasse liegend, vermutlich zu der Landwehr gehören dürfte. Ist dieses der Fall, so kann die ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur nicht zu der Landwehr gehören, es sei denn, die Landwehr hätte dort einen deutlicheren Richtungswechsel nach Südwesten durchgeführt, als das Landwehrflurstück andeutet. Auch ist es nicht einleuchtend, warum sich ein verschliffener, kaum erkennbarer Wall nach einem abrupten Richtungswechsel unvermittelt als gut erkennbarer Doppelwall fortsetzen sollte. Diese Situation muss also noch erforscht werden. In östlicher Richtung setzte sich das Landwehrflurstück von dem Zusammengang von Doppelwall-/Grabenstruktur und Hohlweg noch ca. 200 Meter fort, und endet dort. Der weitere Verlauf bis zur Beyenburg ist zur Zeit vollkommen unklar. Es ist bislang nicht gelungen, weitere Bodenspuren zu finden, auch die bislang hilfreiche Urkatasterkarte aus dem beginnenden 19. Jahrhundert versagt hier ihre Dienste. Erschwert wird die Suche auch dadurch, dass hier umfangreiche Erdbewegungen vorgenommen wurden: Einmal im Tal durch der Anlage der ehemaligen Unteren Herbringhauser Talsperre und anschließend auf der Höhe des der Wupperschleife bei Dahlhausen zugewandten Bergsporns namens Zur guten Hoffnung. Der Bergsporn wurde durch die Anlage eines Steinbruchs stark abgetragen und später durch die Nutzung als große kommunale Mülldeponie Kemna wieder verfüllt. Heute ist das umgestaltete Gelände mit Wald bepflanzt. Auch eine Karte des Waldgebiets aus dem 17. Jahrhundert, das nach seinen herzoglichen, also besonderen Eigentümer Sondernbusch genannt wurde, gibt keinen Aufschluss über den Verlauf. Erst in schriftlichen Quellen (Lagerbuch des Amts Beyenburg, dort Eintrag vom 19. Juli 1566) wird die Landwehr als zur der Burg Beyenburg führend auf den letzten Metern zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg wieder erwähnt, als ein Anlieger zum Hochwasserschutz der Wupper eine Mauer vervollständigen wollte, die von der Landwehr unterbrochen war. Der Streit über die Nutzung der Landwehrparzelle, die sich unter Verwaltung des Beyenburger Pfandherren Graf Franz II. von Waldeck befand, fand seine Niederschrift in dem besagten Lagerbuch. Im Gegenzug zur Genehmigung des Lückenschlusses wurde dem Antragsteller Kasper von den Bruggen (= Beyenburger Brücke) auferlegt, diese Mauer als Ersatz für die Landwehr in Richtung der Beyenburg bis zu dem dortigen Schlagbaum fortzuführen. Die Landwehr verlief also nahe der Wupper in östlicher Richtung auf den Wuppermäander in Beyenburg zu, auf dem sich die Beyenburg und die dazugehörende Freiheit befand. In der Rentmeisterrechung Beyenburg 1749/50 wird ebenfalls eine seit 1720 verpachtete Landwehr zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg erwähnt und der Eintrag von 1566 damit bestätigt. Engels und auch zuvor Fahne deuten an, dass die Landwehr eventuell bis Hengsten weiterführte, wo sie auf die Elberfelder Linie traf. Gesichert ist diese Annahme aber bislang nicht. Helbeck hält diese Annahme ebenfalls für möglich und deutet passende Bodenstrukturen an. === Durchgänge === Landwehrdurchgänge sind überliefert auf Hatzfeld und beim Schlippenhof beim heutigen Alten Markt. Mit Sicherheit wird es einen Durchgang bei Beyenburger Brücke gegeben haben, wo die bedeutende mittelalterliche Heer-, Handels- und Pilgerstraße zwischen Dortmund und Köln die Wupper überquerte. Ein in der Urkatasterkarte namens Frankenbaum eingezeichnete örtlichkeit auf dem Marscheider Berg könnte auf einen Schlagbaum (also Landwehrdurchgang) hinweisen. Bei Wuppertal-Herbringhausen existiert eine Flur Vor dem Baum an der parallel laufenden Elberfelder Landwehr, die auch auf einem Schlagbaum hinweist. Vermutlich gab es ein Pendant zu diesem Durchgang in der nur wenige hundert Meter weiter nördlich verlaufenden Barmer Landwehr am gleichen Weg. An der Beyenburg selber ist ein Schlagbaum durch im dem Lagerbuch von 1566 niedergeschriebenen Streit über den Hochwasserschutz belegt. === Bodenfunde === Erkennbar erhaltene, denkmalgeschützte Wallreste mit Unterbrechungen befinden sich im Barmer Wald zwischen der Lönsstraße und dem Murmelbach. Im Marscheider und Herbringhauser Wald sind ebenfalls noch vereinzelt stark verschliffene Wallreste vorhanden. === Entstehungszeit und -zweck === Die sich im Laufe der Zeit verändernden spätmittlelalterlichen Besitzverhältnisse Bergs, Marks und Kurkölns innerhalb des Barmer Hofesverbandes lassen vielfältige Deutungen über Entstehungszeit und -Zweck zu. Aber auch eine Entstehung vor der bergisch-märkischen Territorialbildung im Früh- oder Hochmittelalter wurde diskutiert. Da sie am Westufer von Leimbach und Fischertaler Bach bzw. am Südufer der Wupper verlief, war sie den gegen Osten bzw. Norden gerichtet, die Bedrohung wurde dort her kommend gesehen. Das führt zu der Annahme, dass der territoriale Besitzer Unterbarmens sie zum Schutz des Gebietes westlich/südlich davon erbaute. Innerhalb Barmens liegt sie an der alten Kirchspielgrenze, die schon vor dem Bergisch-Märkischen Einflussnahme vorhanden war und es liegt weiterhin die Vermutung nahe, dass eben diese Grenze mit der Landwehr gesichert wurde. In Folge der fränkischen Landnahme der rechtsrheinischen Hochflächen ab den 8./9. Jahrhundert gehörte die Wuppertaler Region zu den Randgebieten der fränkischen Gaugrafschafen (auch Gografschaften, kurz Gaue) Ruhr-, Deutz- und Keldachgau, die im Herrschaftsbereich der Ezzonen lagen. Ab dem 10. Jahrhundert war die Region kirchenrechtlich in die Dekanate Neuss und Lüdenscheid unterteilt, deren Untereinheiten, die Kirchspiele Hilden (ab 1300 dann das neu gegründete Kirchspiel Elberfeld) und Schwelm, hier aneinander grenzten. Die Dekanate unterstanden den Kölner Erzbischöfen, die bis in das 11. Jahrhundert als kaiserliche Beamte für die Verwaltung des Gebietes zuständig waren, während die Gografen (Gaugrafen) das oberste Richteramt inne hatten. Der Erzbischof von Köln bzw. seine Pfarreien waren darüber hinaus auch Grundbesitzer einiger der in Barmen befindlichen Höfe (Allodialbesitz) - andere Höfe waren Freigüter und gehörten den dortigen Bauern, denn teilweise bestanden schon Besiedlungen durch sächsische oder den Sachsen untergeordnete bzw. sich ihnen angeschlossene Volkstämme aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Die Ravensberger Grafen besaßen als Nachfahren der Ezzonen Barmer Höfe zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze. 1245 erwarben die Bergischen Grafen, die als Vögte dem Dienstadel der Kölner Erzbischöfe entstammten, die Barmer Villikation mit diesen Höfen und waren nun neben dem Erzbischof von Köln dort ebenfalls Grundbesitzer. Ausnahme war die Villikation Wichlinghausen unter anderem mit dem Hof Heckinghausen, die von den Ravensbergern zuvor an die Adelsfamilie von Kappeln veräußert worden war. Nach der Schlacht von Worringen 1288 und der militärischen Auseinandersetzung auf der Seite des Königs Albrecht I. gegen den Kölner Erzbischof Wigbold von Holte verlor Kurköln sukzessive Gebiete und Allode an Berg und Mark; so das gesamte Kirchspiel Schwelm an Mark in der Zeit zwischen 1301 und 1324. Die bergischen Grafen sahen sich nun folgender Situation ausgesetzt: Das Kirchspiel Elberfeld gehörte noch dem Erzbischof, war aber an dessen Ministeriale verpfändet. Das Kirchspiel Schwelm war bis spätestens 1324 kurkölnisch, ab dann aber märkisch. Mitten drin lag der eigene bergische Allodialbesitz, der sich auf Elberfelder und Schwelmer Kirchspielgebiet verteilte und rechtlich zur ebenfalls 1324 von Mark eroberten Freigrafschaft Volmarstein gehörte. Die zweite große Barmer Villikation unter dem Oberhof Wichlinghausen wurde erst 1384 von Mark erworben, so dass es ab diesem Zeitpunkt auch Allodialbesitzer in diesem Bereich war, auch mit einzelnen Höfen im hauptsächlich zu Berg gehörenden Bereich Unterbarmens. Mit dem Allodialbesitz war aber noch kein Territorialbesitz verbunden und erst irgendwann ab 1301 wurde Berg im Bereich zwischen Elberfeld und der Kirchspielgrenze, also Unterbarmen, vermutlich auch der Territorialbesitzer. Unter der Annahme, die Ober- und Unterbarmen teilende Landwehr wäre bergischen Ursprungs, so könnte sie frühestens ab 1300 gebaut worden sein, als Berg den Grund hatte sich territorial von dem kurkölnischen oder märkischen Schwelm abzugrenzen. Dafür spricht auch, dass die Elberfelder Landwehr, die Unterbarmen von Elberfeld schied, dem Anschein nach gegen das kurkölnische Elberfeld gerichtet gewesen war; da sie an der Ostgrenze der Freigrafschaft Volmarstein verläuft, kann sie aber auch eine Grenzsicherung der Freigrafschaft gewesen sein. Der Landwehrbau könnte das ab 1301 bergisch beherrschte Unterbarmen also nach beiden Seiten abgesichert haben. Spätestens ein paar Jahre nach der bergisch-märkischen Auseinandersetzung in Folge der Schlacht von Kleverhamm 1397 wurde die Landwehr zumindest als bergisch-märkische Grenzlinie obsolet - die Territorialgrenze verschob sich aufgrund von militärischen Erfolgen oder aufgrund einer Einigung dauerhaft ab 1400 nach Osten an die Bäche Schellenbeck und Schwarzbach. Das könnte der Zeitraum gewesen sein, wo die Landwehr innerhalb von Barmen aufgegeben sein könnte. Eine neue Landwehr entlang der neuen Grenze ist nicht gesichert, daher ist eine weitere Nutzung als zurückgenommene Grenzsicherung bis in das 16. Jahrhundert nicht unwahrscheinlich, wobei sie laut der Urkundenlage aber bereits zu dieser Zeit lückenhaft war und nicht mehr allzu gut Instand gehalten wurde. Gerd Helbeck ist allerdings der Auffassung, das an der Schellenbeck auch ein Landgraben bestanden hat. Im Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg müssen wir andere Verhältnisse betrachten. Das Gebiet südlich der Landwehr ist schon seit dem 12. Jahrhundert als bergischer Besitz beurkundet und gehörte zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum vermutlich zwischen 1355 und 1399 gegründeten Amt Beyenburg, zu dem auch Barmen gehörte. Mit ihr konnte das bergische Kernland entlang der Wupper gegenüber dem kurkölnischen, später märkischen Schwelm jenseits der Wupper geschützt werden. Allerdings ist der Wall im Gegensatz zu der nur wenige hundert Meter dahinter parallel verlaufenden Elberfelder Landwehr weitaus schlechter erhalten, so dass man geneigt ist, eine frühe Anlage und auch Aufgabe der Linie anzunehmen. Der Theorie, dass die Landwehr ein bergisches Bauwerk ist, wird vor allen von früheren Forschern nicht geteilt, aber auch Justus Bockemühl meldete Ende des 20. Jahrhunderts Zweifel an. Die Landwehr als fränkisch-sächsische Grenzlinie anzunehmen geht aber von der Vorraussetzung aus, deren Gebiete wären durch eine wohldefinierte Grenze getrennt gewesen. Tatsächlich handelte es sich im Frühmittelalter um einen Grenzsaum innerhalb größtenteils unbesiedelten Raumes, in den vereinzelte Angehörige sächsischer und fränkischer Volksstämme als Pioniere Siedlungsplätze gegründet hatten. Der notwendige Organisations- und Besiedlungsgrad für den Landwehrbau bildete sich erst im 10. Jahrhundert aus. Hier springt Bockemühl in die Kerbe und regt eine Entstehung im 10. oder 11. Jahrhundert an, und zwar in Form als Grenzsicherung der Landdekanate. Diese Absicherung soll gegenseitig erfolgt sein, zwei parallele, sich gegenüber stehende Landwehren mit einem breiten Niemandsland dazwischen an den Dekanatsgrenzsäumen verhinderten den Angriff sowohl von der einen, als auch von der anderen Seite. Mit dieser Annahme erklärt er das Vorhandensein der parallelen Landwehrlinien am Ostrand des Bergischen Landes wie z.B. hier die Barmer Landwehr und die Elberfelder Landwehr. oder weiter südlich der Elberfelder Landwehr und der Linie Ispingrade-Horpetal. Mit seiner Theorie ließen sich die bislang zu unbekannten Zweck errichtete Landwehr östlich von Solingen-Ohligs als Dekanatsgrenze zwischen Deutz und Neuss, aber auch zahlreiche andere Landwehren im westfälischen Raum erklären. Laut Bockemühl lief die Barmer Landwehr auch nicht nach Beyenburg, sondern übersprang beim Herbringhauser Bach die Wupper und verlief dann auf der rechten Flussseite weiter parallel zur Elberfelder Landwehr. Die kurze Landwehr bei der Hölzernen Klinke oberhalb der Beyenburg deutet er als mögliches Teilstück dieser Linie an. Ein starkes Argument für einen vor-bergischen Bau liefert der Name Barmen selbst. Das erstmals 1070 als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden erwähnte Barmen wird von einigen etymologisch als Wall, Erdhaufen gedeutet. Der altsächsische Wortstamm Berm, Barm findet sich auch im Begriff Heubarme (Hauhaufen) wieder, so das hier von den Höfen am Erdwall die Rede sein könnte. Als Berg 1244 die Bona de Barme erwarb könnte die Übersetzung ebenfalls statt Güter in Barmen auch Güter am Erdwall lauten. Bockemühl deutet die Etymologie anders: Ahd. brama; mhd. brame = Dornstrauch (vgl. Brombeere; engl. broom) wurde nach einer Lautumstellung (vgl. auch Bronnen (Brunnen) zu Born) zu Barme. Auch bei dieser Herleitung steht die Landwehr als namensgebendes Element (Gedörn) im Mittelpunkt. Hermann Hinz gibt weiterhin zu bedenken, dass die Barmer Höfe offenbar bereits vor 1244 zu beiden Seiten der Landwehr lagen, so dass eine spätere Grenzziehung, die dann die östlichen Höfe außerhalb des Schutzes gelassen hätte, nicht so recht vorstellbar sei. Die Markgenossenschaft des Hofesverbands war 1244 längstens durchorganisiert und wäre so künstlich geteilt worden. Die Landwehr ist seiner Meinung nach vor der Bildung des Hofesverbands somit um 750 in die Zeit der fränkisch-sächsichen Grenzziehung zu sehen und schützte somit den fränkischen Tafelhof Elberfeld. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass der urkundlich nachweisbare Landwehrbau sämtlich zur Zeit der Territorialwerdung im Spätmittelalter stattfand und auch andere, benachbarte Bauwerke nur in diesem Kontext Sinn machten. Fazit: Wenn man die unbelegbare Theorien außen vor läßt, die Barmer Landwehr könnte bereits ein Grenzbollwerk zwischen den Franken und den Sachsen aus dem 7. bis 10. Jahrhundert oder ab dem frühen Hochmittelalter eine Trennlinie der beiden kurkölnisch beherrschten Dekanaten gewesen sein und annimmt, die Landwehr sei wie andere mit nachweisbarer Bauzeit in Deutschland in der Zeit der Territorialbildung ab dem 13. Jahrhundert entstanden, so kann sie nur von den bergischen Herzögen angelegt worden sein, die sich entweder gegen Kurköln oder Mark absichern wollten. Ein bergischer Territorialschutz war aber erst kurz nach der Wende zum 14. Jahrhundert nötig, da bis dahin die bergischen Grafen keine Territorialherrschaft über Barmen ausübten, sondern nur im Besitz einzelner Höfe waren. Etwas differenzierter ist das Bild im sich anschließenden Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg. Zwar war das Gebiet der angrenzenden Honschaft Erbschlö seit 1189 nachgewiesenermaßen Teil des bergischen Kerngebiets und lag im Amt Bornefeld, aber ob dieser Landwehrabschnitt früher als oder zeitgleich mit dem in Barmen errichtet worden ist, ist damit noch nicht geklärt. Eine Besiedlung des Gebietes fand vermutlich erst ab dem 16. Jahrhundert statt, da es keine früheren Belege der dortigen Höfe gibt. Da die Beyenburg (1304, bzw. 1336 erstmals erwähnt), der Endpunkt der Linie, erst relativ spät errichtet worden ist und es auch keine Hinweise auf eine Landwehr am Murmelbach entlang der Grenze zu Barmen in Richtung Elberfeld bekannt sind, wird sie vermutlich nicht vor dem Abschnitt durch Barmen enstanden sein. Denn wenn es sich um eine ältere Außenlandwehr des Amtes Bornefeld gehandelt hätte, dann wäre auch ein Abschnitt entlang der gesamten Grenze zu den nordöstlichen Nachbargebieten zu erwarten gewesen, der mit der Einverleibung Barmens in das bergische Herschaftsgebiet dann aufgegeben wurde. Von einem solchen Abschnitt entlang der Grenze zu Barmen ist aber nichts bekannt, so dass die gesamte Barmer Landwehrlinie in einem Zeitraum erbaut worden sein dürfte. Auch war der Schutz entlang der Wupper erst notwendig, als nicht mehr der kurkölnische Dienst- und Lehnsherr der bergischen Grafen im gegenüberliegenden Schwelmer Kirchspiel Territorialherrscher war (bis 1324), sondern als ihre befeindete Seitenlinie, die Grafen von der Mark, dort herrschten. === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 * Wilhelm Engels: Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 66, 1938 * Justus Bockemühl: Adelsüberlieferung und Herrschaftsstrukturen, Bergischer Geschichtsverein, Abt. Remscheid e.V., 1987, ISBN 3-924224-07-2, S. 64ff * Walter Dietz: Barmen vor 500 Jahren - Eine Untersuchung der Beyenburger Amtsrechnung von 1466 und anderer Quellen zur frühen Entwicklung des Ortes Barmen, In: Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals, Born-Verlag, 1966, S. 23ff * Gerd Helbeck, Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes, Band I (Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff * Emil Wahl: Die Barmer Landwehr, Wuppertal, 1959 * Gottfried Dütschke: Barmen. An der Landwehr * Gustav Löns: Landwehren in Wuppertal, 1968 * Anton Fahne: Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 4, 1867, S. 30-32 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1825 * Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) * Stadtplan Wuppertal 1:10.000, Stand Oktober 1963 (Verlauf im Herbringhauser Wald fälschlicherweise als existierende Landwehr eingezeichnet) * DGK5 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) === Quellen === * Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1559/60, 1771/72 und 1806/07 * Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1696 * Barmer-Beyenburger Lagerbuch 1597-1743 * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen von 1642 === Weblinks === *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b002.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück am Toelleturm] </div> </div> ecb38c5e65244bb375f570fbe25b64948c1f2be6 392 391 2015-10-31T14:58:54Z Jm 1 /* Entstehungszeit und -zweck */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Innerhalb des Stadtgebiets im Osten und Südosten von Wuppertal. === Einführung === Die Barmer Linie trennte das Gebiet des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen in zwei Teile, Niederbarmen (Unterbarmen) und Oberbarmen. Im Spätmittelalter bestand Barmen nur aus einem lockeren Verband von Einzelhöfen hauptsächlich im Besitz der Grafen von Berg und von der Mark, die zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze Elberfeld zu Schwelm lagen. Die Grenze zwischen Berg und Mark verschob sich aber im 14. Jahrhundert mehrfach, mehr dazu im Abschnitt Enstehungszeit und -Zweck. Der spätere zentrale Siedlungskern, Barmen-Gemarke, entstand erst in der späteren Neuzeit und wurde zuvor von der Landwehr zerschnitten. Dieser mittelalterlichen Kirchspielgrenze, die auch Dekanatsgrenze zwischen den Dekanaten Lüdenscheid und Neuss war, folgte die Landwehr von den Wuppertaler Nordhöhen durch das Tal der Wupper bis zu den Wuppertaler Südhöhen. Dort endete auch das als Barmen bezeichnete Gebiet am Murmelbach. Die Landwehr aber verlief entlang der Wupper weiter durch das Waldgebiet Olscheid bis zur im dreissigjährigen Krieg zerstörten Beyenburg im gleichnamigen Wuppertaler Ortsteil. Die Beyenburg war herzogliche Residenz und Verwaltungssitz des Amts Beyenburg, zu dessen Gebiet auch überwiegende Teile des heutige Barmens, sowie das Gebiet des Olscheids (heute Bereich Herbringhausen/Marscheid) gehörte. === Verlauf === Der nachweisliche Beginn liegt im Wuppertaler Ortsteil [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Hatzfeld] in der Nähe der Kreuzung Hatzfelder Straße / Uellendahler Straße. Hier wird laut Engels auch eine Durchgangstelle mit Schlagbaum als Straßensperre angenommen. Aufgrund der Beyenburger Amtsrechnung von 1806/07 ist bekannt, dass die Landwehr sich nach Norden bis zur märkischen Grenze bei Horath oder der [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Horather Schanze] fortgesetzt hat, aber es gibt keinerlei Bodenfunde, Flurgrenzen oder Toponyme, die den exakten Verlauf belegen. Aus Pachtunterlagen von 1807 geht aber hervor, dass zwei Höfe nördlich der Hatzfelder Straße 42 bzw. 14 Ruten der Landwehr gepachtet hatten. Bei Horath könnte sie nach weiteren Spekulationen mit der Elberfelder Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen und/oder einer Linie entlang dem Deilbach zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. Über den Verlauf der [[Elberfelder Landwehr]] im Bereich des nördlichen Wuppertals gibt es drei nachvollziehbaren Theorien, von denen zumindest eine ein Zusammentreffen ermöglichen würde. Der Verlauf nach Süden ist dagegen gesichert. Im Abstand von 40-80 Metern verlief die Barmer Linie westlich der Hatzfelder Straße nach Süden. Dabei wird die Ortslage Lante durchschnitten. Der Name Lante selbst ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung von Lantert, das als mittelalterliche Bezeichnung für den Begriff Landwehr bekannt ist. In Höhe der alten Hatzfelder Schule bei Lante waren im 19. Jahrhundert noch Wall/Grabenreste zu erkennen. Richtung Südosten verlief sie laut dem ''Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen'' von 1642 zwischen den Höfen der Rotte Carnap und der Rotte Leimbach. Oberhalb der Gutes Beesen bei dem Hof Carnap sollen aber im 19. Jahrhundert ebenfalls noch Reste eines Walls zu erkennen gewesen sein. Ist dem so tatsächlich gewesen und waren diese auf alten Karten auch eingezeichneten Strukturen kein Hohlweg, dann blieb die Landwehr bis dahin westlich der heutigen Hatzfelder Straße und bog in Höhe der heutigen A46 nach Osten zum Unterlauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Leimbach_%28Wupper%29 Leimbach] ab. Dort folgte sie dem Westufer des Leimbachs bis zu dessen Mündung in dem Seitenarm der Wupper, der später als Mühlengraben genutzt wurde. Von dort führte die Landwehr weiter bis zur Wupper. Dieser gesamte Bereich ist sehr stark bebaut und als einziges Indiz der Landwehr am heute verdohlt verlaufenden Leimbach kann nur die Landwehrstraße, eine Seitenstraße des Steinwegs, und der Landwehrplatz dienen. Nahe der Wupper stand der Oberhof Barmens, der das lokale Verwaltungszentrum der bergischen Landesherrn für die umliegenden Hofschaften bildete. Dieser 1902 abgerissene Hof trug den Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rnen_%28Wuppertal%29 Dörner Hof], von dessen Standort nur noch die Straßennamen Oberdörnen und Unterdörnen zeugen. Der Name Dörner Hof ist ein deutlicher Hinweis auf die Lage an der Landwehr und nimmt Bezug auf deren Gedörn. Ein weiterer Hof an der Leimbachmündung, der Schlippenhof, markiert die Stelle, wo sich ein Durchgang befand, da ein kleiner Personendurchgang durch eine Landwehr nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Engels] auch als Schlippe bezeichnet wurde. Bis hierhin ist durch die dichte Bebauung im Zentrum Barmens und die Umgestaltung des Geländes in den Barmer Anlagen kein erkennbarer Rest der Landwehr erhalten geblieben. Nur aus Quellen wie dem herzoglicher Kommissionbericht zur Vermessung und Verpachtung der Landwehrfluren aus 1696 und anderen Verwaltungsakten (Beyenburger Rentmeistereirechnungen) geht der Verlauf grob hervor. Als die herzogliche Kommission, ausgesandt von Herzog Johann Wilhelm von Berg (Jan Wellem), die Landwehr vermessen sollte (die Trasse war seit alters her ja herzoglicher Besitz), um sie zum Füllen der stets knappen Staatskasse an die ansässigen Bauern zu verpachten (bzw. nun Pacht von den Bauern zu fordern, die sie schon längst selbst nutzten), stieß sie schon Ende des 17. Jahrhunderts bei der Ermittlung des genauen Verlaufs auf Probleme. Es wurden von der Kommission über 70 Jahre alte Zeitzeugen befragt, die den Verlauf noch aus ihrer Jugend in der Zeit des dreißigjährigen Krieges kannten. Bereits um 1500 war von der Landwehr im Bereich der Wupperquerung, wie aus den Aussagen von Anliegern in der Beyenburger Rentmeistereirechnung von 1559/60 hervorgeht, bis auf Reste (Grabenstück und Baumstümpfe des Gebücks) nichts mehr vorhanden. Die Landwehr endete in der sumpfigen Wupperaue und setzte sich südlich des Flusses fort. Hier folgte sie auf westlicher Seite dem Lauf des Fischertaler Bachs, der früher nach der im Tal an der Mündung gelegenen Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Clef_%28Wuppertal%29 Clef] Clefbach oder Clever Bach genannt wurde, hinauf zu den Wuppertaler Südhöhen. Aus Wegerechtsakten von 1803/04 geht hervor, dass der Fischertaler (Clever) Bach teilweise selbst den Graben der Landwehr als Bachbett nutzte. Bereits im 16. Jahrhundert ist laut einem Bericht vom 18. Februar 1566 Wasser aus der Landwehr entnommen worden - die Landwehr muss also sehr nahe am Bachlauf gelegen haben, damit der Bach sein Bett in sie verlegen konnte. Auch im Fischertal war laut [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Werth Adolf Werth] im 19. Jahrhundert noch ein Wallrest an der Einmündung der Amalienstraße in die Fischertaler Straße zu finden. 1846 sollte, wie aus einer Eingabe hervorgeht, ein Teil der Landwehr mit der heutigen Fischertaler Straße überbaut werden. Durch die heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Anlagen Barmer Anlagen] führte sie weiter hinauf zu der heutigen Lönsstraße zwischen dem Ehrenfriedhof und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Toelleturm Toelleturm]. Die Unkenntnis über den exakten Verlauf endet knapp südlich der Lönsstraße, wo tatsächlich ein ca. 250 Meter langes Stück des Landwehrwalls im Barmer Wald erhalten blieb. Dieses heute als Bodendenkmal geschütze Stück setzt sich nach Süden fort und wendet sich in Kurven dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Murmelbach_%28Wupper%29 Murmelbach] (früher auch Marper Bach, Marpebach oder schlicht Marpe genannt) zu, wobei der erhaltene Wall immer bruchstückhafter und verschliffener wird, je weiter man sich dem Bach nähert. Der Bach war die Grenze zwischen Barmen und dem Gerichtsbezirk Lüttringhausen, beide ab 1407 dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amt Beyenburg] angehörend. Ca. 50 Meter vor dem Bachlauf endet dann jede Spur des Walls. Unmittelbar hinter dem Adolf-Werth-Gedenkstein ist sie mit am ausgeprägtesten. 1704 maß der Landvermesser Schophopf die "mit Sträuchern und Blumen" bestandene Landwehrflur zwischen der Wupper und dem Murmelbach auf vier Morgen und zehn kölnische Ruten. Zum Ausgleich der Nutzung vergüteten die Barmer Markgenossen dem Landesherrn diese Fläche mit drei Morgen Wald im Dickter Busch. [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg|mini|300px|links|Der als Bodendenkmal geschütze Wall an der Lönsstraße beim Toelleturm]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg|mini|300px|Der Wall ist im weiteren Verlaut von Brombeeren und anderen bodendeckenden Pflanzen überdeckt und kaum zu erkennen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg|mini|400px|links|Blickrichtung Lönsstraße]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg|mini|400px|Blickrichtung Lönsstraße. Der in Kurven verlaufende Wall setzt sich in unterbrochener Form auf der anderen Seite bis ca. 50 Meter vor den Murmelbach fort]] <br style="clear:both" /> Nach Überquerung des Murmelbach wendet sich die Landwehr der Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/Konradsw%C3%BCste Konradswüste] zu. Der genaue Verlauf ist nicht bekannt, es existiert aber die Annahme, dass die Geländestufe oberhalb der Pilgerheim Murmelbachtals Teil der Landwehr war. Ein andere Theorie geht von einem geraden Verlauf die Flanke der [http://de.wikipedia.org/wiki/Scharpenacker_Berg Scharpenacker Berge] hinauf bis zur Siedlung. Dort durchlief die Landwehr das Zentrum des heutigen Siedlungsbereiches und wendete sich dem Blombachtal zu. Sie tritt heute ca. 30 Meter oberhalb der Bahnstrecke Wuppertal-Remscheid (rund 200 Meter südlich der Eisenbahnbrücke Hammesberger Weg) als schmales Flurstück in Erscheinung, dass in südwestliche Richtung in das Tal führt und sich hinter dem Bahndamm fortsetzt. Die noch 1938 von Engels gesichteten Wallreste sind teilweise dem Bau der Autobahn A1 und des Gewerbegebiets Kupferhammer westlich davon zum Opfer gefallen, aber auf einer Länge von ca. 30 Meter vor der Autobahn erhalten. Auf der anderen Talseite verließ sie in Höhe des ehemaligen Schulhauses (1938: Blombacherbach 2) das Blombachtal und stieg den steilen Hang in den heutigen Marscheider Wald hoch. Ab hier bis kurz vor dem Herbringhauser Bach ist der Landwehrverlauf eindeutig, da er sich in kompletter Länge als schlauchförmiges, sich im Schnitt ca. 250 Meter südlich der Wupper befindendes Flurstück durch das Waldgebiet zieht. Auf mehreren historischen Karten, aber auch auf einer älteren DGK5 ist er gut erkennbar eingezeichnet. Auf der Höhe wendete sie sich in einem geschwungenen Doppelbogen über den Geländesporn oberhalb der Erbhöfe erst nach Norden, dann nach Osten und verlief nun parallel zur Wupper auf halbes Höhe des zur Wupper abfallenden Hangs bis zum Tief eingeschnittenen Tal des Eschensiepens, das in gerader Linie zur gegenüberliegenden Seite hin überschritten wurde. Beim Lauf in östlicher Richtung überquerte sie zuvor einen alten, heute stark verschliffenen Hohlweg von den Erbhöfen den Marscheider Berg hinauf , der laut Karten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Benutzung war. Vom Verlauf handelt es sich möglicherweise um einen typischen alten Höhenweg, der unter Umständen auch einen Landwehrdurchgang besessen haben könnte. Auf Karten des frühen 19. Jahrhunderts ist der Weg bereits verzeichnet. Am Beginn des Gefälles zu Eschensiepen, sowie an einer Stelle hundert Meter davor sind noch stark verschliffene Reste des Walls zu erahnen. Im rechten Winkel zu der Landwehr finden sich entlang dem Lauf des Eschensiepen bis zum Gipfel des Marscheider Bergs folgend deutliche, mehrfache Wall-/Grabenstrukturen, die genauer zu untersuchen sich als lohnend erweisen könnte. Für einen reinen Hohlweg sind diese Strukturen im Vergleich zu dem Hohlweg Erbhöfe-Marscheider Berg im Profil erheblich deutlicher ausgeprägt und weisen mehrere parallele Wälle auf, die bei dieser Struktur nicht auszumachen sind. Auch ließen sich die am Fleischsiepen gefundenen, zum Marscheider Bach hinführenden Wall-/Grabenstrukuren, die Gerd Hellbeck wohl fälschlicherweise als Teil der Elberfelder Landwehrlinie deutet, in gerader Linie den Strukturen auf der Höhe des Marscheider Bergs verlängern. Aber zurück zur Barmer Landwehr. Die Landwehr verläuft nun im Abstand von ca. 20-30 Meter südlich des Siedlungsrandes von Laaken zum katholischen Friedhof. [http://de.wikipedia.org/wiki/Laaken Laaken] wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak Grenzbaum, Schanze, besonders befestigter Ort, vgl. auch Lackbaum (= Schlagbaum). So gesehen ist der dortige Straßenname Laaker Landwehr, der auch auf das Bauwerk hindeutet, eine Tautologie. Ihr Verlauf ab dem Friedhof entspricht im Großen und Ganzen dem des dortigen Waldwegs, wobei sie an einem Siepen geradlinig verläuft, während der Weg der Geländeform auf gleicher Höhenebene folgt. Vorhandene Landwehrtrassen sind häufig als Weg genutzt und ausgebaut worden, da mit ihnen bereits eine Trassierung durch das Gelände vorlag und auch die Eigentumsrechte der anliegenden Grundstücksbesitzer durch die neue Weganlage nicht berührt wurden. Die Trasse der Landwehr selbst blieb bis in das 19. Jahrhundert zumeist im Staatseigentum. (Bilder und Links zum nachfolgenden Text kommen noch) Hinter dem Siepen sind an dem talwärts gelegenen Rand des Weges auf kurzer Länge ausgeprägte Wallstrukturen auszumachen, die unter Umständen auch der Landwehr zugeordnet werden können. Während sich der Weg in einem Bogen nach Süden in das Herbinghauser Bachtal wendet, kürzte die Landwehr über den Bergsporn ab. Dieser Sporn wird von Nordosten kommend von einem Waldweg durchschnitten, dessen Kreuzungspunkt mit der Landwehr laut der Urkatasterkarte von 1815-25 Frankenbaum genannt wurde. Dieses würde auf eine Altstraße mit einen Landwehrdurchgang mit Schlagbaum hindeuten. Die Landwehr überquert denselben Waldweg, der bei Laaken eine zeitlang auf der Trasse verlief, und fiel südlich des Laaker Hammers steil zum Herbringhauser Bach ab . Der Herbringhauser Bach hieß früher Olpebach und gab auch dem großen Waldgebiet, das er durchfließt, den Namen Olscheid. Hier soll sich auch an der Landwehr eine Wolfskuhle befunden haben. Auf der anderen Talseite stieg die Landwehr ebenso steil wieder den Hang des Paulsberg hinauf. Das Fehlen von Wallresten kann darauf hindeuten, dass hier die Sicherung nur aus dem Gebück/Gedörn bestand, da die steilen Hänge sowieso keine einfache Begehung zuließen. In einem weiteren Doppelbogen wendete sich die Landwehr nach Norden und wieder nach Osten. In der Nähe mehr oder weniger parallel laufend, aber nicht genau auf dem Landwehrflurstück liegend, findet sich auf mehreren hundert Metern eine deutlich ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur. Es ist unklar, ob diese sehr deutlich im Gelände sichtbaren Strukturen mit der Landwehr in Zusammenhang stehen, denn es könnte sich auch um ein von Oberste Laaken den Paulsberg hinaufführenden Hohlweg handeln, dessen nördlicher Serpentinenteil noch heute von Waldwegen genutzt wird. Allerdings führt der heutige Waldweg als Hohlweg direkt zu dem Gipfel des Paulsbergs, während sich die Wall-/Grabenstruktur wieder in Richtung des Herbringhauser Bachtals wendet und zu diesem wieder abfällt, was als Wegführung nur begrenzten Sinn macht. Diese Struktur verliert sich in einem dichten Jungwald und ist nicht ganz deckungsgleich mit dem Flurstück der Landwehr. Die Struktur trifft an deren nördlichen Ende im spitzen Winkel auf die Landwehrtrasse und mündet dort in den heute als Waldweg genutzten Hohlweg zum Gipfel des Paulsbergs. Kurz vor der Einmündung der Struktur in den heutigen Waldweg findet sich auf der Ostseite des Waldweges im rechten Winkel dazu ein verschliffener, aber noch auf einer Länge von wenigen Metern erhaltener Einzelwall, der exakt auf der Landwehrtrasse liegend, vermutlich zu der Landwehr gehören dürfte. Ist dieses der Fall, so kann die ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur nicht zu der Landwehr gehören, es sei denn, die Landwehr hätte dort einen deutlicheren Richtungswechsel nach Südwesten durchgeführt, als das Landwehrflurstück andeutet. Auch ist es nicht einleuchtend, warum sich ein verschliffener, kaum erkennbarer Wall nach einem abrupten Richtungswechsel unvermittelt als gut erkennbarer Doppelwall fortsetzen sollte. Diese Situation muss also noch erforscht werden. In östlicher Richtung setzte sich das Landwehrflurstück von dem Zusammengang von Doppelwall-/Grabenstruktur und Hohlweg noch ca. 200 Meter fort, und endet dort. Der weitere Verlauf bis zur Beyenburg ist zur Zeit vollkommen unklar. Es ist bislang nicht gelungen, weitere Bodenspuren zu finden, auch die bislang hilfreiche Urkatasterkarte aus dem beginnenden 19. Jahrhundert versagt hier ihre Dienste. Erschwert wird die Suche auch dadurch, dass hier umfangreiche Erdbewegungen vorgenommen wurden: Einmal im Tal durch der Anlage der ehemaligen Unteren Herbringhauser Talsperre und anschließend auf der Höhe des der Wupperschleife bei Dahlhausen zugewandten Bergsporns namens Zur guten Hoffnung. Der Bergsporn wurde durch die Anlage eines Steinbruchs stark abgetragen und später durch die Nutzung als große kommunale Mülldeponie Kemna wieder verfüllt. Heute ist das umgestaltete Gelände mit Wald bepflanzt. Auch eine Karte des Waldgebiets aus dem 17. Jahrhundert, das nach seinen herzoglichen, also besonderen Eigentümer Sondernbusch genannt wurde, gibt keinen Aufschluss über den Verlauf. Erst in schriftlichen Quellen (Lagerbuch des Amts Beyenburg, dort Eintrag vom 19. Juli 1566) wird die Landwehr als zur der Burg Beyenburg führend auf den letzten Metern zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg wieder erwähnt, als ein Anlieger zum Hochwasserschutz der Wupper eine Mauer vervollständigen wollte, die von der Landwehr unterbrochen war. Der Streit über die Nutzung der Landwehrparzelle, die sich unter Verwaltung des Beyenburger Pfandherren Graf Franz II. von Waldeck befand, fand seine Niederschrift in dem besagten Lagerbuch. Im Gegenzug zur Genehmigung des Lückenschlusses wurde dem Antragsteller Kasper von den Bruggen (= Beyenburger Brücke) auferlegt, diese Mauer als Ersatz für die Landwehr in Richtung der Beyenburg bis zu dem dortigen Schlagbaum fortzuführen. Die Landwehr verlief also nahe der Wupper in östlicher Richtung auf den Wuppermäander in Beyenburg zu, auf dem sich die Beyenburg und die dazugehörende Freiheit befand. In der Rentmeisterrechung Beyenburg 1749/50 wird ebenfalls eine seit 1720 verpachtete Landwehr zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg erwähnt und der Eintrag von 1566 damit bestätigt. Engels und auch zuvor Fahne deuten an, dass die Landwehr eventuell bis Hengsten weiterführte, wo sie auf die Elberfelder Linie traf. Gesichert ist diese Annahme aber bislang nicht. Helbeck hält diese Annahme ebenfalls für möglich und deutet passende Bodenstrukturen an. === Durchgänge === Landwehrdurchgänge sind überliefert auf Hatzfeld und beim Schlippenhof beim heutigen Alten Markt. Mit Sicherheit wird es einen Durchgang bei Beyenburger Brücke gegeben haben, wo die bedeutende mittelalterliche Heer-, Handels- und Pilgerstraße zwischen Dortmund und Köln die Wupper überquerte. Ein in der Urkatasterkarte namens Frankenbaum eingezeichnete örtlichkeit auf dem Marscheider Berg könnte auf einen Schlagbaum (also Landwehrdurchgang) hinweisen. Bei Wuppertal-Herbringhausen existiert eine Flur Vor dem Baum an der parallel laufenden Elberfelder Landwehr, die auch auf einem Schlagbaum hinweist. Vermutlich gab es ein Pendant zu diesem Durchgang in der nur wenige hundert Meter weiter nördlich verlaufenden Barmer Landwehr am gleichen Weg. An der Beyenburg selber ist ein Schlagbaum durch im dem Lagerbuch von 1566 niedergeschriebenen Streit über den Hochwasserschutz belegt. === Bodenfunde === Erkennbar erhaltene, denkmalgeschützte Wallreste mit Unterbrechungen befinden sich im Barmer Wald zwischen der Lönsstraße und dem Murmelbach. Im Marscheider und Herbringhauser Wald sind ebenfalls noch vereinzelt stark verschliffene Wallreste vorhanden. === Entstehungszeit und -zweck === Die sich im Laufe der Zeit verändernden spätmittlelalterlichen Besitzverhältnisse Bergs, Marks und Kurkölns innerhalb des Barmer Hofesverbandes lassen vielfältige Deutungen über Entstehungszeit und -Zweck zu. Aber auch eine Entstehung vor der bergisch-märkischen Territorialbildung im Früh- oder Hochmittelalter wurde diskutiert. Da sie am Westufer von Leimbach und Fischertaler Bach bzw. am Südufer der Wupper verlief, war sie den gegen Osten bzw. Norden gerichtet, die Bedrohung wurde dort her kommend gesehen. Das führt zu der Annahme, dass der territoriale Besitzer Unterbarmens sie zum Schutz des Gebietes westlich/südlich davon erbaute. Innerhalb Barmens liegt sie an der alten Kirchspielgrenze, die schon vor dem Bergisch-Märkischen Einflussnahme vorhanden war und es liegt weiterhin die Vermutung nahe, dass eben diese Grenze mit der Landwehr gesichert wurde. In Folge der fränkischen Landnahme der rechtsrheinischen Hochflächen ab den 8./9. Jahrhundert gehörte die Wuppertaler Region zu den Randgebieten der fränkischen Gaugrafschafen (auch Gografschaften, kurz Gaue) Ruhr-, Deutz- und Keldachgau, die im Herrschaftsbereich der Ezzonen lagen. Ab dem 10. Jahrhundert war die Region kirchenrechtlich in die Dekanate Neuss und Lüdenscheid unterteilt, deren Untereinheiten, die Kirchspiele Hilden (ab 1300 dann das neu gegründete Kirchspiel Elberfeld) und Schwelm, hier aneinander grenzten. Die Dekanate unterstanden den Kölner Erzbischöfen, die bis in das 11. Jahrhundert als kaiserliche Beamte für die Verwaltung des Gebietes zuständig waren, während die Gografen (Gaugrafen) das oberste Richteramt inne hatten. Der Erzbischof von Köln bzw. seine Pfarreien waren darüber hinaus auch Grundbesitzer einiger der in Barmen befindlichen Höfe (Allodialbesitz) - andere Höfe waren Freigüter und gehörten den dortigen Bauern, denn teilweise bestanden schon Besiedlungen durch sächsische oder den Sachsen untergeordnete bzw. sich ihnen angeschlossene Volkstämme aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Die Ravensberger Grafen besaßen als Nachfahren der Ezzonen Barmer Höfe zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze. 1245 erwarben die Bergischen Grafen, die als Vögte dem Dienstadel der Kölner Erzbischöfe entstammten, die Barmer Villikation mit diesen Höfen und waren nun neben dem Erzbischof von Köln dort ebenfalls Grundbesitzer. Ausnahme war die Villikation Wichlinghausen unter anderem mit dem Hof Heckinghausen, die von den Ravensbergern zuvor an die Adelsfamilie von Kappeln veräußert worden war. Nach der Schlacht von Worringen 1288 und der militärischen Auseinandersetzung auf der Seite des Königs Albrecht I. gegen den Kölner Erzbischof Wigbold von Holte verlor Kurköln sukzessive Gebiete und Allode an Berg und Mark; so das gesamte Kirchspiel Schwelm an Mark in der Zeit zwischen 1301 und 1324. Die bergischen Grafen sahen sich nun folgender Situation ausgesetzt: Das Kirchspiel Elberfeld gehörte noch dem Erzbischof, war aber an dessen Ministeriale verpfändet. Das Kirchspiel Schwelm war bis spätestens 1324 kurkölnisch, ab dann aber märkisch. Mitten drin lag der eigene bergische Allodialbesitz, der sich auf Elberfelder und Schwelmer Kirchspielgebiet verteilte und rechtlich zur ebenfalls 1324 von Mark eroberten Freigrafschaft Volmarstein gehörte. Die zweite große Barmer Villikation unter dem Oberhof Wichlinghausen wurde erst 1384 von Mark erworben, so dass es ab diesem Zeitpunkt auch Allodialbesitzer in diesem Bereich war, auch mit einzelnen Höfen im hauptsächlich zu Berg gehörenden Bereich Unterbarmens. Mit dem Allodialbesitz war aber noch kein Territorialbesitz verbunden und erst irgendwann ab 1301 wurde Berg im Bereich zwischen Elberfeld und der Kirchspielgrenze, also Unterbarmen, vermutlich auch der Territorialbesitzer. Unter der Annahme, die Ober- und Unterbarmen teilende Landwehr wäre bergischen Ursprungs, so könnte sie frühestens ab 1300 gebaut worden sein, als Berg den Grund hatte sich territorial von dem kurkölnischen oder märkischen Schwelm abzugrenzen. Dafür spricht auch, dass die Elberfelder Landwehr, die Unterbarmen von Elberfeld schied, dem Anschein nach gegen das kurkölnische Elberfeld gerichtet gewesen war; da sie an der Ostgrenze der Freigrafschaft Volmarstein verläuft, kann sie aber auch eine Grenzsicherung der Freigrafschaft gewesen sein. Der Landwehrbau könnte das ab 1301 bergisch beherrschte Unterbarmen also nach beiden Seiten abgesichert haben. Spätestens ein paar Jahre nach der bergisch-märkischen Auseinandersetzung in Folge der Schlacht von Kleverhamm 1397 wurde die Landwehr zumindest als bergisch-märkische Grenzlinie obsolet - die Territorialgrenze verschob sich aufgrund von militärischen Erfolgen oder aufgrund einer Einigung dauerhaft ab 1400 nach Osten an die Bäche Schellenbeck und Schwarzbach. Das könnte der Zeitraum gewesen sein, wo die Landwehr innerhalb von Barmen aufgegeben sein könnte. Eine neue Landwehr entlang der neuen Grenze ist nicht gesichert, daher ist eine weitere Nutzung als zurückgenommene Grenzsicherung bis in das 16. Jahrhundert nicht unwahrscheinlich, wobei sie laut der Urkundenlage aber bereits zu dieser Zeit lückenhaft war und nicht mehr allzu gut Instand gehalten wurde. Gerd Helbeck ist allerdings der Auffassung, das an der Schellenbeck auch ein Landgraben bestanden hat. Im Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg müssen wir andere Verhältnisse betrachten. Das Gebiet südlich der Landwehr ist schon seit dem 12. Jahrhundert als bergischer Besitz beurkundet und gehörte zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum vermutlich zwischen 1355 und 1399 gegründeten Amt Beyenburg, zu dem auch Barmen gehörte. Mit ihr konnte das bergische Kernland entlang der Wupper gegenüber dem kurkölnischen, später märkischen Schwelm jenseits der Wupper geschützt werden. Allerdings ist der Wall im Gegensatz zu der nur wenige hundert Meter dahinter parallel verlaufenden Elberfelder Landwehr weitaus schlechter erhalten, so dass man geneigt ist, eine frühe Anlage und auch Aufgabe der Linie anzunehmen. Der Theorie, dass die Landwehr ein bergisches Bauwerk ist, wird vor allen von früheren Forschern nicht geteilt, aber auch Justus Bockemühl meldete Ende des 20. Jahrhunderts Zweifel an. Die Landwehr als fränkisch-sächsische Grenzlinie anzunehmen geht aber von der Vorraussetzung aus, deren Gebiete wären durch eine wohldefinierte Grenze getrennt gewesen. Tatsächlich handelte es sich im Frühmittelalter um einen Grenzsaum innerhalb größtenteils unbesiedelten Raumes, in den vereinzelte Angehörige sächsischer und fränkischer Volksstämme als Pioniere Siedlungsplätze gegründet hatten. Der notwendige Organisations- und Besiedlungsgrad für den Landwehrbau bildete sich erst im 10. Jahrhundert aus. Hier springt Bockemühl in die Kerbe und regt eine Entstehung im 10. oder 11. Jahrhundert an, und zwar in Form als Grenzsicherung der Landdekanate. Diese Absicherung soll gegenseitig erfolgt sein, zwei parallele, sich gegenüber stehende Landwehren mit einem breiten Niemandsland dazwischen an den Dekanatsgrenzsäumen verhinderten den Angriff sowohl von der einen, als auch von der anderen Seite. Mit dieser Annahme erklärt er das Vorhandensein der parallelen Landwehrlinien am Ostrand des Bergischen Landes wie z.B. hier die Barmer Landwehr und die Elberfelder Landwehr. oder weiter südlich der Elberfelder Landwehr und der Linie Ispingrade-Horpetal. Mit seiner Theorie ließen sich die bislang zu unbekannten Zweck errichtete Landwehr östlich von Solingen-Ohligs als Dekanatsgrenze zwischen Deutz und Neuss, aber auch zahlreiche andere Landwehren im westfälischen Raum erklären. Laut Bockemühl lief die Barmer Landwehr auch nicht nach Beyenburg, sondern übersprang beim Herbringhauser Bach die Wupper und verlief dann auf der rechten Flussseite weiter parallel zur Elberfelder Landwehr. Die kurze Landwehr bei der Hölzernen Klinke oberhalb der Beyenburg deutet er als mögliches Teilstück dieser Linie an. Ein starkes Argument für einen vor-bergischen Bau liefert der Name Barmen selbst. Das erstmals 1070 als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden erwähnte Barmen wird von einigen etymologisch als Wall, Erdhaufen gedeutet. Der altsächsische Wortstamm Berm, Barm findet sich auch im Begriff Heubarme (Hauhaufen) wieder, so das hier von den Höfen am Erdwall die Rede sein könnte. Als Berg 1245 die Bona de Barme erwarb könnte die Übersetzung ebenfalls statt Güter in Barmen auch Güter am Erdwall lauten. Bockemühl deutet die Etymologie anders: Ahd. brama; mhd. brame = Dornstrauch (vgl. Brombeere; engl. broom) wurde nach einer Lautumstellung (vgl. auch Bronnen (Brunnen) zu Born) zu Barme. Auch bei dieser Herleitung steht die Landwehr als namensgebendes Element (Gedörn) im Mittelpunkt. Hermann Hinz gibt weiterhin zu bedenken, dass die Barmer Höfe offenbar bereits vor 1244 zu beiden Seiten der Landwehr lagen, so dass eine spätere Grenzziehung, die dann die östlichen Höfe außerhalb des Schutzes gelassen hätte, nicht so recht vorstellbar sei. Die Markgenossenschaft des Hofesverbands war 1244 längstens durchorganisiert und wäre so künstlich geteilt worden. Die Landwehr ist seiner Meinung nach vor der Bildung des Hofesverbands somit um 750 in die Zeit der fränkisch-sächsichen Grenzziehung zu sehen und schützte somit den fränkischen Tafelhof Elberfeld. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass der urkundlich nachweisbare Landwehrbau sämtlich zur Zeit der Territorialwerdung im Spätmittelalter stattfand und auch andere, benachbarte Bauwerke nur in diesem Kontext Sinn machten. Fazit: Wenn man die unbelegbare Theorien außen vor läßt, die Barmer Landwehr könnte bereits ein Grenzbollwerk zwischen den Franken und den Sachsen aus dem 7. bis 10. Jahrhundert oder ab dem frühen Hochmittelalter eine Trennlinie der beiden kurkölnisch beherrschten Dekanaten gewesen sein und annimmt, die Landwehr sei wie andere mit nachweisbarer Bauzeit in Deutschland in der Zeit der Territorialbildung ab dem 13. Jahrhundert entstanden, so kann sie nur von den bergischen Herzögen angelegt worden sein, die sich entweder gegen Kurköln oder Mark absichern wollten. Ein bergischer Territorialschutz war aber erst kurz nach der Wende zum 14. Jahrhundert nötig, da bis dahin die bergischen Grafen keine Territorialherrschaft über Barmen ausübten, sondern nur im Besitz einzelner Höfe waren. Etwas differenzierter ist das Bild im sich anschließenden Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg. Zwar war das Gebiet der angrenzenden Honschaft Erbschlö seit 1189 nachgewiesenermaßen Teil des bergischen Kerngebiets und lag im Amt Bornefeld, aber ob dieser Landwehrabschnitt früher als oder zeitgleich mit dem in Barmen errichtet worden ist, ist damit noch nicht geklärt. Eine Besiedlung des Gebietes fand vermutlich erst ab dem 16. Jahrhundert statt, da es keine früheren Belege der dortigen Höfe gibt. Da die Beyenburg (1304, bzw. 1336 erstmals erwähnt), der Endpunkt der Linie, erst relativ spät errichtet worden ist und es auch keine Hinweise auf eine Landwehr am Murmelbach entlang der Grenze zu Barmen in Richtung Elberfeld bekannt sind, wird sie vermutlich nicht vor dem Abschnitt durch Barmen enstanden sein. Denn wenn es sich um eine ältere Außenlandwehr des Amtes Bornefeld gehandelt hätte, dann wäre auch ein Abschnitt entlang der gesamten Grenze zu den nordöstlichen Nachbargebieten zu erwarten gewesen, der mit der Einverleibung Barmens in das bergische Herschaftsgebiet dann aufgegeben wurde. Von einem solchen Abschnitt entlang der Grenze zu Barmen ist aber nichts bekannt, so dass die gesamte Barmer Landwehrlinie in einem Zeitraum erbaut worden sein dürfte. Auch war der Schutz entlang der Wupper erst notwendig, als nicht mehr der kurkölnische Dienst- und Lehnsherr der bergischen Grafen im gegenüberliegenden Schwelmer Kirchspiel Territorialherrscher war (bis 1324), sondern als ihre befeindete Seitenlinie, die Grafen von der Mark, dort herrschten. === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 * Wilhelm Engels: Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 66, 1938 * Justus Bockemühl: Adelsüberlieferung und Herrschaftsstrukturen, Bergischer Geschichtsverein, Abt. Remscheid e.V., 1987, ISBN 3-924224-07-2, S. 64ff * Walter Dietz: Barmen vor 500 Jahren - Eine Untersuchung der Beyenburger Amtsrechnung von 1466 und anderer Quellen zur frühen Entwicklung des Ortes Barmen, In: Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals, Born-Verlag, 1966, S. 23ff * Gerd Helbeck, Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes, Band I (Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff * Emil Wahl: Die Barmer Landwehr, Wuppertal, 1959 * Gottfried Dütschke: Barmen. An der Landwehr * Gustav Löns: Landwehren in Wuppertal, 1968 * Anton Fahne: Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 4, 1867, S. 30-32 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1825 * Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) * Stadtplan Wuppertal 1:10.000, Stand Oktober 1963 (Verlauf im Herbringhauser Wald fälschlicherweise als existierende Landwehr eingezeichnet) * DGK5 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) === Quellen === * Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1559/60, 1771/72 und 1806/07 * Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1696 * Barmer-Beyenburger Lagerbuch 1597-1743 * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen von 1642 === Weblinks === *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b002.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück am Toelleturm] </div> </div> 25e4025ce4fe3d37d9c7ee9893227ca1b8f09524 393 392 2015-10-31T15:01:35Z Jm 1 /* Entstehungszeit und -zweck */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Barmer Landwehrlinie </big></span> === Lage === Innerhalb des Stadtgebiets im Osten und Südosten von Wuppertal. === Einführung === Die Barmer Linie trennte das Gebiet des heutigen Wuppertaler Stadtteils Barmen in zwei Teile, Niederbarmen (Unterbarmen) und Oberbarmen. Im Spätmittelalter bestand Barmen nur aus einem lockeren Verband von Einzelhöfen hauptsächlich im Besitz der Grafen von Berg und von der Mark, die zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze Elberfeld zu Schwelm lagen. Die Grenze zwischen Berg und Mark verschob sich aber im 14. Jahrhundert mehrfach, mehr dazu im Abschnitt Enstehungszeit und -Zweck. Der spätere zentrale Siedlungskern, Barmen-Gemarke, entstand erst in der späteren Neuzeit und wurde zuvor von der Landwehr zerschnitten. Dieser mittelalterlichen Kirchspielgrenze, die auch Dekanatsgrenze zwischen den Dekanaten Lüdenscheid und Neuss war, folgte die Landwehr von den Wuppertaler Nordhöhen durch das Tal der Wupper bis zu den Wuppertaler Südhöhen. Dort endete auch das als Barmen bezeichnete Gebiet am Murmelbach. Die Landwehr aber verlief entlang der Wupper weiter durch das Waldgebiet Olscheid bis zur im dreissigjährigen Krieg zerstörten Beyenburg im gleichnamigen Wuppertaler Ortsteil. Die Beyenburg war herzogliche Residenz und Verwaltungssitz des Amts Beyenburg, zu dessen Gebiet auch überwiegende Teile des heutige Barmens, sowie das Gebiet des Olscheids (heute Bereich Herbringhausen/Marscheid) gehörte. === Verlauf === Der nachweisliche Beginn liegt im Wuppertaler Ortsteil [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_%28Wuppertal%29 Hatzfeld] in der Nähe der Kreuzung Hatzfelder Straße / Uellendahler Straße. Hier wird laut Engels auch eine Durchgangstelle mit Schlagbaum als Straßensperre angenommen. Aufgrund der Beyenburger Amtsrechnung von 1806/07 ist bekannt, dass die Landwehr sich nach Norden bis zur märkischen Grenze bei Horath oder der [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Horather Schanze] fortgesetzt hat, aber es gibt keinerlei Bodenfunde, Flurgrenzen oder Toponyme, die den exakten Verlauf belegen. Aus Pachtunterlagen von 1807 geht aber hervor, dass zwei Höfe nördlich der Hatzfelder Straße 42 bzw. 14 Ruten der Landwehr gepachtet hatten. Bei Horath könnte sie nach weiteren Spekulationen mit der Elberfelder Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen und/oder einer Linie entlang dem Deilbach zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Haßlinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. Über den Verlauf der [[Elberfelder Landwehr]] im Bereich des nördlichen Wuppertals gibt es drei nachvollziehbaren Theorien, von denen zumindest eine ein Zusammentreffen ermöglichen würde. Der Verlauf nach Süden ist dagegen gesichert. Im Abstand von 40-80 Metern verlief die Barmer Linie westlich der Hatzfelder Straße nach Süden. Dabei wird die Ortslage Lante durchschnitten. Der Name Lante selbst ist sehr wahrscheinlich eine Ableitung von Lantert, das als mittelalterliche Bezeichnung für den Begriff Landwehr bekannt ist. In Höhe der alten Hatzfelder Schule bei Lante waren im 19. Jahrhundert noch Wall/Grabenreste zu erkennen. Richtung Südosten verlief sie laut dem ''Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen'' von 1642 zwischen den Höfen der Rotte Carnap und der Rotte Leimbach. Oberhalb der Gutes Beesen bei dem Hof Carnap sollen aber im 19. Jahrhundert ebenfalls noch Reste eines Walls zu erkennen gewesen sein. Ist dem so tatsächlich gewesen und waren diese auf alten Karten auch eingezeichneten Strukturen kein Hohlweg, dann blieb die Landwehr bis dahin westlich der heutigen Hatzfelder Straße und bog in Höhe der heutigen A46 nach Osten zum Unterlauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Leimbach_%28Wupper%29 Leimbach] ab. Dort folgte sie dem Westufer des Leimbachs bis zu dessen Mündung in dem Seitenarm der Wupper, der später als Mühlengraben genutzt wurde. Von dort führte die Landwehr weiter bis zur Wupper. Dieser gesamte Bereich ist sehr stark bebaut und als einziges Indiz der Landwehr am heute verdohlt verlaufenden Leimbach kann nur die Landwehrstraße, eine Seitenstraße des Steinwegs, und der Landwehrplatz dienen. Nahe der Wupper stand der Oberhof Barmens, der das lokale Verwaltungszentrum der bergischen Landesherrn für die umliegenden Hofschaften bildete. Dieser 1902 abgerissene Hof trug den Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rnen_%28Wuppertal%29 Dörner Hof], von dessen Standort nur noch die Straßennamen Oberdörnen und Unterdörnen zeugen. Der Name Dörner Hof ist ein deutlicher Hinweis auf die Lage an der Landwehr und nimmt Bezug auf deren Gedörn. Ein weiterer Hof an der Leimbachmündung, der Schlippenhof, markiert die Stelle, wo sich ein Durchgang befand, da ein kleiner Personendurchgang durch eine Landwehr nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Engels] auch als Schlippe bezeichnet wurde. Bis hierhin ist durch die dichte Bebauung im Zentrum Barmens und die Umgestaltung des Geländes in den Barmer Anlagen kein erkennbarer Rest der Landwehr erhalten geblieben. Nur aus Quellen wie dem herzoglicher Kommissionbericht zur Vermessung und Verpachtung der Landwehrfluren aus 1696 und anderen Verwaltungsakten (Beyenburger Rentmeistereirechnungen) geht der Verlauf grob hervor. Als die herzogliche Kommission, ausgesandt von Herzog Johann Wilhelm von Berg (Jan Wellem), die Landwehr vermessen sollte (die Trasse war seit alters her ja herzoglicher Besitz), um sie zum Füllen der stets knappen Staatskasse an die ansässigen Bauern zu verpachten (bzw. nun Pacht von den Bauern zu fordern, die sie schon längst selbst nutzten), stieß sie schon Ende des 17. Jahrhunderts bei der Ermittlung des genauen Verlaufs auf Probleme. Es wurden von der Kommission über 70 Jahre alte Zeitzeugen befragt, die den Verlauf noch aus ihrer Jugend in der Zeit des dreißigjährigen Krieges kannten. Bereits um 1500 war von der Landwehr im Bereich der Wupperquerung, wie aus den Aussagen von Anliegern in der Beyenburger Rentmeistereirechnung von 1559/60 hervorgeht, bis auf Reste (Grabenstück und Baumstümpfe des Gebücks) nichts mehr vorhanden. Die Landwehr endete in der sumpfigen Wupperaue und setzte sich südlich des Flusses fort. Hier folgte sie auf westlicher Seite dem Lauf des Fischertaler Bachs, der früher nach der im Tal an der Mündung gelegenen Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Clef_%28Wuppertal%29 Clef] Clefbach oder Clever Bach genannt wurde, hinauf zu den Wuppertaler Südhöhen. Aus Wegerechtsakten von 1803/04 geht hervor, dass der Fischertaler (Clever) Bach teilweise selbst den Graben der Landwehr als Bachbett nutzte. Bereits im 16. Jahrhundert ist laut einem Bericht vom 18. Februar 1566 Wasser aus der Landwehr entnommen worden - die Landwehr muss also sehr nahe am Bachlauf gelegen haben, damit der Bach sein Bett in sie verlegen konnte. Auch im Fischertal war laut [http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Werth Adolf Werth] im 19. Jahrhundert noch ein Wallrest an der Einmündung der Amalienstraße in die Fischertaler Straße zu finden. 1846 sollte, wie aus einer Eingabe hervorgeht, ein Teil der Landwehr mit der heutigen Fischertaler Straße überbaut werden. Durch die heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmer_Anlagen Barmer Anlagen] führte sie weiter hinauf zu der heutigen Lönsstraße zwischen dem Ehrenfriedhof und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Toelleturm Toelleturm]. Die Unkenntnis über den exakten Verlauf endet knapp südlich der Lönsstraße, wo tatsächlich ein ca. 250 Meter langes Stück des Landwehrwalls im Barmer Wald erhalten blieb. Dieses heute als Bodendenkmal geschütze Stück setzt sich nach Süden fort und wendet sich in Kurven dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Murmelbach_%28Wupper%29 Murmelbach] (früher auch Marper Bach, Marpebach oder schlicht Marpe genannt) zu, wobei der erhaltene Wall immer bruchstückhafter und verschliffener wird, je weiter man sich dem Bach nähert. Der Bach war die Grenze zwischen Barmen und dem Gerichtsbezirk Lüttringhausen, beide ab 1407 dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amt Beyenburg] angehörend. Ca. 50 Meter vor dem Bachlauf endet dann jede Spur des Walls. Unmittelbar hinter dem Adolf-Werth-Gedenkstein ist sie mit am ausgeprägtesten. 1704 maß der Landvermesser Schophopf die "mit Sträuchern und Blumen" bestandene Landwehrflur zwischen der Wupper und dem Murmelbach auf vier Morgen und zehn kölnische Ruten. Zum Ausgleich der Nutzung vergüteten die Barmer Markgenossen dem Landesherrn diese Fläche mit drei Morgen Wald im Dickter Busch. [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 03.jpg|mini|300px|links|Der als Bodendenkmal geschütze Wall an der Lönsstraße beim Toelleturm]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 05.jpg|mini|300px|Der Wall ist im weiteren Verlaut von Brombeeren und anderen bodendeckenden Pflanzen überdeckt und kaum zu erkennen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 06.jpg|mini|400px|links|Blickrichtung Lönsstraße]] [[Datei:Lönstraße-Murmelbach 07.jpg|mini|400px|Blickrichtung Lönsstraße. Der in Kurven verlaufende Wall setzt sich in unterbrochener Form auf der anderen Seite bis ca. 50 Meter vor den Murmelbach fort]] <br style="clear:both" /> Nach Überquerung des Murmelbach wendet sich die Landwehr der Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/Konradsw%C3%BCste Konradswüste] zu. Der genaue Verlauf ist nicht bekannt, es existiert aber die Annahme, dass die Geländestufe oberhalb der Pilgerheim Murmelbachtals Teil der Landwehr war. Ein andere Theorie geht von einem geraden Verlauf die Flanke der [http://de.wikipedia.org/wiki/Scharpenacker_Berg Scharpenacker Berge] hinauf bis zur Siedlung. Dort durchlief die Landwehr das Zentrum des heutigen Siedlungsbereiches und wendete sich dem Blombachtal zu. Sie tritt heute ca. 30 Meter oberhalb der Bahnstrecke Wuppertal-Remscheid (rund 200 Meter südlich der Eisenbahnbrücke Hammesberger Weg) als schmales Flurstück in Erscheinung, dass in südwestliche Richtung in das Tal führt und sich hinter dem Bahndamm fortsetzt. Die noch 1938 von Engels gesichteten Wallreste sind teilweise dem Bau der Autobahn A1 und des Gewerbegebiets Kupferhammer westlich davon zum Opfer gefallen, aber auf einer Länge von ca. 30 Meter vor der Autobahn erhalten. Auf der anderen Talseite verließ sie in Höhe des ehemaligen Schulhauses (1938: Blombacherbach 2) das Blombachtal und stieg den steilen Hang in den heutigen Marscheider Wald hoch. Ab hier bis kurz vor dem Herbringhauser Bach ist der Landwehrverlauf eindeutig, da er sich in kompletter Länge als schlauchförmiges, sich im Schnitt ca. 250 Meter südlich der Wupper befindendes Flurstück durch das Waldgebiet zieht. Auf mehreren historischen Karten, aber auch auf einer älteren DGK5 ist er gut erkennbar eingezeichnet. Auf der Höhe wendete sie sich in einem geschwungenen Doppelbogen über den Geländesporn oberhalb der Erbhöfe erst nach Norden, dann nach Osten und verlief nun parallel zur Wupper auf halbes Höhe des zur Wupper abfallenden Hangs bis zum Tief eingeschnittenen Tal des Eschensiepens, das in gerader Linie zur gegenüberliegenden Seite hin überschritten wurde. Beim Lauf in östlicher Richtung überquerte sie zuvor einen alten, heute stark verschliffenen Hohlweg von den Erbhöfen den Marscheider Berg hinauf , der laut Karten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in Benutzung war. Vom Verlauf handelt es sich möglicherweise um einen typischen alten Höhenweg, der unter Umständen auch einen Landwehrdurchgang besessen haben könnte. Auf Karten des frühen 19. Jahrhunderts ist der Weg bereits verzeichnet. Am Beginn des Gefälles zu Eschensiepen, sowie an einer Stelle hundert Meter davor sind noch stark verschliffene Reste des Walls zu erahnen. Im rechten Winkel zu der Landwehr finden sich entlang dem Lauf des Eschensiepen bis zum Gipfel des Marscheider Bergs folgend deutliche, mehrfache Wall-/Grabenstrukturen, die genauer zu untersuchen sich als lohnend erweisen könnte. Für einen reinen Hohlweg sind diese Strukturen im Vergleich zu dem Hohlweg Erbhöfe-Marscheider Berg im Profil erheblich deutlicher ausgeprägt und weisen mehrere parallele Wälle auf, die bei dieser Struktur nicht auszumachen sind. Auch ließen sich die am Fleischsiepen gefundenen, zum Marscheider Bach hinführenden Wall-/Grabenstrukuren, die Gerd Hellbeck wohl fälschlicherweise als Teil der Elberfelder Landwehrlinie deutet, in gerader Linie den Strukturen auf der Höhe des Marscheider Bergs verlängern. Aber zurück zur Barmer Landwehr. Die Landwehr verläuft nun im Abstand von ca. 20-30 Meter südlich des Siedlungsrandes von Laaken zum katholischen Friedhof. [http://de.wikipedia.org/wiki/Laaken Laaken] wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak Grenzbaum, Schanze, besonders befestigter Ort, vgl. auch Lackbaum (= Schlagbaum). So gesehen ist der dortige Straßenname Laaker Landwehr, der auch auf das Bauwerk hindeutet, eine Tautologie. Ihr Verlauf ab dem Friedhof entspricht im Großen und Ganzen dem des dortigen Waldwegs, wobei sie an einem Siepen geradlinig verläuft, während der Weg der Geländeform auf gleicher Höhenebene folgt. Vorhandene Landwehrtrassen sind häufig als Weg genutzt und ausgebaut worden, da mit ihnen bereits eine Trassierung durch das Gelände vorlag und auch die Eigentumsrechte der anliegenden Grundstücksbesitzer durch die neue Weganlage nicht berührt wurden. Die Trasse der Landwehr selbst blieb bis in das 19. Jahrhundert zumeist im Staatseigentum. (Bilder und Links zum nachfolgenden Text kommen noch) Hinter dem Siepen sind an dem talwärts gelegenen Rand des Weges auf kurzer Länge ausgeprägte Wallstrukturen auszumachen, die unter Umständen auch der Landwehr zugeordnet werden können. Während sich der Weg in einem Bogen nach Süden in das Herbinghauser Bachtal wendet, kürzte die Landwehr über den Bergsporn ab. Dieser Sporn wird von Nordosten kommend von einem Waldweg durchschnitten, dessen Kreuzungspunkt mit der Landwehr laut der Urkatasterkarte von 1815-25 Frankenbaum genannt wurde. Dieses würde auf eine Altstraße mit einen Landwehrdurchgang mit Schlagbaum hindeuten. Die Landwehr überquert denselben Waldweg, der bei Laaken eine zeitlang auf der Trasse verlief, und fiel südlich des Laaker Hammers steil zum Herbringhauser Bach ab . Der Herbringhauser Bach hieß früher Olpebach und gab auch dem großen Waldgebiet, das er durchfließt, den Namen Olscheid. Hier soll sich auch an der Landwehr eine Wolfskuhle befunden haben. Auf der anderen Talseite stieg die Landwehr ebenso steil wieder den Hang des Paulsberg hinauf. Das Fehlen von Wallresten kann darauf hindeuten, dass hier die Sicherung nur aus dem Gebück/Gedörn bestand, da die steilen Hänge sowieso keine einfache Begehung zuließen. In einem weiteren Doppelbogen wendete sich die Landwehr nach Norden und wieder nach Osten. In der Nähe mehr oder weniger parallel laufend, aber nicht genau auf dem Landwehrflurstück liegend, findet sich auf mehreren hundert Metern eine deutlich ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur. Es ist unklar, ob diese sehr deutlich im Gelände sichtbaren Strukturen mit der Landwehr in Zusammenhang stehen, denn es könnte sich auch um ein von Oberste Laaken den Paulsberg hinaufführenden Hohlweg handeln, dessen nördlicher Serpentinenteil noch heute von Waldwegen genutzt wird. Allerdings führt der heutige Waldweg als Hohlweg direkt zu dem Gipfel des Paulsbergs, während sich die Wall-/Grabenstruktur wieder in Richtung des Herbringhauser Bachtals wendet und zu diesem wieder abfällt, was als Wegführung nur begrenzten Sinn macht. Diese Struktur verliert sich in einem dichten Jungwald und ist nicht ganz deckungsgleich mit dem Flurstück der Landwehr. Die Struktur trifft an deren nördlichen Ende im spitzen Winkel auf die Landwehrtrasse und mündet dort in den heute als Waldweg genutzten Hohlweg zum Gipfel des Paulsbergs. Kurz vor der Einmündung der Struktur in den heutigen Waldweg findet sich auf der Ostseite des Waldweges im rechten Winkel dazu ein verschliffener, aber noch auf einer Länge von wenigen Metern erhaltener Einzelwall, der exakt auf der Landwehrtrasse liegend, vermutlich zu der Landwehr gehören dürfte. Ist dieses der Fall, so kann die ausgeprägte Doppelwall-/Grabenstruktur nicht zu der Landwehr gehören, es sei denn, die Landwehr hätte dort einen deutlicheren Richtungswechsel nach Südwesten durchgeführt, als das Landwehrflurstück andeutet. Auch ist es nicht einleuchtend, warum sich ein verschliffener, kaum erkennbarer Wall nach einem abrupten Richtungswechsel unvermittelt als gut erkennbarer Doppelwall fortsetzen sollte. Diese Situation muss also noch erforscht werden. In östlicher Richtung setzte sich das Landwehrflurstück von dem Zusammengang von Doppelwall-/Grabenstruktur und Hohlweg noch ca. 200 Meter fort, und endet dort. Der weitere Verlauf bis zur Beyenburg ist zur Zeit vollkommen unklar. Es ist bislang nicht gelungen, weitere Bodenspuren zu finden, auch die bislang hilfreiche Urkatasterkarte aus dem beginnenden 19. Jahrhundert versagt hier ihre Dienste. Erschwert wird die Suche auch dadurch, dass hier umfangreiche Erdbewegungen vorgenommen wurden: Einmal im Tal durch der Anlage der ehemaligen Unteren Herbringhauser Talsperre und anschließend auf der Höhe des der Wupperschleife bei Dahlhausen zugewandten Bergsporns namens Zur guten Hoffnung. Der Bergsporn wurde durch die Anlage eines Steinbruchs stark abgetragen und später durch die Nutzung als große kommunale Mülldeponie Kemna wieder verfüllt. Heute ist das umgestaltete Gelände mit Wald bepflanzt. Auch eine Karte des Waldgebiets aus dem 17. Jahrhundert, das nach seinen herzoglichen, also besonderen Eigentümer Sondernbusch genannt wurde, gibt keinen Aufschluss über den Verlauf. Erst in schriftlichen Quellen (Lagerbuch des Amts Beyenburg, dort Eintrag vom 19. Juli 1566) wird die Landwehr als zur der Burg Beyenburg führend auf den letzten Metern zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg wieder erwähnt, als ein Anlieger zum Hochwasserschutz der Wupper eine Mauer vervollständigen wollte, die von der Landwehr unterbrochen war. Der Streit über die Nutzung der Landwehrparzelle, die sich unter Verwaltung des Beyenburger Pfandherren Graf Franz II. von Waldeck befand, fand seine Niederschrift in dem besagten Lagerbuch. Im Gegenzug zur Genehmigung des Lückenschlusses wurde dem Antragsteller Kasper von den Bruggen (= Beyenburger Brücke) auferlegt, diese Mauer als Ersatz für die Landwehr in Richtung der Beyenburg bis zu dem dortigen Schlagbaum fortzuführen. Die Landwehr verlief also nahe der Wupper in östlicher Richtung auf den Wuppermäander in Beyenburg zu, auf dem sich die Beyenburg und die dazugehörende Freiheit befand. In der Rentmeisterrechung Beyenburg 1749/50 wird ebenfalls eine seit 1720 verpachtete Landwehr zwischen Beyenburger Brücke und Beyenburg erwähnt und der Eintrag von 1566 damit bestätigt. Engels und auch zuvor Fahne deuten an, dass die Landwehr eventuell bis Hengsten weiterführte, wo sie auf die Elberfelder Linie traf. Gesichert ist diese Annahme aber bislang nicht. Helbeck hält diese Annahme ebenfalls für möglich und deutet passende Bodenstrukturen an. === Durchgänge === Landwehrdurchgänge sind überliefert auf Hatzfeld und beim Schlippenhof beim heutigen Alten Markt. Mit Sicherheit wird es einen Durchgang bei Beyenburger Brücke gegeben haben, wo die bedeutende mittelalterliche Heer-, Handels- und Pilgerstraße zwischen Dortmund und Köln die Wupper überquerte. Ein in der Urkatasterkarte namens Frankenbaum eingezeichnete örtlichkeit auf dem Marscheider Berg könnte auf einen Schlagbaum (also Landwehrdurchgang) hinweisen. Bei Wuppertal-Herbringhausen existiert eine Flur Vor dem Baum an der parallel laufenden Elberfelder Landwehr, die auch auf einem Schlagbaum hinweist. Vermutlich gab es ein Pendant zu diesem Durchgang in der nur wenige hundert Meter weiter nördlich verlaufenden Barmer Landwehr am gleichen Weg. An der Beyenburg selber ist ein Schlagbaum durch im dem Lagerbuch von 1566 niedergeschriebenen Streit über den Hochwasserschutz belegt. === Bodenfunde === Erkennbar erhaltene, denkmalgeschützte Wallreste mit Unterbrechungen befinden sich im Barmer Wald zwischen der Lönsstraße und dem Murmelbach. Im Marscheider und Herbringhauser Wald sind ebenfalls noch vereinzelt stark verschliffene Wallreste vorhanden. === Entstehungszeit und -zweck === Die sich im Laufe der Zeit verändernden spätmittlelalterlichen Besitzverhältnisse Bergs, Marks und Kurkölns innerhalb des Barmer Hofesverbandes lassen vielfältige Deutungen über Entstehungszeit und -Zweck zu. Aber auch eine Entstehung vor der bergisch-märkischen Territorialbildung im Früh- oder Hochmittelalter wurde diskutiert. Da sie am Westufer von Leimbach und Fischertaler Bach bzw. am Südufer der Wupper verlief, war sie den gegen Osten bzw. Norden gerichtet, die Bedrohung wurde dort her kommend gesehen. Das führt zu der Annahme, dass der territoriale Besitzer Unterbarmens sie zum Schutz des Gebietes westlich/südlich davon erbaute. Innerhalb Barmens liegt sie an der alten Kirchspielgrenze, die schon vor dem Bergisch-Märkischen Einflussnahme vorhanden war und es liegt weiterhin die Vermutung nahe, dass eben diese Grenze mit der Landwehr gesichert wurde. In Folge der fränkischen Landnahme der rechtsrheinischen Hochflächen ab den 8./9. Jahrhundert gehörte die Wuppertaler Region zu den Randgebieten der fränkischen Gaugrafschafen (auch Gografschaften, kurz Gaue) Ruhr-, Deutz- und Keldachgau, die im Herrschaftsbereich der Ezzonen lagen. Ab dem 10. Jahrhundert war die Region kirchenrechtlich in die Dekanate Neuss und Lüdenscheid unterteilt, deren Untereinheiten, die Kirchspiele Hilden (ab 1300 dann das neu gegründete Kirchspiel Elberfeld) und Schwelm, hier aneinander grenzten. Die Dekanate unterstanden den Kölner Erzbischöfen, die bis in das 11. Jahrhundert als kaiserliche Beamte für die Verwaltung des Gebietes zuständig waren, während die Gografen (Gaugrafen) das oberste Richteramt inne hatten. Der Erzbischof von Köln bzw. seine Pfarreien waren darüber hinaus auch Grundbesitzer einiger der in Barmen befindlichen Höfe (Allodialbesitz) - andere Höfe waren Freigüter und gehörten den dortigen Bauern, denn teilweise bestanden schon Besiedlungen durch sächsische oder den Sachsen untergeordnete bzw. sich ihnen angeschlossene Volkstämme aus dem 8. und 9. Jahrhundert. Die Ravensberger Grafen besaßen als Nachfahren der Ezzonen Barmer Höfe zu beiden Seiten der Kirchspielgrenze. 1245 erwarben die Bergischen Grafen, die als Vögte dem Dienstadel der Kölner Erzbischöfe entstammten, die Barmer Villikation mit diesen Höfen und waren nun neben dem Erzbischof von Köln dort ebenfalls Grundbesitzer. Ausnahme war die Villikation Wichlinghausen unter anderem mit dem Hof Heckinghausen, die von den Ravensbergern zuvor an die Adelsfamilie von Kappeln veräußert worden war. Nach der Schlacht von Worringen 1288 und der militärischen Auseinandersetzung auf der Seite des Königs Albrecht I. gegen den Kölner Erzbischof Wigbold von Holte verlor Kurköln sukzessive Gebiete und Allode an Berg und Mark; so das gesamte Kirchspiel Schwelm an Mark in der Zeit zwischen 1301 und 1324. Die bergischen Grafen sahen sich nun folgender Situation ausgesetzt: Das Kirchspiel Elberfeld gehörte noch dem Erzbischof, war aber an dessen Ministeriale verpfändet. Das Kirchspiel Schwelm war bis spätestens 1324 kurkölnisch, ab dann aber märkisch. Mitten drin lag der eigene bergische Allodialbesitz, der sich auf Elberfelder und Schwelmer Kirchspielgebiet verteilte und rechtlich zur ebenfalls 1324 von Mark eroberten Freigrafschaft Volmarstein gehörte. Die zweite große Barmer Villikation unter dem Oberhof Wichlinghausen wurde erst 1384 von Mark erworben, so dass es ab diesem Zeitpunkt auch Allodialbesitzer in diesem Bereich war, auch mit einzelnen Höfen im hauptsächlich zu Berg gehörenden Bereich Unterbarmens. Mit dem Allodialbesitz war aber noch kein Territorialbesitz verbunden und erst irgendwann ab 1301 wurde Berg im Bereich zwischen Elberfeld und der Kirchspielgrenze, also Unterbarmen, vermutlich auch der Territorialbesitzer. Unter der Annahme, die Ober- und Unterbarmen teilende Landwehr wäre bergischen Ursprungs, so könnte sie frühestens ab 1300 gebaut worden sein, als Berg den Grund hatte sich territorial von dem kurkölnischen oder märkischen Schwelm abzugrenzen. Dafür spricht auch, dass die Elberfelder Landwehr, die Unterbarmen von Elberfeld schied, dem Anschein nach gegen das kurkölnische Elberfeld gerichtet gewesen war; da sie an der Ostgrenze der Freigrafschaft Volmarstein verläuft, kann sie aber auch eine Grenzsicherung der Freigrafschaft gewesen sein. Der Landwehrbau könnte das ab 1301 bergisch beherrschte Unterbarmen also nach beiden Seiten abgesichert haben. Spätestens ein paar Jahre nach der bergisch-märkischen Auseinandersetzung in Folge der Schlacht von Kleverhamm 1397 wurde die Landwehr zumindest als bergisch-märkische Grenzlinie obsolet - die Territorialgrenze verschob sich aufgrund von militärischen Erfolgen oder aufgrund einer Einigung dauerhaft ab 1400 nach Osten an die Bäche Schellenbeck und Schwarzbach. Das könnte der Zeitraum gewesen sein, wo die Landwehr innerhalb von Barmen aufgegeben sein könnte. Eine neue Landwehr entlang der neuen Grenze ist nicht gesichert, daher ist eine weitere Nutzung als zurückgenommene Grenzsicherung bis in das 16. Jahrhundert nicht unwahrscheinlich, wobei sie laut der Urkundenlage aber bereits zu dieser Zeit lückenhaft war und nicht mehr allzu gut Instand gehalten wurde. Gerd Helbeck ist allerdings der Auffassung, das an der Schellenbeck auch ein Landgraben bestanden hat. Im Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg müssen wir andere Verhältnisse betrachten. Das Gebiet südlich der Landwehr ist schon seit dem 12. Jahrhundert als bergischer Besitz beurkundet und gehörte zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum vermutlich zwischen 1355 und 1399 gegründeten Amt Beyenburg, zu dem auch Barmen gehörte. Mit ihr konnte das bergische Kernland entlang der Wupper gegenüber dem kurkölnischen, später märkischen Schwelm jenseits der Wupper geschützt werden. Allerdings ist der Wall im Gegensatz zu der nur wenige hundert Meter dahinter parallel verlaufenden Elberfelder Landwehr weitaus schlechter erhalten, so dass man geneigt ist, eine frühe Anlage und auch Aufgabe der Linie anzunehmen. Der Theorie, dass die Landwehr ein bergisches Bauwerk ist, wird vor allen von früheren Forschern nicht geteilt, aber auch Justus Bockemühl meldete Ende des 20. Jahrhunderts Zweifel an. Die Landwehr als fränkisch-sächsische Grenzlinie anzunehmen geht aber von der Vorraussetzung aus, deren Gebiete wären durch eine wohldefinierte Grenze getrennt gewesen. Tatsächlich handelte es sich im Frühmittelalter um einen Grenzsaum innerhalb größtenteils unbesiedelten Raumes, in den vereinzelte Angehörige sächsischer und fränkischer Volksstämme als Pioniere Siedlungsplätze gegründet hatten. Der notwendige Organisations- und Besiedlungsgrad für den Landwehrbau bildete sich erst im 10. Jahrhundert aus. Hier springt Bockemühl in die Kerbe und regt eine Entstehung im 10. oder 11. Jahrhundert an, und zwar in Form als Grenzsicherung der Landdekanate. Diese Absicherung soll gegenseitig erfolgt sein, zwei parallele, sich gegenüber stehende Landwehren mit einem breiten Niemandsland dazwischen an den Dekanatsgrenzsäumen verhinderten den Angriff sowohl von der einen, als auch von der anderen Seite. Mit dieser Annahme erklärt er das Vorhandensein der parallelen Landwehrlinien am Ostrand des Bergischen Landes wie z.B. hier die Barmer Landwehr und die Elberfelder Landwehr. oder weiter südlich der Elberfelder Landwehr und der Linie Ispingrade-Horpetal. Mit seiner Theorie ließen sich die bislang zu unbekannten Zweck errichtete Landwehr östlich von Solingen-Ohligs als Dekanatsgrenze zwischen Deutz und Neuss, aber auch zahlreiche andere Landwehren im westfälischen Raum erklären. Laut Bockemühl lief die Barmer Landwehr auch nicht nach Beyenburg, sondern übersprang beim Herbringhauser Bach die Wupper und verlief dann auf der rechten Flussseite weiter parallel zur Elberfelder Landwehr. Die kurze Landwehr bei der Hölzernen Klinke oberhalb der Beyenburg deutet er als mögliches Teilstück dieser Linie an. Ein starkes Argument für einen vor-bergischen Bau liefert der Name Barmen selbst. Das erstmals 1070 als Barmon in einer Abgabenliste des Klosters Werden erwähnte Barmen wird von einigen etymologisch als Wall, Erdhaufen gedeutet. Der altsächsische Wortstamm Berm, Barm findet sich auch im Begriff Heubarme (Hauhaufen) wieder, so das hier von den Höfen am Erdwall die Rede sein könnte. Als Berg 1245 die Bona de Barme erwarb könnte die Übersetzung ebenfalls statt Güter in Barmen auch Güter am Erdwall lauten. Bockemühl deutet die Etymologie anders: Ahd. brama; mhd. brame = Dornstrauch (vgl. Brombeere; engl. broom) wurde nach einer Lautumstellung (vgl. auch Bronnen (Brunnen) zu Born) zu Barme. Auch bei dieser Herleitung steht die Landwehr als namensgebendes Element (Gedörn) im Mittelpunkt. Hermann Hinz gibt weiterhin zu bedenken, dass die Barmer Höfe offenbar bereits vor 1245 zu beiden Seiten der Landwehr lagen, so dass eine spätere Grenzziehung, die dann die östlichen Höfe außerhalb des Schutzes gelassen hätte, nicht so recht vorstellbar sei. Die Markgenossenschaft des Hofesverbands war 1245 längstens durchorganisiert und wäre so künstlich geteilt worden. Die Landwehr ist seiner Meinung nach vor der Bildung des Hofesverbands somit um 750 in die Zeit der fränkisch-sächsichen Grenzziehung zu sehen und schützte somit den fränkischen Tafelhof Elberfeld. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass der urkundlich nachweisbare Landwehrbau sämtlich zur Zeit der Territorialwerdung im Spätmittelalter stattfand und auch andere, benachbarte Bauwerke nur in diesem Kontext Sinn machten. Fazit: Wenn man die unbelegbare Theorien außen vor läßt, die Barmer Landwehr könnte bereits ein Grenzbollwerk zwischen den Franken und den Sachsen aus dem 7. bis 10. Jahrhundert oder ab dem frühen Hochmittelalter eine Trennlinie der beiden kurkölnisch beherrschten Dekanaten gewesen sein und annimmt, die Landwehr sei wie andere mit nachweisbarer Bauzeit in Deutschland in der Zeit der Territorialbildung ab dem 13. Jahrhundert entstanden, so kann sie nur von den bergischen Herzögen angelegt worden sein, die sich entweder gegen Kurköln oder Mark absichern wollten. Ein bergischer Territorialschutz war aber erst kurz nach der Wende zum 14. Jahrhundert nötig, da bis dahin die bergischen Grafen keine Territorialherrschaft über Barmen ausübten, sondern nur im Besitz einzelner Höfe waren. Etwas differenzierter ist das Bild im sich anschließenden Abschnitt vom Murmelbach zur Beyenburg. Zwar war das Gebiet der angrenzenden Honschaft Erbschlö seit 1189 nachgewiesenermaßen Teil des bergischen Kerngebiets und lag im Amt Bornefeld, aber ob dieser Landwehrabschnitt früher als oder zeitgleich mit dem in Barmen errichtet worden ist, ist damit noch nicht geklärt. Eine Besiedlung des Gebietes fand vermutlich erst ab dem 16. Jahrhundert statt, da es keine früheren Belege der dortigen Höfe gibt. Da die Beyenburg (1304, bzw. 1336 erstmals erwähnt), der Endpunkt der Linie, erst relativ spät errichtet worden ist und es auch keine Hinweise auf eine Landwehr am Murmelbach entlang der Grenze zu Barmen in Richtung Elberfeld bekannt sind, wird sie vermutlich nicht vor dem Abschnitt durch Barmen enstanden sein. Denn wenn es sich um eine ältere Außenlandwehr des Amtes Bornefeld gehandelt hätte, dann wäre auch ein Abschnitt entlang der gesamten Grenze zu den nordöstlichen Nachbargebieten zu erwarten gewesen, der mit der Einverleibung Barmens in das bergische Herschaftsgebiet dann aufgegeben wurde. Von einem solchen Abschnitt entlang der Grenze zu Barmen ist aber nichts bekannt, so dass die gesamte Barmer Landwehrlinie in einem Zeitraum erbaut worden sein dürfte. Auch war der Schutz entlang der Wupper erst notwendig, als nicht mehr der kurkölnische Dienst- und Lehnsherr der bergischen Grafen im gegenüberliegenden Schwelmer Kirchspiel Territorialherrscher war (bis 1324), sondern als ihre befeindete Seitenlinie, die Grafen von der Mark, dort herrschten. === Literatur === * Wilhelm Engels: Die Barmer Landwehr, In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 63, 1935, S. 87-90 * Wilhelm Engels: Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 66, 1938 * Justus Bockemühl: Adelsüberlieferung und Herrschaftsstrukturen, Bergischer Geschichtsverein, Abt. Remscheid e.V., 1987, ISBN 3-924224-07-2, S. 64ff * Walter Dietz: Barmen vor 500 Jahren - Eine Untersuchung der Beyenburger Amtsrechnung von 1466 und anderer Quellen zur frühen Entwicklung des Ortes Barmen, In: Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde des Wuppertals, Born-Verlag, 1966, S. 23ff * Gerd Helbeck, Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes, Band I (Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff * Emil Wahl: Die Barmer Landwehr, Wuppertal, 1959 * Gottfried Dütschke: Barmen. An der Landwehr * Gustav Löns: Landwehren in Wuppertal, 1968 * Anton Fahne: Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Bd. 4, 1867, S. 30-32 === Kartenwerke === * Urkatasterkarten von 1805-1825 * Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) * Stadtplan Wuppertal 1:10.000, Stand Oktober 1963 (Verlauf im Herbringhauser Wald fälschlicherweise als existierende Landwehr eingezeichnet) * DGK5 (Verlauf als Flurstück im Herbringhauser Wald) === Quellen === * Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1559/60, 1771/72 und 1806/07 * Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1696 * Barmer-Beyenburger Lagerbuch 1597-1743 * Akten Jülich-Berg: Hofkammer, Domänen, Generalia Nr. 17 II * Index über die Morgenzahl in dem Hofesgericht Barmen von 1642 === Weblinks === *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b002.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück am Toelleturm] </div> </div> ee62fad1bfa017885d7591e8aaeeb12c8e6d7beb Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg 6 238 398 2015-10-31T15:25:46Z Jm 1 Nordwestlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 Besitznachweis: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland wikitext text/x-wiki Nordwestlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 Besitznachweis: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland 3ced35c600e564894b23036f154e5693b3fce99b 400 398 2015-10-31T15:26:45Z Jm 1 wikitext text/x-wiki Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 Besitznachweis: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland d3082e597fea5cf810be6847a7647269abc61556 403 400 2015-10-31T15:39:15Z Jm 1 wikitext text/x-wiki Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 Reg.-Bez. Ddf., Kr. Lennep. Gez. nach der im Archiv der kgl. Katasterkommission befindl. Originalkarte durch Müllejans Besitznachweis: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland aabd0c34853d8ad3c2799b3d345f13eafd7e24f3 Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg 6 239 399 2015-10-31T15:26:16Z Jm 1 Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 Besitznachweis: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland wikitext text/x-wiki Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 Besitznachweis: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland bb9356c51bdabd6131ebe6b5b06aefdfab12825b 404 399 2015-10-31T15:39:18Z Jm 1 wikitext text/x-wiki Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 Reg.-Bez. Ddf., Kr. Lennep. Gez. nach der im Archiv der kgl. Katasterkommission befindl. Originalkarte durch Müllejans Besitznachweis: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland a36a8986d8ad617d8006a8c1870e998a1d5686eb Datei:Wuppertal Nord 01.jpg 6 240 405 2015-10-31T18:41:29Z Jm 1 Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord wikitext text/x-wiki Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord 3a1e726ed34a2791f85e63538f1eaf99ecff01ef Datei:Wuppertal Nord 02.jpg 6 241 406 2015-10-31T18:41:54Z Jm 1 Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord wikitext text/x-wiki Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord 3a1e726ed34a2791f85e63538f1eaf99ecff01ef Datei:Wuppertal Nord 04.jpg 6 242 407 2015-10-31T18:42:48Z Jm 1 Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord wikitext text/x-wiki Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord 3a1e726ed34a2791f85e63538f1eaf99ecff01ef Datei:Wuppertalnord.kmz 6 243 408 2015-10-31T18:49:34Z Jm 1 Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord wikitext text/x-wiki Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord 3a1e726ed34a2791f85e63538f1eaf99ecff01ef Datei:Wuppertal Nord 06.jpg 6 244 409 2015-10-31T18:52:17Z Jm 1 Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord wikitext text/x-wiki Wallgraben beim Autobahnkreuz Wuppertal-Nord 3a1e726ed34a2791f85e63538f1eaf99ecff01ef Wallgraben bei Wuppertal-Nord 0 245 410 2015-10-31T18:53:30Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „<div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em…“ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen </big></span> == Lage == Zwischen der Schmiedestraße und dem Eichenhofer Weg im nordöstlichen Wuppertal an der Grenze zu Sprockhövel-Hasslinghausen (Nähe Autobahnkreuz Wuppertal-Nord) == Einführung == Im Wald zwischen der Schmiedestraße und dem Eichenhofer Weg befindet sich ein ca. 170 m langer Wall. In der Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. Von seiner Lage und Umständen her kann er eine Flurgrenze sein oder es könnte sich um eine Wegsperre handeln. == Verlauf == Der Wall beginnt nördlich der Autobahn A46 in einem Waldstück, dass man am besten von dem Eichlinghofer Weg her erreichen kann. Entlang dem Rand des Waldes zieht sich ein gerader Wall von der Autobahn in nördliche Richtung und endet nach ca. 170 Metern mit dem Wald. Am Ende der Strecke befindet sich im rechten Winkel zu diesem Wall ein tiefer, ca. 15 Meter langer, tiefer Doppelgraben. Diese beiden Strukturen berühren, aber überschneiden sich nicht. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Hinweise auf eine Fortführung habe ich noch nicht ermitteln können. == Entstehungszeit und -zweck == In der west- und östlichen Verlängerung des senkrechten Doppelgrabens, der von dem Wall senkrecht geschnitten wird, sind auf der DGK 5 und vor allen auf der Preußischen Neuaufnahme von 1840 und der Preußischen Uraufnahme von 1896 sporadisch mehrere ähnliche Strukturen vorhanden, die bis nach Wuppertal-Hatzfeld führen (Hellmansbruch, Hoppenbruch, Eichenhofer Weg Ecke Fußweg zur Schmiedstraße, Kattenbreucken, Mollenkotten, Einern, Schaumlöffel). Wenn diese in Ost-West-Richtung verlaufenden Strukturen Zeugnisse eines Kohlenwegs oder älteren Straße war, dann könnte der Wall eine märkische Wegsperre gewesen sein. Eine Entstehungszeit ist zur Zeit nicht zu ermitteln. Südlich von Kattenbreuken befindet sich eine Flur Namens Hölzerne Klinke. Dieser Namen ist anderswo als Synonym für einen Schlagbaum belegt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wuppertalnord.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Wuppertal_Nord_04.jpg|mini|300px|links|Was wie eine Geländekante aussieht ...]] [[Bild:Wuppertal_Nord_06.jpg|mini|400px|... ist aus anderer Perspektive gut als Wall zu erkennen.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wuppertal_Nord_02.jpg|mini|300px|Gegen Ende verschleift sich der Wall etwas.]] [[Bild:Wuppertal_Nord_01.jpg|mini|300px|links|Hier befinden sich im rechten Winkel die tiefen Gräben. Das Gelände dahinter ist sehr morastig.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 168e80255ca9a29002179fcdbd4907e2e4af30c1 Wallgraben bei Wuppertal-Nord 0 245 411 410 2015-10-31T18:54:00Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben bei Wuppertal-Nord </big></span> == Lage == Zwischen der Schmiedestraße und dem Eichenhofer Weg im nordöstlichen Wuppertal an der Grenze zu Sprockhövel-Hasslinghausen (Nähe Autobahnkreuz Wuppertal-Nord) == Einführung == Im Wald zwischen der Schmiedestraße und dem Eichenhofer Weg befindet sich ein ca. 170 m langer Wall. In der Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. Von seiner Lage und Umständen her kann er eine Flurgrenze sein oder es könnte sich um eine Wegsperre handeln. == Verlauf == Der Wall beginnt nördlich der Autobahn A46 in einem Waldstück, dass man am besten von dem Eichlinghofer Weg her erreichen kann. Entlang dem Rand des Waldes zieht sich ein gerader Wall von der Autobahn in nördliche Richtung und endet nach ca. 170 Metern mit dem Wald. Am Ende der Strecke befindet sich im rechten Winkel zu diesem Wall ein tiefer, ca. 15 Meter langer, tiefer Doppelgraben. Diese beiden Strukturen berühren, aber überschneiden sich nicht. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Hinweise auf eine Fortführung habe ich noch nicht ermitteln können. == Entstehungszeit und -zweck == In der west- und östlichen Verlängerung des senkrechten Doppelgrabens, der von dem Wall senkrecht geschnitten wird, sind auf der DGK 5 und vor allen auf der Preußischen Neuaufnahme von 1840 und der Preußischen Uraufnahme von 1896 sporadisch mehrere ähnliche Strukturen vorhanden, die bis nach Wuppertal-Hatzfeld führen (Hellmansbruch, Hoppenbruch, Eichenhofer Weg Ecke Fußweg zur Schmiedstraße, Kattenbreucken, Mollenkotten, Einern, Schaumlöffel). Wenn diese in Ost-West-Richtung verlaufenden Strukturen Zeugnisse eines Kohlenwegs oder älteren Straße war, dann könnte der Wall eine märkische Wegsperre gewesen sein. Eine Entstehungszeit ist zur Zeit nicht zu ermitteln. Südlich von Kattenbreuken befindet sich eine Flur Namens Hölzerne Klinke. Dieser Namen ist anderswo als Synonym für einen Schlagbaum belegt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wuppertalnord.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Wuppertal_Nord_04.jpg|mini|300px|links|Was wie eine Geländekante aussieht ...]] [[Bild:Wuppertal_Nord_06.jpg|mini|400px|... ist aus anderer Perspektive gut als Wall zu erkennen.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wuppertal_Nord_02.jpg|mini|300px|Gegen Ende verschleift sich der Wall etwas.]] [[Bild:Wuppertal_Nord_01.jpg|mini|300px|links|Hier befinden sich im rechten Winkel die tiefen Gräben. Das Gelände dahinter ist sehr morastig.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> cdadb9363dce3abb956c2b852cce5a1d30b2a8d7 Datei:Ronsdorfer Talsperre 02.jpg 6 251 412 2015-10-31T19:25:19Z Jm 1 Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre wikitext text/x-wiki Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre 9a7c63322d1c45ca4d56db41b36ca7d660a63b82 Datei:Ronsdorfer Talsperre 03.jpg 6 247 413 2015-10-31T19:26:41Z Jm 1 Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre wikitext text/x-wiki Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre 9a7c63322d1c45ca4d56db41b36ca7d660a63b82 417 413 2015-11-01T17:29:56Z Jm 1 Jm lud eine neue Version von [[Datei:Ronsdorfer Talsperre 03.jpg]] hoch wikitext text/x-wiki Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre 9a7c63322d1c45ca4d56db41b36ca7d660a63b82 Datei:Ronsdorfer Talsperre 05.jpg 6 248 414 2015-10-31T19:29:25Z Jm 1 Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre wikitext text/x-wiki Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre 9a7c63322d1c45ca4d56db41b36ca7d660a63b82 Datei:Grund 01.jpg 6 249 415 2015-10-31T19:56:15Z Jm 1 Wall bei Remscheid Grund wikitext text/x-wiki Wall bei Remscheid Grund 1ac75409193dd5c6f61c3c8678a9868440bdf587 Datei:Ronsdorfer Talsperre 06.jpg 6 250 416 2015-11-01T17:19:15Z Jm 1 Wall bei der Ronsdorfer Talsperre wikitext text/x-wiki Wall bei der Ronsdorfer Talsperre 9d76166faf39990a17b33a7c10d9ff69bf6fe3c3 Datei:Grund 02.jpg 6 252 418 2015-11-01T17:57:49Z Jm 1 Wall bei Remscheid Grund wikitext text/x-wiki Wall bei Remscheid Grund 1ac75409193dd5c6f61c3c8678a9868440bdf587 Datei:Grund 07.jpg 6 253 419 2015-11-01T17:58:17Z Jm 1 Wall bei Remscheid Grund wikitext text/x-wiki Wall bei Remscheid Grund 1ac75409193dd5c6f61c3c8678a9868440bdf587 Datei:Grund 09.jpg 6 254 420 2015-11-01T17:58:49Z Jm 1 Wall bei Remscheid Grund wikitext text/x-wiki Wall bei Remscheid Grund 1ac75409193dd5c6f61c3c8678a9868440bdf587 Datei:Grund 13.jpg 6 255 421 2015-11-01T17:59:16Z Jm 1 Wall bei Remscheid Grund wikitext text/x-wiki Wall bei Remscheid Grund 1ac75409193dd5c6f61c3c8678a9868440bdf587 Datei:Grund 15.jpg 6 256 422 2015-11-01T17:59:42Z Jm 1 Wall bei Remscheid Grund wikitext text/x-wiki Wall bei Remscheid Grund 1ac75409193dd5c6f61c3c8678a9868440bdf587 Datei:Grund.kmz 6 257 423 2015-11-01T18:00:04Z Jm 1 Wall bei Remscheid Grund wikitext text/x-wiki Wall bei Remscheid Grund 1ac75409193dd5c6f61c3c8678a9868440bdf587 Datei:RonsdorferTalsperre.kmz 6 258 424 2015-11-01T18:00:30Z Jm 1 Wall bei der Ronsdorfer Talsperre wikitext text/x-wiki Wall bei der Ronsdorfer Talsperre 9d76166faf39990a17b33a7c10d9ff69bf6fe3c3 Datei:Ronsdorfer Talsperre 15.jpg 6 259 425 2015-11-01T18:03:08Z Jm 1 Wall bei der Ronsdorfer Talsperre wikitext text/x-wiki Wall bei der Ronsdorfer Talsperre 9d76166faf39990a17b33a7c10d9ff69bf6fe3c3 Datei:Ronsdorfer Talsperre 21.jpg 6 260 426 2015-11-01T18:03:42Z Jm 1 Wall bei der Ronsdorfer Talsperre wikitext text/x-wiki Wall bei der Ronsdorfer Talsperre 9d76166faf39990a17b33a7c10d9ff69bf6fe3c3 Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre 0 261 427 2015-11-01T18:08:29Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „<div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em…“ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben an der Ronsdorfer Talsperre </big></span> == Lage == Von der Dörpfelder Straße durch den Wald östlich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ronsdorfer_Talsperre Ronsdorfer Talsperre] im Wuppertaler Stadtteil [https://de.wikipedia.org/wiki/Ronsdorf Ronsdorf]. == Einführung == Im Wald zwischen der Dörpfelder Straße und der Ronsdorfer Talsperre befindet sich ein ca. 360m langer Wall. In der Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. == Verlauf == Der Wallgraben beginnt an der alten [https://de.wikipedia.org/wiki/Volksschule_Heidt Volksschule Heidt] am Rand des Waldes und verläuft in leicht geschwungener S-förmiger Form in nördliche Richtung durch das Gehölz. Dabei kreuzt er die asphaltierte Zufahrt zur Talsperre, den ''Talsperrenweg'', und endet hundert Meter weiter bei einem zur Talsperre führenden Siefen ohne erkennbare Fortsetzung. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. == Entstehungszeit und -zweck == Zweck und Entstehungszeit dieses Wallgrabens ist ungeklärt. Für eine Flurgrenze ist der Wall sehr ausgeprägt angelegt worden. Möglicherweise steht er in Zusammenhang mit dem mehrere hundert Meter südlich befindlichen, ebenfalls in Nord-Süd Richtung verlaufenden [[Wallgraben bei Remscheid-Grund]]. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:RonsdorferTalsperre.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_02.jpg|mini|400px|links|Der Wall an der Kreuzung mit dem Talsperrenweg ist ausgeprägt und sehr gut zu erkennen]] [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_03.jpg|mini|400px|Ein Stück weiter in Richtung Dörpfelder Straße]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_05.jpg|mini|400px|links|Hier nochmal das Teilstück südlich des Talsperrenwegs Blickrichtung Dörpfelder Straße...]] [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_06.jpg|mini|400px|... und hier in der Rückschau]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_15.jpg|mini|400px|links|Auch nördlich der Talsperrenstraße ist der breite Wall gut erhalten, ...]] [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_21.jpg|mini|400px|... er verschleift sich aber kurz hinter dieser Stelle zusehends.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 855e0e42bb9b27ec4e958f27c404071778f67f77 428 427 2015-11-01T18:23:56Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben an der Ronsdorfer Talsperre </big></span> == Lage == Von der Dörpfelder Straße durch den Wald östlich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ronsdorfer_Talsperre Ronsdorfer Talsperre] im Wuppertaler Stadtteil [https://de.wikipedia.org/wiki/Ronsdorf Ronsdorf]. == Einführung == Im Wald zwischen der Dörpfelder Straße und der Ronsdorfer Talsperre befindet sich ein ca. 360m langer Wall. In der Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. == Verlauf == Der Wallgraben beginnt an der alten [https://de.wikipedia.org/wiki/Volksschule_Heidt Volksschule Heidt] am Rand des Waldes und verläuft in leicht geschwungener S-förmiger Form in nördliche Richtung durch das Gehölz. Dabei kreuzt er die asphaltierte Zufahrt zur Talsperre, den ''Talsperrenweg'', und endet hundert Meter weiter bei einem zur Talsperre führenden Siefen ohne erkennbare Fortsetzung. Nördlich des Talsperrenwegs folgt der Wallgraben einer heutigen Flurgrenze. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. == Entstehungszeit und -zweck == Zweck und Entstehungszeit dieses Wallgrabens ist ungeklärt. Für eine Flurgrenze ist der Wall sehr ausgeprägt angelegt worden. Möglicherweise steht er in Zusammenhang mit dem mehrere hundert Meter südlich befindlichen, ebenfalls in Nord-Süd Richtung verlaufenden [[Wallgraben bei Remscheid-Grund]]. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:RonsdorferTalsperre.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_02.jpg|mini|400px|links|Der Wall an der Kreuzung mit dem Talsperrenweg ist ausgeprägt und sehr gut zu erkennen]] [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_03.jpg|mini|400px|Ein Stück weiter in Richtung Dörpfelder Straße]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_05.jpg|mini|400px|links|Hier nochmal das Teilstück südlich des Talsperrenwegs Blickrichtung Dörpfelder Straße...]] [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_06.jpg|mini|400px|... und hier in der Rückschau]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_15.jpg|mini|400px|links|Auch nördlich der Talsperrenstraße ist der breite Wall gut erhalten, ...]] [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_21.jpg|mini|400px|... er verschleift sich aber kurz hinter dieser Stelle zusehends.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 3e1a4c56d0052fa0ab15b61de315b2a551144043 429 428 2015-11-01T18:24:32Z Jm 1 /* Verlauf */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben an der Ronsdorfer Talsperre </big></span> == Lage == Von der Dörpfelder Straße durch den Wald östlich der [https://de.wikipedia.org/wiki/Ronsdorfer_Talsperre Ronsdorfer Talsperre] im Wuppertaler Stadtteil [https://de.wikipedia.org/wiki/Ronsdorf Ronsdorf]. == Einführung == Im Wald zwischen der Dörpfelder Straße und der Ronsdorfer Talsperre befindet sich ein ca. 360m langer Wall. In der Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. == Verlauf == Der Wallgraben beginnt an der alten [https://de.wikipedia.org/wiki/Volksschule_Heidt Volksschule Heidt] am Rand des Waldes und verläuft in leicht geschwungener S-förmiger Form in nördliche Richtung durch das Gehölz. Dabei kreuzt er die asphaltierte Zufahrt zur Talsperre, den ''Talsperrenweg'', und endet hundert Meter weiter bei einem zur Talsperre führenden Siefen ohne erkennbare Fortsetzung. Nördlich des Talsperrenwegs folgt der Wallgraben exakt einer heutigen Flurgrenze. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. == Entstehungszeit und -zweck == Zweck und Entstehungszeit dieses Wallgrabens ist ungeklärt. Für eine Flurgrenze ist der Wall sehr ausgeprägt angelegt worden. Möglicherweise steht er in Zusammenhang mit dem mehrere hundert Meter südlich befindlichen, ebenfalls in Nord-Süd Richtung verlaufenden [[Wallgraben bei Remscheid-Grund]]. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:RonsdorferTalsperre.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_02.jpg|mini|400px|links|Der Wall an der Kreuzung mit dem Talsperrenweg ist ausgeprägt und sehr gut zu erkennen]] [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_03.jpg|mini|400px|Ein Stück weiter in Richtung Dörpfelder Straße]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_05.jpg|mini|400px|links|Hier nochmal das Teilstück südlich des Talsperrenwegs Blickrichtung Dörpfelder Straße...]] [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_06.jpg|mini|400px|... und hier in der Rückschau]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_15.jpg|mini|400px|links|Auch nördlich der Talsperrenstraße ist der breite Wall gut erhalten, ...]] [[Bild:Ronsdorfer_Talsperre_21.jpg|mini|400px|... er verschleift sich aber kurz hinter dieser Stelle zusehends.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 1d3d1be10926d14f13f3fdcf92d48c80844b170e Wallgraben bei Remscheid-Grund 0 262 430 2015-11-01T18:58:32Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „<div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em…“ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben bei Remscheid-Grund </big></span> == Lage == Nordöstlich von Remscheid-[https://de.wikipedia.org/wiki/Grund_%28Remscheid%29 Grund] zwischen dem Grunder Bach und [https://de.wikipedia.org/wiki/Oelingrath Oelingrath]. == Einführung == Auf einer Weide nordöstlich von Grund und im Wald südlich von Oelingrath befindet sich ein ca. 285m langer Wall. In der Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. == Verlauf == Der Wallgraben beginnt am Grunder Bach östlich von Grund und zieht sich über ein abgezäunte Weide in nordnordöstliche Richtung den Hang hoch zu einem Feldweg. Auf der anderen Seite des Feldwegs setzt sich der Wallgraben über einen mit Buschwerk bewuchsenen Geländestreifen fort. Ohne Unterbrechung setzt sich der Wallgraben nun nach Nordosten im anschließenden Wald südlich von Oelingrath fort, verschleift sich aber nach ein paar Dutzend Metern. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. == Entstehungszeit und -zweck == Zweck und Entstehungszeit dieses Wallgrabens ist ungeklärt. Für eine Flurgrenze ist der Wall sehr ausgeprägt angelegt worden. Möglicherweise steht er in Zusammenhang mit dem mehrere hundert Meter nördlich befindlichen, ebenfalls in Nord-Süd Richtung verlaufenden [[Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre]]. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Grund.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Grund_01.jpg|mini|400px|links|Der Wall durchschneidet die Weide oberhalb des Grunder Bachs gut erkennbar.]] [[Bild:Grund_02.jpg|mini|400px|Hier ein Blick entlang des Walls.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Grund_07.jpg|mini|400px|links|Am Übergang des mit Buschwerk bestandenen Geländestreifens zum Wald ist Wall und Graben ebenfalls gut ausgeprägt.]] [[Bild:Grund_09.jpg|mini|400px|Wie üblich ist im Wald der Wallgraben am besten erhalten.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Grund_13.jpg|mini|400px|links|Hier der Blick in Richtung Grunder Bach.]] [[Bild:Grund_15.jpg|mini|400px|Die Richtungsänderung des Wallgrabens von Nordnordost nach Nordost. Kurz darauf endet der Wallgraben.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 77545170afd3dbec392ffc549cd0411525db8c1c Hauptseite 0 14 431 353 2015-11-01T19:01:33Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|frameless|right]] <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big> Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergischen Land. </big></span> === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land === *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] ** '''Hückeswagen''' ***[[Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen]] ** '''Remscheid''' ***[[Wallgraben bei Remscheid-Grund]] ** '''Wuppertal''' ***[[Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre]] ***[[Wallgraben bei Wuppertal-Nord]] </div> f8a2e5ad468f9da34629d0b7a426bb2dbe396c80 440 431 2015-11-02T21:31:22Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|frameless|right]] <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big> Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergischen Land. </big></span> === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land / Bergisch-Märkisches Grenzgebiet=== *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] ** '''Hückeswagen''' ***[[Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen]] ** '''Remscheid''' ***[[Wallgraben bei Remscheid-Grund]] ** '''Wuppertal''' ***[[Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre]] ***[[Wallgraben bei Wuppertal-Nord]] ** '''Ennepetal''' ***[[Wallgraben zwischen der Wupper und der Brambecke]] </div> 682cbea6afb45c7a5d5a236dc00c4a161396fd53 446 440 2015-11-02T22:25:06Z Jm 1 /* Bergisches Land / Bergisch-Märkisches Grenzgebiet */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|frameless|right]] <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big> Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergischen Land. </big></span> === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land / Bergisch-Märkisches Grenzgebiet=== *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] ** '''Hückeswagen''' ***[[Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen]] ** '''Remscheid''' ***[[Wallgraben bei Remscheid-Grund]] ** '''Wuppertal''' ***[[Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre]] ***[[Wallgraben bei Wuppertal-Nord]] ** '''Ennepetal''' ***[[Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke]] </div> f31ffee3ae93e3eccc296aa9ddf25b06a729de23 460 446 2016-04-04T17:53:07Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|frameless|right]] <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big> Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergischen Land. </big></span> === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land / Bergisch-Märkisches Grenzgebiet=== *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] ** '''Hückeswagen''' ***[[Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen]] ** '''Remscheid''' ***[[Wallgraben bei Remscheid-Grund]] ** '''Wuppertal''' ***[[Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre]] ***[[Wallgraben an der Herbringhauser Talsperre]] ***[[Wallgraben bei Wuppertal-Nord]] ** '''Ennepetal''' ***[[Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke]] </div> 25af1383b7c8912b98ae38232a90b86146174dce Datei:Wupper-Brambecke 05.JPG 6 263 432 2015-11-02T20:16:11Z Jm 1 Wegsperre Wupper-Brambecke wikitext text/x-wiki Wegsperre Wupper-Brambecke 5ceaa278cb143f2b63d936d63612bb3bb44a7f89 Datei:Wupper-Brambecke 17.JPG 6 264 433 2015-11-02T20:16:49Z Jm 1 Wegsperre Wupper-Brambecke wikitext text/x-wiki Wegsperre Wupper-Brambecke 5ceaa278cb143f2b63d936d63612bb3bb44a7f89 Datei:Wupper-Brambecke 20.JPG 6 265 434 2015-11-02T20:17:26Z Jm 1 Wegsperre Wupper-Brambecke wikitext text/x-wiki Wegsperre Wupper-Brambecke 5ceaa278cb143f2b63d936d63612bb3bb44a7f89 Datei:Wupper-Brambecke 21.JPG 6 266 435 2015-11-02T20:18:21Z Jm 1 Wegsperre Wupper-Brambecke wikitext text/x-wiki Wegsperre Wupper-Brambecke 5ceaa278cb143f2b63d936d63612bb3bb44a7f89 Datei:Wupper-Brambecke 30.JPG 6 267 436 2015-11-02T20:21:03Z Jm 1 Wegsperre Wupper-Brambecke wikitext text/x-wiki Wegsperre Wupper-Brambecke 5ceaa278cb143f2b63d936d63612bb3bb44a7f89 Datei:Wupper-Brambecke 35.JPG 6 268 437 2015-11-02T20:21:44Z Jm 1 Wegsperre Wupper-Brambecke wikitext text/x-wiki Wegsperre Wupper-Brambecke 5ceaa278cb143f2b63d936d63612bb3bb44a7f89 Datei:Wupper-Brambecke.kmz 6 269 438 2015-11-02T20:23:01Z Jm 1 Wegsperre Wupper-Brambecke wikitext text/x-wiki Wegsperre Wupper-Brambecke 5ceaa278cb143f2b63d936d63612bb3bb44a7f89 Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke 0 270 439 2015-11-02T21:27:52Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „<div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em…“ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Fels-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. In der Literatur wird der Wallgraben nicht genannt. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Der Höhenweg ist zwar erst ab Beginn der 19. Jahrhunderts kartografisch belegt, könnte aber von seinem Verlauf her eine kurze Querverbindung zwischen zwei Altstraßen, zum einem der aus Richtung Halver kommenden ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] gewesen sein, die am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' über eine seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Brücke bei Beyenburg] die Wupper querte. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III''' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Geländes ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> == Verweise == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] </div> </div> 53991295bf6fb0a887d3ef480db12702a6dd98a7 441 439 2015-11-02T21:33:02Z Jm 1 /* Bilder */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Fels-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. In der Literatur wird der Wallgraben nicht genannt. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Der Höhenweg ist zwar erst ab Beginn der 19. Jahrhunderts kartografisch belegt, könnte aber von seinem Verlauf her eine kurze Querverbindung zwischen zwei Altstraßen, zum einem der aus Richtung Halver kommenden ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] gewesen sein, die am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' über eine seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Brücke bei Beyenburg] die Wupper querte. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III''' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> == Verweise == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] </div> </div> 221c25cd77d3342cf41b42734ef09c84b54c1204 442 441 2015-11-02T21:34:01Z Jm 1 /* Bodenfunde */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Fels-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. In der Literatur wird der Wallgraben nicht genannt. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Er wird nur von dem heutigen Feld-/Waldweg unterbrochen. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Der Höhenweg ist zwar erst ab Beginn der 19. Jahrhunderts kartografisch belegt, könnte aber von seinem Verlauf her eine kurze Querverbindung zwischen zwei Altstraßen, zum einem der aus Richtung Halver kommenden ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und der [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] gewesen sein, die am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' über eine seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Brücke bei Beyenburg] die Wupper querte. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III''' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> == Verweise == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] </div> </div> 355be2e5cd843152a493e7079d1e67beb14731e4 443 442 2015-11-02T22:10:44Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange und bis zu vier Meter breite Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Fels-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage des sogenannten ''Weberstal'' endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Er wird nur von dem heutigen Feld-/Waldweg unterbrochen. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Auch Wilhelm Engels führt sie in seinem Buch ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtum Berg'' als märkische Höhensperre auf. Der Höhenweg ist zwar erst ab Beginn der 19. Jahrhunderts als untergeordnete lokale Relation zu dem Höfen auf den Höhen bei ''Dürholt'' und ''Königsfeld'' kartografisch belegbar. Er könnte aber von seinem Verlauf her eine Querverbindung zwischen zwei Altstraßen gewesen sein: Bei ''Königsfeld'' verlief die aus Richtung Halver kommende ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' querte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] die Wupper auf der seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Beyenburger Brücke]. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht aber die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen (bergischen) Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Wahrscheinlicher ist daher eine märkische Höhensperre. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III''' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Literatur == *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 87 *Herbert Nicke: ''Vergessene Wege. Das historische Fernwegenetz zwischen Rhein, Weser, Hellweg und Westerwald, seine Schutzanlagen und Knotenpunkte'', Galunder-Verlag, Nümbrecht, 2001 == Weblinks == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 91ea2a0978a2339012d9858adf93fd2c64a390f6 444 443 2015-11-02T22:24:52Z Jm 1 Jm verschob die Seite [[Wallgraben zwischen der Wupper und der Brambecke]] nach [[Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke]] wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange und bis zu vier Meter breite Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Fels-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage des sogenannten ''Weberstal'' endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Er wird nur von dem heutigen Feld-/Waldweg unterbrochen. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Auch Wilhelm Engels führt sie in seinem Buch ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtum Berg'' als märkische Höhensperre auf. Der Höhenweg ist zwar erst ab Beginn der 19. Jahrhunderts als untergeordnete lokale Relation zu dem Höfen auf den Höhen bei ''Dürholt'' und ''Königsfeld'' kartografisch belegbar. Er könnte aber von seinem Verlauf her eine Querverbindung zwischen zwei Altstraßen gewesen sein: Bei ''Königsfeld'' verlief die aus Richtung Halver kommende ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' querte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] die Wupper auf der seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Beyenburger Brücke]. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht aber die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen (bergischen) Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Wahrscheinlicher ist daher eine märkische Höhensperre. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III''' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Literatur == *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 87 *Herbert Nicke: ''Vergessene Wege. Das historische Fernwegenetz zwischen Rhein, Weser, Hellweg und Westerwald, seine Schutzanlagen und Knotenpunkte'', Galunder-Verlag, Nümbrecht, 2001 == Weblinks == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 91ea2a0978a2339012d9858adf93fd2c64a390f6 447 444 2015-11-02T22:25:26Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange und bis zu vier Meter breite Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Fels-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage des sogenannten ''Weberstal'' endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Er wird nur von dem heutigen Feld-/Waldweg unterbrochen. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Auch Wilhelm Engels führt sie in seinem Buch ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtum Berg'' als märkische Höhensperre auf. Der Höhenweg ist zwar erst ab Beginn der 19. Jahrhunderts als untergeordnete lokale Relation zu dem Höfen auf den Höhen bei ''Dürholt'' und ''Königsfeld'' kartografisch belegbar. Er könnte aber von seinem Verlauf her eine Querverbindung zwischen zwei Altstraßen gewesen sein: Bei ''Königsfeld'' verlief die aus Richtung Halver kommende ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' querte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] die Wupper auf der seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Beyenburger Brücke]. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht aber die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen (bergischen) Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Wahrscheinlicher ist daher eine märkische Höhensperre. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III''' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Literatur == *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 87 *Herbert Nicke: ''Vergessene Wege. Das historische Fernwegenetz zwischen Rhein, Weser, Hellweg und Westerwald, seine Schutzanlagen und Knotenpunkte'', Galunder-Verlag, Nümbrecht, 2001 == Weblinks == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> f34d9bef64e7408ab0452be9e678cbbc10c0d66c 448 447 2015-11-02T22:26:11Z Jm 1 /* Entstehungszeit und -zweck */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange und bis zu vier Meter breite Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Fels-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage des sogenannten ''Weberstal'' endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Er wird nur von dem heutigen Feld-/Waldweg unterbrochen. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Auch Wilhelm Engels führt sie in seinem Werk ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtum Berg'' als märkische Höhensperre auf. Der Höhenweg ist zwar erst ab Beginn der 19. Jahrhunderts als untergeordnete lokale Relation zu dem Höfen auf den Höhen bei ''Dürholt'' und ''Königsfeld'' kartografisch belegbar. Er könnte aber von seinem Verlauf her eine Querverbindung zwischen zwei Altstraßen gewesen sein: Bei ''Königsfeld'' verlief die aus Richtung Halver kommende ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' querte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] die Wupper auf der seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Beyenburger Brücke]. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht aber die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen (bergischen) Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Wahrscheinlicher ist daher eine märkische Höhensperre. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III''' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Literatur == *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 87 *Herbert Nicke: ''Vergessene Wege. Das historische Fernwegenetz zwischen Rhein, Weser, Hellweg und Westerwald, seine Schutzanlagen und Knotenpunkte'', Galunder-Verlag, Nümbrecht, 2001 == Weblinks == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> fb294f47a3111db51d4212cc2bb2a3e30741d19b 449 448 2015-11-02T22:28:29Z Jm 1 /* Entstehungszeit und -zweck */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange und bis zu vier Meter breite Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Fels-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage des sogenannten ''Weberstal'' endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Er wird nur von dem heutigen Feld-/Waldweg unterbrochen. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Auch Wilhelm Engels führt sie in seinem Werk ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtum Berg'' als märkische Höhensperre auf. Der Höhenweg ist zwar erst ab dem 19. Jahrhundert als untergeordnete lokale Relation zu dem Höfen auf den Höhen bei ''Dürholt'' und ''Königsfeld'' kartografisch belegbar. Er könnte aber von seinem Verlauf her eine Querverbindung zwischen zwei Altstraßen gewesen sein: Bei ''Königsfeld'' verlief die aus Richtung Halver kommende ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' querte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] die Wupper auf der seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Beyenburger Brücke]. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht aber die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen (bergischen) Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Wahrscheinlicher ist daher eine märkische Höhensperre. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III''' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Literatur == *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 87 *Herbert Nicke: ''Vergessene Wege. Das historische Fernwegenetz zwischen Rhein, Weser, Hellweg und Westerwald, seine Schutzanlagen und Knotenpunkte'', Galunder-Verlag, Nümbrecht, 2001 == Weblinks == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> ce50755832a2d243cda16f80c5cd73fc325b27d5 450 449 2015-11-02T22:29:04Z Jm 1 /* Entstehungszeit und -zweck */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange und bis zu vier Meter breite Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Fels-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage des sogenannten ''Weberstal'' endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Er wird nur von dem heutigen Feld-/Waldweg unterbrochen. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Auch Wilhelm Engels führt sie in seinem Werk ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtum Berg'' als märkische Höhensperre auf. Der Höhenweg ist zwar erst ab dem 19. Jahrhundert als untergeordnete lokale Relation zu dem Höfen auf den Höhen bei ''Dürholt'' und ''Königsfeld'' kartografisch belegbar. Er könnte aber von seinem Verlauf her eine Querverbindung zwischen zwei Altstraßen gewesen sein: Bei ''Königsfeld'' verlief die aus Richtung Halver kommende ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' querte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] die Wupper auf der seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Beyenburger Brücke]. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht aber die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen (bergischen) Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Wahrscheinlicher ist daher eine märkische Höhensperre. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III'' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Literatur == *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 87 *Herbert Nicke: ''Vergessene Wege. Das historische Fernwegenetz zwischen Rhein, Weser, Hellweg und Westerwald, seine Schutzanlagen und Knotenpunkte'', Galunder-Verlag, Nümbrecht, 2001 == Weblinks == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> f6ec98e4fbffa16d4e1743536336738b27b4b727 451 450 2015-11-02T22:29:41Z Jm 1 /* Verlauf */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke </big></span> == Lage == Auf einem Höhenzug zwischen der [https://de.wikipedia.org/wiki/Wupper Wupper] bei Wuppertal-[https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg] und deren Zufluss Brambecke exakt auf der Stadtgrenze zwischen Schwelm und Ennepetal. == Verlauf == Der rund 500m lange und bis zu vier Meter breite Wallgraben beginnt im zur Wupper abfallenden bewaldeten Steilhang oberhalb des Flusses in Höhe des Beyenburger Klosters. Der Anfang ist nicht ohne Absturzgefahr erreichbar, da das Gelände dort extrem steil abfällt. Der Wallgraben erklimmt von dort den Höhenzug, auf dem als Höhenweg heute ein Feld-/Waldweg den Wallgraben kreuzt. Ab dem Höhenweg folgt der Wallgraben in gerader Linie den flacheren Hang hinab zum Bach Brambecke, wo er in Tallage des sogenannten ''Weberstal'' endet. Der Wallgraben bildet hier nicht nur die Waldgrenze, sondern zugleich die Stadtgrenze zwischen den Städten Schwelm und Ennepetal. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. Er wird nur von dem heutigen Feld-/Waldweg unterbrochen. == Entstehungszeit und -zweck == Von der arttypischen Form her dürfte diese Landwehr eine Wegsperre eines Höhenwegs sein. Auch Wilhelm Engels führt sie in seinem Werk ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtum Berg'' als märkische Höhensperre auf. Der Höhenweg ist zwar erst ab dem 19. Jahrhundert als untergeordnete lokale Relation zu dem Höfen auf den Höhen bei ''Dürholt'' und ''Königsfeld'' kartografisch belegbar. Er könnte aber von seinem Verlauf her eine Querverbindung zwischen zwei Altstraßen gewesen sein: Bei ''Königsfeld'' verlief die aus Richtung Halver kommende ''Frankfurter Straße'' (Altstraße Frankfurt - Essen) Richtung Schwelm und am westlichen, dort auslaufenden Fuß des Höhenzugs an der heutigen ''Porta Westfalica'' querte die [https://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_K%C3%B6ln%E2%80%93Dortmund Heerstraße von Köln nach Dortmund] die Wupper auf der seit dem Mittelalter belegten [https://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburger_Br%C3%BCcke Beyenburger Brücke]. Während die Heerstraße aufgrund des Felsriegels bei der ''Porta Westfalica'' einem Bogen in westliche Richtung über ''Weuste'' und ''Vesterberg'' schlug, um nördlich der Brambecke Richtung Schwelm zu führen, erklomm der mutmaßliche Höhenweg den Felsriegel in östliche Richtung südlich des Bachs. Obwohl der Wallgraben unmittelbar benachbart zur jenseits der Wupper gelegenen Freiheit Beyenburg des Herzogtums Berg ist, bei der sich bis zum dreißigjährigen Krieg auch die bergische [https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Beyenburg Burg Beyenburg] und der Amtssitz des bergischen [https://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Amts Beyenburg] befand, lag er bis 1806 territorial auf dem Gebiet der Grafschaft Mark. Es ist unklar, wann die Landwehr erbaut wurde und welche Herrschaftverwaltung sie errichtete und eine anzunehmende Kontrollstelle am Höhenweg betrieb. Denkbar ist eine bergische Anlage, denn sie ist sehr nah am bergischen Machtbereich der Beyenburg und könnte die Aufgabe gehabt haben den zur Beyenburg kommenden Verkehr zu kontrollieren oder ganz zu verhindern. Ein märkisches Gegenstück könnte dabei die [[Wallraben bei Hölzerne Klinke|Landwehr bei ''Hölzerne Klinke'']] ein paar hundert Meter weiter östlich gewesen sein. Dagegen spricht aber die territoriale Lage in der Grafschaft Mark und der Umstand, dass sich der Graben auf der westlichen (bergischen) Seite des Walls befindet und damit als Annäherungshindernis gegen Beyenburg gerichtet ist. Wahrscheinlicher ist daher eine märkische Höhensperre. Unter der Bezeichnung ''Landwehr Teilstück III'' ist der Wallgraben als Bodendenkmal der Stadt Ennepetal unter Schutz gestellt. == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Wupper-Brambecke.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Literatur == *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 87 *Herbert Nicke: ''Vergessene Wege. Das historische Fernwegenetz zwischen Rhein, Weser, Hellweg und Westerwald, seine Schutzanlagen und Knotenpunkte'', Galunder-Verlag, Nümbrecht, 2001 == Weblinks == * [http://www.ennepetal.de/bauen-planung-wirtschaft/denkmalschutz/bodendenkmaeler-in-ennepetal/landwehr-teilstueck-iii/ Bodendenkmaleinrag der Stadt Ennepetal] == Bilder == [[Bild:Wupper-Brambecke 35.JPG|mini|400px|links|Der Wallgraben Kommt den Steilhang von der rund 75m tiefer liegenden Wupper hoch. Das Ende des Wallgrabens im immer steiler werdenden Gelände ist ohne Sicherungsmaßnahmen nur unter großer Abstuzgefahr erreichbar.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 30.JPG|mini|300px|Der gut erhaltene Wallgraben zieht sich steil den Hang zum Höhenweg hinauf.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 21.JPG|mini|400px|links|Die Höhe des Walls jenseits des Höhenwegs beträgt gute 1,5 Meter]] [[Bild:Wupper-Brambecke 20.JPG|mini|400px|Der Wallgraben zieht sich den flacheren Hang zur Brambecke hinab und bildet sowohl Wald-, als auch Stadtgrenze.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Wupper-Brambecke 17.JPG|mini|300px|links|Blick in Gegenrichtung.]] [[Bild:Wupper-Brambecke 05.JPG|mini|300px|Das Ende des Wallgrabens im Talgrund der Brambecke.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> 4c05040733450f849f892223a24c7ed807a3bac2 Wallgraben zwischen der Wupper und der Brambecke 0 271 445 2015-11-02T22:24:52Z Jm 1 Jm verschob die Seite [[Wallgraben zwischen der Wupper und der Brambecke]] nach [[Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke]] wikitext text/x-wiki #WEITERLEITUNG [[Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke]] 043beff20f5369c6f865421df0257f8bc790198e Elberfelder Landwehr 0 17 452 402 2016-04-04T16:20:11Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 im Prinzip kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Anmerkung: Auf dem von der Gemarkenkarte skizzierten Verlauf sind keine Erdspuren zwischen dem Bendahler Bach und Freudenberg zu finden. Allerdings zieht sich ein Wallgraben oberhalb des Böhler Hofs den Hang hoch zum Freudenberg. Sollte die Gemarkenkarte hier ungenau sein? </big></span> </div></div> [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 8544b9cabe18c53a80cb55aec051452cb005cb13 453 452 2016-04-04T16:21:14Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 im Prinzip kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Anmerkung: Auf dem von der Gemarkenkarte skizzierten Verlauf sind keine Erdspuren zwischen dem Bendahler Bach und Freudenberg zu finden. Allerdings zieht sich ein BAchtal weiter westlich ein deutlich erkennbarer Wallgraben oberhalb des Böhler Hofs den Hang zum Freudenberg hoch. Sollte die Gemarkenkarte hier ungenau sein? </big></span> </div></div> [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 967b3026cc23a78f0abe61a6e32ea311beaf3c33 454 453 2016-04-04T16:22:14Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 im Prinzip kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Anmerkung: Auf dem von der Gemarkenkarte skizzierten Verlauf sind keine Erdspuren zwischen dem Bendahler Bach und Freudenberg zu finden. Allerdings zieht sich ein Bachtal weiter westlich ein deutlich erkennbarer Wallgraben oberhalb des Böhler Hofs den Hang zum Freudenberg hoch. Sollte die Gemarkenkarte hier ungenau sein? </big></span> </div></div> [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 3dd4a58c782f663350152fbb2cdda7422b96131e 456 454 2016-04-04T16:36:12Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 im Prinzip kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. {| |[[Datei:Waye_ausschnitt.jpg|300px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Ausschnitt aus der Elberfelder Gemarkenkarte des Johann van der Waye aus dem Jahr 1609. Man erkennt den Verlauf des Gebücks nordwestlich des Bendahler Bachs. Am Zulauf des Böhler Bachs folgt die Landwehr diesem hoch nach Freudenberg, wo die alte Kohlenstraße überquert wird. Dort ist ein Schlagbaum eingezeichnet. Bildnachweis: Landesarchiv Abteilung Rheinland, RW Karten Nr. 352 |} <br style="clear:both" /> Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Anmerkung: Auf dem von der Gemarkenkarte skizzierten Verlauf sind keine Erdspuren zwischen dem Bendahler Bach und Freudenberg zu finden. Allerdings zieht sich ein Bachtal weiter westlich ein deutlich erkennbarer Wallgraben oberhalb des Böhler Hofs den Hang zum Freudenberg hoch. Sollte die Gemarkenkarte hier ungenau sein? </big></span> </div></div> [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> a586bedd0c714fe25da796eeb6256dabade558a6 457 456 2016-04-04T16:37:30Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 im Prinzip kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. [[Datei:Waye_ausschnitt.jpg|300px|mini|Ausschnitt aus der Elberfelder Gemarkenkarte des Johann van der Waye aus dem Jahr 1609. Man erkennt den Verlauf des Gebücks nordwestlich des Bendahler Bachs. Am Zulauf des Böhler Bachs folgt die Landwehr diesem hoch nach Freudenberg, wo die alte Kohlenstraße überquert wird. Dort ist ein Schlagbaum eingezeichnet. Bildnachweis: Landesarchiv Abteilung Rheinland, RW Karten Nr. 352]] Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Anmerkung: Auf dem von der Gemarkenkarte skizzierten Verlauf sind keine Erdspuren zwischen dem Bendahler Bach und Freudenberg zu finden. Allerdings zieht sich ein Bachtal weiter westlich ein deutlich erkennbarer Wallgraben oberhalb des Böhler Hofs den Hang zum Freudenberg hoch. Sollte die Gemarkenkarte hier ungenau sein? </big></span> </div></div> [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 3d9e8636a5f1d52b27011912976df9febfb6a567 458 457 2016-04-04T16:38:30Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 im Prinzip kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. [[Datei:Waye_ausschnitt.jpg|300px|mini|Ausschnitt aus der Elberfelder Gemarkenkarte des Johann van der Waye aus dem Jahr 1609. Man erkennt den Verlauf des Gebücks nordwestlich des Bendahler Bachs. Am Zulauf des Böhler Bachs folgt die Landwehr diesem hoch nach Freudenberg, wo die alte Kohlenstraße überquert wird. Dort ist ein Schlagbaum eingezeichnet. Bildnachweis: Landesarchiv Abteilung Rheinland, RW Karten Nr. 352]] <br style="clear:both" /> Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Anmerkung: Auf dem von der Gemarkenkarte skizzierten Verlauf sind keine Erdspuren zwischen dem Bendahler Bach und Freudenberg zu finden. Allerdings zieht sich ein Bachtal weiter westlich ein deutlich erkennbarer Wallgraben oberhalb des Böhler Hofs den Hang zum Freudenberg hoch. Sollte die Gemarkenkarte hier ungenau sein? </big></span> </div></div> [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> 3826247903cdafa8832a4e08570b73f6ad23fe7c 459 458 2016-04-04T16:39:12Z Jm 1 /* Von der Wupper nach Dorn */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 im Prinzip kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. [[Datei:Waye_ausschnitt.jpg|zentriert|400px|mini|Ausschnitt aus der Elberfelder Gemarkenkarte des Johann van der Waye aus dem Jahr 1609. Man erkennt den Verlauf des Gebücks nordwestlich des Bendahler Bachs. Am Zulauf des Böhler Bachs folgt die Landwehr diesem hoch nach Freudenberg, wo die alte Kohlenstraße überquert wird. Dort ist ein Schlagbaum eingezeichnet. Bildnachweis: Landesarchiv Abteilung Rheinland, RW Karten Nr. 352]] <br style="clear:both" /> Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Anmerkung: Auf dem von der Gemarkenkarte skizzierten Verlauf sind keine Erdspuren zwischen dem Bendahler Bach und Freudenberg zu finden. Allerdings zieht sich ein Bachtal weiter westlich ein deutlich erkennbarer Wallgraben oberhalb des Böhler Hofs den Hang zum Freudenberg hoch. Sollte die Gemarkenkarte hier ungenau sein? </big></span> </div></div> [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> d064c8d81f65324a4c41d3e7907d238a81ce0b8f Datei:Waye ausschnitt.jpg 6 272 455 2016-04-04T16:30:29Z Jm 1 Ausschnitt aus der Elberfelder Gemarkenkarte des Johann van der Waye, 1609 Landesarchiv Abteilung Rheinland, RW Karten Nr. 352 wikitext text/x-wiki Ausschnitt aus der Elberfelder Gemarkenkarte des Johann van der Waye, 1609 Landesarchiv Abteilung Rheinland, RW Karten Nr. 352 d6aa8e2e170a00ef5e241bbed4bdad7d9398745a Hauptseite 0 14 461 460 2016-04-04T17:53:29Z Jm 1 wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|frameless|right]] <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big> Diese Seiten beschäftigen sich mit den als Landwehr bezeichneten (Grenz-)Sicherungssystemen, insbesondere die im Bergischen Land. </big></span> === Einführung === *[[Einführung|Landwehren, was ist das?]] === Bergisches Land / Bergisch-Märkisches Grenzgebiet=== *[[Landwehren im Bergischen Land]] **[[Barmer Landwehr]] **[[Elberfelder Landwehr]] **[[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] ** '''Hückeswagen''' ***[[Landwehrstück bei Hückeswagen-Wiehagen]] ** '''Remscheid''' ***[[Wallgraben bei Remscheid-Grund]] ** '''Wuppertal''' ***[[Wallgraben bei der Ronsdorfer Talsperre]] ***[[Wallgraben bei der Herbringhauser Talsperre]] ***[[Wallgraben bei Wuppertal-Nord]] ** '''Ennepetal''' ***[[Höhensperre zwischen der Wupper und der Brambecke]] </div> 21788996e5ae9b5596127dc5c56b4e9c69d028d7 Wallgraben bei der Herbringhauser Talsperre 0 273 462 2016-04-04T18:28:10Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „<div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em…“ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Wallgraben bei der Herbringhauser Talsperre </big></span> == Lage == Aus Richtung [https://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen] kommend am westlichen Ufer der [https://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhauser_Talsperre Herbringhauser Talsperre] von der Staumauer bis zum Vorbecken Kreuzmühle. == Einführung == Es handelt sich um einen mehrere hundert Meter langen Wallgraben nordöstlich und östlich der Hofschaft [https://de.wikipedia.org/wiki/Windgassen_%28Wuppertal%29 Windgassen]. Der östliche Teil folgt der Uferlinie der Herbringhauser Talsperre bis in die Wasserschutzzone hinein, so dass der weitere Verlauf von mir noch nicht untersucht werden konnte. Eine mögliche Fortsetzung findet sich aber am Vorbecken Kreuzmühle der Talsperre. In der Literatur wird dieses Erdwerk nicht erwähnt. == Verlauf == Der Wallgraben beginnt im Waldstück nordöstlich der oberen Hofschaft Windgassen am Rand der landwirtschaftliche Fläche nahe dem Lauf des Bökenberger Siefens. Nicht gut ausgeprägt verläuft der Wallgraben in südöstlicher Richtung entlang der Waldgrenze und setzt sich nach Überquerung eines kleinen Fahrwegs in sehr deutlich ausgeprägter Form in Richtung der Staumauer der Talsperre fort. An dem Rundweg um die Talsperre biegt der Wallgraben nach Süden ab und folgt mehrere hundert Meter der Uferlinie durch das Gelände bis zu einem kleinen Seitental. Dort endet der Wallgraben an dem Zaun der Wasserschutzzone I der Trinkwassertalsperre. Eine Erkundung des Geländes innerhalb der Umzäunung war bislang nicht möglich. Eine mögliche Fortsetzung des Wallgrabens findet sich westlich des Vorbeckens Kreuzmühle der Talsperre. Dort kommt ein kurzes Stück eines Wallgrabens den Hang von der Waldgrenze zum Wanderweg hinab, überquert ihn und zieht sich hinter dem Zaun bis zur Wasserlinie, wo er naturgemäß endet. == Bodenfunde == Die Bodenfunde entsprechen der Verlaufsbeschreibung. == Entstehungszeit und -zweck == Zweck und Entstehungszeit dieses Wallgrabens ist ungeklärt. Für eine Flurgrenze ist der Wall sehr ausgeprägt angelegt worden. Möglicherweise handelt es sich um eine Honschaftsgrenze der [https://de.wikipedia.org/wiki/Honschaft_Garschagen Honschaft Garschagen]. <!-- == Geodaten == Das Landwehrstück nach Bodenfunden als [[Medium:Grund.kmz|Google Earth KMZ-Datei]] == Bilder == [[Bild:Grund_01.jpg|mini|400px|links|Der Wall durchschneidet die Weide oberhalb des Grunder Bachs gut erkennbar.]] [[Bild:Grund_02.jpg|mini|400px|Hier ein Blick entlang des Walls.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Grund_07.jpg|mini|400px|links|Am Übergang des mit Buschwerk bestandenen Geländestreifens zum Wald ist Wall und Graben ebenfalls gut ausgeprägt.]] [[Bild:Grund_09.jpg|mini|400px|Wie üblich ist im Wald der Wallgraben am besten erhalten.]] <br style="clear:both" /> [[Bild:Grund_13.jpg|mini|400px|links|Hier der Blick in Richtung Grunder Bach.]] [[Bild:Grund_15.jpg|mini|400px|Die Richtungsänderung des Wallgrabens von Nordnordost nach Nordost. Kurz darauf endet der Wallgraben.]] <br style="clear:both" /> </div> </div> --> 29fe843a70b8d1c2bd96b3abbc3c933e685219c1 Name wiki:Datenschutz 4 274 463 2018-05-09T22:32:36Z Jm 1 Die Seite wurde neu angelegt: „==Datenschutzerklärung== Diese Datenschutzerklärung klärt Sie über die Art, den Umfang und Zweck der Verarbeitung von personenbezogenen Daten (nachfolgend…“ wikitext text/x-wiki ==Datenschutzerklärung== Diese Datenschutzerklärung klärt Sie über die Art, den Umfang und Zweck der Verarbeitung von personenbezogenen Daten (nachfolgend kurz „Daten“) innerhalb unseres Onlineangebotes und der mit ihm verbundenen Webseiten, Funktionen und Inhalte sowie externen Onlinepräsenzen, wie z.B. unser Social Media Profile auf. (nachfolgend gemeinsam bezeichnet als „Onlineangebot“). Im Hinblick auf die verwendeten Begrifflichkeiten, wie z.B. „Verarbeitung“ oder „Verantwortlicher“ verweisen wir auf die Definitionen im Art. 4 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). 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Ein Cookie dient primär dazu, die Angaben zu einem Nutzer (bzw. dem Gerät auf dem das Cookie gespeichert ist) während oder auch nach seinem Besuch innerhalb eines Onlineangebotes zu speichern. Als temporäre Cookies, bzw. „Session-Cookies“ oder „transiente Cookies“, werden Cookies bezeichnet, die gelöscht werden, nachdem ein Nutzer ein Onlineangebot verlässt und seinen Browser schließt. In einem solchen Cookie kann z.B. der Inhalt eines Warenkorbs in einem Onlineshop oder ein Login-Staus gespeichert werden. Als „permanent“ oder „persistent“ werden Cookies bezeichnet, die auch nach dem Schließen des Browsers gespeichert bleiben. So kann z.B. der Login-Status gespeichert werden, wenn die Nutzer diese nach mehreren Tagen aufsuchen. Ebenso können in einem solchen Cookie die Interessen der Nutzer gespeichert werden, die für Reichweitenmessung oder Marketingzwecke verwendet werden. 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Ein genereller Widerspruch gegen den Einsatz der zu Zwecken des Onlinemarketing eingesetzten Cookies kann bei einer Vielzahl der Dienste, vor allem im Fall des Trackings, über die US-amerikanische Seite http://www.aboutads.info/choices/ oder die EU-Seite http://www.youronlinechoices.com/ erklärt werden. Des Weiteren kann die Speicherung von Cookies mittels deren Abschaltung in den Einstellungen des Browsers erreicht werden. Bitte beachten Sie, dass dann gegebenenfalls nicht alle Funktionen dieses Onlineangebotes genutzt werden können. ===Löschung von Daten=== Die von uns verarbeiteten Daten werden nach Maßgabe der Art. 17 und 18 DSGVO gelöscht oder in ihrer Verarbeitung eingeschränkt. Sofern nicht im Rahmen dieser Datenschutzerklärung ausdrücklich angegeben, werden die bei uns gespeicherten Daten gelöscht, sobald sie für ihre Zweckbestimmung nicht mehr erforderlich sind und der Löschung keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen. Sofern die Daten nicht gelöscht werden, weil sie für andere und gesetzlich zulässige Zwecke erforderlich sind, wird deren Verarbeitung eingeschränkt. D.h. die Daten werden gesperrt und nicht für andere Zwecke verarbeitet. Das gilt z.B. für Daten, die aus handels- oder steuerrechtlichen Gründen aufbewahrt werden müssen. Nach gesetzlichen Vorgaben in Deutschland erfolgt die Aufbewahrung insbesondere für 6 Jahre gemäß § 257 Abs. 1 HGB (Handelsbücher, Inventare, Eröffnungsbilanzen, Jahresabschlüsse, Handelsbriefe, Buchungsbelege, etc.) sowie für 10 Jahre gemäß § 147 Abs. 1 AO (Bücher, Aufzeichnungen, Lageberichte, Buchungsbelege, Handels- und Geschäftsbriefe, Für Besteuerung relevante Unterlagen, etc.). Nach gesetzlichen Vorgaben in Österreich erfolgt die Aufbewahrung insbesondere für 7 J gemäß § 132 Abs. 1 BAO (Buchhaltungsunterlagen, Belege/Rechnungen, Konten, Belege, Geschäftspapiere, Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben, etc.), für 22 Jahre im Zusammenhang mit Grundstücken und für 10 Jahre bei Unterlagen im Zusammenhang mit elektronisch erbrachten Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehleistungen, die an Nichtunternehmer in EU-Mitgliedstaaten erbracht werden und für die der Mini-One-Stop-Shop (MOSS) in Anspruch genommen wird. ===Erhebung von Zugriffsdaten und Logfiles=== Wir, bzw. unser Hostinganbieter, erhebt auf Grundlage unserer berechtigten Interessen im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO Daten über jeden Zugriff auf den Server, auf dem sich dieser Dienst befindet (sogenannte Serverlogfiles). Zu den Zugriffsdaten gehören Name der abgerufenen Webseite, Datei, Datum und Uhrzeit des Abrufs, übertragene Datenmenge, Meldung über erfolgreichen Abruf, Browsertyp nebst Version, das Betriebssystem des Nutzers, Referrer URL (die zuvor besuchte Seite), IP-Adresse und der anfragende Provider. Logfile-Informationen werden aus Sicherheitsgründen (z.B. zur Aufklärung von Missbrauchs- oder Betrugshandlungen) für die Dauer von maximal 7 Tagen gespeichert und danach gelöscht. Daten, deren weitere Aufbewahrung zu Beweiszwecken erforderlich ist, sind bis zur endgültigen Klärung des jeweiligen Vorfalls von der Löschung ausgenommen. ===Kontaktaufnahme=== Bei der Kontaktaufnahme mit uns (z.B. per Kontaktformular, E-Mail, Telefon oder via sozialer Medien) werden die Angaben des Nutzers zur Bearbeitung der Kontaktanfrage und deren Abwicklung gem. Art. 6 Abs. 1 lit. b) DSGVO verarbeitet. Die Angaben der Nutzer können in einem Customer-Relationship-Management System ("CRM System") oder vergleichbarer Anfragenorganisation gespeichert werden. Wir löschen die Anfragen, sofern diese nicht mehr erforderlich sind. Wir überprüfen die Erforderlichkeit alle zwei Jahre; Ferner gelten die gesetzlichen Archivierungspflichten. ===Google Maps=== Wir binden die Landkarten des Dienstes “Google Maps” des Anbieters Google LLC, 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043, USA, ein. Datenschutzerklärung: https://www.google.com/policies/privacy/, Opt-Out: https://adssettings.google.com/authenticated. ===VG Wort / Skalierbares Zentrales Messverfahren=== Wir nutzen das „Skalierbare Zentrale Messverfahren“ (SZM) der INFOnline GmbH (INFOnline GmbH, Brühler Str. 9, D-53119 Bonn. ) für die Ermittlung statistischer Kennwerte zur Ermittlung der Kopierwahrscheinlichkeit von Texten. Dabei werden anonyme Messwerte erhoben. Die Zugriffszahlenmessung verwendet zur Wiedererkennung von Computersystemen alternativ ein Session-Cookie oder eine Signatur, die aus verschiedenen automatisch übertragenen Informationen Ihres Browsers erstellt wird. IP-Adressen werden nur in anonymisierter Form verarbeitet. Das Verfahren wurde unter der Beachtung des Datenschutzes entwickelt. Einziges Ziel des Verfahrens ist es, die Kopierwahrscheinlichkeit einzelner Texte zu ermitteln. Zu keinem Zeitpunkt werden einzelne Nutzer identifiziert. Ihre Identität bleibt immer geschützt. Sie erhalten über das System keine Werbung. Viele unserer Seiten sind mit JavaScript-Aufrufen versehen, über die wir die Zugriffe an die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) melden. Wir ermöglichen damit, dass unsere Autoren an den Ausschüttungen der VG Wort partizipieren, die die gesetzliche Vergütung für die Nutzungen urheberrechtlich geschützter Werke gem. § 53 UrhG sicherstellen. Es werden hierbei Nutzungsdaten und Metadaten der Nutzer verarbeitet, wobei die IP-Adressen gekürzt werden und die Messverfahren pseudonym sind. Die gekürzte IP-Adresse wird maximal 60 Tage gespeichert. Die Nutzungsdaten in Verbindung mit einem pseudonymen Zuordnungswert („Identifier“) werden maximal 6 Monate gespeichert. Den Nutzern steht ferner ein Opt-Out zur Vefügung, um der Erfassung zu vorgenannten Zwecken zu widersprechen: https://optout.ioam.de. Weitere Informationen können Sie der Datenschutzerklärung von INFOnline entnehmen https://www.infonline.de/datenschutz/benutzer. ''Erstellt mit Datenschutz-Generator.de von RA Dr. Thomas Schwenke'' ==Haftungsausschluss== ===1. Inhalt des Onlineangebotes=== Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen. ===Verweise und Links=== Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Webseiten ("Hyperlinks"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Autors liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem der Autor von den Inhalten Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Der Autor erklärt hiermit ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft der verlinkten/verknüpften Seiten hat der Autor keinerlei Einfluss. Deshalb distanziert er sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. Diese Feststellung gilt für alle innerhalb des eigenen Internetangebotes gesetzten Links und Verweise sowie für Fremdeinträge in vom Autor eingerichteten Gästebüchern, Diskussionsforen, Linkverzeichnissen, Mailinglisten und in allen anderen Formen von Datenbanken, auf deren Inhalt externe Schreibzugriffe möglich sind. Für illegale, fehlerhafte oder unvollständige Inhalte und insbesondere für Schäden, die aus der Nutzung oder Nichtnutzung solcherart dargebotener Informationen entstehen, haftet allein der Anbieter der Seite, auf welche verwiesen wurde, nicht derjenige, der über Links auf die jeweilige Veröffentlichung lediglich verweist. ===Urheber- und Kennzeichenrecht=== Der Autor ist bestrebt, in allen Publikationen die Urheberrechte der verwendeten Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu beachten, von ihm selbst erstellte Bilder, Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zu nutzen oder auf lizenzfreie Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte zurückzugreifen. Alle innerhalb des Internetangebotes genannten und ggf. durch Dritte geschützten Marken- und Warenzeichen unterliegen uneingeschränkt den Bestimmungen des jeweils gültigen Kennzeichenrechts und den Besitzrechten der jeweiligen eingetragenen Eigentümer. Allein aufgrund der bloßen Nennung ist nicht der Schluss zu ziehen, dass Markenzeichen nicht durch Rechte Dritter geschützt sind! Das Copyright für veröffentlichte, vom Autor selbst erstellte Objekte bleibt allein beim Autor der Seiten. Eine Vervielfältigung oder Verwendung solcher Grafiken, Tondokumente, Videosequenzen und Texte in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne ausdrückliche Zustimmung des Autors nicht gestattet. ===Nutzungsvereinbarung=== Sofern innerhalb des Internetangebotes die Möglichkeit zur Eingabe persönlicher oder geschäftlicher Daten (Emailadressen, Namen, Anschriften) besteht, so erfolgt die Preisgabe dieser Daten seitens des Nutzers auf ausdrücklich freiwilliger Basis. Die Inanspruchnahme und Bezahlung aller angebotenen Dienste ist - soweit technisch möglich und zumutbar - auch ohne Angabe solcher Daten bzw. unter Angabe anonymisierter Daten oder eines Pseudonyms gestattet. Die Nutzung der im Rahmen des Impressums oder vergleichbarer Angaben veröffentlichten Kontaktdaten wie Postanschriften, Telefon- und Faxnummern sowie Emailadressen durch Dritte zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderten Informationen ist nicht gestattet. Rechtliche Schritte gegen die Versender von sogenannten Spam-Mails bei Verstössen gegen dieses Verbot sind ausdrücklich vorbehalten. ===Rechtswirksamkeit dieses Haftungsausschlusses=== Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes zu betrachten, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt. ==Hinweis zu den Kartenausschnitten== Teile der hier verwendeten Kartenausschnitte wurden mit freundlicher Genehmigung des Ressort 102 (Vermessung, Katasteramt und Geodaten) der [http://www.wuppertal.de Stadt Wuppertal] veröffentlicht. Teile der hier verwendeten Kartenausschnitte wurden mit freundlicher Genehmigung der [http://www.solingen.de Stadt Solingen] veröffentlicht. Teile der hier verwendeten Kartenausschnitte wurden in Übereinstimmung mit der [http://217.78.131.130/kvr/hilfe/faq.html allgemeinen Genehmigung] des [http://www.rvr-online.de Regionalverbands Ruhr, Essen], für private Internetauftritte veröffentlicht. 4164f91dd5b061964540f61b6a1adf1bad6fd96b 464 463 2018-05-09T22:32:57Z Jm 1 /* Google Maps */ wikitext text/x-wiki ==Datenschutzerklärung== Diese Datenschutzerklärung klärt Sie über die Art, den Umfang und Zweck der Verarbeitung von personenbezogenen Daten (nachfolgend kurz „Daten“) innerhalb unseres Onlineangebotes und der mit ihm verbundenen Webseiten, Funktionen und Inhalte sowie externen Onlinepräsenzen, wie z.B. unser Social Media Profile auf. (nachfolgend gemeinsam bezeichnet als „Onlineangebot“). Im Hinblick auf die verwendeten Begrifflichkeiten, wie z.B. „Verarbeitung“ oder „Verantwortlicher“ verweisen wir auf die Definitionen im Art. 4 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Verantwortlicher Jörg Mortsiefer<br /> Bergfrieden 7<br /> 42285 Wuppertal<br /> jm@art-line.de<br /> ===Arten der verarbeiteten Daten=== *Kontaktdaten (z.B., E-Mail, Telefonnummern). *Inhaltsdaten (z.B., Texteingaben, Fotografien, Videos). *Nutzungsdaten (z.B., besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten). *Meta-/Kommunikationsdaten (z.B., Geräte-Informationen, IP-Adressen). ===Kategorien betroffener Personen=== Besucher und Nutzer des Onlineangebotes (Nachfolgend bezeichnen wir die betroffenen Personen zusammenfassend auch als „Nutzer“). ===Zweck der Verarbeitung=== *Zurverfügungstellung des Onlineangebotes, seiner Funktionen und Inhalte. *Beantwortung von Kontaktanfragen und Kommunikation mit Nutzern. ===Verwendete Begrifflichkeiten=== „Personenbezogene Daten“ sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person (im Folgenden „betroffene Person“) beziehen; als identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung (z.B. Cookie) oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen identifiziert werden kann, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person sind. „Verarbeitung“ ist jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführten Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten. Der Begriff reicht weit und umfasst praktisch jeden Umgang mit Daten. Als „Verantwortlicher“ wird die natürliche oder juristische Person, Behörde, Einrichtung oder andere Stelle, die allein oder gemeinsam mit anderen über die Zwecke und Mittel der Verarbeitung von personenbezogenen Daten entscheidet, bezeichnet. ===Maßgebliche Rechtsgrundlagen=== Nach Maßgabe des Art. 13 DSGVO teilen wir Ihnen die Rechtsgrundlagen unserer Datenverarbeitungen mit. Sofern die Rechtsgrundlage in der Datenschutzerklärung nicht genannt wird, gilt Folgendes: Die Rechtsgrundlage für die Einholung von Einwilligungen ist Art. 6 Abs. 1 lit. a und Art. 7 DSGVO, die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung zur Erfüllung unserer Leistungen und Durchführung vertraglicher Maßnahmen sowie Beantwortung von Anfragen ist Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO, die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung zur Erfüllung unserer rechtlichen Verpflichtungen ist Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO, und die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung zur Wahrung unserer berechtigten Interessen ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Für den Fall, dass lebenswichtige Interessen der betroffenen Person oder einer anderen natürlichen Person eine Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich machen, dient Art. 6 Abs. 1 lit. d DSGVO als Rechtsgrundlage. ===Zusammenarbeit mit Auftragsverarbeitern und Dritten=== Sofern wir im Rahmen unserer Verarbeitung Daten gegenüber anderen Personen und Unternehmen (Auftragsverarbeitern oder Dritten) offenbaren, sie an diese übermitteln oder ihnen sonst Zugriff auf die Daten gewähren, erfolgt dies nur auf Grundlage einer gesetzlichen Erlaubnis (z.B. wenn eine Übermittlung der Daten an Dritte, wie an Zahlungsdienstleister, gem. Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO zur Vertragserfüllung erforderlich ist), Sie eingewilligt haben, eine rechtliche Verpflichtung dies vorsieht oder auf Grundlage unserer berechtigten Interessen (z.B. beim Einsatz von Beauftragten, Webhostern, etc.). Sofern wir Dritte mit der Verarbeitung von Daten auf Grundlage eines sog. „Auftragsverarbeitungsvertrages“ beauftragen, geschieht dies auf Grundlage des Art. 28 DSGVO. ===Übermittlungen in Drittländer=== Sofern wir Daten in einem Drittland (d.h. außerhalb der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)) verarbeiten oder dies im Rahmen der Inanspruchnahme von Diensten Dritter oder Offenlegung, bzw. Übermittlung von Daten an Dritte geschieht, erfolgt dies nur, wenn es zur Erfüllung unserer (vor)vertraglichen Pflichten, auf Grundlage Ihrer Einwilligung, aufgrund einer rechtlichen Verpflichtung oder auf Grundlage unserer berechtigten Interessen geschieht. Vorbehaltlich gesetzlicher oder vertraglicher Erlaubnisse, verarbeiten oder lassen wir die Daten in einem Drittland nur beim Vorliegen der besonderen Voraussetzungen der Art. 44 ff. DSGVO verarbeiten. D.h. die Verarbeitung erfolgt z.B. auf Grundlage besonderer Garantien, wie der offiziell anerkannten Feststellung eines der EU entsprechenden Datenschutzniveaus (z.B. für die USA durch das „Privacy Shield“) oder Beachtung offiziell anerkannter spezieller vertraglicher Verpflichtungen (so genannte „Standardvertragsklauseln“). ===Rechte der betroffenen Personen=== Sie haben das Recht, eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob betreffende Daten verarbeitet werden und auf Auskunft über diese Daten sowie auf weitere Informationen und Kopie der Daten entsprechend Art. 15 DSGVO. Sie haben entsprechend. Art. 16 DSGVO das Recht, die Vervollständigung der Sie betreffenden Daten oder die Berichtigung der Sie betreffenden unrichtigen Daten zu verlangen. Sie haben nach Maßgabe des Art. 17 DSGVO das Recht zu verlangen, dass betreffende Daten unverzüglich gelöscht werden, bzw. alternativ nach Maßgabe des Art. 18 DSGVO eine Einschränkung der Verarbeitung der Daten zu verlangen. Sie haben das Recht zu verlangen, dass die Sie betreffenden Daten, die Sie uns bereitgestellt haben nach Maßgabe des Art. 20 DSGVO zu erhalten und deren Übermittlung an andere Verantwortliche zu fordern. Sie haben ferner gem. Art. 77 DSGVO das Recht, eine Beschwerde bei der zuständigen Aufsichtsbehörde einzureichen. ===Widerrufsrecht=== Sie haben das Recht, erteilte Einwilligungen gem. Art. 7 Abs. 3 DSGVO mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen ===Widerspruchsrecht=== Sie können der künftigen Verarbeitung der Sie betreffenden Daten nach Maßgabe des Art. 21 DSGVO jederzeit widersprechen. Der Widerspruch kann insbesondere gegen die Verarbeitung für Zwecke der Direktwerbung erfolgen. ===Cookies und Widerspruchsrecht bei Direktwerbung=== Als „Cookies“ werden kleine Dateien bezeichnet, die auf Rechnern der Nutzer gespeichert werden. Innerhalb der Cookies können unterschiedliche Angaben gespeichert werden. Ein Cookie dient primär dazu, die Angaben zu einem Nutzer (bzw. dem Gerät auf dem das Cookie gespeichert ist) während oder auch nach seinem Besuch innerhalb eines Onlineangebotes zu speichern. Als temporäre Cookies, bzw. „Session-Cookies“ oder „transiente Cookies“, werden Cookies bezeichnet, die gelöscht werden, nachdem ein Nutzer ein Onlineangebot verlässt und seinen Browser schließt. In einem solchen Cookie kann z.B. der Inhalt eines Warenkorbs in einem Onlineshop oder ein Login-Staus gespeichert werden. Als „permanent“ oder „persistent“ werden Cookies bezeichnet, die auch nach dem Schließen des Browsers gespeichert bleiben. So kann z.B. der Login-Status gespeichert werden, wenn die Nutzer diese nach mehreren Tagen aufsuchen. Ebenso können in einem solchen Cookie die Interessen der Nutzer gespeichert werden, die für Reichweitenmessung oder Marketingzwecke verwendet werden. Als „Third-Party-Cookie“ werden Cookies bezeichnet, die von anderen Anbietern als dem Verantwortlichen, der das Onlineangebot betreibt, angeboten werden (andernfalls, wenn es nur dessen Cookies sind spricht man von „First-Party Cookies“). ===Wir können temporäre und permanente Cookies einsetzen und klären hierüber im Rahmen unserer Datenschutzerklärung auf.=== Falls die Nutzer nicht möchten, dass Cookies auf ihrem Rechner gespeichert werden, werden sie gebeten die entsprechende Option in den Systemeinstellungen ihres Browsers zu deaktivieren. Gespeicherte Cookies können in den Systemeinstellungen des Browsers gelöscht werden. Der Ausschluss von Cookies kann zu Funktionseinschränkungen dieses Onlineangebotes führen. Ein genereller Widerspruch gegen den Einsatz der zu Zwecken des Onlinemarketing eingesetzten Cookies kann bei einer Vielzahl der Dienste, vor allem im Fall des Trackings, über die US-amerikanische Seite http://www.aboutads.info/choices/ oder die EU-Seite http://www.youronlinechoices.com/ erklärt werden. Des Weiteren kann die Speicherung von Cookies mittels deren Abschaltung in den Einstellungen des Browsers erreicht werden. Bitte beachten Sie, dass dann gegebenenfalls nicht alle Funktionen dieses Onlineangebotes genutzt werden können. ===Löschung von Daten=== Die von uns verarbeiteten Daten werden nach Maßgabe der Art. 17 und 18 DSGVO gelöscht oder in ihrer Verarbeitung eingeschränkt. Sofern nicht im Rahmen dieser Datenschutzerklärung ausdrücklich angegeben, werden die bei uns gespeicherten Daten gelöscht, sobald sie für ihre Zweckbestimmung nicht mehr erforderlich sind und der Löschung keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen. Sofern die Daten nicht gelöscht werden, weil sie für andere und gesetzlich zulässige Zwecke erforderlich sind, wird deren Verarbeitung eingeschränkt. D.h. die Daten werden gesperrt und nicht für andere Zwecke verarbeitet. Das gilt z.B. für Daten, die aus handels- oder steuerrechtlichen Gründen aufbewahrt werden müssen. Nach gesetzlichen Vorgaben in Deutschland erfolgt die Aufbewahrung insbesondere für 6 Jahre gemäß § 257 Abs. 1 HGB (Handelsbücher, Inventare, Eröffnungsbilanzen, Jahresabschlüsse, Handelsbriefe, Buchungsbelege, etc.) sowie für 10 Jahre gemäß § 147 Abs. 1 AO (Bücher, Aufzeichnungen, Lageberichte, Buchungsbelege, Handels- und Geschäftsbriefe, Für Besteuerung relevante Unterlagen, etc.). Nach gesetzlichen Vorgaben in Österreich erfolgt die Aufbewahrung insbesondere für 7 J gemäß § 132 Abs. 1 BAO (Buchhaltungsunterlagen, Belege/Rechnungen, Konten, Belege, Geschäftspapiere, Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben, etc.), für 22 Jahre im Zusammenhang mit Grundstücken und für 10 Jahre bei Unterlagen im Zusammenhang mit elektronisch erbrachten Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehleistungen, die an Nichtunternehmer in EU-Mitgliedstaaten erbracht werden und für die der Mini-One-Stop-Shop (MOSS) in Anspruch genommen wird. ===Erhebung von Zugriffsdaten und Logfiles=== Wir, bzw. unser Hostinganbieter, erhebt auf Grundlage unserer berechtigten Interessen im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO Daten über jeden Zugriff auf den Server, auf dem sich dieser Dienst befindet (sogenannte Serverlogfiles). Zu den Zugriffsdaten gehören Name der abgerufenen Webseite, Datei, Datum und Uhrzeit des Abrufs, übertragene Datenmenge, Meldung über erfolgreichen Abruf, Browsertyp nebst Version, das Betriebssystem des Nutzers, Referrer URL (die zuvor besuchte Seite), IP-Adresse und der anfragende Provider. Logfile-Informationen werden aus Sicherheitsgründen (z.B. zur Aufklärung von Missbrauchs- oder Betrugshandlungen) für die Dauer von maximal 7 Tagen gespeichert und danach gelöscht. Daten, deren weitere Aufbewahrung zu Beweiszwecken erforderlich ist, sind bis zur endgültigen Klärung des jeweiligen Vorfalls von der Löschung ausgenommen. ===Kontaktaufnahme=== Bei der Kontaktaufnahme mit uns (z.B. per Kontaktformular, E-Mail, Telefon oder via sozialer Medien) werden die Angaben des Nutzers zur Bearbeitung der Kontaktanfrage und deren Abwicklung gem. Art. 6 Abs. 1 lit. b) DSGVO verarbeitet. Die Angaben der Nutzer können in einem Customer-Relationship-Management System ("CRM System") oder vergleichbarer Anfragenorganisation gespeichert werden. Wir löschen die Anfragen, sofern diese nicht mehr erforderlich sind. Wir überprüfen die Erforderlichkeit alle zwei Jahre; Ferner gelten die gesetzlichen Archivierungspflichten. ===VG Wort / Skalierbares Zentrales Messverfahren=== Wir nutzen das „Skalierbare Zentrale Messverfahren“ (SZM) der INFOnline GmbH (INFOnline GmbH, Brühler Str. 9, D-53119 Bonn. ) für die Ermittlung statistischer Kennwerte zur Ermittlung der Kopierwahrscheinlichkeit von Texten. Dabei werden anonyme Messwerte erhoben. Die Zugriffszahlenmessung verwendet zur Wiedererkennung von Computersystemen alternativ ein Session-Cookie oder eine Signatur, die aus verschiedenen automatisch übertragenen Informationen Ihres Browsers erstellt wird. IP-Adressen werden nur in anonymisierter Form verarbeitet. Das Verfahren wurde unter der Beachtung des Datenschutzes entwickelt. Einziges Ziel des Verfahrens ist es, die Kopierwahrscheinlichkeit einzelner Texte zu ermitteln. Zu keinem Zeitpunkt werden einzelne Nutzer identifiziert. Ihre Identität bleibt immer geschützt. Sie erhalten über das System keine Werbung. Viele unserer Seiten sind mit JavaScript-Aufrufen versehen, über die wir die Zugriffe an die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) melden. Wir ermöglichen damit, dass unsere Autoren an den Ausschüttungen der VG Wort partizipieren, die die gesetzliche Vergütung für die Nutzungen urheberrechtlich geschützter Werke gem. § 53 UrhG sicherstellen. Es werden hierbei Nutzungsdaten und Metadaten der Nutzer verarbeitet, wobei die IP-Adressen gekürzt werden und die Messverfahren pseudonym sind. Die gekürzte IP-Adresse wird maximal 60 Tage gespeichert. Die Nutzungsdaten in Verbindung mit einem pseudonymen Zuordnungswert („Identifier“) werden maximal 6 Monate gespeichert. Den Nutzern steht ferner ein Opt-Out zur Vefügung, um der Erfassung zu vorgenannten Zwecken zu widersprechen: https://optout.ioam.de. Weitere Informationen können Sie der Datenschutzerklärung von INFOnline entnehmen https://www.infonline.de/datenschutz/benutzer. ''Erstellt mit Datenschutz-Generator.de von RA Dr. Thomas Schwenke'' ==Haftungsausschluss== ===1. Inhalt des Onlineangebotes=== Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen. ===Verweise und Links=== Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Webseiten ("Hyperlinks"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Autors liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem der Autor von den Inhalten Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Der Autor erklärt hiermit ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft der verlinkten/verknüpften Seiten hat der Autor keinerlei Einfluss. 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Die Nutzung der im Rahmen des Impressums oder vergleichbarer Angaben veröffentlichten Kontaktdaten wie Postanschriften, Telefon- und Faxnummern sowie Emailadressen durch Dritte zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderten Informationen ist nicht gestattet. Rechtliche Schritte gegen die Versender von sogenannten Spam-Mails bei Verstössen gegen dieses Verbot sind ausdrücklich vorbehalten. ===Rechtswirksamkeit dieses Haftungsausschlusses=== Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes zu betrachten, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt. ==Hinweis zu den Kartenausschnitten== Teile der hier verwendeten Kartenausschnitte wurden mit freundlicher Genehmigung des Ressort 102 (Vermessung, Katasteramt und Geodaten) der [http://www.wuppertal.de Stadt Wuppertal] veröffentlicht. Teile der hier verwendeten Kartenausschnitte wurden mit freundlicher Genehmigung der [http://www.solingen.de Stadt Solingen] veröffentlicht. Teile der hier verwendeten Kartenausschnitte wurden in Übereinstimmung mit der [http://217.78.131.130/kvr/hilfe/faq.html allgemeinen Genehmigung] des [http://www.rvr-online.de Regionalverbands Ruhr, Essen], für private Internetauftritte veröffentlicht. e1dc9befc3aaa1621eb1df6f76d2cd4ddcfda221 465 464 2018-05-09T22:34:15Z Jm 1 /* Hinweis zu den Kartenausschnitten */ wikitext text/x-wiki ==Datenschutzerklärung== Diese Datenschutzerklärung klärt Sie über die Art, den Umfang und Zweck der Verarbeitung von personenbezogenen Daten (nachfolgend kurz „Daten“) innerhalb unseres Onlineangebotes und der mit ihm verbundenen Webseiten, Funktionen und Inhalte sowie externen Onlinepräsenzen, wie z.B. unser Social Media Profile auf. (nachfolgend gemeinsam bezeichnet als „Onlineangebot“). Im Hinblick auf die verwendeten Begrifflichkeiten, wie z.B. „Verarbeitung“ oder „Verantwortlicher“ verweisen wir auf die Definitionen im Art. 4 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Verantwortlicher Jörg Mortsiefer<br /> Bergfrieden 7<br /> 42285 Wuppertal<br /> jm@art-line.de<br /> ===Arten der verarbeiteten Daten=== *Kontaktdaten (z.B., E-Mail, Telefonnummern). *Inhaltsdaten (z.B., Texteingaben, Fotografien, Videos). *Nutzungsdaten (z.B., besuchte Webseiten, Interesse an Inhalten, Zugriffszeiten). *Meta-/Kommunikationsdaten (z.B., Geräte-Informationen, IP-Adressen). ===Kategorien betroffener Personen=== Besucher und Nutzer des Onlineangebotes (Nachfolgend bezeichnen wir die betroffenen Personen zusammenfassend auch als „Nutzer“). ===Zweck der Verarbeitung=== *Zurverfügungstellung des Onlineangebotes, seiner Funktionen und Inhalte. *Beantwortung von Kontaktanfragen und Kommunikation mit Nutzern. ===Verwendete Begrifflichkeiten=== „Personenbezogene Daten“ sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person (im Folgenden „betroffene Person“) beziehen; als identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung (z.B. Cookie) oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen identifiziert werden kann, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person sind. „Verarbeitung“ ist jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführten Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten. Der Begriff reicht weit und umfasst praktisch jeden Umgang mit Daten. Als „Verantwortlicher“ wird die natürliche oder juristische Person, Behörde, Einrichtung oder andere Stelle, die allein oder gemeinsam mit anderen über die Zwecke und Mittel der Verarbeitung von personenbezogenen Daten entscheidet, bezeichnet. ===Maßgebliche Rechtsgrundlagen=== Nach Maßgabe des Art. 13 DSGVO teilen wir Ihnen die Rechtsgrundlagen unserer Datenverarbeitungen mit. Sofern die Rechtsgrundlage in der Datenschutzerklärung nicht genannt wird, gilt Folgendes: Die Rechtsgrundlage für die Einholung von Einwilligungen ist Art. 6 Abs. 1 lit. a und Art. 7 DSGVO, die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung zur Erfüllung unserer Leistungen und Durchführung vertraglicher Maßnahmen sowie Beantwortung von Anfragen ist Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO, die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung zur Erfüllung unserer rechtlichen Verpflichtungen ist Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO, und die Rechtsgrundlage für die Verarbeitung zur Wahrung unserer berechtigten Interessen ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Für den Fall, dass lebenswichtige Interessen der betroffenen Person oder einer anderen natürlichen Person eine Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlich machen, dient Art. 6 Abs. 1 lit. d DSGVO als Rechtsgrundlage. ===Zusammenarbeit mit Auftragsverarbeitern und Dritten=== Sofern wir im Rahmen unserer Verarbeitung Daten gegenüber anderen Personen und Unternehmen (Auftragsverarbeitern oder Dritten) offenbaren, sie an diese übermitteln oder ihnen sonst Zugriff auf die Daten gewähren, erfolgt dies nur auf Grundlage einer gesetzlichen Erlaubnis (z.B. wenn eine Übermittlung der Daten an Dritte, wie an Zahlungsdienstleister, gem. Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO zur Vertragserfüllung erforderlich ist), Sie eingewilligt haben, eine rechtliche Verpflichtung dies vorsieht oder auf Grundlage unserer berechtigten Interessen (z.B. beim Einsatz von Beauftragten, Webhostern, etc.). Sofern wir Dritte mit der Verarbeitung von Daten auf Grundlage eines sog. „Auftragsverarbeitungsvertrages“ beauftragen, geschieht dies auf Grundlage des Art. 28 DSGVO. ===Übermittlungen in Drittländer=== Sofern wir Daten in einem Drittland (d.h. außerhalb der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR)) verarbeiten oder dies im Rahmen der Inanspruchnahme von Diensten Dritter oder Offenlegung, bzw. Übermittlung von Daten an Dritte geschieht, erfolgt dies nur, wenn es zur Erfüllung unserer (vor)vertraglichen Pflichten, auf Grundlage Ihrer Einwilligung, aufgrund einer rechtlichen Verpflichtung oder auf Grundlage unserer berechtigten Interessen geschieht. Vorbehaltlich gesetzlicher oder vertraglicher Erlaubnisse, verarbeiten oder lassen wir die Daten in einem Drittland nur beim Vorliegen der besonderen Voraussetzungen der Art. 44 ff. DSGVO verarbeiten. D.h. die Verarbeitung erfolgt z.B. auf Grundlage besonderer Garantien, wie der offiziell anerkannten Feststellung eines der EU entsprechenden Datenschutzniveaus (z.B. für die USA durch das „Privacy Shield“) oder Beachtung offiziell anerkannter spezieller vertraglicher Verpflichtungen (so genannte „Standardvertragsklauseln“). ===Rechte der betroffenen Personen=== Sie haben das Recht, eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob betreffende Daten verarbeitet werden und auf Auskunft über diese Daten sowie auf weitere Informationen und Kopie der Daten entsprechend Art. 15 DSGVO. Sie haben entsprechend. Art. 16 DSGVO das Recht, die Vervollständigung der Sie betreffenden Daten oder die Berichtigung der Sie betreffenden unrichtigen Daten zu verlangen. Sie haben nach Maßgabe des Art. 17 DSGVO das Recht zu verlangen, dass betreffende Daten unverzüglich gelöscht werden, bzw. alternativ nach Maßgabe des Art. 18 DSGVO eine Einschränkung der Verarbeitung der Daten zu verlangen. Sie haben das Recht zu verlangen, dass die Sie betreffenden Daten, die Sie uns bereitgestellt haben nach Maßgabe des Art. 20 DSGVO zu erhalten und deren Übermittlung an andere Verantwortliche zu fordern. Sie haben ferner gem. Art. 77 DSGVO das Recht, eine Beschwerde bei der zuständigen Aufsichtsbehörde einzureichen. ===Widerrufsrecht=== Sie haben das Recht, erteilte Einwilligungen gem. Art. 7 Abs. 3 DSGVO mit Wirkung für die Zukunft zu widerrufen ===Widerspruchsrecht=== Sie können der künftigen Verarbeitung der Sie betreffenden Daten nach Maßgabe des Art. 21 DSGVO jederzeit widersprechen. Der Widerspruch kann insbesondere gegen die Verarbeitung für Zwecke der Direktwerbung erfolgen. ===Cookies und Widerspruchsrecht bei Direktwerbung=== Als „Cookies“ werden kleine Dateien bezeichnet, die auf Rechnern der Nutzer gespeichert werden. Innerhalb der Cookies können unterschiedliche Angaben gespeichert werden. Ein Cookie dient primär dazu, die Angaben zu einem Nutzer (bzw. dem Gerät auf dem das Cookie gespeichert ist) während oder auch nach seinem Besuch innerhalb eines Onlineangebotes zu speichern. Als temporäre Cookies, bzw. „Session-Cookies“ oder „transiente Cookies“, werden Cookies bezeichnet, die gelöscht werden, nachdem ein Nutzer ein Onlineangebot verlässt und seinen Browser schließt. In einem solchen Cookie kann z.B. der Inhalt eines Warenkorbs in einem Onlineshop oder ein Login-Staus gespeichert werden. Als „permanent“ oder „persistent“ werden Cookies bezeichnet, die auch nach dem Schließen des Browsers gespeichert bleiben. So kann z.B. der Login-Status gespeichert werden, wenn die Nutzer diese nach mehreren Tagen aufsuchen. Ebenso können in einem solchen Cookie die Interessen der Nutzer gespeichert werden, die für Reichweitenmessung oder Marketingzwecke verwendet werden. Als „Third-Party-Cookie“ werden Cookies bezeichnet, die von anderen Anbietern als dem Verantwortlichen, der das Onlineangebot betreibt, angeboten werden (andernfalls, wenn es nur dessen Cookies sind spricht man von „First-Party Cookies“). ===Wir können temporäre und permanente Cookies einsetzen und klären hierüber im Rahmen unserer Datenschutzerklärung auf.=== Falls die Nutzer nicht möchten, dass Cookies auf ihrem Rechner gespeichert werden, werden sie gebeten die entsprechende Option in den Systemeinstellungen ihres Browsers zu deaktivieren. Gespeicherte Cookies können in den Systemeinstellungen des Browsers gelöscht werden. Der Ausschluss von Cookies kann zu Funktionseinschränkungen dieses Onlineangebotes führen. 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Sofern die Daten nicht gelöscht werden, weil sie für andere und gesetzlich zulässige Zwecke erforderlich sind, wird deren Verarbeitung eingeschränkt. D.h. die Daten werden gesperrt und nicht für andere Zwecke verarbeitet. Das gilt z.B. für Daten, die aus handels- oder steuerrechtlichen Gründen aufbewahrt werden müssen. Nach gesetzlichen Vorgaben in Deutschland erfolgt die Aufbewahrung insbesondere für 6 Jahre gemäß § 257 Abs. 1 HGB (Handelsbücher, Inventare, Eröffnungsbilanzen, Jahresabschlüsse, Handelsbriefe, Buchungsbelege, etc.) sowie für 10 Jahre gemäß § 147 Abs. 1 AO (Bücher, Aufzeichnungen, Lageberichte, Buchungsbelege, Handels- und Geschäftsbriefe, Für Besteuerung relevante Unterlagen, etc.). Nach gesetzlichen Vorgaben in Österreich erfolgt die Aufbewahrung insbesondere für 7 J gemäß § 132 Abs. 1 BAO (Buchhaltungsunterlagen, Belege/Rechnungen, Konten, Belege, Geschäftspapiere, Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben, etc.), für 22 Jahre im Zusammenhang mit Grundstücken und für 10 Jahre bei Unterlagen im Zusammenhang mit elektronisch erbrachten Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehleistungen, die an Nichtunternehmer in EU-Mitgliedstaaten erbracht werden und für die der Mini-One-Stop-Shop (MOSS) in Anspruch genommen wird. ===Erhebung von Zugriffsdaten und Logfiles=== Wir, bzw. unser Hostinganbieter, erhebt auf Grundlage unserer berechtigten Interessen im Sinne des Art. 6 Abs. 1 lit. f. DSGVO Daten über jeden Zugriff auf den Server, auf dem sich dieser Dienst befindet (sogenannte Serverlogfiles). Zu den Zugriffsdaten gehören Name der abgerufenen Webseite, Datei, Datum und Uhrzeit des Abrufs, übertragene Datenmenge, Meldung über erfolgreichen Abruf, Browsertyp nebst Version, das Betriebssystem des Nutzers, Referrer URL (die zuvor besuchte Seite), IP-Adresse und der anfragende Provider. Logfile-Informationen werden aus Sicherheitsgründen (z.B. zur Aufklärung von Missbrauchs- oder Betrugshandlungen) für die Dauer von maximal 7 Tagen gespeichert und danach gelöscht. Daten, deren weitere Aufbewahrung zu Beweiszwecken erforderlich ist, sind bis zur endgültigen Klärung des jeweiligen Vorfalls von der Löschung ausgenommen. ===Kontaktaufnahme=== Bei der Kontaktaufnahme mit uns (z.B. per Kontaktformular, E-Mail, Telefon oder via sozialer Medien) werden die Angaben des Nutzers zur Bearbeitung der Kontaktanfrage und deren Abwicklung gem. Art. 6 Abs. 1 lit. b) DSGVO verarbeitet. Die Angaben der Nutzer können in einem Customer-Relationship-Management System ("CRM System") oder vergleichbarer Anfragenorganisation gespeichert werden. Wir löschen die Anfragen, sofern diese nicht mehr erforderlich sind. Wir überprüfen die Erforderlichkeit alle zwei Jahre; Ferner gelten die gesetzlichen Archivierungspflichten. ===VG Wort / Skalierbares Zentrales Messverfahren=== Wir nutzen das „Skalierbare Zentrale Messverfahren“ (SZM) der INFOnline GmbH (INFOnline GmbH, Brühler Str. 9, D-53119 Bonn. ) für die Ermittlung statistischer Kennwerte zur Ermittlung der Kopierwahrscheinlichkeit von Texten. Dabei werden anonyme Messwerte erhoben. Die Zugriffszahlenmessung verwendet zur Wiedererkennung von Computersystemen alternativ ein Session-Cookie oder eine Signatur, die aus verschiedenen automatisch übertragenen Informationen Ihres Browsers erstellt wird. IP-Adressen werden nur in anonymisierter Form verarbeitet. Das Verfahren wurde unter der Beachtung des Datenschutzes entwickelt. Einziges Ziel des Verfahrens ist es, die Kopierwahrscheinlichkeit einzelner Texte zu ermitteln. Zu keinem Zeitpunkt werden einzelne Nutzer identifiziert. Ihre Identität bleibt immer geschützt. Sie erhalten über das System keine Werbung. Viele unserer Seiten sind mit JavaScript-Aufrufen versehen, über die wir die Zugriffe an die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) melden. Wir ermöglichen damit, dass unsere Autoren an den Ausschüttungen der VG Wort partizipieren, die die gesetzliche Vergütung für die Nutzungen urheberrechtlich geschützter Werke gem. § 53 UrhG sicherstellen. Es werden hierbei Nutzungsdaten und Metadaten der Nutzer verarbeitet, wobei die IP-Adressen gekürzt werden und die Messverfahren pseudonym sind. Die gekürzte IP-Adresse wird maximal 60 Tage gespeichert. Die Nutzungsdaten in Verbindung mit einem pseudonymen Zuordnungswert („Identifier“) werden maximal 6 Monate gespeichert. Den Nutzern steht ferner ein Opt-Out zur Vefügung, um der Erfassung zu vorgenannten Zwecken zu widersprechen: https://optout.ioam.de. Weitere Informationen können Sie der Datenschutzerklärung von INFOnline entnehmen https://www.infonline.de/datenschutz/benutzer. ''Erstellt mit Datenschutz-Generator.de von RA Dr. Thomas Schwenke'' ==Haftungsausschluss== ===1. Inhalt des Onlineangebotes=== Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Autor, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens des Autors kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt. Alle Angebote sind freibleibend und unverbindlich. Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, Teile der Seiten oder das gesamte Angebot ohne gesonderte Ankündigung zu verändern, zu ergänzen, zu löschen oder die Veröffentlichung zeitweise oder endgültig einzustellen. ===Verweise und Links=== Bei direkten oder indirekten Verweisen auf fremde Webseiten ("Hyperlinks"), die außerhalb des Verantwortungsbereiches des Autors liegen, würde eine Haftungsverpflichtung ausschließlich in dem Fall in Kraft treten, in dem der Autor von den Inhalten Kenntnis hat und es ihm technisch möglich und zumutbar wäre, die Nutzung im Falle rechtswidriger Inhalte zu verhindern. Der Autor erklärt hiermit ausdrücklich, dass zum Zeitpunkt der Linksetzung keine illegalen Inhalte auf den zu verlinkenden Seiten erkennbar waren. Auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung, die Inhalte oder die Urheberschaft der verlinkten/verknüpften Seiten hat der Autor keinerlei Einfluss. 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Die Nutzung der im Rahmen des Impressums oder vergleichbarer Angaben veröffentlichten Kontaktdaten wie Postanschriften, Telefon- und Faxnummern sowie Emailadressen durch Dritte zur Übersendung von nicht ausdrücklich angeforderten Informationen ist nicht gestattet. Rechtliche Schritte gegen die Versender von sogenannten Spam-Mails bei Verstössen gegen dieses Verbot sind ausdrücklich vorbehalten. ===Rechtswirksamkeit dieses Haftungsausschlusses=== Dieser Haftungsausschluss ist als Teil des Internetangebotes zu betrachten, von dem aus auf diese Seite verwiesen wurde. Sofern Teile oder einzelne Formulierungen dieses Textes der geltenden Rechtslage nicht, nicht mehr oder nicht vollständig entsprechen sollten, bleiben die übrigen Teile des Dokumentes in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit davon unberührt. 6ddb92260c0172eb17008fae4c91ffef54bde03c Datei:832.jpg 6 275 466 2019-01-03T18:59:58Z Jm 1 [Grenze zwischen dem Amt Beyenburg und der Grafschaft Mark]. Ite Carte oder Ocular Plan von der Land Gräntz- Scheidung des Amt Beyenburg ... von der Erblöer Hundschaft ... bis zur Breebach ... IIte Carte [wie vor] von der Breebach ... bis zu ... an d… wikitext text/x-wiki [Grenze zwischen dem Amt Beyenburg und der Grafschaft Mark]. Ite Carte oder Ocular Plan von der Land Gräntz- Scheidung des Amt Beyenburg ... von der Erblöer Hundschaft ... bis zur Breebach ... IIte Carte [wie vor] von der Breebach ... bis zu ... an der Frankf. Straße ... Joh. Heinrich Schlieper, geometra iuratus 3dc4624d2b56c4d1de2bd5b2b583695e3a5a58c0 467 466 2019-01-03T19:01:39Z Jm 1 wikitext text/x-wiki [Grenze zwischen dem Amt Beyenburg und der Grafschaft Mark]. Ite Carte oder Ocular Plan von der Land Gräntz- Scheidung des Amt Beyenburg ... von der Erblöer Hundschaft ... bis zur Breebach ... IIte Carte [wie vor] von der Breebach ... bis zu ... an der Frankf. Straße ... Joh. Heinrich Schlieper, geometra iuratus Landesarchiv NRW Abt. Rheinland, RW-Karten 832. 3f88d98753c1234edd08c131950ed78947754e87 Elberfelder Landwehr 0 17 468 459 2019-01-03T19:06:34Z Jm 1 /* Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 im Prinzip kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. [[Datei:Waye_ausschnitt.jpg|zentriert|400px|mini|Ausschnitt aus der Elberfelder Gemarkenkarte des Johann van der Waye aus dem Jahr 1609. Man erkennt den Verlauf des Gebücks nordwestlich des Bendahler Bachs. Am Zulauf des Böhler Bachs folgt die Landwehr diesem hoch nach Freudenberg, wo die alte Kohlenstraße überquert wird. Dort ist ein Schlagbaum eingezeichnet. Bildnachweis: Landesarchiv Abteilung Rheinland, RW Karten Nr. 352]] <br style="clear:both" /> Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Anmerkung: Auf dem von der Gemarkenkarte skizzierten Verlauf sind keine Erdspuren zwischen dem Bendahler Bach und Freudenberg zu finden. Allerdings zieht sich ein Bachtal weiter westlich ein deutlich erkennbarer Wallgraben oberhalb des Böhler Hofs den Hang zum Freudenberg hoch. Sollte die Gemarkenkarte hier ungenau sein? </big></span> </div></div> [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 und die Grenzkarte zwischen dem Amt Beyenburg und der Grafschaft Mark des Geometers Joh. Heinrich Schlieper aus dem Jahr 1765 betätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. [[Datei:832.jpg|mini|800px|center|Grenzkarte zwischen dem Amt Beyenburg und der Grafschaft Mark des Geometers Joh. Heinrich Schlieper aus dem Jahr 1765 mit eingezeichneter Landwehr (Ausschnitt am Brebach entlang zwischen der Wupper und dem Hof Brebach). Nicht eingezeichnet die Ortschaft Vorm Baum.]] Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> ef678a75ce76e9549b2295c60e7858999bbaf785 469 468 2019-01-03T19:09:43Z Jm 1 /* Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr */ wikitext text/x-wiki <div style="margin:0px; background-color:#E4E9F1; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"> <div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"> <span style="color:#666666;"><big>Die Elberfelder Landwehrlinie </big></span> == Lage == Vom [http://de.wikipedia.org/wiki/Wuppertal Wuppertaler] Norden südwärts bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Beyenburg Beyenburg], anschließend im nördlich und östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Radevormwald Radevormwald] und dem östlichen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wipperfürth Wipperfürth] entlang der Grenze zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Breckerfeld Breckerfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Halver Halver] bis nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Marienheide Marienheide]-[http://de.wikipedia.org/wiki/Krommenohl Krommenohl]. == Einführung == Die Elberfelder Linie ist eine der längsten durchgehenden Landwehrlinien im Bergischen Land. Sie trennte innerhalb von Wuppertal die bergischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Elberfeld Ämter Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Beyenburg Beyenburg] (heute Stadtteilgrenze zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Elberfled Elberfeld] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Barmen Barmen]), durchquerte im Gebiet des Olscheids (heute Bereich [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen]/[http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid]) das Kirchspiel Lüttringhausen bis zur Beyenburg und wechselte dort die Wupperseite. Nun entlang der bergischen-märkischen Grenze verlaufend schützte sie anschließend das bergische Radevormwald vor dem märkischen Kirchspielen Schwelm und Halver entlang [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bach], Borbach, [http://de.wikipedia.org/wiki/Freebach Freebach] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Ennepe Ennepe]. Bei Radevormwald-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen] überquerte sie die [http://de.wikipedia.org/wiki/Bever Bever] und verlief durch Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperfürth) Kreuzberg] bis zur heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], wo sie bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Ohl Ohl] wieder die Wupper überquerte. Auf der südlichen Seite folgte sie dem Fluss bis Marienheide-Krommenohl, wo sie nach bisheriger Kenntnis nördlich der Wupper blind auslief. Ein Abzweig bei Wipperfürth-[http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_(Wipperfürth) Dahl] führte sogar weiter nach Süden bis zur Agger bei Engelskirchen. Im Bereich Wuppertal verläuft sie westlich parallel zur Barmer Landwehrlinie und ab der Bever östlich parallel zur [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]]. == Geodaten == Der Verlauf der Elberfelder Landwehr als Google Earth Datei, ermittelt nach Bodenfunden, kartografischen Werken, Literatur und Originalquellen als [[Medium:Elberfelder Landwehrlinie.kmz|Google Earth KMZ-Datei]]. == Verlauf == Der urkundlich gesicherte nördliche Beginn der Elberfelder Landwehr liegt im Bereich der Barmer Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Westen_(Wuppertal) Westen] südlich dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Stübchensberg Stübchensberg] nördlich des Wuppertaler Wohnquartiers [http://de.wikipedia.org/wiki/Ostersbaum Ostersbaum]. Aber wie bei der [[Barmer Landwehr]]linie ist auch hier davon auszugehen, dass sie noch weiter in nördliche Richtung führte. Da keinerlei Bodenspuren mehr vorhanden sind und auch die Urkunden sich dazu weitgehend ausschweigen, haben sich drei Theorien herausgebildet, die zu Erläutern sind. === Theorien über den Verlauf nördlich von Westen === ==== Theorie 1 ==== Die erste Theorie geht davon aus, dass sich die Landwehr nördlich des Stübchensbergs (Weinberg) dem Lauf des [http://de.wikipedia.org/wiki/Mirker_Bach Mirker Bachs] in Richtung Nordosten folgte und bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Hatzfeld_(Wuppertal) Hatzfeld] oder Horath auf die Barmer Linie traf. Gestützt wird diese Theorie vor allen durch die Etymologie. Mirker Bach ist eine Ableitung von Marker Bach, Markbach ( = Grenzbach), der Oberlauf heißt Hohenhagener Bach, ein weiterer Quellbach Hager Bach, dortige Wohnplätze [http://de.wikipedia.org/wiki/Auf%27m_Hagen_(Wuppertal) Auf'm Hagen], In der Hagerbeck und [http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenhagen_(Wuppertal) Hohenhagen]. Ein Hagen (vgl. Hecke, Hain) war ein umfriedeter Bereich, ist aber auch als Flur nahe einer Landwehr deutbar, die ja auch aus einer Hecke (dem Gebück und Gedörn) bestand und als Befestigungslinie zur Einfriedung eines Gebietes diente. Historisch gestützt wird diese Theorie durch eine hochmittelalterliche Gerichtsgrenze. Hermann Kießling weist darauf hin, dass in einer Grenzbeschreibung aus dem 16. Jahrhunderts der westfälischen Freigrafschaft Volmarstein (hervorgegangen aus einem kölnischen, von der [http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Volmarstein Burg Volmarstein] seit 1100 verwalteten Gerichtsbezirks Wetter) der Verlauf der Grenze im Bereich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] auf den Wuppertaler Südhöhen bis zur Hofschaft Westen identisch mit dem nachgewiesenen Landwehrverlauf ist. Diese Grenzbeschreibung beschreibt den weiteren Grenzverlauf entlang dem Mirker Bach nach Horath oder zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Horather_Schanze Hohrather Schanze], möglicherweise ist die Landwehr auch nördlich von Westen dieser Grenze gefolgt. Eine spätere (ungenaue) Abschrift dieses Textes lautet wie folgt: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... up tho der Capellen. Van der Capellen neder dem siepen aff in Köningshofffvart in die Wipper neder tegen dem Markenbergh over die Bredenstein tho Elverfelde achter Pampestes hus her, die Markenbecke up, dar die in die Wipper flut, und vort die Marke bit up dem Hamersbalken. Van der Hamersbalken bit up die Vladehardt den sipen neder in die Hintzbecke, die Hintzbecke up wenthe Hoerode''</big></span> </div></div> In heutiger Sprache und Topographie: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... hoch zu Kapellen'' (bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Lichtscheid Lichtscheid])''. Bei Kapellen den Böhler Bach'' (anschließend [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bach]) ''hinab zur Wupperfurt beim Köningshof'' (?, vielleicht auch Bönings Hof)'', nach der [http://de.wikipedia.org/wiki/Hardtberg_(Wuppertal) Hardt]'' (Bergwald)'' über Bredt Richtung Elberfeld, hinter '' (achter (nd.) = hinter, vgl. das nautische ''achtern'') ''dem Haus des Pampes her, dem Mirker Bach hoch, der in die Wupper fließt, und vor der Mirke nach Hamersbalken'' (vllt. [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Hammerkloth Hammerkloth] ?)'' hoch. Von Hamersbalken bis hoch nach Vladehardt'' (vllt. Flanhardt ?) '', den Siefen herab zum Bach Hintzbecke'' (?, nicht identifizierter Bach)'', die Hintzbecke hoch nach Horath''</big></span> </div></div> Die Freigrafschaft Volmarstein ist ein bemerkenswertes Konstrukt. Zunächst für einen weiten Bereich im Umkreis zuständig für die Halsgerichstbarkeit in den kurkölnischen Einflussgebiet zwischen Elberfeld und Hagen, fiel sie mit der Eroberung der Burg Volmarstein 1324 endgültig in märkische Hände. Auch nachdem sich Berg und Mark das Gebiet an der mittleren Wupper untereinander aufteilten und nun dort genau definierte Territorien nun aneinander grenzten, so galt der Gerichtsbezirk der Feigrafschaft dennoch noch lange über die Territorialbildung hinaus, auch wenn sie nach und nach die Zuständigkeit als eigener Rechtsbezirk verlor. Eine Landwehr als Sicherung dieses Gerichtsbezirks ist dann noch vor der bergisch-märkischen Territorialbildung zu datieren und würde vermutlich auch die übrige Grenze der Freigrafschaft umfassen. ==== Theorie 2 ==== Eine zweite Theorie von [http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels] geht davon aus, dass die Landwehr in Höhe des Haus Nummer 252 den Mirker Bach und die heutige Uellendahler Straße überquerte und nach Norden verlief. Das alte Fachwerkhaus an dieser Stelle könnte laut Engels ein Zollhaus mit Schlagbaum gewesen sein. In leichter Abwandlung dieser Theorie wird daher auch eine Bachquerung weiter westlich in Höhe der Einmündung der Kohlstraße diskutiert. Dort ist eine Ortsbezeichnung [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Schlagbaum Am Schlagbaum] an der Einmündung der ''Kohlstraße'' in die ''Uellendahler Straße'' durch die Urkatasterkarte von 1824/25 und der ''Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf'' des [http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_von_Viebahn_(Statistiker) Johann Georg von Viebahn] von 1836 belegt. Dieser Schlagbaum könnte wohl auch eine Wegsperre an dem alten Kohlenweg nach Elberfeld (die heutige ''Kohlstraße'') oder an der damaligen Chaussee im Tal (heute die ''Uellendahler Straße'') gewesen sein. In den Urkunden aus dem Jahr 1675 werden Wiesen "vom Haken (heute: [http://de.wikipedia.org/wiki/Am_Haken Am Haken] an der ''Uellendahler Straße'') bis unten an die Bach und Landwehr daselbst" erwähnt. Diese Wiesen können aber im ganzen Bereich Uellendahl oder Mirke gelegen sein. 1624 ist von "ein Stück Holz ann Essgens Länderei bei der Landwehr am Schlagbaum" die Rede. Ob diese Ländereien bei dem Schlagbaum bei Ostersbaum oder dem an der Kohlstraße gelegen haben, bleibt unklar. Die Barmer Famile Esken oder auch Esgen besaß in der Mirke allerdings nachweislich Grund. Ein weiteres Indiz für einen Landwehrverlauf nördlich des Mirker Bachs ist auch der Wohnplatz/Kotten [http://de.wikipedia.org/wiki/An_der_Lanter An der Lantert] im oberen Bereich der ''Kohlstraße'' Höhe Einmündung ''Domagkweg''. Das häufig vorkommende dialektische Toponym ''Lantert'' (''Lante'', ''Lanfert'', etc.) ist unzweifelhaft eine Ableitung von dem Begriff Landwehr. Dieser Theorie nach soll die Landwehr die heutige ''Kohlstraße'' und den heutigen ''Westfalenweg'' auf dem Höhenrücken (Wasserscheide zwischen den Flusssystemen Wupper und Ruhr) überquert haben und talwärts in Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Untenrohleder Untenrohleder] / [http://de.wikipedia.org/wiki/Obensiebeneick Obensiebeneick] verlaufen sein. Als Indiz führt Engels den Ortsnamen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneis Schneis] nördlich des Westfalenwegs an, der für die Schneise stehen könnte, die die Landwehr in die Landschaft geschlagen hat. Möglicherweise verweisen beide Toponyme aber nur auf eine Höhensperre des heutigen, auf dem Höhenrücken verlaufenden Westfalenwegs. ==== Theorie 3 ==== Eine dritte Theorie, die von [http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne] vertreten wurde, ist bis zum Kotten An der Lantert gleich der zweiten. Sie geht aber davon aus, dass die Landwehr weiter auf der Trasse der Kohlstraße und des Westfalenwegs nach Hohrath oder zur Hohrather Schanze verlief. Die ''Kohlstraße'' war spätestens ab dem 18. Jahrhundert Teil eines viel genutzten Kohlentransportwegs aus dem Sprockhöveler Raum nach Elberfeld mit der Trassenführung ''Kohlstraße'', ''Westfalenweg'' und Hohlweg Hohenhagen-Hohrath (letzterer auch ''Franzosenweg'' genannt). Die auf der Preußischen Neuaufnahme verzeichneten, umfangreiche Bodenstrukturen an diesem Kohlenweg sind bis auf ein Stück südlich [http://de.wikipedia.org/wiki/Langenbruch_(Wuppertal) Am Langen Bruch] und dem ''Franzosenweg'' längst überbaut, so dass es sich an vielen interessanten Stellen nicht mehr untersuchen lässt, ob es sich um Hohlwegspuren oder Landwehrwälle/-gräben handelte. Laut Kießling ergibt es sich aber durch den Vergleich mit dem Urkataster, dass es sich im Bereich der mittleren Kohlstraße dabei aber wohl eher um Hohlwegspuren einer ältere Trassenführung der ''Kohlstraße'' handeln wird, als um ein Landwehrwall/-graben. Bei Horath könnte die Landwehr nach weiterführenden Spekulationen bei mit der Barmer Landwehr, einer angeblichen Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen und/oder einer Linie entlang dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Deilbach Deilbach] zusammengetroffen sein. Über letztere Landwehrlinie ist mir bis auf das Vorhandensein noch nicht konkretes bekannt, während die Existenz der Landwehrlinie Horath - Hasslinghausen trotz einer Veröffentlichung stark hinterfragt werden muss. === Verlauf südlich von Westen === Urkundlich gesichert ist der Verlauf der Landwehr nur südlich der Hofschaft Westen, allerdings auch dort nur ungenau. 1591 wird in einem ev. Taufbuch ein Everdt Deuppendreger und ein Jasper Bredmann verzeichnet, die "an der Landwehr bei dem Westen" wohnten. 1623 wird im Privileg der Stadt Elberfeld der Verlauf der Stadtgrenze wie folgt beschrieben: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''... von Giesmann Teschemachers'' (vgl. [http://de.wikipedia.org/wiki/Teschemacher_Hof Teschemacher Hof] an der unteren Vogelsangstraße) ''erbschaft in der Mirckhen'' (Mirke) ''bis an Thewissen Ulendall'' (von Uellendahl abgeleiteter Herkunftsname) ''behausung in der Gaten'' (Gathe)'', und von dannen biss an dem Mostertzbaum'' (Ostersbaum)'', also die Landwöhr hinauf bis an des Heskskens seiffen'' (ein kleiner Siefen, vermutlich benannt nach einem Anwohner vllt. erneut Esgen, Esken)'', oben rechts wiederumb auf die Wupper</big></span> </div></div> 1619 und davon abgeleitet am 19. Juni 1806 folgten weitere Grenzbeschreibungen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Von diesem'' [Grenzpfahl] ''geht die Scheidung'' (= Stadtgrenze) ''am Bredde'' (Auf dem Bredt, Bredter Straße) ''hinunter längs der Hecke bis unten an die rechte Seite der Landwehr, welche noch zur Stadt gehörte und an das Feld, das Rittershaus gehört ... Von diesem geht die Scheidung der Landwehr nach, längs des Feldes von Ritterhaus ... Von diesem geht die Scheidung gerade hinunter von der Landwehr, ferner vorbei und hinter bis an die Osterbaum'sche Straße ...</big></span> </div></div> Laut der Beyenburger Amtsrechnung von 1775/67 verlief sie über dem Mostertsbaum, dass unzweifelhaft als Form des heutigen Quartiersnamen Ostersbaum zu deuten ist. Man darf einen Schlagbaum annehmen, der von der Familie Mosterts bewacht wurde. Diese Bezeichnung Am Mosterts (Schlag-)Baum verschliff sich später zu Am Ostersbaum. Hier befindet sich auch in Nord-Süd Richtung die kleine Straße Lantert (siehe Erklärung zu diesem Toponym im Abschnitt Theorie 2 weiter oben), die vom Namen her auf die Landwehr hinweist und zumindest eine ungefähre Bestimmung des Ortes des Verlaufs zulässt. Die Elberfelder Amtsrechnung von 1771/72 erwähnt eine Teilstrecke vom Ophoff bis an die Hardt, die in zwei Parzellen zu 204 Ruten (eine bergische Rute war 4,6 Meter lang) 6 Fuß und 106 Ruten für je einen Reichstaler verpachtet war. Eine weitere Parzelle dort an einer bislang unbekannten Stelle namens Am Sommerplatz war 99,5 Ruten lang. In dem Bericht der herzoglichen Landwehrvermessung von 1696 wird dieser Abschnitt der Elberfelder Landwehr nicht erwähnt, so dass sie laut Engels schon zu dieser Zeit nicht mehr als Bauwerk oder Flurstreifen existent gewesen sein könnte. Es finden sich aber noch weitere urkundliche Belege aus dem 17. Jahrhundert. Im Elberfelder Verzichtbuch heißt es: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>14. September 1643 "''... zwei stucken art Landerei uffen Enegelenberg'' (Engelnberg) ''oben negst der Straßen an der Kuhlen aneinander, an die Mordersgasse'' (Mördersgasse, laut Urkataster die heutige Weißenburgstraße) ''und Landtwehr, mit einer seidten an die stecke und Peters Kremers wie auch Leissgen Teschmechers Landerei schiessendt in der Burgerschaft Elverfeld gelegen''" wechselten den Besitzer.</big></span> </div></div> Laut diesen Angaben hat also die Landwehr von Westen zum Ophoff geführt, dann ist vermutlich über die östliche Flanke des [http://de.wikipedia.org/wiki/Engelnberg Engelnbergs] (auf dem Engelnberg liegt das Wohnquartier Ostersbaum) über die Bredt zur Hardt verlaufen und ist dort in einem Siefen bei der [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspeler_Brücke Haspeler Brücke] zur Wupper abgestiegen. Bei Haspel war eine Wupperfurt, an denen die [http://de.wikipedia.org/wiki/Haspel_(Wuppertal) Further Höfe] lagen. Die Flur Furth war im Besitz eben jener Barmer Familie Esgen, Esken, die wohl auch für den Siefennamen Pate gestanden hat. Dort querte die Landwehr den Fluss. Der Name Haspel ist ein weiteres Indiz für die Landwehr: Eine Haspel ist ein Drehgestell zum Wollspinnen, wird aber auch für ein Drehkreuz für einem Personendurchgang in einer Absperrung verwendet. Man kann hier also ein kontrolliertes Drehkreuz in der Landwehr annehmen. === Von der Wupper nach Dorn === Über den Verlauf südlich der Wupper von Haspel nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] besteht aufgrund einer Elberfelder Gemarkenkarte des Johann von der Waye aus dem Jahr 1609 im Prinzip kein Zweifel. Von der Wupperfurt bei Haspel verlief sie als Gebück/Gedörn enige Meter westlich des [http://de.wikipedia.org/wiki/Bendahler_Bach Bendahler Bachs] und nach dessen Einmündung des Böhler Bachs wenige Meter westlich von diesem nach Süden nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Freudenberg_(Elberfeld) Freudenberg] hinauf. [[Datei:Waye_ausschnitt.jpg|zentriert|400px|mini|Ausschnitt aus der Elberfelder Gemarkenkarte des Johann van der Waye aus dem Jahr 1609. Man erkennt den Verlauf des Gebücks nordwestlich des Bendahler Bachs. Am Zulauf des Böhler Bachs folgt die Landwehr diesem hoch nach Freudenberg, wo die alte Kohlenstraße überquert wird. Dort ist ein Schlagbaum eingezeichnet. Bildnachweis: Landesarchiv Abteilung Rheinland, RW Karten Nr. 352]] <br style="clear:both" /> Beide Bäche sind abschnittsweise noch heute Stadtteilgrenze zwischen Elberfeld und Barmen. In Höhe des alten [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpetaltunnel Straßenbahntunnels] überquerte sie den Höhenrücken mit der heutigen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landesstraße_418 Landesstraße L418]. Die heutige L418 war früher ebenfalls ein Kohlenweg und auf der Waye-Karte ist dort an der Landwehr ein Schlagbaum (Lackbaum) verzeichnet. Bis dahin verzeichnet die Karte nur ein Gebück, keinen Wall/Graben. Tatsächlich sind vom Freudenberg bis zur Wupper auch keine Erdwerke zu finden gewesen, allerdings ist auch diese Landschaft durch die Anlage von Kleingärten, Zwei Schwimmbädern, Gewerbe- und Wohnbauten bis ins Wuppertal hinein bereits stark umgestaltet und bebaut. <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Anmerkung: Auf dem von der Gemarkenkarte skizzierten Verlauf sind keine Erdspuren zwischen dem Bendahler Bach und Freudenberg zu finden. Allerdings zieht sich ein Bachtal weiter westlich ein deutlich erkennbarer Wallgraben oberhalb des Böhler Hofs den Hang zum Freudenberg hoch. Sollte die Gemarkenkarte hier ungenau sein? </big></span> </div></div> [[Datei:Reitstall Dorner Weg 01.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall am Reitstall Dorner Weg]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 03.jpg|mini|400px|Auf dem Wall]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 13.jpg|mini|400px|links|Beeindruckend die Abmaße von mehren Metern Breite]] [[Datei:Reitstall Dorner Weg 14.jpg|mini|400px|Ein Schlagbaum? Nein, ein Sprunghindernis am einem Weg der Reitanlage Dorner Weg, für den der Wall durchbrochen wurde]] <br style="clear:both" /> Südlich der L418 wird die Elberfelder Landwehr erstmals als ca. 140 Meter lange Wall-/Grabenanlage sichtbar. Das als Bodendenkmal geschützte Erdwerk besteht aus einem mächtigen, 6 bis 7 Meter breiten, von beiden Seiten aufgeschütteten Breitwall mit den Gräben (aus denen die Erde des Walls stammt) links und rechts davon. Laut Denkmalbeschreibung beträgt die Höhe des Walles stellenweise nur 0,60 m, in anderen Bereichen bis zu 1,10 m. An den Seiten verlaufen stark erodierte und teilweise mit Laubabfällen angefüllte Gräben. Diese Gräben sind 0,80 m bis 1,30 m breit und bis zu 0,60 m tief. Im südlichen und mittleren Bereich der Landwehr wird der Wall durch mehrere Reit- und Waldwirtschaftswege geschnitten. An der Nordseite ist der Wall zur Schnellstraße hin ausgeräumt. Der in östlicher und später südöstliche Richtung verlaufende Wall endet an der Außenhalle der Reitanlage Dorner Weg, auf die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] am Bach [http://de.wikipedia.org/wiki/Gelpe Gelpe] zulaufend. [[Datei:Dorn12.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr bei Dorn]] [[Datei:Dorn16.jpg|mini|300px|Der Wall führt auch durch ein Privatgelände]] <br style="clear:both" /> Der Feldweg nach [http://de.wikipedia.org/wiki/Kapellen_(Wuppertal) Kapellen] war früher die Trasse der Straßenbahnlinie 23. In diesem Bereich, wie auch auf den Feldern zur Dorner Hof hin lassen nur die Flurgrenzen östlich des Dorner Wegs den exakten, den Bach Gelpe überschreitenden Verlauf der Landwehr erraten, erst bei dem Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Dorn_(Wuppertal) Dorn] ist wieder ein ca. 40 Meter langer, denkmalgeschützter Wall zu finden, der auf der Südseite im rechten Winkel zur bisherigen Laufrichtung parallel zur Gelpe nach Osten verläuft. Der Wall ist 3,0 bis 4,0 m breit und 0,60 bis 0,80 m hoch mit erodierten Gräben. Der Name der Hofschaft Dorn ist ein Hinweis auf das die Landwehr begleitende Gedörn. Der Wall endet im Osten an landwirtschaftliche Flächen und ist heute dort vollkommen eingeebnet. === Von Dorn zum Disteltaler (Disseltaler, Disseldahler, Dusseldahler) Busch === Im ''Disteltaler'' (''Disseltaler'', ''Dussendahler'') ''Busch'' wird die Situation zusehends unübersichtlich, da sich mehrere parallel und auseinanderlaufende laufende Wälle und Gräben erhalten haben, die nicht alle zwangsläufig mit der Landwehr zu tun haben müssen, aber nun mal als mehr oder weniger ausgeprägte Wall-/Grabenstruktur physikalisch vorhanden sind. Andere sind dagegen eindeutig als Landwehr identifizierbar, werden aber in Urkunden und in den Forschungen von Fahne (1863) über Engels (1938) bis hin zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Helbeck] (2007) nicht behandelt. Zu unterscheiden haben wir auch die Elberfelder Landwehr von der Barmer Landwehr, die nördlich bis zur Beyenburg parallel verlief und der Elberfelder vorgelagert ist. Auch die urkundlichen Belege sind alles andere als eindeutig, alte Ortsbezeichnungen sind zum Teil nur schwer identifizerbar. Bald werden mutmaßlich mit dem vierspurigen, autobahnähnlichen Ausbau der Landesstraße L419 (''Parkstraße''), dem Bau einer Fernwärmeleitung, der Umgestaltung der Kasernen in ein Gewerbegebiet und dem Neubau des 30 Hektar großen komplexes Justizvollzugsanstalt, Bereitschaftspolizei und Justizvollzugsschule ab 2009 bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6 Erbschlö] noch einige vorhandene, vielleicht auch bislang unentdeckte Erdwerke vernichtet werden, so dass ich hier eine vollständige Situationsbeschreibung aus dem Stand Dezember 2008 abgeben möchte. Zu dem unklaren Verlauf trägt bei, dass in Urkunden mehrfach von einer zweiten Landwehr zu einem ''Marscheider Fuderplatz'' die Rede ist, die im ''Disteltaler Busch'' von der Hauptlinie abzweigte. Der Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 weiß hierzu zu sagen: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Item gehet noch eine Landwehr auf die Blombacher Bach'' (Blombach) ''durch den Kastenberg'' (östlich von Erbschlö) ''und nechst den Erbschloer Felder herrauff und schließes an den Disteldahl zu voriger Landwehr. Diese Landwehr ist 1749 auf 24 Jahre verpachtet''</big></span> </div></div> In weiteren Urkunden wird diese zweite Landwehr in Pachtunterlagen mehrfach erwähnt. Am 10. Februar 1796 machten Johann Platte, Witwe Platte und Arnold Erbschloe folgende Eingabe an die kurfürstliche Regierung in Düsseldorf: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die im Kirchspiel Lüttringhausen gelegene Landwehr sei bereits im Jahre 1711 an Eingesessene von Erbschloe in Erbpacht gegeben, im Jahre 1750 aber die Erbpacht in Jahrpachts verwandelt, und ihnen unter dieser Form 1775 gegen Zahlung von 6 Reichstalern jährlich an die Rentei in Beyenburg übertragen. Die Pacht laufe 1799 zu Ende. Da nun aber diese Landwehr bereits von ihren Vorfahren gerottet und zu dem angrenzenden Lande geschlagen sei, so könne sie davon nicht folglich unterscheiden, auch nicht mehr getrennt weren. Sie bitten daher um fernere Ueberlassung in Erbpacht.''</big></span> </div></div> Offenbar war die verpachtete zweite Landwehr im Bereich Erbschlö bereits vor 1796 nicht mehr als eigenständiger Landschaftsbestandteil erkennbar. Der Beyenburger Rentmeister Wülfing erstattete daraufhin der Hofkammer 1799 Bericht: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Sie ist ein Streifen beginnend am Marscheider Fuderplatz, erstreckt sich a.) durch das Disseldahl bis an den Lichtscheider Busch in Barmen, dann b.) von dem sogenannten Bauerschlagbaum bis an den sogenannten Dorn im Kirchspiel Elberfeld. Die Strecke a.) enthält 10 ⅓ Morgen, b.) 4 ½ Morgen.''</big></span> </div></div> Wülfing gibt in seinem Bericht die fiskalisch (für die Pacht) wichtige Flächengröße der beiden Teilabschnitte vor und nach dem Landstraßendurchgang an. Am 20. August 1799 beschreibt er die Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwa 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer ihr eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 folgende Situationsskizze: {| |[[Datei:Disteltal.png|400px]] | style="vertical-align: top; panning: 10px;" | Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing aus dem Jahr 1800 mit nebenstehenden Erläuterungen. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Blombachtal (oben) bis knapp vor Lichtscheid (unten). Quelle (Anton Fahne, Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein; Skizze nach Originalurkunde ''Verpachtungen und sonstige Nachrichten über die Landwehr im Amt Beyenburg 1790- 1807 (1836)''; Sig. ''140.30.00 Großherzogtum Berg Nr. 1370''; Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland) # Marscheider Fuderplatz # Der Blombach # Landwehr<br /> # Erben Platte und Erbschlöhe Büsche<br /> # Der Kastenberg und Disteltal<br /> # Schmalenhofer Erbbüsche<br /> # Landstraße von Ronsdorf zum Barmer Lichtenplatz<br /> # Lichtenscheider Erbbüsche in Barmen<br /> # Der Schlagbaum oberhalb Ronsdorf<br /> # Die Erbbüsche der Bauergüter |} <br style="clear:both" /> In der Skizze beginnt die Landwehr bei dem Marscheider Fuderplatz am Blombach, führt in westliche Richtung über den Kastenberg zur alten Ronsdorf-Barmer Landstraße, deren Trasse ungefähr der heutigen oberen Staubentaler Straße und dem bis Lichtscheid führenden Teil der ''Oberbergischen Straße'' entsprechen dürfte (vgl. Karte Amt Beyenburg aus der Topographia Ducatus Montani von Erich Phillip Ploennies, 1715) und schwenkt nach Süden. Bei dem Schlagbaum oberhalb Ronsdorfs an den ''Lichtenplatzer'' und ''Baurer Erbbüsche'' dürfte es sich somit um den ''Bauerer Schlagbaum'' gehandelt haben. Die Skizze entspricht dem Text der Landwehrbeschreibung von 1763/64, die oben wiedergegeben wurde. Auch an der Kreuzung der Landstraße mit der Landwehr bei der heutigen Kreuzung ''Staubentaler Straße'' / ''Oberbergische Straße'' ist ein Schlagbaum anzunehmen. Diese alten Beschreibungen sind teilweise nur sehr schwer in heutige Orte zu übertragen; so ist der Standort des ''Fuderplatzes'' bislang unbekannt und konnte bereits von Wilhelm Engels oder zuvor Anton Fahne nicht bestimmt werden. Der vermutlich gemeinte Kastenberg wiederum liegt östlich von Erbschlö zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Schmalenhofer_Bach Schmalenhofer Bach], Blombach und [http://de.wikipedia.org/wiki/Erbschl%C3%B6er_Bach Erbschlöer Bach]. Die extrem vereinfachende Situationsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing ist nur bedingt hilfreich, da sich seitdem Wegverläufe, Flur- und Waldgrenzen und Bezeichnungen geändert haben und auch die Generalisierung der Skizze viel zu grob ist. Eine intensive Forschung mit dem Versuch der geografischen Zuordnung unter Berücksichtigung der damaligen Besitztümer steht noch aus. Die in der Skizze eingezeichnete Landwehr endet im Osten an dem bislang nicht identifizierten Marscheider ''Fuderplatz'' östlich des Blombachs, vermutlich ein Platz zum Sammeln von im Marscheider Wald geschlagenen Holz. Neben dieser zweiten Landwehr hat es gemäß dem Bericht über den (gegenläufigen) Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 die bis Beyenburg und darüber hinaus führende Hauptlinie gegeben. Von dem ''Bauerer Schlagbaum'' bis zum ''Disteltal'' handelt es es sich aber bereits laut dieser Urkunde um die Hauptlinie. Wenn der obere Teil vom Disteltal bis zum Blombach die zweite, am Marscheider ''Fuderplatz'' endende Landwehr sein soll, so fehlt in der Skizze also die im Disteltal abzweigende Hauptlinie, deren Verlauf gänzlich ungeklärt bleibt. Zusammenfassend geht aus den Urkunden also hervor: Es gab eine durch den ''Disteltaler Busch'' führende und an Erbschlö vorbeilaufende Landwehr von Dorn bis zum Blombach, die ich als Hauptlinie bezeichnen möchte. Daneben gab es eine weitere Blindlandwehr vom Disteltaler Busch über den Kastenberg zum Blombach / Marscheider Fuderplatz. 1711 wurde diese Blindlandwehr an die bereits seit 1591 sogenannten Disseltaler Erben (Familie Platte und Familie Erbslö) in Erbpacht gegeben, die 1749 mit der Aufhebung aller Erbpachten in Jahrespacht umgewandelt wurde. Diese wurde nun auf 24 Jahre festgeschrieben, das Holzgeld (Pacht) betrug laut den Bayenburger Rentmeisterrechnungen 32 Albus. 1775 wurde die Pacht für jährlich 6 Reichstaler um weitere 24 Jahre verlängert. Auf die Bitte an die Landesregierung 1796, diese Pacht wieder in Erbpacht umzuwandeln, musste der Beyenburger Amtmann Wülfing über die Situation der Hofkammer Bericht erstatten. Am 20. August 1799 beschreibt Wülfing die zweite, verpachtete Landwehr als schmalen, mit Holz bewachsenen Streifen von 2 - 3 Ruthen ( 9 bis 14 Meter) Breite und etwas 15 Morgen Größe. Nach Aufforderung der Hofkammer eine figurative Karte zukommen zu lassen, schickte Wülfing am 12. Februar 1800 die obigen Skizze der Blindlandwehr und lässt sie dort an dem Marscheider Fuderplatz enden. Wir werden aber sehen, dass eine Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 neue Erkenntnisse bringen wird. Vor weiterführenden Schlussfolgerungen hier erstmal eine Beschreibung der Ende 2008 noch vorhandenen Erdwerke, die eine neue Betrachtung der Situation notweding erscheinen lasen. All diese Wälle (und weiterführende Betrachtungen) habe ich in dieser [[Medium:LwDisteltal.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: yellow;"|'''Gelbe Linie''' | Durch zweitgenössische Karten unzweifelhaft belegter Landwehrverlauf |- | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Untypische langgezogene, linienförmige und durchgängige Flurstücke im Urkataster und/oder heutigem Kataster |} ==== Wall Nr. 1 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Da ist zunächst mal ein nicht allzu ausgeprägter, ca. 120 Meter langer und ca. 30-50 cm hoher Wallgraben, der von der ehemaligen Trasse der Waldstrecke der Straßenbahn in süd-ost-ost schnurrgerade durch den Wald auf die Dr.-Köster-Hütte zuläuft und ein paar Schritte nördlich dieser am Waldweg endet. Auf der anderen Seite des Wegs setzt er sich, soweit erkennbar, nicht weiter fort; dort quert aber eine Vertiefung, die wahrscheinlich ein Hohlweg war im rechten Winkel. Ob dieser Wall etwas mit der Elberfelder Landwehr zu tun hat, Teil einer möglichen dortigen Höhen-/Wegsperre war oder gänzlich anderen Ursprungs ist, ist vollkommen unklar. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 01.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen I 02.jpg|mini|300px|Nicht sehr stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 2 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== In Höhe der ehemaligen Standortverwaltung beginnt ein stark verschliffener Wall südlich der L419 unmittelbar hinter dem Straßengraben. Dieser insgesamt ca. 150 Meter lange Wall folgt dem Straßenlauf in süd-ost-ost, wendet sich im Bogen nach 50 Metern von der Straße in Richtung süd-süd-ost ab und nimmt erkennbar große Form an. Er wird von dem Waldweg parallel zur L419 in den Ronsdorfer Anlagen durchbrochen und setzt sich anschließend ein paar Meter bis zum nächsten Weg fort. Dort endet der ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ohne sich weiter erkennbar fortzusetzen. Funktion und Herkunft ist ebenfalls unklar, die Form lässt aber auf eine landwehrartigen Ursprung schließen. Eine weitere Suche im gedachten Verlauf in den südlichen Ronsdorfer Anlagen im Bereich Waldfrieden war bislang erfolglos. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 01.jpg|mini|400px|links|Zweiter Wall in den Ronsdorfer Anlagen südlich der und parallel zur L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen II 07.jpg|mini|400px|An der ausgeprägtesten Stelle endet der Wall an einem Waldweg]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 3 (Ronsdofer Anlagen südlich der L419) ==== Etwa in Höhe des Endes des Walls Nr. 2 beginnt ca. 70 Meter weiter östlich an dem Waldweg parallel zur L419 ein weiterer, ebenfalls stark ausgeprägter Wall, der in ca. 70 Meter geradlinig in Richtung süd-süd-ost läuft und dort an Bolzplatz endet. Dieser auch ca. 1,5 m breite und 60-80 cm hohe Wall ist fast vollständig mit Dornengestrüpp uberwuchert und nur schwer auszumachen. [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 03.jpg|mini|400px|links|Der dritte Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen südlich der L419 (Parkstraße)]] [[Datei:Ronsdorfer Anlagen III 05.jpg|mini|400px|Er ist stark mit Dornengestrüpp bewachsen und daher schwer zugänglich]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 4 (Ronsdofer Anlagen nördlich der L419) ==== Ein recht stark verschliffener, ca. 70 Meter langer Wallgraben beginnt in Höhe der Fußgängerampel ca. 20 Meter nordöstlich der L419. Dieser Wallgraben führt geradewegs auf das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung und zukünftigen Bereitschaftspolizei zu und endet dort nach 90 Metern am Zaun. Dahinter ist das Gelände eingeebnet und bebaut, so dass eine weitere Spurensuche zwecklos ist. Dieser Wallgraben ist Anfang 2009 akut von der Verlegung der Fernwärmetrasse bedroht. [[Datei:Standortverwaltung 04.jpg|mini|300px|links|Wall/Graben in den Ronsdorfer Anlagen nördlich der L419 (Parkstraße). Er läuft direkt auf die alte Standortverwaltung zu]] [[Datei:Standortverwaltung 06.jpg|mini|300px|Blick in Gegenrichtung. Der leichte Graben neben dem Wall ist nur aufgrund des leichten Schneefalls brauchbar fotografisch zu dokumentieren]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 5 (Ronsdofer Anlagen / Sportplatz nördlich der L419) ==== Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist gehört der ca. 80 Meter lange Wall entlang dem südlichen Zaun des Sportplatzgeländes am östlichen Rand des Kasernen- bzw. bald Technologieparkgeländes zu einer Landwehr. Er beginnt in Höhe der Parkplatzausfahrt, führt am Zaun entlang nach ost und wendet sich a Ende des Sportplatzes in Richtung nord-ost und verschleift sich dort. In Verlängerung hält er genau auf den kleinen Stauteich des Platte (nach diesem Platte sind auch die Platte Felder bei Erbschlö benannt) im Quellbereich des Hadberger Siefen. Quer zu diesem Wall befindet sich ebenfalls in Höhe der Parkplatzausfahrt ein mächtiger Wallrest; Möglicherweise Teil einer dortigen Wegsperre oder sogar der Landwehrlinie selbst, die ja schon zuvor plötzliche und scharfe Richtungswechsel vollzog. [[Datei:Sportplatz Parkstraße 01.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr am Sportplatz Parkstraße, hier sich schon dem Hadberger Siefen zuwendend]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 03.jpg|mini|400px|Gegenrichtung am Zaun des Sportplatzes]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 04.jpg|mini|400px|links|Teil der Landwehr oder einer dazugehörigen Wegsperre? Vermutlich schon. Anfang 2009 wurde dieser Erdwall wegebaggert]] [[Datei:Sportplatz Parkstraße 08.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive]] <br style="clear:both" /> Vom nordöstlichen Ende von Wall Nr. 5 bis zu dem Stauteich fällt das Gelände ab und ist zu beiden Seiten des Siepens stark bewachsen. Wir befinden uns dort in dem Bereich, der zum ehemaligen Standortübungsplatz Scharpenacken zählt. Durch die üblichen militärischen Übungen (Schützenlöcher, Unterstände, Beobachtungsposten) fanden überall auf diesen Gelände Grabungsarbeiten und Erdbewegungen statt, so dass die Einordnung der Erdwerke sehr schwer und unbestimmt bleiben muss. Die mutmassliche geradlinige Fortsetzung des Walls Nr. 5 bleibt vermutlich zunächst auf der westlichen Seite des zunächst flach ausgeprägten und trockenen Siepens, der erst ab den Stauteich von Hadberger Siefen durchflossen wird. Vor dem Stauteich wird sie vermutlich auf die östliche Seite des Siepen gewechselt sein, um seine später ausgeprägtere Form als Annäherungshindernis nutzen zu können. Auf der östlichen Seite des trockenen Siepens finden sich im rechten Winkel im Abstand von ca. 250 Meter tiefe Grabenstrukturen, die erst an dem Rand des Sportplatzes zwischen der ehemaligen Standortverwaltung (bald dem Gelände der JVA und der Justizschule) und Erbschlö enden. Die ausgeprägtere, südlichere dieser Strukturen ist auf der DGK5 als Graben verzeichnet. Da an den Seiten keine Wälle aufgehäuft sind und der Graben bis zu 1,5 Meter breit ist, wird es sich vermutlich um Hohlwege handeln. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass sich in nordwestlicher Richtung zwischen den Wüstungen Schmalenhof und Delle der südliche der beiden Gräben fortsetzt. Es befinden sich weitere, sehr schwer zugängliche kleinere Erdveränderung in diesem Waldstück, die sich einer Einordnung oder Interpretation entziehen. [[Datei:Graben in Höhe Sportplatz 01.jpg|mini|400px|center|Südlicher Graben ohne Wälle, vermutlich Hohlweg, von dem Sportplatz Ebschlö hinab zum Hadberger Siefen. Ein paar hundert Meter weiter in gedachter Fortführung finden sich ähnliche Strukturen kurz vor Delle]] ==== Wall Nr. 6 (Doppelwall entlang dem Hadberger Siefen) ==== Fündig wird man erst wieder ein paar Meter unterhalb dem Quellteich des Hadberger Siefens, ein Nebenbach des Schmalenhofer Bachs. Dort setzt ein Doppelwall ein, der sich östlich des Wasserlaufs das gesamt Siepental bis kurz vor der Einmündung in dem Schmalenhofer Bach fortsetzt. Ein Wall verläuft dabei unmittelbar am Hadberger Siefen, der andere im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter östlich davon am schon ansteigenden Hang. Der östlichere Wall besitzt eine Länge von beinah 850 Metern und ist ausgeprägter, als der direkt am Bach verlaufende. Am unteren Ende des Siepens kurz vor dem Schmalenhofer Bach überquert ein gepflasterter Weg den Hadberger Siefen. Unmittelbar davor endet der westliche, direkt am Bach verlaufende Wall. Der östliche wendet sich aber vom Schmalenhofer Bach ab, schwenkt nach Osten und läuft auf einen Trampelpfad zu, der nach Osten den Berg zu der alten Munitionsniederlage hinaufführt. Ein paar Meter verläuft er neben dem Pfad und verliert sich dann. Festzuhalten ist hier, dass er sich von dem Schmalenhofer Bach deutlich abwendet. Oberhalb vom Wall Nr. 6 befinden sich zwei tiefe, künstlich angelegte und in der DGK5 gut verzeichnete Einschnitte im oberen Hangbereich. Die mit einer Breite und Tiefe von 15 bis 25 Meter in den Hang gegrabenen Strukturen sind vollkommen unbestimmter Herkunft. Der Aushub wurde auf der dem Tal zugewandten Seite angeschüttet, so dass sich ein Plateau ergibt. Denkbarer Ursprung wären: Eine militärisch zu Übungszwecken begründete Ausschachtung, alte Steinbrüche (dageben spricht, dass keine Felsen im Einschnitt oder Bruchsteine davor zu finden sind), möglicher Abbau von Eisenerz (nicht unweit habe ich mal zufällig auch eine Schlackehalde gefunden) oder möglicherweise auch eine Warte zwecks Beobachtung des Hügellands auf der anderen Seite der Landwehr. Der Ursprung lässt sich vermutlich nicht mehr klären, für eine Warte wäre aber diese Position mit weiten Blick auf die Scharpenacker Hochflächen - denkt man sich den Wald weg, den es vor Jahrhunderten vermutlich dort im Hang nicht gegeben hat - hervorragend geeignet. [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 04.jpg|mini|400px|links|Schwer zu fotografieren: Der Doppelwall an Hadberger Siefen zwischen dem Schmalenhofer Bach und Plattes Teich]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 05.jpg|mini|400px|Hier der Wall direkt am Bach]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 08.jpg|mini|300px|links|Oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 09.jpg|mini|300px|Hier läuft der obere Wall allmählich im Schmalenhofer Bachtal, sich dem Pfad zur ehemaligen Munitionsniederlange hinwendend, allmählich aus]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 12.jpg|mini|300px|links|Detailansicht oberer Wall/Graben]] [[Datei:Schmalenhofer Bach - Teich 13.jpg|mini|300px|Im oberen Bereich des Hadberger Siefens. Wall/Graben auf Foto nur aufgrund der leichen Schneeschicht im Graben zu erkennen]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 7 (Wallfeld nördlich von Erbschlö, ab 2011 von der JVA überbaut) ==== Nördlich von Erbschlö auf der Höhe befand sich bis Januar 2009 ein ca. 250 Meter langes und 80 Meter breites Tannenwäldchen, dass Anfang Februar 2009 abgeholzt wurde und in den Folgewochen für den Bau der JVA vollkommen planiert wurde. Auf der ganzen Fläche dieses Wäldchen befand sich ein Feld von 15 parallelen, bis zu einem Meter hohen Wällen. Der Ursprung oder Zweck dieses Wallfelds ist mir unklar. Landwehr oder ein Wölbacker? [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 01.jpg|mini|300px|links|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 07.jpg|mini|300px|Einer der 15 Wälle am Rande des (damals noch existieren) Wäldchen]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 11.jpg|mini|400px|links|Hier ist die Kaskade der Wälle aus der Randsicht]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 12.jpg|mini|400px|Dito]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 16.jpg|mini|400px|links|Nach der Abholzung liegen die Wälle teilweise frei]] [[Datei:Fichtenwäldchen Höhe Erbschlö 17.jpg|mini|400px|Leider ist das Hauptfeld mit den gefällten Tannen bedeckt, daher die Randsicht am Ende, wo die Wälle verschliffen sind]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 8 (Doppelwall südöstlich der Mauer des Langwaffenschießstands, ab 2009 am Rand des JVA Geländes) ==== Südöstlich des Schießstands ist auf dem Kastenberg ein Wäldchen, in dem ein sehr gut erkennbarer Doppellwall mit ca. 10-15 Meter Abstand zueinander auf einer Länge von ca. 100 Meter im Bogen von ost-ost-süd in Richtung süd-süd-ost verläuft und sich dem Erbschlöer Bach zuwendet. Der Wall wird von einem Querweg unterbrochen, setzt sich aber weitere 100 Meter in weniger gutem Zustand parallel zu einem weiteren, in das Tal führenden Weg fort. An der Stelle, wo der Parallelweg im rechten Winkel abknickt quert der nunmehr verschliffene Wall auch diesen Weg und endet an der Kante zum steil abfallenden Erbschlöer Bachtal. Die heutigen Flurgrenzen (Andeutung eines langen und schmalen Flurstücks) auf Karten unterstützen die Annahme, dass es sich um eine Landwehrflur handelt. Mit dem sich anschließenden Wall Nr.8 lässt sich diese Landwehreigenschaft auch urkundlich belegen. [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 03.jpg|mini|300px|links|Östlicher der beiden Landwehrwälle an dem Schießstand bei Erbschlö.]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 07.jpg|mini|300px|Andere Perspektive]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 02.jpg|mini|400px|links|Aus anderer Perspektive. Südlich davon setzt sich einer der beiden Wälle parallel zu einem Weg fort und verliert sich im Erbschlöer Bachtal]] [[Datei:Schießstand - Erbschlöer Bach 06.jpg|mini|400px|Aus anderer Perspektive. Der östliche Wall des Doppelwallsystems ist deutlich besser erhalten]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 9 (Wallreste im Bereich der Blombachtalbrücke) ==== Der Wall Nr. 8 endet im Erbschlöer Bachtal wenige Meter oberhalb der dortigen Straße. Schaut man sich auf alten Karten diese Stelle an, so erkennt man ein schmales, 500 Meter langes Flurstück, das sich auf der südlichen Talseite im Bogen in Richtung Blombach wendet, dann sich in einem weiteren Bogen nach Süden vom Erbschlöer Bach abwendet, die heutige Blombachtalbrücke noch vor den Schienen der Eisenbahnstrecke unterquert, parallel zu ihnen verläuft, sie dann in einem weiteren flachen Bogen quert und südlich der Blombachtalbrücke in Höhe der alten Weggabelung (vor dem Bau der Autobahn A1) am Blombach endet. In dem Bereich nördlich der Blombachtalbrücke lassen sich im recht steilen Hang innerhalb dieser Flur mehrere, meist stark verschliffene Wallreste erkennen. Die Flur nördlich der Brücke trägt auf der Liegenschaftskarte den Namen Unter der Landwehr. Der Beweis, dass es sich um die Landwehr (und somit auch Wall Nr. 8 als direkte Verlängerung des Flurstückes), erbringt die bereits oben erwähnte Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811. Diese zeigt diese eben beschriebene Flur zwischen Erbschlöer Bach und Blombach und weist sie damit eindeutig als Landwehr aus. Auch gab es an deren Ende am Blombach ein sich anschließendes Flurstück hinauf zum Jägerhaus, das aber heute Autobahn und anschließend bis zur Höhe von Einfamilienhäusern überbaut ist. [[Datei:Blombachtal 02.jpg|mini|400px|links|Stark verschliffene Wallreste am rechten Hang des Erbschlöer Bachs]] [[Datei:Blombachtal 06.jpg|mini|400px|Wallrest nahe der Blombachtalbrücke. Im Hintergrund die Bahnstrecke ud die Autobahn A1 im Blombachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Karte-blombach-1811.jpg|mini|700px|center|Karte des Landvermessers Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 mit Landwehrverlauf in diesem Bereich. Links der Erbschlöer Bach, rechts der Blombach. Quelle (Landesarchiv Düsseldorf)]] ==== Wall Nr. 10 (Zwischen der L419 und dem Erbschlöer Bach in Höhe Schießstand / JVA) ==== Von der Straße im Erbschlöer Bachtal zieht sich ein gut ausgeprägter Wall durch den Wald den Hang zur L419 (Parkstraße) hinauf. Der Wald ändert entlang dieser Wallgrenze auch seine Bepflanzung von Laubmischwald zu einem Fichtenwald, laut alten Messtischblättern endete an diesem Wall zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wald und eine Wiese begann. Vermutlich handelt es sich um einen ausgeprägten Feldrain oder eine Wallhecke zum Schutz der Anbaufläche. In den Landwehrverlauf der beiden oben beschriebenen Landwehren lässt sich der Wall nicht einordnen. Eine Höhensperre ist ebenfalls unwahrscheinlich, da auf der Höhe erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Blombachtalbrücke eine Straße (die heutige L419) gebaut wurde und die nachgewiesene Altstraße in Grund des Erbschlöer Bachtals verlief. [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 01.jpg|mini|300px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Erbschlö-Parkstraße 03.jpg|mini|300px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Wall Nr. 11 (Breitwall im Eichelskamp) ==== In keiner der mit bekannten Landwehrliteratur wurde bislang über einen Wall berichtet, der sich im Wäldchen ''Im Eichelskamp'' südlich der Otto-Hahn-Straße (und damit südlich der L419 und des Gewerbegebietes Blombach) befindet. Von seinem Dimensionen ist der 250 Meter lange Wall durchaus mit dem mächtigen Wall zwischen Dorn und der L418 auf dem Freudenberg zu vergleichen; aus zwei tiefen Gräben links und Rechts wurde die Erde auf 6 bis 8 Meter Breite bis zu einem Meter beidseitig aufgeschüttet. Dieser Wall verläuft in Richtung süd-süd-ost und wendet sich kurz vor seinem ende an der Lohsiepenstraße nach süd-süd-west. Wenn er Teil einer Landwerlinie ist, dann könnte er durchaus eine Fortsetzung der Wälle Nr. 2 und 3 sein. Ein Indiz für die Landwehreigenschaft findet sich auf der Preußischen Uraufnahme von 1824. An der Stelle, wo heute der Wall an der Straße Lohsiepen endet, trafen fünf Wege zusammen. Solche "Wegspinnen" sind typisch für einen zentralen Landwehrdurchgang, an dem sich die Wege aus allen Richtungen trafen, gemeinsam den Durchgang passierten, und dann wieder in andere Richtungen verzweigten. Diese Struktur kann aber möglicherweise auch der Rest eines Hohlwegs sein. Hier steht eine nähere Erforschung noch aus. [[Datei:Im Eichelskamp 01.jpg|mini|400px|links|Breitwall im Wald Im Eichelskamp. Am südlichen Ende ist auf alten Karten eine "Wegspinne" zu finden]] [[Datei:Im Eichelskamp 03.jpg|mini|400px|Erstaunliche Ausmaße und m.W. noch nicht in der Literatur erwähnt]] <br style="clear:both" /> ==== Flurstück am nördlichen Kastenberg ==== In Höhe der ehemaligen Munitionsniederlage in der Flur ''Auf dem Gleichen'' am östlichen ''Kastenberg'' ist in Alten Karten ein in ost-west verlaufendes schlauchförmiges Flurstück auszumachen, das im ''Blombachtal'' endet und auch noch durch heutige Flurgrenzen verfolgbar ist. Dieser Flurstück beginnt im Norden der Munitionsniederlage, Spuren von Erdwerken waren aber trotz mehrfacher Suche von mir oder anderen Forschern nicht zu entdecken. Da das Flurstück nördlich vom ''Kastenberg'' verläuft und am ''Blombach'' endet, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um die vom Rentmeister Wülfing und dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 beschriebene zweite Landwehr handelt, die in den Pachtvorgängen mehrfach thematisiert wurde. Auf der anderen Seite des ''Blombachs'' setzt sich dieses Flurstück eine kurze Streck fort und endet in Höhe des Bruchsteinhauses nördlich von ''Werbsiepen''. Wenn es sich nicht um eine Blindlandwehr gehandelt hat, dann wäre ein möglicher Verlauf über den ''Marscheider Berg'' und dem ''Fleischsiefen'' zum [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] oder ein Lückenschluß mit der etwas weiter nördlich verlaufenden [[Barmer Landwehr]]linie denkbar. ==== Fazit und Schlussfolgerungen ==== Aus dem Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 geht hervor, dass im Bereich ''Disseltaler Busch'' zwei Landwehren exisitierten, die Hauptlinie und eine zweite Linie, die als Blindlandwehr gedeutet wird. Eindeutig aus Flurgrenzen und Quellen als Hauptlinie belegbar sind die Wälle Nr. 8 und Nr. 9 am ''Kastenberg'' und im ''Blombachtal'', denn sie können problemlos mit dem weiteren und eindeutigen Verlauf nach Beyenburg verknüpft werden. Da das erstmals 1312 erstmals erwähnte Erbschlö im Kirchspiel Lüttringhausen als Haupthof der gleichnamigen Honschaft seit jeher auf Bergischer Seite lag und erst zum Bergischen Amt Bornefeld, ab 1407 zum Bergischen Amt Beyenburg gehörte, ist davon auszugehen, dass die Landwehr nördlich von Hof verlief und ihn gegen das gegnerische kurkölnische, später märkische Schwelm schützte. Auch der Bericht von 1763/64 spricht von der Landwehr längs Erbschlö. Also ist die Landwehr im Norden vom Erbschlö zu vermuten, auch da der Wall Nr. 8 östlich von Erbschlö in Höhe des Wohnplatzes endet. Nordwestlich hat sich der Dopelwall Nr. 6 am Hadberger Siefen erhalten - auch der Wall Nr. 8 ist doppelter Natur. '''Möglichkeit 1:''' Eine Möglichkeit wäre, die Hauptlinie beginnt am Sportplatz (Wall Nr. 5), führte entlang dem Hadberger Siefen (Wall Nr. 6, Bach und Hanglage als Annäherungshindernis nutzend), schwenkte dann wieder zur Höhe, überquerte die ehemalige Munitionsniederlage und den Schießstand und ging mittels Wall Nr. 8 in das Erbschlöer Bachtal. Erbschlö wäre somit vollständig umschlossen und geschützt gewesen, ohne viel nutzbare landwirtschaftliche Fläche in Anspruch zu nehmen. In diesem Szenario ließe sich auch die zweite Landwehrlinie (Blindlandwehr) einbauen, die dann im Schmalenhofer Bachtal vom Wall Nr. 6 abzweigte und mittels dem Flurstück an nördlichen Kastenberg in das Blombachtal führte. Einen Abzweig im Bereich des Schmalenhofer Bachs lässt sich nicht mehr ausmachen, auch da loses Material aus dem Steinbruch auf dem Gelände der ehem. Munitionsniederlage der Hang großvolumig aufgeschüttet wurde und sich so die Geländeform im großen Umfang änderte. '''Möglichkeit 2:''' Eine andere Möglichkeit wäre die, dass der Wall Nr. 4 bei der ehemaligen Standortverwaltung die Hauptline war, die über das heute vollkommen umgestaltete Gelände der Platte Felder von der ehem. Standortverwaltung/ zukünft. Bereitschaftspolizei über den ehem. Sportplatz bei Erbschlö/zukünft. Justizvollzugsschule, den Fichtenwäldchen (Wallfeld Nr. 7) und dem ehem. Schießstand /zukünft. JVA zu Wall Nr. 8 am Schießstand verlief. Daraufhin bildete bereits der Wall Nr. 5 am Sportplatz Parkstraße zusammen mit dem Wall Nr. 6 am Hadberger Siefen und dem Flurstück am nördlichen Kastenberg die zweite Landwehr (Blindlandwehr). '''Möglichkeit 3:''' Gerd Helbeck führte 2007 eine weitere Möglichkeit ein. Er läßt, um ein Erdwerk am Fleischsiefen im Marscheider Bachtal in seinem Verlauf einbinden zu können, die Landwehr den Werbsiepen absteigen und dem Blombach überqueren, um dann den Kastenberg erklimmen zu lassen. Danach lässt er Wall Nr. 8 und Wall Nr. 6 Teil der Hauptlinie sein. Aufgrund der Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls aus dem Jahr 1811 ist es aber ausgeschlossen, dass die Linie den Werbsiepen herabkam. Sie hätte dazu im Blombachtal nach Norden bis auf die Höhe Jägerhaus verlaufen müssen, um dann dort den Bach zu queren und auf der anderen Bachseite wieder nach Süden auf Höhe des Erbschlöer Bachs zu verlaufen - ein sehr unwahrscheinlicher Verlauf. Zur Blindlandwehr kann aber das in der Karte verzeichnte Landwehrstück nicht gehören, der Kastenberg liegt ja nicht östlich davon, wie es aus der Beschreibung von 1763/64 hervorgeht. Das Erdwerk am Fleischsiefen, so es sich denn überhaupt um ein Landwehrstück handelt, lässt sich auch mit zwei anderen Thesen erklären; dazu mehr im Abschnitt Blombachtal-Marscheider Bachtal. Auch geht Helbeck nicht auf die Blindlandwehr und deren möglichen Verlauf ein. '''Möglichkeit 4:''' Diese drei Möglichkeiten lassen die Wälle südlich der L419 (Parkstraße) aber alle außen vor. Eine weitere, bislang noch nicht diskutierte Theorie ist, dass die Blindlandwehr nach Süden abzweigte. Unter Nutzung der Wälle Nr. 2, 3 und 10 könnte sich südlch des Hofes Oberblombach auf das Quellgebiet des Blombach gestoßen sein. Kritiker könnten einwenden, dass nach dem Plan des Wülfing und des Verlaufsberichts von 1763/64 diese Landwehr ja nördlich des Kastenbergs verlief. Das ist soweit nicht zu widerlegen, nur ob der Kastenberg bei Erbschlö dieser Kastenberg ist, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Erbschlöer Felder müssen nicht zwangsläufig am Hof selbst gelegen sein, sondern können sich im ganzen Umkreis befunden haben. Die Benennung Erbschlöer Felder bezieht sich wie die meisten mittelalterlichen oder neuzeitlichen Ortsbezeichnungen nicht auf eine konkreten Ort, sondern personenbezogen auf deren Besitzer. Die Anhöhe südlich Blombachs bei Rehsiepen trägt auf den Flurkarten ebenfalls den Namen Kastenberg und somit ist der Plan des Wülfing und die Beschreibung 1763/64 auch mit dieser Möglichkeit in Übereinstimmung zu bringen. Auch gibt es dort die Fluren Entepot und Wolfshagen. Die Etymologie des Namens Tente oder Ente ist nicht abschließend geklärt, Dittmaier deutet es aus von lateinischen übernommenen Begriff für Zelt, andere wie Leithäuser als eine Bezeichnung für eine bestimmte Ackerform. Auffallend ist nur, dass erstaunlich viele Tentes oder Entes an Landwehren zu finden sind, so z.B. die Wegsperre bei Wermelskirchen-Tente, die bei Lante auf Wuppertal-Hatzfeld an der Barmer Landwehr oder das Wipperfürth-Ente an der dortigen Höhensperre. Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Die Endung -pot (= Pforte) tritt im späteren Verlauf der Elberfelder Landwehr durch die Flur An der Landfuhrpot bei Wipperfürth-Gardeweg ebenfalls in Erscheinung. Wolfshagen könnte auf eine Wolfsfalle an einer Landwehrhecke hindeuten. '''Möglichkeit 5:''' Möglicherweise verlief aber die Landwehr zunächst südlich von Erbschlö und wurde erst mit der Besiedelung oder dem Ausbau des Hofs nachträglich umschlossen. Das würde die Existenz zweier Landwehrlinien zu erklären helfen. Die früh aufgegebene südliche Linie geriet außer Nutzung, wurde aber noch in den Akten geführt, und die von Engels als Blindlandwehr gedeutete zweite Linie war daraufhin die Hauptlinie, die dann auch nicht blind am Blombach endete, sondern über Jägerhaus und Marscheid, wo der Fuderplatz zu suchen wäre, weiterfführte. Von all diesen Möglichkeiten halte ich die Möglichkeit 1 für die schlüssigste. === Vom Blombach zum Marscheider Bach === Am ''Blombach'' endet die Landwehrkarte des Johann Peter Pauls. Auf der anderen Bachseite finden wir in alten Karten einen sich direkt anschließenden schmalen Flurstreifen, der an dem namenlosen Siepen entlang den Berg direkt nach [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gerhaus_(Wuppertal) Jägerhaus] hinaufführt. Im ''Blombachtal'' verlief eine Altstraße, die noch deutlich durch Hohlwegspuren erkennbar nach Linde hochlief und das Gelände des 2008 erbauten Hochregallagers durchschnitt. Möglicherweise war auch hier ein Landwehrdurchgang. Da im Tal die breite Autobahn A1 verläuft und der Flurstreifen durch eine Straße und Wohnbebauung nicht mehr in ursprünglicher Form vorhanden sind, sind hier keine weiterführende Bodenfunde mehr zu erwarten. Zwischen Jägerhaus und dem in der Landwehrbeschreibung von 1763/64 erwähnten [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheid Marscheid] ist ebenfalls kein Verlauf belegbar, es existiert auch kein passendes Flurstück. Dieses findet sich erst wieder nordöstlich ''Marscheids'' in einem entlang dem dortigen Siefen nach Osten verlaufenden, neben ''Hilgersfeld'' beginnenden und kurz vor dem ''Marscheider Bach'' endenden Flurstreifens, der etwas oberhalb des Stauteichs der abgegangenen Walkmühle in der Wiese ausläuft. Dieser Flunamen trägt den Namen ''Im Strang'' und Marscheider Bauern besaßen laut den Urkunden bis 1710 Büsche "im strang bis ahn die Landtwehr". Ein paar Meter weiter setzt der Landwehrwall unmittelbar am [http://de.wikipedia.org/wiki/Marscheider_Bach Marscheider Bach] wieder ein und ist in schöner Form einige hundert Meter erhalten. In dieser Höhe hat sich ein Wohnplatz namens [http://de.wikipedia.org/wiki/Trotzhaus Trotzhaus] erhalten. Wer hier wem trotzte und ob der Name mit der Landwehr in Zusammenhang steht, ist unklar. Gerd Helbeck nimmt dem gegenüber an, dass die Landwehr einen größeren nördlichen Bogen um Marscheid schlug und unter Nutzung von Wall-/Grabenstrukturen zwischen dem ''Fleischsiefen'', ein Nebenfluss des ''Marscheider Bachs'' in Höhe des Diederichshammers, und einer südlich davon gelegenen Wiese über den ''Marscheider Berg'' verlief und dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Werbsiepen Werbsiepen] entlang in das ''Blombachtal'' hinabstieg. Ich halte diese These für nicht haltbar, da mehr - vor allen die oben erwähnten schmalen Flurstreifen im ''Blombachtal'' und bei Marscheid - für den oben skizzierten Verlauf spricht. Die gut erhaltenen Strukturen am ''Fleischsiefen'' könnten aber in der Verlängerung zu der möglicherweise dann gar nicht so blind auslaufenden zweiten Landwehr (Blindlandwehr) gehört haben. Sie könnten aber genauso gut die Verlängerung der umfangreichen Wallgräben das Tal des ''Eschensiepen'' den ''Marscheider Berg'' hinauf sein, die bislang ungeklärt sind oder in gar keinen Zusammenhang mit beiden stehen. Leider enden diese von ''Eschensiepen'' kommende Strukturen ohne weitere Befunde auf dem Berg, einen Abstieg zum ''Fleischsiefen'' oder ''Marscheider Bach'' ist nicht belegbar. Eine Altstraße ist dort auch nicht auf Karten ersichtlich. [[Datei:Fleischsiefen 03.jpg|mini|400px|links|Bodenstrukturen zwischen dem Fleischsiefen und der klenen Wiese im Marscheider Bachtal]] [[Datei:Fleischsiefen 06.jpg|mini|400px|Ob zweite Landwehr, Altstraße oder Fortsetzung der ähnlichen Strukturen am Eschensiepen inst unklar]] <br style="clear:both" /> === Vom Marscheider Bach zum Herbringhauser Bach === Am Marscheider Bach ist der Landwehrwall gut auszumachen. Er zieht sich in süd-ost-ost einen recht steilen Hang dem Steinberg hinauf und verschleift sich zunächst auf der Höhe. Etwas später setzt er als hervorragend erhaltener, etwas 500 Meter langer Doppelwall in west-ost wieder ein und durchläuft hier denkmalgeschützt, zweimal von modernen Forstwegen durchbrochen den Fichtenwald und eine umzäunte Schonung und endet auf dem Gipfel des Höhenzugs Paulsberg an einem Feld in Laufrichtung des Weilers [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbringhausen Herbringhausen], nachdem er kurz zuvor von einem Waldweg in Höhe eines Wetterpilzes durchbrochen wurde. Der Denkmaleintrag lautet im Wortlaut: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>Im Westen besteht die Landwehr aus einem 6 m breiten Damm mit beiderseitigen Randwällen von 2-2,5 m Breite und 0,4-0,8 m Höhe. Vor den beiden Randwällen jeweils ein Graben von 2-2,5 m Breite und 0,5-0,7 m Tiefe. Unmittelbar neben dem zum Steinberg führenden Waldweg, da wo dieser die Landwehr durchbricht, ist ein bogenförmig an die Landwehr anschließender Wall von 12 m Länge feststellbar. In dem von dem Weg, der Landwehr und dem Wall gebildeten Zwischenraum liegt ein Hügel von 4,5 m Durchmesser und ca. 1 m Höhe; vielleicht eine Warte. Im Osten, 40 m westlich vom östlichen Ende der Landwehr und 15 m östlich eines modernen Wegedurchbruches ein offenbar älterer Durchgang mit Hohlwegresten; Gewanname: Am Schlagbaum. Westlich des älteren Durchganges zeigt der Damm der Landwehr zwischen den beiden Randwällen nur noch eine Breite von 1,5 m, östlich des Durchbruches verschwinden die Randwälle ganz in die Breite des Walles beträgt an der Basis nur noch 6 m, an der Krone 3 m.</big></span> </div></div> Der Denkmalschutz hat aber den Förster oder Jagdpächter nicht daran gehindert auf dem Steinberg einen Hochsitz in den Wall hinein zu bauen. Neben der möglichen Warte ist durch den Gewannflurnamen ''Am Schlagbaum'' ein Landwehrdurchgang belegt. Er gehörte vermutlich zu der Altstraße aus dem Tal der Wupper auf die Höhenlage des [http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsberg_(Wuppertal) Paulsberg] hinauf. Der heute Herbringhauser oder Marscheider Wald genannt Forst hieß im Spätmittelalter und der Neuzeit ''Olscheid'' oder auch ''Olpscheid'', der Herbringhauser Bach daher ''Olpebach''. Die Bodenfunde entsprechen also auch der Verlaufsbeschreibung von 1763/64. Auf der anderen Seite des Wegdurchbruchs auf dem Paulsberg ist der Doppelwall in schon ramponierter, aber gut sichtbarer Form bis zu dem Rand der Wiese / des Feldes erhalten. Die Flure nördlich davon heißen ''Welbernbusch'', was vermutlich auf den Wall (''Busch/Wald am Wall'') zurückzuführen ist, sowie ''Am Schlagbaum'' und ''Im tollen Anschlag'', was auf eine Zollstelle hinweist (Die Etymologie ''Tolle Anschlag'' = ''Zoll veranschlagen'' = Zollstelle mit Schlagbaum ist bei dem Halveraner Ort ''Anschlag'' nachgewiesen, der früher ebenfalls ''Tolle Anschlag'' hier und eine Zollstelle besaß). Über das Feld lief die Landwehr in gerader Linie fortlaufend nach Osten. Zwei kurze, bewachsene Geländestufen markieren den Verlauf. Der Boden ist im Luftbild von Google Earth auf exakt dieser Linie leicht anders gefärbt, wahrscheinlich das Resultat unterschiedlicher Wachstumsbedingungen aufgrund der abweichenden Bodendichte. Eine der beiden Geländestufen weist einen stark knorrigen Wuchs aus, möglicherweise ein Überbleibsel des Gebücks. Ein Feldweg quert den Verlauf, die Flur dahinter heißt Vor dem Baum. Von anderen Stellen ist bekannt, dass solche eine Flur fast immer auf einen nahen Schlagbaum hinweist. Die Flur zwischen Herbringhausen und der Landwehr trägt den Namen ''Landwehrfeld''. [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 01.jpg|mini|300px|links|Steil ansteigender Doppelwall vom Marscheider Bach den Steinberg hinauf]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 05.jpg|mini|400px|Blick zurück in das Marscheider Bachtal]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 09.jpg|mini|300px|links|Hochsitz mitten im Wall auf dem Steinberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 11.jpg|mini|300px|Ab der Wiese mit dem Hochsitz ist die Landwehr gut erhalten]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 14.jpg|mini|400px|links|Doppelwall im Wald auf dem Paulsberg]] [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 15.jpg|mini|300px|Doppelwall im Waldauf dem Paulsberg]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Marscheider Bach - Paulsberg 27.jpg|mini|400px|links|Auf der Höhenlage des Paulsberg ist der Doppellwall hinter dem Wegdurchgang nicht gleich als Landwehr erkennbar. Hier endet er auch zunächst]] [[Datei:Wiese vor Herbringhausen 02.jpg|mini|400px|Eine von zwei bewachsenen Geländekanten auf der Wiese zwischen Wallende und Herbringhausen. So wie dieser Baum knorrig wuchs, so kann man sich das Gebück vorstellen. Vielleicht ist es sogar noch ein Rest davon]] <br style="clear:both" /> [[Datei:GE Herbringhausen.jpg|mini|800px|center|Die Situation auf der Herbringhauser Hochfläche in einer Luftaufnahme von Google Earth. Von Osten kommt der denkmalgeschützte, gut erhaltene Doppelwall über den bewaldeten Paulsberg und endet am Waldrand. Die Fortsetzung ist in Form zweier kurzer Geländestufen und vor allen als Bodenverfärbungen auch in eingeebneten Feld noch auszumachen.<br />(Luftaufnahme: (c) Google Earth et al., veröffentlicht unter der generellen Erlaubnis von Google für nicht-kommerzielle Webauftritte)]] <br style="clear:both" /> Knapp nördlich des nördlichsten Gebäude des Weilers Herbringhausen wendete sich die Landwehr in einem kleinen Bogen nach süd-ost-ost dem dortigen unbenannten bewaldeten Siepen zu und folgte an der Südseite dessen Verlauf zunächst nach nord-ost-ost und dann im weiten Boden nach Osten auf den Herbringhauser Bach zu. Im mittleren Drittel des Siepens ist der Wall noch am Rand eines Weges erhalten. [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 03.jpg|mini|300px|links|Wallrest am Trampelpfad im namenlosen Siefen zwischen Herbringhausen und dem Herbringhauser Bach]] [[Datei:Siepen hinter Herbringhausen 04.jpg|mini|300px|Hier in seiner am besten erkennbaren Form]] <br style="clear:both" /> An ungeklärter Stelle überquerte die Landwehr den Herbringhauser Bach. Der Wuppertaler Landwehrforscher Martin Lücke nimmt an, der Herbringhauser Bach selbst sei als Bestandteil der Landwehr an einer Stelle verlegt worden. Diese Stelle wird von einen plötzlichen, etwas 60 Meter langen Richtungswechsel des Bachs von süd-nord nach ost-west und dann wieder nord-süd markiert. === Vom Herbringhauser Bach zur Wupper === In Höhe des dem Bachrichtungswechsels mündet von Beyenburg-[http://de.wikipedia.org/wiki/Sondern_(Wuppertal) Sondern] (aus Osten) kommend ein weiterer Siepen im Herbringhauser Bachtal, der auf halber Höhe in eine Wiese übergeht. Auf der Südseite ist wieder bis zur Wiese der Landwehrwall zu sehen. Er kommt ca. 150 Meter den Siepen in nord-ost hinauf und wendet sich vor der Wiese im Bogen nach nord-ost-ost. Hiesige Flurnamen besitzen einen gewissen Wiedererkennungswert: Mit ''An der Wolfskuhle'' und ''Der Baßhagen'' sind wieder typische, an Landwehr vorkommende Fluren der Grundform ''Wolfskuhle'' und ''Hagen'' zu vermerken. Der Wald zwischen Sondern und dem Herbringhauser Bach wird [http://de.wikipedia.org/wiki/Sondernbusch Sondernbusch] genannt. Es handelt sich um einen herzoglichen Kameralwald, also gegenüber dem Markenwald mit besonderen Rechten versehenen Wald. Eine Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs zeigt die Landwehr, wie sie vom Bach entlang eines Weges zu Höhenrücken bis zu einen Schlagbaum östlich der heutige Landesstraße L411 südlich von Sondern in Höhe der Steinhauser Straße führt. Diese Straße (und südlich davon die heutige L411) war im Mittelalter Teil einer bedeutenden [http://de.wikipedia.org/wiki/Heerweg_Köln–Dortmund Handels-, Pilger- und Heerstraße zwischen Köln und Dortmund] und querte im nahen Beyenburg die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Mark. Dementsprechend aufwändig war die Sicherung, Kontrolle und Zollerhebung mittels der Beyenburg. Die auf der Forstkarte eingezeichnete Landwehrverlauf findet sich tatsächlich in dem Wall im Siepen wieder. [[Datei:Sonderbusch 03.jpg|mini|300px|links|Die Landwehr im Sonderbusch zwischen dem Herbringhauser Bach und Sondern]] [[Datei:Sonderbusch 04.jpg|mini|300px|Der weitläufige Bogen ist gut zu erkennen]] <br style="clear:both" /> An der L411, die an dieser Stelle etwas westlich von der Altstraße verläuft, ist durch neuere Wohnbebauung das Gelände ohne Spuren der Landwehr. Dort stand aber bis in die 1970er Jahre der ''Oberhof'' und alte Fotografien zeigen dort noch den Landwehrwall. Auch Engels beschrieb 1938 einen Damm und bis zu 10 Meter breite Erhöhung östlich bzw. westlich des Oberhofs als Landwehr, die sich anschließend als Wallhecke nach Osten mitten durch das heutige Wohngebiet am Siegelberg fortsetzte. Dann wendete sich im leichten Bogen nach Südost dem [http://de.wikipedia.org/wiki/Hengstener_Bach Hengstener Bach] zu. Auf der Luftaufnahme von 1928 ist der Verlaufs der Wallhecke entlang eines Weges über das damals noch freie Feld gut auszumachen. Auffallend ist, dass die bergischen Beyenburger Machtzentren, bis 1296 der erstmals 1189 erwähnte gräfliche Oberhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Steinhaus_(Wuppertal) Steinhaus] und ab dem 14. Jahrhundert die Beyenburg sowie Kloster und Freiheit, jenseits dieser Landwehrlinie lagen, also keinen Schutz durch diese genossen. Während die Burg und der Oberhof alleine wehrhaft genug waren, so waren die Bauern hier nur durch die Barmer Landwehrlinie an der Wupper entlang geschützt, die im gesamten Verlauf innerhalb des Amtes Beyenburg nur wenige Kilometer oder gar hundert Meter nördlich parallel verlief. Ob sich die beiden Linien zeitlich ablösten oder als gestaffelter Schutz zeitgleich vorhanden waren, ist bislang aber ungeklärt. nach einigen Theorien (Fahne, Helbeck) könnte sich die Barmer Landwehr bei dem Hengstener Bach mit der Barmer Landwehr vereint haben. Eine Flurgenze markiert den Abstieg der Landwehr von dem Siegelberg zum Hengstener Bach. Am anderen Ufer setzt der Landwehrwall wieder ein und zieht sich nach Osten den ganzen bewaldeten Steilhang, unterbrochen von einem Fahrweg, auf die Höhe zwischen Hengsten und Gangolfsberg hinauf. Auf der Höhe wendet sich der Wall nach süd-süd-ost und geht in mit Unterbrechung in eine Geländekante auf einer Wiese über. Entlang dieser Geländekante sind in Reihe Hainbuchen geplanzt, die eine Vorstellung davon geben, wie ein Gebück früher mal ausgesehen haben könnte. Die Kante verschleift sich nach ca. 150 Metern die Geländekante und der Bewuchs endet. Flurgrenzen lassen erahnen, dass die Landwehr in einem Bogen nach nord-nord-ost in einer Senke den Stoffelsberger Bach übertritt und in einen Wäldchen nördlich von Stoffelsberg eintaucht. In dem Wäldchen findet sich der Wall in stark verschliffener Form wieder und wendet sich im Bogen nach Südosten. Auch auf der anderen Seite des nun kommenden Fahrweg ist der Wall an Grenze zwischen Wald und Feld zu erahnen. Hinweise auf den Landwehrverlauf bieten auch hier wieder Flurnamen, hier der ''Landwehrbusch''. Wilhelm Engels nahm an, dass die auffallend große Dichte an Sattelhöfen entlang der Landwehr an der nördlichen Grenze des Kirchspiels Radevormwald im Bezug zu dieser steht. Er vertrat die These, dass die Bauern dieser Sattelhöfe im Gegenzug zu gewissen Privilegien für die Verteidigung gerüstet und verpflichtet waren. Folgt man dieser These, so findet sich im Nahbereich der 1411 belegte Sattelhof [http://de.wikipedia.org/wiki/Kotthausen_(Wuppertal) Kotthausen], der durchaus im Rahmen dieser Theorie diese Funktion erfüllt haben könnte. [[Datei:Gangolfsberg 04.jpg|mini|400px|links|Wall/Graben vom Hengstener Bach hinauf nach Gangolfsberg]] [[Datei:Östlich Straße Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|300px|Am oberen Hangende]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 02.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Seite der Kuppe]] [[Datei:Hengsten-Gangolfsberg 04.jpg|mini|300px|Gut ausgeprägter Wall/Graben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 05.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr verlief auf dieser Geländekannte. So wie hier kann man sich wohl das Gebück vorstellen]] [[Datei:Buchenrain Hengsten-Gangolfsberg 07.jpg|mini|400px|Ein paar Meter weiter]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Stoffelsberg 06.jpg|mini|300px|links|Im Wald bei Stoffelsberg ist der Wall/Graben schon stark verschliffen ...]] [[Datei:Stoffelsberg 07.jpg|mini|300px|... und mehr zu erahnen, als zu sehen]] <br style="clear:both" /> === Von der Wupper bis Radevormwald-Landwehr === Die Landwehrlinie übersprang laut der Beyenburger Rentmeisterrechnung von 1759/1760 bei Mühlenfeld (Oege) die Wupper Der Verlauf ist laut der Rentmeisterrechnung: Kirchspiel [http://de.wikipedia.org/wiki/Remlingrade Remlingrade] - [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghauser] Schlagbaum - Schiffahrt - Klütingen - [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] - Altena - Hollermühle. Dieser Abschnitt ist für die Landwehrforschung besonders lohnenswert, das sich hier die Anlage in großen Teilen hervorragend erhalten hat. Glücklicherweise ist sie zudem auf großer Länge als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Nach der Wupperüberquerung folgte sie nun zunächst dem Ostufer des [http://de.wikipedia.org/wiki/Spreeler_Bach Spreeler Bachs] (Spreeler Bach ist die amtliche Bezeichnung für das in die Wupper mündende Gewässer südlich des Zusammenflusses des Spreeler Bachs und des Brebachs bei der Spreeler Mühle. In der Literatur wird oft auch dieser Unterlauf als Brebach bezeichnet). Der Bach stellte im Mittelalter die Grenze zwischen dem ab 1301 bergischen Gerichtsbezirk und Kirchspiel Radevormwald und dem kurkölnisch, bis spätestens 1324 märkischen Gerichtsbezirks und deckungsgleichen Kirchspiels Schwelm. Heute trennt der Bach den Oberbergischen Kreis von dem Ennepe-Ruhr-Kreis, die Regierungsbezirke Köln und Arnsberg, sowie das Rheinland und Westfalen - ein Beleg für die Konstants, mit der eine mittelalterliche Grenze bis in die heutige Zeit nachwirkt. Gerd Helbeck führt aus, dass die Landwehr in diesem Bereich vermutlich im Spätmittelalter von bergischer Seite errichtet worden ist, da erst ab 1301 sich die Notwendigkeit ergab, Radevormwald gegen Schwelm abzusichern. Zuvor gehörten beide Kirchspiele zu Kurköln und erst nach der Eroberung des jenseits der Wupper als früheren Grenzfluss gelegenen "''Brückenkopfes''" Radevormwald (vgl. Peter Schöller: ''Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge'') ergab sich die Notwendigkeit dieser ausgeprägten Grenzsicherung. Der Mündungsbereich des Spreeler Bachs in die Wupper ist im Laufe der Zeit vollkommen umgestaltet worden. Neben dem Aufstau der Wupper zum Beyenburger Stausee, der Eisenbahnstrecke und breiten Landesstraße ist vor allen der Industriekomplex der Firma Hindrichs am Mühlenfeld zu erwähnen, der wohl vermutlich (siehe Flurname ''Mühlenfeld'') aus einem alten Wassertriebwerk am Spreeler Bach enstanden ist. Der Bach wurde verlegt, die Mündungsfläche großzügig bebaut, ein großer Stauteich wurde angelegt, so dass eine Spurensuche nach der Landwehr erfolglos bleiben muss. Auch der Landwehrdurchgang, der an der Altstraße Beyenburg-Remlingrade zu erwarten wäre, ist nicht mehr belegbar. Oberhalb des Stauteichs zieht sich ein ca. 12 bis 15 Meter breites, bewaldetes Flurstück am Ostufer dem Bachlauf bis hinter dem einsamen Haus [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Wildental Im Wildental] hinauf. Breite und dem Verlauf legen wie an anderer Stelle auch hier nahe, dass es sich um die Landwehrtrasse handelt - das Urkataster von 1825 und die Grenzkarte zwischen dem Amt Beyenburg und der Grafschaft Mark des Geometers Joh. Heinrich Schlieper aus dem Jahr 1765 bestätigt dies. Ein Wallgraben ist aber nicht auszumachen. Da es aber am Rand des Flurstücks eine ausgeprägte Geländekante zur Bachaue gibt, stellt sich die Frage, ob die Landwehr hier mehr war als ein bloßes Gebück. Ein Wallgraben hätte auch kein besseres Hindernis dargestellt, als diese bis zu zwei Meter hohe natürlich Geländekante und die sumpfige Bachaue es ist. [[Datei:832.jpg|mini|800px|center|Grenzkarte zwischen dem Amt Beyenburg und der Grafschaft Mark des Geometers Joh. Heinrich Schlieper aus dem Jahr 1765 mit eingezeichneter Landwehr (Ausschnitt am Spreeler Bach und Brebach entlang zwischen der Wupper und dem Hof Brebach). Nicht eingezeichnet die Ortschaft Vorm Baum.]] Dieses Flurstück endet an einem rechtwinkligen Knick des Bachlaufs und zunächst helfen uns nicht mal heutige eindeutige Flurgrenzen weiter, einzig das Urkataster. Ein paar hundert Meter weiter bachaufwärts setzt ab der Einmündung des Pastoratshofer Bachs eine passend erscheinende Flurgrenze und noch etwas weiter unvermittelt ein mächtiger, zweistufiger Wallgraben ein, der den Bachlauf im schrägen Winkel verlässt und durch Wald den steilen Hang zur Hochfläche bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Vorm_Baum Vorm Baum] erklimmt. Die Landwehr besteht aus einem kleineren, nach Norden gerichteten Wall, dann einem Zwischenraum von ca. 20 Metern und dahinter aus einem mächtigen, ca. 1 Meter hohen Wall. Das die Landwehr dort, wo der Spreeler Bach verlassen wird, in imposanter Erscheinungform noch vorhanden ist, während am Bachlauf selbst keine Reste eines Wallgrabens auszumachen sind, stützt die These, dass dort ein bloßes Gebück/Gedörn zusammen mit der Geländekante und dem Bach als hinreichendes Hindernis gesehen worden sein könnte. Dort, wo die Landwehr sich von dem Bach abwenden musste, war nun als Ersatz der Wallgraben nötig. [[Datei:Brebach - Vorm Baum 16.jpg|mini|400px|links|Wallgraben am Hang des Brebachtals vor Vorm Baum. Links der höhere Wall, rechts der niedrigere Wal, dazwischen der breite Zwischenraum]] [[Datei:Brebach - Vorm Baum 19.jpg|mini|400px|Der höhere Wall von der Seite]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Hochfläche hat die Landwirtschaft alle Spuren eingeebnet. Erst hinter Vorm Baum finden wir wieder den Wallgraben, in dem ein Feldweg angelegt wurde. Einzelne Seitenränder des Wegs sind als Landwehrwall zu identifizieren, erst wo der Feldweg in den Wald eintaucht finden wir den Doppelwall wieder in voller Erhaltung. Der Name der Radevormwalder Grenzsiedlung Vorm Baum ist unschwer als Landwehrdurchgang einer Altstraße mit Schlagbaum zu deuten ist. Die sogenannte Schwelmer Straße seit dem Jahr 1400 belegt, Vorm Baum selber seit 1547. Am Baumer Berg wendet sich der Wallgraben nach Süden und steigt nun neben dem Feldweg zum Oberlauf des Brebachs ab, wobei er im Abstand von ca. 50 m erstmal parallel zum Bachlauf verläuft. Kurz vor Erreichen des Talgrunds wendet er sich nun direkt Richtung Südost dem Bach zu und endet an vom ihm gespeisten Fischteichen. Dieser Richtungswechsel scheint anzudeuten, dass der Bach von der Landwehr übersprungen wurde. Oberhalb von der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Brebach Brebach] befindet sich die Landwehr aber eindeutig wieder östlich des Bachs, dazu gleich mehr. [[Datei:Vorm Baum - Brebach 02.jpg|mini|400px|links|Bei Vorm Baum (im Hintergrund): Der Weg ist auf der Landwehr angelegt worden, das Gebüsch auf der rechten Wegseite wächst auf dem Wall]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 09.jpg|mini|400px|Im Wald verläuft der Weg neben der Landwerh, daher hat sich der Doppelwall hier gut erhalten]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 15.jpg|mini|400px|links|Weiter geht es parallel zum Brebach neben dem Weg durch den Wald]] [[Datei:Vorm Baum - Brebach 16.jpg|mini|400px|Auch hier ein gestufter Doppel-Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Strategisch gesehen wäre dieser Seitenwechsel also nur vom begrenzten Nutzen, da weder ein größeres Gebiet als zu Radevormwald gehörend umfasst wurde, noch der Bach nun als Annäherungshindernis genutzt werden konnte. Der Brebach wendet sich bei der gleichnamigen Hofschaft von Nordosten kommend in einem weiten Bogen in Richtung Norden, im Scheitelpunkt des Bogens liegt Brebach. Wie und auf welcher Seite die Landwehr diesem Bogen gefolgt ist, ist unklar. Für beide Seiten gibt es Indizien. Für einen Verlauf der Landwehr diesseitiger, Radevormwald zugerichteter Seite des Bachs spräche eine Geländekante im sich anschließenden Feld vor Brebach und ein mit einer Baumreihe angedeutete Flurgrenze durch den Hof hindurch, die ebenfalls dem Bogen folgt. Aber auch für ein Verlauf jenseits des Bachs gib es Indizien; So zum einen ein längliches Flurstück entlang der Nordseite des Bachs, in dem das Gelände unbestimmbare Struktur aufweist und eine Geländekante auf dem Feld hinter dem Bogen. Auch scheint das gut erhaltene, als Bodendenkmal geschützte Landwehrstück nördlich von Brebach direkt auf den Bach zuzulaufen, als ob auch hier der Bachlauf übersprungen wurde. In der Tendenz spricht vieles (Landwehr hält an beiden erhaltenen Enden direkt auf den Bach zu, längliches, strukturiertes Flurstück am Bach, Geländekante im Feld) für einen Verlauf jenseits des Brebachs. [[Datei:Bei Brebach 01.jpg|mini|400px|links|Die Geländekante links des Brebachs. Aus dem Wald auf dem Baumer Berg im hintergrund kommt die Landwehr auf den Fotografen zu]] [[Datei:Bei Brebach 03.jpg|mini|400px|Das Flurstück mit den Strukturen rechts des Brebachs]] <br style="clear:both" /> Jedenfalls setzt die Landwehr nördlich von Brebach als hervorragend erhaltener Doppel-Wallgraben wieder ein. Auch hier ist die Aufbau wieder gestuft: Ein kleinerer Wall am heutigenWaldrand, dann bis zu 15 Meter Abstand und anschließend ein hoher Wall mit Graben. Die Bauform erinnert an die am Spreeler Bach vor Vorm Baum. Die Landwehr hält nun zum Brebach wieder mehr Abstand und wendet sich in einer kurve nach süd-ost-ost dem Singerhof zu. Im unmittelbaren Hofbereich ist sie nicht mehr in der breiten Form vorhanden, insbesondere der kleiner Wall wurde von Gebäuden überbaut, aber der große Wall setzt sich auch dort fort. Am anderen Ende des Hofes setzt trotz widriger Umstände (Hofraum, Zugangswege, etc.) auch der kleinere Wall wieder ein. Die Landwehr überspringt hinter dem Hof die Landwehr und ist ein kurzes Stück sogar als vierfaches Wallgrabensystem auszumachen, deren zwei östliche Wälle nach ein paar Metern enden. Eine derartige Verstärkung lässt auf einen Landwehrdurchgang schließen, der dort allerdings nicht belegt ist. [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 10.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr in ihrer hervorragend erhaltenen Leitform als Doppel-Wallgraben]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 11.jpg|mini|400px|Bogen zum Singerhof (im Hintergrund)]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 14.jpg|mini|400px|links|Am Singerhof selbst ist noch der höhere Wall vorhanden]] [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 19.jpg|mini|400px|Hoch nach Radevormwald-Landwehr]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Brebach - Singerhof - Landwehr 15_16.jpg|mini|800px|center|Hinter Singerhof setzt die Landwehr sich wieder als Doppel-Wallgraben (hier Schnittbild aufgrund eines querenden wegs) fort. Links die Landwehr mit Dopppelwall, rechts beginnen hier zwei weitere, aber nach wenigen Metern wieder endende Wälle]] <br style="clear:both" /> Als Doppelwallgraben setzt sich die Landwehr durch den Wald in Richtung nord-ost-ost fort und erklimmt die geringe Steigung hoch zu dem Radevormwalder Grenzort mit dem eindeutigen Namen [http://de.wikipedia.org/wiki/Landwehr_(Radevormwald) Landwehr] an der Bundesstraße 483. Ca. 70 Meter vor der Bundesstraße setzt eine dritter, der märkischen Seite vorgelagerter Wall mit Graben ein, die Gesamtbreite beträgt nun 18,5 Meter. Engels schreibt, dass dieser Wall der höchste in der Anlage war und die anderen um einen halben Meter überragte; diese Feststellung lässt sich heute nicht mehr treffen. Da die durchgehenden Wallgräben in unveränderter Form vorhanden weiterführen, scheint der dritte, vorgelagerte Graben eine nachträgliche Erweiterung zwecks besonderes Absicherung des Landwehrdurchgangs an der heutigen Bundesstraße darzustellen. Das die heutige Bundesstraße einen Durchgang in der Landwehr markiert belegt eben dieser Umstand, dass kurz vor oder hinter der Straße die Landwehr drei bzw. sogar vier Wälle besitzt, also besonders gesichert war. Auch trägt der nächste Ort entlang der Straße in Richtung Schwelm den bezeichenenden Namen Ennepetal-Schlagbaum. Die Straße ist in einer Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 als die Landstraße Frankfurt-Elberfeld identifizierbar. Die Wallgräben enden ein paar Meter vor der Bundesstraße an einem Haus, aber die Fortführung im Wald auf der anderen Straßenseite lässt den Verlauf schräg in nord-ost über die Bundesstraße erkennen. === Von Radevormwald-Landwehr bis zur Ennepetalsperre === Die Landwehr setzt unmittelbar hinter der Bundesstraße B483 im Wald in alter Doppelwallgrabenform wieder ein und nimmt, in einem Bogen von nord-ost nach Osten verlaufend, nach wenigen Metern beeindruckene Ausmaße an. Der dritte und bald darauf ein vierter Wall setzen nach wenigen Metern wieder ein und die Anlage besteht nun aus einer Gesamtbreite bis zu 25 Metern, auf der sich die Wallgräben im weiteren Verlauf in gestaffelter Form anordnen. Je nördlicher der Wall, desto tiefer seine Lage und geringer seine Höhe. Es ergibt sich ein terrassenförmige Niveau der Gräben bzw. Bankette zwischen den Wällen, das nach Norden abfällt. Der tiefste Graben und höchste Wall liegt an der dem Bergischen zugewandten Seite in Süden. Der nördlichste Wall verläuft zudem direkt an einem kleinen Siepen, ein Zufluss des Freebachs und nutzt ihn als weiteres Annäherungshindernis. Mitten in die Landwehr wurde ein Brunnen mit Häuschen errichtet. Diese starke Ausführung des Landwehr lässt darauf schließen, dass der Durchgang an der Landstraße Frankfurt-Elberfeld (die heutige B483) stark gesichert war. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 02a.jpg|mini|800px|center|Die Landwehr bei Radevormwald-Landwehr, Blickrichtung B483. Vier Wälle mit dazugehörigen Gräben lassen den starken Schutz des Durchgangs erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 01a.jpg|mini|800px|center|Blick in Gegenrichtung. Die Anordnung der vier Walle ist auch in der Höhe gestaffelt, der äußerst nördliche (linke) Graben ist ein natürlicher Siefen]] <br style="clear:both" /> Dieser Vierfachwall, der wohl zu dem ausgeprägtesten Erscheinungsbild der Landwehr zählt, endet an einem kleinen lichten Dreieck, das von zwei weiteren Zuflüssen des Freebachs aufgespannt wird. Auf dieser sehr morastigen Freifläche ist keine Landwehr mehr auszumachen, aus der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799 geht aber hervor, dass auch dort Wallgräben vorhaben waren. Diese setzen im Wald dahinter wieder in nord-ost-ost in dreifacher Form durch den Wald fort, die Flur südlich heißt laut der Liegenschaftskarte An der Landwehr. Vermutlich ein Landwirt hat begonnen, den südlichen Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen, darunter nicht verkaufte Weihnachtsbäume und Schutt, zu verfüllen. Unterbrochen von einem Siepen zieht sich die Landwehr in gut erhaltener Form durch den Wald, links später an einem Weg entlang verlaufend. Die Höhe des Walls beträgt vom Wegniveau gut zwei Meter. Mit dem Siepen überquert die Landwehr die Stadtgrenze von Radevormwald zu Breckerfeld und verläuft nur auf Breckerfelder Gebiet. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, dass die bergischen Randgebietslandwehren grundsätzlich hinter der Territirialgrenze auf bergischen Gebiet verliefen, denn erst 1928 wurde durch eine Gebietsreform das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf Kosten Radevormwalds dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugewiesen (vgl. Peter Schöller). Die Territorialgenze zwischen dem märkischen Gerichtsbezirks Schwelm und dem bergischen Amt Beyenburg ist also hier weiter im Norden zu suchen. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 03a.jpg|mini|800px|center|Hinter der Freifläche findet sich wieder der in der Höhe gestaffelte Dreifach-Wallgraben in ausgeprägter Erscheinungsform. Das Foto bringt es nicht so richtig herrüber, aber die Höhe vom nördlichen (linken) und mittleren Graben zum dazugehörigen Wall beträgt beinahe zwei Meter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt P 04.jpg|mini|800px|center|Ein paar Meter weiter. Rechts hinter dem südlichen (rechten) Wall hat vermutlich ein ortsansässiger Landwirt begonnen, den Graben mit landwirtschaftlichen Abfällen zuzuschütten]] [[Datei:1370Bl031.jpg|mini|800px|center|Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission aus dem Jahr 1799. Sie zeigt den Landwehrverlauf zwischen der Landstraße Frankfurt-Elberfeld und dem Klütinger Schlagbaum. Quelle Landesarchiv Düsseldorf]] <br style="clear:both" /> In Höhe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Feckinghausen Feckinghausen] ist ein Durchbruch in der Landwehr. Der heutige Waldweg war früher eine der zahlreichen Verästelungen der regional wichtigen Straße von Köln in Richtung Dortmund und kam aus Richtung Obernhof. Auf der Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission ist der Durchgang als Feckinghauser Schlagbaum beschriftet. Ein paar Meter hinter dem Durchgang ist die Landwehr noch gut zugänglich, dann führt sie in einem Gehölzstreifen zwischen Feldern hinab zur Hofschaft Schiffahrt. Auch hier ist der nördlichste Wall weniger gut ausgeprägt, der mittlere und südliche dagegen seht stark. Da neben dem südlichen Wall ein Siefen beginnt, beträgt der Höhenunterschied von Wallspitze zu Graben im unteren Bereich vor Schiffahrt mehr als 4 Meter. Der nördliche Wall endet auf halber Strecke an einem Feld und nur noch die beiden ausgeprägten Wälle setzen sich fort, verschleifen sich aber im morastigen Talgrund des Bachs Heilenbecke. Engels spricht 1938 noch von einem erhöhten Damm mit 7,8 Meter Breite, der heute dort nicht mehr ersichtlich ist. Die angrenzende Flur südlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 36.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang bei Feckinghausen. Hier befand sich ein Schlagbaum an der Altstraße]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 37.jpg|mini|400px|Detailaufanhme des Walls. Gut ist das aufgeschüttete Material zu erkennen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 38.jpg|mini|400px|links|Rückwärtiger Blick zwischen den Wällen auf dem Feckinghauser Durchgang]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 39.jpg|mini|400px|Kurz darauf verschwindet die Landwehr in einem dichten und schmalen Fichtenstreifen]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 44.jpg|mini|400px|links|Hinter den Fichtenwald. Der nördliche dritte Wall (links) endet hier an einem Feld, der mittlere und südliche gehen weiter]] [[Datei:Landwehr-Schiffahrt 40.jpg|mini|400px|Interessant ist der südliche Graben, der mehr als vier Meter neben dem Wall abfällt. Zunächst beim Feckinghauser Schlagbaum künstlich angelegt, ist er hier ein wasserführender, tiefer Siefen]] <br style="clear:both" /> Die Landwehr setzte sich in gerader Linie fort und überquerte die ''Heilenbecke''. Am anderen Ufer trennt ein Bergsporn die ''Heilenbecke'' von ihrem Zulauf ''Richlinger Bach'' und die Landwehr folgte in einem Bogen dem Hang nach Norden. Ein paar Meter Wallgraben sind zwischen Bach und Hang noch auszumachen, dann übernehmen Geländeabbruchkanten aus Fels die Hindernisfunktion. Die Situationsskizze der Landwehrvermessungskommission zeigt an dieser Stelle auch nur einen Wallgraben. Die Landwehr umrundete den Bergsporn und wendete sich nun wieder nach Osten. Ein heutiger, nach Oberklütingen ansteigender Waldweg durchbricht nun den Verlauf der Landwehr, die links des Weges auch als verschliffener Doppelwall entlang dem Richlinger Bach wieder einsetzt. Allerdings endet die Wallgrabenstruktur erneut spurlos an einem Feld. Es scheint aber in Höhe der Hofschaft Richlingen die Geländeabbruchkante zu dem Bachlauf den Wall ersetzt zu haben, denn er setzt in gut erhaltener doppelter Form an der Stelle wieder ein, an der die Landwehr den Bachlauf in nord-ost-ost wieder verlässt und schräg - ähnlich wie vor Vorm Baum - am Hang aus dem Tal hinaufsteigt. Der nördliche Wall ist abermals niedriger und weniger stark als der südliche. An einer Stelle entfernt er sich bis zu 30 Metern von dem südlichen Wall, um sich ihn dann wieder anzunähern. [[Datei:Schiffahrt-Filde 01.jpg|mini|400px|Beim Bach Heilenbecke. Ein Einzelwall setzt unmittelbar hinter dem Bach ein]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 02.jpg|mini|400px|links|Zunächst aufgeschüttet, nähert sich der Wall einer Feldkante an und wird von dieser als Hindernis abgelöst. Ein schönes Beispiel für die Ausnutzung natürlicher Gegebenheiten bei der Trassierung]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 05.jpg|mini|400px|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdebewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 09.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Richlinger Bach die Funktions des Doppelwalls; hier fanden vermutlich nur leichte Erdbewegungen statt und die Landwehr bestand nur aus der Kante zum Bach und dem Gebück/Gedörn. Die Trasse der Landwehr hat sich aber noch erhalten]] <br style="clear:both" /> Oben auf der Höhenlage ist ein weiter Landwehrdurchgang zu vermelden. Der ''Klütinger Schlagbaum'' sperrte hier die Altstraße von Hückeswagen nach Dortmund, heute ein Waldweg. Dieser Durchgang scheint von märkischer Seite eine gewisse Wichtigkeit zugedacht gewesen zu sein, denn hier findet sich auf märkischer Seite in Höhe Herminghausen-Hölken eine der seltenen märkischen Wegsperren, die einen Durchgang auch von märkischer Seite kontrollieren sollten. Diese märkische Wegsperre zieht sich mit einer Länge von ca. 120 Meter ca. 125 Meter nördlich von der bergischen Landwehr parallel zu ihr durch den Wald. Sie besteht aus einem 3 Meter breiten Wall mit Graben auf bergischer Seite. [[Datei:Schiffahrt-Filde 18.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrdurchgang (Doppelwall) am Klütinger Schlagbaum. Bild vom Weg aufgenommen]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 19.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> In gut ausgeprägter Doppelwallform mit 13,9 Meter Breite nähert sich die Landwehr in Richtung Osten verlaufend den Feldern nördlich Oberklütingens und steigt an einer Ecke in Feld zum ''Klütinger Bach''/''Siepen hinab'', überquert ihn auf 18,6 Meter Breite angewachsen und wendet sich ansteigend in süd-ost. Auch hier heißt die angrenzende Flur südlich davon An der Landwehr. Nach wenigen Metern wendet sich der nördliche Wall ab bzw. folgt nicht der Kurve des südlichen Walls und endet nach 12 Metern unmittelbar. Die Landwehr zieht sich anschließend als Einzelwall mit einer Breite von 7,2 Metern in Kurven wieder nach Osten und wird von einem Waldweg zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Filde Filde] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Rüggeberg_(Ennepetal) Rüggeberg] unterbrochen. Entlang dem Waldweg finden sich quer zur Landwehr verlaufende, ca. 120 Meter lange wallähnliche Strukturen in Richtung Filde, deren Herkunft noch zu klären ist. Engels deutet sie als die Straße zum Durchgang kanalisierende, begleitende Landwehren, die die Umgehung der Kontrollstelle verhindern sollten. [[Datei:Schiffahrt-Filde 26.jpg|mini|400px|links|Hinter dem Klütinger Bach endet der zweite Wall und der südliche Wall zieht sich nun alleine im Bogen durch den Wald]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 28.jpg|mini|400px|Der zweite Bogen der S-Kurve]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 29.jpg|mini|400px|links|Der Durchgang bei Filde]] [[Datei:Schiffahrt-Filde 30.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite]] <br style="clear:both" /> Anschließend steigt sie über eine seit dem Stum Kyrill gerodete Fläche in Richtung süd-ost hinab zu dem tiefen Bachtal des Bachs ''Wüllenbecke''. Der Wallgraben ist über großer Strecke mit Totholz bedeckt, das aus der Rodung nach Kyrill bei den Waldarbeiten dort verblieb. Die Flur südlich trägt wie der Bach den Namen Wüllenbecke, möglicherweise eine Ableitung der Bezeichnung Wallbach (Wüllen = Wall, Becke = Bach). Der Wall hat diese Arbeiten bislang relativ unbeschadet überstanden. An Talgrund quert wieder ein Waldweg die Landwehr, die sich anschließend als Wallgraben bis kutz vor dem Bach fortsetzt. Auf der anderen Talseite führt der Wall ca. 50 Meter den steilen Hang hinauf und endet abrupt im Gelände. Über den weiteren Verlauf geben indirekt nur Flurgrenzen Aufschluß; so führt die Flur weiter in Richtung süd-ost den Hang bis zu einem Feld auf der Höhenlage hinauf und wendet sich dort nach Osten. Auf der Höhe hinter dem Feld ist ein stark verschliffener Wallgraben auszumachen, der erst in seiner Fortführung als tieferer Graben vor einem Waldweg sich als Landwehr zu bestätigen scheint. Der Graben läuft auf den Waldweg zu und scheint ihn in Höhe des Wasserwerks der Ennepetalsperre zu überqueren. Auf der anderen Wegseite setzt in schöner Form wieder ein Doppellwallgraben ein, der nun wieder talwärts nach süd-ost auf einen Zulauf der Ennepe zuhält. Vor dem sumpfigen Bach endet der Wall, setzt aber in Hang dahinter wieder für ca. 50 Meter ein, anschließend verliert sich erneut jede Spur des Wallgrabens, der einen Verlauf parallel zur Ennepe in den Höhen zustrebt. Die Flur westlich davon heißt Auf der Mark; die Bedeutung des Begriffs Marke als Grenze mag hier eine Rolle gespielt haben. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 04.jpg|mini|400px|links|Der Wall auf der von Kyrill gerodeten Waldfläche...]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 06.jpg|mini|400px|... zieht sich talwärts zum Wüllenbecker Bach/Siepen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 11.jpg|mini|400px|links|Nach der Querung des Wegs übernimmt die Kante zum Auf der anderen Seite den Bachs. Am Standort des Fotografen verschwindet jegliche Spur des Wallgraben]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 12.jpg|mini|400px|Auf der Höhenlage fallen Spuren des stark verschliffenen Wallgrabens nur dann auf, wenn man weiß, dass er hier zu finden ist]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 17.jpg|mini|400px|links|Am Wasserwerk zieht sich der Wallgraben den Hang hinab zum Taggrund]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 21.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite ist noch ein Stück Wall auszumachen, dann verschwindet er wieder spurenlos]] <br style="clear:both" /> Abermals hilft der Blick auf die Flurgrenzen und die Urkatasterkarten. Die Grenze zieht sich im oberen Bereichs des Hangs zum Ennepetal in Richtung süd-süd-ost, wendet sich in einem engen Bogen nach süd-west-west und kurz darauf wieder absteigend nach süd-süd-ost und hält auf einen schmalen bewaldeten Streifen zwischen zwei Feldern im Talgrund eines weiteren Zuflusses der Ennepe in der Nähe der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Hürxtal Hürxtal] zu. Ca. 50 Meter oberhalb des Talgrunds wird die Vermutung der Flurgrenze als Landwehrflurgrenze durch die Tatsache Gewissheit, dass hier wieder ein Wall einsetzt. nach wenigen Metern verzweigt er sich zu einem Doppelwall, der den Hang hinab durch den Waldstreifen verläuft und dort den Bach quert. Auf der anderen Seite geht der Doppelwall wieder steil den Hang hinauf - der Bergsporn zwischen dem Bach und der Ennepe wird Wolfsnocken genannt - und wird von der Straße zur Staumauer der Ennepetalsperre unterbrochen. Auf der anderen Straßenseite ist es nur ein gut sichtbarer Wallgraben, der nach Wechsel in Richtung süd-ost auf die Höhe des Wolfsnocken hinaufführt, um dann in gerader Linie wieder in gut erhaltener Form auf der anderen Seite abzusteigen. Der Wallgraben endet an der Uferstraße der Talsperre. [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 23.jpg|mini|400px|links|Im Hang des Ennepezuflusses bei Hürxtal setzt der Wallgraben wieder ein und spaltet sich kurz darauf sogar in zwei Wälle]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 24.jpg|mini|400px|Klassischer Wallgraben, allerdings stark verschliffen]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 26.jpg|mini|400px|links|Das schmale Flurstück in der Talquerung. Auch hier wieder ein Doppelwall]] [[Datei:Filde-Ennepetalsperre 27.jpg|mini|400px|Auf der anderen Seite den Hang zum Wolfsnocken hoch]] <br style="clear:both" /> === Ennepetalsperre === Der weitere Verlauf der Landwehr ist nun durch die bis 1904 errichtete [http://de.wikipedia.org/wiki/Enneptalsperre Ennepetalsperre] unterbrochen, einzig das Urkataster und auch die ein paar Jahre später (1833) gezeichnete Karte der Bürgermeisterei Radevormwald gibt über den Verlauf Auskunft. Ca. 150 oberhalb der Staumauer erreichte die Landwehr bei einem Rohstahlhammer die Ennepe und folgte nun ihrem Lauf am linken, dem bergischen Ufer flussaufwärts bis zur Holler Mühle. Laut der Karte hatte sich die Ennepe in Teilen in die Landwehr verlagert. Bei der Holler Mühle wurde die Straße Radevormwald-Breckerfeld überschritten. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (1).jpg|mini|600px|center|Nordöstlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf von Feckinghausen bis zur Bever ist auf der Karte eingezeichnet.]] === Von der Ennepetalsperre bis Kettlershaus === In Höhe der Hofschaft Böckel verlässt die Landwehr das Ennepetal und steigt wieder auf die südlichen Höhenzüge hinauf, auf dem oberhalb der Quellen der zahlreichen Ennepezuflüsse auch bis Kettlershaus meist bleibt. Die exakte Stelle, wo sie die Uferlinie überschreitet ist nicht mit letzter Sicherheit auszumachen, leichte Andeutungen einer verschliffenen Walls sind aber bei einer kleinen Landspitze heute noch zu erkennen und ältere Ausgaben der TK25 (Messtischblatt 4710 - Radevormwald) vor und nach dem Talsperrenbau zeigen ebenfalls diesen Verlauf auf. An dieser Stelle befindet sich eine markante Felsklippe, ''Höllerstein'' genannt, die teilweise heute unter dem Wasserspiegel liegt, teilweise sich den Hang hinaufzieht. Eben diese Felsklippe, die bis zu mehrere Meter steil nach Nordosten abfällt hat die Landwehr als Annäherungshindernis genutzt. Knapp oberhalb des Wasserspiegels auf der anderen Seite des Uferwegs befindet sich eine rechteckige Lichtung. Die Felsklippe befindet sich auf deren nordöstlichen Seite und zieht sich die gesamte Länge der Lichtung entlang. Die Oberseite der Klippe ist ebenfalls aus Fels und mit einer dünnen Humusschicht bedeckt; es finden sich dort auf den ersten Blick keine Anzeichen für eine zusätzlich Aufschüttung. Südöstlich der Lichtung findet die Klippe ihr Ende und in direkter Fortsetzung setzt nun übergangslos ein ca. 1,5 Meter hoher Steinwall von 4,5 Meter Breite und kurz darauf ein ausgeprägter Wallgraben ein, wie er als Bauform der Landwehr allzu bekannt ist. Der Graben ist klassisch der märkischen Seite zugewendet und über weite Strecken auffallend tief, der Wall der bergischen. Man sieht an dieser Stelle sehr schön, dass natürliche Gegebenheiten,wie eben diese langgezogene Felsklippe, wo es möglich war als Annäherungshindernis in den Verlauf der Landwehr eingebunden wurde. Alleine dieses belegt auch eine sorgfältige planerische Tätigkeit, die dem Landwehrbau vorrausging. Die Landwehr verläuft in südöstliche Richtung im Wald, ca. 200 Meter oberhalb der Lichtung wird der Wald zur rechten Seite von Agrarflächen abgelöst. Ab hier übernimmt die Landwehr für eine längere Strecke die Funktion als heutige Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald, wobei nicht die Landwehr sich nach dem Grenzverlauf gerichtet hat, sondern neuzeitliche Landvermesser 1928 bei der Grenzverschiebung (siehe Abschnitt Landwehr-Ennepetalsperre) das bereits vorhandene Erdwerk als sich anbietende Grenzlinie übernommen haben. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 01.jpg|mini|400px|links|Teil des Höllersteins. Hier stieg die Landwehr aus dem Ennepetal auf]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 02.jpg|mini|400px|In der rückwärtigen Ansicht ist der verschliffener Wall erkennbar]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 03.jpg|mini|400px|links|Die Felskante des Höllerstein ist teilweise mehrere Meter hoch, hier ein weniger ausgeprägter Ausläufer]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 04.jpg|mini|400px|Die Landwehr machte sich die Felskante als natürliches Hindernis zunutze]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 05.jpg|mini|400px|links|Auch wenn es wie ein Wall aussieht, der Boden ist gewachsener Fels. Es verwundert nicht, dass diese natürliche Gegebenheit in den Landwehrbau eingebunden wurde]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 10.jpg|mini|400px|Die Felskante endet weiter östlich und wird von einen wohlbekannten doppelten und gestaffelten Wallgraben abgelöst]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Wallanlage bei Bökel ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallanlage bei Bökel:''' Bevor wir den weiteren Landwehrverlauf besprechen, bleiben wir zunächst in dem Wald zwischen der Feldflur ''Im Hohl'' und der Lichtung oberhalb der Talsperre. Dort ist ein weiterer Wall auszumachen, der die Landwehrlinie im rechten Winkel schneidet, zunächst nach Südwest verläuft, sich auf der südlichen Seite der Lichtung im rechten Winkel nach Südosten wendet, dann auf deren südlichen Seite paralell zu ihr im Wald als gut erkennbarer Wall verläuft und schließlich dort ausläuft. Dieser Wall liegt auf einer Flurgrenze, die sich bald drauf wieder nach Südwesten wendet. Folgt man dieser Flurgrenze, so trifft man auf einen weiteren Wall, der aus südöstlicher Richtung, den Hang hinabsteigend kommt und dann im rechten Winkel in südwestliche Richtug der Flurgrenze folgend bis zu seinem Auslauf am Waldrand zu einer Geländekante wird. Der aus südöstlicher Richtung kommende Wall nimmt beim Anstieg den Hang hinauf mit einer Breite von gut 3 Metern und einer Höhe bis zu ca. 1,5 Metern erstaunliche Ausmaße an, die der Landwehr in nichts nachsteht. Dieser Wall führt geradewegs den Hang zum Waldrand hinauf, trifft auf eine Ecke der dahinterliegenden Weide und folgt nun in einem Bogen dem Waldrand nach Süden und hält geradeweg auf die Radevormwalder Hofschaft Born zu. An eine Weg endet dann auch dieser Wall, dahinter liegen weitere agrarische Flächen. Eine erste Deutung als mögliche Ackereinfriedung liegt nahe, dennoch ist eine ackerbegrenzende Wallhecke mit diesen Ausmaßen eher ungewöhnlich. Möglicherweise stehen diese Erdwerke im Zusammenhang mit der Landwehr, was gesondert untersucht werden muss. <br style="clear:both" /> [[Datei:Wälle bei Bökel 03.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 30 Meter auf der anderen Seite der Lichtung parallel zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 09.jpg|mini|400px|Wall senkrecht zur Landwehrlinie]] [[Datei:Wälle bei Bökel 07.jpg|mini|400px|links|Wall ca. 80 Meter parallel zur Landwehrlinie. Die Höhe des mächtigen Walls beträgt gute 1,5 Meter]] [[Datei:Wälle bei Bökel 13.jpg|mini|400px|Zum oberen Feld hin läuft er aus]] <br style="clear:both" /> </big></span> </div></div> Wenden wir uns wieder der Landwehr zu. Neben der Nutzung als Stadtgrenze zwischen Breckerfeld und Radevormwald markiert nun im weiteren Verlauf meist den Übergang von Wald zu Agrarflächen. In der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald von 1833 ist ist die alte Grenze und auch der Landwehrverlauf bis zur Bever eingezeichnet. [[Datei:Karte der Bürgermeisterei Radevormwald 1833 (2).jpg|mini|250px|center|Östlicher Ausschnitt aus der Karte der Bürgermeisterei Radevormwald, 1833 (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland). Der Landwehrverlauf ist auf der Karte gut erkennbar.]] So folgt sie dem Waldrand, immer wenige Meter im Forst verlaufend, der sich einen sanften Bogen zunächst nach Osten, dann wieder nach Südosten wendet. Hier ist der einzelne Wallgraben in einen sehr schönen Zustand erhalten, was hoffentlich durch die bereits erfolgte Schutzstellung als Kulturdenkmal auch so bleiben wird. Die Stadtgrenze wurde erst 1928 nach einer Gebietsreform auf die Trasse der Landwehr gelegt, um das Einzugsgebiet der Ennepetalsperre auf das Gebiet einer Stadt zu bündeln, zuvor markiert die Ennepe im Tal die Grenze, die Landwehr auf der Höhe war wie zumeist auf bergischer Seite ein Stück von ihr zurückgenommen. In einem Bogen verläuft die Landwehr ein Stück innerhalb des Waldes; der Wald ragt hier mit einer Ecke in die Felder hinein. Die Waldflur nördlich der Landwehr trägt den Namen ''Lichte Schlag'', was wohl aber weniger auf einen Schlagbaum, sondern mehr auf eine Rodungstätigkeit hindeutet. Sie passiert anschließend die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellershausen Wellershausen], das man mit nur wenig Fantasie schnell als ''Haus am Wall'' deuten kann. In Höhe Wellershausen wird die Landwehr durch mehrere moderne Forstwege durchbrochen. Ab Wellershausen verläuft die Landwehr weiter in südöstliche Richtung am Waldrand entlang, der Wallgraben ist aber in einem schlechteren Zustand als zuvor und auch stark mit Ilex und anderen Buschwerk bewachsen. Vor der Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlechtenbeck Schlechtenbeck] wendet sie sich in fast rechtem Winkel nach Süden, läuft als einfacher, verschliffener Wall ohne deutlichen Graben durch den Wald auf den Hof zu und endet an dessen Güllebecken. Dahinter schließen sich wieder Wiesenflächen an. Laut Engels ist oberste Teich auf der Wiese auf der Landwehr angelegt worden und der Stadtgrenzenverlauf entspricht auch exakt dieser Annahme. Dahinter liegt eine Waldinsel, an deren östlicher Seite möglicherweise noch Wallgräben sein könnte, der Zugang zu dem Gelände ist jedoch durch einen Zaun verwehrt. Nordöstlich von Schlechtenbeck sind in der Grundkarte weitere Wallgrabenstrukturen verzeichnet, die noch zu erkunden wären. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 13.jpg|mini|400px|links|Doppelwall an der oberen Kante des Ennepetals bei Wellershausen]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 15.jpg|mini|400px|Der Doppelwallgraben ist noch im guten Zustand erhalten...]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 18.jpg|mini|400px|links|... und setzt sich hinter Wellershausen (''Haus am Wall'') fort.]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 20.jpg|mini|400px|Doppelwall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 24.jpg|mini|400px|links|Hier verläuft der Wallgraben zwischen einer Weide und einem Waldweg ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 28.jpg|mini|400px|... und ist, da auf langer Strecke mit Ilex bestanden, in großen Teilen schlicht unzugänglich. Man bekommt eine Anhnung wie effizient das Gedörn den Durchgang verhinderte]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 32.jpg|mini|400px|links|Vor Schlechtenbeck bildet der Landwehrverauf einen beinahe rechten Winkel ... ]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 35.jpg|mini|400px|... und verläuft als Einzelwall geradewegs auf den Hof zu]] <br style="clear:both" /> Nahe dieser Waldinsel befand sich bis in die 1920er Jahre eine Hofschaft namens Schlagbaum. Auch die Waldflur südlich davon trägt diesen Namen. Wir nähern uns einem wichtigen Landwehrdurchgang der Altstraße Radevormwald-Borbeck-Osenberg-Breckerfeld, die bei Borbeck die Landwehr durchquerte. 1921 ist auf der TK25 auch noch ein nach Süden verlaufender Graben auf der Weide zwischen der Waldinsel und den Wald südlich davon eingezeichnet, der in den Folgejahren untergepflügt wurde. Heute ist auf der Wiese eine Kante wahrzunehmen, die aber in dieser erkennbaren Form auch der in jüngerer Zeit erfolgte unterirdische Verlegung einer Telefonleitung geschuldet sein könnte. Südlich von Schlechtenbeck setzt die Landwehr an einer Waldecke (Flur ''Schlagbaum'') wieder ein und folgt erneut dem Waldrand. Der Zustand ist mittelmäßig, starker Bewuchs und strukturelle Schäden haben die Landwehr in Mitleidenschaft gezogen. Sie folgt der heutigen Stadtgrenze weiter in südliche Richtung, macht einen Bogen nach Südosten und ist im Quellbereich des Bachs ''Schlagbaumer Siepen'' für wenige Meter unterbrochen. Kurz vor der Unterbrechung besitzt sie wieder zwei Wälle, ein Hinweis auf die besondere Sicherung des Durchgangs. Anschließend führt sie als Doppelwallgraben mit 2 bis 6 Meter Abstand zueinander in einem rechten Winkel kurz nach Südwesten, dann schnell wieder nach Süden einen ansteigenden Hang hinauf - immer noch am Waldrand auf der Stadtgrenze verlaufend. Die Waldlflur östlich trägt den Namen ''Hagen''. Bei einem Wegdurchbruch kurz vor dem Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Borbeck_(Radevormwald) Borbeck] gesellt sich ein dritter Wall hinzu und die Anlage nimmt eine Breite von mehr als 12 Metern ein. In dieser Dreifachform führt sie östlich an Borbeck vorbei (die Stadtgrenze wendet sich hier von der Landwehr ab) und endet abrupt bei einem weiteren Wegdurchbruch. Von der stattlichen Anlage ist südlich des Weges nicht mehr auszumachen, auf der TK25 sind auch auf aktuellen Ausgaben Grabenstrukturen verzeichnet, die so in der Landschaft nicht mehr vorhanden sind. Engels spricht noch von einem Einzelwall, der sich aber auch schnell verschliff. Die Grabenstrukturen geben uns aber den Hinweis auf den weiteren Verlauf, auch ist dieser auf der Katasterkarte/Grundkarte als bis zu 30 Meter breites Flurstück noch erkennbar. Die Landwehr taucht in den Wald ein, verlief zunächst in südliche Richtung und wendet sich bei der Quelle des ''Holter Siepens'' nach Südost, dann in einem Bogen nach Südwest, wobei sie ein kurzes Stück auf der Stadtgrenze zu Halver ist, und läuft auf eine Wiesenfläche des Kottens [http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4gershaus Jägershaus] zu. Die Flur endet hier, aber der Verlauf kann anhand einer weiteren schmalen Flur hinter Köttershaus interpoliert werden. So sind ein neueres Wirtschaftsgebäude von Jägerhaus sowie beide Wohnplätze der nahen Siedlung [http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ttershaus Köttershaus] mitten auf der Landwehr angelegt worden. Beim zweiten Wohnplatz südlich von Oberschmittensiepen setzt wieder eine Landwehrflur ein, die zunächst in süd-west-west und dann in nord-west-west verläuft. Die Waldflur südlich davon trägt auch den Namen ''Landwehr''. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 37.jpg|mini|400px|links|Trasse der Landwehr auf der Weide bei Schlechtenbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 38.jpg|mini|400px|Dahinter im Wald der bekannte Doppelwallgraben]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 42.jpg|mini|400px|links|Wieder ein rechter Winkel im Landwehrverlauf, diesmal Richtung Borbeck]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 51.jpg|mini|400px|Man sieht, was man weiß. Der Wegdurchbruch durch die Landwehr bei Borbeck (Blickrichtung Wallgräben) und wüsste man nicht um den Dreifachwall, der im Gebüsch abrupt endet, es würde einem auch nicht auffallen]] <br style="clear:both" /> Die Flur endet an einer Wiese; nur die südwestlich der Wiese laufende Flurgrenze deutet den Verlauf an. So führt der Landwehrverlauf auf die Straße zwischen Klaukenburg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Oberschmittensiepen Oberschmittensiepen] zu, wendet sich bevor die Straße erreicht wird in einem engen Bogen nach Südosten, quert die Straße in einem sehr spitzen Winkel und führt schließlich auf einer Wiese - hier wieder an schmales Flurstück erkennbar - nördlich von der Straße unmittelbar angrenzend und parallel zu ihr auf Klaukenburg zu. Die Feldflur nördlich davon trägt wieder den Namen ''An der Landwehr''. An der Stelle, wo sie die Straße überquert, hat sich eine winzige Waldinsel erhalten, deren zwei handvoll Bäume gefällt wurden. Dort hat sich ein knapp 15 Meter langer Wall noch erhalten. [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 61.jpg|mini|400px|links|Diese unscheinbare Waldinsel inmitten der Wiese bei Oberschmittensiepen (im Hintergrund) ist ausweislich der alten Karten Teil der Landwehrtrasse]] [[Datei:Ennepetalsperre - Klaukenburg 59.jpg|mini|400px|Ein Wallrest ist dort erhalten]] <br style="clear:both" /> Der nördliche Teil der an der Straße gelegene Bebauung [http://de.wikipedia.org/wiki/Klaukenburg Klaukenburgs] ist ebenfalls auf der Elberfelder Landwehrlinie errichtet worden, bis 1921 verzeichnet die TK25 dort noch einen Graben. Hinter dem Ort zeigt wieder ein Flurstück den Verlauf auf, der sich im spitzen Winkel in Richtung südwest der Straße zugewendet hat und sie in Höhe der Kreuzung mit zwei Wirtschaftswegen überquert. Die TK25 von 1921 gibt über den weiteren Verlauf ebenfalls Auskunft. Die Landwehr wendete sich nach Süden und verlief in gerader Linie auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershaus Wintershaus] zu, der Verlauf liegt exakt mittig in einer Schneise durch den Wald. Bis 1921 handelte es sich laut der TK25 sogar um einen doppelten Wallgraben, Engels konnte 1938 noch bescheidene Reste ausmachen, die Flur westlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. In Wintershaus überquerte sie die heutige Bundesstraße 229, die auf der Trasse einer Altstraße angelegt wurde. die benachbarte Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Kettlershaus Kettlershaus] könnte ihren Namen möglicherweise aus dem Landwehrdurchgang oder einer jüngeren Zollstelle ableiten, der/die mit einer Kette versperrt werden konnte. Auch die Flur westlich Wintershaus/Kettlershaus namens ''Vorm Baum'' weist auf den Durchgang hin. ==== Einschub Radische Landwehr ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Radische Landwehr:''' In diesem Zusammenhang sind zwei interessante Toponyme etwas abseits des bekannten Landwehrverlaufs zu diskutieren. Zum einen die Feldflur ''Hagen'' westlich von Klaukenburg und zum anderen die Hofschaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Waar Waar] nördlich davon, die laut der Karte von Ploennies (1725) und Wiebeking (1789) früher ''Warth'' hieß. Für die Elberfelder Landwehr macht eine Warte an dieser Stelle keinen Sinn, denn sie ist zu tief gelegen, um das Gelände zu überblicken; dennoch ist der Name interessant. Hier gerät der oben zitierte Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 in den Blickpunkt, denn er gibt einen Verlauf von Borbeck zu [http://de.wikipedia.org/wiki/Stoote_(Radevormwald) Stoote] an, der im Widerspruch zu dem nachgewiesen weiteren Verlauf der Elberfelder Landwehr steht. In weiteren Urkunden wie dem Barmer-Beyenburger Lagerbuch von 1597-1743 wird dieser Verlauf aber bestätigt, dort heißt es sinngemäß: <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Radische Landwehr hat ihren Anfang bei den Stooter Höfen am Kirspel Wipperfürth. Hiervon zahlen die Stooter Erben jahrs 28 Albus. Item zahlen von der übrigen Landwehr durch die Rader Mark jetzund nachbekannte Personen als Wilhelm Umminghausen auf Halmanns Hönde, Peter zu Mühlensiepen, Margaret zu Levenhaus, Peter Christian zu Kotten, ohann Christian Wendel und Johannes Beller ad 56 Albus''</big></span> </div></div> Die sogenannte ''Radische Landwehr'' schützte vermutlich das bergische Amt Steinbach vor 1300 gegenüber dem kurkölnischen Radevormwald und wurde nach der Eroberung des Kirchspiels durch Berg, da nun überflüssig, nun aufgegeben. Diese Radische Landwehr hätte die Lücke zwischen der bei Stoote verlaufenden [[Landwehrlinie Ispingrade-Horpetal]] und der bei Borbeck verlaufenden südlichen Teil der heutigen Elberfelder Landwehr geschlossen, die nach der Eroberung in Richtung Elberfeld unter Aufgabe dieses Astes einfach hätte fortgesetzt werden können. Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Teil eines umgebenden Landwehrrings der Stadt Radevormwald, der die umgebenden Feldfluren großräumig schützte. Es gibt rund um Radevormwald herum weitere Toponyme, die einen solchen Landwehrring zumindest diskussionswürdig erscheinen lassen. So der Hof [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafweg_(Radevormwald) Grafweg] (= Grabenweg) oder [http://de.wikipedia.org/wiki/Laake_(8H%C3%BCckeswagen) Laake] östlich btw. südöstlich des Ortes. ''Laake'' wird laut dem bergischen Ortsnamensforscher Heinrich Dittmaier als ein Toponym von Landwehr gedeutet, nach Gustav Löns bedeutet Laak ''Grenzbaum'', ''Schanze'', ''besonders befestigter Ort'', vgl. auch ''Lackbaum'' (= Schlagbaum). Südlich von Radevormwald finden wir dann die Flur und heutige Straße ''Laakbaum'', ein deutlicher Hinweis auf einen Schlagbaum. Nördlich von Radevormwald haben wir die Flur ''Hagebuche'', den Weiler [http://de.wikipedia.org/wiki/Im_Hagen Im Hagen] und wieder ca. 500 Meter nördlich davon die Flur ''Landwehr''. Auch die Flur ''Mühlhagen'' bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wellringrade Wellringrade] (auch hier möglicherweise wieder das Wort Wall oder gar Wallring erkennbar) im Nordosten sind in diesem Zusammenhang anzumerken. Der mögliche Verlauf der Radischen Landwehr ist durch keine Bodenfunde belegt, der in der Rentmeisterrechung erwähnte ''Grimmelsberg'' findet sich als ''Kremelsberg'' bei Winterhaus wieder. Die ''Rader Mark'' (auch ''Rödermark'') war der Markenwald im südöstlichen Radevormwald zwischen der Bever und B229 und ist auf der Karte von Ploennies (1715) als solcher eingezeichnet.</big></span> </div></div> === Von Kettlershaus zur Bever === Auf den Wiesen südlich von Kettlershaus ist kein Verlauf in der Landschaft und auf heutigen Flurkarten ersichtlich, aber schon nach 500 Metern beginnt wieder ein Flurstück, das nach dem Urkataster dem Landwehrverlauf entspricht. Es setzt am Rande eines Wäldchens ein und wendet sich in langgezogenen Bögen nach süd-süd-ost und anschließend nach süd-süd-west. Im Scheitelpunkt des Bogen sind in einem gerodeten Waldstreifen noch stark verschliffene Wallreste zu erkennen. Am Ende des Waldstreifens wird der Flurstreifen als Wiese genutzt, die wieder von einem Stück Wald am als Deponie verfüllten Einschnitt der stillgelegten Bahnstrecke Radevormwald-Halver abgelöst wird. Flure in diesem Bereich: ''Landwehr'' und ''Beim hohlen Graben''. Vom Waldrand bis zu dem Einschnitt ist wieder ein stark verschlifferner Wall in der Mitte des nach Südwesten abbiegenden Landwehrflurstücks auszumachen. Auf der anderen Seite der Bahntrasse finden sich zunächst keine Spuren des Landwehr mehr, das Urkatataster gibt aber darüber Aufschluss, das die Landwehrflur den heutigen Weg von [http://de.wikipedia.org/wiki/Buschsiepen Buschsiepen] nach Kettlershaus überquerte und östlich davon verlief. Am östlichen Rand des Weges findet sich vor Buschsiepen tatsächlich eine Andeutung von einem Wall im Wald, der aber auch dem Wegbau geschuldet sein könnte. So oder so, der verlauf ist durch die Katasterkarte eindeutig. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte einmal mehr ''An der Landwehr''. [[Datei:100m nördlich Deponie 01.jpg|mini|300px|links|Gerodetes Tannenwäldchen südlich von Kettlershaus ca. 100 Meter nördlich dem als Deponie verfüllten Einschnitt der Wuppertalbahn]] [[Datei:100m nördlich Deponie 02.jpg|mini|300px|Hier befinden sich stark verschliffene Wallreste]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Deponie01.jpg|mini|300px|links|Hier läuft der Wall nördlich der alten Bahntrasse auf den Waldrand zu]] [[Datei:Deponie02.jpg|mini|300px|Der Wall ist schon stark verschliffen und auf dem Foto kaum auszumachen]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Buschsiepen03.jpg|mini|400px|links|Nördlich von Buschhausen begleitet dieser Wall den Weg]] [[Datei:Buschsiepen01.jpg|mini|400px|Wall neben dem Weg]] <br style="clear:both" /> Bei Buschsiepen verlief die Landwehr über die Kuppe und wendete sich knapp östlich von Buschsiepen (bei Engels noch als ''Bonrathshäuschen'' bezeichnet) geradeweg auf den Quellbereich des ''Kottmannshauser Siepen'' zu, der früher den Namen ''Wolfssiepen'' (vgl. Wolfskuhlen an Landwehren) trug. Im Oberlauf des Bachs setzt der Wall in gut erkennbarer Form wieder ein und begleitet ihn in einen südostlichen Bogen, den Siepen stets als Annäherungshindernis nutzend, auf der bergischen (westlichen) Seite bis knapp vor dem Fahrweg nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Kottmannshausen Kottmannshausen], wo der Wall endet. Die Flur östlich davon heißt laut der Liegenschaftskarte Auf der Landwehr. Der exakte Verlauf von hier bis zu der knapp 200 Meter entfernten, südlich gelegenen ''Bever'' ist unklar, vermutlich ist die Landwehr über die Straße auf den kleinen Hügel nordöstlich von Kottmannshausen gelaufen und hat direkt wieder hinab zur Altstraße (heutiger Feldweg) zwischen Kottmannshausen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Untergraben_(Radevormwald) Untergraben] geführt, an der eine Zollstelle belegt ist, die vermutlich in späteren Zeiten die nicht mehr als Territorialschutz benötigte Landwehr als Wegsperre nutzte. Unmittelbar südlich der Altstraße fließt die ''Bever'', spätestens die Anlage des dort abzweigenden Obergrabens der Kottmannshauser Mühle hat alle Spuren der Landwehr beseitigt. [[Datei:Wolfssiepen01.jpg|mini|300px|links|Im Wolfsiepen, heute Kottmannshauser Siepen genannt, führt der Wallgraben zur Bever]] [[Datei:Wolfssiepen05.jpg|mini|300px|Der Siepen wird als Annäherungshindernis mustergültig von dem Landwehr genutzt]] <br style="clear:both" /> === Von der Bever über Egen und Gardeweg bis zur Neye === Von der Bever zieht sich der Landwehrverlauf in südliche Richtung, dabei immer leicht die Richtung alternierend, den bewaldeten Hang zum Gipfel des ''Hambergs'' hinauf und überquert ihn. Dann schwenkt sie im weiten Bogen nach Südwesten und läuft auf den Weideflächen, hier ebenfalls leichte Bögen schlagend, auf [http://de.wikipedia.org/wiki/Birkenbaum_/Wipperf%C3%BCrth) Birkenbaum] und die Straße dort zu, erreicht bei Birkenbaum mit ca. 40 Metern die größte Annäherung an die Straße und wendet sich dann wieder leicht von ihr ab. Die benachbarte Feldflur zwischen Hohenbüchen und Birkenbaum trägt hier erneut den Namen ''Landwehr''. Anschließend hält sie halbwegs geradlinig auf den Quellbereich des nördlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Egen Egen] entspringenden Bachs ''Güttensiepen'' zu. Der exakte Verlauf geht gut aus dem Urkataster als langer Flurstreifen, bestehend aus drei Einzelfluren, hervor und ist auch noch auf der heutigen Grundkarte zum Teil als langer Flurstreifen bzw. Flurgrenze, bestehend aus mehren schlauchförmigen Einzelfluren auszumachen. Die Länge der Einzelfluren liegt dabei von der Bever bis Egen zusammen bei ca. 1,4 Kilometern. Das diese Flurstücke tatsächlich der Landwehrverlauf darstellen zeigt auch der ''Auszug aus dem Original Katatster Karten der Bürgermeisterei Wipperfürth Klüppelberg'' des ''Kataster-Bureaus Cöln'' aus dem Jahr 1843, auf dem diese drei Flurstücke, da noch durchgängig, eindeutig als Landwehr beschriftet sind. Auf dieser Strecke gelingt es nur drei mal kurze Bodenstrukturen im Gelände auszumachen. Zum einen im oberen Bereichs des Hambergs eine ca. 15 Meter lange Andeutung von einem verschliffenen Wall beim Übergang vom Wald zur Weidefläche in Höhe Hohenbüchen. Diese Spuren sind aber mit großer Skepsis zu betrachten, denn dieser Hangwald war laut Aussage der Anwohner während des zweiten Weltkriegs Aufmarsch- und in den Nachkriegsjahren teilweise Übungsgebiet der Allierten, die in dem Wald mit schweren Kettenfahrzeugen herumfuhren und Erdbewegungen vornahmen. Die Erdwerke dort sind also nicht eindeutig der Landwehr zuzuordnen, alleine deren Lage in der Mitte des Flurstreifens qualifiziert diesen Wall als möglicher Landwehrrest. Eindeutiger ist dagegen ein Wallrest knapp hinter Birkenbaum. Die Landwehrflur trifft auf eine dünne Waldspitze, die in die Weiden hineinragt, und setzt sich durch diese fort. Zu Beginn dieser Spitze sind im schmalen Waldstück tatsächlich verschliffene Wallgräben auszumachen. [[Datei:Hinter Birkenbaum 01.jpg|mini|300px|links|Hinter Birkenbaum in der Waldspitze sind wieder schwache Wallreste auszumachen]] [[Datei:Hinter Birkenbaum 02.jpg|mini|300px|Auf dem Foto sind sie wie so oft schlechter zu erkennen als in Wirklichkeit]] <br style="clear:both" /> Vor Egen steigt die Flur wieder etwas in das Tal hinab und endet dort. In der gedachten Fortsetzung liegt nun ein Waldweg auf der Trasse. Bei der Einmündung dieses Weges in einen zweiten lassen sich erneut gut ausgeprägte Wälle ausmachen, die nicht zwangsläufig, aber wahrscheinlich der Landwehr zugehörig sind. An dieser Stelle schwenkt die Landwehr laut dem Urkastater scharf nach Süden, erklimmt den Hang nach Egen hoch und verläuft dicht am alten Schulhaus vorbei nach süd-süd-ost. Egen lag also unmittelbar an der Landwehr. Über die Anhöhe südlich von Egen hält der Landwehrverlauf auf den südlich Egens gelegenen Wald zu. In Höhe eines Kottens taucht ein aufgegebener Weg in den Wald ein; dort setzt unmittelbar im Wald östlich neben dem Weg der Wallgraben in einer gut erhaltenen und mächtigen Form wieder ein. Von beiden Seiten wurde ein Breitwall aufgeschüttet, der sich in Südost neben dem Weg, eine alte Verbindung zwischen Egen und [http://de.wikipedia.org/wiki/Platzweg Platzweg], zum ''Hohenbuchener Bach'' hinabzieht und, nur kurz vom Gewässer durchbrochen, ihn dort überquert. Auf der anderen Seite läuft er noch ein par Meter weiter und verschleift sich. Ab hier ist der Landwehrverlauf nicht mehr exakt nachzuvollziehen. Engels fand noch einen stattlichen Wall am Waldrand bei der Straße südlich von [http://de.wikipedia.org/wiki/Gardeweg_(Wipperf%C3%BCrth) Gardeweg], heute sind davon keine Spuren mehr auszumachen. [[Datei:Gardeweg - Egen 18.jpg|mini|300px|links|Am Waldanfang südlich von Egen beginnt ein breiter Wallgraben Richtung Südost]] [[Datei:Gardeweg - Egen 17.jpg|mini|300px|Vom Waldrand betrachtet]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 14.jpg|mini|400px|links|Im Wald zieht sich der Wall hinab zum Hohenbuchener Bach]] [[Datei:Gardeweg - Egen 12.jpg|mini|400px|Hier in seiner ausgeprägtesten Form]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Gardeweg - Egen 09.jpg|mini|300px|links|Auf der anderen Bachseite wendet der Wall sich im Bogen nach Osten...]] [[Datei:Gardeweg - Egen 08.jpg|mini|300px|... und verschleift sich bald darauf]] <br style="clear:both" /> Die Straße durch Gardeweg, heute die Kreisstraße K13, war im Mittelalter als eine alternative Teilstrecke des bedeutenden Heer-, Handels- und Pilgerwegs von Köln nach Dortmund eine sehr wichtige Verbindung zwischen Hückeswagen/Wipperfürth und Breckerfeld und dürfte zu Landwehrzeiten schon bestanden haben, Alfred jung datiert sie sogar auf vorgeschichtliche Zeit. Daher dürfte es hier auch einen Landwehrdurchgang gegeben haben, die benachbarten Flure ''Landwehr Polde'' und ''Landfuhrpot'' (= Landwehrpforte) belegen dies auch etymologisch. Gardeweg könnte die Wachstation an dem Durchgang gewesen sein (vergl.: Garde in der Bedeutung von Wachtruppe, Gardeweg daher Bewachung des Weges). Östlich von Gardeweg verliert sich zunächst die Spur der Landwehr auf einer Weide, auch Engels vermochte sie nicht aufzufinden, nahm aber einen Verlauf in Richtung der abgegangenen Gardeweger Mühle an. Sie setzt im Wald ein Stück östlich der [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_II Neye II] wieder ein und zieht sich den Hang hoch zum Quellbereich des Bachs ''Landwehrdelle'', der auf einer Erhebung in den Waldfluren ''Unter der Landwehr'' und ''An der Landfuhr'' entspringt. Dort verschleift sich der Wall wieder. Als gut erhaltener Wallgraben setzt sie ein paar Meter weiter doch wieder ein, wird von einem Waldweg unterbrochen und zieht sich entlang einem Siefens den Hang hinab zur [http://de.wikipedia.org/wiki/Neye_I Neye I]. [[Datei:Siefen - Neye 02.jpg|mini|400px|links|Wall südlich von Forste zwischen der Neye II und der Neye I]] [[Datei:Siefen - Neye 07.jpg|mini|400px|Hier bei einem Wegdurchbruch]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Siefen - Neye 09.jpg|mini|400px|links|Die Seitenansicht]] [[Datei:Siefen - Neye 10.jpg|mini|400px|Mächtiger Wall auf dem Weg hinab zum Bach Neye I]] <br style="clear:both" /> === Von der Neye über Kreuzberg und Kupferberg nach Wipperfürth-Dahl (mit Abzweig der Linie Dahl-Remshagen) === Auch dieser zunächst mächtige Wall verschleift sich rasch, im Talgrund ist nicht mehr auszumachen. Hier setzt aber die 1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark''" (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a) ein, die den Landwehrverlauf bis Wipperfürth-Ohl eindeutig verzeichnet. [[Datei:Grenzkarte.jpg|mini|800px|center|Die ''Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark'' von I.P. Stamm, 1783. Der Landwehrerlauf ist rot hervorgehoben. (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641a)]] <br style="clear:both" /> Bei der textlichen Beschreibung der kartografierten Verhältnisse widmete sich der Landvermesser in einem Abschnitt auch dem Verlauf der Landwehr. In seinem Text von 1783 heißt es (Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Karten Nr. 2641c, Blatt 28 bis 31, Transkription Norbert Bangert): <div style="margin:0px; background-color:white; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>''Die Landwehr nimmt ihren Anfang ohnweit des Neyebach bei'' [Markierungspunkt] ''C wo sie in einer Richtung 19 gr.'' (Winkelgrad) ''von Westen nach Süden 45 Ruthen'' (Preußische Ruthen: 1 Ruthe = 3,76 Meter) ''weit fortgehet.'' ''Von da lencket sie südlich, aber immer mit nördlicher Neigung durch Kreuzberger Busch 130 Ruthen weit, also in die krümme laufend, daß sie zuletzt ostnördliche Richtung hat, sodann wendet sie 22 gr. östlich nach Kreuzberg, da sie ost-Südlich 59 Ruthen durch Kreuzberger Länderey, ferner östlicher Seitz neben Wiesen und Westlich neben dahin gehörigen Busch bis am groß Kreuzberger, dem Pet. und Caspar Biesenbachs gehörigen Busch fortläufet.'' ''Von hier lenket sie in ihrer Hauptrichtung bis an Gerhard Schröders und Caspar Dahlhauss Weizen 25 gr. vom osten nach süden, durch die Kreuz- und Kupferberger Büsche mit Wechselkrümmungen 215 Ruthen fort. Von da 26 gr. von Süden nach Westen, neben den Weizen hinunter 27 ½ Ruth, da das in 2 1/2 Ruthen ostsüdlich auf die Bach, dann aber wieder in voriger Richtung, auf die Bach sind Christian Müllers Weizen zwei Länge vor 17 Ruthen bis bey den Kupferberger Steg hieran laufet.'' ''Von diesem Punkt wendet sie in ihrer Haupt Richtung 41 gr. von Süden nach osten, aber in Krümme durch die Kupferberger und Nieder-Engsfelder Büschen 105 Ruthen, ferner 18 gr. von Süden nach Westen in gerader Linie 50 Ruthen über die Hüninger Bach durch Kupferberger Busch, ferner in südöstlicher Richtung aber mit Wechselkrümmungen durch'' [unleserlich] '' Dörpekus, Wittwe Diergardens und wieder Engsfelder Büsche 175 sind noch, bis an die Hoheits Linie n. 19'' ''Von hier geht sie in gleicher Richtung mit der Hoheits Linie 21 Ruthen bis n. 20 fort. Nun gehet sie von groß Linie ab, durch die Wiegener und Dahler Büsche ihre Haupt-Richtung immer südöstlich haltend, aber mit Krümmung und Wechselwinkeln 346 Ruthen fort, bis an die mit südwestlicher Direktion anstoßende Landwehr.'' ''Von hier lenket sie in die Wendung gegen Osten zum gogartens Potthoffs und Wippers Wiesen. 46 Ruthen, da sie 5 Ruthen weit gegen Süden bis bis auf die Ibeker Bach gehet, dann 35 Ruthen der Bach nach hinauf gegen Osten, allde aber von des Bach ab südwestlich hinlaufet und mit gegen Süden neigende Krümmung durch die Dahler Büsche bis an Pasbergs Land 64 Ruthen weit fortgehet.'' ''Von hier laufet sie in nämlicher Richtung durch groß Vastenrathe und Spekenbache Land 283 Ruthen, neben dem Röhnsaler Kirch-weg her, da sie selbigen verläßt und südwestlich durch groß Vastenraths Land und Busch 107 Ruthen fortrüket ferner westlich in Entfernung von 55 Ruthen auf die Kerspe bach fällt.'' ''In nämlicher Richtung gehet sie genannten bach nach hinab, da sie südwestlich ablenket, und in einer Weite von 60 Ruthen auf die Wipper stößet. Gleich über die Wipper fänget selbige wieder an und gehet der selben nach hinauf 62 Ruthen als sie südwestlich 51 Ruthen in einem Abstand von 10-11 Ruthen von der Wipper hinstreicht wo sie wieder neben selbigen deren Lauf gemäß 1/5 Ruthen gehet, wo der fluß sich abermal in einigem abstand von ihrer fortsetzenden Direktion entfernet bis nach einer Weite von 140 Ruthen beide wieder zusammen kommen, aber auch gleich der fluß wieder nach osten dirigiert, sie aber durch Krummen- ohler Busch Land und Hof 85 Ruthen bis wieder auf dem Wipperfluß kommt und allhier endiget.''</big></span> </div></div> Im Neyetal wendete sich die Landwehr nach Norden, übersprang die heutige Kreisstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Forste Forste] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzberg_(Wipperf%C3%BCrth) Kreuzberg] und führt entlang des Baches am Fuß des Hangs ca. 200 Meter nach Norden. Die Flur nördlich trägt den Namen ''In der Landwehr''. Dann wendete sie sich nach Osten und führte auf einer Länge von 550 Meter im leichten Bogen an Ritterlöh vorbei zur Höhenstraße in Kreuzberg, der früheren Altstraße. Die Landwehrtrasse, ein 15 Meter breiter Wald- und Wiesenstreifen, von der Neye I bis Kreuzberg ist noch heute als schmales Flurstück auf den Liegenschaftskarten verzeichnet und somit nachvollziehbar, die Flur südlich heißt wieder mal ''An der Landwehr''. Die Linie stimmt auch mit der Karte des I.P. Stamm überein. Ritterlöh (= ''Wald einer Ritters'') soll ein Adelssitz gewesen sein. Ein Wallgraben ist aber auf der Strecke nicht mehr auszumachen. ==== Einschub Wallgräben bei Forste und bei Anschlag ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Wallgräben bei Forste und bei Anschlag:''' Neben der Elberfelder Landwehrlinie gibt es in dem Bereich Forste und der Flur Unter der Landwehr weitere Landwehrwälle, die aber in keinem Zusammenhang mit der Elberfelder Linie zu stehen scheinen. So beginnt ein paar Dutzend Meter nördlich des Lndwehrstück aus dem Tal der Neye II hinauf ein zweiter, parallel verlaufender Wallgraben, der sich auf der Höhe im rechten Winkel nach Norden wendet und in Richtung Forste verläuft. Dort läuft er am Übergang vom Wald zu einem Feld aus. Westlich von Forste existiert ein weiterer Wall, der von der Kreisstraße steil ca. 30 Meter den Hang nach Westen Richtung Forste verläuft. Am Rand des hochgelegenen Feldes endet auch dieser abrupt. Im weiteren Umfeld existieren auf Halveraner Stadtgebiet z.B. bei [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiebusch-Hedfeld Wiebusch-Hedfeld] noch weitere Landwehrstücke, die vermutlich im Zusammenhang mit der wichtigen Altstraße durch Anschlag (=Zoll veranschlagen, also mit Schlagbaum versehene Kontrollstelle) stehen und diesen Kontrollpunkt sichertern. Diese Straße, heute die Verbindung Wipperfürth-Kreuzberg-Anschlag-Halver, war die Haupttrasse der oben bei Gardeweg erwähnte Altstraße, die sich bei der Wupperfurt in Wipperfürth in drei Äste teilte, die sich bis Breckerfeld wieder vereinten. Weitere Landwehrstücke sind zwischen Halver und Anschlag im Wald Bommert zu finden.</big></span> </div></div> Im Kreuzberg übersprang die Landwehr die Altstraße, ein Durchgang darf angenommen werden. Auch auf der Ostseite der Straße ist aufgrund der Bebauung keine Erdwerk mehr vorhanden, mit etwas Scharfblick sind aber zwei Geländekanten in der Wiese nördlich der Straße ''Am Kalvarienberg'' auszumachen, die genau auf der von I.P. Stamm verzeichneten Trasse liegen. Engels konnte auf der Trasse noch einen kleinen Gartenstreifen namens ''Die Lamfert'' folgen; das ist heute nicht mehr möglich. Sie verlief durch den oberen Bereiches des Kreuzberger Kalvarienbergs, ein serpentinenförmiger Kreuzweg mit schön ausgeführten Stationen. Auf dem weiteren Trassenverlauf bis zum ''Heinken-Henkfelder Bach'' an der Landesstraße L284 sind keine Spuren mehr auszumachen, zu sehr haben Bebauung oder die Landwirtschaft die Landschaft gestaltet. Vom oberen Teil des Kalvarienbergs führt die Landwehrtrasse gerade in südöstliche Richtung auf den alten Kupferberger Bahnhof zu. Engels merkt die erhöhte Lage der Landwehr und den guten Übersichtsblick in Richtung Märkisches Land an. Die von ihm noch vorgefundenen längeren Wallreste vor dem Bahnhof sind heute verschwunden. [[Datei:Kreuzberg 01.jpg|mini|400px|center|Vor dem Kalvarienberg in Kreuzberg. Der Landwehrverlauf wird in Form der Geländekante (von Links-Unten bis Bildmitte) auf der Wiese angedeutet]] <br style="clear:both" /> Auf der anderen Seite der Landesstraße fand auch Engels nichts mehr, denn die Anlage des Hohler Hammerteiches am ''Heinken-Hedfelder Bach'' hatte alle Spuren beseitigt. Der Teich war aber schon zu Engels Zeiten aufgelassen und heute findet sich an der Stelle nur eine Wiese zwischen Landesstraße und Wald. Die Landwehr wendete sich dort nach Südwesten und verlief ein Stück parallel zum Bach im Wald an dessen Rand. Die Flure östlich tragen den Namen ''Im Hagen''. Vor einem alten Steinbruch im Wald setzt der Wallgraben aber ein kurzes Stück wieder ein, endet aber hinter dem Bruch. Hier zog sie sich laut der Vermessungskarte den Bergausläufer zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Kupferberg_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Kupferberg] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederengsfeld Niederengsfeld] hoch und führte auf der anderen Seite wieder hinab zur Hönnige. Zwischen dem Steinbruch und der [http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6nnige_%28Wupper%29 Hönnige] sind heute keine Reste der dort beschriebenen Wälle zu finden. [[Datei:Kupferberg 02.jpg|mini|400px|links|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] [[Datei:Kupferberg 08.jpg|mini|400px|Wallgräben parallel zur Landesstraße L284 vor dem Steinbruch bei Kupferberg]] <br style="clear:both" /> Anders auf der anderen Seite der Hönnige. Eine unscheinbare Geländekante, die sich zu einem kleinen Wall ausweitet weist auf den Verlauf noch heute hin. Hinter einem Waldweg setzt sich der gut erkennbare Einzelwall an der Südseite eines Siefens mehrere hundert Meter ihm stetig folgend ansteigend fort, verschleift sich aber an einer Waldlichtung. [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 01.jpg|mini|400px|links|Graben im Gelände hinter südlich der Hönnige]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 02.jpg|mini|400px|Zu dem Graben gesellt sich kurz darauf ein Wall]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 03.jpg|mini|400px|links|Hier läuft der Wall auf einen Waldweg zu]] [[Datei:Hönnige-Kattenbusch 08.jpg|mini|400px|Hinter dem Waldweg finden wir wieder die klassischen Form vor: Ein Siefen als Annäherungshindernisse, dann dem Siepen bergwärts folgend an der dem Bergischen zugewandeten Seite ein breiter Wallgraben]] <br style="clear:both" /> Folgt man der Trasse aus der Karte von I.P. Stamm weiter, so findet man kurz vor dem Ende des Waldes auf der Höhenlage der 395,4 Meter (NHN) hohen Erhebung zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wiegen_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wiegen] und [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen] ein kurzes Stück Wall in einer Mächtigkeit, wie er zuletzt im Waldstück Unter der Landwehr zu sehen war. Nach dem Waldende ist der Wall auf dem Feld naturgemäß eingeebnet. Bemerkenswert ist noch, dass die Trasse auf der Höhe ein paar Meter die Stadtgrenze zwischen Halver und Wipperfürth bildet. [[Datei:Vor Höhe 395,4 01.jpg|mini|400px|links|Kurz vor der Höhe bei zwischen Dörpinghausen und Wiegen taucht unvermittelt ein mächtiger Wallrest auf]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 02.jpg|mini|400px|Seitenansicht]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Vor Höhe 395,4 03.jpg|mini|400px|links|Und von oben gesehen]] [[Datei:Vor Höhe 395,4 04.jpg|mini|400px|Nach wenigen Metern endet der Wall wieder vor dem Waldrand]] <br style="clear:both" /> Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen findet sich ein Höhenweg, der die Landwehr durchbricht. Verstärkte Wallanlagen in diesem Bereich werden von Engels als befestigte Wallanlage zur Kontrolle des Durchlasses gedeutet. Von hier zieht sich der Wallgraben durch den Wald die andere Talseite hinab nach Süden zum Quellbereich des ''Wiegener Siepens''. Dort endet der Wall an einem weiteren Waldweg Richtung Wiegen, der in der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 dort als Hauptweg verzeichnet ist. Zwei Quellrinsale besitzt der Wiegener Siepen und laut der Karte des I.P. Stamm verlief die Landwehr östlich des östlichen der beiden Rinnsale, also auf der Wiegen zugewandten Seite des Bachs. Ein Graben oberhalb eines weiteren Waldwegs, der auch von dem Rinnsal durchflossen wird, kann möglicherweise von der Landwehr stammen, ein Wall ist nicht mehr auszumachen. [[Datei:Bei Wiegen 02.jpg|mini|400px|links|Der Landwehrwall ist hier schon stark verschliffen]] [[Datei:Bei Wiegen 05.jpg|mini|400px|Das Rinnsal im Graben]] <br style="clear:both" /> ==== Einschub Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen ==== <div style="margin:0px; background-color:lightgrey; padding: 20px; -moz-border-radius:1em; border-radius:1em; margin-bottom:1em;"><div style="padding-bottom:1em;padding-top:1em;padding-left:1em;padding-right:3em; vertical-align:left;"><span style="color:#666666;"><big>'''Eine (mögliche) Schanze bei Wiegen:''' Die Landwehr trennt hier das bergische Dörpinghausen von dem unmittelbar an der Landwehr liegenden märkischen Wiegen. Zwei Waldwege durchqueren hier die Landwehrtrasse, die im Wald links und rechts daneben durch breite und tiefe Hohlwegbündel begleitet werden. Offenkundig handelt es sich bei diesen Hohlwegen um eine stark genutzt Altstraße, deren Bedeutung neben der Verstärkung der Elberfelder Landwehr auch durch einen mächtigen Wallgraben angedeutet wird, der heute noch erkennbar den Hof Wiegen auf drei Seiten umgibt - einzig die dem Weg abgewandte Seite ist ohne Spuren dieses Walls. Engels vermutet in diesem Erdwerk eine märkische Schanze zur Sicherung eine wichtigen Straßendurchgangs an der Grenze der Territorien. Die tatsächliche Bedeutung dieser Altstraße ist ungeklärt. Einerseits scheint sie von der Wegführung nur ein kurzer Verbindungsweg zwischen zwei bekanntermaßen wichtigen Altstraßen zu sein, die ihrerseits vermutlich bereits sogar in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Zum einen im Westen der Heerweg bzw. die Königstraße von Köln nach Soest, die hier von Wipperfürth über [http://de.wikipedia.org/wiki/Dievesherweg Dievesherweg], Kreuzberg und [http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_%28Halver%29 Anschlag] nach Halver verläuft und andererseits im Osten die Handelsstraße von Frankfurt über Kierspe und Halver nach Dortmund. Beide Straßen haben als sicherlich bedeutende Fernwege ihren Niederschlag in Urkunden und Karten gefunden oder haben abschnittsweise auf ihren Trassen deutliche, noch heute sichtbaren Spuren in Form von Hohlwegen in der Landschaft hinterlassen. Der die Landwehr durchbrechende Weg verbindet diese beiden Altstraße zwischen [http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserfuhr_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Wasserfuhr] über [http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6rpinghausen Dörpinghausen], Wiegen, Voswinkel, [http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtenrade Schlachtenrade] und [http://de.wikipedia.org/wiki/Niederhedfeld Niederhedfeld]. In seiner Untersuchung über das Halveraner Altstraßennetz kommt Alfred Jung zu dem Schluss, dass dieser Weg zwar einerseits formal ein untergeordneter Verbindungsweg zu sein scheint, die schanzenartige Befestigung des Landwehrdurchgangs und die lokale Bezeichung als ''Königsweg'' im 19. Jahrhundert aber darauf schließen lassen, dass er zumindest Zeitweise auch als Hauptweg diente. Die Gesamtsituation wird in folgende [[Medium:Wiegen-Voswinkel.kmz|Google Earth Datei]] mit folgender Legende zusammengefasst: {| | style="color: orange;"|'''Orange Linie''' | Der Verlauf der Landwehrlinie |- | style="color: red;"|'''Rote Linie''' | Durch Bodenfunde vorort nachgewiesene Wälle/Gräben |- | style="color: blue;"|'''Blaue Linie''' | Der den Hof Wiegen umgebende Wallgraben (Schanze?) |- | style="color: green;"|'''Hellgrüne Linie''' | Hohlwege |} [[Datei:Bei Wiegen 22.jpg|mini|400px|links|Ansicht einiger der Hohlwege im Wald]] [[Datei:Bei Wiegen 12.jpg|mini|400px|Südlich davon trennt der mächtige Wallgraben Wiegen von der Altstraße]] <br style="clear:both" /> [[Datei:Bei Wiegen 26.jpg|mini|400px|links|Er umgibt den Hof auf drei Seiten ...]] [[Datei:Bei Wiegen 34.jpg|mini|400px|... und endet südlich davon mitten auf einer Weide]] <br style="clear:both" /></big></span></div></div> Bemerkenswert ist der Umstand, dass die Landwehr östlich des Bachs verläuft und nicht westlich, wie man es bei Nutzung des ''Wiegener Siepens'' als Annäherungshindernis erwarten würde. Laut der Grenzkarte des I.P. Stamm muss sie zunächst auf dem nach Südosten führenden Waldweg und später zwischen diesem und dem Bach am Osthang verlaufen sein. Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnliche Seitenwahl begründet sich in der Lage des nahen, am Bach gelegenen [http://de.wikipedia.org/wiki/Dahl_%28Wipperf%C3%BCrth%29 Dahls], das so noch deutlich innerhalb des Schutzbereichs lag. Der Vollständigkeit halber sei noch eine ca. 20 Meter lange, wallartige Aufschüttung am Bach selbst (und zwar am Westufer) zu erwähnen, deren Lage aber dem Landwehrverlauf in der Karte des I.P. Stamm widerspricht. Im gesamten Osthang und auch westlich des Bachlaufs sind keine Spuren eines Wallgrabens auszumachen gewesen. Nach dem Zufluss des ''Hülsener Siefen'' kurz vor Dahl zieht sich eine Flurgrenze im Osthang nach Süden. Da alte Landwehrverläufe häufig als Liegenschafts- und Flurgrenzen heute noch nachvollziehbar sind, da sie sich als bestehende Markierung in der Landschaft bei der Einteilung der Flure anboten, war eine Untersuchung entlang dieser Grenze sinnvoll. Diese Flurgrenze ist in der Landschaft in Form von Grenzsteinen und einer charakteristischen Baumreihe (Buchen und Eichen) auch gut auszumachen. In der Tat knickt in Höhe von Dahl diese Flurgrenze fast im rechten Winkel nach Westen ab; exakt so wie es die Landwehr laut der Karte des I.P. Stamm auch getan haben soll. In diesem Knick ist tatsächlich ein Wallrest erhalten geblieben, der sich ca. 20 bis 25 Meter nach Westen wendet und sich dann wieder verschleift. [[Datei:Wiegen-Dahl 12.jpg|mini|400px|links|Vor Dahl folgt eine Flurgrenze dem Wall]] [[Datei:Wiegen-Dahl 13.jpg|mini|400px|Das Wallstück ist nur kurz]] <br style="clear:both" /> Beim Zusammenfluss der ''Wiegener Siepens'' und des ''Ibachs'' (oder auch ''Voßwinkeler Bach'') hinter Dahl läuft der Hügelzug zwischen beiden Wasserläufen spornartig aus. Die Landwehr verlief im Bogen fast auf Talniveau rund um diesem Ausläufer. Diese Stelle ist interessant, weil hier eine weitere Landwehrlinie, die bis Remshagen bei Engelskirchen führte, abzweigte. Von dem Abzweig ist durch die Umgestaltung um Wiesengelände nichts mehr erhalten, ein kurzes Stück wallgrabenähnliches Erdwerk kann auch einen alten Weg um den Sporn herum geschuldet sein. Überhaupt sind in diesem Bereich einige deutliche Wälle aufgeschüttet worden, die aber wohl nicht im Kontext mit der Landwehr stehen, sondern vermutlich auf land- und forstwirtschafliche Einflüsse zurückgehen. === Von Wipperfürth-Dahl zur Wupper bei Wipperfürth-Ohl === Am Zusammenfluss von ''Wiegener Siepen'' und dem ''Ibach'' folgte die Landwehr letzterem (auch ''Voßwinkler Bach'' genannt) auf der "falschen", also der dem Märkischen zugewandten rechten Seite bachaufwärts. Dies setzt den "falschen" Verlauf seit den Quellen des Wiegener Siepens fort; nach wenigen dutzend Metern wird dieser Umstand aber korregiert, in dem die Landwehr einen Sprung auf die andere, der linken und dem Bergischen zugewandten Bachseite macht. Auch wenn die eigentliche bergisch-märkische Territorialgrenze noch einige hundert Meter weiter nordwärts verläuft, so wird damit der Sinn der Landwehr als Barriere gegen ein Eindringen von märkischer Seite wieder deutlich; der Bach bildet nun wieder ein geeignetes Annäherungshindernis, der vorher ungünstige Verlauf auf der "falschen" Seite erfährt eine Korrektur zur strategisch sinnvolleren Seite. Unmittelbar hinter der Sprungstelle über den ''Ibach'' setzt ein einzelner Wall wieder ein, der direkt am Bachufer dem Lauf des Gewässer mehrere hundert Meter folgt. Wenn man nicht aus der Grenzkarte wüsste, das dies der Landwehrverlauf ist, so würde man diesem Wall mit dem leichten Graben auf der bachabgewandten Seite kaum als solchen wahrnehmen können. An einem kleinen, von links einmündenden Siefen verläßt der Wallgraben das Ufer des ''Ibachs'', quert dem Siefen folgend den dortigen Waldweg und steigt links neben einen weiteren Waldweg schräg den Hang hinauf. Hier findet sich der breite Wallgraben in einer stattlichen, kaum zu übersehenden Form wieder. Er setzt sich oben in einer Tannenschonung fort, in der ein leichter Knick nach Westen stattfindet und endet an der Wiese vor der Kreisstraße zwischen Engstfeld und Rönsahl nahe [http://de.wikipedia.org/wiki/Speckenbach Speckenbach]. Ab hier ist lange Zeit kein Erdwerk mehr auszumachen. Nach der Grenzkarte von I.P. Stamm verläuft die heutige Kreisstraße Richtung Südost, der alte Rönsahler Kirchweg, ziemlich genau auf der Trasse der Landwehr. Im abgesperrten Wald nördlich der Straßen sind ebensowenig Spuren der Landwehr auszumachen wie auf der Wiese südlich davon. [[Datei:Dahl-Großfastenrath 06.jpg|mini|400px|links|Der mächtige Wall steigt vom Ibach hoch nach Speckenbach an]] [[Datei:Dahl-Großfastenrath 10.jpg|mini|400px|Blick in Gegenrichtung talwärts]] <br style="clear:both" /> In gerader Linie ist die Linie der Landwehr und die Kreisstraße im Gleichlauf, einzig um [http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Ffastenrath Großfastenrath] machte sie einen leichten Bogen Richtung [http://de.wikipedia.org/wiki/Kerspetalsperre Kerspetalsperre], um dem Wohnplatz etwas mehr Raum zu geben, setztz sich dann aber wieder auf alter gerade Linie in ursprünglicher Richtung fort. Hinter Großfastenrath wird die Kreisstraße von einer lockeren Reihe von Bäumen begleitet; an der letzten Gruppe davon vor ''Kerspe'' schwenkt die Linie im Bogen um 90° nach Südwesten und läuft über die die Wiesen auf ein kleines Wäldchen zu. Dort findet sich die Landwehr wieder als breiter Einzelwall auf einer Länge von ca. 100 Metern, der in Richtung des Bachs ''Kerspe'' absteigt und sich dem Gewässer dabei tangential annähert. Hier ist der Landwehrwall nicht mit dem Deich neueren Ursprungs zu verwechseln, der geradelinig der Kerspe folgt. Hinter dem Wäldchen ist der Landwehrwall dann auch schon wieder zu Ende und eine Baumreihe am Feldrand oberhalb eines Sumpfgeländes markiert den weiteren Verlauf. Von links kommt dann die Kerspe hinzu; hier sprang die Landwehr über den Bach und lief schräg auf die ersten Häuser am Ortseingang von Ohl an der Bundesstraße B237 zu. In gerader Linie wurde dann dort direkt auch die Wupper gequert. [[Datei:Kerspetal 08.jpg|mini|400px|links|Die Landwehr steigt von Großfastenrath zum Kerspebach hinab]] [[Datei:Kerspetal 11.jpg|mini|400px|In einer kleinen Waldinsel hat sich der Wallgraben erhalten]] <br style="clear:both" /> == Landwehrdurchgänge == Landwehrdurchgänge sind belegt *An der Einmündung Kohlstraße / Uellendahler Straße (Flurname Am Schlagbaum im Urkataster) *Auf dem Ostersbaum (Ostersbaum ist eine Ableitung von Mosterts Schlagbaum) *Am Haspel (Haspel ist ein Drehkreuz zum Personendurchlass) *Auf der Kohlenstraße auf dem Freudenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heutige L418) *An der Straße von Kapellen nach Cronenberg (In Gemarkenkarte von Johann von der Waye eingezeichnet, heute Feldweg) *Südlich des Hofs Bauer (Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64) *Im Kreuzungsbereich Staubentaler Straße / Oberbergischer Straße zwischen Jägerhof und Wolfskuhle, möglichlicherweise ohne Schlagbaum (Situtionsskizze des Beyenburger Amtmanns Wülfing von 1800) *Auf dem Paulsberg im Herbringhauser Wald (Gewannamen Am Schlagbaum) *Schlagbaum an der Altstraße Köln-Dortmund oberhalb Beyenburgs *Durchgang an der Straße Beyenburg-Remlingrade in Höhe der Mündung des Spreeler Bachs *Durchgang in der Altstraße bei Vorm Baum *Die Landstraße Frankfurt-Elberfeld (Heutige B483) *Durchgang am Feckinghauser Schlagbaum in Höhe Radevormwald-Feckinghausen an der Landstraße von Köln nach Dortmund *Der Klütinger Schlagbaum an der Landstraße von Hückeswagen nach Dortmund *Die Straße Radevormwald-Breckerfeld bei der Holler Mühle *Landwehrdurchgang der Straße Radevormwald-Borbach-Osenberg-Breckerfeld *Durchgang bei Wintershaus/Kettlershaus *Beim Durchgang bei Kottmannshausen ist eine Zollstelle belegt. *Bei Gardeweg, belegt durch den Flurnamen Landfuhrpot (= Landwehrpforte) *In Kreuzberg *Auf dem Höhenzug zwischen Dörpinghausen und Wiegen. == Literatur == *[http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Engels Wilhelm Engels]: ''Die Elberfelder Landwehr'', In: ''Mitteilungen des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 1 (1932) S. 40 *Wilhelm Engels: ''Die Landwehren in den Randgebieten des Herzogtums Berg''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Bd. 66 (1938) S. 63 - 253 *Hermann Kießling: ''Landwehren an der Grenze zwischen Barmen und Elberfeld'' *[http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Helbeck Gerd Helbeck], ''Beyenburg - Geschichte eines Ortes an der bergisch-märkischen Grenze und seines Umlandes'', Band I (''Das Mittelalter: Grundlagen und Aufstieg''), ISBN 978-3-9811749-1-5, S. 131ff *Gerd Helbeck: ''Die bergischen Landwehren zwischen Wupper, Ennepe und Bever''. In: ''Romerike Berge''. Solingen. 2003. Heft 3, Seite 2 ff. *Gustav Löns: ''Landwehren in Wuppertal'', 1968 *[http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Fahne Anton Fahne]: ''Die Landwehr oder der Limes Imperii Romani am Niederrhein''. In: ''Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins'', Band 4, 1867, S. 30-32 *Peter Schöller: Die rheinisch-westfälische Grenze zwischen Ruhr und Ebbegbirge *Alfred Jung: ''Halver und Schalksmühle. Untersuchungen und Gedanken zur Siedlungsgeschichte des Amtes Halver, eines alten Kirchspiels im sächsisch-fränkischen Grenzraum''. In: ''Altenaer Beiträge. Arbeiten zur Geschichte und Landeskunde der ehemaligen Grafschaft Mark und des Märkischen Kreises'', Band 13, Freunde der Burg Altena e.V., Altena, 1978 == Kartenwerke == *Urkatasterkarten von 1805-1825 *Stadtplan von Wuppertal aus dem Jahr 1930 in dem Bergischen Städteatlas 2004 (Verlauf als Flurstück bei Dorn und im Blombachtal) *Preußische Neuaufnahme und deren Fortführung, Messtischblätter *Landvermesserkarte Bereich Erbschlöer Bach / Blombach von Johann Peter Pauls, 1811, HStAD Karten Nr. 2596 *Forstkarte aus dem Jahr 1799 des Sondernbuschs, HStAD Karten Nr. 0369 *1783 vom Solinger Stadt- und Landvermesser I.P. Stamm gezeichnete "Grenzcarte des Bergischen Amts Steinbach und der Grafschaft Mark", HStAD Karten Nr. 2641a == Quellen == *Bericht über den Verlauf der Landwehren im Amt Beyenburg aus dem Jahr 1763/64 (HStAD-JB IIIR/Hofkammer, Amt Beyenburg 1749-1804,, Beyenburger Rhentmeisterey-Rechnung 1763 in 1764, Nr. 15 *Rentmeistereirechnung Beyenburg-Barmen von 1771/72 *Herzoglicher Kommisionsbericht zur Landwehrvermessung von 1799 == Weblinks == *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b024.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück auf dem Freudenberg] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b023.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück bei Dorn] *[http://www.wuppertal.de/denkmal/denkmal/boden/b001.html Bodendenkmalseintrag der Stadt Wuppertal für das Teilstück im Marscheider Wald] </div> </div> f3a295b6a53e96176807c3e395d22067776903a1